dorfzeitung _quer

American Eagle Award – Wettbewerb der besten Country-Interpreten aus den USA

12. – 17. Oktober 1999  in Las Vegas, Showboat-Hotel, USA

Walter Hansy. „Ah, Austria. Walzer, Strauss, Mozart, Tyrol, Sachertorte – yes, i know“. Die breiten Hüte nicken, die silbernen Gürtelschnallen werden zurechtgerückt, die Stiefel spiegeln die Zufriedenheit darüber wieder, den Unterschied zwischen Australien und Austria erkannt zu haben. Jetzt kommt ein neuer Begriff dazu, der den Amerikanern den Unterschied ein für allemal klar macht: Tina Rauch. Bekannt als Trucker-Lady-Tina. Sie hat als erste Europäerin im Mutterland der Western- und Countrymusik alle heimischen Größen hinter sich gelassen und den begehrten „American Eagle Award“ für die beste Vocal-Group Amerikas erhalten. „Das ist, wie wenn ein Japaner einen Jodelwettbewerb in der Schweiz gewinnt“, kommentierte ein Dänischer Gast im Las Vegas Show-boat-Hotel, dem Austragungsort des Wettbewerbs, den überraschenden Titel für die Trucker Lady aus Gänserndorf.

Am American Eagle Award darf nur teilnehmen, wer eine der Vorausscheidungen in den 54 Bundesstaaten der USA gewonnen hat. Heuer durfte erstmals der beste europäische Interpret mitmachen. Europa als ein Bundesstaat der Staaten. Die Musik kennt keine Grenzen. Tina Rauch hatte den Europäischen Bewerb klar für sich entschieden.

Die Wiege heimischer Countrymusik steht in Gänserndorf/NÖ

Ist es noch einigermassen einfach den Unterschied zwischen Australien und Austria, zwischen Känguruh und Milka-Kuh zu erklären. Beim Heimatort der Austria-Western-Lady ist vorbei: „How ist the name? Goostown?“ Fast richtig. In Gänserndorf in NÖ, knapp 30 Kilometer östlich von Wien ist Truckerlady Tina und ihre Country Time Special zu Hause. Seit 10 Jahren tourt sie mit Westernsongs aller Kategorien (von Traditional bis New Western und Gospel) durch Österreich und Europa. Vor einigen Jahren gelang auch in den USA der Durchbruch. Mit dem Titel „Dreamin´ ´bout America“ war sie einige Monate in den Staaten Nr. 1 bei den Western-Charts. Zu diesem Titel ließ Tina Rauch auch einen Videoclip anfertigen. Und der räumte ebenfalls in Las Vegas gewaltig ab: „American Eagle Award – Video of the Year 1999“. Der beste eingereichte Clip im heurigen Jahr.

2:0 im Match Austria-USA

Der beste Country-Videoclip „made in Austria“

Produziert wurde das Video von der ebenfalls in Gänserndorf beheimtateten Filmproduktion ATV (AudioTeleVideo) von Walter Hansy und Rudolf Stöger. Beide waren in Las Vegas dabei, als zu ihrer eigenen Überraschung ihr Film zum besten Country-Videoclip gekürt wurde. Den Amis gefielen die Aufnahmen von den Oberweidener Sandbergen, einer mit Heidegras bewachsenen Sanddünenlandschaft in der Nähe Gänserndorfs. Und an Pferden, Reitern und Harley-Davidson Motorrädern mangelt es im Marchfeld auch nicht. Das alles bestens ins Bild gesetzt, Kamera by Walter „Waschi“ Hansy, organisiert vom energischen und unerbittlichen Aufnahmeleiter Rudi Stöger, dazu die tolle Musik der Trucker Lady.

Die Zeit in den Wettbewerbspausen wurde für Aufnahmen zu einem neuen Videoclip genützt. Schauplatz waren der Red Rock Canyon, die Westernstadt „Old Nevada“ und der beim Hoover-Damm aufgestaute Colorado-River. In Las Vegas selbst scheiterte das Kamerateam immer wieder an der stadteigenen „Security“, einer Polizeitruppe, die ständig für die Filmerei Geld und Genehmigungen wollte.

Ein musikalisches Erdbeben erschütterte Las Vegas

Dem musikalischen Erdbeben, dem Erfolg der Austria-Lady, folgte eine naturgewaltige Antwort. Vor dem letzten Tag der Ausscheidung bebte die Erde wirklich, und zwar genau zwischen Los Angeles und Las Vegas. Stärke 7. „Zum Glück sind die Gebäude in der Spielerstadt sicher gebaut. Nichts ist passiert, außer einer gewaltigen Schaukelei im Bett, um drei Uhr früh Ortszeit. Das Beben in der Türkei, das tausende Todesopfer gefordert hatte, war nach der Richter-Skala schwächer“, erinnern sich die Videofilmer. Die Trucker-Lady wackelte im 15 Stock des Show-Boat. Die Pendelbewegung des Hotelturmes war ca. 10-12 Meter weit.
Westernlegende Bob Wills Jr. „Tina muß auf große Showbühnen“

In der Jury des Awards saß „Westernlegende“: Bob Wills Jr., 72 Jahre alt. Sein Vater war „Der King des Westernswing“, er selbst ist erfolgreicher Produzent, Interpret und Inhaber einer Radiostation. Er brachte nach dem umjubelten Auftritt von Tina Rauch die Kritik und Wertung auf den Punkt: „Warum sind sie hier. Sie brauchen keinen Wettbewerb mehr. Sie sollten in einem der großen Show-Hotels in Las Vegas auftreten“. Große Worte eines großen Western-Gurus. Tina Rauch kommt vielleicht wieder nach Las Vegas. Aber sicher nicht mehr zum Wettbewerb, sondern um auf einer der großen Showbühen den Amis zu zeigen, wo beste „Traditional Country Music“ gemacht wird. In good old Europ. In Austria, Gooostown near Vienna.

American Eagle Award:

Wettbewerb der vereinigten Country Musik Organisationen der USA. Nach Ausscheidungen in allen Bundesstatten dürfen die jeweiligen Sieger in Las Vegas zum großen Finale antreten.

Tina Rauch, Gänserndorf:

Als Trucker Lady Tina und mit der Vokal-Gruppe „Country time Special (Manfred an der Baßgitarre und Gabi als Backgroundsängerin) seit 10 Jahren „on Tour“. Größte Erfolge: Beste Country-Sängerin Europas, Künstlerin des Jahres in Europa, Nr. 1 des Western-Cahrts in den USA, Beste Vocal-Group beim Eagle Award.

Walter Hansy und Rudolf Stöger, Gänserndorf

Inhaber der kleinen Videoproduktionsfirma ATV (AudioTeleVideo). Spezialgebiet: „In einem kleinen Betrieb muß jeder alles können“. 1. Teilnahme an einem Wettbewerb brachte gleich einen riesigen Erfolg. Der Eagle Award bekommt einen Ehrenplatz im Digitalstudio (aber so weit links an der Wand, daß noch genug Platz für weitere Preise und Auszeichnungen bleibt).