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fuessel man spricht deutsch

Bekanntlich beabsichtigt unsere Regierung, die Verwendung von Fremdsprachen am Schulhof zu verbieten.

Dietmar Füsseö

Von Dietmar Füssel

Sprachverbote wie dieses haben eine lange Tradition, vor allem natürlich bei totalitären Regimen. (Als Österreicher denkt man dabei unwillkürlich an das von den italienischen Faschisten unter Mussolini verhängte Deutschverbot an Südtiroler Schulen.)

Absolute Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Durchsetzung dieser Maßnahme ist freilich, dass die davon Betroffenen diese neue Vorschrift auch wirklich verstehen.

Daher habe ich mir in einem Akt vorauseilenden Gehorsams erlaubt, ein Schild zu entwerfen, das von 99,99 Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund problemlos verstanden werden kann.
Und wenn ich Glück habe, wird mir dafür vielleicht sogar der eine oder andere entartete Text verziehen.

Dietmar Füssel in der Dorfzeitung
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Die Rieder Hymmne >

Dieser Text stammt aus dem Newsletter von Dietmar Füssel. Den Link finden Sie neben dem Bild des Autors.


Egoshooter

«Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden!

(aus der Präambel der UNESCO)

Wie Jochen Siegle in der Neuen Zürcher Zeitung am 16. Februar 2019 schrieb, sollen Videogames nicht gewalttätig machen, habe eine Studie der «University of Oxford» ergeben, auch nicht Kriegsspiel-Games wie «Counter Strike» (Der Gegenschlag) und «Call of Duty» (Der Ruf der Pflicht). (1) (2) (3)

Heinrich Frei

Von Heinrich Frei, Zürich CH

Abgesehen von der Frage ob PC-Kriegs-Video Spiele wirklich nicht gewalttätig machen laut «Oxford Study», sind diese Spiele vor allem für die Gameindustrie ein gutes Geschäft. 2018 betrug der jährliche Umsatz dieser «Industrie» weltweit über 80 Milliarden US-Dollar. Nützlich für Armeen sind speziell Ego-Shooter Games, mit der Spieler mit Schusswaffen und mit allerlei Kriegsgerät den Gegner bekämpfen. Kriege werden in diesen Spielen meist verherrlicht und als etwas Alltägliches dargestellt. Die Rekrutierung von Soldaten wird so erleichtert. Im Games werden auch Feindbilder aufgebaut die notwendig sind, um Kriege überhaupt führen zu können: Einmal sind diese Feinde «Islamisten», «Araber», dann «Chinesen», und wie früher wieder einmal «Russen».

«Counter Strike» darf erst ab 18 Jahren gespielt werden

Das populärste Spiel auf dem Gamemarkt in der Schweiz soll «Counter Strike» sein, ein Schiessspiel, ein Killergame, das wegen der dargestellten Gewalt erst ab 18 Jahren offiziell gespielt werden darf.

Was sind «Counter Strike» und «Call of Duty» für Computer Spiele? Im Game «Counter Strike» kämpfen zwei Gruppen, Terroristen und eine Antiterroreinheit. Durch die Tötung des Gegners oder der Erfüllung von Missionszielen erhält der einzelne Spieler Punkte sowie virtuelles Geld. Die Missionsziele sind meist entweder für die Antiterroreinheit das Befreien von Geiseln oder für die Terroristen das Legen einer Bombe. Für Abschüsse eigener Teammitglieder oder Geiseln werden dem Spieler Geld und Punkte abgezogen. Im Kriegsspiel «Call of Duty» übernimmt der Spieler die Rolle eines Soldaten in einem Kriegsszenario. Die erste Version von 2003 spielte im Zweiten Weltkrieg. In solchen Games werden virtuell in kurzer Zeit mehr Menschen umgebracht, als jetzt bei dem kürzlichen Angriff eines Irren auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland oder als Friederich Leibacher am 27. September 2001 im Zuger Kantonsparlament in der Schweiz das Feuer eröffnete und 14 Menschen erschoss.

Kriegsspiele sollen harmlos sein, wird uns suggeriert

Der Tages Anzeiger, die Neue Zürcher Zeitung, 20 Minuten und andere Medien in der Schweiz stellen seit Jahren regelmäßig die neuesten Games vor, auch Kriegsspielgames. Shooter Games sollen harmlos sein suggerieren uns die Journalisten. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass Postfinance, eine Tochtergesellschaft unserer Post, im letzten Jahr E-Sportler, Computer Kriegsspiel-Gamer, die an Turnieren teilnehmen mit 400’000 Franken unterstützte, wie im Blick zu lesen war. (4)

Game Show in der Messe Zürich-Oerlikon

In den Hallen der Messe Zürich-Oerlikon wurde im letzten September die Zürich Game Show durchgeführt, die 27’000 Besucher anlockte. 300 Meter weit von der Game Show entfernt, an der Thurgauerstrasse befindet sich die Halle 9 des Messezentrums Zürich. In dieser Halle wohnen heute in kleinen Holzhäuschen Flüchtlinge, auch Familien, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan aus Somalia, Libyen. Für diese Menschen war der Krieg in ihrer Heimat kein Spaß am Bildschirm wie das Killergame «Counter Strike», in dem durch einen tödlichen Kopfschuss mehr Punkte gemacht werden können als durch einen Schuss in die Beine. Nicht weit von der Game Show an der Birchstrasse in Zürich-Oerlikon produziert der deutsche Rüstungskonzern Kanonen für die in Afghanistan, Syrien, dem Irak und Afrika kriegführende Nato Staaten und für diktatorische Regime im Nahen Osten, die Krieg im Jemen führen. (5)

Ein Kind schildert seine Erlebnisse mit Killergames

«Wenn ich der Geisel den Kopf abschneide dann spritzt Blut aus dem Hals, das sieht geil aus wie echt.» Und ein anderes Kind: «Der Mann kniet vor mir nieder und blickt mir in die Augen, ich muss schauen, dass ich nicht zu viel Munition brauche: Wenn ich genau die Mitte seiner Stirn treffe, gibt es zwei Bonuspunkte.» Dies sind Aussagen von Kindern die das Schweizer Künstlerpaar Philippe Sablonier und Eva-Maria Würth von Interpixel bei ihren Entwaffnungsaktionen in Schulen notiert haben. Sie haben diese Zitate in ihrem Buch «Mega Buster, Kriegsgebiet Kinderzimmer» eingestreut. (6)

Wie Werbung am Fernsehen, beeinflussen Kriegsspiele das Verhalten

Für den Berufsverband der deutschen Psychologinnen und Psychologen (BDP) sind Kriegsspielgames nicht harmlos. Dieser Verband warnte auf der Spielmesse Gamescom 2016 in Köln, die von 345’000 Menschen besucht wurde, vor dem Einfluss von Killerspielen auf die Gewaltbereitschaft von Menschen. «Bei allen Effekten von Medienkonsum gehe man selbstverständlich davon aus, dass ein Einfluss besteht, jedoch nicht bei «Killerspielen». Die deutschen Fachleute sind der Meinung: «Genau wie die Produktwerbung im Fernsehen das Kaufverhalten im Supermarkt beeinflusst, wirkt sich das Töten und Verletzen im Rahmen von Killerspielen auf Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im echten Leben aus. Gewalterfahrungen im realen Leben und in den Medien verstärken sich gegenseitig und führen nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig zu einer positiven Bewertung von Gewalt». (7)

David Grossmann: Gegen die Abrichtung von Kindern zu Mord- und Totschlag

Auch zu anderen Schlüssen als diese Studie der «University of Oxford», die zum Ergebnis kam Videogames würden Jugendliche nicht gewalttätig machen, ist der Psychologe David Grossmann gekommen, ein pensionierter Oberstleutnant der amerikanischen Streitkräfte. Er kämpft seit Jahren gegen die Konditionierung von Kindern zu Mord und Totschlag durch TV und Videospiele. In seinen Veröffentlichungen beschreibt er auch wie Soldaten heute in der amerikanischen Armee auf Gewalt abgerichtet werden. (8) (9)

Nach Massaker in Florida: Trump diskutiert Gewalt in Computerspielen

Dave Grossman, wurde am 8. März 2018 zusammen mit Mitgliedern des US-Kongresses und führenden Vertretern der Gamebranche ins Weiße Haus eingeladen, um seine Forschungsergebnisse zu Kriegsspielen zu präsentieren. Lange vor seiner Wahl zum US-Präsidenten und wenige Tage nach dem Massaker am 14. Februar 2018 an der Parkland High School in Florida hatte Donald Trump die negativen Auswirkungen von Gewalt auf dem Bildschirm auf Kinder und Jugendliche kommentiert: «Ich höre, dass immer mehr Menschen sagen, dass Gewalt Videos Jugendlichen beeinflussen.»

Donald Trump plädierte früher auch für schärfere US-Waffengesetze. Er warf den Republikanern damals vor, den Waffenfans immer nur nach dem Mund zu reden. Aber schon 2016, vor den Präsidentschaftswahlen, forderte er jedoch genau das Gegenteil – und seine Anhänger jubelten. Trump versprach sogar waffenfreie Zonen abzuschaffen, etwa in Schulen, Bahnhöfen oder Restaurants. (10)

Während dem Treffen im Weißen Haus mit Vertretern der Gamebranche drückte Trump seine Besorgnis über die Gewalttätigkeit in diesen Spielen aus und stellte den Anwesenden laut Washington Post viele Fragen und hörte den Argumenten aller Seiten aufmerksam zu.

Zu Beginn der einstündigen nichtöffentlichen Sitzung präsentierte US-Präsident Trump den Teilnehmern eine kurze Videospielzusammenstellung mit extrem blutigen und brutalen Szenen. (10)
(11) «Violence in Video Games» das im Weißen Haus vorgeführt wurde:
YouTube Link: https://youtu.be/0C_IBSuXIoo

Dieser Supercut wurde später im offiziellen YouTube-Konto des Weißen Hauses veröffentlicht. Nachdem das furchtbare Video zu Ende war, fragte Trump die Gruppe: «Ist das gewalttätig, nicht wahr?» Die Lobbyisten der Spieleindustrie gaben dann zu: «Es gibt Programme, die absolut gewalttätige Gewalt enthalten.»

Das Militärische wird durch Killergames enttabuisiert

Noch einmal zurück zur Frage: «Wem nützen PC-Kriegs-Video Spiele?». Das Militärische wird durch Killergames enttabuisiert. Eine Enttabuisierung des Militärischen forderte schon 2002 der sozialdemokratische Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auslandeinsätze der deutschen Bundeswehr können mit einer positiven Einstellung zu militärischen Interventionen, zur angeblichen Sicherung des «Friedens im Ausland», natürlich reibungsloser gestaltet werden. Das ist gerade in Deutschland wichtig, da ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung die Beteiligungen der Bundeswehr an Militäroperationen in Ausland nach wie vorher ablehnt.

Die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan wurde seinerzeit vom Deutschen Bundestag in zwei Abstimmungen Ende 2001 auf Antrag der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geführten rot-grünen Bundesregierung beschlossen. Schon 1999 beteiligte sich Deutschland als Natomitglied unter der Mitte-Links-Regierung von Gerhard Schröder ohne Uno Mandat am Krieg in Jugoslawien, die unter dem Deckmantel einer humanitären Intervention gestartet wurde. Weder Afghanistan noch Jugoslawien hatten Deutschland vorher angegriffen. (12)

EUROPA IM KRIEG – vor 20 Jahren NATO-Überfall auf die Bundesrepublik Jugoslawien

Von Regards Croisés / KAOS Kunst- und Video-Archiv
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25751

«Unter den Bomben der NATO» ist ein Dokumentarfilm über den Krieg der NATO gegen Jugoslawien von «Regards Croisés» produziert worden. Die Kollegen dieser Gruppe waren im Frühjahr 1999 in Jugoslawien und haben dort den Film gedreht, der allem widerspricht, was die Massenmedien in den NATO-Ländern berichten durften.

Zusammenarbeit von Armeen mit der Game- und der Rüstungsindustrie

Videospiel-Hersteller kooperieren oft auch mit dem Militär- und Rüstungsunternehmen. Einige dieser Firmen stellen für das Militär Trainingsvideos her. Videos die für Armeen produziert wurden, werden für Freizeitgamer angepasst und umgekehrt werden zivile Games für das militärische Training umgearbeitet. Die Softwareentwickler bei der virtuellen Darstellung der Games greifen gern auch auf reales Militärgerät zurück, in Deutschland auf den Panzer «Leopard», den «Eurofighter» usw. Auch der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der auch in Zürich-Oerlikon Kriegsgeräte produziert, ist mit seinen Fahrzeugen mit Rheinmetall-Logo dabei.

Schon Kriegsfilme wurden früher, und heute noch, oft in Zusammenarbeit mit Armeen produziert. (13) Das Ziel: Armeen sollen bei ihren Einsätzen möglichst in Filmen und Games positiv dargestellt werden. Die Akzeptanz für den Kriegsdienst soll dadurch gefördert und die Rekrutierung erleichtert werden, nicht nur in den USA, auch in vielen anderen Ländern. Heute hofft man auch zur Steuerung von Drohnen, die für aussgerichtliche Hinrichtungen weltweit zum Einsatz kommen, geschicktes Personal in den Game Gemeinden zu finden. – Auf der anderen Seite wird die zunehmende Gewalt von Jugendlichen beklagt. In Schulen werden Alarmsysteme gegen Angriffe von mit Schießeisen bewaffneten Amokläufern eingerichtet. Ein solcher Amoklauf ereignete sich am 26. April 2002 am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Dabei erschoss der 19-jährige Robert Steinhäuser elf Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizeibeamten. Anschließend tötete er sich selbst. Robert Steinhäuser hatte sich mit Ballerspielen unterhalten, bevor er im Jahr 2002 16 Menschen erschoss.

«America’s Army“: Propaganda und Rekrutierungs-Video

«America’s Army“ ist ein solches Computer-Kriegsspiel das von der US-Armee, ausschließlich zur Propaganda und Rekrutierung entwickelt wurde. Die US-Armee will mit diesem Spiel junge, intelligente Menschen anwerben, die der modernen Kriegsführung gewachsen sind. Die erfolgreichsten Spieler des Spiels werden per E-Mail von Rekrutierungsangestellten des Heeres angeschrieben. (14)
Auch die deutsche Bundeswehr präsentiert sich auf Messen der Gamebrache und hofft so Soldaten rekrutieren zu können.

Trotz Propaganda der Armee wollen viele Jugendliche nicht töten lernen

Der Kriegsdienst wird den 13 – 15-jährigen Schülern in Zürich auch an der jährlichen Berufsmesse in rosa Farben nähergebracht. Die Schweizer Armee hat an dieser Berufsmesse immer einer der größten Stände. Trotz der Propaganda der Swiss Army ziehen es immer mehr junge Männer vor einen anderthalb länger dauernden Zivildienst zu absolvieren, statt ins Militär einzurücken um dort töten zu lernen. Dieser Armeemüdigkeit wird entgegengewirkt. Die Aufnahmebedingungen für den Zivildienst werden jetzt verschärft. Bevor 1996 ein Zivildienst in der Schweiz eingeführt wurde, hat man im Zeitraum von 1970 bis und mit 1990 10.236 Militärverweigerer ins Gefängnis gesteckt. (15) Diese jungen Männer wurden häufig zusätzlich mit Berufsverboten und Jobverlusten bestraft. Einige Inhaftierte Kriegsdienstverweigerer nahmen sich in der Haft das Leben oder wurden psychisch und körperlich krank. Eine Rehabilitation dieser politischen Gefangenen hat bis heute in der Schweiz nicht stattgefunden.

Swiss Army: Frieden fördern – unser Aufgabe, 13 – 15-jährige Schülerinnen und Schüler an der Berufsmesse in Zürich, (2 Fotos Heinrich Frei)

Frieden muss im Geist der Menschen verankert werden

Zum Schluss sei noch einmal an die Präambel der UNESCO, der Uno Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur erinnert, die lautet: «Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.» (16) Aus der Erfahrung des Zweiten Weltkrieges wurde diese Lehre gezogen. Die massenhafte Verbreitung von Games die Kriege Verherrlichen und als etwas Alltägliches, als Spaß darstellen steht diesem Anliegen der UNESCO krass entgegen.
Partner an der Game Show in der Messe Zürich-Oerlikon, an dieser Spielmesse mit Killergames, waren 2018 neben Firmen wie Coca-Cola, das Schweizer Radio SRF Virus und Pro Helvetia. Pro Helvetia fördert, «angeblich», Schweizer Kunst und Kultur mit Blick auf Vielfalt und hohe Qualität. «Als Förderinstitution des Bundes unterstützen wir (Pro Helvetia) Vorhaben von gesamtschweizerischem Interesse»…

Fußnoten
(1) «Videogames machen nicht gewalttätig» Jochen Siegle, Neue Zürcher Zeitung 16. Februar 2019
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Counter-Strike
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Call_of_Duty
(4) http://ifor-mir.ch/postfinance-finanziert-kriegsspieler/
(5) http://ifor-mir.ch/zuerich-game-show-mit-killergames-nebenan-kriegsfluechtlinge-und-ruestungsproduktion/
(6) «Omega Buster, Kriegsgebiet Kinderzimmer, eine Intervention zu Gewalt, Gesellschaft und Entwaffnung» Interpixel (Eva-Maria Würth und Philippe Sablonier)
(7) Das virtuelle Schlachtfeld, Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie, Michael Schulze von Glasser
(8) David Grossmann: http://www.killology.com)
(9) Donald Trump on Violence in Video Games: “This Is Violent, Isn’t It?” Is There a Connection Between “Video Game Violence” and “Real Violence”? by Dr. Rudolf Hänsel
https://www.globalresearch.ca/president-trump-on-violence-in-video-games-this-is-violent-isnt-itis-there-a-connection-between-video-game-violence-and-real-violence/5633129
(10) http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-bei-der-nra-waffen-pakt-gegen-clinton-a-1093433.html
(11) https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-Massaker-in-Florida-Trump-diskutiert-Gewalt-in-Computerspielen-3989615.html
(12) «Violence in Video Games» das im Weißen Haus vorgeführt wurde:
YouTube Link: https://youtu.be/0C_IBSuXIoo
(13) Games’n’Politics: https://www.youtube.com/user/gamesandpolitics
(14) U.S. Movies and T.V. Shows Have U.S. Army Ratings https://www.globalresearch.ca/u-s-movies-and-t-v-shows-have-u-s-army-ratings/5467173
(15) https://www.americasarmy.com/
(16) Josef Lang, «10’000 politische Gefangene, Tages Anzeiger 23. September 2018
(17) https://www.unesco.de/mediathek/dokumente/verfassung-der-organisation-fuer-bildung-wissenschaft-und-kultur

Zu Killergames hat Dr. Rudolf Hänsel aus Lindau (BRD) verschiedene Bücher veröffentlicht, zu der Computerspielmesse 2017 in Köln den Text: «Aufmarsch prominenter Politiker bei Kölner Computerspielmesse Gamescom 2017, Milliardenschwere Spieleindustrie von Politik hofiert». http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24092

Literatur:

Rudolf Hänsel: «Game over! », Wie Killerspiele unsere Kinder manipulieren, Kai Homilius Verlag, Berlin 2011


Baerlauch am Achartinger Bach bei Anthering

Das Dorfradio auf der Radiofabrik hören

Die Aprilsendung wird am 1. 4. 2019 von 17-18 Uhr von der Radiofabrik ausgestrahlt. Wiederholungen: Dienstag, 2. 4. 2019 um 8 Uhr und Sonntag, 21. 4. 2019 um 20 Uhr

Das Dorfradio online streamen

Das Dorfradio kann weltweit über das CBA (cultural broadcastin archive) gestreamt werden.
Zum aktuellen Stream >

Folgende Beiträge haben wir für Sie vorbereitet:

Literatur – Buchkritik

Die Flachgauerin Rebecca Schönleitner stellt die österreichische Autorin und Köchin Eva Rossmann und ihren neuesten Krimi Im Netz vor.

Geschichte

Susanna Ihninger-Lehnfeld thematisiert unter dem Titel: „Holzbadewannen und Plumpsklo“ die hygieneischen Lebensbedingungen vor etwa 150 Jahren.

Radio-Feature

Karl Traintinger präsentiert die beiden CD´s wauns amoi so aufaungt und wia waun der Niederösterreicher  Irmie Vesselsky und Wolfgang Kühn.

They Say It´s Wonderful © by Lennie Niehaus
Derrick (TV Series; Full Theme) © by Huberto Ley And Orchestra
Razzia © by Rainhard Fendrich
Krasnokalipsa © by Kal
Iawaramoi (Steirer) © by Hubert von Goisern und Die Alpinkatzen Hilflose Hoffnung © by S.T.S.
Spinni © by Hubert von Goisern und Die Alpinkatzen
Quartett in G-Dur Wq. 95, H. 539/ III. Presto © by Faltenradio
da neid is ka guada © by Vesselsky/ Kühn
refugee in me © by Vesselsky/ Kühn
vü zu große schuach © by Vesselsky/ Kühn
thinking about gestern © by Vesselsky/ Kühn
des lebm © by Vesselsky/ Kühn
jeda tog mehr © by Vesselsky/ Kühn

Bärlauchfotos finden Sie auf Dorfbild.com >


burg hohenwerfen

Sonderausstellung über
Leonardo Da Vinci geht zum Jubiläum ins letzte Jahr

Die
Erlebnisburg Hohenwerfen startet am 2. April 2019 in die neue Saison. Zum
letzten Mal ist in diesem Jahr die Sonderausstellung über das Universalgenie
Leonardo da Vinci zu sehen. Außerdem am Programm: viele spannende
Veranstaltungen und drei Kinoabende im Burghof.

Leonardo da Vinci: Abschluss im
Jubiläumsjahr

Passend zum 500. Todesstag verlängert die Burg
Hohenwerfen im Jahr 2019 die beliebte Sonderausstellung über den genialen
Erfinder und Künstler Leonardo da Vinci. Auf insgesamt vier Ebenen des
historischen Zeughauses tauchen Besucher in die Welt des Genies ein.
Fluggeräte, Maschinen und Hologramme sorgen für Spannung bei Erwachsenen und
Kindern und vermitteln auf anschauliche Weise, wie Leonardo da Vincis kühne
Visionen bis heute die Welt prägen. Rund um die Ausstellung bietet das Team der
Burg zahlreiche Angebote für Gruppen und Schulklassen: Bei Sonderführungen wird
das Thema altersgerecht aufbereitet und im Rahmen eines Brückenbauworkshops
können Kinder und Jugendliche selbst eine sogenannte Leonardobrücke errichten.

Foto: Salzburger Burgen & Schlösser Betriebsführung/ Wolfgang Lienbacher

Auf Zeitreise ins Mittelalter

Fixpunkt jedes Burgbesuches bleibt auch im Jahr 2019
der geführte Rundgang durch die Burg. Dabei begeben sich die Besucher auf eine
spannende Zeitreise ins Mittelalter: von der schaurigen Folterkammer bis zum
Glockenturm mit atemberaubendem Panorama über das Salzachtal. Großer
Beliebtheit erfreuen sich auch die Flugvorführungen des Landesfalkenhofes. Bis
heute wird dort die jahrhundertealte Kunst der Falknerei auf höchstem Niveau
betrieben. Mehrmals täglich können Besucher die spektakulären Flugkünste von
Falken, Geiern und Adlern aus nächster Nähe bestaunen.

Foto: Salzburger Burgen & Schlösser Betriebsführung/ Wolfgang Lienbacher

Prall gefüllter Veranstaltungskalender

Auf der Burg Hohenwerfen stehen jede Woche spannende
Veranstaltungen auf dem Programm, darunter die Osterhasenjagd für Familien
(21.4.), das Mittelalterliche Treiben, die Falknerei-Sonderprogramme oder das
Pongauer Burgsingen (29.6.). Gemeinsam mit dem Filmkulturzentrum „Das Kino“
wird es in diesem Jahr gleich drei Mal ein Open Air Kino im Burghof geben
(19.7., 2.8., 30.8.). Bei Schlechtwetter finden die Vorführungen im Gewölbe
statt.

Für das leibliche Wohl der Besucher sorgt die Burgschenke, die auch für private Anlässe gemietet werden kann: vom Ritteressen bis zur Hochzeitsfeier. Alle Informationen zu den Veranstaltungen und zur Vermietung der Burgschenke finden Sie auf der Webseite unter www.salzburg-burgen.at.

Von der Wehrburg zum beliebten
Familienausflugsziel

Die Erlebnisburg Hohenwerfen blickt auf eine
ereignisreiche Geschichte zurück: Zeitgleich mit der Festung Hohensalzburg und
der Burg Friesach in Kärnten begann man im Jahr 1077 unter Erzbischof Gebhard
von Helfenstein mit dem Bau. Große Herrscher und Landesherren waren Gefangene
auf der Burg. In ihrer wechselhaften Geschichte diente die mächtige Festung
unter anderem als Filmkulisse und Gendarmerieschule, bis Hohenwerfen
schließlich vor über 30 Jahren für Besucher aus aller Welt geöffnet wurde.
Seitdem hat sich die Burg zu einer der beliebtesten Attraktionen für Familien
im Salzburger Land entwickelt.

Anreise und Tickets

Die Burg Hohenwerfen ist von der Stadt Salzburg in 30 Minuten über die Autobahn erreichbar. Vom Parkplatz führt ein Aufzug nach oben zur Festung. Besucher können die Burg aber auch zu Fuß erreichen. Über den Vogeltennweg dauert der Anstieg eine halbe Stunde. Neu entstehen wird heuer ein Lehrpfad, der auf anschaulich gestalteten Schautafeln über die Themen Wild, Wald und Holz informiert. Die Erlebnisburg kann im Rahmen der „SalzburgerLand Card“ kostenlos besichtigt werden. Sehr beliebt ist auch das günstige Onlineticket. Damit sparen Besucher nicht nur bares Geld, sondern auch Wartezeit an der Kasse.

Presseinfo:
Birgit Meixner, Salzburger Burgen & Schlösser Betriebsführung


Zeitgeist 3 1985

Der Name ist Wall und Bauch

Wovon unterscheidet sich unser Zeitgeist in kulturellen Belangen vom Geist der Zeit vergangener Zeiten? Frühen fragte sich das Publikum im Hinblick auf den Künstler: “Haben Sie überhaupt schon einmal von dem gehört?” Heute fragt es: “Haben Sie schon einmal von den gesehen?”

Hatte früher einmal wer etwas von jemandem nur von ferne gehört, dann handelt es sich um keinen prominenten Musensohn; hat man heutzutage einen ferngesehen, dann ist der betreffende Künstler und sein Anbeter “in”. Danach richten sich die Cleveren mit den guten Verbindungen in der Branche aus. So haben manche schon mit Hilfe der Medien dem Publikum manches gezeigt.

Um in das Bewußtsein, sprich Kopf der breiten Masse einzudringen, bedarf es bloß des bloßen Hinterteils des Künstlers. Als Prominenter muß man sich nicht unbedingt noch etwas leisten, sondern kann sich manches leisten.

Ausschnitt aus dem Editorial von Friedrich Heller

Aus dem Inhalt der Ausgabe 3/ 1985

Portrait des Schriftstellers Friedrich Heller von Gerhard Hasitzka, Hexen-Puppen-Bilder – Gedanken zu den”magischen Graphiken” von Erich J. Deutsch. Die Puppe “Ura” von Rudolf Weiß. Der Kunstkreis Hohenau – von Gerhard Hasitzka und Ing. Gunter Schultes. Portrait des Hohenaur Malers Franz Gürtl – von Mag. Hans-Michael Hajek. “ZEIT-(T)RÄUME IN SCHLOSSHOF” von Wolfgang Hochmeister. Mühlen im Weinviertel – von Erwin Konecny. Peter Asimus – Fotografien. Matthias Mander: Wüstungen – Eine Buchvorstellung von Walter Hansy. Portrait von Gottfried Umschaid – von Rudolf Weiß. Unsinn lebt – man muß ihn nur erfinden – von Rudolf Weiß.

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Der Zeitgeist 3/ 1995 als Download >
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Fleischkrapfen

Diese deftige Spezialität wird in der ganzen Tauernregion zubereitet und in der Regel mit Sauerkraut oder auch Speck-Krautsalat serviert.

Im Folgenden ein bewährtes Rezept der gebürtigen Lungauerin Anni Lemberger, die heute in Moosdorf im Innviertel lebt.

Die Rezepte sind im Prinzip überall sehr ähnlich und doch für die jeweilige Region typisch. Der Geschmack ist in jeder Variation einzigartig.

Die Zederhauser Bauern, die in den 50/60/und 70er Jahren ja richtige “Kraftlackeln” sein mussten in Anbetracht der schweren körperlichen Arbeit, haben mit den Kalorien noch einmal “nachgebessert”. Die Krapfen wurden mit den Händen “aufgrissn” und mit zerlassener Butter, Zucker und „säbabrennt´n“ Hochprozentigem getränkt.

Germteig:
1/2 kg Weizenmehl T700, 1 Würfel Germ, 15g Salz, 20g Zucker, 2 Eier, 30g weiche Butter, 1/4l lauwarme Milch, 1 Stamperl Korn (geschmacksneutraler Alkohol – ich habe Weinbrand genommen)

Fülle:
75 dag Geselchtes (habe mit Speck gemischt) feinwürfelig geschnitten (nicht faschiert), 1 Msp. gemahlener Kümmel, gehackte Petersilie, 3 kleine Schalotten, etwas Knoblauch (habe Knoblauchpaste genommen) mit 50g zergangener Butter vermischt.

Zubereitung:
Germteig zubereiten (gut abschlagen) 45min gehen lassen. Eine Rolle formen, ca. 50-55g Teigstücke abschneiden, Kugeln schleifen. Die Kugeln ziehen und mit 2 EL Fülle bestreichen. vorsichtig zusammendrücken und leicht rollen. 15 min gehen lassen.

Währenddessen das Fett auf 150-160 Grad erhitzen . Die aufgegangenen Krapfen vorsichtig mit einem Brett auf ca. 1-1,5 cm zusammendrücken (sonst kippen sie im Fett). Mit Deckel auf jeder Seite 3-4 Minuten zugedeckt backen lassen.

Fleischkrapfen

Abtropfen und mit Sauerkraut servierten. Gutes Gelingen.

Infos:
Ennstaler Fleischkrapfen >
Pongauer Fleischkrapfen>


Rind auf der Weide

Beobachtungen rund um eine in der Regel schamlos ausgenutzte Nutztiergattung.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Rinder begleiteten mich durch die letzten 40 Jahre meines Lebens. Zuerst als Student der Tiermedizin an der veterinärmedizinischen Universität in Wien und dann als praktischer Tierarzt in einer kleinen Landtierarztpraxis im Salzburger Flachgau. Ich konnte die Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft in den vergangenen vier Jahrzehnten beobachten und hautnah mitverfolgen.

Die Betriebe sind weniger, größer und leistungsfähiger geworden. Beispielsweise gab es in meiner Anfangszeit als Tierarzt in der Vorau, einer Ortschaft in der Gemeinde Dorfbeuern 31 milchviehhaltende Betriebe, übrig geblieben sind 2-3. Die vorherrschenden Rassen waren das Fleckvieh und die Pinzgauer, die Milchleistung lag bei etwa 4000 – 5000 kg pro Kuh jährlich und die Tiere wurden oft 12-14 Jahre alt. Hauptfuttergrundlage war Gras und Heu und eher sehr wenig Getreide.

Rinder auf der Weide

Moderne Kühe werden selten älter als 5 Jahre. Die Weltbestleistung einer Milchkuh vor einigen Jahren betrug 33500 kg in 365 Tagen. Für die Fütterung dieser Hochleistungstiere braucht es südamerikanisches Soja, dessen Produktion mehr als problematisch ist. Kühe mit 33000 Liter Milchleistung pro Jahr gibt es bei uns nicht, solche mit 15000 aber schon. Eine Milchleistung über 9000 kg ist auch bei den Biokühen äußerst kritisch zu hinterfragen. Interessant ist die Tatsache, dass es seit geraumer Zeit für das Tierwohl Förderungen gibt, eigentlich sollte das doch selbstverständlich sein.

Moderne Maststiere wiegen mit einem Alter von 19 Monaten etwa 700-750 kg. Die Tageszunahmen gegen Ende der Mastzeit sind bei etwa 1,5 kg täglich. Heutzutage sind die Rinder auch deswegen ein Problem, weil sie soviel Methangas produzieren. Würde man die Tiere nicht nur auf „Leistung“ züchten, gäbe es kein Problem. Bei diesen abstrusen und hoch fragwürdigen „Leistungen“ darf man sich nicht wundern, dass es Abgase jenseits von Gut und Böse gibt.

Ein Teil unserer Rinder wird als wertvolle “Zuchtware” exportiert. Die Tiere werden dann auf LKW´s zum Beispiel in die Türkei oder nach Usbekistan transportiert. Niemand kann dafür garantieren, dass die Tiere auf den tagelangen Transporten ausreichend getränkt oder gefüttert werden. Die Schlachtmethoden in den Exportländern sind häufig weit unter jeder europäischen Norm.

Rinder auf der Weide

Die früher so beliebten Zweinutzungsrassen werden weniger, heute sind Spezialisten gefragt, entweder Milchrassen oder Fleischrassen. Bei den Milchrassen hat man das Problem, dass die Stierkälber ein lästiges “Nebenprodukt” sind. Der Fleischwert ist geringer als der Wert der Milch, die man verkaufen könnte. Daher gibt es in einigen Ländern die legale Möglichkeit, die männlichen Kälber am ersten Lebenstag zu töten. Ein anderer Teil der Kälber wird durch halb Europa gekarrt. Sie werden derart billig angeboten, dass bei Anwendung von einigen Hilfsmitteln doch noch ein Geschäft mit ihnen zu machen ist. Kranke Milchrassenstierkälber habe ich schon lange nicht mehr behandelt. Ein schwieriges Problem sind auch die Stierkälber bei den Büffelmozarellaerzeugern, die oft einfach “entsorgt” werden.

In den letzten Jahrzehnten kann man auch eine zunehmende Verwilderung bei den Rindern beobachten. Laufställe haben die Anbindehaltungen abgelöst, das ist den Tieren zuliebe auch gut so. Fakt ist aber auch, dass damit die Gefahrenquellen für das betreuende Personal größer werden.

Krass wird es dann, wenn es sich um Mutterkuhherden handelt, die sind häufig schlichtweg gefährlich. Ich erinnere mich an eine Herde mit etwa 60 Tieren: 30 Kühe, 1 Stier und Jungvolk bis etwa 350 kg Lebendgewicht. Bei einem kranken Tier waren immer 2 Helfer notwendig, einer fixierte den Patienten und einer passte mit einem Stock in der Hand auf, dass ich gefahrlos arbeiten konnte. Unfälle auf Almen sind vorprogrammiert, wenn Mutterkuhherden im Spiel sind und unbedarfte Wanderer deren Gebiet kreuzen.

Man wird darüber nachdenken müssen, wie weit die Eigenverantwortung gehen muss und ob wirklich Massentourismus in allen Almregionen um jeden Preis gefördert werden sollte. Tatsache ist, dass unbewirtschaftete Almflächen zuwachsen und verbuschen.

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich der Mensch Tiere in seinem Umfeld behandelt. Erinnern sie sich an den Hund Chico, der seine beiden Besitzer totgebissen hat? 291.925 Menschen haben danach eine Petition unterschrieben, damit der Staffordshire-Terrier Mischling nicht eingeschläfert wird, sondern eine zweite Chance erhält.

In Deuschland werden knapp 30 Millionen Schweine gehalten und etwa 6 Millionen jährlich geschlachtet. Petition gibt es keine. Man diskutiert aber, ob für die Kastration der männlichen Ferkel eine Narkose und ein Schmerzmittel wirklich notwendig sind, die dabei anfallenden Kosten belaufen sich immerhin auf 5€ pro Tier. Um diese Kosten zu sparen, vertreten sogenannte “Experten” die fragwürdige Meinung, Ferkel würden in der ersten Lebenswoche noch keine Schmerzen verspüren.

Wir werden vermehrt über unsere Nutztiere nachdenken müssen. Sie sind genau das, was wir aus ihnen gemacht haben, sie sind quasi ein Spiegel dafür, wie wir mit ihnen umgehen. Da spielt es keine Rolle, ob wir von der Kuh, dem Schwein oder dem Hendl reden. Und wenn Tierschutz und Tierethik keine leeren Floskeln sein sollen, werden wir für deren Umsetzung Geld in die Hand nehmen müssen.

Die Tierarztpraxis Lamprechtshausen hat diesen Artikel freigekauft!
Die Tierarztpraxis Lamprechtshausen hat diesen Artikel gesponsert!

Abschließend einige Zahlen:
Milchkühe leben heute im Schnitt 5 Jahre, sie könnten bis zu 15 Jahre alt werden. Schweine leben im Schnitt etwa 3 Monate, sie könnten bis zu 15 Jahre alt werden. Masthühner leben im Schnitt etwa 6 Wochen, sie könnten bis zu 10 Jahre alt werden.

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Weiterführende Infos:
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zeitform contras

7 Minuten und dann ist alles vorbei. In 7 Minuten hat man/ frau jede gestalterische Freiheit und kann auf die Bühne bringen, was er/ sie möchte.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Meist treten etwa 8 Akteure auf und versuchen ihr Thema in den ihnen zur Verfügung stehenden 7 Minuten dem interessierten Publikum zu präsentieren. Ein unterhaltsamer und informativer Abend ist damit garantiert.

Am 27. Februar 2019 fand im Cafe Contrast am Marienplatz in der Salzachstadt Laufen die 20. Zeitform – Präsentation statt.

Ekkehard Windrich, Fred Hölzl, Christoph Gramsammer, Ulrike Wurzer, Leon Widdison, Valentina Ammerer, Claudia Mehnert und Heidi Merkel gestalteten den Abend. Der Bogen spannte sich von Kurzgeschichten über Musikdarbietungen, einem Tanzkurs bis hin zu einem Blitzlehrgang zum Zeichnen einer Sanduhr.

Es war ein informativer, und sehr unterhaltsdamer Abend und ich freue mich schon auf die nächste Zeitform-Veranstaltung, die am letzten Mittwoch im März stattfinden wird.


Fischadler

Der Holzhausener Fotograf zeigt diesmal eine beeindruckende Fotostaffel über Fischadler im Vogelschutzgebiet Weidmoos in St. Georgen/ Lamprechtshausen.

Der Fischadler (Pandion haliaetus) ist eine Vogelart die weltweit zu finden ist. Er ist mittelgroß, schlank und hat eine Flügelspannweite von 1,25 – 1,75 Meter und wiegt ein gutes bis etwa 2 Kilogramm.

Detailinfos gibt es auch Wikipedia>
Herbert Algran: E
isvögel im Flachgau>


Marina Faust

Marina Faust
Marina Faust

Salzburg, 25. Februar 2019. Seit 1983 vergibt das Museum der Moderne Salzburg alle zwei Jahre einen Preis für Fotokunst, der seit 2007 von der Familie Breicha gefördert und als „Otto-Breicha-Preis für Fotokunst – Museum der Moderne Salzburg“ an einen österreichischen oder in Österreich lebenden Fotokünstler oder an eine Fotokünstlerin verliehen wird. Die 17. Preisträgerin heißt Marina Faust. „Ich gratuliere Marina Faust herzlich zur Auszeichnung und möchte mich bei den Jury Mitgliedern und besonders bei Familie Breicha für ihre großzügige Unterstützung des Preises bedanken“, so Thorsten Sadowsky, Direktor Museum der Moderne Salzburg. Die Jury, bestehend aus Christa Breicha, Saskia Breicha, Lisl Ponger (Otto-Breicha-Preisträgerin 2017), Anna Grip (Herausgeberin der Zeitschrift Photonews) und Christiane Kuhlmann (Museum der Moderne Salzburg) begründet ihre Entscheidung wie folgt:

„Das Werk von Marina Faust ist facettenreich und erstreckt sich mittlerweile über mehr als 40 Jahre. Sie hat viel in Paris gearbeitet, aber immer Kontakt zu österreichischen Künstler_innen wie etwa Franz West gehalten und mit ihnen performative Projekte realisiert. Interessant ist, dass sie aus ihren angewandten Arbeiten immer wieder eigenständige fotografische Arbeiten entwickelt hat. Die Grenzen sind bei ihr fließend und es ist Teil ihres Konzeptes der Irreführung und des Hinterfragens, was die Fotografie und was die Kunst leisten kann.

MarinaFaust, Le papier de toilette

Für die Jury war es überzeugend, wie Marina Faust in den letzten Jahren neue ästhetische und materielle Formen für Arbeiten aus ihrem persönlichen Archiv geschaffen hat. Diese zeigen konzeptuelle Ansätze, die gleichermaßen sinnlich und medienreflexiv erscheinen.

Das Werk von Marina Faust spiegelt die spezielle Geschichte des Museums wieder. Eine große Serie ist noch unter Otto Breicha sowohl für die Fotosammlung des Bundes als auch für die Sammlung Fotografie des Museums angekauft worden.“

Marina Faust, Basquiat-Mort, Paris

Der Preis ist mit 5 000 Euro dotiert und mit einer Einzelausstellung der Preisträgerin 2020 im Museum der Moderne Salzburg am Standort Rupertinum verbunden. Zusätzlich erscheint ein Katalog zur Ausstellung. Bisherige Preitsträger_innen sind u. a. Friedl Kubelka, Seiichi Furuya, Peter Dressler, Margherita Spiluttini, Ilse Heider, Matthias Hermann, Leo Kandl und zuletzt Lisl Ponger, deren Ausstellung Lisl Ponger. Professione: fotografa noch bis zum 24. März 2019 zu sehen ist und zu der am 23. Februar der Ausstellungskatalog präsentiert wurde.

Presseinfo + Fotos: Museum der Moderne Salzburg


herb berger

Herbert Berger feierte mit Freunden am 19. 02. 2019 seinen 50. Geburtstag im ausverkauften Oval in Salzburg.Die freundschaftliche Stimmung wirkt und schwingt durch den ganzen Raum und macht den Abend für das Publikum zu einem Ereignis der besonderen Art.

Von Christine Smaczny

Seit 40 Jahren Bühnenpräsenz, seit vielen Jahren kompositorisch tätig, Arrangeur, Multiinstrumentalist, (Klarinette, Sax, Querflöte, Chrom. Mundharmonika), feiert H.B. sein künstlerisches Schaffen und Wirken mit Freunden, die seine Sensibilität, Feinheit und rhythmische Auffassung auf exklusive Art und Weise dem Publikum zu Gehör bringen.

Das erste Set ist ausschließlich instrumental gestaltet und beginnt mit einer Komposition für Kontrabass (Alexander Meik) und Klarinette (Herbert Berger), die dem Bassisten Dietmar Kastovsky gewidmet ist.

Für die folgenden vier beschwingten Kompositionen im Dreivierteltakt (seiner Frau gewidmet) bittet Herbert vier weitere Musiker (Streicher) auf die Bühne. Die Stücke sind aus seiner neuesten CD: “Metropol Suite” entnommen.

Scheinbare Nähe (von Berger komponierte Filmmusik, Autor: Gerold Foidl)  drückt Herbert Berger mit sehnsuchtsvollem, leicht tragisch empfundenem Thema auf der chrom. Mundharmonika aus.

Mit den folgenden zwei Tangos (ebenso auf neuer CD Metropol Suite) zeigt Herbert Berger gleichermaßen Feingefühl und Beschwingtheit in Komposition und Spiel ebenfalls auf der chrom. Mundharmonika.

In Zusammenarbeit mit Christian Wegscheider (Piano) und Philipp Kopmajer (Schlagzeug) begibt sich der Multiinstrumentalist Herbert Berger in die freie Improvisation und zeigt auch im Jazz virtuose Eleganz. Speedy Gonzales beendet das 1. Set mit einer beeindruckenden Intro von
Kopmajer und Berger auf der Querflöte in äußerst rasantem Tempo.

Die langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft von Berger mit Willi Resitarits ist im 2. Set nach der Pause deutlich spür- und hörbar. Der 1. Song: “I hob mein Kopf verlorn” ist bestens gewählt, da der Soul, den Willi Resitarits zum Ausdruck bringt, unvergleichbar tief empfunden und ausdruckstark ist.

Texte von H.C. Artmann, Vreni Göltl, Willi Resitarits, vertont und arrangiert von Herbert Berger, beeindruckend interpretiert von Willi Resitarits, entführen das Publikum in Welten fernab von gewohnten Abläufen und „Zuständen“.

Es war ein besondere Abend und es ist gut zu wissen, dass das Gute so nah ist.

Die Musiker des Abends: Klavier – Christian Wegscheider | Bass – Alexander Meik | Schlagzeug – Philipp Kopmajer | Trompete – Christian Haitzmann | Cello – Luis Zorita | Bratsche – Benedict Mitterbauer | Violinen – Michaela Girardi, Sabine Nova | Voc. – Willi Reserarits


hauptstadt

Das Schauspielhaus Salzburg bringt Robert Menasses preisgekrönten Roman, ein satirisches Kaleidoskop der Europäischen Union, in der Inszenierung von Maya Fanke  auf die Bühne. Das „personalintensive Wimmelbild“, ein ironisch überspitztes Plädoyer für den europäischen Gedanken feierte am 7. Februar 2019 Premiere.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Die ehrgeizige Fenia Xenopoulou (Christiane Warnecke als „gepanzerte“ Karrierefrau) hat Wirtschaft studiert, doch nun ist sie bei der Generaldirektion „Kultur und Bildung“ gelandet, wo man nur wenig Anerkennung erhält.

Als
sie einen Festakt zum 50. Geburtstag der Europäischen Kommission ausrichten
soll, will sie mit einem „Big Jubilee Project“ das Bild der Kommission in der
Öffentlichkeit aufpolieren, den Vertrauensverlust stoppen und vor allem auf
sich selbst aufmerksam machen.

Sie
beauftragt ihren melancholischen Referenten Martin Susmann (Theo Helm), eine
Idee zu entwickeln. Dieser besucht zwecks Recherche Auschwitz, bekommt dank
eines Badges ein Aufenthaltsrecht und kehrt trotz warmer deutscher Unterwäsche schließlich
schwer erkältet zurück.

Schwierigkeiten
bereitet ihm auch sein Bruder (Simon Jaritz), ein österreichischer
Schweineproduzent und Präsident der „European Pig Producers“, der weitere Förderungen
verlangt, doch stattdessen eine lukrative Stilllegungsprämie erhält.

Der
renommierte österreichische Professor Alois Erhart, Emeritus der
Volkswirtschaft (Marcus Marotte), soll bei einem Thinktank mitarbeiten, der die
Union aus der Krise führen soll. Er hat zwar jede Menge Visionen, doch wird ihm
kein Gehör geschenkt.

Gegen das Mantra „Wachstum“ der übrigen Teilnehmer kann er sich vorerst nicht durchsetzen. Bülent Özdil, Olaf Salzer und Antony Connor ergänzen das Ensemble. Julia Gschnitzer schenkt ihre Stimme dem in einem Altenheim dahin dämmernden David de Vried, der dank eines Sprungs von einem Deportationszug den Holocaust überlebt hat.

Warum darf Kommissar Émile Brunfault (Harald Fröhlich) in einem Mordfall nicht weiter ermitteln? Wer kennt das Schwein, das plötzlich in Brüssel herum marschiert? Wieso existiert keine Liste noch lebender Shoah-Opfer? Fragen über Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind.

Robert
Menasse hat vier Jahre in Brüssel gelebt, die Menschen und Beamten der
EU-Administration studiert und einen spannenden, sehr ironischen, europäischen
Roman geschrieben, für den er 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt.

Der Roman wurde rasch für die Bühne
bearbeitet und jetzt von Maya Fanke im Schauspielhaus Salzburg mit einem großen
Ensemble in Szene gesetzt. Sie schafft es, die vielen unterschiedlichen
Handlungsstränge zu verbinden und die Figuren in kleinen Episoden lebendig
werden zu lassen. Hilfreich erweisen sich dabei die Erklärungen des Schweins,
hinter dessen Maske sich Ulrike Arp verbirgt.

Ein Abend, der den Zustand Europas
satirisch und humorvoll beleuchtet und auch politisch weniger interessiertes
Publikum zu unterhalten versteht.

„Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Regie: Maya Fanke, Ausstattung und Video: Martin Hickmann. Musik: Philip Huemer. Mit: Theo Helm, Christiane Warnecke, Marcus Marotte, Harald Fröhlich, Antony Connor, Bülent Özdil, Simon Jaritz, Olaf Salzer, Ulrike Arp, Julia Gschnitzer. Fotos: Jan Friese/ Schauspielhaus