Uta Pfützner: Die Hölle misst 1000 Kilometer

Uta Pfützner

Unter Pfützner | Foto: Privat

Autorin: Uta Pfützner
Titel: Die Hölle misst 1000 Kilometer
EAN: 9783755410065
Verlag: BookRix GmbH & Co. KG
Erschienen: 22.03.2022

Dr. Wolfgang Pirkl

Buchrezension von Wolfgang Pirkl

Klappentext:

Als Hauptmann bildet Heinz Spoeck seit dem Sommer 1942 junge Infanterie-Soldaten in Stettin aus. Er unterweist seine Rekruten in Waffenkunde wie auch im Exerzieren. Als die Ostfront in Russland böse Verluste tragen muss und viele Divisionen der Wehrmacht fallen, erhält auch Spoeck seinen Marschbefehl.

Das Infanterie-Bataillon Ostpommern wird im Mai 1944 auf persönlichen Befehl von Generalfeldmarschall Ernst Busch über Danzig nach Königsberg in Ostpreußen und von da aus weiter an die Front verlegt. Spoecks Bataillon erlebt an der Grenze zu Russland die furchtbare Seite des Krieges mit zahlreichen Verletzten und Gefallenen, mit Entbehrungen und körperlichen Strapazen. Spoeck muss sich im Zuge dessen auch mit seinem persönlichen Feind Hauptfeldwebel Wont auseinandersetzen.

Mit dem letzten verbliebenen Zug aus seiner Kompanie desertiert Spoeck, weil er sich der hohen Ziele seines Vaterlandes nicht mehr sicher ist. Der Rückmarsch zu Fuß von der russischen Grenze nach Deutschland soll seine letzten Reserven fordern, sowohl körperlich als auch emotional.

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wird dem befehlenden Major Spoeck bewusst, wie aussichtslos dieser Krieg im Osten Europas geworden ist. Die entscheidende Wende fällt aber nach einer sinnlosen, brutalen und grauenvollen Tat seines Kontrahenten Wont gegenüber der dortigen Zivilbevölkerung.

Nachdem alle verbliebenen Mitglieder seines Zuges bereit sind, ihm vertrauensvoll zu folgen, kehrt er mit ihnen um, Richtung Deutschland – sie desertieren und bringen sich damit in Lebensgefahr.

Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, ist, dass die deutschen Truppen schon ziemlich aufgerieben sind, und inmitten dieses Chaos ihr Rückmarsch wesentlich weniger wahrgenommen wird.

Dennoch gestaltet sich der Rückmarsch zu einem Weg des Schreckens, bei dem einige nur knapp dem Tod entrinnen.

Das Buch basiert auf einer wahren Begebenheit und soll einmal mehr anhand dieser gefundenen Tagebuchaufzeichnungen die Grauen dieses Krieges aufzeigen. Während einige sadistisch veranlagte „Herrenmenschen“ ihre finstersten Seiten gefahrlos zeigen konnten, waren aber viele einfache Soldaten Opfer dieses schrecklichen Größenwahns.

Ein absolut erschütterndes Buch über die Grauen des zweiten Weltkrieges aus der Sicht von Betroffenen. Sie mussten besonders in Deutschland noch aufpassen, keinen Nazischergen in die Hände zu fallen, denn Deserteure wurden bis zum Schluss mit dem Tode bestraft. 

Ein gut lesbares, eher kurz zusammengefasstes Büchlein, mit nachhaltiger Wirkung – absolut empfehlenswert.  

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Über den Autor

Anna Lemberger
Geboren in Zederhaus/L ungau/ Salzburg. Seit dem Ende ihrer aktiven Berufslaufbahn als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester 2017 (nach 42 Berufsjahren) liest sie vorwiegend Bücher Österreichischer Autorinnen und Autoren und schreibt Rezensionen dazu. Anni Lemberger betreibt außerdem eine FB Seite, auf der sich LeserInnen und AutorInnen virtuell treffen und austauschen können.

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