Auf den Spuren wilder Kräuter

Tilias Naturladen

Fotos: Michaela Huber

Unterwegs mit Berta und Michaela vom Tilia Naturladen in Bürmoos

Nach dem zweiten Anlauf war es soweit – die Kräuterwanderung fand am 26. September um 13h trotz Kälteeinbruch statt. Gut „eingepackt“ und gegen den Regen gewappnet marschierte die kleine Gruppe am Bahnhof vorbei, in Richtung Wald.

Anni Lemberger

Von Anni Lemberger

Es gab kaum ein Blümchen, einen Strauch oder einen dornenreichen Ast zu dem Berta und/oder Michaela Huber nicht eine Geschichte oder eine Verwendung wussten.

So habe ich zum Beispiel gelernt, dass der wilde Efeu oder die Rosskastanie als Waschmittelersatz verwendet werden kann – anstatt eines (sehr Umwelt belastenden) Weichspülers können einige Tropfen hochwertiges ätherisches Öl der Wäsche beigegeben werden.

Wir sammelten die Samen der Brennnessel, Sauerklee, Blätter der Schafgarbe, kosteten und sammelten die Samen des Springkrautes und vieles mehr.

Über die Samen des Breitwegerichs erfuhr ich, dass diese, abgeperlt und getrocknet, in Flüssigkeit oder Joghurt gemischt, gut als Flohsamenersatz verwendet werden können.

Aber auch in der „Natur-Apotheke der Wiesen und Wälder“ heißt es vorsichtig sein und nur die Pflanzen zu verwenden, die man(n)/frau kennt, denn auch hier lauert die eine oder andere giftige Pflanze. Deshalb ist es wichtig und sinnvoll sich dem Wissen und der Erfahrung der beiden liebenswürdigen „Kräuterhexen“ aus Tilias Laden anzuschließen und von ihrem Wissen zu profitieren.

Da es mit dem Sammeln aber noch nicht getan war, wurden im 2. Teil dieses Nachmittags die Kräuter „weiterverarbeitet“. Dazu begaben wir uns in den kleinen Laden der Beiden an den großen Tisch in der Mitte. Wie Berta Huber mehrmals betonte, ist dieser Tisch in der Mitte „ein Begegnungsort von Menschen“, Corona bedingt saßen wir uns in entsprechendem Abstand gegenüber, was der Herzlichkeit und Wohlfühlatmosphäre aber keinen Abbruch tat.

Oxymel

200g guter regionaler Honig, in unserem Fall, aus dem Weidmoos (Plattner)
100g Bio-Apfelessig (Gölles Manufaktor – steirisches Vulkanland)
Sauerklee, Schafgarbe, Spitzwegerich, Thymian, Salbei klein geschnitten der gut verrührten Flüssigkeit beigeben
4 Wochen an einem warmen Ort stehen lassen
danach abseihen und in eine Flasche füllen
täglich 1-2 TL einnehmen – gilt als Allheilmittel, besonders zur Stärkung des Immunsystems

Gomasio

dazu werden Sesamkörner mit abgeperlten Brennnesselsamen (und/oder auch Springkrautsamen) geröstet (nicht braun werden lassen), am Schluss gutes, naturbelassenes Salz (aus Österreich) dazugeben.

Herstellung einer Pechsalbe

Die Pechsalbe war das„Wundermittel und die Allheilsalbe“ unserer Eltern und Großeltern, aus den Zutaten der Natur. Das Rezept dafür und die Zutaten gibt es bei Berta und Michaela in Tilias Naturladen.

Diese Zugsalbe eignet sich für Beschwerden aller Art, Prellungen, Gelenksschmerzen, aber auch als Hustenmittel äußerlich auf den Brustkorb aufgetragen und sogar als Lippenbalsam. Und wie mir ein Freund erfreut mitteilte haben sich durch die von mir geschenkte Salbe seine Knieschmerzen soweit gebessert, dass er seit langem wieder eine 7km Wanderung machen konnte. 

Einen besonderen Tipp bekam ich noch von Berta für eine erfrischende Waschung von schwer kranken, bettlägrigen Menschen:

Waschung:

Rosenhydrolat (bei Tilia erhältlich) und Apfelessig eins zu eins mischen. Davon 1-2 Esslöffel ins Waschwasser geben und den kranken Menschen damit waschen. Wirkt antiviral, ist gut für die Intimpflege und schützt die Haut vor dem Wundwerden.

Die verkauften Produkte in Tilias Naturladen kommen meistens aus der Region. Berta und Michaela bauen auf die Qualität Österreichischer Landwirte und heimischer Produzenten. Sie bieten auch ein ganz besonderes Bauernhofeis aus dem Innviertel an.

Wer gerne regionale und hochwertige Produkte kauft, findet sie ins Tilias Naturladen.

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Dorfladen

Über den Autor

Anna Lemberger
Geboren in Zederhaus/L ungau/ Salzburg. Seit dem Ende ihrer aktiven Berufslaufbahn als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester 2017 (nach 42 Berufsjahren) liest sie vorwiegend Bücher Österreichischer Autorinnen und Autoren und schreibt Rezensionen dazu. Anni Lemberger betreibt außerdem eine FB Seite, auf der sich LeserInnen und AutorInnen virtuell treffen und austauschen können.

1 Kommentar zu "Auf den Spuren wilder Kräuter"

  1. Anna Lemberger | 7. Oktober 2020 um 15:24 |

    Wer aber auch selber „Hausmittel, Balsame und Co“ herstellen möchte, kann dies am 16.10. um 18h in Bürmoos mit den beiden Kräuterexpertinnen machen. Und am 20.10. um 19h gibt es Wissenswertes über „Bräuche, Rituale und Räuchern im Jahreskreis“ bei Berta und Michaela zu hören.
    Zusätzlich gibt es immer wieder Angebote für Kinder, damit das alte Wissen nicht verloren geht, wird es an die Kinder in dem „Raum der Begegnung“ weiter gegeben.

    Für alle, die Interesse an den Angeboten vom Tilia Naturladen haben, können sich unter der Telefonnummer 06274-20896 oder unter der Mailadresse office@tilia-herz.at anmelden.

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