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Goldhaubenfrauen

Rebecca Schönleitner stellt die New Yorker Autorin J. Courtney Sullivan und ihren Roman “Aller Anfang” vor.

Thomas Selinger erzählt von seinem Live-Painting im Carabinierisaal der Alten Residenz bei der Langen Nacht der Museen in Salzburg.

Sabine Hinterbauer und Elisabeth Traintinger präsentieren das Gedicht: Erntedank von Hans Mamoser im Dialekt und der hochdeutschen Übersetzung.

Der Nußdorfer Künstler Günter Veichtlbauer hat den Göminger Gemeindebrunnen > entworfen und und war auch für den Aufbau verantwortlich.

Zum aktuellen Stream >

Alle bisherigen Sendungen auf der CBA nachhören >

Die Musikauswahl

Vincent © by Sarah Connor
Wenn wir uns wiedersehen © by Faun
That Sunday That Summer © by Natalie Cole
Let me © by Souad Massi
September Song © by Uli Beckerhoff
Nothing´s Too Good For My Baby © by Le Blues Á Vif
Jet Polka © by Die Knödel
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach © by Ewood Brothers
Uncloudy Day © by Hans Theessink & The Blind Boys Of Alabama
How High The Moon © by Dee Dee Bridgewater


Karl Valentin

In den Kammerspielen schlüpfen zwei Schauspielerinnen und zwei Schauspieler in die Rolle des bayrischen Sprachkünstlers Karl Valentin (1882-1948), der sich selbst als Humorist, Komiker und Stückschreiber sah.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Eine Hommage an einen Wortkünstler, der mit seinem Humor und Sprachwitz zahlreiche nachfolgende Künstler beeinflusst hat, darunter Bertolt Brecht, Loriot und Gerhard Polt.

Erschöpft reißen sich vier Schauspieler die Perücken vom Kopf und beginnen sich abzuschminken. Die Vorstellung ist vorbei, sie sind hungrig und müde und wollen nur noch nach Hause. Doch irgendwer hat die Türe versperrt und so sind sie gezwungen, die Nacht in der kalten, ungemütlichen Künstlergarderobe, eigentlich mehr einer zugemüllten Abstellkammer, zu verbringen.

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Zank und Streit sind also vorprogrammiert. Alles beginnt mit einem „Streit mit schönen Worten“ zwischen den Jungen (Nikola Jaritz-Rudle und Jakob Egger), bevor der grantige, über die Temperatur der Suppe mosernde Ehemann (Walter Sachers) von seinem Eheweib (Britta Bayer) endlich den nun leider verbrannten „Hasenbraten“ serviert bekommt. Es ist genügend Zeit, die Szene so oft zu wiederholen, bis wirklich alles passt. Nachdem die armen Wirtshaussemmeln ihr unerträgliches Leid eindrucksvoll geschildert haben, wird philosophiert, denn „Pessimistischer Optimismus“ ist angesagt. Einer der wirklich großen „Erleuchtungsmomente“ ist die Idee der Einführung einer Theaterpflicht, nach dem Muster der Schulpflicht. Der Mensch wäre also gezwungen, 365 Mal im Jahr ins Theater zu gehen, ob es ihm nun vor dem Theater graust oder nicht. Einem Schüler graust es ja auch, in die Schule zu gehen, aber er geht gern hinein, weil er muss.

Sogar der Teufel erscheint in dem Sketch „Ich komme von der Hölle rauf“ und
beklagt sich über die Überfüllung seines Reviers, verwendet man doch in Bayern
den Spruch „den oder die soll der Teufel holen“ viel zu oft. Nach der Pause
erklärt der Vater dem Sohn den Krieg, wie er entsteht und wie er zu verhindern
wäre. Natürlich darf auch der legendäre „Buchbinder
Wanninger“
in der Mixtur aus Texten, Sketchen und Liedern nicht fehlen.

Der junge, im bayerischen Chiemgau aufgewachsene Regisseur Alessandro Visentin hat Originaltexte von Karl Valentin mit eigenen Texten kombiniert und Eva Musil (Bühne und Kostüme) hat mit einer ungemütlichen Künstlergarderobe den passenden Rahmen für die nostalgische Hommage an einen Ausnahmekünstler geschaffen. Karl Valentin musste nämlich bei einem Gastspiel im „Bunten Würfel“ in einer ungeheizten Garderobe übernachten und holte sich dabei buchstäblich den Tod.

„Eine Nacht im Theater: Ein Karl-Valentin-Abend“ mit Originaltexten von Karl Valentin und zusätzlichen Texten von Alessandro Visentin. Kammerspiele. Inszenierung: Alessandro Visentin. Bühne und Kostüme: Eva Musil. Dramaturgie: Friederike Bernau. Mit Britta Bayer, Jakob Egger, Nikola Jaritz-Rudle und Walter Sachers. Fotoss: SLT/ Tobias Witzgall


Die Leiden der jungen Wärter

Am 27. September wurde im Grazer Schauspielhaus die goethesche Schmonzette „Die Leiden der jungen Wärter“ uraufgeführt. Die Neufassung wurde von Nele Stuhler und Jan Koslowski geschrieben und von Studenten des Institutes für Schauspiel der Kunstuniversität Graz aufgeführt. Eine moderne Sichtweise auf die Leiden, welche schon Goethe beschrieben hatte.

Matthias Traintinger

Von Matthias Traintinger

Die Leiden der jungen Wärter

Doch anders als beim Original steht diesmal
nicht der Werther im Mittelpunkt, sondern vielmehr jene um ihn herum. Im
dritten Jahr der Wärterausbildung in einem weitentlegenen Institut findet sich
Wilhelm mit all den anderen Wärteranwärtern ein, jedoch ohne dem Wärteranwärter
Werther. Dieser scheint verschwunden zu sein und hinterlässt nur verwirrte
Geister, welche dem Wärteranwärter Werther nachtrauern. Denn  jeder von ihnen fühlt das Besondere, welches
der Werther so geschätzt hat, obwohl es eher unwahrscheinlich ist, das
Besondere, weil ja jeder dieses Besondere hat. Und soviel Besonderes an einem
Ort ist doch eher unwahrscheinlich.

Das Ensemble überzeugt auf einer
schillernden Bühne mit gewaltigen Kostümen. Nele Stuhler und Jan Koslowski
haben mit ihrer doch geistreichen Schmonzette die Leiden des jungen Werthers in
das hier und jetzt geholt. Vor beinahe 250 Jahren erschuf Goethe mit dem
Werther eine neue Sichtweise auf die Leiden der Liebenden. Damals wusste noch
keiner wie sich eine Gesellschaft entwickeln würde, in der sich die Liebe über
die Zweckmäßigkeit stellte. Doch auch heute bin ich mir nicht sicher, ob sie
das auch tat, denn was früher die patriarchale Unterdrückung war, ist heute
womöglich eine liquide.

Und doch hat sich viel verändert, freie Liebe ist zum Kassenschlager geworden. So muss man auch nicht alles genau nehmen, was bei der Ausbildung der Wärteranwärter passiert, wer mit wem oder wer mit wem nicht. Denn sie alle werden ausgebildet um zu sichern, etwas, dass vielleicht sehr viel Unsicherheit mit sich bringt. Denn eines hat sich im Laufe der Zeit nicht verändert, der unsichere Blick in die Zukunft.

Die Leiden der jungen Wärter > | Eine goethesche Schmonzette von Nele Stuhler und Jan Koslowski  | Uraufführung | Kooperation mit dem Institut für Schauspiel der Kunstuniversität Graz | Regie: Nele Stuhler & Jan | Koslowski | Premiere am 27. September 2019 im Grazer Schauspielhaus |Bühne: Lukas Kesler | Kostüme: Marilena Büld | Dramaturgie: Jan Stephan Schmieding | Mit: Patrick Firmin Bimazubute, Romain Clavareau, Paul Enev, Alina Haushammer, Fanny Holzer, Carmen Kirschner, Ioana Nitulescu, Nataya Sam, Mia Wiederstein | Fotos: Grazer Schauspielhauis/ Lex Karelly


Nils Landgren mit der Lungau Big Band in der Arge Kultur Nonntal

Am 20. September 2019 gaben Nils Landgren und die Lungau-Big-Band ein viel umjubeltes Konzert in der Nonntaler ARGEkultur in Salzburg.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der sympathische Schwede ist einer der erfolgreichsten europäischen Jazzmusiker unserer Zeit und er hat mit der LBB > einen kongenialen Konzertpartner gefunden. Die Lungau Big Band ist bekannt dafür, dass sie immer wieder mit unterschiedlichen Jazzgrößen auftritt.

Nils Landgren > begeistert mit seiner roten Posaune das Publikum weltweit. Er versteht es auch, mit seinen Moderationen die Zuhörer zu fesseln und die einzelnen Solisten der Lungau Big Band perfekt zu präsentieren. Zudem ist er ein guter Sänger.

Der musikalische Bogen spannte sich von groovigen Rythmen, über klassischen Swing und Jazz bis hin zu sehr lyrischen Nummern. Nach mehrere Zugaben verabschiedeten sich die Musiker mit “Thank Your For The Music” vom frenetisch applaudierenden Publikum.

Besetzung LBB: Sax: Christian Kronreif (solo), Hubert Pertl, Kurt Gersdorf (solo), Herbert Hofer, Gernot Strebl (solo). Trompeten: Andreas Pranzl, Joschi Öttl (solo), Peter Stiegler, Horst Hofer. Posaunen: Reinhard Summerer, Robert Bachner (solo), Stefan Konzett, Erwin Wendl. Klavier: Roland Wesp. Gitarre: Andreas Fürstner. Bass: Stefan Padinger. Drums: Philipp Kopmajer

Nils Landgren in der Dorfzeitung>
Lungau Big Band in der Dorfzeitung >


Ernst Molden

Am Samstag, dem 14. September 2019 stand ganz Obertrum im Zeichen des diesjährigen Hopfenfestes. Neben der Eröffnung der Ausstellung zum Kulturseptember und der Hopfenernte gab es am Spätnachmittag ein Konzert mit dem Wiener Original.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Ernst Molden ist unter anderem bekannt für seine bluesigen Dialektlieder aus dem Wiener Untergrund. In Obertrum trat er mit Sybille Kefer (voc, git) und Marta Petrova (voc, drums) vom Frauenorchester auf. Viele der präsentierten Titel stammten von der neuen CD “dei schwesta waand”. Sowohl Moldens Moderationen als auch seine Liedtexte sind bisweilen etwas hintergründig: “Der Fischer wie der Jäger haben immer etwas von einem Privatpolizisten!”

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Die Musiker verabschiedeten sich vom begeisterten Publikum nach mehreren Zugaben mit dem Titel “Schebesda”, dem von Molden ins Wienerische übersetzten Klassiker “Tom Dooley”.

Hausherr Josef Sigl VIII. spendete anlässlich der Geburt seinen Sohnes Josef Sigl IX. ein Fass Bier. Herzliche Gratulation zum Stammhalter!

Fotos zum Download >


Ein schönes Beispiel für zeitgenössische Architektur ist die NÖ-Landesgalerie in Krems, die nach Plänen des Vorarlberger Architektenbüros Marte errichtet wurde.

Das Haus wurde am 25. Mai 2019 eröffnet und gehört zu den Galerien auf der Kremser Kulturmeile.

So nach und nach möchten wir interessante Bauten vorstellen. Ein Artikel mit einer Bilderstaffel zur NÖ-Landesgalerie ist in Arbeit und wird demnächst publiziert.


Vernissage arte-Hotel Krems

Unter dem Motto: “Kunst ist Teil unserer DNA” hat das arte-Hotel das Projekt “artist´s place” ins Leben gerufen. Künstler haben hier die Möglichkeit, ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Seit 11. September 2019 zeigt Thomas Selinger, der Cartoonist der Dorfzeitung, knapp 80 seiner Werke mit unterschiedlichen Themen in verschiedenen Techniken und Formaten. In sehr vielen Bildern kann man die Liebe des Künstlers zum Wein erkennen. Bevor er sich hauptberuflich der Kunst verschrieb, arbeitete er als Diplom-Sommelier in der Spitzengastronomie. Seit über 5 Jahren ist Thomas Selinger freischaffender Künstler im Andräviertel in der Stadt Salzburg.

Vernissage arte-Hotel Krems | Thomas Selinger, Hoteldirektor Michael Frödrich

Die gut besuchte Vernissage war ein unterhaltsamer Abend mit vielen interessanten Gesprächen in einem ansprechenden Ambiente. Auch die Kulinarik kam nicht zu kurz.


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Carmelo Lopez Weitblick

Am Eingang in die Gläsernen Gärten von Frauenau, unweit der Glashütte Valentin Eisch befinden sich 4 Figuren von Carmelo Lopez.

Carmelo Lopez

Geboren 1964 auf Gran Canaria, Spanien. Ab 1985 Studium der Freien Kunst an den Kunstakadem,ien Las Palmas und Barcelona, seit 1996 freischaffender Künstler in Barcelona, später in Köln mit Schwerpunkt Glasplastik und Installation.

Weiter Info:

Carmelo Lopez – Homepage>
Die Gläsernen Gärten von Frauenau>
Glasmuseum Frauenau >


Literaturhaus Henndorf

2009 wurde in der Wallerseegemeinde im Salzburger Flachgau der Verein “Literaturhaus Henndorf>” gegründet.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Im Geburtshaus von Johannes Freumbichler> hat der Verein nach der Adaptierung im Jahre 2012 seine Heimat gefunden.

Von 1863 bis 1888 waren Joseph und Maria Freumbichler, die Eltern von Johannes,  im Besitz des Hauses. Das „Freumbichlerhaus“ wurde 1983 unter Denkmalschutz gestellt. 1985 wurde das Häusl von der Gemeinde Henndorf unter Alt- Bürgermeister Franz Winklhofer aus privatem Besitz erworben.

Aus der Geschichte des Literaturhauses

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In regelmäßigen Abständen werden Lesungen, Workshops und Seminare abgehalten. Der Literat Johannes Freumbichler war der Großvater von Thomas Bernhard. Der “Henndorfer Kreis>” (“Wiesmühlkreis”) um das Ehepaar Alice Herdan-Zuckmayer und Carl Zuckmayer war zur damaligen Zeit als literarische Vereinigung weitum bekannt.

Ausgestellt sind im Literaturhaus auch Teile einer Innenwandbemalung von Max Pfeiffer-Watenphul, die man in einer Seehütte von Carl Zuckmayer gefunden hat.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum am 7. September 2019 gab es unter anderem Lesungen von Hans Mamoser>, Pauli Oberascher und Nico Zaruba.

Im Dorfradio Vol 14 | Juni 2019 > lesen Sabine Hinterbauer und Elisabeth Traintinger das Gedicht: „Bon Sauastecha“ von Hans Mamoser aus Henndorf sowohl in der Dialektversion, als auch in der hochdeutschen Übersetzung.


Kimbie Humer-Vogl , Astrid Rössler, Alexander Rabitsch, Waltraud Auer,Sebastian Bohrn-Mena

GRÜNE luden zu Dis­ku­ssionsveranstaltung mit ExpertInnen ins Salzburger OFF-Theater.

Mit einer Diskussionsveranstaltung wollten die Grünen im Salzburger Landtag letzten Freitag auf Mängel beim Tierschutz sowie auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Was ist uns das Wohl unserer Tiere wert? Was macht der Fleischkonsum mit unserem Klima? Und wie geht es den Bäuerinnen und Bauern. Diese Fragen bewegen immer mehr Menschen

LAbg. Kimbie Humer-Vogl
GRÜNE Klubobfrau und Tierschutzsprecherin

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Alexander Rabitsch (Tierarzt, Tierschutzexperte und Ex-Tierschutzkontrolleur), Sebastian Bohrn-Mena (Initiator des Tierschutz-Volksbegehrens), Astrid Rössler (ehem. Tierschutzlandesrätin, LhStV) und Waltraud Auer (Biobäuerin, Nebenerwerbslandwirtin) berichteten über ihre Arbeit im Tierschutzbereich und stellten sich nach kurzen Impulsrefraten den Fragen des interessierten Publikums.

Die Veranstaltung war ganz gut besucht und es wurden viele Probleme sowohl im Nutztier-, als auch im Heimtierbereich angesprochen. An sinnvollen Lösungen muss in der nächsten Zeit gemeinsam mit allen Beteiligten gearbeitet werden. Kontrollen sind notwendig und wichtig, lösen aber nicht die Probleme.

Speziell in der Landwirtschaft darf nicht vergessen werden, dass auch der Großteil der konventionell wirtschaftenden Betriebe gute Arbeit leistet. Bio ist nicht immer gleich gut und konventionell ist nicht immer gleich schlecht.

Weiterführende Infos:
Rindviecher wohin man schaut >
Nutztierhaltung im kulturellen Wandel zwischen Tradition und Moderne >
Lebensmittel und Tierschutz >
Grillen ist einfach schön >
Herrlich: Weißwürste und ein Kümmelbraten >
Wegschauen ist sehr bequem >
Bildarchiv: Tiere im Dorf >


Dorfzeitung


Outdoor Galerie Henndorf

Noch bis Ende Oktober 2019 sind die Künstler-Wohnzimmer (aus Holz-Paletten) am Dorfplatz der Wallerseegemeinde zu sehen.

Zur Gestaltung und zur Bemalung der Kunstobjekte war die Henndorfer Bevölkerung zusammen mit Gästen, mit Kindern und  Pensionisten eingeladen. Der Ort dient zum Rasten und warten auf die persönliche künstlerische Eingebung.

Die Schreib:Werkstatt des Henndorfer Literaturhauses gestaltete begleitende Texttafeln, die ebenfalls präsentiert werden.

In meinen vier Wänden will ich Farbkasten ausbuddeln
Ich will mit krokodilgrün, ananasgelb, eisbärweiß, schokoladebraun, poolblau, und auch mit erdbeerrot liebäugeln.
Ich will das Regenbogen-Bunte in meine Welt bringen.
Grias di. Kumm eina!

Schreib:Werkstatt

In meinem Wohnzimmer
wohne ich, esse ich, schlafe ich,
weil ich habe nur dieses eine Zimmer.
Es ist meine eigene Welt.
Hier ist mir alles vertraut.
Alles Böse bleibt draußen.
Kommst Du zu mir auf Besuch,
bring einen Korb voll Lachen mit!

Schreib:Werkstatt

Die Outdoorgalerie ist ein Sommerprojekt des Henndorfer Kulturkreises.


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Gebundene von Dieter Schmidt | Foto: Karl Traintinger

Erinnerungsstätte Lager Weyer / St. Pantaleon, Innviertel, OÖ

Diesmal habe ich eine Skulptur mit einem aktuellen geschichtlichen Hintergrund (vor 80 Jahren begann der 2. Weltkrieg) ausgewählt. Knapp vor der Moosachbrücke in St. Pantaleon befindet sich ein Denkmal zur Erinnerung an die hier stattgefundenen Gräueltaten zur NS-Zeit.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Das unaufdringliche und dennoch sehr beeindruckende Denkmal lädt den Besucher zum Innehalten und Nachdenken ein. Im Gemeindeamt von St. Pantaleon ist eine kostenlose Broschüre mit geschichtlichen Erläuterungen rund um die Erinnerungsstätte vorrätig.

Ich habe Ludwig Laher >, den in St. Pantaleon lebenden Schriftsteller und sehr guten Kenner der Lagergeschichte (Herzfleischentartung >) von Weyer gefragt, wie es zur Errichtung dieser Erinnerungsstätte gekommen ist. Hier seine Antwort:

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Es gab zur Jahrtausendwende eine regionale Ausschreibung für einen Wettbewerb, das Denkmal betreffend. Eine Jury wählte den Entwurf des bayerischen Bildhauers Dieter Schmidt, der damals in Fridolfing lebte und arbeitete und später in den Bayerischen Wald übersiedelte. Die anderen Einreichungen wiesen allesamt einen allzu hohen Grad an Abstraktion auf. Begründet wurde die Wahl Dieter Schmidts mit der Zugänglichkeit seines Werkes, das stilisiert, aber nicht abstrakt, menschliche Gestalten zeigt, die als „Gebundene“ (so nennt Schmidt sein Kunstwerk) dem Betrachter den Rücken zukehren, also nur noch innerhalb des (Stachel-)Drahtes existieren, von der Welt isoliert. Man kann das Werk umkreisen und hat von überall unterschiedliche Blickwinkel auf einzelne Gesichter. Die Untersicht (das Auge muss nach oben blicken) gibt den Dargestellten eine Würde, die sie gleichzeitig der Schwere ihres Leids ein wenig enthebt.

Die Gestaltung lehnt sich überdies an die österreichische Marterlkultur (von Martyrium) an, die am Land besten bekannt ist. Die Bronzeplastik ruht auf einer Mühlviertler Granitsäule (Assoziation zu Mauthausen). Auf hervorragende Weise kontrastiert das bescheidene Denkmal auch größenmäßig, vor allem aber was die Behandlung der menschlichen Gestalt anlangt, mit dem martialischen Kriegerdenkmal bei der Kirche von St. Pantaleon. Dieter Schmidts Werk für die Erinnerungsstätte hat in den vergangenen 19 Jahren verbreitet große Anerkennung gefunden. Finanziert wurde es übrigens zu gleichen Teilen von der Gemeinde St. Pantaleon und dem Land Oberösterreich (die NS-Lager Weyer waren Reichsgaulager von Oberdonau, nicht exterritoriale KZ).

Die Erinnerungsstätte ist mittlerweile selbstverständlicher Teil der Ortsgeschichte. War sie am Anfang durchaus umstritten, so gilt sie mittlerweile als Wahrzeichen von St. Pantaleon. Der offizielle Ortsplan zeigt unter ‚Sehenswürdigkeiten‘ zuerst das Schmidt-Denkmal und dann erst die Pfarrkirche, die Prospekte der Urlaubsregion Oberes Innviertel / Seelentium bewerben St. Pantaleon zentral mit dem abgebildeten Denkmal Dieter Schmidts. Der Pfarrer setzt sich mit den Firmlingen auf die Steinbänke rund um das Denkmal und erläutert, was damals passierte. Immer wieder werden Grablichter an der Erinnerungsstätte angezündet. Zu Beschädigungen der Anlage ist es Gott sei Dank bisher nie gekommen.

Die Erinnerungsstätte in der Dorfzeitung >
Verein Erinnerungsstätte >
Dorfbild – Download Fotos Weyer >