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corona test

Falsch positiv oder falsch negativ

Die Corona-Fallzahlen in Europa steigen dramatisch. Die Politik reagiert zum Teil fast hysterisch mit immer strengeren Maßnahmen und die Bevölkerung wird immer mehr verunsichert. Verschwörungstheoretiker gewinnen zusehens Land.

Was ist passiert? Zu Beginn der Pandemie hat die Regierung vieles richtig und gut gemacht. Sie hat es im letzten halben Jahr aber dann verabsäumt, in der Bevölkerung ein Bewußtsein für die Gefährlichkeit der Seuche zu etablieren. Hilfreich war dabei auch nicht, dass die Opposition im Parlament viele verhängte Maßnahmen in Frage gestellt hat. Dazu kommt noch, dass bis dato das Nichteinhalten der vorgeschriebenen Maßnahmen keine wirklichen strafrechtlichen Konsequenzen hat. Zudem ist es nicht vertrauensbildend, wenn der für die Wissenschaft normale Disput öffentlich ausgetragen wird.

Gebetsmühlenartig werden immer mehr Tests verlangt. Die Testergebnisse sind aber nur so gut, wie die Personen, die sie anordnen, medizinisch ausgebildet sind. Diese Personen sollten irgendwann einmal gelernt haben, dass kranke Personen und nicht Testergebnisse therapiert werden müssen. Ein positiver PCR-Test ist nicht automatisch und zwangsläufig einer Coronainfektion gleichzusetzen.

Ein PCR-Test ist sehr genau, zeitintensiv, teuer und weist Minimalteile des Virus nach, sagt aber fast nichts über die effektive Viruslast und die Infektiosität aus. Ein Antigentest ist nicht so genau, dafür aber weit schneller und billiger, zudem schlägt er nur ab einer gewissen Viruslast an. Bei so einem Test zählt ausschließlich ein positives Ergebnis, die negativen Testergebnisse sind nicht relevant. Damit sollte sich doch sinnvoll arbeiten lassen. Das Herumgeeiere bei den Antigentests verstehe ich nicht, ein 100-prozentiges Eregebnis wird es nie geben.

Tatsache ist, wir werden mit dem Virus noch länger leben müssen. Sollte im Frühjahr wirklich ein Impfstoff gegen das aktuelle Corona-Virus kommen, weiß trotzdem niemand, ob es zwischenzeitlich nicht wieder einen neuen Virusstamm gibt. dabei ist die Sicherheit des Impfstoffes ein ganz eigenes Thema.

Fakt ist , ohne sinnvolle Verhaltensmaßnamen wird es nicht gehen. Dazu gehört aber auch, dass sie glaubwürdig erklärt und konsequent umgesetzt werden. Beim aktuellen Maßnahmendurcheinander ist da noch sehr viel Luft nach oben.

Wenn jemand allein im Auto mit Maske sitzt, hat er das Problem nicht verstanden.

Genau so schwierig ist es, die Notwendigkeit für das Abstandhalten, Maske tragen und Lüften in Volksschulklassen glaubhaft zu erklären, wenn es kein Problem darstellt, dass die Kinder dicht gedrängt im Schulbus zur Schule fahren. Dazu kommt noch, dass Kleinkinder ohnedies in der Virusausbreitung eine eher unwichtige Rolle spielen und daher beispielsweise das Maskentragen sowieso kritisch zu hinterfragen ist.

Selbstverständlich ist es in der Verantwortung der Politik, darauf zu schauen, dass unser Gesundheissystem nicht überlastet wird. Medizinische Entscheidungen sollten aber Medizinern vorbehalten sein. Die Farbe der politischen Partei ist bei der Pandemiebekämpfung eher unwichtig.

Zu Tode gefürchtet ist auch tot, heißt es in einem alten Sprichwort.