dorfzeitung _quer

Jeremy Tiang: Das Gewicht der Zeit

Autor: Jeremy Tiang
Titel: Das Gewicht der Zeit
          Aus dem Englischen übersetzt von Susann Urban
ISBN: 978-3-7017-1728-6
Verlag: Residenz Verlag GmbH
Erschienen: 17.03.2020

Im Online – Buch – Shop vorort kaufen

Klappentext:

Malaysia in den Fünfzigerjahren: Der Ausnahmezustand wird verhängt, die Regierung fürchtet ein Übergreifen des Kommunismus aus China. Die junge Siew Li verlässt ihre Familie, um im Dschungel für die Freiheit zu kämpfen. Ihre Kinder werden aufwachsen, ohne von ihr zu wissen, ihr Mann wird alleine alt. Als sich jedoch die Londoner Journalistin Revathi auf die Spuren der damaligen Verbrechen begibt, wird daraus eine Suche nach der verschwundenen Siew Li, und Revathi taucht tief ein in die verdrängte Geschichte Malaysias und Singapurs. Von den 50er Jahren bis in die Gegenwart spannt sich Jeremy Tiangs berührender Roman einer Familie, deren Leben von politischer Willkür erschüttert und von der Suche nach der Wahrheit geleitet wird.

Rebecca Schönleitner

Rezension von Rebecca Schönleitner

Meine Kenntnisse über Singapur und Malaysia sind eher begrenzt, daher nahm ich das Buch mit sehr viel Interesse in die Hand.

Was als einfache Liebesgeschichte beginnt, der aufstrebende junge Jason verliebt sich in die Kommunistin Siew Li, entwickelt sich zu einer politischen Erzählung mit unglaublich viel geschichtlichem Hintergrund.

Jason und Siew Li heiraten und bekommen Zwillinge. Das Familienidyll scheint perfekt, wenn da nicht Siew Lis Bestrebungen für Gleichheit und Freiheit wären. Sie nimmt teil an Demonstrationen, wird verhaftet, wieder freigelassen und muss schlussendlich ihre beiden Babys und den Ehemann verlassen und im Dschungel untertauchen.

Jason zieht die Kinder alleine auf und ist mit der Situation gänzlich überfordert.

Die Tochter Janet heiratet und lebt ein bürgerliches Leben in Singapur. Tunlichst vermeidet sie alle persönlichen Gedanken und strebt danach immer das Richtige zu tun. Korrekt wie sie ist besucht sie regelmäßig ihren Vater im Krankenhaus, möchte aber über nichts sprechen was ihr Leben hinterfragen könnte, oder worüber sie im schlechtesten Fall sogar nachdenken müsste.

Ihr Bruder Henry lebt in Großbritannien und nimmt den Tod des Vaters zum Anlass wieder in die Heimat zu fahren. Beim Ausräumend der Wohnung entdeckt er Fotos und Briefe seiner Mutter. Offensichtlich wollte der Vater seine Kinder schützen und hat ihnen die Briefe nie gezeigt.

Henry macht sich auf den Weg und sucht die Spuren der Mutter.

Dieses Buch ist ganz große Weltliteratur, berührend, interessant, spannend und packend.