Marlene Streeruwitz:
“Das wird mir alles nicht passieren….Wie bleibe ich FeministIn”

Buchtitel: Das wird mir alles nicht passieren….Wie bleibe ich FeministIn
Autor: Marlene Streeruwitz
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
Erschienen: Auflage: 1 (1. Oktober 2010)
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Elisabeth Pichler. Am 8. November 2010 stellte Marlene Streeruwitz ihr neues Buch „Das wird mir alles nicht passieren….Wie bleibe ich FeministIn“ im Odeїon Kulturforum Salzburg in Mayrwies vor.

Marlene Streeruwitz hat bereits im Jahre 2000 von ihrem Verleger einen Vorschuss für ein Buch erhalten, das sie gemeinsam mit ihrer Tochter verfassen wollte. Doch war die Tochter, eine Psychoanalytikerin, von der Idee, mit ihrer sprachmächtigen Mutter zusammenzuarbeiten nicht begeistert und so blieb dieses Projekt zehn Jahre lang liegen. Nachdem es in diesem Zeitraum zu großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen gekommen war, wurde auch der Titel „Die Frau- heute“ verworfen.

Marlene Streeruwitz - Schriftstellerin. Foto: Peter Rigaud

So entstand ein schmaler Band mit elf Einzelschicksalen, die eines gemeinsam haben: Sie sind mit ihrer Lebenssituation zwar nicht zufrieden, doch finden sie nicht den Mut oder die Kraft, etwas daran zu ändern. Andrea S. ist eine dieser Figuren. Sie arbeitet 30 Stunden in einer Klinik und schreibt nebenbei noch an ihrer Habilitation. Ihr Gatte sieht das als „nettes Hobby“, ist kaum zu Hause, kümmert sich um nichts und wird dabei immer fetter. „Er hat sich mit dem Essen aus dem Leben geflüchtet.“ Doch auch ähnlich gelagerte Männerschicksale werden aufgezeigt, wie das des Hausmanns Christian F., der mit einer Botschafterin verheiratet ist und das gemeinsame Kind großzieht. Viele finden das zwar toll, sind aber auch misstrauisch und voller Vorurteile, denn ein Mann gehört doch in die Arbeit und nicht ins Kinderzimmer. Auch er würde gerne seinem Beruf nachgehen, doch als gelernter Tischler hat er es schwer, neben seiner Gattin zu bestehen.

Diese elf literarischen Lernstücke finden ihre Fortsetzung auf der Website des Buches, auf der alle Fragen diskutiert werden, die diese Geschichten aufwerfen. Hier wird verraten, wie die Personen ihr Leben weiter gestaltet haben und welche Überlegungen für sie ausschlaggebend waren. Die Theorie erschließt sich so aus der Praxis, und statt einer dogmatischen Lösung gibt es eine große Vielfalt an Emanzipationsmöglichkeiten.

Marlene Streeruwitz, geboren in Baden bei Wien, hat in Wien Slawistik und Kunstgeschichte studiert. Seit 1992 werden ihre Theaterstücke an vielen wichtigen Bühnen gespielt. 1996 erschien ihr erster Roman „Verführungen“, für den sie den Mara-Cassens-Preis erhielt.

Im Odeїon Kulturforum Salzburg in Mayrwies kommt im Rahmen des Marlene-Streeruwitz-Themenschwerpunktes von 26.11. bis 4.12.2010 die Theaterfassung ihres Romans „ Jessica, 30“ mit Dunja Bernatzky und Daniela Enzi zur Aufführung. Mutter und Tochter, zwei Frauen, zwei Freundinnen, zwei Generationen erzählen faszinierend von Schwächen und Stärken, von ihren Ängsten und Hoffnungen. www.odeion.at

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