Der Schuh des Manitu – Willkommen im Wilden Westen!

Schuh des Manitu

Das Musical nach Michael Bully Herbigs Kultfilm aus dem Jahre 2001 ist nun in der Regie von Andreas Gergen auch im Salzburger Landestheater zu sehen. Die Koproduktion mit dem Deutschen Theater München sorgt seit ihrer Premiere am 14. Oktober 2021 in München für beste Laune. Die schwungvolle Western-Komödie sorgt nun auch in Salzburg für beste Stimmung und lässt das Publikum beschwingt nach Hause gehen.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Michael Bully Herbig begrüßt das Publikum über Video und wünscht viel Vergnügen, denn einen runden Geburtstag könne man wohl nicht besser feiern als mit einer großen Party. Dann geht es ab ins Land, „wo die Schoschonen schön wohnen“. Der Häuptling der Apachen Abahachi und sein Blutsbruder Ranger leihen sich vom Häuptling Listiger Lurch Gold, um ein äußerst günstiges Pub als Stammlokal für alle Apachen zu kaufen. Leider ist der Immobilienhai Santa Maria ein ganz mieser, brutaler Gangster, der sich das Gold schnappt und den Häuptlingssohn Falscher Hase kaltblütig erschießt.

Schuh des Manitu

Kein Wunder, dass Abahachi und Ranger die Nacht mal wieder am Marterpfahl verbringen. Da kann nur noch eine geheimnisvolle Schatzkarte weiterhelfen. Zu dumm nur, dass diese in vier Teile geteilt wurde. Die bösen Gangster verhelfen den beiden zwar zur Flucht, doch dann heften sie sich an ihre Fersen, denn auch sie haben Wind von der Schatzkarte bekommen. Die Reise geht erst zu Abahachis Zwillingsbruder Winnetouch, der in der Puder Rosa Ranch einen Beauty-Salon betreibt, dann in eine Taverne zum Griechen Dimitri und schließlich zur schönen Uschi, die in einem Saloon als Sängerin arbeitet. Ist die Schatzkarte dann komplett, sollte eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Schuh des Manitu

Ich muss gestehen, dass ich den Film von Michael Bully Herbig (Regie, Drehbuch, Produktion und Doppelrolle), der die Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre parodiert und zu den erfolgreichsten deutschen Filmen zählt, nicht gesehen habe. Ich war daher gespannt, wie diese Kultfilm-Klamotte auf der Bühne umgesetzt wird. Die Urfassung des Musicals begeisterte von 2008 bis 2010 am Stage Theater des Westens in Berlin das Publikum. Nun hat Unterhaltungsspezialist Andreas Gergen den wilden Bühnen-Spaß als aufwendige, große Musical-Show für München und Salzburg neu inszeniert.

Schuh des Manitu

In der Aufführung am 28. Jänner 2022 standen Mathias Schlung als Abahachi und Daniel Wagner als sein Zwillingsbruder Winnetouch auf der Bühne und sie kommen in Mimik, Sprache und Gestik ganz nahe an das Original heran. Andreas Nützl ist ein großartiger, Mundharmonika spielender und jodelnder Ranger. Kein Wunder, dass sich die fesche Uschi (Julia-Elena Heinrich) sofort in ihn verliebt, ist er doch ein Mann, ganz nach ihrem Geschmack: „Ich brauch ’nen Mann, der jodeln kann.“ Auch der Grieche Dimitri (Fabio Diso) kann mit einem echten Ohrwurm aufwarten: „Ich trinke Ouzo (und was tust du so?)“ Axel Meinhardt gibt den fiesen Gangsterboss, der seine rechte Hand Hombre (Martin Trippensee) als fleischgewordenen Aschenbecher benützt. Kein Wunder, dass sich dieser in der Puder Rosa Ranch so richtig wohl fühlt. Das Ballettensemble ist an diesem Abend schwer beschäftigt und unterhält mit rasanten Revue-Nummern in schrillen Kostümen (Conny Lüders) als tanzende Indianer, Mexikaner, Griechen, Saloon-Damen, Cowboys und als Unterstützung für den „Superperforator“.

Schuh des Manitu

Die Wild-West-Atmosphäre auf der Bühne wird durch großflächige Videoeinspielungen unterstützt, mit 3D-Brillen darf man sogar mit einer Lore durch dunkle Stollen sausen (Bühne und Videodesign Sam Madwar). Die Musik von Martin Lingnau ist ein wilder Ritt durch bekannte Musical- und Western-Klassiker und das Mozarteumorchester sorgt unter der Leitung von Gabriel Venzago für den passenden Sound.

Eine wirklich gelungene, kurzweilige Western-Parodie, mit toll choreographierten Tanzeinlagen, mitreißender Musik, charmantem Witz und viel Selbstironie.

„Der Schuh des Manitu“ –  eine Produktion des Deutschen Theaters München und des Salzburger Landestheaters in Kooperation mit Stage Entertainment & herbX film GmbH. Musik: Martin Lingnau. Liedtexte: Heiko Wohlgemuth. Buch: John von Düffel und Heiko Wohlgemuth. Idee und Konzept: Andreas Gergen. Musikalische Leitung: Gabriel Venzago. Dirigate: Philipp Gras, Carl Philipp Fromherz. Inszenierung: Andreas Gergen. Choreographie: Simon Eichenberger. Bühne und Videodesign: Sam Madwar. Kostüme: Conny Lüders. Lichtdesign: Michael Grundner. Tondesign: Nenad Milosavljevic. Sound-Effects Design / Coach Geräuschemacher: Max Bauer. Mit: Mathias Schlung, Daniel Wagner, Marc Seitz, Andreas Nützl, Julia-Elena Heinrich, Maria Axel Meinhard, Fabio Diso, Martin Trippensee, Christoph Wieschke, Matthias Hermann, Sebastian Smulders, Paulo Muniz, Diego da Cunha, Daniel Therrien, Cassiano Rodrigues. Iure de Castro, Oliver Floris, Sveva Gaudenzi, Moeka Katsuki, Dafne Barbosa, Chigusa Fujiyoshi, Sophie Blümel. Ballett Swing: Niccolò Masini, Valbona Bushkola. Chor des Salzburger Landestheaters. Mozarteumorchester Salzburg. Video: SLT Fotos: SLT/ © Anna-Maria Löffelberger

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Über den Autor

Elisabeth Pichler
“Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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