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„Die Hauptstadt“ – ein Appell gegen das Vergessen

Das Schauspielhaus Salzburg bringt Robert Menasses preisgekrönten Roman, ein satirisches Kaleidoskop der Europäischen Union, in der Inszenierung von Maya Fanke  auf die Bühne. Das „personalintensive Wimmelbild“, ein ironisch überspitztes Plädoyer für den europäischen Gedanken feierte am 7. Februar 2019 Premiere.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Die ehrgeizige Fenia Xenopoulou (Christiane Warnecke als „gepanzerte“ Karrierefrau) hat Wirtschaft studiert, doch nun ist sie bei der Generaldirektion „Kultur und Bildung“ gelandet, wo man nur wenig Anerkennung erhält.

Als
sie einen Festakt zum 50. Geburtstag der Europäischen Kommission ausrichten
soll, will sie mit einem „Big Jubilee Project“ das Bild der Kommission in der
Öffentlichkeit aufpolieren, den Vertrauensverlust stoppen und vor allem auf
sich selbst aufmerksam machen.

Sie
beauftragt ihren melancholischen Referenten Martin Susmann (Theo Helm), eine
Idee zu entwickeln. Dieser besucht zwecks Recherche Auschwitz, bekommt dank
eines Badges ein Aufenthaltsrecht und kehrt trotz warmer deutscher Unterwäsche schließlich
schwer erkältet zurück.

Schwierigkeiten
bereitet ihm auch sein Bruder (Simon Jaritz), ein österreichischer
Schweineproduzent und Präsident der „European Pig Producers“, der weitere Förderungen
verlangt, doch stattdessen eine lukrative Stilllegungsprämie erhält.

Der
renommierte österreichische Professor Alois Erhart, Emeritus der
Volkswirtschaft (Marcus Marotte), soll bei einem Thinktank mitarbeiten, der die
Union aus der Krise führen soll. Er hat zwar jede Menge Visionen, doch wird ihm
kein Gehör geschenkt.

Gegen das Mantra „Wachstum“ der übrigen Teilnehmer kann er sich vorerst nicht durchsetzen. Bülent Özdil, Olaf Salzer und Antony Connor ergänzen das Ensemble. Julia Gschnitzer schenkt ihre Stimme dem in einem Altenheim dahin dämmernden David de Vried, der dank eines Sprungs von einem Deportationszug den Holocaust überlebt hat.

Warum darf Kommissar Émile Brunfault (Harald Fröhlich) in einem Mordfall nicht weiter ermitteln? Wer kennt das Schwein, das plötzlich in Brüssel herum marschiert? Wieso existiert keine Liste noch lebender Shoah-Opfer? Fragen über Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind.

Robert
Menasse hat vier Jahre in Brüssel gelebt, die Menschen und Beamten der
EU-Administration studiert und einen spannenden, sehr ironischen, europäischen
Roman geschrieben, für den er 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt.

Der Roman wurde rasch für die Bühne
bearbeitet und jetzt von Maya Fanke im Schauspielhaus Salzburg mit einem großen
Ensemble in Szene gesetzt. Sie schafft es, die vielen unterschiedlichen
Handlungsstränge zu verbinden und die Figuren in kleinen Episoden lebendig
werden zu lassen. Hilfreich erweisen sich dabei die Erklärungen des Schweins,
hinter dessen Maske sich Ulrike Arp verbirgt.

Ein Abend, der den Zustand Europas
satirisch und humorvoll beleuchtet und auch politisch weniger interessiertes
Publikum zu unterhalten versteht.

„Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Regie: Maya Fanke, Ausstattung und Video: Martin Hickmann. Musik: Philip Huemer. Mit: Theo Helm, Christiane Warnecke, Marcus Marotte, Harald Fröhlich, Antony Connor, Bülent Özdil, Simon Jaritz, Olaf Salzer, Ulrike Arp, Julia Gschnitzer. Fotos: Jan Friese/ Schauspielhaus


Gervasi Haus

Alles längst Geschichte – der Tod eines Hauses und seiner Bewohner

Am Rande von Bürmoos dämmert ein altes Haus an einem Waldrand dem Verfall entgegen. Es steht seit fast vierzig Jahren leer und hat eine für Bürmoos lange Geschichte. Die einstigen Bewohner starben nach und nach, als letzte Bewohnerin Anna Gervasi im Jahr 1980.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Das um 1890 von unbekannten Maurern erbaute Haus, dem Baustil nach wahrscheinlich Italienern, wurde 1896 von dem aus Nimis in Norditalien stammenden Anton Gervasi (Antonio Davide Gervasi 1856 – 1928) zusammen mit einem größeren Grundstück erworben. Dieses Grundstück lag genau an der Grenze der Katastralgemeinde Lamprechtshausen zu St. Georgen, die mitten durch den Ort Bürmoos verläuft. Das Gervasihaus ist wohl das älteste, original erhalten gebliebene Einfamilienhaus in Bürmoos und eines der am besten dokumentierten.

Kurz nach dem Kauf des Hauses 1896 wurde die Lokalbahn nach Salzburg gebaut, die das Grundstück durchschnitt. Jenen Teil des Grundes, der jetzt auf der anderen Seite der Bahn lag, kaufte der Glasfabriksbesitzer Ignaz Glaser, der dort eine Ziegelei mit Bahnanschluß errichten wollte. Für die Kaufsummen von Bahn und Fabriksherr konnte Gervasi den aufgenommenen Kredit rasch zurückzahlen. S

Das Gervasi-Haus

Anton Gervasi war in jungen Jahren wie viele Andere ins Innviertel gekommen, um hier als Torfstecher oder Ziegelschlager zu arbeiten. Bei uns wurde der Name übrigens immer so ausgesprochen, wie er geschrieben wird, während die korrekte Aussprache Dschervasi wäre.

Zuerst arbeitete er beim Gut Ibm (Gemeinde Eggelsberg), kam dann 1888 oder 1889 nach Bürmoos. Die zweite Tochter Angela ist im Februar 1888 noch in Ibm geboren, die dritte Tochter Ottilia im Dezember 1889 bereits in Bürmoos. Bei der Geburt der ersten Tochter Amalia war die Mutter Ottilia Stachl übrigens erst knapp 17 Jahre alt. Bei der Hochzeit sechs Monate später wurde das Kind legalisiert. Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, dass ein italienischer Saisonarbeiter die Chance erhielt, die Tochter eines einheimischen Tischlers und Häuslers zu heiraten. Solche Mischehen waren äußerst selten.

Das Ehepaar Ottilia Stachl aus Ibm, Gemeinde Eggelsberg und der italienische Gastarbeiter Anton Gervasi. Die 17-jährige Braut hatte bei der Hochzeit bereits eine 6 Monate alte Tochter.

In Bürmoos arbeitete Gervasi als Agent
für die Anwerbung italienischer Torfstecher, als deren Dolmetsch und
auch als Vertreter der Bürmooser Glaserzeugnisse in Italien.

Anton Gervasi war lange im Dienst des
Glasfabriksbesitzers, der auch die Ziegelei, je eine Landwirtschaft
in Bürmoos und Ibm und ab 1901 eine zweite Glashütte in Hackenbuch
betrieb. Von seinen sechs Kindern verliert sich die Spur der ältesten
Tochter bald, der Sohn kehrt in die Heimat der Väter in Italien
zurück und die anderen vier Töchter leben bis zur Hochzeit oder bis
an ihr Lebensende in dem Haus in Bürmoos. Gervasi erhielt, ebenso
wie die vier hier lebenden Töchter, 1925 die österreichische
Staatsbürgerschaft.

Die jüngste Tochter Anna (1904 – 1980) besuchte die Frauengewerbeschule für Weißnähen und Kleidermachen in Salzburg. Sie war recht hübsch und hatte in ihrer Jugendzeit eine Menge Verehrer, wie zahlreiche Briefe beweisen. Sie blieb jedoch unverheiratet. Mit dem legendären Bürmooser Pater Felix (Bruno Osendorfer) hatte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1971 Kontakt. Ein anderer guter Bekannter von ihr war Dr. Emil Sprenger, Gemeindearzt in Lamprechtshausen, der eine undurchsichtige Rolle im Hintergrund beim Naziputsch 1934 in Lamprechtshausen spielte. Er kam nach dem Krieg in ein Umerziehungslager für Nazis in Bayern, arbeitete später aber als Regierungs-Medizinaldirektor auf der deutschen Insel Fehmarn und starb 1976. Auch mit ihm hatte sie bis zu dessen Tod Kontakt.

Anna Gervasi mit 15 Jahren.  Sie war die jüngste der Schwestern  und hatte auch die beste Ausbildung.
Anna Gervasi mit 15 Jahren. Sie war die jüngste der Schwestern und hatte auch die beste Ausbildung.

Bei den Vorbereitungsarbeiten des
Vereins Geschichte für die Errichtung eines Museums stießen wir im
Jahr 2008 auf dieses Haus. (Das Torf- Glas- Ziegelmuseum in Bürmoos
wurde 2013 eingeweiht). Nach vielen Anrufen und Schreiben gelang es
mir schließlich, von der damaligen Besitzerin, die mit den Gervasi
weder verwandt noch verschwägert war, die Erlaubnis zum Verwerten
des Inventars und aller sonstigen vorgefundenen Sachen zu erhalten –
betreten des Hauses aber auf eigene Gefahr. Ein Glücksfall für uns.
Endlich gelang es, ein Haus zu dokumentieren, ohne daß bereits die
Abrissbagger vor der Türe warteten.

Der Aufwand für die Erlaubnis zur Verwertung hat sich gelohnt! In einer kleinen Gruppe oder von mir allein wurde das Haus dokumentiert, vermessen, fotografiert, die für unseren Verein interessanten Sachen ausgelagert.

Mein Hauptaugenmerk dabei galt vor allem den schriftlichen Sachen, die wild zerstreut im ganzen Haus herumlagen. Manches verstaubt und verdreckt am Boden, vieles im Erdgeschoß war feucht, manches auch in Zeitschriften eingelegt, die dutzendweise herumlagen. Diese letztere Art der Lagerung hat wohl auch so manches Dokument vor Zerstörung oder Diebstahl gerettet, denn in den vielen Jahren, seit das Haus leerstand, haben sich nicht nur Jugendliche darin aufgehalten, sondern sich auch andere „Liebhaber“ alter Sachen reichlich bedient. Das Inventar war wild durcheinander geworfen und bedeckte den Boden teilweise meterhoch.

Ein Teil der ehemaligen Küche. Die Arbeit war nur mit Handschuhen und teilweise mit Atemmaske durchführbar.

Was aber kam da alles zum Vorschein,
nachdem ich die Papiere gereinigt, getrocknet und sortiert hatte: Ein
Stammbaum zurück bis 1770, Reisepässe, Schulzeugnisse, Dokumente,
persönliche Briefe – teilweise in Italienisch, Rechnungen, Fotos,
Testamente…

Auch einfache Möbelstücke und altes
Geschirr waren vorhanden, die wir gut für die Darstellung einer
Arbeiterwohnung im Museum brauchen konnten. Fotoalben und Porzellan
waren aber nicht mehr auffindbar.

Nun steht dieses Relikt einer längst
untergegangenen Ära der Bürmooser Geschichte seit fast vierzig
Jahren leer. Undenkbar heute, dass so viele Leute in einem Haus
gewohnt haben, das kein Badezimmer und nur ein jeweils außenliegendes
WC und ein Plumpsklo hatte. Gebaut war es aber stabil. In den
Fenstern waren noch einige mundgeblasene Scheiben der 1930 in Konkurs
gegangenen Glashütte und auf dem Dach Schindeln des 1927 ebenfalls
in Konkurs gegangenen Ringofens (Ziegelei) des Hermann Glaser.

Auch den gewaltigen Hagelsturm aus dem Jahr 2009 überstand das Haus ohne gravierende Schäden. Schlimmer ist der feuchte Untergrund. Im Brunneschacht des Gartens steht das Grundwaser bis einem Meter unter der Erdoberfläche. Der Abfluß des Bürmooser Sees und der Bahn rinnt nahe an dem Haus vorbei zum Pladenbach. Der See, bei den alten Bürmoosern noch immer „Loamgruabm“ genannt, entstand durch die Lehmentnahme für die nahegelegene Ziegelei.

Der Gang im Erdgeschoß. Ein mutwillig 
herbeigeführter Wasserschaden durch 
ungebetene Besucher ließ die Treppe 
ins OG abfaulen.
Der Gang im Erdgeschoß. Ein mutwillig herbeigeführter Wasserschaden durch ungebetene Besucher ließ die Treppe ins OG abfaulen.

Den heutigen Zustand des Hauses könnte
man mit dem Spruch von Karl Valentin beschreiben: „Die Zukunft war
früher auch besser“. Eine wackelige Außentreppe, morsche
Tramdecken mit wurmstichigen Bodenbrettern, eine abgefaulte Stiege
innen, Glassplitter überall und im Hof ein nicht abgedeckter Brunnen
sollte eigentlich Unbefugte vom Besuch abhalten.

In der Erbauungszeit des Hauses lebten
in der Industriesiedlung Bürmoos im Winter nur einige hundert Leute,
hauptsächlich Glasarbeiter mit ihren Familien. Im Sommer stieg die
Zahl durch saisonal beschäftigte Torfstecher, Ziegelarbeiter und
Hopfenpflücker auf bis zu tausend Personen. Heute leben hier rund
5000 Einwohner auf gleichem Raum problemlos zusammen. 650 davon sind
Ausländer aus 50 Nationen und aus allen fünf Erdteilen, wobei sich
die 210 Deutschen ja nur durch die gleiche Sprache unterscheiden.

Weiterführende Infos zur Geschichte von Bürmoos:
(Restexemplare beim Autor erhältlich: wolfgang1.bauer@aon.at )

Damit es nicht verlorengeht. Band 3 – fast vergessen.“ handeln die Seiten 103 bis 202 von diesem Thema (Antonio Davide Gervasi – Agent aus Trient). 263 S, 2012, € 12.–

Mitten unterm Gulaschkochen – heitere und besinnliche Gedichte von Pater Felix Osendorfer“. Mit Kurzbiographie. 92 S, 2012, € 7.–


Die 8. Klasse des Borromäum mit Lehrerin Katharina Scharinger und Carla Stenitzer bei der Preisverleihung

Radiopreis der Erwachsenenbildung für „Fake News”

Schulradiosendung von Radiofabrik und Borromäum prämiert

Carla Stenitzer, Katharina Scharinger und die Schüler der 8. Klasse des PG Borromäum konnten am 23. Jänner im Wiener Radiokulturhaus den Preis für die Sendung “Fake News” entgegennehmen. Zum 9. Mal geht der Radiopreis der Erwachsenenbildung damit an eine Sendung der Radiofabrik.

„Bei der Produktion dieser Radiosendung haben sich die Schüler spielerisch mit dem Thema auseinandergesetzt, sich dazu aber auch mit Mechanismen und Hintergründen beschäftigt. Am Ende bleibt das Selbsterforschte und -gemachte viel stärker in Erinnerung als jeder Vortrag”, resümiert Carla Stenitzer, Ausbildungsleiterin der Radiofabrik. Sie hat die Sendung mit den Schülern und deren Deutschlehrerin Katharina Scharinger produziert. Ein Beispiel:  Via Facebook lancierten sie selbst erstellte Falschmeldungen und beobachteten, was passiert. Die Kommentare zur vermeintlich neuesten Meldung werden in der Sendung präsentiert. Im Hauptteil der Sendung werden Salzburger Politiker in Telefoninterviews mit Fragen zu Fake News konfrontiert und gebeten, über eigene Erfahrungen zu berichten. Die prämierte Sendung ist online nachhörbar: FAKE NEWS >

Der Radiopreis der Erwachsenenbildung wird jährlich von zehn Verbänden der
Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs (KEBÖ) in 5 Kategorien vergeben. Aus
156 eingereichten Sendungen und 18 Nominierten wurden neben der Radiofabrik
Produktionen von Ö1, Radio Freirad in Innsbruck und Radio Orange 94.0 in Wien
ausgezeichnet. Die Radiofabrik erhielt den Preis in der Kategorie
“Interaktive und experimentelle Produktionen”. 

„Drei von fünf Preisen gingen an Freie Radios und wir haben ihn zum 9. Mal bekommen – das verdeutlicht einmal mehr die Relevanz und Qualität der Arbeit der Freien Radios, die seit mehr als 20 Jahren für kritische Medienkompetenz und Medienvielfalt in Österreich sorgen,” so Eva Schmidhuber, Programmgeschäftsführerin der Radiofabrik.

// / Presseinformation :: Radiofabrik 107,5 & 97,3 MHz / //


Das Wiener Rathaus.

Wahlk(r)ampf

Man merkt es deutlich: Eine größere
Anzahl Wahlen steht vor der Tür. Gemeinde- und Bürgermeister-
Landtag- Arbeiterkammer- und/oder EU-Wahlen stehen an. Da ist es kein
Wunder, dass (leider) viel mit Alternativen Fakten (Fake News)
gearbeitet wird, wobei selbst der GRÖTAZ (größter Trottel aller
Zeiten) im Weißen Haus noch vor Neid erblassen würde, wenn sie ihm
jemand vorlesen, übersetzen und erklären würde, um was es geht.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Aufhänger für die Argumentationen sind wieder einmal die Bezieher der Mindestsicherung und die Flüchtlinge – besonders in Wien. Dort lebten Ende 2018 rund 130.000 Bezieher der Mindestsicherung, bei denen laut Kurz „…nur die Kinder in der Früh` aufstehen um in die Schule zu gehen“ und die laut Strache „…Förderungsprogramm für tschetschenische Großfamilien“ ist. Laut Statistik sind allerdings nur rund 4.000 Personen davon aus der Russischen Föderation.

Hier wird bewußt verschwiegen, dass
rund 70% der Bezieher der Mindestsicherung sogenannte Aufstocker
sind, das heißt, sie verdienen in ihrer Erwerbstätigkeit nicht
einmal diese € 863.– und erhalten nur die Differenz dazu. Weit
weniger soll es für jene geben, die nicht ausreichend die deutsche
Sprache können – auch inländische Wähler? Vorsorglich wurden die
Deutschkurse für Flüchtlinge jedenfalls drastisch reduziert.

Ein weiterer großer Anteil der
Bezieher von Mindestsicherung betrifft Behinderte, die nur zum Teil
vermittelbar sind.

Wenn man dann rechnet, dass 30% der
Betroffenen Kinder sind, so drängen sich doch einige Fragen auf:

Wenn man das dritte Kind nur mehr mit €
43.– fördert, will man damit diesen Kindern eine höhere
Schulbildung unmöglich machen – allen Beteuerungen in Sonntagsreden
zum Trotz? Sollen die Klientel mancher Parteien aus einem Pool von
schlecht ausgebildeten Menschen schöpfen können, aus dem man
Arbeiter für schlecht bezahlte, schmutzige oder gefährliche
Tätigkeiten rekrutieren kann, für die sich sonst niemand findet.
Ein Beispiel: Am 14. Jänner 2019 starb ein serbischer Dachdecker
beim Schneeräumen auf einem Dach, zwei syrische Kollegen wurden
verletzt, ein weiterer deutscher Kollege blieb unverletzt.

Kinder sind uns lieb und teuer.

Kinder kosten mehr als € 43.–

Laut einem Bericht der Salzburger
Nachrichten vom 12.1.2019 haben seriöse Organisationen errechnet,
dass ein Kind monatlich € 625.– kostet – ohne Studium. Bis zur
Volljährigkeit des Kindes ergibt das rund € 135.000.–.

Da ergibt es für die
Regierung schon einen Sinn, dass man den Schmarotzern, diesen
morgendlichen Nichtaufstehern das Geld bis auf ein Minimum wegnimmt
und das Auto verkaufen lässt, auch wenn es für sie keine geeigneten
Arbeiten gibt.

Dass nicht lauter Heilige in unser Land
geflüchtet sind, war jedem normal denkenden Menschen klar. Jeder,
der sich bei uns schwerer Vergehen schuldig macht, sollte wieder
zurückgeschickt werden. Leider ist dies aber nicht immer möglich.
Hier wird das Versäumnis sichtbar, dass Kanzler Kurz, seit 2011
immer dafür zuständiges Regierungsmitglied, nicht in der Lage war,
entsprechende Rücknahmeverträge mit den Herkunftsländern
abzuschließen.

Ersatzweise möchte der Reitergeneral
im Innenministerium jetzt auch abschieben, wenn dies im Widerspruch
zur Verfassung steht, gegen EU Bestimmungen oder gegen die
Flüchtlingskonvention verstößt. Hatten wir diese Tendenz nicht
schon einmal im zwanzigsten Jahrhundert?

Jetzt plant man, den internationalen
Konzernen mit Milliardenumsätzen, einige Millionen abzuknöpfen, was
sich aber noch lange hinziehen kann, wie man längst weiß. Man
verspricht den Beschäftigten und den Firmen auch
Steuererleichterungen, die plötzlich allerdings nur mehr die Hälfte
der Summe betragen, die man im Wahlkampf versprach. Diese
Erleichterungen müssen sich Alle aber wohl selbst durch die kalte
Steuerprogression bezahlen.

Bis all diese Gesetze, die vorläufig
nur Überschriften und Worthülsen sind, in Kraft treten, singt man
in Linz und St. Pölten fröhlich SS Lieder und es hat wieder einmal
keine Folgen. Die Verantwortlichen dieser Burschenschaftslieder
tauchen nur kurz unter um dann wie Phönix aus der Asche wieder
aufzustehen.


Senegal Green

Bergauer wird „Photographer of the year 2018“ in Tokyo

Fotograf aus Salzburg gewinnt
internationalen Fotografie-Wettbewerb

In den Kategorien „Buch“ und
„Menschen“ konnte der Salzburger Fotograf Joachim Bergauer die hochkarätige
Jury, bestehend aus Fotografen und Führungspersonen aus aller Welt, überzeugen.
Die Siegerserie handelt über ein Lepradorf in Senegal. 

Beauty

Jährlich reichen tausende Menschen aus aller
Welt ihre besten Fotografien beim „Tokyo international Foto Award“ ein. Dieses
Jahr geht der Preis nach Österreich. Der weit über die Landesgrenzen hinaus
bekannte Fotokünstler Joachim Bergauer überzeugte mit Fotoserie „Leben im
Lepradorf“. Die Preisübergabe mit anschließender Ausstellung in Tokyo findet am
20.Februar statt.

Leben im Lepradorf

Gesponsert wird der Award von der
Farmani-Gruppe, einer führenden Organisation, die seit 1985 Fotografie, Design
und Architektur fördert. Ziel ist es Talente zu entdecken und durch Wettbewerbe,
Ausstellungen, die Entwicklung von Künstlergemeinschaften und Netzwerken zu
unterstützen.

Die Gewinner-Serie

“Leben in einem Lepradorf” lautet
der Titel von Bergauers Bildband, der den Hauptpreis nach Österreich holte. Das
Dorf namens M’balling liegt 84 km von Dakar, der Hauptstadt Senegals, entfernt.
Hier versuchen gesunde und an Lepra erkrankte Menschen einem grausamen
Schicksal zu trotzen. Die Kranken machen ein Drittel der Bevölkerung aus. Sein
Bildband ist eine Reise durch M’Balling. Seit 2009 dokumentiert der
Fotokünstler das Leben, das Dorf, die innere und äußere Schönheit der Menschen.
Aber auch die Schattenseiten und die Krankheit Lepra kommen darin vor. Die
ersten beiden Male in denen Joachim Bergauer das Dorf jeweils ein paar Wochen
besucht hat, machte er kaum Fotos. Sondern spielte Fußball mit den
Jugendlichen. Er wusste, wer in Afrika im Spiel akzeptiert wird, der wird es
auch in der Gemeinschaft. 

Buchcover

Und genau das erkennt man in seinen Bildern.
Sie entstanden aus einem vertrauensvollen Verhältnis heraus. Mit seiner Kamera
schlurfte er über den sandigen Boden, suchte Motive, Augenblicke und Bilder die
mehr sagen als tausend Worte.

Im Lepradorf

Der Bildband ist eine Reise durch ein Land,
in dem der Überlebenswille der Menschen trotz verheerenden Lebensbedingungen so
groß ist, dass sie immer noch lächeln.

Das Buch ist erhältlich in meinem Online-Shop
unter: 

https://www.bergauer.cc/product-page/bildband-leben-im-lepradorf

Als Fotograf trägt man Verantwortung

Der international mehrfach ausgezeichnete
Fotograf spezialisierte sich nach seiner langjährigen Tätigkeit als
Pressefotograf auf Image-, Werbe-, Portrait- und Reisefotografie. Er wird
seither von Firmen, Werbeagenturen und Magazinen weltweit gebucht. Außerdem
hält er Workshops und Vorträge in Österreich, Deutschland, der Schweiz und
Tschechien und füllt Hallen. 

Gambisches Wrestling

Um dem europäischen Wohlstand zu entfliehen,
begibt sich Bergauer in Krisengebiete. „Bei meinen Vorträgen und Workshops
erzähle ich den Teilnehmern immer, dass man als Fotograf eine gesellschaftliche
Verantwortung trägt. Die Visualisierung von Geschehnissen ruft Reaktionen
hervor. Das wiederum beeinflusst die Lebenssituation der Menschen. Mein
Anliegen bei der Serie war es nicht nur die bekannten Schattenseiten Afrikas zu
zeigen, sondern auch die Schönheit und Lebensfreude der Menschen.“

Silber für die Serie „Die Salzarbeiter von
Gujarat“

Neben dem Hauptpreis gewinnt die Bergauers
Fotoserie über die Salzarbeiter im Indischen Gujarat Silber. Die Salzarbeiter
arbeiten unter extremsten Bedingungen, um ihr Leben mit Salz, dem “weißen
Gold”, zu finanzieren. Die tägliche Arbeit ist geprägt von Hitze und
körperlicher Anstrengung und Krankheiten.

Salt Workerin in Gujarat Indien

Der „Bergauer-Stil“

Der „Bergauer-Stil“ ist in Fachkreisen
international bekannt, weil dieser Mann damit eine außergewöhnliche Wirkung
schafft. Seine Bilder glänzen durch satte Töne und starke Kontraste. Ästhetik
und Ausdrucksstärke sind weitere Merkmale, genauso wie die Einzigartigkeit der
Motive, die tragende Rollen in seinen Arbeiten spielen und einen absoluten
Wiedererkennungwert herstellen. Jedes seiner Bilder erzählt eine
unverwechselbare Geschichte.

Fischer am Meer

Weiterführende Info:
Homepage von Joachim Bergauer >
Zum  „Tokyo International Foto Award“ >
Der Bildband „Leben im Lepradorf“ gewann Gold in der Kategorie „Buch“ >
Die Serie über „Die Salzarbeiter von Gujarat“ gewann Silber in der Kategorie „Menschen“ >
Joachim Bergauer in der Dorfzeitung >

Presseaussendung: Iris Schweinöster
Alle Fotos: Joachim Bergauer


Neujahrskonzert Oberndorf

Neujahrskonzert in Oberndorf

Musikalischer Blumenstrauß zum Jahresbeginn 2019

Werke von Strauß, Fucik, Mozart, Lehar, Brahms, Dvorak und Verdi überreichte das Austria Festival Symphony Orchestra unter dem hervorragendem Dirigat von Reinhold Wieser den 900 Gästen am 6. Jänner in der Stadthalle Oberndorf. Dies mit einem überaus musikalisch bunten musikalischen Blumenstrauß. Freuen konnten sich die Besucher aus Nah und Fern – trotz widriger Wetterbedingungen – auf bekannte und beliebte Melodien aus der silbernen Operetten-Ära von Franz Lehar.

Als Tenor konnten Harald Wurmsdobler mit Da geh ich ins Maxim aus der Operette Die Lustige Witwe sowie die beliebte Sopranistin Waltraud Nagl mit Meine Lippen sie küssen so heiß aus der Lehar Operette Giuditta überzeugen. Das Trinklied von Verdi und Lippen schweigen – ein wunderschönes Walzerlied von Lehar  – wurden als Duett gefühlvoll interpretiert.

Das wunderschöne Klarinettensolo von Wolfgang Amadeus Mozart spielte David Lehner aus Puch.  Besonders beeindruckend erklang der Florentiner Marsch von Julius Fucik zu Beginn des zweiten Teiles. Beendet wurde das Konzert mit dem Donauwalzer sowie dem Radetzkymarsch und der Orchesterfassung von Stille Nacht, heilige Nacht.

Presseaussendung. Alle Fotos: Hermann Hermeter


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Dorfzeitung

Merkantiles

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lautend auf Dr. Karl Traintinger

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BIC: RVSAAT2S030


Foto: KTraintinger

Frohe Weihnachten und ein gutes, neues Jahr 2019!

Das Redaktionsteam wünscht einige ruhige, erholsame und besinnliche Tage sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr. Danke, dass Sie am Tun und Werken im virtuellen Dorf teilgenommen haben!      Karl Traintinger

Im September des Jahre 2018 waren wir 20-Jahre online und wir haben unser Jubiläum auch gebührend gefeiert.

Seit April gibt es das Dorfradio auf der Radiofabrik. Es können noch alle Sendungen nachgehört werden.

Am 28. Oktober haben wir in der Salzachhallle In Laufen unser Multimediprojekt: “Open Space, eine jazzig literarische Annäherung an die Stille Nacht” veranstaltet. Es war ein sensationelles “Stille Nacht Fest”, etwas abseits vom Mainstream, frei von jeder Stille Nacht Landesförderung und trotzdem sehr gut besucht.

Einzig der Cartoonband mit unserem Zeichner Thomas Selinger ist sich nicht mehr ausgegangen, das werden wir aber im kommenden Jahr nachholen.


Peter Martin Lackner und Siegfried Steinkogler

Zeit für Stille Nacht

Ein Musiktheater von Siegfried Steinkogler.

Konzertante Uraufführung am 22. Dezember 2018 um 18 Uhr in der Stadthalle Oberndorf.

Mitwirkende: Symphonisches Orcherster des Musikum Oberndorf (Musikalische Leitung: Peter Martin Lackner), Chinesische Schule Salzburg mit Wushu Meisterin Yongxue Leckebusch, Sprecherin – Gertraud Steinkogler – Wurzinger (Universität Mozarteum), Siegfried Steinkogler (Komposition und Text)

Die Proben dauern schon fast ein Jahr.

Inhalt:  “Jetzt haben wir die Bescherung da.”,”So hat das keiner gewollt” seufzen Alena und ihr Bruder Thomas als sich die vorweihnachtliche Stimmung immer mehr und mehr auflädt. Die Mutter von den Weihnachtsvorbereitungen gestresst, der Vater unter Druck, endlich das zu erledigen, was er schon lange vor hat, Alena und Thomas von den immer zu Weihnachten wiederkehrenden hohen Erwartungen genervt.

Die Mutter wünscht sich, dass zu Weihnachten “Stille Nacht” gesungen wird, aber die Probe dazu geht komplett schief. Diese und andere Verwicklungen führen zu einem Familienstreit. Wie kann dieser Weihnachtsabend noch stimmungsvoll werden? Bessert der Besuch von Alenas Freundin Anna, deren Eltern im Krankenhaus liegen, die Stimmung? Reichen die Vorsätze und der Wille der Familienmitglieder für einen stimmungsvollen Weihnachtsabend oder sorgt tatsächlich das traditionelle Weihnachtslied “Stille Nacht” für Frieden im Haus, wie die Mutter meint?

Durch die Beschäftigung mit Weihnachten und dem Lied”Stille Nacht” entsteht in der Familie ein alternatives Weihnachtsprogramm – und letztendlich kommt doch noch Feststimmung auf. Untermalt von Musik entwickelt sich eine humorvolle und zugleich ernsthafte Geschichte, die eine Mischung aus Alltag und Weihnachtsidylle schafft. Ein Musiktheater für alle die, die Stille Nacht neu entdecken wollen.

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Siegfried Steinkogler über die Entstehung seines neuen Musiktheaters: “Zeit für Stille Nacht”

“Schon zu Beginn des Jahres 2017 reifte in mir der Plan, für das 200-Jahr-Jubiläum “Stille Nacht” ein größeres Werk zu schreiben. Wer das Lied so oft gesungen hat wie ich, der fühlt eine innerliche Verbundenheit zu diesem Lied. Das Musikum Oberndorf war – geografisch wie fachlich gesehen – der geeignete Veranstalter für dieses neue Musiktheater, in dessen Zentrum das allseits beliebte Weihnachtslied steht.

In musikalischer Hinsicht findet das Stille-Nacht-Lied in vielerlei Gestalten Eingang in die Partitur. Schon zu Beginn in der “Weihnachtshektik” finden sich diesbezügliche  “Fill-Ins”. Während das Stille-Nacht-Thema in der “Meditation” nur gegen Ende in den leise spielende Pauken zitiert wird, wird dieses im “Intermezzo microtonale”  im Vierteltonabstand verarbeitet, was zu einem ganz neuartigen Klangergebnis führt. Die beiden knapp gehaltenen “Stille-Nacht-Musiken” werden vom Stil der Harmonischen Variation dominiert.

Die Handlung beschreibt die Vorbereitungen zum Heiligen Abend einer beliebigen Familie, Generationenkonflikt und Ehestreit mit inbegriffen. Die Mutter wünscht sich, dass vor der Bescherung Stille Nacht gesungen wird, aber schon die Probe dazu geht völlig schief. Althergebrachte Traditionen werden hinterfragt und teilweise umgedeutet. Die halbwüchsigen Kinder sorgen schließlich für ein”alternatives Weihnachtsprogramm”, wodurch der Abend noch einen versöhnlichen Ausklang nimmt.

Ganz besonders freut mich die Zusammenarbeit mit der Chinesischen Schule Salzburg, die mit Chor und musikuntermalter Tanz-Choreografie einen völkerverbindenden Beitrag zu dieser Veranstaltung leisten wird. Es muss nicht extra betont werden, dass auch hier das Stille-Nacht-Lied eine tragende Rolle spielt.

Das Symphonische Orchester unter der Leitung von Peter M. Lackner setzt sich aus SchülerInnen und LehrerInnen des Musikum Oberndorf zusammen. Im Finale wird es vom Kinderchor, Sopran-Solo sowie je einer Akkordeon-, Blockflöten- und Gitarrengruppe verstärkt, was den Probenaufwand noch zusätzlich vermehrte. Für viele jugendliche Mitwirkende war es die erste große Produktion dieser Art. Mein besonderer Dank gilt unseren SchülerInnen,dem engagierten LehrerInnen-Team sowie Musikschuldirektor Michael Nußdorfer für die Planung und Umsetzung des Projekts. Gedankt sei auch der Stadtgemeinde Oberndorf und dem Musikum Salzburg, ohne deren Unterstützung die Durchführung nicht möglich gewesen wäre.”


Energie bei der Frau Sonne tanken

Die Schweiz ist ein Volk von Mietern. Besonders in Städten leben die meisten Menschen in Mehrfamilienhäusern und können auf ihrem Hausdach selbst keinen Solarstrom produzieren. Auch Besitzer von Eigentumswohnungen dürfen nicht ohne weiteres auf ihrem Dach eine Solarstromanlage installieren, denn die anderen Eigentümer müssten damit alle einverstanden sein.

Heinrich FreiVon Heinrich Frei (inkl. der Bilder)

Viele Mieter oder Wohnungsbesitzer möchten mit ihren Ersparnissen, falls sie überhaupt welche haben, auch lieber ein standesgemässes Auto mit Allradantrieb, ein sogenannten SUV kaufen statt tausende Franken für eine Photovoltaikanlage zu «vergeuden». Immer mehr dieser Treibstoff fressenden SUV Limousinen sind auf Zürichs Strassen zu sehen.

Energiesparen? Nein Danke! Das überlassen wir den Linken und Grünen, den Gutmenschen.

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Renoviertes Haus beim Schaffhauserplatz in Zürich. Das Haus wurde mit grau-eingefärbten stromerzeugenden Photovoltaikpanels verkleidet. Ein grosser Teil der benötigten Elektrizität produziert dieses Haus selbst.

Mieter und Mieterinnen können eigenen Solarstrom produzieren

In Zürich können sich Mieter und auch Besitzer von Eigentumswohnungen an Solaranlagen des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) beteiligen und eigenen Solarstrom produzieren. Bereits 2500 Zürcherinnen und Zürcher haben bisher in eine der elf ewz.solarzüri-Anlagen investiert. «Aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage», wie das EWZ kürzlich mitteilte, «sind drei weitere Photovoltaikanlagen auf den Schulhäusern Herzogenmühle, Langmatt und Luchswiesen in Zürich mit insgesamt 3 350 Quadratmeter geplant». (1)

Infos zum Solarstrom des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich: «Wie funktioniert diese Beteiligung: Mit ewz.solarzüri kaufen Sie eine bestimmte Anzahl Quadratmeter einer Solaranlage. Dafür erhalten Sie eine Gutschrift auf Ihrer Stromrechnung.
• Ein Quadratmeter Solaranlage kostet CHF 250.–. Dafür bekommen Sie jährlich 80 kWh Solarstrom. Das deckt ca. 5% des Stromverbrauchs einer 3-Zimmer-Wohnung.
• Ihr Strompreis bleibt 20 Jahre lang stabil. Die Solaranlage spart Geld und gibt Sicherheit.»

Experten raten ab das Solarstrom Angebote des EWZ anzunehmen

Unabhängige Stromexperten raten jedoch davon ab, das Angebot des EWZ anzunehmen «Der Solarstrom des EWZ ist teuer», sagt Andreas Tresch, Partner beim Energiedienstleister Enerprice. Das EWZ verrechnet 15,6 Rp. für die Kilowattstunde, der derzeitige Schweizer Abnahmepreis für Photovoltaikanlagen betrage alles inklusive aber 8,5 Rp, sagt er. (2)

Es mag sein, dass das EWZ mit seinen Solar-Kilowattpreisen herunterkommen muss. Aber meiner Meinung nach ist es dennoch sinnvoll für Mieter und Besitzer von Eigentumswohnungen in Zürich in Photovoltaikanlagen des EWZ zu investieren. Auch wenn das EWZ einen zu hohen Abnahmepreis verrechnet, verzinst sich das eingesetzte Kapital von 250 Franken pro Quadratmeter Solaranlage immer noch sehr gut, angesichts dass Banken auf Sparguthaben heute in der Schweiz praktisch keine Zinsen mehr bezahlen.

Keine Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei Luxuseinbauten

Vor über dreissig Jahren wurde im Kanton Zürich gewarnt Heizungen mit Wärmepumpen zu installieren, da dies nicht rentabel sei. Diese Aussage wurde damals auch von einem Experten gemacht als wir ein Haus in Oberrieden bauten, eine Ortschaft, die zu den Steuerfluchtoasen rund um den lieblichen Zürichsee gehört. In diesem Haus in Oberrieden wurde neben der Ölheizung zwei Cheminées eingebaut, ein alter Kachelofen montiert und eine Sauna mit Tauchbecken eingerichtet. Bei all diesen Luxuseinbauten wurde nie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung wie bei der Wärmepumpe gemacht, auch nicht beim Swimmingpool im Garten. Der ROI, der «Return on Investment», die Kapitalrentabilität, wurde bei all diesem Wohlstandsschrott nicht ermittelt. Heute sind Wärmepumpenheizungen, angesichts der hohen Erdöl- und Gaspreise, viel wirtschaftlicher als Gas- und Ölheizungen.

Frau Sonne scheint gratis und Wind kostet nichts

Alternative Energien werden in gewissen Gegenden der Schweiz leider gebremst. Das Elektrizitätswerk des Kanton Zürich (EKZ) stoppte vor drei Jahren die Finanzierung von grossen Solaranlagen. In Zukunft unterstützt das EKZ den Bau von Solaranlagen nur noch, wenn der Strom von den Hausbesitzern selbst gebraucht wird. Der Grund: Die tiefen Strommarktpreise. In den letzten Jahren mietete das EKZ grosse Dächer, baute Solaranlagen und speiste den Strom ins Netz. So entstanden 50 solcher Anlagen. Dieses Programm wurde nicht mehr weitergeführt.

Nur so viele Solarpanele montieren wie man selbst Strom verbraucht?

An einem Besichtigungstag des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) im neuen unterirdischen Unterwerk in Oerlikon an der Eduard-Imhof-Strasse vor drei Jahren, wurde bei einem Beratungsgespräch einem Einfamilienhausbesitzer auch schon empfohlen nur so viele Solarpanels auf seinem Dach zu montieren, wie er selbst Strom verbrauchen wird. Dieser Mann wollte eigentlich eine möglichst grosse Photovoltaikanlage auf seinem Dach platzieren. – Vielleicht wird das EWZ eine solche Empfehlung heute nicht mehr machen?

Statt Gas, Kohle, Erdöl und Atomkraft: alternative Energien

Windturbine auf dem Dach kombiniert mit einer Photovoltaikanlage

Zu hoffen ist, dass trotz solcher negativen Empfehlungen private Hausbesitzer möglichst viele Solarpanels auf ihren Dächern montieren, wie in Süddeutschland. Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind bläst, könnten auch kleine geräuscharme Windturbinen auf dem Dach Energie produzieren. Je mehr Solar- und Windstrom produziert wird, desto eher kann auf die Produktion von Elektrizität durch Gas, Kohle, Erdöl und Atomenergie verzichtet werden und desto eher können Autos ohne Benzin oder Diesel fahren.

In Wind- Geothermie und Solaranlagen investieren, statt in Rüstung

Die Schweizer Nationalbank, Banken, Versicherungen und Pensionskassen investierten bisher Milliarden in Unternehmen, die an der Produktion von Kriegsmaterial beteiligt sind. Sie steckten sogar Gelder in Unternehmen die international geächtete Waffen herstellen, wie Atombomben, Streubomben und Antipersonenminen (3) (4) (5). Aktien des Rüstungssektors sind seit Jahrzehnten besonders profitabel gewesen dank all den furchtbaren Kriegen. Das Geschäft mit dem Krieg spülte mehr Geld in die Kassen als Investitionen in Wind- Geothermie und Solaranlagen. In Zukunft müssten diese Institutionen in Wind- Geothermie und Solaranlagen investieren, statt in die Rüstungsindustrie.

Mit Atomkraft friedlich in die Katastrophe? Nein!

Investitionen in alternative Energien sind wichtig, um aus der Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas wegzukommen. Daniele Ganser hat in seinem Buch «Europa im Erdölrausch» dokumentiert was passiert, wenn sich der globale Kampf und das Erdöl zuspitzt. (6) Es ist zu hoffen, dass der Welt die Wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien gelingen wird. Die Alternative zu Erdöl- und Erdgas kann aber nicht der Bau von neuen Atomkraftwerken sein. Zu viele Risiken und auch hohe Folgekosten sind mit der zivilen Nutzung von Atomenergie verbunden.

Die friedliche Nutzung der Kernkraft wurde 1953 von US-Präsident Dwight D. Eisenhower der Welt in der UNO mit dem Slogan «Atome für den Frieden» schmackhaft gemacht. – Nicht zuletzt mit Hilfe der zivilen Atomtechnologie gelang es dann aber später Israel, Pakistan und Indien auch Atombomben herzustellen.

Die lange Liste der bekanntesten Unfälle in kerntechnischen Anlagen zeigt, wie gefährlich die Atomenergie ist. Die bekanntesten Unfälle in kerntechnischen Anlagen sind die Kernschmelze im Versuchsreaktor 1969Lucens in der Schweiz, Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011. Neben diesen auch als Super-GAU genannten Vorfällen gibt es noch weitere Unglücke, bei denen es zu erheblicher Kontamination und damit zu Umwelt- und Gesundheitsschäden gekommen ist. (7)

Fussnoten
(1) https://www.ewz.ch/de/private/energie-produzieren/an-solaranlage-beteiligen.html
(2) EWZ Der Stadtzürcher Stromversorger bietet Mietern Beteiligungen an Solaranlagen an. Experten raten davon ab. Von Jürg Meier NZZ am Sonntag, 11.11.2018
(3) Siehe: https://www.dontbankonthebomb.com/
(4) ABC-Waffen: laut Schweizer Kriegsmaterialgesetz verboten
Nicht nur Nordkorea soll auf Atomwaffen verzichten
Von Heinrich Frei
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25057
(5) Finanzplatz Schweiz: Weltweit Vermögensverwalter Nummer 1
Finanziere keine Atombomben, Streubomben, Anti-Personenminen und überhaupt kein Kriegsmaterial
Von Heinrich Frei
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24180
(6) Erdöl: eine gefährliche Abhängigkeit, die Folgen einer gefährlichen Abhängigkeit, Daniele Ganser, Orell Füssli 2012
(7) Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unfällen_in_kerntechnischen_Anlagen


Schauspielhaus Graz

European Balcony Project | Schauspielhaus Graz

Am Samstag, dem 10. November 2018 wird um 16.00 Uhr europaweit – an unterschiedlichen Orten, Plätzen und Balkonen – in mehr als 20 verschiedenen Sprachen die Europäische Republik in einer Kunst-Performance ausgerufen und ein Manifest der Initiator*innen Ulrike Guérot und Robert Menasse verlesen.

Das Schauspielhaus Graz beteiligt sich am „European Balcony Project“ mit einem Kurzfilm. Setzen wir ein Zeichen für ein gemeinsames, vereintes Europa. Dem grassierenden Mangel an Solidarität und menschlicher Empathie in unserer Gesellschaft müssen wir gemeinsam ein friedliches, entschlossenes „Wir“ entgegensetzen.
Iris Laufenberg, Geschäftsführende Intendantin, Schauspielhaus Graz

Das European Balcony Project ist ein Projekt des European Democracy Labs, an dem sich mehr als 100 europäische Institutionen beteiligen und das von zahlreichen Personen des öffentlichen Lebens unterstützt wird. Es umfasst Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und friedliche, künstlerische Interventionen zur Zukunft der Europäischen Demokratie, die von 9. bis 11. November 2018 in zahlreichen europäischen Städten stattfinden.

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Gründung verschiedener Republiken in ganz Europa, erinnert das European Balcony Project an die Ereignisse am 9. November 1938 und 1989 und will des Weiteren eine breitenwirksame Debatte über die Zukunft Europas vor den anstehenden Wahlen des Europäischen Parlaments im Mai 2019 auslösen – mit der Idee für eine gesamteuropäische Staatlichkeit zu sensibilisieren, die für eine europäische Gemeinwohlsicherung und die Nutzung europäischer öffentlicher Güter sorgt. Dabei ist die kritische Diskussion, Interpretation und Ergänzung der im Manifest beinhalteten Ideen integraler Teil des Projektes, denn Europa muss von Vielen gedacht werden.

 

Isabella Cseri
Presseaussendung
Schauspielhaus Graz


open space

Open Space vs. Stille Nacht

Knapp 150 begeisterte Zuhörer waren am Sonntagabend in die Salzachhalle gekommen und lauschten gespannt und begeistert den Darbietungen der etwas speziellen “Stille Nacht” Veranstaltung, abseits von Geigen und Harfen.

Der große Bildbericht zu Open Space kommt in den nächsten Tagen!