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Die Welt zu Gast in Salzburg

Der Verlag Anton Pustet präsentierte am 18.8.2009 das Buch „Die Welt zu Gast in Salzburg – Episoden und Intermezzi“ im Schüttkasten im Rahmen einer Veranstaltung der „Freunde der Salzburger Festspiele“.

Von Elisabeth Pichler

Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Frau Dr. Helga Rabl-Stadler, begrüßte die  zahlreich erschienenen Gäste und streute den Autoren Rosen: „Sie bürgen dafür, dass Qualität drinnen ist, wo ihr Name drauf steht.“ Sie wies auch auf den Gründungsgedanken der Salzburger Festspiele hin: Neben Kunst auf hohem Niveau sollte in Salzburg auch ein Treffpunkt für interessante und wichtige Menschen geschaffen werden.

Die Aussage Hugo von Hofmannsthals, „Salzburg ist das Herz vom Herzen Europas“ – und das nicht nur zur Festspielzeit -, haben die beiden Autoren Dr. Peter Mittermayer, langjähriger Leiter der Präsidialabteilung der Salzburger Landesregierung, und Dr. Hans Spatzenegger, bis 2000 Ressortleiter für Kultur/Wissenschaft  im ORF Landesstudio Salzburg, zum Anlass ihrer Spurensuche genommen.

Episoden und Intermezzi, Amüsantes und Tragisches, Anfänge und Abschiede, ganz Unterschiedliches erlebten die Schriftsteller, Philosophen, Komponisten, Wissenschafter, Maler und Mediziner, während sie zu Gast in Salzburg waren. Und immer war es eine kleine oder große Begebenheit vor Ort, die prägenden Einfluss auf ihr Werk und die Nachwelt nahm. Die beiden Autoren haben sich an die Fersen von insgesamt 36 weltberühmten Salzburg-Gästen geheftet, darunter Hans Christian Andersen, Albert Camus, Walt Disney, Patricia Highsmith, James Joyce, Robert Musil, Jean-Paul Sartre und Richard Wagner.

Ein etwas heiserer Peter Simonischek las ausgewählte Textpassagen. Er begann mit dem Abschiedsbrief von Jean Améry, der im ehemaligen „Österreichischen Hof“ freiwillig aus dem Leben schied. Heiterer war die eigenwillige Freundschaft zwischen Elias Canetti und Thomas Bernhard. Auch Richard Wagner kam zu Wort. Salzburg hat das Multitalent Wagner zweifach verärgert. Bei seiner Ankunft war Salzburg „von Regengüssen überfluthet“, und auch die Zöllner am Walserberg ließen sich leider von ihm nicht bestechen und konfiszierten einfach seine sorgfältig versteckten Zigarren. Wesentlich angenehmer hat wiederum Theodor Storm seinen Aufenthalt in Salzburg empfunden: „Hier leb ich denn wie Gott in Frankreich, nur ist mir Kost und Wein gar zu reichlich, ich bin nicht geschaffen mich ins Schlaraffenland hineinzuessen.“

Verlagsleiter MMag.Gerald Klonner bedankte sich zum Abschluss beim Verein der Freunde der Salzburger Festspiele für die Organisation der Veranstaltung und freute sich sichtlich über das große Interesse an diesem informativen und kurzweiligen Buch, das einen wohltuenden, weil unbefangenen Blick von außen auf Stadt und Land wirft. Seiner Meinung nach muss man dieses besondere Buch besitzen, um es dann „häppchenweise“ genießen zu können.


Mittsommernachts – Sex – Komödie

Unter dem Motto „Festspiele für Jedermann“ wurde 2004 das Salzburger Sommertheater ins Leben gerufen. Der Intendant Markus Steinwender verspricht „Komödie und Unterhaltung auf höchstem Niveau“.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Woody Allens Parodie auf den Sommernachtstraum, der noch bis 29.8.2009 auf dem Programm steht, garantiert geistreiches Boulevardtheater.

Der frustrierte Börsenmakler André, der lieber an seinen eigenartigen Erfindungen bastelt, und seine hochneurotische Frau Antonia erwarten Besuch in ihrem Landhaus. Doch noch bevor dieser eintrifft, wird klar, dass es mit dieser Ehe nicht zum Besten steht. Das Sexleben ist zwar ständiges Gesprächsthema, funktioniert aber schon seit einiger Zeit nicht mehr. Da erscheint Max, ein Arzt und überzeugter Junggeselle, mit Dolly, einer sinnenfrohen, unkomplizierten Krankenschwester, und zeigt den beiden nur allzu deutlich, was ihrer Ehe fehlt. ___STEADY_PAYWALL___

Weitere Gäste sind Antonias Cousin Leopold, ein Musiker, und seine elegante Verlobte Alice. Die beiden stehen zwar kurz vor ihrer Hochzeit, aber auch hier ist die Liebe nicht gerade übergroß. Als Antonia erfahren muss, dass ihr Gatte vor vielen Jahren mit Alice befreundet war, ihr aber dies verschwiegen hat, beginnen die Turbulenzen.

Foto: Andreas Hechenberger

Bei einem gemeinsamen Ausflug in den nahe gelegenen Wald beginnen nicht nur die Beziehungen, ins Wanken zu geraten, sondern auch Weltbilder und fixe Überzeugungen kehren sich ins Gegenteil.

Die Bühne wird beherrscht von einem gemütlichen Riesenbett, das den Paaren – in verschiedensten Kombinationen – immer wieder als Lustwiese dient. Die am Bühnenrand tanzenden Luftballone erweisen sich als romantische Bäumchen, die sich je nach Bedarf verschieben lassen und stets Schutz vor ungewollten Blicken bieten.

Foto: Andreas Hechenberger

Woody Allen hat diese Komödie sehr frei nach Shakespeares Sommernachtstraum geschrieben. In seinen Stücken wird immer viel von Sex und Liebe gesprochen, aber meist läuft dann alles irgendwie schief.So zeichnet er auch hier mit wunderbar komischen Dialogen das liebevoll-ironische Bild von sechs Menschen, die lieben wollen, es aber nicht immer können.

Das Ensemble der Theaterachse begeistert unter der Regie von Caroline Richard. Das Publikum genoss sichtlich diesen unterhaltsamen Abend und stellte sich vielleicht auch die Fragen, die immer wieder aufgeworfen wurden: Kann es Liebe geben ohne Sex? Kann es Sex geben ohne Liebe? Lassen sich verpasste Gelegenheiten irgendwann nachholen?

Mit: Melanie Kogler, Elisabeth Nelhiebel, Claudia Schächl, Peter Malzer, Thomas Schächl und Markus Steinwender. Regie: Caroline Richards. Fotos: Andreas Hechenberger


“Empire” Sommerszene – republic

Die französisch-österreichische Performancegruppe Superama war am 16.7.2009 mit ihrem neuen Stück “Empire” (Kunst und Politik) im republic zu Gast und geht  darin der Frage nach, wie sich Realität in der Kunst darstellen lässt.

Empire (Kunst und Politik)

Choreographie/Produktion:  Superamas
Mit: Roch Baumert, Alix Eynaudi, Davis Freeman, Magda Loitzenbauer, Ariane Loze, Jamal Mataan, Anna Menelssohn, Diederik Peeters, Fabris Endris Rahoma, Rachid Sayet, Martin Schwab und Superamas

Die französisch-österreichische Performancegruppe  Superama  (zu Deutsch: „Galaxienhaufen“)  war mit ihrem im Auftrag von Linz 2009 produzierten Stück „Empire“  am 16.7.2009 zu Gast bei der Sommerszene.

Noch bei geschlossenem Vorhang wird das Publikum von einer Off-Stimme über die Schlacht von Aspern und das erste große Massaker der modernen Kriegsgeschichte, bei der im Jahre 1809 innerhalb von zwei Tagen 40.000 Soldaten ums Leben kamen, informiert. Doch beanspruchten beide Seiten den Sieg für sich: für die Österreicher unter Erzherzog Karl war es die siegreiche Schlacht bei Aspern, für die napoleonischen Truppen die ebenso siegreiche Schlacht bei Essling.

Wenn sich der Vorhang hebt, gruppieren sich vor drei weißen Leinwänden die Darsteller in historischen Kostümen. Ein französischer Offizier sitzt mit einer österreichischen Prinzessin am Kartentisch, noble Kokotten plaudern und kichern über ihre Affären. Doch werden diese kurzen szenischen Schilderungen immer wieder von kämpfenden Soldaten, die über die Bühne stürmen, unterbrochen. Es wird geschossen, geflirtet, gestorben und vergewaltigt.

Schnell und präzise laufen diese Szenen ab, doch plötzlich taucht eine Filmkamera auf und macht uns klar, dass es sich um Aufnahmen für einen Kostümfilm gehandelt hat.

Zum Abschluss des Drehs geht es zum Empfang beim französischen Botschafter. Dieser empfängt die unterschiedlichsten Gäste auf gekonnte heuchlerische Art und Weise, flirtet ungeniert mit dem anwesenden Model und hat Probleme mit seiner eifersüchtigen Gattin.

Dazwischen gibt es Filmprojektionen, in denen das Ensemble über das Thema seiner Arbeit philosophiert, wie man Realität in der Kunst darstellen kann. Man begibt sich nach Afghanistan, um eine Filmemacherin zu interviewen. Doch die Frage bleibt immer offen, was ist Fiktion und wo hört sie auf? Auch ein somalischer Asylsuchender kommt zu Wort, doch seine dramatische Geschichte geht in der allgemeinen Partylaune unter.

Die Superamas spielen mit verschiedenen Erzählebenen, das Ganze sehr lustvoll und mit oft bissigem, schwarzen Humor. Das bunte Ensemble arbeitet mit unterschiedlichen darstellerischen Mitteln, der Tanz spielt dabei diesmal nur eine Nebenrolle in diesem schnellen und intelligenten Spektakel über Medien und Machtmechanismen.

Das Publikum spendete nach 80 Minuten freundlichen Applaus, sichtlich noch beeindruckt von dem spektakulären Feuerwerk am Ende des Stückes, das aber auch beängstigend an ein Bombardement erinnerte.



“IT´S IN THE AIR” – Sommerszene- ARGEkultur

Im Rahmen der Salzburger Sommerszene kam in der Arge am 11. Juli 2009 „ it`s in the air“,  eine Tanzperformance in der Luft aus dem Jahre 2008, zur Aufführung.

IT’S IN THE AIR
Von Mette Ingvartsen (Berlin/Brüssel) & Jefta van Dinther (Amsterdam)
Choreografie und Performance: Jefta van Dinther und Mette Ingvartsen
Bühne and Licht: Minna Tiikkainen
Sound Design: Peter Lenaerts
Dramaturgie: Bojana Cvejic

Die Choreografin und Tänzerin Mette Ingvartsen beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit dem Perspektivenwechsel und der Wahrnehmung des Körpers in unterschiedlichen Präsentationsrahmen. Der Tänzer Jefta van Dinther entwickelte mit ihr zusammen dieses Projekt.

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Der Saal wird beherrscht von zwei riesigen Trampolins. Die beiden Tänzer stehen sich gegenüber, fixieren sich und beginnen ganz emotionslos, vorsichtig zu wippen, wobei das leise Knirschen der Sprungfedern eine fast meditative Stimmung erzeugt. Nur ganz langsam steigern sie den Druck, beginnen höher und höher zu springen und schaffen es dabei, sich in Zeitlupe ihrer Pullover zu entledigen, bis sie beide in roten T-Shirts endlich völlig befreit zu sein scheinen.

In den folgenden 50 Minuten verfolgt das Publikum präzise synchronisierte Sprünge oder wildes Torkeln durch die Luft, ganz weit auseinander oder eng umschlungen, diagonal durch den Raum, auf allen Vieren, ganz hoch bis unter die Bühnendecke, wobei das Tempo immer schneller, ja geradezu ekstatisch wird. Die beiden Performer springen, hopsen, federn, wippen, drehen, fallen, wogen, zittern, reiben, ticken, explodieren, bis sie  beide völlig erschöpft auf dem Rücken landen und ihre Körper fast leblos auf den Trampolins liegen bleiben und langsam auswippend zur Ruhe kommen.

Die Performance erforscht die unsichtbaren Kräfte, die den Körper beim Springen beinahe schwerelos durch die Luft schweben lassen oder die den natürlichen Fall, ausgelöst durch die Schwerkraft, unterbrechen. Das Publikum spürt die physischen Grenzen von Körpern innerhalb der Gesetze von Bewegung und Ruhe, die Faszination von Muskelbewegungen, ohne sich selbst zu bewegen.

Elisabeth Pichler

Dieses virtuose Bewegungstheater, welches teilweise wie eine Zirkusnummer wirkt, war äußerst komplex, voll Rhythmus, Dichte sowie Fühlbarkeit von Bewegung, sodass das Publikum beeindruckt, aber auch mit leichtem Schwindelgefühl, applaudierte.

Elisabeth Pichler, Dorfzeitung


“in pieces” Sommerszene – ARGEkultur

„in pieces“ Fumiyo Ikeda & Tim Etchells (Brüssel/London)   Österreichpremiere am 5.7.2009

„Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir es dann? (…) ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.“
Franz Kafka

Für ihre erste Zusammenarbeit „in pieces“ haben der  Performer, Regisseur und Autor Tim Etchells und die Tänzerin  Fumiyo Ikeda ihren Ausgangspunkt in einem Zitat Franz Kafkas gefunden. Dieser dramatische Satz hat sie zuallererst angezogen und die Aufmerksamkeit auf das innere Wesen gelenkt. Sie suchen gemeinsam Wege zu dem, was im inneren Meer verborgen, vergessen  und versteckt sein mag.

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Fumiyo Ikeda hat ihre tänzerische Ausbildung bei Maurice Béjard in Brüssel absolviert und war über 25 Jahre Mitglied bei Anne Teresa De Keersmaeker´s Dance Company „Rosas“, einer der weltweit bekanntesten Ensembles des zeitgenössischen Tanzes. Tim Etchell ist bekannt für seine Arbeit bei einer der besten britischen Performance Gruppen „Forced Entertainment“.

Die Bühne wird im Hintergrund von einer einfachen Holzwand begrenzt, vor der ein einzelner Sessel steht. Ikeda in ihrem braunen Kleidchen beginnt furios, sie tanzt zu Ligetis Streichquartett Nr.1 so intensiv und mit größter Einfühlungskraft, dass man mehr davon sehen möchte.
Doch war dies, wie der Titel schon andeutet,  nur ein Fragment der Soloperformance. Denn nun nimmt sie mit dem Publikum Kontakt auf und beginnt  mit dem schlichten Wort „Yes“. Sie zählt genau mit und kommt auf über 50 verschiedene Ausdrucksarten: von fröhlich bis weinerlich, von euphorisch bis aggressiv.  Diese Listen stellt sie immer wieder auf, es sind verschiedene Arten von Erinnerungen, die sie ständig mit den Zuschauern teilt. Doch unser Gedächtnis kann leider nicht mithalten, wenn sie weit über hundert verschiedene Statements mit „Sorry“ beginnt. Bald schon  konzentriert man sich mehr auf ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit und ihren immer durchblitzenden Sinn für Humor.

Dann erzählt sie eine wahre Geschichte und sie tut dies auf Japanisch, so kann sie sicher sein, dass niemand versteht, was sie eigentlich sagen möchte. Doch wiederholt sie ihre Geschichte, um zu beweisen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, sich an etwas zu erinnern. Hier kommt nun auch die einzige Requisite, der Sessel, zum Einsatz und es ist faszinierend, wozu sich der gebrauchen und missbrauchen lässt.

Zum Abschluss kehrt sie nochmals zu Ligetis Musik zurück und wieder genießen wir Tanztheater pur. Doch darf dieser Abend nicht ohne eine weitere Auflistung enden und so werden wir zu den Klängen von „I will say goodbye“ nochmals ausführlich und mit einer überzeugenden Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten verabschiedet.

Es war eine erstaunliche Soloperformance, denn Fumiyo Ikeda konnte nicht nur als Tänzerin, sondern auch als Schauspielerin, Pantomimin und Komödiantin überzeugen.

Elisabeth Pichler
Dorfzeitung


Theater ecce – Programmvorschau

Reinhold Tritscher, der Leiter des Theaters ecce, stellte am Feitag, dem 19.6.2009 das Programm für die kommende Theatersaison vor.

Ein absolutes Großprojekt wird am 10. September im Theater Odeion in Mayrwies Premiere feiern. Auf dem Programm steht Shakespeares „Der Sturm“, die Geschichte über einen Schiffbruch der Schönen und Reichen. Die Mächtigen fallen ins Wasser und die Macht formiert sich neu. Wenn eine bestehende Ordnung zerstört wird, so löst dies großes Chaos aus. Die Parallelen zur Gegenwart sind nicht zu übersehen. Deshalb hat sich Reinhold Tritscher die Frage gestellt: „Wie geht es den Menschen in der Phase der Unsicherheit, der Orientierungslosigkeit, wenn sich Weltbilder und Weltordnungen auflösen.“

Besonderer Wert wird auf die Verbindung von Schauspiel, Akrobatik und Musik gelegt. Ulf Kirschhofer, laut Tritscher „einer der wenigen wirklich ganz großen Künstler der Stadt“ hat die Choreografie übernommen und arbeitet als Akrobatiktrainer bereits jetzt intensiv mit einem großen Ensemble. Man will den Sturm als circensischen Theatertraum mit Mitteln des klassischen Sprechtheaters, des Nouveau Cirque, mit Breakdance-Elementen und natürlich mit Live-Musik umsetzten.

Nachdem im vergangenen Jahr das Märchen „Der nackte König“ von Jewgenij Schwarz bereits für ungetrübtes Theatervergnügen bei Jung und Alt gesorgt hat, bringt man heuer ein weiteres Stück dieses russischen Dichters zur Aufführung. Ab 27. November 2009 steht das Familien-Theaterstück für Kinder ab 6 Jahren „Die verzauberten Brüder“ im Oval im Europapark auf dem Programm. Schwarz hat in der Stalinzeit geheimnisvolle, fantastische Fabeln und kunstvolle Märchen geschrieben. „Die verzauberten Brüder“ aus dem Jahre 1953 ist eine seiner mutigsten und schönsten Geschichten über Kraft, Mut, Ausdauer, das Erwachsenwerden und über die Macht der Liebe.
Diese Produktion ist nicht nur im Oval zu bewundern, sondern auch im Emailwerk Seekirchen und im Kunsthaus nexus in Saalfelden.

Ein besonders interessantes Projekt ist die Aktion „Austritt statt Eintritt“. Damit will man vor allem neues Publikum verführen, völlig risikolos eine Vorstellung zu besuchen. Bei zwei Aufführungen des „Sturms“ dürfen die Besucher nach dem Motto „erst anschauen, dann zahlen“ ihre individuellen Eintrittspreise im Nachhinein festlegen.

Ein großes Anliegen ist Reinhold Trischer der Aufbau einer offenen Plattform zur Bündelung des in Salzburg vorhandenen künstlerischen Potentials. Es soll dies eine erste Anlauf-, Vermittlungs- und Planungsstelle für Workshops, Ausstellungen, Filmprojekte, Tanzprojekte, Theaterprojekte, Schreibwerkstätten etc. werden.

Tritscher wies auch auf die äußerst prekäre Situation des Theaters ecce hin und möchte deshalb einen „Freundeskreis“ aufbauen. Er betonte aber, dass dieser Verein nicht elitär sein solle, sondern offen für jedermann. Natürlich wolle man auch Personen ansprechen, die „Geld haben und bereit sind, es auszugeben“. Ein großes Dankeschön ging an die langjährigen Sponsoren, den Kulturfonds der ERSTE – Salzburger Sparkasse und die Privatbrauerei Josef Sigl, Obertrum.

Man kann dem Theater ecce unter der engagierten Leitung von Reinhold Tritscher und all seinen Künstlern nur viel Erfolg im neuen Theaterjahr und immer ausverkaufte Vorstellungen wünschen.

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Elisabeth Pichler
Dorfzeitung


Calvados 110 – Kleines Theater – TRT

Elisabeth Pichler. Die ambitionierte junge Theatergruppe TRT – Le Théâtre des Rêves Têtus (übersetzt: Theater der dickköpfigen Träume) wurde 2002 von den Autoren und Schauspielern Thomas Hupfer und Nicolas Marchand in Salzburg gegründet und hat bereits mehrmals durch spannende Projekte auf sich aufmerksam gemacht. Zuletzt war TRT mit Tschechovs „Onkel Wanja“ und Bernard-Maria Koltés „Die Einsamkeit der Baumwollfelder“ in Salzburg zu sehen.

Am 17.6.2009 feierte nun ihre mittlerweile achte Produktion „Calvados 110“ im Kleinen Theater Premiere. Thomas Hupfer und Nicolas Marchand haben diese schräge Komödie in nur zwei Wochen in einem Wohnwagen in der Normandie geschrieben und hatten dabei sicherlich jede Menge Spaß.

Anton Klaun, ein unfähiger, erfolgloser Schriftsteller, wohnt mit seinem Bruder Eginald, einem ebenso unfähigen, da humorlosen Clown, zusammen in einer spärlich möblierten Wohnung, denn außer einem Ofenrohr und einer Lampe befindet sich absolut nichts auf der Bretterbühne (Ausstattung: Ann-Christine Müller). Die leere Brotdose, die letzte Gulaschsuppendose, der Wasserschlauch, all das lässt sich jedoch darunter verstecken. Als die Vermieterin, Frau Jansen, auftaucht und die ausständigen drei Mieten kassieren will, wird schnell klar: Die beiden sind pleite.

Doch Eginald hat eine grandiose Idee: Man könnte doch eines der Zimmer untervermieten und mit der Kaution ihre Schulden bezahlen. Da taucht völlig unerwartet ein Mönch mit einem jungen Mädchen auf und ersucht um Unterschlupf. Es ist Paul, der dritte Bruder, der nunmehr auf den Namen Bruder Franz hört und scheinbar von der Polizei gesucht wird.

Die Voraussetzungen für eine Boulevardkomödie mit ihrer Vertuschungs- und Enthüllungsmechanik sind also gegeben. Christoph Kail gibt den „schreibenden Albtraum“ überzeugend cholerisch. Thomas Hupfer spielt den liebenswerten „Clown, der leider gar nicht witzig ist“, dafür aber umso optimistischer, denn immer wieder hören wir von ihm in besonders ausweglosen Situationen: „Heute wird ein sensationeller Tag, ich habe ein gutes Gefühl.“ Falilou Seck als krimineller Bruder sorgt mit Melanie Seeland als „Waisenkind“ Franziska, das ziemlich mürrisch durch die Wohnung stapft, für Dauerstress.

Ständig klopfen unerwünschte Gäste (Sandra Bayrhammer als Vermieterin, Andreas Haase als Polizist und neuer Untermieter, aber auch Pizzaboten) an die Türe, die sich am Theatereingang befindet und sorgen für Hektik.

Die Theatergruppe TRT beweist, dass sie immer für eine Überraschung gut ist und bietet hier in der temporeichen Regie von Christian Kuchenbuch zwei Stunden freches, unterhaltsames Boulevardtheater vom Feinsten.

Thomas Hupfer, Nicolas Marchland – CALVADOS 110
TRT – KLEINES THEATER SALZBURG – GASTSPIEL . URAUFFÜHRUNG – PREMIERE 17. JUNI 2009
Mit: Sandra Bayrhammer, Andreas Haase, Thomas Hupfer, Christoph Kail, Falilou Seck und Melanie Seeland / Regie: Christian Kuchenbuch
Ausstattung: Ann-Christine Müller


Toihaus (Gastspiel): AS TIME GOES BY – A DANCE THEATRE PERFORMANCE

„Altern ist ein Tanz auf unebener Erde…..“ (Gerda Lerner)

Im liebevoll gestalteten Programmheft sind neben Aphorismen prominenter Persönlichkeiten zum Thema Alter einige Textauszüge aus der Performance zu finden und stimmen auf den bevorstehenden Theaterabend ein. Auch wird dazu aufgefordert, sich Gedanken darüber zu machen, was man im Leben am meisten vermisst, da dieser Aspekt gegen Ende der Aufführung zur Sprache kommen wird.

Die Bühne wird beherrscht von drei überdimensionalen, durchsichtigen Luftmatratzen, die je nach Bedarf verschoben oder gekippt werden können. Eine Frau im eleganten, roten Abendkleid und ein „älterer“, aber durchaus sportlicher Herr im Anzug lachen sich gegenseitig schallend aus und tauschen dann ihre Kleidung.

Dann steht aber auch schon das Hauptthema des Abends im Vordergrund: die Probleme mit dem Älterwerden. Grant McDaniel verschweigt uns nicht, dass er nun mit seinen 62 Jahren wirklich ein alter Tänzer ist. Doch bereits mit 23 Jahren verweigerte man ihm die Aufnahme in eine Ballettschule mit dem Satz: „You are too old.“

Viele kleine Episoden werden nun erzählt, gesungen oder getanzt. Es geht dabei immer um die Herausforderungen des Älterwerdens, die Akzeptanz der Vergänglichkeit und das Abschiednehmen. Doch kommt der Humor nie zu kurz und das Publikum ist dankbar für die vielen positiven Botschaften, denn das Alter hat auch seine angenehmen Seiten: „Die Angst kommt, die Angst geht, endlich so sein können, wie man ist…..“

Die Mischung ist durchaus bunt: Gabi Seeleitner spricht und singt deutsch, Grant McDaniel bleibt beim Englischen, so kommt natürlich auch ein Monolog des enttäuschten, alten König Lears bestens zur Geltung. Die Musik reicht von Klassik bis zu „Getting old sucks“ von Sudden Death.

Erfrischend und amüsant sind die Videoprojektionen auf dem Bühnenboden. Kinder erzählen, wie sie sich das Erwachsenwerden vorstellen, ihre Wünsche und Erwartungen: „Da kann ich alleine einkaufen gehen.“ „Da kann ich den ganzen Tag kochen.“

Etwas zögerlicher gaben die Zuschauer am Ende der Performance ihre vermissten Sehnsüchte preis. Einem geäußerten Wunsch – nach mehr Sonne und Wärme in Salzburg – kann ich mich nur voll und ganz anschließen.

A DANCE THEATRE PERFORMANCE / AS TIME GOES BYTOIHAUS SALZBURG – GASTSPIEL / PREMIERE 4. JUNI 2009 / KONZEPTION: Grant McDaniel, Anna Hauer, Gabi Seeleitner / Tanz/Performance: Grant McDaniel und Gabi Seeleitner / Regie: Anna Hauer


Buchpräsentation – “Das Lachen des Geckos” von José Eduardo Agualusa

Auf Einladung der Romanistischen Fakultät der Universität Salzburg war am 20.Mai 2009 der portugiesischsprachige Autor und Journalist José Eduardo Agualusa erstmals zu Gast in Salzburg. In der voll besetzten Kleinen Aula der Universitätsbibliothek stellte er seinen neuesten Roman „Das Lachen des Geckos“ vor. Sein Übersetzer, Michael Kegler, übernahm den deutschen Part.

Elisabeth PichlerElisabeth Pichler

José Eduardo Agualusa wurde 1960 in Angola geboren. Er lebte lange in Lissabon, dann in Rio de Janeiro. Bis heute hat er vier Romane, eine Sammlung mit Kurzgeschichten und einen Lyrikband veröffentlicht. Zudem ist er als freier Journalist für Radio und Zeitung tätig. Das Portugiesisch, in dem er schreibt, ist für ihn nicht mehr die Sprache der einstigen Kolonialherren, sondern „eine afrikanische Sprache, die Begriffe, Ausdrücke, die Rhythmen und die Gefühle des angolanischen Volkes aufgenommen hat“.

Seine Bücher sind in 16 Sprachen übersetzt worden. Auf Deutsch sind bisher zwei Romane erschienen: „Ein Stein unter Wasser“ (1999 im DTV Verlag) und „Das Lachen des Geckos (2008 im A 1 Verlag). 2006 gründete er den brasilianischen Verlag „Lingua Geral“, der nur Werke herausgibt, die ursprünglich auf Portugiesisch geschrieben wurden, und sich besonders um die Entdeckung junger Schriftsteller bemüht.

Agualusa und sein Übersetzer lasen abwechselnd auf Portugiesisch und Deutsch ausgewählte Abschnitte aus dem „Lachen des Geckos“, wobei die Frage, warum gerade ein Gecko diese Geschichte erzählt, bereits im Vorhinein geklärt werden konnte. Dieser Gecko beobachtet mit subtilem Humor den Protagonisten Félix Ventura, der einer ungewöhnlichen Tätigkeit nachgeht. Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von illustren Vorfahren und versorgt sie mit glücklichen Erinnerungen. Doch eines Nachts kommt ein Fremder in sein Haus, dem er eine neue angolanische Identität verschaffen soll. Venturas Schöpfung auf den Namen José Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend mit der erfundenen Person identifiziert und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vergangenheit begibt.

Der Gecko beobachtet lächelnd, träumt und hört sich Geschichten an, er nimmt uns mit auf eine spannende und poetische Reise. Der Roman bewegt sich zwischen einer Satire auf die politischen Verhältnisse und einem magischen Realismus, einer fast lyrischen Prosa. Die britische Zeitung „The Independent“ hat den Autor für diesen Roman mit dem Independent Foreign Fiction Prize 2007 ausgezeichnet.

In der anschließenden Podiumsdiskussion gab der Autor sichtlich erfreut über das rege Interesse des Publikums bereitwillig Auskunft über seine Arbeit. Er ist sich auch der Tatsache bewusst, dass der Erfolg eines Buches nicht vorhersehbar ist. So war einer seiner Romane in Holland binnen kurzem vergriffen, in anderen Ländern wieder blieb er liegen. Eine amüsante Episode erzählte er von einem großen Literaturfest in Lissabon. Dort saß er zufällig neben einem bekannten Rockstar, mit dem er sich intensiv unterhielt, am nächsten Tag war sein Name schlagartig bekannt.


Herr der Fliegen – ARGEkultur -Schauspielhaus

Das Schauspielhaus bringt derzeit ein eindrucksvolles Jugendstück  nach dem Roman “Herr der Fliegen” des Nobelpreisträgers William Golding  in der ARGEkultur auf die Bühne.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Rechtzeitig noch vor dem nahenden Schulschluss bringt das Schauspielhaus in Kooperation mit der ARGEkultur ein Jugendstück auf die Bühne. Der größte Erfolg von William Golding – er erhielt 1983 den Nobelpreis für Literatur – ist seine 1954 erschienene Erzählung „Herr der Fliegen“ über die Erlebnisse einer Gruppe von gestrandeten Schülern, eine Parabel auf die Brüchigkeit der Zivilisation.

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Kaum sind die Geräusche eines Flugzeugabsturzes verklungen, erscheint im dichten Nebel Ralph und stellt lapidar fest: „Ich glaube, wir sind auf einer Insel.“ Dies könnte unsere Fantasie beflügeln und aus den metallenen Podesten, die die Bühne einnehmen, grüne Urwaldhügel entstehen lassen. Mit Hilfe eines Muschelhorns (in diesem Fall ein rostiges Sprachrohr) werden die Überlebenden zusammengerufen, eine Gruppe moderner Jugendlicher.

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Von Beginn an stehen sich zwei Gruppen gegenüber, die Konflikte sind vorprogrammiert. Der verantwortungsbewusste Ralph (Maximilian Pfnür) und die intelligente Brillenträgerin Sophia (Anna Maria Paumgartner) sind als Verfechter der Demokratie und Zivilisation für klare Regeln. Doch auch die aggressive Jackie (Nevena Lukic), die Jagen viel spannender findet als die langwierigen, mühseligen Aufgaben des Hüttenbaus und Signalfeuer stellen, hat ihre Anhänger.

Herr der Fliegen

Betroffen beobachtet man nun den Prozess der zunehmenden Verrohung. Aus den anfangs noch etwas ängstlichen Jugendlichen werden schon bald gewalttätige Wilde und in Konfliktmomenten entsteht eine gefährliche Gruppendynamik, die logischen Argumenten unzugänglich wird.

Herr der FliegenClaus Tröger bringt die Geschichte sehr flott und rasant auf die Bühne. Die jungen Schauspieler können sowohl in den wilden Tanz- bzw. Kampfszenen (Choreographie: Ekkehard Hager) als auch in ihren Monologen überzeugen.

Herr der FliegenBesonders für den Schulunterricht ist die Hauptthematik der Geschichte – die angeborene Gewaltbereitschaft des Menschen – ein brisantes und höchst aktuelles Thema. William Goldings „Herr der Fliegen“ bietet sich daher immer wieder, ob als Buch oder als Theaterstück, als Grundlage für Diskussionen an.

ARGEKULTUR / SCHAUSPIELHAUS SALZBURG – PREMIERE: 20. MAI 2009 / JUGENDSTÜCK AB 13 JAHREN / FÜR DIE BÜHNE EINGERICHTET: NIGEL WILLIAMS/ DEUTSCH VON ASTRID WINDORF. MIT: MAXIMILIAN PFNÜR, NEVENA LUKIC, ANNA MARIA PAUMGARTNER, PAUL PLOBERGER, BENJAMIN LANG, ALISCA BAUMANN, MARCO SCHAAF, MICHAELA SCHMIDT, MELANIE ARNEZEDER. / REGIE: CLAUS TRÖGER / AUSSTATTUNG UND LICHTDESIGN: HUBERT SCHWAIGER / CHOREOGRAFIE: EKKEHARD HAGER / Fotos: Eva-Maria Griese


Romeo und Julia – Schauspielhaus

Elisabeth Pichler. Die vornehmen Veroneser Familienväter der verfeindeten Montagues und Capulets sitzen bereits zu Beginn etwas ramponiert in einem heruntergekommenen Ballsaal herum und bejammern ihr Schicksal. Eine kleine Varietébühne mit rotem Samtvorhang im Hintergrund erweckt Neugierde: Was mag sich dahinter wohl verstecken? Der Balkon? Das Schlafgemach der Julia? Oder gar die Familiengruft? Das Bühnenbild von Susanne Ellinghaus, so einfach es auch scheint, birgt viele Überraschungen. Erstaunlich, wozu einfache Stühle oder selbst der Bartresen verwendet, teilweise sogar eher missbraucht, werden können.

Zunächst stürmen voller Aggressivität Jugend-Gangs auf die Bühne, Rivalität liegt in der Luft. Doch Romeo hat andere Probleme: Seine angebetete Rosalinde will ihn nicht erhören. Da kommt als Ablenkung die Einladung zu einem Maskenball gerade recht. Während der äußerst amüsanten Vorbereitungen für dieses Fest lernen wir auch Julia samt Familie kennen.

Manuel Löwensberg und Maria Spanring als Romeo und Julia sind in dieser Inszenierung sehr moderne junge Menschen, sie verlieben sich schnell und heftig und warten dann doch voll Zweifel auf den erlösenden Telefonanruf. Oliver Hildebrand als hilfreicher Pater Lorenzo ist gleichzeitig auch Benvolio und besticht durch modische Kleidung.

Ulrike Arp übernimmt als Julias Mutter und frustrierte Ehefrau auch noch die Rolle der Amme.

Es gibt in jüngster Zeit eine Reihe neuer Shakespeareübersetzungen und Nachdichtungen von namhaften Schriftstellern. Catharina Fillers hat sich jedoch eine eigene Fassung erarbeitet und nur für den Prolog und die Liebesszenen die bekannte Schlegel-Übersetzung verwendet, so ergeben sich zwei Sprachebenen. Auch der Humor kommt in dieser Aufführung nicht zu kurz: „Ich suche in meiner Inszenierung auch nach einem Humor, der diese Geschichte verankert – im Herzen der Zuschauer.“

Catharina Fillers, die auf sehr erfolgreiche Inszenierungen von Kinderstücken, vor allem aber Jugendtheater verweisen kann, bringt das wohl bekannteste Shakespeare-Stück respektlos, locker und sogar etwas trashig auf die Bühne. Dabei bleibt die Romantik zwar etwas auf der Strecke, doch macht dies die Geschichte – besonders für junges Publikum – gut nachvollziehbar. Das Drama wird ohne Pause in 1 Stunde 40 Minuten durchgespielt und hinterlässt auf alle Fälle – auch in dieser modernen Deutung – einen tiefen Eindruck.

SCHAUSPIELHAUS SALZBURG – PREMIERE: 7. MAI 2009 / Mit: Ulrike Arp, Ogün Derendeli, Florian Eisner, Oliver Hildebrandt, Sven Kaschte, Manuel Löwensberg, Marcus Marotte, Thomas Pfertner, Georg Reiter, Maria Spanring, Bededikt Vyplel / Regie: Catharina Fillers / Ausstattung: Susanne Ellinghaus


Robert Pienz – SCHAU Spielplan 2009/ 2010

Letzte Woche stellte das Schauspielhaus Salzburg der Presse den Spielplan für das Theaterjahr 2009/2010 vor. Sehr zufrieden zeigte sich der Künstlerische Direktor, Robert Pienz, mit der Auslastung von durchschnittlich 85 Prozent (ca. 60.000 Besucher) im vergangenen Jahr. Derzeit stehen noch drei äußerst publikumswirksame Stücke („Rose und Walsh“ mit Julia Gschnitzer, der Shakespeare-Klassiker „Romeo und Julia“ sowie das Jugendstück „Herr der Fliegen“ in der Arge Nonntal) auf dem Programm.

 Im kommenden Jahr sind je fünf Premieren im Saal und im Studio geplant sowie drei Kinder- bzw. Jugendstücke.

 Im Saal beginnt die Saison am 15. September 2009 mit „Liliom“ von Franz Molnar und endet am 6. Mai 2010 mit der Premiere von „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni. Weiters wird hier „Rausch der Macht“ nach Claude Chabrols Politthriller „Geheime Staatsaffären“ zur Uraufführung gebracht sowie eine Dramatisierung von Franz Kafkas „Der Prozess“ und die Komödie „Rollenspiel“ von Alan Ayckbourn gespielt.

Im intimeren Studio kommt am 20. September 2009 Ingrid Lausunds neues Stück „Benefiz – jeder rettet einen Afrikaner“, eine kritische Satire über soziale Gerechtigkeit, zur österreichischen Erstaufführung. Es folgen: „Nora“ von Henrik Ibsen, „Angst essen Seele auf“ von Rainer Werner Fassbinder sowie zwei Koproduktionen, „Das Versprechen“ von Friedrich Dürrenmatt und „Im Ausnahmezustand“ von Falk Richter.

 Frau Petra Schönwald, die bisher als Theaterpädagogin sehr erfolgreich am Salzburger Landestheater tätig war, kehrt nunmehr an das Schauspielhaus zurück. Sie wird hier den Kontakt mit den Lehrern pflegen und mit diesen gemeinsam versuchen, Schüler und Jugendliche für das Theater zu begeistern.

Auf vielfachen Wunsch gibt es eine Neuauflage des Kindermusicals von Peter Blaikner „Ritter Kamenbert“. „Pünktchen und Anton“ nach dem Roman von Erich Kästner für Kinder ab acht Jahren und „Farm der Tiere“ von George Orwell für Jugendliche ab zwölf Jahren ergänzen das Programm.

 Neu wird die „Monobox“ sein, ein Container mit 15 bis 20 Sitzplätzen, der im Innenhof aufgestellt wird und so das Publikum noch näher an die Schauspieler heranbringt. Dieser abgeschlossene Raum soll von jungen Regisseuren und Auszubildenden bespielt werden und eine Plattform für schnelle, experimentelle Formate bieten.

Ein Programm, das neugierig macht und sicherlich anregende und spannende Theaterabende garantiert.

 

Elisabeth Pichler, Dorfzeitung