Kurt Gallé: Erziehungsalarm

Kurt Gallé

Kurt Gallé | Foto: Privat

Autor: Kurt Gallé
Titel: Erziehungsalarm – Weckruf für Eltern und Bildungsverantwortliche
ISBN: 978-3-99100-144-7
Verlag: Braumüller GmbH
Erschienen: 2015

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Klappentext:

Was werden Ihre Kinder Ihnen einmal vorwerfen?
Noch nie wurden Kinder so sehr beschirmt, behütet, bespaßt und gefördert wie heute.

Und noch nie wurden sie so sehr mit sich selbst und mit ihrer Entwicklung alleine gelassen – ohne gültige Regeln, ohne Wegweiser, ohne echte Vorbilder.

Was wird eine Generation von Orientierungslosen aus unserer Gesellschaft machen? Ein Plädoyer für mehr Fürsorge, Verantwortung und Disziplin. Eine Streitschrift wider die Vernachlässigung unserer Nachkommen.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Der Autor beschäftigt sich mit „modernen Erziehungsauffassungen“ und warnt vor einem Aufwachsen der Kinder und jungen Menschen ohne Grenzen und ohne Einschränkungen. Er nennt das den „Nährboden für eine D-Generation“ (Desinteresse, Destruktion, Desorganisation, Desorientiertheit, Delinquenz).

Die Zahl der hyperaktiven Kinder nimmt seit Jahren kontinuierlich zu und die  verabreichten Medikamente haben sich in wenigen Jahren vervielfacht. Ersetzen wir zunehmend die Erziehung durch die chemische Keule? Was passiert mit der nachfolgenden Generation zwischen Überfürsorge und Verwahrlosung?

Wer kennt sie nicht jene Eltern, die den Tagesablauf eines Kindes penibel strukturiert durchgeplant haben: Von Schule, Hausaufgaben, über Musikstunden, Sportstunden bis hin zum Zähne putzen hat alles seinen geplanten und festgelegten Ablauf. Was meist fehlt, ist die Zeit für einen zwanglosen Umgang zwischen Kindern und Eltern.

Gallé beleuchtet den Einfluss des medialen Zeitalters auf die Erziehung der Kinder: Ständig telefonierende Mütter am Spielplatz, die mit ihrem „eigenen Spielzeug Handy“ mehr beschäftigt sind, als mit ihren Kindern und deren Erziehung vielfach TV, elektronischen Medien und den Bildungseinrichtungen übertragen.

Im zweiten Teil des Buches durchleuchtet der Autor unser Bildungssystem und die dort gemachten Fehler. Er kritisiert die „selbsternannten Experten“, deren Expertise sich auf den eigenen Schulbesuch beschränkt und die, die es wissen, (Kindergartenpädagogen, Lehrer, Pädagogen…) nicht zu Wort kommen lassen. Er vermisst bei der Unterrichtsplanung Fächer, die den Kindern und Jugendlichen soziale Kompetenz und Herzensbildung beibringen. Gleichzeitig führt Gallé aber auch an, dass es zunehmend zu einem Werteverlust kommt, weil die Vermittlung einer Wertehaltung vom Elternhaus auf die Bildungseinrichtungen verlagert wird, was diese aber nicht leisten können……

Ein aufrüttelndes Buch, das dem Leser die Gefahren dieser Fehlentwicklung deutlich vor Augen führt. Das Buch ist sehr gut recherchiert, die Aussagen und Behauptungen sind gut mit Literatur und Studien belegt.

Und obwohl das Ersterscheinungsdatum des Buches schon einige Jahre zurückliegt, ist der Inhalt aktueller, denn je.


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Über den Autor

Anna Lemberger
Geboren in Zederhaus/L ungau/ Salzburg. Seit dem Ende ihrer aktiven Berufslaufbahn als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester 2017 (nach 42 Berufsjahren) liest sie vorwiegend Bücher Österreichischer Autorinnen und Autoren und schreibt Rezensionen dazu. Anni Lemberger betreibt außerdem eine FB Seite, auf der sich LeserInnen und AutorInnen virtuell treffen und austauschen können.

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