Der Wolf und die 7 Geißlein

Problemwolf

Isegrim hatte es noch nie leicht, verkörpert er doch seit jeher Kraft, Rücksichtslosigkeit, Gier, Grimmigkeit und Bösartigkeit. Alles an ihm ist gefährlich, so die Meinung vieler. Aus den 7 Geißlein in Grimms Märchen sind in Salzburg einige Schafe und sehr vereinzelt Rinder geworden.

Der vor langer Zeit bei uns ausgerottete Wolf kommt zurück, ob wir wollen oder nicht. Den Umgang mit ihm haben die viehhaltenden Bauern schon lange verlernt. In allen Gebieten mit intensiver Schafhaltung gibt es zum Beispiel schon immer Herdenschutzhunde und Hirten, bei uns nicht. Geblieben ist die Angst.

Es fällt auf, dass die Population nur sehr langsam wächst und einzelne Tiere oder auch Tiergruppen einfach verschwinden, so wie es in der Natur eigentlich nicht vorkommt. Offiziell werden zwar nur einzelne Problemtiere nach Behördenbescheid entnommen, böse Zungen meinen aber, da und dort hätte man es mit den jagdlichen 4 S zu tun, nämlich “sichten, schießen, schaufeln, schweigen.”

Ich glaube auch, dass echte Problemwölfe nicht zum Problem werden dürfen. Es ist aber auch eine Tatsache, dass nicht jeder Wolf a priori ein Problemwolf ist.

Wir müssen mit den Wölfen leben lernen, ob wir wollen oder nicht. Das Wachsen der Population ist auf lange Sicht nicht aufzuhalten. Wenn die Gesellschaft will, dass die Wölfe geschützt werden, muss sie auch für den angerichteten Schaden aufkommen.

Wild gewordene Gegner und Befürworter hingegen braucht niemand. Problemlösungen können auch unangenehm sein. Vielleicht müssen Touristen künftig damit leben, dass sie nicht jede Alm besuchen können und es besonders geschützte Gebiete gibt.

Das Ausrotten der Wölfe ist keine Lösung.

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Dorfladen

Über den Autor

Thomas Selinger (Cartoon) und Karl Traintinger (Text)
Cartoon: Thomas Selinger Text: Karl Traintinger

1 Kommentar zu "Der Wolf und die 7 Geißlein"

  1. buermooserin buermooserin | 20. Juni 2020 um 15:29 |

    Der Wolf schürt die Ur-Angst des Menschen, daher wird er alles daran setzen, das Tier wieder auszurotten. Der Agrarlandesrat stiefelt den Forderungen der Bauern nach Abschuß nur hinterher, er will schließlich seinen Posten nicht verlieren. In der heutigen Landwirtschaft hat ein Wolf ganz einfach keinen Platz.

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