Für das Leben investieren, nicht für den Krieg

UBS Paradeplatz Zürich 24.10.20

UBS Paradeplatz Zürich 24.10.20 | Foto: Heinrich Frei

Brigitte Matern erinnerte kürzlich in der Wochenzeitung in ihrem «Rebel­linenrätsel» an den visionären Tech­niker und Gewerkschafter Mike Cooley. Cooley war Chef-Konstruk­teur beim englischen Luftfahrtkon­zern Lucas Aerospace und Vorsit­zender der Techniker-Gewerkschaft.

Heinrich Frei

Von Heinrich Frei

1976 stellte er zusammen mit Kolle­gen und Kolleginnen den Lucas Plan vor, statt Waffen zu produzie­ren sollte Lucas Aerospace sozial nützliche Güter herstellen. (1)

Heute: Aufrüstung, Milliarden für die Atomwaffenindustrie

Heute über 40 Jahre später sind wir von Konversionsplänen wie sie bei Lucas Aeros­pace von Gewerkschaftern geplant wurden, die leider nicht realisiert werden konnten, weit entfernt: Aufrüstung, Waffenexporte, Kriege boomen.

325 Finanzinstitute haben zwischen Januar 2017 und Januar 2019 allein 748 Milliar­den US-Dollar in Top-Unternehmen investiert, die in der Atomwaffenindustrie tätig sind. Die Schweizerische Nationalbank am Bürkliplatz in Zürich hat vom Januar 2017 bis Januar 2019 1’314,2 Mio. US-Dollar in Firmen der Kernwaffenindustrie angelegt.

Am 24. Oktober 2020 in Zürich: Credit Suisse am Paradeplatz (Foto: Heinrich Frei)

Die Credit Suisse am Paradeplatz hat vom Januar 2017 bis Januar 2019 1’312,9 Mio. US-Dollar auch in solche Firmen gesteckt. Die UBS am Zürcher Paradeplatz plat­zierte in der gleichen Periode 6315 Mio. US-Dollar in Firmen die an der Herstellung von nuklearen Sprengkörpern beteiligt sind.(Zahlen ICAN Friedensnobelpreisträger 2017, (2)

Finanzierung der Produktion von nuklearen Waffen verboten

Wie steht es mit der Legalität dieser Investitionen in Firmen, die an der Produktion von Atombomben beteiligt sind? Laut dem Kriegsmaterialgesetz der Schweiz, Artikel 8b ist die direkte und indirekte Finanzierung, der Entwicklung, der Herstellung oder des Erwerbs von verbotenem Kriegsmaterial verboten. Verbotenes Kriegsmaterial sind auch nukleare Waffen. (3) Hier stellt sich die Frage: Ist legal oder illegal in Bern und in Zürich egal bei der Finanzierung von Firmen die Atombomben herstellen? – Bei den guten Steuerzahlern, der UBS, der Credit Suisse und der Gold scheißenden Schweizer Nationalbank «müssen» offensichtlich beide Augen zugedrückt werden…

Fußnoten

(1) Der visionäre Techniker, Brigitte Mattern, Wochenzeitung 15. Oktober 2020
(2) https://www.icanw.org/ Investitionen von Schweizer Institutionen in Unternehmen die an der Produktion von Atombomben beteiligt sind.
(3) Kriegsmaterialgesetz, Verbot der Finanzierung
(4) Exportverbot für Kriegsmaterial gilt für alle Länder die «in einen internen oder internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt sind.
(5)  http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/siebzig-rechtsprofessoren-kritisieren-leuthard-1.3844020

Buchtipp:

Titel: Produkte für das Leben statt Waffen für den Tod
Autor: Mike Cooley
ISBN-10: 3499148307
ISBN-13: 978-3499148309
Verlag: Rowohlt TB-V., Rnb. (1. Juli 1988)
Sprache: Deutsch

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