Uta Pfützner: Odins jüngster Sohn

Uta Pfützner

Unter Pfützner | Foto: Privat

Autorin: Uta Pfützner
Titel: Odins jüngster Sohn (Trilogie)
ISBN: 978-3-96937-024-7 (1. Band – das Schiff)
ISBN: 978-3-96937-069-8 (2. Band – das Schwert)
ISBN: 978-3-96937-079-7 (3. Band – das Amulett)
Verlag: Legionarion Verlag
Erschienen: 2022

Dr. Wolfgang Pirkl

Buchrezension von Wolfgang Pirkl

Klappentext:

Die diplomierte Dolmetscherin Carola Selinger absolviert ein Auslandsjahr in Oslo und arbeitet dort für ein internationales Kreuzfahrtunternehmen. Sie lernt einen Hafenarbeiter namens Harbard Jensen kennen. Schnell verbindet sie eine tiefe und innige Liebe. Als Carola nach Deutschland fährt, um ihre im Sterben liegende Großmutter zu begleiten, reist sie gegen den Willen Harbards ab. Als sie zwei Wochen später nach Oslo zurück kommt, findet sie ihn nicht mehr. Erst zwanzig Jahre später entdeckt sie ein Geheimnis, das auch ihren Sohn Dominik trifft.

Nachdem sein Vater Odin sich 20 Jahre später mit einem Brief verabschiedet hat, bleiben letzte Zweifel bei Dominik. Er weiß, dass er seinen Wurzeln nicht entfliehen kann. Er will es auch gar nicht mehr. Dennoch fühlt sich Dominik seltsam verlassen. Seine Verlobte Helke, aber auch Ella, Jörund und die Freunde aus Upsala bleiben treu an seiner Seite. Bis es zu einem von Loki herbeigeführten Zwischenfall kommt, der das fast gemütliche Leben erneut in aufregende Bahnen lenkt und Dominik in Angst und Schrecken versetzt. Der hinterlistige Gott Loki nutzt die Gier einer weltlichen Frau, um Dominik dort zu treffen, wo es ihm am meisten weh tut. Der Allvater Odin schreitet ein, um seinen Sohn zu beschützen….

Jahre vergehen: Dominiks Söhne aus der Ehe mit Helke könnten auch Vierlinge sein, so ähnlich sind sie sich. Es sind nicht nur die äußeren Merkmale. Auch charakterlich scheinen Jöran, Ingmar, Erik und Odal eines Sinnes zu sein. Mit ihren Streichen und ihrem unerschütterlichen Zusammenhalt rauben sie sowohl Dominik als auch Helke bisweilen den letzten Nerv. Als Kinder schließen die Jungen einen Pakt, bei dem sie sich schwören, dass niemals etwas zwischen sie kommt. Doch das ändert sich, als Jöran die etwas ältere Rena kennenlernt und durch sie in zwielichtige Kreise gerät. Dominiks Welt gerät endgültig aus den Fugen. Wird seines Vaters Vermächtnis ihm in der Not helfen?

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Obwohl Harbard wie vom Erdboden verschluckt ist, kann Carola ihn nicht vergessen, trägt sie doch eine starke Erinnerung an ihn unter ihrem Herzen: Dominik, das Kind ihrer Liebe.

Als allein erziehende Mutter kehrt sie zu ihren Eltern nach Bayern zurück und wird in dem konservativ denkenden Bayern als unverheiratete Mutter nicht unbedingt liebevoll behandelt. Nachdem Carola klar ist, dass Harbard nicht mehr aufzufinden ist, versucht sie das beste aus der Situation zu machen. Sie bleibt daheim in Bayern und kämpft wie eine Löwenmutter um und für ihren Sohn Dominik.

Zwanzig Jahre später kehrt Carola mit ihrem Sohn Dominik und ihren Ehemann Gerolf nach Oslo zurück, um dort eine Zweigstelle ihrer deutschen Spedition aufzubauen.

Es kommt, wie es die Vorhersehung bestimmt hat, denn nichts ist, wie es scheint. Dominiks älterer Mitstudent und Tutor Asbjörn ist immer in der Nähe von Dominik und wacht über ihn. Warum hat Dominik immer so verwirrende Träume, in denen Asbjörn eine bedeutende Rolle spielt? Oder hängt es gar mit dem Wikingerclub Upsala zusammen, bei dem er seit kurzem Mitglied ist? In diesen Club wurde Dominik von Helke, einer Studienkollegin, eingeführt. Längst schon ist zwischen den beiden mehr geworden, als nur Freundschaft, sehr zur Freude von Asbjörn, seinem Tutor und Jarl (Vorstand der Wikingergruppe Upsala).

Nach einem gemeinsamen halben Jahr schließt Asbjörn sein Studium ab und verlässt Europa. Zum Abschied hinterlässt er Dominik (s)ein Schwert und (s)ein Amulett, dessen wahren Wert Dominik nicht kennt. Seiner Mutter Carola hinterlässt er einen Brief, in dem er sich „outet“.

Dominik weiß jetzt, dass er Odins jüngster Sohn ist. Aber seine irdischen Aufgaben laufen genauso weiter, wie vorher. Er hat viel mit seinem Studium zu tun, erfährt dass seine Mutter noch einmal schwanger ist und er eine Halbschwester bekommt und auch dass seine Verlobte aus äußerst desolaten Familienverhältnissen stammt und sehr darunter leidet. Er verbringt viel Zeit mit seinen Freunden im Wikingerdorf in Upsala, in dem alle gemeinsam bei der Herstellung der Kleidung, der Zubereitung ihres Essens, sowie die Herstellung ihrer Hütten, ihres Schiffes, Versorgung und Haltung ihrer Tiere, Herstellung ihrer Möbel auf überlieferte Wikingertraditionen bauen. Ganz besonders aber wird die Verehrung der nordischen Götter dort praktiziert. Es handelt sich dabei um ein Hobby, während jeder seiner Freunde während der Woche einem Beruf nachgeht.

Seine praktische Ausbildung auf der Schiffswerft geht genauso weiter, jetzt ohne seinen Tutor Asbjörn, dafür mit Unterstützung von Arne, einem leitenden Angestellten dort und Freund seines Stiefvaters. Er lernt auch Arnes Freundin Wilma kennen, der er sein Schwert zeigt und die als Kunsthändlerin sofort erkennt, dass es sich um eine äußerst wertvolle Waffe handelt. Mit einem Mal sieht sie alle ihre Geldprobleme gelöst, die sie auch vor Arne geheim gehalten hat. Und im Himmel (Asgard/Walhalla), wie auch auf der Erde treibt Habgier und Missgunst Götter, wie auch Menschen an. Der missgünstige Gott Loki nutzt die Habgier von Wilma, um Odin und seinen Sohn zu strafen und lässt das Schwert stehlen.

Aber der Allvater greift ein und die lange schon geplante Hochzeit von Dominik und seiner Helke kann auch stattfinden….

Die nächste Generation wächst heran und besonders der älteste Sohn Jöran macht seinen Eltern Dominik und Helke große Probleme. Bei einem Treffen von verschiedenen Wikingergruppen in Upsala eskaliert die Situation völlig, eine gute Freundin der Familie wird lebensgefährlich verletzt und Jöran trägt die Schuld dafür. Er wird ganz irdisch zur Verantwortung gezogen.

Und Odin hat in seinen himmlischen Reihen auch einiges zu tun, denn missgünstige Asen verleiten die Menschen zu bösen Taten…

Hier wurden drei Bücher zu einer Geschichte zusammengefasst. Ein handelt sich um ein wunderschönes modernes Märchen für Erwachsene. Wer, so wie ich, die „Nordischen Götter- und Heldensagen“ liebt, wird diese Bücher lieben. Moderne Zeiten treffen auf eine längst zurück liegende Kultur des Mittelalters.

Ob Odin, Jahwe oder unser Gott im christlichen Glauben: Wer an Gott glaubt, findet viele Parallelen und was für den einen Glück ist, ist für einen anderen Gottes Fügung.

Der Hintergrund zum Buch über die Wikinger und deren Götter ist sehr gut recherchiert. Generell sind die Bücher sehr gut lesbar, spannend und trotz Odin und seinen Asen durchaus authentisch.

Dorfzeitung

Sie schätzen die Buchkritiken in der Dorfzeitung?
Freunde helfen der Dorfzeitung durch ein Abo (=Mitgliedschaft). Wir sind sehr stolz auf die Community, die uns unterstützt! Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben.
Starte noch heute den kostenlosen Probemonat!

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Dorfladen

Über den Autor

Anna Lemberger
Geboren in Zederhaus/L ungau/ Salzburg. Seit dem Ende ihrer aktiven Berufslaufbahn als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester 2017 (nach 42 Berufsjahren) liest sie vorwiegend Bücher Österreichischer Autorinnen und Autoren und schreibt Rezensionen dazu. Anni Lemberger betreibt außerdem eine FB Seite, auf der sich LeserInnen und AutorInnen virtuell treffen und austauschen können.

Kommentar hinterlassen zu "Uta Pfützner: Odins jüngster Sohn"

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.