Christian Oberthaler: Das Glasscherbenviertel

Christian Oberthaler

Christian Oberthaler | Das Bild hat uns der Autor zur Verfügung gestellt. Foto: Ronny Katsch

Christian Oberthaler: Das Glasscherbenviertel

Autor: Christian Oberthaler
Titel: Das Glasscherbenviertel – Erinnerungen eines Lausbuben
EAN: 9783754129371
Verlag: E-pubi
Erschienen: 05.06.2021

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Klappentext:

Erinnerungen an eine wunderbare Kindheit/Jugend in einem speziellen Wohnviertel mit zahlreichen Streichen, Mutproben und auch „Dummheiten“.

Vieles in diesem Buch ist aber keinesfalls zur Nachahmung empfohlen. Aber es war eine Zeit ohne Handys, CD, Laptop, Computerspiele. Ja sogar das TV steckte noch in den Kinderschuhen in unserem Tal. Also mussten wir sehr erfinderisch in unserer Freizeitgestaltung sein. Nicht immer zur Freude unserer Eltern.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Der Autor ist in den Gemeindebauten Gasteins direkt am Palfnergraben in den 70er Jahren aufgewachsen. Diese Unterkünfte für einfache und bescheidene Menschen wurde von vielen das „Glasscherbenviertel“ genannt.

Über dieses Viertel (be)schreibt der Autor in einem Rückblick auf die damalige Zeit seine kleinen und großen Abenteuer, die teilweise aber nicht ungefährlich waren.

So mancher Erwachsene bekam durch Streiche von Christian, seinem Freund Günther und deren Gefolgschaft, sein „Fett ab“. Der Kreativität waren keinerlei Grenzen gesetzt: Es wurden selbstgebastelte Schleudern aus der Kombination „Damennylonstrumpf mit eingesetzter Kugel“ verwendet – durch die Fliehkraft entstand eine effiziente Waffe, vor der keine Lampe und keine Laterne sicher war.

Besonders die Sperrmüllsammlung vor der Siedlung war für die beiden Lausbuben Christian und Günther ein Schatzdepot – entsorgte Schistöcke z. Bsp. konnten vielfach eingesetzt werden. Zum einen wurden die Hohlrohre zu „Schußwaffen“ umfunktioniert, zum anderen dienten die Spitzen dazu, um Äpfel aus den Kellerabteilen zu klauen – angestochen und herausgezogen…..

Ein besonderer Fund waren Dartscheibe und Dartpfeile mit Eisenspitzen. Beim anschließenden Probeschießen verließ einer die vorgesehene Flugbahn just in dem Moment als eine Hausfrau sich bückte um ein Wäschestück aus dem Korb zu holen. Ihre Rückseite war leider im Weg… .

Und ganz viel Zeit verbrachte der Autor in seiner Jugendzeit in unfreiwilliger, von den Eltern verhängten Quarantäne, genannt Hausarrest, ob seiner zum Teil sehr bösen Streiche.

Mit erfrischendem Humor und Witz schreibt Christian Oberthaler über seine wunderschöne, weit zurückliegende Jugendzeit. Das eine oder andere Mal drängte sich mir aber beim Lesen der Gedanke auf, wie diese „Streiche“ wohl heute gedeutet werden würden, in denen Kinder Kids sind und das Zerschießen von Fensterscheiben und Laternen Sachbeschädigungen sind. Ob die Wiedergutmachung durch die Eltern mit einigen Glaserl Roten wohl abgetan wäre?

Und dass beim Schießen mit den „berühmten U-Hackerl“ und ähnlichen Geschoßen nichts passierte, sieht er Autor heute als riesiges Glück  – und so manche Entschuldigung wird von ihm auch noch schriftlich gegen den Himmel gerichtet, wo die meisten seiner „Opfer“ mittlerweile „verweilen“.

Das Buch ist in viele kurze Geschichten unterteilt, gut lesbar und sehr witzig, wobei bei manchen „Streichen“ das Lachen aber fast im Hals stecken bleibt und diese Streiche keineswegs nachgeahmt werden sollten.

Dorfladen

Über den Autor

Anna Lemberger
Geboren in Zederhaus/L ungau/ Salzburg. Seit dem Ende ihrer aktiven Berufslaufbahn als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester 2017 (nach 42 Berufsjahren) liest sie vorwiegend Bücher Österreichischer Autorinnen und Autoren und schreibt Rezensionen dazu. Anni Lemberger betreibt außerdem eine FB Seite, auf der sich LeserInnen und AutorInnen virtuell treffen und austauschen können.

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