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Luis Stabauer

Luis Stabauer: Brüchige Zeiten

Luis Stabauer: Brüchige Zeiten

Autor: Luis Stabauer
Titel: Brüchige Zeiten
ISBN: 978-3-99012-809-1
Verlag: Hollitzer Verlag
Erschienen: 2020

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Klappentext:

Lucía ist vierzig, als sie ihren Job verliert. Auch ihr 17-jähriger Sohn kommt ihr abhanden, er driftet nach rechts, wird Mitglied der Identitären Bewegung.

Der Mann und Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen. Lucía befreit sich von alten Zwängen und Vorstellungen, tauscht ihre Wohnung gegen ein Wohnmobil und bricht auf. Quer durch Europa begibt sie sich auf die Suche nach einer möglichen Zukunft – für sich, aber auch für die anderen, für alle.

Zurück in Wien, wird sie nach einer politischen Aktion verhaftet und landet im Frauengefängnis Schwarzau. Danach verlässt sie Österreich in Richtung Bulgarien. Ihrem Sohn, dessen politische Karriere inzwischen steil nach oben geht und der nun die Chance hat, im Bundeskanzleramt mitzumischen, ist sie trotzdem ein Hindernis.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Fabian, genannt Faber, der Sohn von Lucia findet in Hermann einen väterlichen Freund, der immer für ihn da ist und den er selbstverständlich auch nachts anrufen darf, wenn ihm danach ist. Enttäuscht von seinen getrennt lebenden Eltern, die sich aber in der Sache einig sind, dass Fabian während der Woche in einem katholischen Internat leben soll („sei nicht so zimperlich, das Leben ist nun mal kein Honiglecken“, sagte der Vater). Und die Mutter unterrichtete in „seiner“ Schule und hatte ihn ständig unter Beobachtung.

Da kam das Angebot von Hermann, seinem Busfahrer gerade richtig. Der Weg zu den Identitären und ihrer rechten Orientierung war somit offen.

Als die Mutter die Fahnen dieser rechten Bewegung bei Fabian findet, wirft sie aus der Wohnung. Er zieht für die internatsfreie Zeit am Wochenende, beim, ebenfalls rechts orientierten, Vater ein.

Die Verbindung zur Mutter bricht ab und es dauert viele Jahre bis sie wieder einen Weg zueinander finden.

Während Lucia, eine Frau mit spanischen Wurzeln, deren Eltern der Francodiktatur entronnen sind, auf ihrem Weg durch Europa den Multikulturellen Weg sucht, trifftet Fabian immer mehr in die rechte Ecke ab – unterstützt von einem rechts denkenden Bundeskanzler.

Erst als Faber den dunkelhäutigen Bayern Fußballspieler Kanios kennen- und schätzen lernt, beginnt sich sein Weltbild zu ändern….

Das Buch endet mit dem Jahr 2026. Der Autor zeichnet ein Horrorszenario, wie es Orwells Buch entsprungen sein könnte. Die „Rechten“ dominieren Europa und lehnen alle Andersdenkenden ab. Erst als das Fremde und „Anders – Aussehende“ in Form von Kaino einen Namen und eine Persönlichkeit bekommt, hört es auf „fremd und anders“ zu sein. 

Ein Buch, das nachdenklich und hoffend zugleich macht – absolut empfehlenswert.


Lungauer Eachtling

Der „Lunga Ächtleng“ – eine ganz besondere Knolle

Im 16. Jahrhundert brachten spanische Seefahrer die Andenkartoffel nach Europa. Am Anfang wurden sie in Europa nur als Zierpflanzen geschätzt. Erst durch eine Hungersnot im 18. Jahrhundert erließ Friedrich der Große eine Verordnung zum verstärkten Anbau der Kartoffel als Nutzpflanze und Nahrungsmittel für Mensch und Tier. Seitdem ist die „Teufelsknolle“ von unserem Speiseplan nicht mehr wegzudenken.

Anni Lemberger

Von Anni Lemberger

Weltweit gibt es geschätzte 5000 Sorten von verschiedenen Kartoffeln. Und über 40 davon werden jedes Jahr von Andrea Bacher und Hans Moser / Anthoferbauer in Oberweißburg / St. Michael im Lungau, angebaut.

Was als Hobby von Hans begann, entwickelte sich zu einer gut gehenden Geschäftsidee und kulinarischen Vielfalt.

Er suchte online nach alten Kartoffelsorten und baute sie an. Da sie aber auch noch selber Saatkartoffeln vom Vorjahr hatten, wurde ihnen ein Überschuss an Kartoffeln beschert. Freunde empfahlen ihnen deshalb, diese am Bauernmarkt in St. Michael zu verkaufen. Die Kartoffeln waren in kürzester Zeit verkauft. Eine wunderbare Idee war geboren….

Als gebürtige Lungauerin mit vielen Kontakten in die alte Heimat wurde ich auf die Sortenvielfalt des „Kulturgutes Lungaua Ächtleng“ von Hans und Andrea aufmerksam. Wusste ich doch, dass das Nachtschattengewächs aus den Anden im Salzburger Lungau den richtigen Boden und das dazu passende Klima findet, um zu etwas Besonderem zu reifen. Die Kartoffeln schmecken nicht nur außergewöhnlich, sondern sie sind in ihrer Farbenvielfalt auch ein optischer Blickfang am Teller. Rosarote Bratkartoffeln und ein violettes Kartoffelpüree lassen schon vor dem ersten Bissen das Wasser im Mund zusammen laufen. Und bei den vielen Sorten fällt die Auswahl schwer. Aber die Anthoferbäuerin Andrea, hilft mit ihrem Fachwissen und ihrer Beratung über die Entscheidungsschwierigkeiten hinweg. Denn einige der bunten Arten haben wohlklingende Namen, wie „Blaue Annliese, Rote Emmalie, Heiderot, Red King Edward, Blaue St. Galler, Lungauer Blaue, Andengold, Rosa Tannenzapfen, die die Auswahl schwer machen.

Mittlerweile haben die beiden ihre Produktpalette erweitert und bieten auch noch nach u.a.  selbstgemachtes Joghurt und Käse von ihren Jerseykühen an, sowie Frischkäse, Buttermilch, Butter, Topfen und andere Produkte von ihrem Hof. Die Produkte werden immer frisch hergestellt und somit ist nicht immer alles gleichzeitig verfügbar.

Etwas besonderes ist der Schnaps aus dem „Blauen Eachtling“ (Ächtleng), gebrannt vom Zederhauser Schnapsbrenner Mathias Moser und zu kaufen gibt es diese Kostbarkeit sowohl beim Mühnabauan (Moser) in Zederhaus, als auch beim Anthoferbauern in Oberweißburg.

Aufgrund des großes Andranges bei den Ächtleng sind diese meist schon vor Weihnachten ausverkauft. Die übrigens Produkte werden im Hofladen das ganze Jahr über angeboten.

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann dort nach Rücksprache fast täglich einkaufen – bei vorheriger Anmeldung – unter der Telefonnummer: 0664-2010640.

Oberweißburg ist über die Tauernautobahn (Abfahrt St. Michael oder Zederhaus) erreichbar und es liegt genau zwischen den beiden Orten St. Michael und Zederhaus.  Verbunden mit einem schönen Ausflug in die Lungauer Bergwelt oder durch Genuss des reichhaltigen Lungauer Kulturangebotes wird dieser Tag dann auch noch zu einem besonderen Erlebnis.


Arshaluys Mardigian

Arshaluys Mardigian: …. meine Seele sterben lassen, damit mein Körper weiterleben kann

Autorin: Arshaluys Mardigian
(aus dem Englischen von Walpurga Seul / mit einer Einordnung von Tessa Hofmann)
Titel: …. meine Seele sterben lassen, damit mein Körper weiterleben kann – Ein Zeitzeugenbericht vom Völkermord an den Armeniern 1915/16
ISBN: 978-3-86674-772-2
Verlag: zu Klampen! Verlag
Erschienen: 31.08. 2020 (Deutsche Erstausgabe)

Klappentext

Unmittelbar nachdem sie 1917 den Türken entkommen ist, beginnt Arshaluys Mardigian als eine der wenigen Überlebenden des Völkermords an den Armeniern, von ihren Erfahrungen während des Genozids zu berichten.

Ihr authentischer Augenzeugenbericht wurde seit seiner Erstveröffentlichung 1918 bereits in zwanzig Sprachen übersetzt und 1919 erfolgreich verfilmt; sie selbst spielte in dem Stummfilm die Hauptrolle. Der Leidensweg des Mädchens erscheint nun nach hundert Jahren erstmals auf Deutsch und lässt uns auch hierzulande, wo eine gründliche historische Aufarbeitung des türkischen Völkermords an den Armeniern nach wie vor aussteht, die Schrecken jener Ereignisse erahnen.

Schonungslos und eindringlich erzählt Arshaluys Mardigian von ihren Erlebnissen während der Todesmärsche, der Gefangenschaft in den Häusern reicher Türken, den Raubzügen kurdischer Reiter, den Massakern an ihrem Volk, ihrem sechsmonatigen Umher irren in der Steppe und schließlich ihrer Rettung und Übersiedlung nach Amerika.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Wie wenig bei uns über den Genozid am armenischen Volk bekannt ist, wurde mir erst klar, als ich die ersten Zeilen dieses erschütternden Buches las. Natürlich hatte ich von der Verfolgung und Deportation der Armenier durch die Osmanen gehört. Aber ich hatte kaum eine Möglichkeit mehr darüber zu erfahren, weil es kaum deutschsprachige Literatur dazu gab. Umso erfreulicher (im traurigen Sinn), dass es seit einigen Tagen diese aufklärende, informative, deutsche Übersetzung des Originalwerkes (Ravished Armenia) aus dem Jahr 1918 gibt.

Die Verfolgung dieses Volkes erfolgte aufgrund ihres Glaubens – die Armenier sind Christen und deshalb wurden sie von der „mohammedanischen“ Mehrheit in der Türkei verfolgt, deportiert und getötet. Nur wer viel Glück hatte, dem Christentum abschwor und „Allah als alleinigen Gott und Mohammed als seinen Propheten“ anerkannte, konnte vielleicht dieses Massaker überleben. Meistens handelte es sich um junge Frauen, die als Sexsklavinnen verkauft wurden oder gar als (islamische) 2.und/oder 3. Frauen in einem Harem verschwanden.

Das Buch besteht aus zwei Elementen: Zum einen ist es die Übersetzung des Augenzeugenberichtes von der Überlebenden Arshaluys Mardigian – schonungslos und schon beim Lesen emotional belastend, zum anderen die Einordnung von Tessa Hofmann aus heutiger Sicht auf den Genozid.


Christian Klinger

Christian Klinger: Die Liebenden von der Piazza Oberdan

Autor: Christian Klinger
Titel: Die Liebenden von der Piazza Oberdan
ISBN: 978-3-7117-2099-3
Verlag: Picus Verlag
Erschienen: 28.08.2020

Klappentext

Der junge Triestiner Vittorio überlebt knapp den Ersten Weltkrieg und kann sich in den bewegten Zeiten danach eine Existenz als Rechtsanwalt aufbauen. Als seine Frau ihm einen Sohn, Pino, schenkt, scheint das Glück perfekt. Im Italien des Faschismus hilft Vittorio Juden und Slowenen dabei, Geldmittel für die Emigration aufzubringen, womit er allerdings die Behörden auf sich aufmerksam macht.

Pino, der unterdessen behütet und geliebt aufgewachsen ist, beginnt ein Architekturstudium, das ihn 1940 vor der Einberufung bewahrt. Mit der jungen Lehrerin Laura verbindet ihn eine große sehnsuchtsvolle Liebe. Mehr oder weniger unabsichtlich gerät er in Kontakt mit Partisanen – was ihn ins Visier der Gestapo bringt …

Eine Familiensaga aus Triest, ein Epochenroman, der von den letzten Tagen des Habsburgerreichs bis ans Ende des Zweiten Weltkriegs führt, und eine tragische Liebesgeschichte in einer Stadt am Schnittpunkt der Kulturen.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Die Erzählung beginnt in den Schützengräben des ersten Weltkrieges, als Triest noch Teil des Habsburgerreiches war und sich die Großeltern von Pino noch mehr österreichisch als Italienisch zugehörig sahen – und sie endet am 7. April 1945, als Italien noch fest in den Klauen des Faschismus und der deutschen Besatzer war.

Je näher das Kriegsende rückte und damit die Aussichtslosigkeit der Deutschen, den „Endsieg“ zu erringen, umso brutaler agierten sie gegen vermeintliche Verräter.

Guiseppe Robusti, kurz Pino genannt kann es kaum erwarten, seine geliebte Laura seinen Eltern vorzustellen und nimmt dafür ein großes Risiko in Kauf. Zu groß, wie sich später herausstellen sollte…

Diesem Roman zugrunde liegen die tatsächlich vorhandenen Briefe Pino´s an die Eltern und seine Braut.

Da über das Leben des „echten Pino“ wenig bekannt ist, „erfand“ der Autor, diesen Roman – nicht wie die Geschichte der damals Liebenden der Piazza Oberdan wirklich war, sondern wie sie hätte sein können….

Ein einfühlsamer Roman über eine Liebesgeschichte inmitten der Kriegswirren des 2.Weltkrieges: wunderschön, aber nicht kitschig, tragisch, aber nicht melodramatisch.

Eine Antikriegsgeschichte, wie sie einfühlsamer und warnender nicht erzählt werden kann.


Lisa Eckhart | Foto: Paula Winkler

Lisa Eckhart: Omama

Autorin: Lisa Eckhart
Titel: Omama
ISBN: 978-3-552-07216-9
Verlag: Paul Zsolnay Verlag

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Klappentext

Der Debütroman der Kabarettistin Lisa Eckhart ist ein wilder Ritt durch die Nachkriegsgeschichte: tabulos, intelligent, böse, geschliffen – und sehr, sehr komisch.

“Helga, schnell, die Russen kommen!” 1945 ist Oma Helga in der Pubertät und kämpft mit ihrer schönen Schwester Inge um die Gunst der Besatzer. 1955 schickt man Helga dann aufs Land. Den Dorfwirt soll sie heiraten. Sowohl Helga als auch die Wirtin haben damit wenig Freude.

1989 organisiert die geschäftstüchtige Oma Busreisen nach Ungarn, um Tonnen von Fleisch über die Grenze zu schmuggeln. Bevor sie – inzwischen schon über achtzig – in See sticht und mit der Enkelin im handgreiflichen Wettbewerb um den Kreuzfahrtkapitän buhlt. Lisa Eckhart unternimmt einen wilden Ritt durch die Nachkriegsgeschichte: tabulos, intelligent, böse, geschliffen – und sehr, sehr komisch.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Helga lebt mit ihrer Schwester Inge am Land. Sie ist die Jüngere der beiden – und vor allem die Sittsamere von ihnen. Inge nimmt es mit der Moral nicht so genau. Weder kurz nach dem Krieg, noch später als beide älter sind. 

Die Autorin, bekannt durch ihre „spitze“ Zunge als Kabarettistin, räumt auf mit der dörflichen Idylle und nennt die Dinge beim Namen. So schreibt sie über den „Dorfsäufer, den Dorfdeppen und über die Pädagogik der damaligen Zeit, in denen Kinder nicht erzogen, sondern bestenfalls in Form geschlagen wurden. 

Sie nimmt sich auch kein Blatt vor dem Mund bzw. vor die Feder, wenn sie über die Unzulänglichkeiten des Menschen, ganz besonders des alternden Menschen schreibt – und da wieder meist über mögliche Unzulänglichkeiten unterhalb der Gürtellinie.

Wer Eckhart auf der Bühne kennt, wird hier seine Mühen haben, sie „wiederzufinden“. Sie schweift leider unnötig vom Thema ab, zieht die Erzählungen unnötig in die Länge, geht nahe an die Grenze der „Untergriffigkeit“ und verliert sich in ihrer „schwülstigen“ Sprache. 

Die Bühne ist ihr Metier – das Schreiben eher nicht.  


Knofi-Fest

´s Knofi-Fest im benachbarten Innviertel

So wie bereits in den vergangenen Jahren fand auch heuer wieder das Knoblauchfest beim Wirtsbauern in Ostermiething statt.

Von Anni Lemberger

Bei Kaiserwetter, einem guten Bier, Sommerspritzer, Grillfleisch, Knoblauchsuppe und anderen selber hergestellten Köstlichkeiten luden auch 2020 Beth und Wolfgang Mayr zum Abschluss der Ernte ihrer 40 verschiedenen Knoblauchsorten ein.

Natürlich war der Ablauf den Gegebenheiten von Corona angepasst, was aber die Besucher in keiner Weise abhielt abhielt, sich an den Köstlichkeiten zu laben bzw. sich einige der Erzeugnisse, ganz besonders natürlich verschiedene Sorten Knoblauch, mit  nach Hause zu nehmen. ___STEADY_PAYWALL___

Neben dem Bio-Knoblauch aus dem Innviertel, baut Wolfgang Mayr auch 46 verschiedene Tomatensorten an und hat 80 Schweine in seinem Stall, die er selber schlachtet und daraus verschiedene Fleisch- und Wurstspezialitäten herstellt. 

Eine Besonderheit des Wirtsbauern sind die Sulmtaler Hühner und Hähne. Die Hähne werden nicht als Kücken entsorgt, sondern werden  Art gerecht bis zur Schlachtreife im November im Freiland gehalten. 

Auch eine alte Weizenart, der Laufener Landweizen, wird am Hof angebaut und kann als ganzes Bio-Korn gekauft werden. 

Zusätzlich bot die Familie Führungen durch ihren Hof und durch ihre Treibhäuser an. 

Alles in allem: Wieder ein sehr gelungenes Fest. 


Manfred Baumann: Jedermannfluch

Autor: Manfred Baumann
Titel: Jedermannfluch
ISBN: 978-3-8392-2722-0
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH
Erschienen: 2020

Klappentext:

Das berühmte Jedermann-Spiel der Salzburger Festspiele – ein großartiges Spektakel. Der Tod erscheint auf der Bühne, holt den reichen Lebemann.

Doch bald darauf zeigt sich der Tod schon wieder. Dieses Mal in der Wirklichkeit. Eine junge Schauspielerin aus der Jedermann-Gesellschaft wird brutal ermordet.

Erneut muss Kommissar Merana in der von versteckten Geheimnissen durchdrungenen Welt der Festspiele ermitteln. Da schlägt der Tod wieder zu …

Anni Lemberger

Rezension vonAnni Lemberger

Alles begann mit einem illegalen Straßenrennen, das 4 Monate vor Jedermann in den Straßen von Salzburg ein jähes Ende fand.

Nur davon wusste Kommissar Merana am Anfang seiner Ermittlungen noch nichts. Und dieses Rennen das war nur eine, von mehreren Spuren auf dem Weg zur wahren Täterin oder zum wahren Täter. Nur wurde in Wirklichkeit nicht Jedermann, sondern „Teile seiner Tischgesellschaft“ ermordet aufgefunden.

Aber „welche Verbindung gibt es unter den verschiedenen Mordopfern“?, das ist die zentrale  Frage, mit denen der Mordermittler konfrontiert wurde…

Selbstverständlich kann am Ende Kommissar Merana seine(n) Tatverdächtige(n) überführen.

Und die Buhlschaft konnte dem ermittelnden Kommissar auch den Begriff „Jedermannfluch“  näher bringen. Die Akteure der Aufführung meinen damit nämlich die kleinen „Hopalas“ , die während der Aufführung passieren – meist von den Zusehern unbemerkt, wie ein Abtritt auf der falschen Bühnenseite und/oder kleine Versprecher. 

Ein spannender Krimi aus Salzburg rund um das wichtigste Ereignis des Jahres „das Sterben des reichen (Jeder)Mannes“.


Ines Eberl

Ines Eberl: Salzburger Requiem

Autorin: Ines Eberl
Titel: Salzburger Requiem – Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-0910-2
Verlag: Emons Verlag
Erschienen: 2020

Klappentext:

Im noblen Salzburger Stadtteil Aigen verschwinden zwei Kinder spurlos. Fünfzehn Jahre später zieht Kunsthistoriker Hans Bosch in das Kutscherhaus einer alten Aigner Villa.

Was er nicht weiß: Seine Haushälterin Anna, die Mutter der Vermissten, sucht noch immer nach ihren beiden Kindern – und eine tote Kindsmörderin soll in der leer stehenden Villa umgehen. Dann liegt auf einmal die Kette von Annas Tochter vor Boschs Tür, und der alte Gärtner stirbt unter mysteriösen Umständen. Bosch taucht in die finstere Vergangenheit der Villa und ihres einstigen Eigentümers ein – und gerät in ein gefährliches Netz aus Verrat, Rache und Mord.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Die kleine „Prinzessin“ Steffi lebt mit ihren Eltern in einem schönen Schloss. Alles wäre so wunderbar, hätte sie nicht einen kleinen Bruder bekommen, den sie „Froschkönig“ nennt. Und der Froschkönig muss weg, damit wieder alles so wunderbar wird. Ein eingesteckter Fön in der Badewanne erledigt das Problem für die kleine Steffi. Und die Zeugin dieser schrecklichen Tat, das Kindermädchen Leni, wird durch viel Geld und versteckten Hinweisen, dass sie zu wenig auf die Kinder aufgepasst hätte, zur schweigenden Mitwisserin eines schrecklichen Familiengeheimnisses.

Ja, Steffi war durch und durch böse….. . Deshalb wurde sie von ihrer Mutter bis zu ihrem Tod in der Aigner Villa eingeschlossen – denn: War sie auch am Verschwinden der Zwillinge beteiligt?

15 Jahre stehen Villa und das neben liegende Kutscherhaus leer, bis es der Kunsthistoriker Bosch das Kutscherhaus kauft.

Seltsame Dinge spielen sich jetzt in der leerstehenden Villa ab. Haben die böse Steffi oder gar ihr Geist überlebt und treiben sie weiter ihr Unwesen?

Was anfangs wie eine spannende „Geistergeschichte“ anmutet, beugt sich aber bald der Realität und widmet sich einem verdrängten, aber leider wahren Thema – dem Kunstraub in der Nazizeit und seinen Auswirkungen bis heute.

Ein spannender und niveauvoller Kriminalroman aus der Stadt Salzburg, den ich sehr empfehlen kann.

Ines Eberl: Salzburger Totentanz >



Birgit Birnbacher

Birigt Birnbacher: Ich an meiner Seite

Autorin: Birgit Birnbacher
Titel: Ich an meiner Seite
ISBN: 978-3-552-05933-1
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Erschienen: 2020

Klappentext:

Arthur, 22, still und intelligent, hat 26 Monate im Gefängnis verbracht. Endlich wieder in Freiheit stellt er fest, dass er so leicht keine neue Chance bekommt. Ohne die passenden Papiere und Zeugnisse lässt man ihn nicht zurück ins richtige Leben.

Gemeinsam mit seinem unkonventionellen Therapeuten Börd und seiner glamourösen Ersatzmutter Grazetta schmiedet er deshalb einen ausgefuchsten Plan. Eine kleine Lüge, die die große Freiheit bringen könnte …

Humorvoll und empathisch erzählt Bachmann-Preisträgerin Birgit Birnbacher davon, wie einer wie Arthur überhaupt im Gefängnis landen kann, und geht der großen Frage nach, was ein „nützliches“ Leben ausmacht.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Wäre es anders gekommen, hätte sich Arthur Galleij´s Mutter sich bei der Namensgebung gegenüber seinem Vater Ramon durchgesetzt und aus Arthur wäre Mario geworden?

Vom Vater im Stich im gelassen wächst Arthur gemeinsam mit seinem Bruder Klaus bei seiner Mutter Marianne in Bischofshofen im Salzburger Land auf.

Als Marianne ihren neuen Partner Georg kennen lernt, beginnt die Zeit ihrer Selbstverwirklichung. Sie übersiedelt mit den Kindern nach La Puerta in Andalusien, um dort gemeinsam mit Georg eine Palliativstation für Reiche aufzubauen.

Die Kinder leben bei und mit den Eltern „nebeneinander“, ohne große Gefühle mit einer „Wurstigkeit“, wie sie der Laissez-faire Erziehung zu Eigen ist.

Als Klaus zurück nach Österreich geht, bleibt Arthur allein in Spanien zurück. Er hat dort ja mittlerweile auch „Freunde“ gefunden. Auch in dieser eigenwilligen Freundschaft nimmt er alles, wie es kommt und wehrt sich nicht – bis ein Unfall alles verändert.

Zurück in Österreich nimmt er anfangs wieder alles, wie es kommt und wehrt sich erstmals, als es um sein Überleben geht. Und dafür landet er im Gefängnis….

Zwischen den Zeiten und Ereignissen erzählerisch hin- und her pendelnd führt die Autorin die LeserInnen immer weiter ins Geschehen hinein. Mit großem Interesse und zunehmenden Verständnis nimmt der/die Lesende am Leben von Arthur teil.

Ein gesellschaftskritisches, großartiges Buch der Ingeborg Bachmann-Preisträgerin 2019.


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Eva Reichl

Eva Reichl: Mühlviertler Grab

Autorin: Eva Reichl
Titel: Mühlviertler Grab
Kriminalroman
ISBN: 978-3-8392-6606-9
Verlag: Gmeiner – Verlag
Erschienen: 08.07.2020

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Klappentext:

Auf dem St. Oswalder Friedhof werden zwei Leichen gefunden: ein Politiker und ein Landwirt. Ist die geplante Lockerung des Tierschutzgesetzes der Grund, warum die Männer sterben mussten?

Und weshalb wurden die Mordopfer ausgerechnet auf dem Grab von Paula Eckinger abgelegt, die vor einem Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam?

Chefinspektor Oskar Stern zweifelt schon bald an der damaligen Unfalltheorie, doch niemand will ihm glauben …

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Oskar Stern und Mara Grünbrecht ermitteln wieder – bereits in ihrem dritten Fall – und wieder im Mühlviertel.

Der örtliche Totengräber Hans Blöchinger ist jetzt besonders gefordert – gibt es doch seit kurzem immer mehr Tote in St. Oswald, seines Zeichens kleine Mühlviertler Gemeinde mit einer äußerst beliebten Heilquelle. Außerdem ist das Schaufeln eines Grabes in St. Oswald noch immer Handarbeit, für die es eine gute Schaufel braucht.

Und bereits zum dritten Mal nervt die Reporterin der Oö News, die „Winklerin“, die ermittelnden BeamtenInnen.

Zudem hat Stern noch 2 andere Probleme: Zum einen hat er eine streunende Kätzin bei sich zu Hause aufgenommen, die ihm sogleich noch 4 Junge geschenkt hat – die jetzt in seiner Abwesenheit, sein Haus „zur Kampfstätte“ umfunktioniert haben Und zum anderen steht in der Abteilung eine Hochzeit an. Und da beide „Brautleute“ in seiner Abteilung beschäftigt sind, muss Stern sich entscheiden, wer die Abteilung verlassen muss…. ? Sein Vorgesetzter macht schon erheblichen Druck…

Und dann soll Stern auch noch ermitteln – und Fr. Winkler wartet auch noch auf das versprochene Interview….

Es gibt auch schon Geständnisse, nur sein Bauchgefühl glaubt nicht daran.

Letztlich kommt aber sowieso alles völlig anders und auch der Humor kommt auch nicht zu kurz.

Auch der dritte Fall von Stern und Co ist sehr gut gelungen. Aber lest selber….


Mozart

Jago Prinz: Mozarts letztes Requiem

Autor: Jago Prinz
Titel: Mozarts letztes Requiem
ISBN: 978-3-7025-0969-9
Verlag: Anton Pustet
Erschienen: 2020

Klappentext:

Kann Musik töten?
Diese Frage steht im Zentrum einer Serie unerklärlicher Morde im winterlichen Salzburg. Nach dem Tod des Chefdirigenten der Salzburger Philharmoniker während der Aufführung von Mozarts Requiem in der Peterskirche nimmt Chefinspektor Nathan Stiller die Ermittlungen auf.

Doch jedes Mal, wenn er einen Verdächtigen ins Visier genommen hat, verstirbt dieser, noch bevor er ihn überführen kann. Da können weder die wissenschaftlichen Analysen des Leiters der Gerichtsmedizin noch die bizarren Geistesblitze von Stillers Assistenten oder die profunde Quellenkenntnis einer Antiquarin weiterhelfen.

Denn hinter der Mordserie steckt ein mysteriöses Todeswerk, das weniger einen kriminellen als einen künstlerischen Ursprung hat. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Kriminalfall aussieht, entwickelt sich zu einer packenden Geschichte über die Macht der Musik und über den Sinn von Leben und Tod.

› Nicht alles ist so, wie es scheint
› Hochspannung pur im Salzburg der Gegenwart
› für Musikinteressierte und Mozart-Fans
› sachlich fundiert

Über den Autor ist wenig bekannt. Er lebt mit seinem Hund zurückgezogen im Salzburger Raum. Mozarts letztes Requiem ist sein Debütroman.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

„Memento moreris“ – gedenke, dass du gerade stirbst, ist eine Steigerungsform des „Memento mori” – gedenke, dass du sterblich bist und das Motto der wiederauferstandenen Freimaurerloge „zur wahren Freiheit“ , bei der bereits Mozart Mitglied war.

Nachdem während der Ermittlungen bekannt wird, dass der Großmeister der Loge und Ex-Bürgermeister von Salzburg Herr König, Mozart gerade „versilbert“ und Gerüchten zufolge hinter einem bisher unbekannten Requiem des Genius her ist, scheint für den ermittelnden Kommissar der Täter der seltsamen Mordserie festzustehen. Bis auch der „König von Salzburg“ dem seltsamem Mörder zum Opfer fällt….

Erst ein verschollener Originaltext von Mozart bringt Licht in das seltsame Dunkel, der immer mehr werdenden Todesopfer.

Ein genialer (Kriminal) Roman, dessen „Täter“ bereits 200 Jahre vor den Opfern gestorben ist. Beim Lesen dieser Zeilen fühlt man sich in eine der Mozartoperetten versetzt, die den Leser in die Welt der Mystik eintauchen lassen. Das Buch glänzt mit enormen Fachwissen über Mozart und seine Werke, der den Leser förmlich auffordert, weiter in diese Welt einzutauchen und zu einem „Mozart-Forscher“ zu werden.

Ein ganz besonderes Buch – und die fehlende Information zum Autor erhöht das Geheimnisvolle an diesem Werk.


Regina Zeppelzauer: GretaMania

GretaMania

Autorin: Regina Zeppelzauer
Co-Autor: Andreas Zeppelzauer
Titel: GretaMania – Jugend im Klima-Wahn

ISBN: 978-3-903236-34-9
Verlag: Frank & Frei
Erschienen: 15. 06. 2020

Klappentext:

Öko-Heilige oder PR-Marionette? Seit August 2018 befinden sich Greta Thunberg und ihre “Fridays-for-Future”-Jünger auf einem modernen Kinder-Kreuzzug gegen den Klimawandel.

Nicht zur Schule gehen ist noch keine Leistung und Katastrophen-Rhetorik schürt nur Ängste, ohne Lösungen aufzuzeigen.

Die Forderungen der jungen Klima-Rebellin sind kaum zu erfüllen, Politik und Medien applaudieren trotzdem. Wer die “Greta-Manie” kritisch hinterfragt und sich nicht von den apokalyptischen Drohungen und Weltuntergangsszenarien verrückt machen lässt, gilt als Klimaleugner.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Am 20.08. 2015 saß ein 15 jähriges Mädchen zum ersten Mal in Schweden vor dem Parlament mit dem selbstgeschriebenen Schild in der Hand „ Skolstreijk för Klimatet“ (Schulstreik fürs Klima).

Damit begann der kometenartige, nicht nachvollziehbare, Aufstieg der Klimaikone Greta Thunberg.

Seit diesem Tag spaltet sie die Welt in 2 Lager: Ihren AnhängerInnen bzw. den JüngerInnen der Bewegung „Friday for Future“ (FfF) und ihren Gegnern bzw. „Hatern“. Einen Klimastreik am Samstag, wie von vielen Erwachsenen vorgeschlagen, akzeptiert die Bewegung nicht und Ferien sind für die meisten „GretajüngerInnen“ Klimaschutz freie Zeit.

Das Ziel ihrer Angriffe ist die Babyboomergeneration 1946 – bis 1964, also jene Generation, die kurz nach dem Krieg geboren wurde und sich den Wohlstand erarbeitet hat.

Anders ausgedrückt: Eine Bewegung demonstriert gegen ihren eigenen Lebensstil, denn sie sind in erster Linie die Nutznießer des Wohlstandes mit großem ökologischem Fußabdruck.

Wie aber war es möglich, dass das „15 jährige Schwedenmädel“ mit dem Aussehen eines 10 jährigen Kindes derart schnell weltweit bekannt wurde, zudem behauptet wird, dass sie an einem Asperger Autismus leidet.

Die Autorin geht dieser Frage nach und kommt zum Ergebnis, dass vermutlich weltweit agierende Organisation(en) dahinter stecken, die sie enorm gepusht haben und für die vor allem auch ökonomische Interessen dahinter stecken. Handelt es sich um Ideen von Erwachsenen, für die Greta mit ihrem „Kindchenschema“ (wesentlich jüngeres Aussehen , Zöpfchen,…) instrumentalisiert wurde? Und war Greta die ideale Zielperson, weil sie bereits in sehr jungen Jahren aufgrund einer Verhaltensauffälligkeit panische Angst vor einer unbewohnbaren Erde hat(te)?

Der zweite Teil des Buches beschäftigt sich mit dem Klimawandel an sich, zudem die Autorin gut recherchierte Zahlen präsentieren kann. Sie schreibt über die E-Moblität, genauso wie über den ökologischen Fußabdruck eines Hamburger Pads.

Ein empfehlenswertes Buch, in dem der Klimawandel sehr ernst genommen, die Bewegung um Greta Thunberg jedoch kritisch hinterfragt wird.