Lisa Wingate: Libellenschwestern

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Autor: Lisa Wingate | Foto: Wyatt McSpadden Photography

Autorin: Lisa Wingate
Titel: Libellenschwestern
          Aus dem Englischen übersetzt von Andrea Brandl
ISBN: 978-3-7341-0377-3
Verlag: Verlag blanvalet
Erschienen: 26.02.2018

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Klappentext:

Für Avery hat das Leben keine Geheimnisse. Bis sie eines Tages auf die neunzigjährige May Crandall trifft. Die Fremde erkennt ihr Libellenarmband, ein Erbstück, und besitzt auch ein Foto von Averys Großmutter. Was hat May mit ihrer Familie zu tun? Averys Interesse ist geweckt. Sie beginnt zu recherchieren und stößt schon bald auf ein unglaubliches Geheimnis, das sie zurück in ein dunkles Kapitel ihrer Familiengeschichte führt….

Rebecca Schönleitner

Rezension von Rebecca Schönleitner

Wieder einmal hat mich das Cover angesprochen. Die zwei verlorenen Mädchen auf dem Koffer, ich musste mir das Buch kaufen.

Avery, die Tochter einer hochangesehenen Familie, Anwältin, schön, verlobt – ihr Weg ist politisch und persönlich festgelegt.

Da begegnet ihr eine Frau im Altenheim, die anscheinend Dinge weiß, die Avery interessieren sollten. Sie beginnt zu forschen und taucht in die Vergangenheit ihrer Großmutter ein.

Dabei stößt sie auf vergangene Machenschaften einer Organisation, die Kinder entführt, als Waisen ausgegeben und dann verkauft hat. Die gesamte Umgebung war beteiligt, geschmierte Polizisten, Politiker, die einfach wegschauten – es ging wie immer um Geld und Macht.

Der Roman beschreibt die Geschichte der Foss Geschwister, die mit ihren Eltern auf einem Hausboot leben. Geliebt von ihren Eltern, erfreuen sie sich eines schönen Lebens. Bis eines Tages Polizisten auftauchen und alle 5 Geschwister einfach mitnehmen. Sie landen in einem Kinderheim, wo Hass, Grausamkeit und Brutalität an der Tagesordnung stehen.

Das Schicksal dieser Romankinder berührt und macht betroffen, zumal am Schluss des Buches eine Ausführung der Autorin zu lesen ist. Sie beschreibt die Geschichte von Georgia Tann und der Zweigstelle der Tennessee Children’s Home Society in Memphis, die zweifelsohne auch Waisenkinder vor einem schlimmen Schicksal bewahrt hat. Offenbar war die Nachfrage nach Waisenkindern, speziell blonde Kinder erfreuten sich größter Beliebtheit, zu groß, daher wurden willkürlich Kinder ohne plausible Gründe ihren Eltern einfach weggenommen.

Unvorstellbar und erschütternd, was da für Machenschaften gelaufen sind.

Dieses Buch ist eine Erinnerung an die vielen gestorbenen und verschleppten Kinder dieser Organisation und sollte unbedingt gelesen werden.

Berührend, aufwühlend und mit einem kleinen Happy End, empfehle ich dieses Buch allen Lesern.


Dorfzeitung.com
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Dorfladen

Über den Autor

Rebecca Schönleitner
Rebecca Schönleitner, geboren und aufgewachsen in Salzburg, besuchte das musische Gymnasium in Salzburg, danach Puppenspielerin im Salzburger Marionettentheater. Umgesattelt auf Technik und glücklich 2016 wieder bei der Kunst gelandet. Verheiratet und 2 Kinder, lebt im nördlichen Flachgau. Schreibt in erster Linie über Bücher. In der Freizeit begeisterte Tänzerin

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