Tom Saller: Julius oder die Schönheit des Spiels

Tom Saller

Tom Saller | Foto: Karin Maigut / Ullstein Buchverlage

Autor: Tom Saller
Titel: Julius oder die Schönheit des Spiels
ISBN: 978-3-4713-6042-2
Erschienen: 02. 08. 2021
Verlag: Ullstein Buchverlage GmbH

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Klappentext:

Die von Bergschen Mädchen sind Rowdys. Und dann gibt es Julius. Vor allem auf dem Tennisplatz der elterlichen Burg im Rheinland fühlt er sich zu Hause. Doch als er in den Zwanzigerjahren nach Berlin kommt, entdeckt er das legendäre Nachtleben in den Bars und Clubs der Großstadt – einschließlich dessen Versuchungen. Schon bald findet er sich als gefeierter und geachteter Tennisstar auf den Titelseiten der Zeitungen wieder.

Gerüchte über sein Privatleben bleiben da nicht aus. 1937 schließlich spielt er in Wimbledon im Davis – Cup-Finale. Gebannt verfolgt Julie, seine Ehefrau, das Geschehen auf dem Rasen – ebenso die NS-Größen in der Nachbarloge, denn es geht um so viel mehr als den greifbaren Sieg.

Rebecca Schönleitner

Rezension von Rebecca Schönleitner

Julius von Berg wächst in den 20iger Jahren im Rheinland wohlbehütet auf einem Schloss auf. Geld ist genug da, umfassende Erziehung und Bildung werden ihm und seinen beiden Schwestern geboten. Als leidenschaftliche Tennisspieler lassen die Eltern und der Großvater auf dem eigenen Grundstück einen Tennisplatz errichten, den Julius sofort mit großer Akribie nutzt. Bald bekommt er auch einen ordentlichen Trainer und wird als großes Talent erkannt. Zu dieser Zeit ist Tennisprofi noch kein lukrativer Job, die Familie muss das Talent fördern und unterstützen, es gibt keine Preisgelder, nur den Ruhm.

Nach bestandenem Abitur geht er nach Berlin um Jus zu studieren, erkennt aber, dass Tennis seine Passion ist. Fortan trainiert und gewinnt er, genießt das leichte Leben der Reichen und Schönen, man möchte ihn doch durchaus als oberflächlich betrachten, wohlwissend, dass es den meisten Menschen in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg alles andere als gut ging. Allerdings muss man ihm auch zu Gute halten dass er sich seiner Privilegien offenbar gar nicht bewusst ist, denn Tennis ist das Einzige, das für ihn zählt.

Seine exzentrische Frau Julie akzeptiert problemlos seine Beziehung zu dem gemeinsamen, jüdischen Freund Moses, Julius lebt glücklich und zufrieden. Bis die Nazis in Deutschland immer mehr Macht bekommen, Moses wandert mit der Unterstützung von Julius rechtzeitig  in die USA aus.

Diese Unterstützung und die Tatsache, dass Julius bisexuell ist, sowie sein Widerwillen sich von Politikern etwas vorschreiben zu lassen  wird ihm später bei den Machthabern zum Verhängnis.

Tom Saller wurde für dieses Buch vom Leben des legendären Tennisspielers „Gottfried Freiherr von Cramm“, auch genannt der Tennis-Baron inspiriert und kann von mir uneingeschränkt empfohlen werden. Tennis kommt nicht zu kurz, aber auch für Nicht-Tennis-Spieler wie mich ist es ein großartig geschriebenes, kurzweiliges und interessantes Buch.



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Über den Autor

Rebecca Schönleitner
Rebecca Schönleitner, geboren und aufgewachsen in Salzburg, besuchte das musische Gymnasium in Salzburg, danach Puppenspielerin im Salzburger Marionettentheater. Umgesattelt auf Technik und glücklich 2016 wieder bei der Kunst gelandet. Verheiratet und 2 Kinder, lebt im nördlichen Flachgau. Schreibt in erster Linie über Bücher. In der Freizeit begeisterte Tänzerin

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