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Lo Padi: Als wir uns noch wehtun durfen

Lo Padi
Lo Padi: Als wir uns noch wehtun durfen

Autorin: Lo Padi
Titel: Als wir uns noch wehtun durften – Erinnerungen
ISBN: Paperback: 978-3-99129-112-1
ISBN: E-Book: 978-3-99129-114-5
Verlag: myMorawa von Dataform Media GmbH
Erschienen: August 2021

Klappentext:

Blutige Knie, waghalsige Spiele und unbändige Neugierde. Das alles war prägend für die Kindheit der Generation 60+.

Dieses Buch erzählt davon und von weiteren fünf ereignisreichen Jahrzehnten aus dem spannenden und ungewöhnlichen Leben einer freiheitsliebenden Frau.

Es sind Geschichten aus einer Zeit, die geprägt war von Fortschritt und Fleiß, aber auch von Ängsten und Zweifeln.

Dieses Buch ist ein Stück Zeitgeschichte und ein Dank an jene Generationen, welche den Grundstein für unseren Wohlstand gelegt haben.

Die Autorin Lo Padi (Pseudonym) ist im Ausseerland geboren und in Kärnten aufgewachsen. Sie wuchs bei ihren Großeltern väterlicherseits auf, weil ihre Mutter, ein uneheliches Dienstmädchen am Gutshof ihrer Großeltern, nicht „standesgemäß“ war. Ihr Vater, der eine Zeitlang noch bei seinen Eltern am Hof lebte, ließ sie bei seiner Heirat ebenfalls zurück bei seinen Eltern. Ihre Großeltern waren für sie der „der Dati und die Mamm“.

Mit 21 Jahren lernte sie ihre leibliche Mutter kennen, der sie „aus dem Gesicht geschnitten war“ aber sie war und blieb eine Fremde für Lo Padi.

Die Autorin beschreibt ihre Kindheitserinnerungen lebendig und mit viel Charme, weit entfernt von einer Anklage aufgrund des sicherlich nicht optimalen Start´s in ihr Leben.

Sie war und blieb immer ein Freigeist und diese Haltung bringt sie auch wunderbar zu Papier. Egal ob sie über ihre Jugend, ihr weiteres Erwachsenenalter, ihre Weltumsegelung bis zur Jetztzeit – und sogar mit einer kleinen Vorausschau in die Zukunft – schreibt, ihre positive Lebenseinstellung und ihre offene Haltung sind immer präsent.

Damals in den 60er Jahren war derjenige für seine blutige Knie verantwortlich, der nicht aufpasste und damals war es eben auch so, dass ein lediges Dienstmädchen ihr Kind nicht selber aufziehen durfte. Es war einfach so……

Nachdenklich, aber auch schmunzelnd hatte ich mich in diese kleine Buch vertieft und es erst wieder weggelegt, als ich bei der letzten Seite angelangt war. Nicht die Anzahl der Zeilen und Seiten hat mich beeindruckt, sondern der Inhalt in diesem eher kurz gehaltenen Büchlein.

Sehr gelungen – die Beschreibung von den 50er Jahren bis heute. Erst im Rückblick wird der Quantensprung in der Entwicklung unseres Wohlstandes bewusst, bei dem leider die Zufriedenheit in dem selben Maße abnimmt.


Walter Müller: Lasst uns über die Liebe reden

Walter Müller
Walter Müller: Lasst uns über die Liebe reden

Autor: Walter Müller
Titel: Lasst uns über die Liebe reden – Trauerreden
ISBN: 978-3-7013-1291-7
Verlag: Otto Müller Verlag
Erschienen: August 2021

Klappentext:

Jeder Mensch ist ein eigener Kosmos, einzigartig, unverwechselbar, besonders. Walter Müller erzählt in seinem zweiten Trauerreden-Buch die Lebensgeschichten von 22 Menschen, für die er in den letzten Jahren in Trauerhallen oder auf Friedhöfen Abschiedsreden gehalten hat.

Etwa die Geschichte der Konzertgeigerin, die im gesegneten Alter von 97 Jahren starb, und die der Schülerin, die mit 17 Jahren aus dem Leben gerissen wurde. Die turbulente Geschichte des Weltmeisters im Barfußwasserskilauf und die der jungen Frau, die trotz einer mentalen Beeinträchtigung den anderen zeigen konnte, was Glück bedeutet.

Der hochgeschätzte Kapellmeister vom Salzburger Landestheater wird ebenso „lebendig“ wie der unkonventionelle Sozialarbeiter mit dem geliebten Liegerad oder der Künstler, der sich als Liftführer auf den Mönchsberg hinauf sein Geld verdiente und dabei die köstlichsten Geschichten aufschnappte. Jeder Mensch ist ein eigener Kosmos – und von jedem Menschenleben kann man so viel lernen.

Letztlich geht es um die Liebe – die erste, die zweite, die große und die komplizierte; die Liebe zu einem Menschen, die auch nach dem Tod bestehen bleibt, die Liebe zu einer Arbeit, zu einem Hobby. Ein Buch, das trösten und zum Nachdenken anregen soll, über den Tod und weit mehr noch: über das Leben.

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Jedes Leben hat Sonnen- und Schattenseiten: Das eine mehr von diesem, das andere mehr von jenem. Aber jedes Leben ist ein eigenes Universum und doch ist eines allen gemeinsam: Sie haben – und wurden geliebt!

Der Trauerredner hat das Privleg aus jedem Leben diese Liebe herausfiltern zu dürfen. Denn das ist es, was bleibt, wenn der irdische Weg zu Ende ist – egal wie lange er gewesen ist.

Genau das hat der Autor dieses Buches getan – er hat in seinen Trauerreden über die Liebe der Verstorbenen gesprochen. Feinfühlig und authentisch hat er Lebensgeschichten erzählt und niedergeschrieben.

Der Trauerredner Walter Müller hat 22 Geschichten – und damit 22 Lebenslinien festgehalten – und damit würdevolle Erinnerungen an die Verstorbenen verewigt.


Dagmar Hager: Schöner sterben in Wien

Dagmar Hager

Autorin: Dagmar Hager
Titel: Schöner sterben in Wien
ISBN: 978-3-8392-0077-3
Verlag: Gmeiner – Verlag GmbH
Erschienen: 2021

Klappentext:

Rache aus der Vergangenheit: Vor Jahren hat die Wiener Reporterin Lilly den Unfalltod ihres Mannes und dessen Geliebter vertuscht. Nun der Schock: Jemand weiß Bescheid.

Auf der Suche nach den Hintergründen stößt Lilly gemeinsam mit ihrem urigen Kameramann Ferdl und dessen cleverer Nichte Marlena auf einen Mörder, der mit Botox tötet. Ihre Jagd führt sie zu einer dubiosen Schönheitsklinik am Attersee – und zu jahrelang geschürtem Hass, tödlicher Eitelkeit und einer Wahrheit: Wer schöner stirbt, ist trotzdem tot.

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Lilly Speltz hat bei ihrer Suche nach der „Hinterlegerin“ des Führerscheins von Jana, der Prostituierten ihres Mannes, die durch einen Unfall ums Leben kam, sich sogar Botox spritzen lassen. Sie bekommt erst ein mulmiges Gefühl als sie hört, dass das Toxin des Bakterium Clostridium Botulinum, mit verdorbener Nahrung aufgenommen, sehr schnell tödlich enden kann. Bei der Suche nach der Person, die ihr den Führerschein in ihre Handtasche geschmuggelt hatte, fand sie die Tote, eine Schwester der verunfallten Jana. Die verstorbene Krankenschwester der Schönheitsklinik, wurde Opfer von Botox, wie die Obduktion ergab. Aber ob natürlich durch verdorbene Lebensmittel oder in mörderischer Absicht, konnte die Obduktion jedoch nicht klären. 

Und dieses hoch wirksame Nervengift hat sich Lilly freiwillig unter ihre Haut spritzen lassen…. Ob die Leute, die sich im Schönheitswahn Botox unter die Haut spritzen lassen, wissen, dass sie sich eines der wirksamsten und tödlichsten Nervengifte verabreichen lassen?

Die Botox-Spur führt sie in die Welt der Reichen und Schönen und ihrer Schönheitschirurgen…

Lilly weiß, dass sie einen schweren Fehler begangen hatte, als sie die beiden Unfalltoten vertuscht hat: Denn zuerst stürzte Jana im Hotelzimmer unglücklich zu Tode und sie täuschte einen Treppensturz vor, danach überlebte ihr Mann eine Elektroschockattacke ihrerseits nicht, was sie ebenfalls geschickt vertuschen konnte.

Gibt es weitere Verwandte der verstorbenen Krankenschwester und ihrer Schwester Jana?…. .

Lilly machte sich auf die Suche nach des Rätsels Lösung und diese Suche führt sie und alle Personen, die sie mit hinein zieht, in eine wahre Odyssee….

Und das Ende ist so viel anders als erwartet …. und endet in einer „Katastrophe“…

Eine pechschwarze Krimikömödie, die sich vor allem mit dem Thema „Transgender“ und krankhaftem Schönheitswahn auseinandersetzt. Sie zeigt auf, wie mit dem Jugendwahn und einer operativen Anpassung an den „richtigen“ Körper gutes Geld gemacht wird.

Für mich ein eher ungewöhnlicher Kriminalroman aus einer mir suspekten Welt.


Andrea Nagele: Sag mir, wen du hörst. Sag, wen du siehst. Sag mir, wer du bist.

Andrea Nagele | Foto: emons / Barbara Essl

Autorin: Andrea Nagele
Titel: Sag mir, wen du hörst. Sag, wen du siehst. Sag mir, wer du bist.
ISBN: 978-3-7408-1270-6
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 26.08.2021

Klappentext:

Glänzend recherchiert, psychologisch fundiert.

Laura wird Zeugin eines Mordes, nur knapp kann sie dem Täter entkommen. Doch weder ihre Mutter noch die Polizei glauben ihr. Fand das Verbrechen womöglich nur in ihrer paranoiden Phantasie statt?

Als ein weiterer Mord geschieht, wird Laura von einem jahrelang verdrängten Geheimnis eingeholt, das sie zutiefst verstört. Und die Schlinge zieht sich immer enger um ihren Hals.

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Was hat Laura beim Einblick eines kleinen, blondzöpfigen Mädchens so erschreckt, dass sie ihr Bewusstsein verliert? Und warum  glaubt sie sogar, dass sie dieses kleine Mädchen ist?

Commissario Schiavone ist irritiert, weil Laura doch als Zeugin zu einem Verbrechen aussagen soll, dass sie in einer angeblichen Halluzination so erlebt hat. Dabei wurde  das kleine Mädchen mit den blonden Zöpfen Zeugin eines Raubmordes bei dem ihre Großmutter getötet wurde. Und genau dieses Mädchen glaubt Laura zu sein, als sie die Kleine hinter einer Spiegelscheibe sieht….

Hat Laura wieder einen erneuten Schub ihrer Erkrankung,wie ihre Mutter behauptet – und der bei ihrer diagnostizierten paranoiden Schizophrenie nichts Ungewöhnliches wäre oder hat sie einen Flash back mit realer Erinnerung?

Commissario Schiavone tendiert eher dazu Laura zu glauben und bittet seine frühere Chefin und Lehrmeisterin Emma Simonetti, genannt das Superhirn, um Hilfe. Denn irgendetwas kommt ihm verdächtig vor in der Symbiose von Mutter Angela und ihrer  psychisch kranken Tochter Laura. ….

Die krankheitsbedingt pensionierte Commissaria Emma Schiavone durchforstet vier alte, lange zurückliegende Todesfälle, die nie gelöst werden konnten – mit einem erstaunlichen Ergebnis…..

Ein sehr gut recherchierter spannender Thriller, der den Leser in die Welt der Psychosen führt. Schnell stellt sich dem Lesenden die Frage: Ist normal, was unsere Sinne uns aufzeigen oder sind unsere Wahrnehmungen „Veränderungen in unserer Hirnchemie“ und gaukeln uns nur etwas vor, das nicht real da ist? Die Grenzen zwischen Halluzination und Wirklichkeit verschwimmen und verwirren – und doch fasziniert der Blick in den Abgrund der Wahnerkrankungen und zieht den Leser in den Bann.

Das Ende überrascht und schockiert gleichermaßen und ist trotzdem ein äußerst gelungenes und empfehlenswertes Buch. 

Andrea Nagele in der Dorfzeitung >


Alexander Hoffmann: Brillanter Abgang

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Autor: Alexander Hoffmann
Titel: Brillanter Abgang – Der unglaubliche Coup eines Antiquitätenhändlers
ISBN: 978-3-8392-0005-6
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH
Erschienen: 2021

Klappentext:

Was tun, wenn man auf seinem Konto plötzlich 200 Millionen Euro vorfindet, die einem nicht gehören?

Der insolvente Antiquitätenhändler Hans Bäumler aus Frankfurt am Main traut seinen Augen nicht, als sein Kontostand über Nacht neunstellig geworden ist. Er nutzt die Chance und taucht mit seiner neuen Freundin Tonja, einer feurigen Kroatin, und den 200 Millionen an der Adria unter.

Doch dann gibt es ungeahnte Probleme, und sogar die Mafia ist hinter ihm her. Bäumler fällt von einer Überraschung in die andere. Von wegen reich und glücklich …

Eine Woche hat Bäumler noch Gnadenfrist, dann wird er von seiner Hausbank, der Concom in Frankfurt, in den Zwangskonkurs geschickt. Dabei ist er völlig unschuldig an dieser Misere, denn sein Geschäftspartner Friedbert Durstewitz hat vom gemeinsamen Geschäftskonto, das, von der Concom-Bank, gewährte, Darlehen von 4 Millionen Euro abgehoben und ist damit untergetaucht. Jetzt sitzt Hans Bäumler auf einem Berg Schulden, denn die Bank möchte ihr Geld zurück.

Somit wäre das biedere Leben von Hans Bäumler schlagartig zu Ende, denn jetzt kann er nicht einmal mehr seine Gasrechnung von 119 Euro bezahlen – …. wenn da nicht diese wunderbare Frau an seiner Seite wäre ……

Aus alter Gewohnheit loggt Bäumler sich noch einmal auf das gemeinsame Geschäftskonto mit  Durstewitz ein. Aber er traut seinen Augen nicht, als er plötzlich  eine Gutschrift der „Concom – Bankentochter Phoenix-Ltd.“ mit einer 3 stelligen Millionensumme auf seinem Konto sieht. So sehr er sich auch die Augen reibt, der Betrag bleibt und auch der Bankomat, den er als Kontrolle noch betätigt, spukt problemlos die von ihm geforderte Geldsumme aus. Das Konto ist tatsächlich gedeckt.

Tonja, seine kroatische Freundin weiß sofort Abhilfe, um sich die 200 Millionen, nicht mehr nachverfolgbar, zu sichern. Aber dafür muss Bäumler „nur“ aus Deutschland verschwinden und auch seine Identität ändern. Für einen „Altes Leben-Festhalter“, wie Bäumler, ein sehr schwieriges Unterfangen…. .

Was Hans in seinem neuen reichen Leben aber so gar nicht versteht, warum liest er in den gekauften Zeitungen  nichts von den verschwundenen Millionen der Concom-Bank in Deutschland?…..

Eine turbulente Gaunerkomödie, die aufzeigt, was passiert, wenn Menschen unerwartet reich werden, auch wenn das Geld nur „geborgt“ ist.

Gleichzeitig führt der Autor seine Leser zu den Schattenseiten von Bankenwesen und Wirtschaft und greift die Probleme im „Nachkriegs-Kroatien“ auf.

Das Buch ist gut, verständlich geschrieben und kann durchaus als spannend bezeichnet werden.  Und was ich besonders liebe: Am Ende siegt die Gerechtigkeit – aber anders als man(n)/frau es sich erwarten…


Sophie Reyer: Clara und ihre Morde

Sophie Reyer
Sophie Reyer

Autorin: Sophie Reyer
Titel: Clara und ihre Morde – Roman

ISBN: 978-3-7408-1245-4
Verlag: Emons Verlag GmbH

Erschienen: 2021

Klappentext:

Historische Fakten und phantasiereiche Fiktion kunstvoll verwoben zu einem besonderen Roman.

Wien 1909: Der junge Historiker Johann ist fasziniert von der schönen Clara, die zusammen mit ihrem Mann Egon und den beiden Kindern in die benachbarte Villa im wohlhabenden Viertel Hietzing einzieht. Clara pflegt einen extravaganten Lebensstil, doch dann ereilt die Familie ein schreckliches Schicksal: Bei einem Arbeitsunfall verliert Egon ein Bein. Aber war es tatsächlich ein Unfall? Es gehen Gerüchte um, und die makellose Fassade von Clara beginnt zu bröckeln – was verbirgt die engelsgleiche Frau?

„Zuerst war die rote Farbe. Es roch nach Sommer und Tannennadeln, und von weit her kreischte ein Vogel. Ein Lied fiel ihr ein, das alt und vermischt mit einem lange zurückliegenden Gefühl: Das Lied hatte mit der Mutter zu tun.“

Die wunderschöne Clara pendelt zwischen zwei Welten: Sie lebt im „Hier und Jetzt“ und  taucht dazwischen in ihrer Gefühls- und Gedankenwelt in das „Früher“ ein. Das „Früher“ ist geprägt von einem „bösen und mächtigen Mann“, der ihr Stiefvater ist und seine Hände überall an Clara´s Körper hat und einer Mutter, die ihm dabei zusieht. Dafür  dürfen Clara und ihre Mutter in der Villa dieses „mächtigen“ Mannes leben. Und allmählich taucht das Mädchen Clara in die Farbe „rot“ ein und „verlässt“ ihren Körper. Je schlimmer der Missbrauch, umso mehr rote Farbe umgibt sie und umso mehr steht sie „neben sich“…… .

Der einzige Mensch, den sie liebt, ist ihr Grossvater, der ihr das Märchen vom „Machandelbaum“ erzählt. Und dieses Märchen begleitet die erwachsene Clara und ihre Taten. Taten, die aus der Rache heraus gekommen sind und aus der Farbe rot und dem Lied „Kiwitt, Kiwitt“, das ihre Mutter immer gesungen hat – und das die heutige Clara für ihre Kinder singt.

Der fiktive Roman, der vom Leben der Wiener Serienmörderin Martha Marek inspiriert wurde, ist einfühlsam und poetisch geschrieben. Zum einen beschreibt er das Leben der extravaganten, hoch verschuldeten Clara mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern und zum anderen die Kindheit von der Armut in die Missbrauchsfalle mit einer Rückblende im Text zu „Früher“ und erinnere dich Clara an „Damals“!

Ein Roman, der faszinierend und schaudernd zugleich ist – aber ein Leseerlebnis darstellt.  


S´ Knofifest 2021

Knoblauch

Zu Gast beim Wirtsbauern z´ Wolfing in Ostermiething OÖ

Wie bereits 2020 herrschte auch beim diesjährigen Knoblauchfest im angrenzenden Innviertel wieder Kaiserwetter. Wolfgang und Beth Mayr luden nicht nur zu einem besonderen Fest ein, sie dürften auch einen besonderen Bezug zur „himmlischen Wetterstelle“ haben.

Neben einer kulinarischen Einkehrmöglichkeit mit hofeigenen Produkten,  gab es Hofführungen von Wolfgang, dem Hausherrn und auch die Möglichkeit Paprika-, Tomaten- und Knoblauchraritäten käuflich zu erwerben.

Wer sich selber auf den Weg durch den Permakulturhof von Beth und Wolfgang Mayr machte, begegnete neben einer Vielzahl von Tieren und freilebenden Hennen unter den Obstbäumen, auch vielen gleich aus sehenden Hähnen – den berühmten Sulmtaler Hähnen der Familie Mayr.  Im Vergleich zu vielen anderen „Hühnerbauern“ dürfen männliche Hühnervögel beim Wirtsbauern Art gerecht weiterleben und im Freien scharren.

Durch diese Art der Haltung wachsen die Tiere sehr langsam, deshalb ist der Braten eines Sulmtalerhahnes ein kulinarisches Highlight. Weil demzufolge die seltenen Hähne sehr begehrt sind, ist ein Vorbestellen von einem der Tiere, die meist über 3kg Schlachtgewicht haben,  bereits im Sommer erforderlich. 

Fotos: Alois Lemberger

Aber auch die Vielzahl an selber gezogenen Paprika- und Tomatensorten von Wolfgang Mayr sind geschmacklich etwas ganz Besonderes und mit den eher geschmacklosen Sorten aus dem Handel nicht zu vergleichen.

Und für die Freunde der Knoblauchknolle gibt es eine riesige Auswahl an Sorten, über die Beth, eine gebürtige Amerikanerin, gerne Auskunft gibt. Somit ist die intensiv-würzige Knolle, die lange Zeit fast nur importiert wurde, wieder in einer riesigen Artenvielfalt ins (Ober)Österreichsiche Innviertel heimgekehrt.

Alles in allem, war es wieder ein sehr gelungenes regionales Ereignis, das einmal mehr die wertvolle Arbeit heimischer Bauern aufzeigt.

Die am Hof erzeugten Produkte, zu denen verschiedene Fleisch- und Wursterzeugnisse, Eier, Gemüse und einiges andere, gehören, können jeden Mittwoch im hofeigenen Laden  oder donnerstags auf der Salzburger Schranne erworben werden.


Herbert Dutzler: Letzter Knödel

Herbert Dutzler | Foto: Haymon Verlag/ Gisela Barrett

Autor: Herbert Dutzler
Titel: Letzter Knödel – Ein Altaussee-Krimi
ISBN: 978-3-7099-3954-3
Verlag: HAYMON Verlag
Erschienen: Juli 2021

Klappentext:

Eine tote Köchin und viele kalte Spuren: Wer braut hier ein böses Süppchen und verdirbt sogar Franz Gasperlmaier den Appetit?

Großkopferte in Altaussee und ein Mord im Catering-Zelt.
In Altaussee wimmelt es wegen eines russisch-österreichischen Gipfels vor Polizei – und die fremden Beamten verdrängen Postenkommissar Gasperlmaier einfach von seinem Schreibtisch.

Da ist er fast ein bisschen froh, als eine tote Köchin gefunden und deshalb seine Lieblingskollegin Dr. Kohlross nach Altaussee beordert wird. Endlich eine Vertraute! Ermordet wurde die junge Frau an ihrem Arbeitsplatz, einem Cateringzelt.

Hatte der Mord etwas mit dem Gipfeltreffen zu tun? Oder führt die Spur in die Gastronomie? Und warum hat die Tote einen falschen Namen benutzt?

Auch privat gerät für Franz Gasperlmaier die geliebte Routine durcheinander: Seine Tochter bringt eine neue Liebe mit nach Hause, und mit einer Schwiegertochter hat Gasperlmaier nicht gerechnet….

Anni Lenberger

Rezension von Anni Lemberger

Franz Gasperlmaier, den alle seine Freunde nur mit dem Nachnamen ansprechen, ist etwas irritiert, welch´ harte Burschen die russischen Wachleute doch sind – mit einem Stamperl Wodka brauchst denen gar nicht zu kommen – sie trinken aus der Flasche. Aber was „Wilka“ bedeutet, muss er sich von der Dolmetscherin erst übersetzen lassen. Als Gasperlmaier erfährt, dass der Russe beim nächtlichen Wacheinsatz vor dem Präsidentenquartier versehentlich ein Eichhörnchen erschossen hat und dies unendlich bedauert, weil er diese Tiere so liebt, versteht Gasperlmaier eigentlich die Welt nicht mehr: Wie kann der Typ so ein kleines Tier im Dunkel der Nacht erwischen? Die ballern schon auf alles, was sich bewegt. Er muss deshalb ja einen Bericht darüber schreiben und befürchtet dann diplomatische Verwicklungen…. .

Aber als dann eine Leiche gefunden wird, hat Gaperlmaier andere Sorgen, zumal eine Person mit dem Namen Laura Lederer aus Wien unbekannt ist. Wer ist die Tote wirklich?

Als jedoch Stefanie, die neue Liebe seiner Tochter ein Foto der Toten sieht, klärt sich deren Identiät.

Die Ermittlungen gestalten sich wieder turbulent, zumal auch noch plötzlich Gaspermaier´s Schwiegertochter in spe verschwunden ist und zudem ein weiterer Toter auftaucht….

Herbert Dutzler in der Stadtbücherei Hallein >


Eva Reichl: Mühlviertler Kreuz

Eva Reichl
Mühlviertler Kreuz

Autorin: Eva Reichl
Titel: Mühlviertler Kreuz – Kriminalroman
ISBN: 978-3-8392-0063-6
Verlag: Gmeiner-Verlag GmbH

Erschienen: Juli 2021

Klappentext:

Auf der Burgruine Reichenstein wird Hochzeit gefeiert. Am nächsten Morgen hängt die Braut tot in den Bäumen unterhalb der Ruine.

Schnell rücken die Familienmitglieder der Brautleute ins Visier von Chefinspektor Oskar Stern und seinem Team, da sie etwas zu verbergen scheinen. Dann taucht auch noch eine Überweisung in Höhe von 5 Millionen Euro auf. Doch wer profitiert von dem Geld? Und wer vom Tod der Braut?

Die Ermittler gehen auf Täterjagd ins Mühlviertel. Dabei macht einer von ihnen einen bedeutsamen Fehler, den er teuer bezahlen muss.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Die tote Braut liegt in den Ästen eines Baumes unterhalb der Burgruine und sieht mit ihren ausgebreiteten Armen aus, wie ein Engel am Kreuz. Und in den sozialen Netzwerken wird dieses „Gafferfoto“ zig Mal geteilt und verbreitet sich als „Mühlviertler Kreuz“ auf den Seiten sensationslüsterner Zeitgenossen.

Noch ist nicht klar, ob es sich um einen Freitod oder um Mord handelt, denn an dieser Hochzeit ist so gar nichts normal….

So beginnt Oscar Stern´s  neuer Fall – und – der ist so ganz anders, als alle vorhergegangenen.

Seine Ermittlungen führen ihn zu einer arrangierten Hochzeit in den Mühlviertler „Geldadel“ und zu Familienpatriarchen, die keinen Widerspruch kennen, zu einer Braut, die sich gerade am Tag ihrer Hochzeit noch einmal richtig „austoben“ möchte und sich deshalb allen Männern der Hochzeitsgesellschaft an „den Hals“ wirft – nur nicht dem eigenen Ehemann….. .

Schnell ist somit Stern klar, dass die Braut nicht freiwillig gesprungen ist und es außerdem jede Menge Verdächtige gibt, die alle Motive hatten, die Braut zu ermorden.

Und dieser Mord ist erst der Anfang von vielen Dramen….

Ein sehr gelungener Landkrimi, der gesellschaftskritische Themen aufgreift, klar und gut lesbar geschrieben ist, und absolut spannend.


Beate Ferchländer: Die Apfelstrudelmisere

Beate Ferchländer
Die Apfelstrudelmisere

Autorin: Beate Ferchländer
Titel: Die Apfelstrudelmisere – Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-1117-4
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 28.05.2021

Klappentext:

Eine bitterböse Krimifarce mit viel weiblichem Charme und irrwitzigen Wendungen.

Nach drei Jahren fröhlicher Witwenschaft in ihrer hübschen Jugendstilvilla in Baden bei Wien ist Schluss mit lustig für Helene: Neue, belastende Fakten rund um den Tod ihres Mannes sind aufgetaucht.

Inspektor Moravec ist drauf und dran, die Ermittlungen gegen sie und ihre Haushälterin Tereza wiederaufzunehmen und so ihrem dunklen Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Es gibt nur einen Weg, ihren Kopf zu retten – Helene muss Moravec heiraten und Tereza vor die Tür setzen. Doch damit geht der Schlamassel erst richtig los.

Rezension von Anni Lemberger

Helene trägt die sterblichen Überreste ihres Gatten und seines missratenen Sohnes immer bei sich – und zwar in Form von Diamantohrringen, die sie aus der Asche der Verblichenen pressen ließ. Gemeinsam mit ihrer Haushälterin hat sie den perfekten Mord geplant und durchgeführt: Zuerst musste ihr Gatte weg und danach „verunfallte“ auch noch der überraschend aufgetauchte außereheliche Sohn Armando an einem Pistolenschuß. Glücklicherweise fand er im Sarg ihres verstorbenen Gatten noch Platz und wurde gleich mit eingeäschert. Deshalb gingen aus der Asche ja auch 2 Diamantohrringe hervor.

Wer konnte schon ahnen, dass Armando bisexuell war und von seinem Lover gesucht wurde? Aber die ebenfalls verwitwete Hausperle Tereza hatte ja noch die Herztabletten ihres verstorbenen Gatten – kleingerieben und mit Zucker versmischt, versetzte sie den Apfelstrudel des „Lover-Paters“ und gab ihn den Strudel mit auf die Reise, die er leider nicht überlebte.

…. und das war gar nicht gut, denn hier fand Moravec Spuren und die brachten ihm eine Ehefrau.

Gerade als mir Helene leid zu tun anfing, ob der schwierigen Situation als Ehefrau des Chefinspektors, mordete sie wieder und meine Anteilnahme an ihrem Schicksal löste sich schnell auf.


Bernd Schwarze: Mein Wille geschehe

Bernd Schwarze

Autor: Bernd Schwarze
Titel: Mein Wille geschehe
Kriminalroman (nach einer gemeinsamen Idee und mit einem Nachwort von Sebastian Fitzek)
ISBN: 978-3-426-46167-9
Verlag: Knaur eBook – ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH&Co. KG
Erschienen: 01.07.2021

Klappentext:

»Manchmal benutzt Gott das Böse in uns, um Gutes zu tun.«
Ein Pastor wird zum Täter – und dadurch auch zu einem besseren Seelsorger? Ein ungewöhnlicher Kirchen-Krimi von Pastor Bernd Schwarze, der in Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek entstanden ist.

Im Affekt schlägt Pastor Benedikt Theves einem gewalttätigen Ehemann, der ihm ausgerechnet in der Sakristei seiner Kirche ein verstörendes Video zeigt, das schwere silberne Altarkreuz über den Schädel. Tief erschüttert und gleichzeitig seltsam befreit versteckt der Pastor den reglosen Körper in der Krypta.
In den nächsten Tagen wird aus dem von Selbstzweifeln geplagten und häufig überforderten Geistlichen scheinbar ein neuer Mensch: Um den Schwachen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, schwingt er ab sofort nicht nur das Kruzifix, sondern auch wirkmächtige Reden im Namen des Herrn. Doch nicht nur Hauptkommissar René Willmers macht Pastor Theves mehr und mehr zu schaffen, sondern auch das eigene Gewissen …

Die Idee zu diesem Kirchen-Krimi hat Pastor Bernd Schwarze zusammen mit Sebastian Fitzek entwickelt, mit dem er seit einer Lesung in seiner Kirche befreundet ist.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Benedikt, der Versager, der Aggressive und Theodor, der Kluge, das Superkind – so verlief die Kindheit von Pastor Benedikt Theves, weil seine Mutter ihn so prägte. Und beide Brüder studierten evangelische Theologie. Auch das Berufsleben verlief wieder nach dem selben Schema: Theodor machte Karriere innerhalb der evangelischen Kirche und Benedikt stand der Angstschweiß auf der Stirn, wenn er von der Kanzel der Petrikirche predigen musste – und keiner hörte ihm zu…..  .

Das ändert sich an dem Tag, als er den gewaltbereiten und prügelnden Ehemann und Tankstellenkönig Hambrück mit dem Kruzifix seiner gerechten Strafe zuführt. Entsprechend dankbar verhält sich die verprügelte Ehefrau Nicole Hamrück ihrem Befreier gegenüber… .

Nachdem sich Nicole zunehmend zu seiner Herzensdame entwickelt – und sich ihre Befreiung aus dem Ehejoch so gut anfühlt, tut das auch seinen pastoralen Fähigkeiten gut.

Nur ein Problem bleibt: Nachdem Benedikt das Resultat seines Zornausbruches in der Krypta zwischenlagert und er vom Küster den Schlüssel nicht ausgehändigt bekommt, gerät er immer mehr unter Druck…. .

Er sieht sich schon im Knast, weil es seiner Meinung nur eine Frage der Zeit ist, bis alle seine Übeltat zu riechen bekommen. Um dem vorzubeugen, zeigt er sich selber an – und erlebt eine riesige Überraschung.

Eine Krimisatire, die mich anfangs etwas irritiert hat. Aber mit zunehmender Seitenzahl stieg die Spannung bis hin zu einem völlig ungewöhnlichen und unerwartenden Abschluss.


Isabella Archan: Drei Morde für die Mördermitzi

Isabella Archan

Autorin: Isabella Archan
Titel: Drei Morde für die Mördermitzi – Alpenkrimi
ISBN: 978-3-7408-1109-9
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 2021

Klappentext:

Ein Kriminalroman aus dem Herzen der Alpen: herrlich schräg und umwerfend tödlich.

Mitzi hat einen Draht zu merkwürdigen Menschen. Die neue Freundschaft zu dem Mann, der vor nicht allzu langer Zeit als naiver Enkeltrickbetrüger entlarvt wurde, hat sie nun allerdings selbst hinter Gitter gebracht.

Denn der Mann ist inzwischen mausetot, erschlagen – und Mitzis Fingerabdrücke waren am Tatort. Als es ihr gelingt, aus der U-Haft freizukommen, beginnt für Mitzi und ihre Freundin Inspektorin Agnes Kirschnagel eine atemlose Suche nach dem wahren Täter, die sie quer durchs Alpenland führt. Doch der Gesuchte bleibt nicht tatenlos, aus dem Mord wird eine Mordserie, und auch Mitzi schwebt in höchster Gefahr.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Maria Konstanze Schlager, genannt Mitzi – böse Menschen nennen sie „MörderMitzi“ – will sich endlich mit ihren Schuldgefühlen auseinander setzen und beginnt eine Therapie in  Wien – weit weg vom traumatisierenden Geschehen in ihrer Kindheit.

Dieses Trauma führte auch dazu, dass Mitzi nur ganz wenige Freunde hat. Neben Agnes, hat sie sich mit Kasimir Wollatschek, kurz Kasi genannt, angefreundet, denn sie bei ihren „Ermittlungen in einem früheren Mordfall“ im Gefängnis besucht hat und dem sie das Versprechen gegeben hat, ihn auf einen „rechten Weg“ zu begleiten.

Aber genau diese Freundschaft mit Kasi bringt sie jetzt in den Fokus der Mordermittler, den er wird mit einem Stein ermordet, den sie bei der letzten gemeinsamen Bergwanderung mitgenommen haben und den demzufolge auch Mitzi in den Händen hatte.

Aber was steckt hinter diesem grausamen Mord? Kasimir hatte doch einen Job nach seiner Haftenlassung, den ihm „die Ladys“ gegeben hatten, weil er seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen wollte.

Die Kufsteiner Inspektorin Agnes und Mitzis Pflichtverteidiger Magister Sparroder, von Freunden „Captain Jack“ genannt, mussten ihr helfen…

Nach Mitzis vorübergehender Entlassung aus der U-Haft, dem Versuch bei den „Mordermittlungen“ wieder selbst in der ersten Reihe zu stehen und der verzweifelten Suche nach weiteren FreundInnen, tappt sie bereits wieder in die nächste Falle.

Durch einen Trick schafft es ihre Freundin Agnes offiziell in die Ermittungen einzusteigen und Bundesländer übergreifend – Kufstein – Salzburg – Wien – bei der „SOKO Trafik“ mitarbeiten zu dürfen.

Doch dabei nimmt der Fall eine gefährliche und völlig überraschende Wende – der – wie nicht anders zu erwarten, von Mitzi mit Unterstützung von Agnes und KollegInnen gelöst werden kann.

Eine pechschwarze, gut lesbare und sehr ämüsante Krimisatire um eine naive junge Frau mit durchaus ernsten, nachdenklichen Elementen.