Salzburg Biennale 2011- ein Festival für zeitgenössische Musik

Elisabeth Pichler. Vier sehr unterschiedliche Programmlinien mit jeweils spezifischem Profil prägen das Festival. Unter dem Titel ZOOM werden Komponisten von internationalem Rang, doch höchst unterschiedlicher Provenienz, Persönlichkeit und ästhetischer Haltung, mit Aufführungen, Workshops und Podiumsgesprächen vorgestellt: Michael Gielen, Dieter Schnebel, Friedrich Cerha und Thomas Kessler. In FOCUS steht die Königsdisziplin der Kammermusik, das Streichquartett, im Mittelpunkt. Sieben international renommierte Ensembles laden zu kompakten, spannungsreichen Konzerten. Der Bogen spannt sich von der Zweiten Wiener Schule bis zur Gegenwart. An Cineasten richtet sich der Themenschwerpunkt LICHTSPIELMUSIK. Durch die digitale Restaurierung berühmter Filme der Stummfilmzeit wurde das Komponieren von Filmmusik wieder zu einer ästhetischen Herausforderung, wobei das Verhältnis von bewegtem Bild und Musik grundsätzlich neu hinterfragt wird. Im republic gibt es bekannte Stummfilme von Charlie Chaplin mit Musik von Benedict Mason („ChaplinOperas“)  zu sehen und zu hören. „Metropolis“ von Fritz Lang kommt in einer rekonstruierten Fassung mit der Musik von Martin Matalón für 16 Musiker und Elektronik zu Uraufführung.

Unter dem Motto SZENENWECHSEL werden Musiktheater und multimediale Projekte präsentiert, die jenseits der klassischen Konzertsituation angesiedelt sind und einen ungewöhnlichen Zugang zu den Werken suchen. Konzertante Musik als Material für Inszenierungen, Instrumentalisten als musizierende Darstellung – Musik für Augen und Ohren. Drei dieser Produktionen finden in Zusammenarbeit mit dem Landestheater Salzburg statt. Am 3. März 2011 kommt „Schwarz auf Weiß“, ein Musiktheater von Heiner Goebbels mit Texten von Heiner Müller, Edgar Allen Poe und Maurice Blanchot zur Aufführung. In kreativer Zusammenarbeit mit den hervorragenden Musikern des Ensemble Modern entstand eine Produktion, die bei Aufführungen in aller Welt umjubelt wurde und nun nach Salzburg kommt. In der Rainberghalle steht am 12. März 2011 „ Narcissus und Echo“, eine Kammeroper von Jay Schwartz nach Texten von Ovid für Countertenor, Viola, Schlagzeug und Orgel, auf dem Programm. Am 17. März 2011 werden im Salzburger Landestheater „Kafka-Fragmente“ von György Kurtág präsentiert: eine Stunde Musik, 40 kleine Stücke für Stimme und Geige von äußerster Dichte und expressiver Kraft.

Das umfangreiches Jugend- und Vermittlungsprogramm „Live dabei“ richtet sich an interessierte Schüler und Lehrer. Unter dem Titel „Musiküberfall“ wird es in der Salzburger Altstadt zu Klangaktionen kommen. Auf Plätzen und Türmen, in Kirchen und aus Fenstern der Altstadt wird Musik erklingen. Bei freiem Eintritt werden „Atelier Gespräche“ stattfinden. Sie bieten einer interessierten Öffentlichkeit die Gelegenheit, Wissenschaft und Kunst im direkten Dialog zu erleben. Die vier Komponisten der ZOOM Reihe werden in Gesprächen vorgestellt und geben musikalische Kostproben mit renommierten Ensembles.

Die Salzburg Biennale 2011 präsentiert ein so vielseitiges Programm, dass eigentlich für jeden etwas dabei sein müsste. Durch die Verknüpfung mit anderen Kunstformen wird versucht, ein breites Publikum anzusprechen und einzuladen, die Musik unserer Zeit zu entdecken. (www.salzburgbiennale.at)

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