Lena Sander: Feedback

Lena Sander

Lena Sander | Foto: Privat

Autorin: Lena Sander
Titel: Feedback /  Stille Melodie
ISBN – 13: 8435962239
Verlag: Indepentdently published
Erschienen: 19. 03. 2022

Dr. Wolfgang Pirkl

Buchrezension von Wolfgang Pirkl

Klappentext:

Ein perfides Spiel zwischen Tatsachen und Täuschung.
Enthüllungsjournalist Tom Langenfels wurde ermordet.

Seine gesichtsblinde Ehefrau Samantha, eine bekannte Starpianistin, befindet sich unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft.

Sie hat Erinnerungslücken, die bis weit in ihre Kindheit reichen. Seit Samanthas Inhaftierung wird sie von Flashbacks gequält. Ob diese Horror-Szenarien der Realität entsprechen, weiß sie nicht.

Ist Samantha tatsächlich die Mörderin ihres Mannes? Und was haben Toms brisante Recherchen mit ihr zu tun? Melodien, die das Leben schreibt. Eine Partitur, deren grausame Klänge in den Wahnsinn führen.

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Was wären die Stars ohne ihre Manager? Niemand weiß das besser als Samantha, „Sam“ Langenfels, die Starpianistin. Auch jetzt, nachdem sie in der U-Haft erwacht ist, muss sie sich auf ihre beste Freundin und Managerin Isabel „Isa“ Bauer verlassen können.

Und Isa wird aktiv – sie beautragt den Staranwalt „Von Statten“, der auch prompt erreicht, dass Sam aus der U-Haft entlassen wird.  Für Sam beginnt mit der Haftentlassung aber erst der wirkliche Albtraum…..

Während ihr Anwalt herausfinden muss, welcher Gutachter nach 15 Minuten Gespräch zu einer derart ungeheuerlichen Diagnose bei seiner Klientin kommt und Sam für schuldunfähig erklärt, irrt sie selber durch „graue Zonen“. Laut dem ominösen Gutachter Dr. Sommer würde Sam in kein Gefängnis kommen, dafür aber lebenslänglich weggesperrt in einer psychiatrischen Einrichtung sein.

Immer wieder wird Sam von Flashbacks heimgesucht, in denen sie sich als Mörderin ihres Mannes sieht. Hat sie tatsächlich ihren geliebten Tom umgebracht? Auch kehren Erinnerungen aus früherer Zeit zurück – die ihr lange nicht mehr bewusst zugänglich waren. Oder ist der Albtraum in dem sie sich befindet, Realität? Ist ihr Stiefvater wieder zurück und in ihr Leben getreten? Setzt er dort fort, wo er vor vielen Jahren aufgehört hat?

Wenn sie doch Gesichter erkennen könnte! Aber es sind nur Schatten aufgrund ihrer angeborenen Störung. Realität und Erinnerungen verschwimmen immer mehr: Sie trifft auf einen rettenden Engel und muss gleichzeitig aufgrund der darauffolgenden Ereignisse schon wieder zweifeln, ob der „Engel“ nicht doch ein „Teufel“ ist, der mit den Bösen verbündet ist? Gut, dass Menschen, wie Isa, deren Familie und der Anwalt auf ihren Fersen sind.

Ein spannender, gut lesbarer und kurzweiliger Thriller, der Realität und Erinnerung der Protagonistin immer mehr verschwimmen lassen. Der sehr gut recherchierte und teilweise auf wahren Ereignissen beruhende Roman zeigt die Auswirkungen schlampiger Gutachtertätigkeit auf.

Besonders stellt die Autorin die seltene Störung der „Prosopagnosie“ in den Vorgrund. Es handelt es dabei um die angeborene oder erworbene Unfähigkeit bei  Menschen, Gesichter erkennen zu können. Sie orientieren sich deshalb eher an Größe, Stimme, Bewegungsmuster und Körpermerkmalen.

Ein absolut empfehlenswertes Buch.

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Über den Autor

Anna Lemberger
Geboren in Zederhaus/L ungau/ Salzburg. Seit dem Ende ihrer aktiven Berufslaufbahn als Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester 2017 (nach 42 Berufsjahren) liest sie vorwiegend Bücher Österreichischer Autorinnen und Autoren und schreibt Rezensionen dazu. Anni Lemberger betreibt außerdem eine FB Seite, auf der sich LeserInnen und AutorInnen virtuell treffen und austauschen können.

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