Betongold – Ein städtischer Schwank

Betongold

Die Rabtaldirndln

Im Rahmen der Sommerszene 2022 gastierte das vierköpfige, feministische Theaterkollektiv aus Graz in der SZENE Salzburg. Die im Rahmen des Premierenfestivals newsOFFstyria 2021 zum ersten Mal aufgeführte bitterböse Performance, eine Kritik an Grundstücksspekulationen und Bodenversiegelungen, ist hoch aktuell. Ein bissiger, politischer Abend, der bestens unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Vier ziemlich schrill gekleidete Damen suchen nach dem Grund für einen Skandal. Auf kleinen Zetteln gibt es jede Menge Vorschläge, doch sie sind mit keinem zufrieden. Dass sie im Volkshaus – der KPÖ-Zentrale – in Graz aufgetreten sind, finden sie zwar cool, aber Skandal kann das doch keiner gewesen sein. Dass der Bürgermeister wegen dieses Stücks zurückgetreten sei, könnte allerdings wirklich ein Skandal sein. Dieses Aufführungstrauma gilt es nun zu bewältigen und wir dürfen live dabei sein.

Acht Männer, die bei dem grassierenden Bauboom, bei der Umwidmung in Bauland und dem damit verbundenen Flächenfraß eine wichtige Rolle spielen, werden als Pappfiguren auf die Bühne getragen und müssen nur noch richtig platziert werden. Neben dem Bürgermeister sind das noch der Chef eines großen und der eines kleinen Bauunternehmens, ein Journalist („der Knilch von der Lokalzeitung“), ein für die Finanzen zuständiger Herr, der Mann von der Stadtplanung, der „fesche“ Herr vom Denkmalschutz sowie der „windige“ Immobilien-Aufkäufer. Diese eingeschworene Truppe lockt vier Frauen auf die Bühne: die junge, verführerische, wenn auch etwas naive Sekretärin des Chefs eines großen Bauunternehmens und ihre Freundinnen, eine Golflady, eine Masseurin und Bettina von der Katholischen Aktion. Gemeinsam wollen sie in vier Erdgeschoßwohnungen investieren, mit der Miete dann den Kredit zurückzahlen und im Alter gemeinsam dort einziehen. Der Plan ist einfach genial: „Do wama deppert, won ma des net mochatn!“ Leider …

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