Schlüssel – Werkzeug und Amtssymbol

Doppelbartschlüssel

Doppelbartschlüssel | Foto: Karl Traintinger, Dorfbild.at

Mit dem Wort Schlüssel bezeichnen wir ein Werkzeug zum Öffnen und Schließen von Schlössern, das bereits im Mittelalter auch ein Amts- und Machtsymbol war.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Schlüssel ist seit dem 8. Jahrhundert belegt und leitet sich von der Tätigkeitsbezeichnung schließen ab. Bereits im Mittelalter wurde das Wort Schlüssel nicht nur als Bezeichnung für ein Werkzeug zum Öffnen oder Schließen von Schlössern verwendet. Für das mittelhochdeutsche Wort slüzzel sind auch übertragene Verwendungen belegt als Ausdruck für Handlungen, die einen Zugang zu etwas umschreiben, wie beispielsweise der slüʒʒel sīner minne „der Schlüssel seiner Liebe“.

Der Schlüssel galt schon im Mittelalter als ein Symbol für öffentliche Ämter und Herrschaftsgewalt. So war es Brauch, dem Landesherrn die Schlüssel einer Stadt, einer Gemeinde oder auch eines Klosters zu überreichen und ihn damit als obersten Herren anzuerkennen. Ebenso trugen die Kammerherren, die adlige Hofbeamten für persönliche Dienste der Fürsten waren, als Zeichen ihres Amtes einen Schlüssel. Der Schlüssel war auch das Zeichen des Schaffners oder der Schaffnerin eines Klosters, Schlosses, Gutes oder einer Burg. Mit dem mittelhochdeutschen Wort schaffenære, schaffener wurden die Aufseher und Verwalter von Klöstern, Burgen, Schlössern und Landgütern bezeichnet. Die heutige Bedeutung „Aufsichtspersonal in Zügen“ entwickelte sich erst im 19. Jahrhundert.

Kredenzschlüssel

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