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Meinungsfreiheit

Demokratie braucht freien Journalismus

Meine Gedanken schweifen um die in Österreich bedrohte Freiheit des Journalismus. Damit tritt dieses Land, tritt meine Wahlheimat, unter Billigung eines machtgeilen Kanzlerchens, in die Fußstapfen aller autoritären Regime.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Sei es China, sei es Russland, sei es die Türkei, sei es in. Die Freiheit der Presse gehört in den Kerker. So droht aktuell der Spitzenkandidat für die Europawahlen, der FPÖler Vilimsky – würde man ihm eine SS-Uniform anziehen – er könnte nicht besser gekleidet sein – dem ORF-Journalisten Armin Wolf mit Rauswurf.

Dreckig. Da sind wir angekommen, wo ich glaubte, wo meine Gedanken sicher waren, wir niemals mehr ankommen würden. Im braunen Sumpf giftigen Schlamms der Vergangenheit. Einer Vergangenheit, die zur Gegenwart zu drohen wird.

Zum Hohn druckt dann am heutigen Sonntag, dem 28. April 2019, die Kronenzeitung ein sogenanntes Interview mit dem ehemaligen Wehrsportler und heutigen Vizekanzler ab.

Meine Gedanken lachen weinend. Das ist kein Interview, das sind die rechtsextremen Statements, die Strache schon seit Tagen verbreitet. Getarnt als Interview. Gipfelnd in der gerne von allen rechtsextremen Vertreterinnen und Vertretern angeführten Verschwörungstheorie der Bevölkerungsvermischung, des Austausches von Christinnen und Christen gegen Muslime und Muslima.

Eben das ist keine freie Presse. Das ist Manipulation. Das macht Göbbels, den Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, wieder präsent.

Nein, wir brauchen einen freien Journalismus, wir brauchen Journalisten und Journalistinnen wie Armin Wolf und ja, wir brauchen keine Krone der Zeitungen, die sich Unfreiheit verschreibt, verhuurt, wie es im niederländischen heißt.

Aber Achtung. Vielleicht hat sogar dieses Blatt die Zeichen der Zeit erkannt. In der bereits zitierten Ausgabe findet sich sehr zur Überraschung meiner Gedanken ein Artikel mit viel Kritik am Kanzlerchen.

Schaun wir mal.


Brügge

Belgische Küste – Flandern

Teil 4 – Brügge

Brügge nähern wir uns von unserem Ausgangspunkt Blankenberge
unspektakulär. Über Schnellstraßen und Autobahnen. Auch hier keine
Kindheitserinnerungen, wohl aber Erinnerungen, die aus meiner beruflichen Zeit
stammen, als ich in Brügge – wie in vielen anderen Städten Europas – als
Seminarleiter tätig war. Auch schon wieder rund 25 Jahre her. Es sind luxuriöse
Erinnerungen. Die ich weder missen noch wiederholen möchte.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Na jedenfalls finden wir uns nach mühsamer Parkplatzsuche schnell im Zentrum der Altstadt ein, wo wir auf unerträgliche Massen an Touristinnen und Touristen aus nahezu allen Ländern dieser Welt treffen, wo wir selbst Teil dieser Blase werden, die so schnell wie möglich zu verlassen unser dringlichster Wunsch ist. Klar, das Zentrum ist toll, supertoll. Aber bitte. Unsere friedvollen Hündinnen beginnen zu revoltieren (Dobermannmix und Schäfermix – da bekommen über 70 Kilogramm an Revolte eine eigene Dimension), meine Frau und ich zeigen einander die Zähne. Nix wie weg!

Wir entscheiden uns für die Wege und Gassen abseits von. Und
bleiben trotzdem mittendrin. In Brügge. Schlendern entlang von Kanälen, wo
Hausboote vor Anker liegen, lassen unsere Blicke nach oben schweifen, wo es
viel zu entdecken gibt. Die Giebel. Zeichen einer Epoche. Kleine Skulpturen. So
schön!

Pause. Imbiss vom Grill. Tolle Atmosphäre. Sehr gutes Fleisch.

Weiter. Wir stoßen auf den Beginenhof, gegründet im Jahr 1245,
seit einigen Jahrzehnten Heimat von Benediktinerinnen. Der klangvolle Beiname
„Ten Wijngaarde“, was so viel wie „zum Weingarten“ bedeutet, geht auf den
großen Garten rund um die Gebäude zurück, in dem gesunde Kräuter, Pflanzen und
auch Weinreben wuchsen. Durch das Gelände zieht sich das Minnewater. Diente der
Fluss einst als Wasserstraße in Brügge, so ist er heute vor allem Heimat von
Enten, Schwänen und auch Fröschen. Ja, meine Frau könnte sich vorstellen, nach
meinem Ableben sich an einen solchen Ort zurückzuziehen. Aber der Kopf ist
rund, damit die Gedanken wandeln können und so weit sind wir ja zum Glück noch
nicht.

Wir verlassen Brügge mit zahlreichen Eindrücken.


Belgische Küste - Flandern

Belgische Küste – Flandern

Teil 3: Damme

Je näher wir von unserem Ausgangspunkt Blankenberge Damme kommen, je mehr tauchen wir ein in eine Polderlandschaft, die uns sofort für sich einnimmt. Gewaltige baumgesäumte Alleen, Kanäle, sumpfige Wäldchen, Heuwiesen, Schilfkrägen. Schafe, Kühe, Pferde, Esel. Ja, Flandern liebt Esel. Möwen, natürlich. Viele andere Vögel. Im Wasser springende Fische. Kaum Menschen. Große Gehöfte. Wohnhäuser und Anwesen im typischen Baustil der Region. Alles strahlt Ruhe aus.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld

Wir erwandern uns Teile dieser Landschaft, legen rund 10 Kilometer zu Fuß zurück, bevor wir entschließen, Damme zu betreten.

Die Stadt Damme hat ihre Entstehung einer Sturmflut im Jahr 1134
zu verdanken. Es wurde ein Deich errichtet, hinter dem sich ein Fischerdörfchen
entwickelte, welches im Laufe der Zeit zu einer heraufstrebenden Hafenstadt
heranwuchs.

Als erstes werden wir mit einem gewaltigen Bauwerk konfrontiert:
Onze-Lieve-Vrouwekerk. Die Liebfrauenkirche. Erbaut wurde sie im Jahre 1225. Im
Laufe folgender Jahrhunderte musste sie auf Grund aufkommender Armut Federn –
besser Steine – lassen. Imposant ist sie geblieben. Leider entgeht uns, dass
man in den Turm aufsteigen kann und von dort dann einen phantastischen
Rundblick auf Damme und die Polderlandschaft hat. Egal. Ist auch so mehr als
beeindruckend. Wir streifen bei frühlingshaftem Wetter durch Straßen und
Gassen. Stattliche Gebäude, die von früherer Größe Zeugnis ablegen .Viele
Gärten vor und hinter den typischen Häusern. Viele Restaurants mit Gastgärten
und heimeligen Innenräumen.

Apropos. Hungrig vom Herumstreifen und der vorherigen Wanderung lassen
wir uns in einem Gastgarten nieder, um uns der Sünde hinzugeben. Kaffee mit
Sahne, eine große Waffel mit Schokolade und Eis für meine Frau, Pfannkuchen mit
Butter und Eis für mich – alles überstreut mit reichlich braunem Zucker.
Köstlich. Auch im Innern verspricht dieses Gasthaus Genüsse, die wir aber nicht
mehr probieren können. Übrigens. Billig ist hier nichts. Aber das
Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Und die Freundlichkeit ist nicht zu
übertreffen. Wie überhaupt wir während unseres gesamten Besuches in Flandern
vom offenen, hilfsbereiten Wesen der Menschen sehr positiv überrascht waren.

Es ist bereits später Nachmittag und Blankenberge ruft. Den
Sonnenuntergang wollen wir am Meer erleben.

Dag, Damme.


Belgien

Belgische Küste – Flandern

Teil 2 – De Haan und Zeebrugge

Rochus Gratzfeld

Einen krassen Gegensatz zu Blankenberge bildet De Haan, französisch Le Coq, auch Le-Coq-sur-Mer.

Von
Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Da meine Eltern, wie bereits im Bericht über Blankenberge erwähnt, wenig mit Kunst, Kultur und Architektur am Hut hatten, kann ich hier nicht an Erinnerungen aus der Kindheit anknüpfen. Jedenfalls erteilte König Leopold II. von Belgien 1889 die Genehmigung für die Bebauung eines Dünenabschnittes. Verbunden mit Auflagen. So durfte eine bestimmte Bauhöhe nicht überschritten werden, mussten die Häuser freistehend und von Gärten umgeben sein. Für die Villen war der anglo-normannische Baustil ein Muss.

Bei unserem Rundgang durch die Stadt sind wir fasziniert von der
Bebauung der „Concessie“ mit weißen Villen und Hotels im Stil der Belle Epoque
und im Landhausstil.

Die Stille in den Straßen, Gassen und Parkanlagen strahlt eine
Vorfreude auf Frühling und Sommer aus, die sich auf unsere Stimmung überträgt.

Nicht begegnen wir der Seele des berühmtesten Kurzzeitbewohners
der Stadt – Albert Einstein. Sechs Monate lebte er dort im Jahre 1933 nach
seiner Flucht aus Deutschland.

Unsere eigenen Seelen lassen wir zum Abschluss unseres Besuches
von De Haan noch ein wenig in den Dünen baumeln.

Zeebrugge. Weitgehend Schluss mit Beschaulichkeit. Wenngleich, der alte Fischereihafen, heute Yachten vorbehalten – Nostalgie. Die Kneipen hier ebenfalls. Nostalgie pur. Einige wenige Gebäude, die architektonisch beeindrucken. Gute Fischgeschäfte. Frisch auf den Tisch lautet die Devise.

Ansonsten. Ein riesiges Logistikzentrum für den Transport von
Waren nach Übersee – zumeist Autos. Unüberschaubar die Anzahl der Container und
Schwertransporter auf vielen Rädern, der riesigen Schiffe. 24 Stunden Business
und Hektik. Ich verzichte auf Fotos. Schwenk- und Hebebrücken stoppen immer
wieder den Verkehr. Fordern uns Geduld ab. Wir nehmen uns die Belgier zum
Vorbild, die, anders als die Türken, wie ich es so oft in Istanbul erlebte, auf
ein Hupkonzert verzichten. Dennoch. Nix wie weg in ruhigeres Fahrwasser,
wenngleich eine Erfahrung, die wir nicht missen wollen.


Blankenberge

Belgische Küste – Flandern

Teil 1 – Blankenberge

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

1010 Autokilometer von Salzburg entfernt erreichen wir mit Blankenberge den Stützpunkt, von dem aus ich Kindheitserinnerungen auffrischen will. Vieles erinnert an die Zeit von vor mehr als fünfzig Jahren. Die Betonburgen direkt am Strand. Die Pier von Blankenberge. Wurde erbaut im Jahre 1933 nach einem Entwurf von Jules Soete. Sie wurde ebenfalls aus Beton erstellt und sticht 350 Meter weit in die Nordsee. Heute befindet sich dort ein Luxusrestaurant. Die schier unendliche Weite der Strände, die sich über 65 Kilometer hinziehen. Jetzt, Ende März, menschenleer und Freiheit ohne Ende für unsere vierbeinigen Begleiterinnen. Ich erinnere mich an Dreck. Viel Dreck und an schmutziges Wasser. Heute sieht der Strand aus, als würde er täglich geputzt. Wird er aber nicht. Er ist einfach nur sauber. Unglaublich sauber. Und das Wasser riecht frisch. Wie es auf der Promenade und am Strand im Sommer zugeht, können wir uns mit Blick auf die zahllosen Lokale leicht vorstellen. Da boxt dann hier der Papst im Kettenhemd.

Am Horizont riesige Containerschiffe –
sie befördern vor allem Autos von hier nach dort, von dort nach hier -,
aufgereiht wie die Flugzeuge bei Start und Landung am Frankfurter Flughafen,
was ich über viele Jahre beobachten konnte. Gleichsam beeindruckend wie
bedrückend. Bedrückend ebenfalls das Wissen darum, dass an dieser Küste so
viele Menschen starben, als die Alliierten hier die kriegsentscheidende Wende
im Kampf gegen das Naziregime vollziehen konnten. Da war die Nordsee
rotgefärbt.

Die Betonburgen. Hochhäuser mit
durchschnittlich zehn Etagen. In den Lücken eingezwängte kleinere Häuser. Stehengeblieben
Zeit. Wenige Neubauten. Hier scheiden sich die Geister. Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin
Nachtigall. Also wie in meiner Kindheit es meine Eltern
bevorzugten, eben in einem dieser Hochhäuser ein Appartement zu mieten, entscheiden
sich auch meine Frau und ich für eine Wohnung in der sechsten Etage. Belohnt werden
wir mit einer atemberaubenden Aussicht, die es schwerfallen lässt, unsere
Blicke abzuwenden. Zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Meine Eltern hatten mit Kultur, mit Kunst und Architektur so wenig am Hut, wie die zahlreich an unserem Fenster vorbeifliegenden Möwen. So komme ich jetzt mit mehr als fünf Jahrzehnten an Verspätung dazu, mich zusammen mit meiner Frau in „Blankenberge hinter der Promenade“ umzusehen. Eine bunte Mischung verschiedener architektonischer Stilelemente bestimmt das Stadtbild. Besonders angetan haben es uns Zeitzeugnisse aus der Belle Époque – Bezeichnung für eine Zeitspanne von etwa 30 Jahren um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Dazu passend eine Vielzahl von Jugendstilelementen. Das alles vermischt mit Bausünden aus den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Es finden sich viele kleine Geschäfte mit einem Angebot lokaler und regionaler Genüsse, welches uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Leider Muscheln Fehlanzeige – keine Saison. Dafür Meeresfische und „Chair de Bulots – facon bruxelloise“, Schnecken. Zum Abschluss eines abendlichen Rundgangs lassen wir uns das schmecken, was zu einem Besuch in Belgien einfach dazu gehört: Pommes mit einer riesigen Portion Majo zum Preis von 3,80 Euro in einem gehobenen Frittenladen. Dazu ein belgisches Bier aus einer Auswahl von allein hier 60 angebotenen Sorten. Köstlich!


das leben geniessen

Zum Winterende

Heute habe ich zusammen mit einer Freundin und einem Freund den Winter offiziell beendet. Mit unserem obligatorischen wöchentlichen Saunabesuch. Jetzt muss die Sauna bis Oktober Seen und Pool weichen.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld Salzburg und Sarród

Ich schau mich um. Ja, ich schaue. Bin schließlich ein sehender Mann. Künstler. Fotograf. Ich schaue zurück. Lasse den Saunawinter Revue passieren. Lasse die Gedanken schweifen.

Bei 99% der Männer reicht der Penis nicht bis zu den Kniekehlen. Er endet weit früher in fröhlicher Zurückgezogenheit. Auch „Stierhoden“ sind mehr als Mangelware.

Sixpacks: Fehlanzeige. Dafür gut entwickelte Bäuche.

Bei 99% der Frauen strecken sich die Brüste – soweit in entsprechender Größe vorhanden – nicht zum Kinn. Sie scheinen sich eher am Bauchnabel zu orientieren. Auch um die Hüften präsentieren sie sich speckig. Lasse die Gedanken schweifen.

Frage mich: Warum. Warum hat die Werbung so viel Erfolg mit Produkten, die eine Körperveränderung versprechen? Ein längerer Penis. Pralle Brüste. Six Packs. Volle Lippen, oben wie unten.

Warum, denken meine Gedanken, akzeptieren sich Frauen und Männer nicht so, wie sie sind? Fühlen sich einfach wohl in ihrer Haut.

Und scheißen auf die Werbung.


Am zugefrorenen Neusiedlersee. © Rochus Gratzfeld Sarród - Salzburg

Aufstehen. Die Stimme erheben.

DER RECHTE. Er steht mit beiden Beinen auf dem Boden dessen, was er als festes Recht empfindet. Dabei merkt er nicht, dass er mit diesen beiden Beinen bereits im Schlamm steckt.

Viele Menschen brauchen feste Regeln, an die sie sich klammern können. Hinterfragen ist lästig, tut so gar oft weh. Dies erklärt, warum die Menschen 1938, als die POLITIK ÜBER DAS RECHT gestellt wurde, weiterhin fest an den Glauben sich klammerten, alles sei rechtens.

Es war damals wie heute so einfach, so bequem. Und deshalb greift ein Kickl wieder zu den Mitteln von damals, versucht es zumindest.

Die Deportationen von damals sind mit denen von heute nicht zu vergleichen. Die Greuel hatten eine andere Dimension.

Aber Menschen sehendes Auges in ein unkalkulierbares – oder eben doch kalkulierbares – Unglück abzuschieben, das ist ein Anfang zurück zu viel größeren Greueltaten.

Dagegen muss sich die Gesellschaft wehren.
Aufstehen. Die Stimmen erheben.


Am Balaton

Winterausflug an den Balaton

Von Sarród hat uns unsere kurze Reise in die Weinberge geführt, oberhalb des großen Sees. Quartier fanden wir in Dörgicse in einem denkmalgeschütztem Bauernhaus, errichtet 1881.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld

Schnee und eisiger Wind. Dann blauer Himmel und Sonnenschein. Alte Gehöfte neben aufwendig renovierten Steinhäusern. Landschaft ohne Ende. So wie der schier endlos erscheinende See. Der größte in Mittel-Süd-Ost-Europa. Größer als der Bodensee, als der Genfer See. Da erscheint „unser“ Neusiedlersee eine Pfütze, obgleich auch dieser alle oberitalienischen Seen an Ausdehnung übertrifft. Gewaltige Dimensionen umgeben von einer ebenso gewaltigen Landschaft.

Jetzt im Winter ist der Sommertourismus fast nicht vorstellbar. Ein Höhepunkt auch der Besuch des alten “Friedhofs der Herzen” mit jüdischem Teil.

Auch ein Ausflug auf die Halbinsel Tihany mit ihrer Abtei und großartigem Fernblick gehörte zum Programm. Nun denn. Wir haben diesen Ausflug genossen.

Unser Heimweg führte uns dann wieder durch beeindruckende Landschaften und ländliche Orte. Eine kurze Rast legten wir in Sümeg, 20 km nördlich des Balatons, ein. Dort thront eine Burg oberhalb der Altstadt.


Rochus Gratzfeld

Die Hochzeit. Oder der Teufelspakt.

Warum ich so lange brauchte, auf dieses unselige Ereignis zu reagieren?
Nun. Meine Gedanken warteten auf eine Audienz bei Goethe.
Sie haben sie schließlich nach langer Zeit bekommen. „Ihr habt ja auch lange in Frankfurt gelebt. Nun denn“, waren seine Worte, als er meine Gedanken empfing.
Ein freundlicher Toter mit immer noch wachem Geist.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Über Faust hat er sich mit meinen Gedanken ausgetauscht. Über den Pakt mit dem Teufel. Einen Pakt, den Frau oder Mann eingeht, um zu erreichen, was Frau oder Mann sonst aus eigenen Kräften nicht erreichen kann. Der Preis dafür: die Seele.

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Über Putin haben sich meine Gedanken und Goethe unterhalten. Er fand klare Worte: „Einer, der über Leichen geht, um seine Macht zu stabilisieren. Einer, der Konkurrenz in sibirische Konzentrationslager verdammt. Einer, der dem vielleicht größten Despoten der Gegenwart militärisch das Überleben sichert.“ Aber er sagte auch „gegen Putin wird Europa nicht überleben. Dazu braucht es aber keine Teufelspakte, sondern klare Vereinbarungen auf Augenhöhe. Dazu braucht es die Einbindung Russlands in vielerlei Hinsicht“.

Die Hochzeit. Nun, wir wissen, gerade im Mittelalter war die Hochzeit ein beliebtes Instrument, um Machtstrukturen zu festigen. In vielen Ländern dieser heutigen Welt ist das auch heute noch so. Auch in Österreich?

Was hat die aktuelle Außenministerin Österreichs, Karin Kneissl, dazu bewogen. Putin zu ihrer Hochzeit eizuladen? Zu diesem doch eigentlich intimen Ereignis. Einen Despoten. Kneissel ist hochgebildet, hochintelligent. Alles, was sie als Argumente für diese Untat vorgegeben hat, ist dummes Zeug. Sie macht einen Knicks vor Putin. Warum? Und war nicht diese ganze beschämende Aktion bis ins Detail mit Kurz und Strache abgesprochen? Wofür hat Kneissl ihre Seele verkauft? Und warum folgte Putin der Einladung einer global völlig unbedeutenden Politikerin, zu der er keinen persönlichen Bezug hat und die ihn sexuell sicher nicht interessiert?

Goethe hat auch auf diese Fragen Antworten: „Kneissel ist machtgeil. Kneissel will ihre Stellung festigen. Kneissel ist regierungstreu…solange es ihr dient. Dafür betreibt sie sogar die Prostitution ihrer Seele. Kurz und Strache zieht es in Richtung Russland. Sie folgen damit Orbán. Hoffen auf eine Unabhängigkeit vom westlichen Europa. Fatal. Putin will Europa teilen und somit ohne Waffeneinsatz Einfluss zurückgewinnen. Schlafen wird er aber für dieses Ziel mit Kneissel nicht.“ Das wäre aus seiner Sicht zu viel verlangt.

Meine Gedanken haben sich dankend von Goethe verabschiedet. Mein Kopf schüttelt sich. Vor so viel Dreck in unserer Gesellschaft, in Europa, in der Welt. In unserem Österreich.


Donald Trump. Und.

Donald Trump. Und.

 

Die Gedanken kreisen um ein Alphamännchen. Eigentlich hat er ein Alter erreicht, in dem Jungbullen längst die ersten Angriffe probieren würden. Aber er ist noch stark. Auch, weil Geld potent macht. Die Eier dicker. Und den Schwanz bei Bedarf hart. Ich bin sicher. Wäre er nicht als Milliardär geboren worden, er hätte sich auch in einer Streetgang durchgesetzt. Brutal. Rücksichtslos. Trump first.

Jetzt gilt America first. Der Rest der Welt gehört gefickt. Wie die Frauen.

Europa hat er sich als erstes ausgesucht. Mit dieser für ihn unattraktiven Kanzlerin an der Spitze Deutschlands. Europa will er flach legen. Fertig machen. America first. Dabei macht er noch nicht einmal vor UK halt. Eben auch eine für ihn unattraktive Kanzlerin. Und die Queen. Bereit zur Feuerbestattung. Ohne sonstigen Respekt.

Marschall Plan? Das Bollwerk gegen die verhassten Kommunisten im Osten Europas? Geschissen. Putin will er anders fertig machen. High noon. Er braucht Europa nicht mehr. Ein lästiger Zwerg aus der Vergangenheit mit störender Wirtschaftsmacht. Das macht den Bullen wütend.

Schnitt

Und.

Putin. Die Anzahl seiner öffentlich präsentierten Erektionen ist zahllos. Er ist so reich wie Trump, so mächtig, aber ist Trump vor allem in einer Eigenschaft überlegen: Er ist intelligenter. Europa ist ihm nicht egal. Im Gegenteil. Seine Strategie: Spaltung. Seine Mittel: Medien. WWW. Ab und an die Demonstration militärischer Stärke. Er will Teile Europas zurück ins Reich. Und Länder wie Österreich und Ungarn öffnen bereits willig ein wenig die Beine. Auch die AfD in Deutschland scheint zum Koitus zu gegebener Zeit bereit.

Schnitt

Trump und Putin werden die Zukunft Europas bestimmen. Wenn nicht Europa united wird. Die Schritte dazu wären in der Theorie keine ganz großen, erscheinen aber in der gegenwärtigen Praxis fast nicht machbar. Zu viel Uneinigkeit, zu viele Probleme, die eigentlich keine sind, aber von egoistischen Politikerinnen und Politikern schamlos der Befreiung Europas wie Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Migration ist dabei das große Thema auch kleinster Kanzler, wie dem Österreichs oder Ungarns. In Deutschland macht ein Seehofer in der Politgeriatrie kaputt, was nur kaputt zu machen ist.

Schnitt

Ende

Gedanken aus Bleistift.
Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród.


Danubia Meulensteen Art Museum

Danubiana Meulensteen Art Museum

Obgleich wir früh losgefahren waren erwartete uns bei der Ankunft bereits brütende Hitze. Die Luftfeuchtigkeit lag bei fast 100%. So glaubten wir uns also in Asien und nicht 20 km von Bratislava entfernt, auf einer Donauinsel.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg & Sarród

Alles in mir schrie nach Kühle. Nach Klimaanlage. Dennoch beschlossen wir, uns zunächst den Skulpturenpark anzusehen. Immer entlang des Wassers in einem gepflegtem, aber schattenlosen Parkgelände. Kurze Rast mit Fruchtbowle. Erfrischend.

Dann herein ins tatsächlich klimatisierte Museum. Dennoch heiß. Es überwogen Exponate der Sammlung Meulensteen. Gerhard Meulensteen aus Eindhoven gründete diesen Kunstort zusammen mit Vincent Polakovic, einem slowakischen Galeristen. Wie gut, dass sich die Gleichgesinnten trafen!

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Was uns im Inneren besonders beeindruckte? Die Ausblicke nach außen. Einzigartig. Über Innenkunst zu Außenskulpturen auf die Donau. Da wird wieder bewusst, welche Chancen die Verantwortlichen in Salzburg weggeworfen haben, als sie das Ansinnen der Stiftung Guggenheim kurzsichtig verwarfen.

Danubiana Meulensteen Art Museum

Noch mal raus. Aufs Dach. In die fetzt fast unerträgliche Hitze. Skulpturen und eine phantastische Sicht auf die Donau bis nach Bratislava und die dort beginnenden Karpaten.
Hunger auf Kunst gestillt. Hunger.

Gleich gegenüber, auf dem „Festland“, eine Marina. Klein, aber fein. Der Lunch: hervorragende Küche. Ungarisch mit mediterranen Akzenten bei aufmerksamem Service.
Ein gelungener Ausflug!

Danubiana Meulensteen Art Museum
Adresse: Vodné dielo Slovensko, 851 10 Bratislava-Čunovo, Slowakei
Öffnungszeiten:
Montag: Geschlossen
Alle anderen Tage: 10:00–18:00


Erotik

Gibt es Erotik auf einer dermatologischen Männerstation?

Eindrücke eines Tagesaufenthaltes.

Nein, gibt es nicht. Und mit diesem Statement könnten sich die Gedanken wieder zur wohlverdienten Ruhe begeben. Denn die brauch ich ein wenig.

ErotikAber sie wollen doch noch ein wenig schweifen. Die Gedanken. Jedenfalls wurde ich vor exakt einer Woche zum ersten Mal operiert. Hier in Salzburg. Ein Basaliom an der Nase hatte beschlossen, zurückzukehren. Es wurde entfernt. Für gutartig befunden. Zum Glück. Heute die zweite Operation zur Schließung der Wunde und zur Wiederherstellung meiner relativen Schönheit. Einbestellt wurde ich auf exakt 8 Uhr in der Früh. Mir sollte ein Bett zugewiesen werden, was ich nachdrücklich verweigerte.

Nun denn. Jetzt begann es hoffnungsvoll. Eine junge, nach herkömmlichen Standards attraktive, Assistenzärztin begrüßte mich mit der Aufforderung, mich bis auf die Unterhose zu entkleiden.

Hoffnung keimte auf. Forsch entgegnete ich, dass ich doch auch bitte die Unterhose ausziehen möchte. Ihr fragender Blick erweckte bei mir Verständnis. Gut, es ging um meine Nase, nicht um meinen Johannes. Damit hatte ich auch alles vermasselt. Die Nase? Offensichtlich, antwortete ich, diese mit dem Verband versehen ihr entgegenstreckend. Ja dann brauchen sie sich ja gar nicht auszuziehen. Wie Recht sie hatte.

Was nun folgte war eine unaufgeregte Wartezeit von exakt 5 Stunden und 30 Minuten. Endlich, endlich dufte ich mich in den Klink-Look werfen. Dieses sexy Hemdchen, hinten offen, die liebreizende grüne Haube. Happy! Etwas verwirrte mich ein Armband, welches mir en passant angelegt wurde. Ich fragte, ob dies im Fall meines Ablebens zur Leichenentsorgung dienen würde. Das Schwesternlächeln war gequälte Antwort. Die OP selbst verlief zutiefst einfühlsam durch einen Oberarzt, für den ich ebenso wie für sein Team nur lobende Worte finden kann. Bravo!

Jetzt doch noch für zwei Stunden ein Bett. Bis zur Endkontrolle. Ein älterer Zimmergenosse ging unten ohne, na jedenfalls nur spärlich bedeckt durch eine Art Netz, umher, ein fürsorglicher Pfleger mit Bodybuilding-Vergangenheit hatte die Hosenbeine aufgekrempelt und eine offensichtlich dominante Schwester mit Dutt und strengem Blick hielt Wache. Das war´s.

Ein freundlicher junger Mann fragte mich, ob ich noch einen Wunsch hätte. Bewusst oder unbewusst vermied er das Wort „letzten“. Ich hatte einen: Nix wie weg!

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród