Norbert Maria Kröll: Die Kuratorin

Norbert Maria Kröll

Norbert Maria Kröll | Foto: Jakob Gsöllpointner/ Orac K&S

Autor: Norbert Maria Kröll
Titel: Die Kuratorin
ISBN: 978-218-01336-9
Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau GmbH & Co.KG
Erschienen: 22. 09. 22

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Klappentext:

Als Kuratorin eines renommierten Museums sorgt Regina Steinbruch für Aufsehen in der Kunstwelt. Sie ist Karrierefrau durch und durch;um ihre Ziele zu erreichen, geht sie rücksichtslos ihren Weg – flink vorbei an den verachteten männlichen Kollegen. Als Regina bei einem One-Night-Stand schwanger wird, gerät ihre Welt aus den Fugen, und selbst, als sie entscheidet, das Kind ihrer besten Freundin zur Adoption zu übergeben, findet sie nicht zur Ruhe. Baby Toms unwiderstehlicher Geruch bringt die knallharte Fassade der Kuratorin zum Bröckeln und Stück für Stück tritt ein empfindsamer und verletzlicher Mensch in Erscheinung.

Norbert Maria Krölls dritter Roman ist eine schwarzhumorige Satire auf den Kunst- und Kulturbetrieb und stellt provokant weibliche und männliche Rollenzuschreibungen infrage. In einem schrankenlosen Gedankenstrom erzählt „Die Kuratorin“ vom Mut, stark zu sein, und der manchmal noch größeren Herausforderung, auch Schwäche zeigen zu können.

„Es ist herrlich, als Frau kann man Männer, jedenfalls die gebildeten Exemplare, schlagen, so oft und so fest man möchte, sie werden sich nicht wehren. Als wüssten sie, tief vergraben in ihren Kleinhirnen, dass sie die Schläge im Grunde mehr als verdient haben.“

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Eigentlich sollte der Sex zwischen dem bisher wenig erfolgreichen Maler Marvin und der karrierebesessenen Kuratorin Regina nur ein  einmaliges Abenteuer darstellen. Aber nach dem Platzen des Kondoms kann auch die „Pille danach“ keine Wunder mehr vollbringen – Regina wird schwanger…. .

Für das unterkühlte Gemüt von Regina wäre die Abtreibung klar gewesen, hätte nicht ihre beste Freundin Sue gemeinsam mit ihrer Frau schon lange auf ein Adoptivkind gewartet. So bietet Regina den beiden Frauen ihr Kind zur Adoption an. Auch der „Ghostfather“, wie Regina den Erzeuger Ihrer Leibesfrucht bezeichnet, wird über die Folgen seines geplatzten Kondoms informiert – allerdings entbindet Regina ihn und sich selber von allen Verpflichtungen….

Die Geburt findet in Narkose statt, sie will einfach den Fremdkörper, namens Embryo, durch Herausschneiden wieder loswerden….

Besucht sie danach ihre Freundin Sue trifft sie natürlich mit Tom, dem in ihr gewachsenen Kind, zusammen – dafür bietet sich die Rolle der Tante an….

Und doch bewirkt das Dasein von Tom eine Veränderung bei Regina. Ihre harte Schale beginnt zu bröckeln und lässt eine sensible verletzliche Person durchscheinen…..

Beim Buch handelt es sich um einen satirischen Roman über Frauen, Karriere und Kunst: Was kann Kunst, was darf Kunst sein und wo sind deren Grenzen? Wie abgebrüht muss frau sein, um sich in ihrem Beruf durchzusetzen? Stellt Liebe eine Schwäche dar, die einer Karriere im Wege steht? Obwohl das Bild der karrierebesessenen Frau überzeichnet dargestellt ist, zeigt der Roman gut den Zwiespalt zwischen Rationalität Emotion und den Kampf der Geschlechter auf.


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