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Ausschnitt von Stadtgams von Anneliese di Vora

Kunst und Corona – passen nicht wirklich zusammen!

Das Corona-Virus lässt der Kunst und Kultur durch die laufenden Lockdowns wenig Spielraum und dennoch lässt sich die Kunst davon nicht unterkriegen.

So gelang es auch dem Henndorfer Kulturkreis mit der Kulturabteilung der Stadt Salzburg eine Ausstellung im „Alten Rathaus“ von Salzburg trotz der widrigen Umstände zu organisieren.

Unter dem Motto „Stadtansichten – mit dem Henndorfer Kulturkreis durch Salzburg“ findet eine Ausstellung in der Stadtgalerie Rathaus vom Mittwoch, 03.02.2021 bis Freitag, 26.03.2021 mit 12 Künstler*innen aus dem Henndorfer Kulturkreis statt.

Die Öffnungszeiten im Rathaus sind von Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 17:00 und am Freitag von 8:00 bis 13:30 Uhr.

Ein Besuch der Ausstellung in der Säulenhalle ist unter Einhaltung der Covid19-Maßnahmen jederzeit mit Familie, Freunden und Bekannten möglich.

Virtuelle Galerie: https://www.stadt-salzburg.at/termine/rathausgalerie/ausstellungen-rathausgalerie-2021/stadtansichten-mit-dem-henndorfer-kulturkreis-durch-salzburg/

Die Kulturabteilung der Stadt Salzburg und der Henndorfer Kulturkreis würden sich freuen, wenn auch Sie, diese Kunstausstellung in Salzburg besuchen.

Der Henndorfer Kulturkreis
Presseaussendung


Olles Leiwand

Olles Leiwand: Net deppert wern

Wie für alle Bands ist es auch für die bayerisch-salzburgerische Formation Olles Leiwand sehr ruhig geworden. Die Corona-Maßnahmen verhindern die Live-Auftritte. Wenigstens konnte man bei einem Streaming-Abend aus der Freilassinger Lokwelt etwas Konzert-Atmosphäre spüren.

An der Kreativität der Band hat das allerdings nichts verändert und so erscheint dieser Tage eine neue CD von Olles Leiwand. „Net deppert werdn“ nennt sich das Werk, ein Ausspruch, der bei den Musikern immer wieder mal fällt und auch ein Zitat ist aus der ORF-Kultserie „Ein echter Wiener geht nicht unter“.  Das Mini-Album enthält drei komplett neue Stücke und drei Lieder die bereits auf Single erschienen sind. Ergänzt mit zwei Live-Bonus-Tracks aus dem Auftritt in der Lokwelt.

„Mir ist komischerweise in der Arbeit das Lied „Eam hots taugt“ eingefallen“, sagt Bandleader Peter Mühlbauer. „Die Zeilen sind einfach so rausgeflossen, das war echt seltsam. Freunde machten sich sofort Sorgen als sie den Song gehört haben. Dabei finde ich, ist es ein sehr positives Lied. Was gibt’s schöneres als daß man sagen kann, es hat einem getaugt im Leben“, meint Mühlbauer.

Das zweite neue Lied ist eine wunderschöne Cover-Version von Eric Clapton´s „Wonderful tonight“. Gitarrist und Co-Sänger Manfred „Fred C“ Stoiss aus Salzburg hat den Song ins Deutsche übersetzt und eine sehr romantische Version erschaffen. „Da ich sehr auf die Dire Straits stehe, habe ich das E-Gitarrensolo am Ende des Liedes in deren Stil gespielt“, sagt Fred C. In seiner Version heisst der Titel „A leiwanda Hos“, in bestem wienerisch.

Fred “C” Stoiss, Peter Mühlbauer

Das düsterste Lied auf dem Album ist sicher der Song „Alien im Film“ und behandelt die Themen Depression, Angst- und Panikattacken. „In den 70-er Jahren hat Wolfgang Ambros ein sehr berührendes Lied „Wie wird des weitergeh´n“ geschrieben, ein Klassiker aus dem Genre des Austropop“, sagt Olles Leiwand-Bandleader Peter Mühlbauer. „Sowas ähnliches wollte ich auch machen und das Thema Depression ist ja Allgegenwärtig, übrigens nicht nur in diesen schlimmen Corona-Zeiten.“ Musikalisch hat Fred C, der alle drei Songs auch in seinem Studio in Mondsee produziert hat, ein kleines Meisterwerk erschaffen. Das Lied klingt verstörend, düster aber doch auch sehr modern, rockig mit Instrumenten aus der klassischen Musik.

Alien im Film

„Eam hots taugt“ und „Alien im Film“ gibt es ab Dezember und Januar auf allen bekannten Streaming-Diensten zum Download. Die Olles Leiwand CD „Net deppert wern“ kann man direkt bei der Band bestellen. Infos auf der Homepage >

Presseinformation der Band


Christian Weingartner

Dorfradio Vol 33 | Jänner 2021 | Christian Weingartner

Portrait des Salzburger Literaten und Fotografen Christian Weingartner. Der Autor wird von Rebecca Schönleitner vorgestellt.

Diese Sendung wird am 4. Jänner 2021 um 17 Uhr von der Radiofabrik in Salzburg ausgestrahlt.
Das Dorfradio Vol 33 streamen >

Christian Weingartner liest aus folgenden Büchern:

Durchs wilde Absurdistan. Wortblitze, Gedankenpirouetten, Ironiesaltos. Erschienen 2020 im Verlag Aumayer
Südlicht. Lyrik. Erschienen 2019 im Verlag am Rande
Morbus Handy. Texte zur Zeit. Erschienen 2018 bei INNSALZ
Stadtballaden. Prosaminiaturen. Erschienen 2011 bei arovell
Der Traum der Regenbogenschlange. Australische Texte. Erschienen 2002 in der Edition Bumerang
Atemlos. Gedichte. Erschienen 1996 in der Edition proFlachgau

Die Musikauswahl hat Karl Traintinger zusammengestellt.
Mit dabei die ersten im Studio aufgenommen Titel von Brassbeat, einer jungen Formation aus Wien in der Tradition einer New Orleans Brass Band.

Die Musikauswahl:

Alone © by Brassbeat – Baby Blue © by Brassbeat – Afterglow © by Brassbeat – Velours © by Brassbeat – Black Eagle Skuffle © by New Black Eagle Jazzband- Jersey Bounce © by Benny Goodman – Keep Cool © by Herbert Berger – A Colloquial Dream © by Charles Mingus – As Catch Can © by Gerry Mulligan & Art Farmer


Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr

Nach diesem sehr turbulenten Jahr wünschen wir allen Freunden und Lesern der Dorfzeitung ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes sowie erfolgreiches neues Jahr 2021!

Herzlichen Dank für Ihr Wohlwollen und Ihre Treue.

Karl Traintinger für das Team


Peter Reutterer

Peter Reutterer: Langsame Einkehr

Autor: Peter Reutterer
Titel: Langsame Einkehr – Gedichte mit Geschichten
ISBN: 978-3-99028-938-9
Verlag: Bibliothek der Provinz
Erschienen: Herbst 2020

Im OnlineBuch – Shop vorort kaufen

Klappentext:

Mit „Langsame Einkehr“ setzt Peter Reutterer seine Serie von Gedichten, die Geschichten erzählen, fort. Auch in diesen lyrischen, prosaischen Textgebilden geht es um reichlich Schräges, was sich im schönen Alpenland, aber auch in der neoliberalen Welt und in der Schule zur Realsatire ausgewachsen hat. Dazwischen Privates, Meditatives und Sprachmusikalisches. Nicht von ungefähr kommt der Anklang des Titels an ein Werk Peter Handkes: Peter Reutterer hat sich dem Finden poetischer Gebilde verschrieben. Dafür ist es unabdinglich, bei sich oder einer Örtlichkeit „einzukehren“.

Nachsommer
Ende Oktober sitzen
Mädchen noch im grünen Gras
an der Salzach
und Frauen lesen Bücher
auf den Bänken
am Ufer.

Rezension von Kurt Rebol, Oberndorf

Peter Reutterer spannt in der von ihm entwickelten Tradition von Gedichten mit Geschichten einen weiten Bogen der „langsamen Einkehr“. In seinen Miniaturen reflektiert er über das Leben auf dem Land, teilt Reiseimpressionen, lässt die Erfahrung des Älterwerdens sowie Brüche in Biographien zu Wort kommen und erschließt sich in poetischer Form die „conditio humana“, die sich immer wieder auch in der Natur spiegelt.

Es sind zum Teil leise Beobachtungen, aber auch pointierte Zugänge zu existentiellen Fragen, manchmal auch der Realsatire, die einander abwechseln. Es ist eine Spurensuche, die auf verschiedene Ankünfte mitten im Leben gerichtet ist.


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Black Friday Sale

Black Friday Sale

Anlässlich des heutigen, weltweiten “Black Friday Sale” Tages, möchten wir auf das Dorfzeitungs-Abo aus dem virtuellen Dorf hinweisen!

Wir freuen wir uns über alle neuen Mitglieder. Freunde und Mezäne unterstützen dieses ONLINE Kulturmagazin aus Überzeugung. Der günstige Mitgliedsbeitrag ist jedem Black Friday Sale ebenbürtig!

Zudem steht der erste Adventsonntag vor der Tür und ein Dorfzeitungsabo läßt sich auch hervorragend verschenken!

Feine Kekse für Genießer >

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Tomas Friedmann

Unterschätzt das Virus nicht!

Die offizielle Quarantäne-Zeit ist fast um – und die schlimmsten Tage sind es hoffentlich auch.

Tomas Friedmann

Ein Erfahrungsbericht von Tomas Friedmann

Ich hatte nie Fieber und anfangs auch keinen Husten. Es begann mit Müdigkeit (ich glaubte weil zu viel Arbeit), Schnupfen und Kopfweh (ich meinte vom Wetter) sowie vermeintlichen Rückenschmerzen (und ich dachte daran, eine neue Matratze zu kaufen).

Montags beschloss ich, vom Büro nach Hause zu fahren, um mich kurz auszukurieren. Dann ging es los: heftige Kopf-, Nieren- und Magenschmerzen, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, nachts Hustenanfälle und Atemprobleme, Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, Ekel vor Alkohol, Nikotin und Kaffee, kein Interesse an Kommunikation, Literatur, Radio etc.

Dienstags über 1450 die Test-Straßen-Anmeldung; zwei Tage später das Ergebnis, ein paar Stunden danach der Anruf der Gesundheitsbehörde … Informationen, Aufzeichnungsbeginn des Krankheitsverlaufs, E-Mail mit Formular, Bekanntgabe der Kontakte, Rückzug in Quarantäne und Wunsch nach Ruhe und Stille.

Seitdem täglich besser – verbunden mit der Hoffnung, bald wieder fit zu sein, Menschen live zu begegnen und vor allem endlich mehrere Stunden durchschlafen zu können. Was hilft: Schmerzmittel und gute Freunde, die fröhliche Stimme der liebevollen Partnerin und die Anteilnahme des Sohnes am Telefon, heiss-kalte Duschen und (trotzdem) gute Laune, Tee und Vitamine, die aufmunternden Kollegen und meine hilfsbereiten Nachbarn.

Danke. Schön, dass es euch gibt! Ich bin froh, wohl mit einem milden Verlauf davonzukommen und wünsche allen: Handelt klug und verantwortungsbewusst, schützt euch und andere, bleibt gesund & poetisch.

Die Freude ist groß, wenn nach 9 Tagen in Quarantäne der Geschmacks- und Geruchssinn sowie die Lebensgeister zurückkehren. Ja, das Omlette ist auch gelungen!


Hitlerhaus

Polizei im Geburtshaus von Adolf Hitler

Ein offener Brief an den für das Hitlerhaus zuständingen Innenminister Karl Nehammer, MSc.

Sehr geehrter Herr Bundesminister Nehammer,

bitte fassen Sie die folgenden Zeilen nicht als persönliche Attacke auf – ich weiß sehr wohl, dass die Entscheidung, im Geburthaus Hitlers eine Polizeistation einzurichten, nicht von Ihnen ausgeht, sondern von Ihrem Vorgänger Wolfgang Peschorn entschieden wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Sie von dieser Lösung nicht besonders angetan sind. Erlauben Sie mir deshalb bitte die folgenden Anmerkungen. 

Der Abriss oder die unpassende Umnutzung geschichtlich betroffener Architektur oder Gebäude löscht die Geschichte nicht aus, sondern verunklärt die notwendige Erinnerung.

Es gibt gute Beispiele, wie solche Monumente eine neue, aber auf die Geschichte bezogene Deutung erhalten können – ohne das Hitlerhaus als Monument zu bezeichnen, eher als Gedächtnisstütze – sind etwa folgende Architekturen, die durch geschichtsbezogene Umdeutung zu wahren Denkmälern geworden sind, Denkmäler in dem Sinne, dass der vorangegangenen unguten Geschehnisse gedacht wird: 

Da ist einmal das Siegestor auf der Ludwigstraße in München. Es wurde aus militärischem Hochmut vor dem Ersten Weltkrieg zu “Ehren” des Bayerischen Heeres – also der siegesbewussten kriegerischen Auseinandersetzung – geweiht. Während der Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde dieses “Siegestor” schwer beschädigt. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde eine architektonische Lösung gefunden, welche die Beschädigungen durch einfache Ausbesserungen kenntlich ließen. Entscheidend war aber die geänderte Inschrift über dem Torbogen: “Dem Siege geweiht, im Kriege zerstört, zum Frieden mahnend“. Eine hervorragende gedankliche Umdeutung der Katastrophe militärischen Hochmuts statt friedlicher Lösungen. 

Zum anderen zeigt das Siegestor in Bozen, dass es grundfalsch ist, die Erinnerungen an das geschichtliche Unrecht zu löschen und so zu tun, als sei nichts geschehen. Gegen den Wunsch vieler durch dieses Bauwerk mit der beleidigenden Inschrift “Hic siste signa…(weiter auf Deutsch) von hier aus haben wird den anderen (Südtirolern) Sitte und Kultur beigebracht” in ihrer Würde getroffenen Südtiroler ist es nicht abgesrissen worden, sondern man hat in ihm ein Informationszentrum über den Nationalsozialismus und den Faschismus eingerichtet (sehr zum Ärger mancher Italiener, die sich immer noch als Herrenmenschen in Südtirol fühlen und durch ein Referendum verhinderten, dass der Siegesplatz in Friedensplatz umbenannt werden konnte). 

Man kann Geschichte nicht einfach auslöschen. Man muss sie umwandeln in ein Verständnis für das schreckliche Geschehen, auf das spätere Generationen daraus lernen. Leider wollen die wenigsten etwas lernen, sondern lieber Unliebsames verdrängen. 

Das sollte übrigens mit den Nazibauten in Berlin zum Umzug der Bundesregierung aus Bonn auch geschehen: Ursprünglich war der Abriss dieser Architekturen (z.B. des Reichsluftfahrtministeriums) geplant. In meiner Zeit als Präsident des Bundes Deutscher Architekten BDA konnte ich bei Gesprächen mit dem damaligen Bundesbauminister mitwirken, dass die Bauten erhalten und einer neuen demokratischen Nutzung zugeführt werden konnten. 

Der Sinn dieser Erwähnung guter Beispiele soll dazu beitragen, sich eine geschichtsbewusste Nutzung für das Geburtshaus Hitlers zu überlegen, etwa als Haus der Versöhnung und der Verantwortung dafür, dass sich solche dämonischen Entgleisungen, die Hitler bewirkt hat, nicht wiederholen können. Dafür könnten Sie sich als Innenminister einsetzen und sich als moralische Instanz würdevoll profilieren.

Das wünsche ich mir als 1941 geborenes Kriegskind, traumatisiert in Bombennächten und im Gedenken an in KZs umgekommene Familienmitglieder. 

Ich wünsche Ihnen aber auch Erfolg in Ihrer Arbeit, vor allem nach den tragischen Geschehnissen islamistischen Terrors in Wien.

Mit hochachtungsvollen Grüßen

Ihr
Andreas Gottlieb Hempel

Das Hitlerhaus in der Dorfzeitung >

Info zum Autor:
Prof. Dr. arch. Andreas Gottlieb Hempel
Publizist, Architekt und Buchautor
Präsident des BDA 1995-1999
Dipl.-Sommelier AIS
Bierexperte
Genussbotschafter Südtirol
Natur- und Landschaftsführer

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Kunsthandwerksmarkt

Möbelhauskonzern vs. Kunsthandwerk – ein Kampf mit ungleichen Mitteln!

Der Möbelhauskonzern, der sich ja letztes Wochenende durchaus überrascht gezeigt hat, dass der millionenschweren Werbung so viel Menschen gefolgt sind, hat anscheinend Geschmack auf mehr Kontakt-Maximierung bekommen und forciert diese Kampagne, in der zum zahlreichen Besuch der Möbelhäuser in ganz Österreich aufgerufen wird.

Leo Fellinger

Von Leo Fellinger, Kunstbox Seekirchen

Auch die Konkurrenz hat die Zeichen der Zeit erkannt und bläst ihrerseits zum Halali auf die Jagd um mehr Kunden. Jede Zeitung, jeder TV-Sender – alles voll mit Aufrufen zum fröhlichen Prozentesparen. Und noch ein Grillhendl zum Mitnehmen – geht ja in einem, die Gasthäuser sind ja leider zwangsläufig geschlossen. Und während die Regierung zaghaft doch zum Konsum heimischer Güter aufruft, werden hier zwei Drittel Waren aus Billiglohnländern verkauft. Der dabei erwirtschaftete Gewinn wird – schenkt man namhaften Medien Glauben – mit Steuertricks woanders versteuert als in Österreich. Dieses ungebremste und unverschämte Agieren ist aber nur eine Komponente der Ungerechtigkeit.

Kunsthandwerksmarkt

Foto: Karl Traintinger, Dorfbild

Die andere: Für Weihnachtsgeschenke gibt der Österreicher, die Österreicherin laut GfK-Studie 2019 434,- Euro pro Kopf aus. Ein riesiges wirtschaftliches Potenzial, von dem viele Branchen leben, unter anderem auch die KunsthandwerkerInnen. Normalerweise finden vor dem großen Fest viele Kunsthandwerksmärkte statt, wo lokale und regionale Kunstschaffende ihre Arbeiten anbieten und verkaufen.

Nicht so 2020. Es wird wahrscheinlich dasselbe ausgegeben werden wie die Jahre zuvor, allerdings nicht für heimisches Handwerk, sondern für Artikel, die in den Foyers der Möbelhäuser in Massen angeboten werden. Diese Ware stammt mehrheitlich aus China oder anderen Billigstlohn-Ländern. Entspricht das der gängigen Auffassung von Gleichstellung der Chancen und Fairness?

Cartoon zum Thema:
Blaues Covid-Gezwitscher >

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Gedenkfeier St. Pantaleon 2020

20 Jahre Erinnerungsstätte St. Pantaleon

Jubiläumsgedenkfeier am 4. Oktober 2020

Vor 20 Jahren, im Sommer 2000, wurde die Erinnerungsstätte für die Opfer der beiden NS-Lager Weyer – St. Pantaleon an der heutigen Moosachstraße eröffnet. Sie ist längst zu einem weithin bekannten, jedes Jahr von vielen absichtlich oder zufällig Vorbeikommenden besuchten Gedenkort geworden.

Die Anlage mit der beeindruckenden Figurengruppe des deutschen Bildhauers Dieter Schmidt im Zentrum steht mittlerweile unter Denkmalschutz.

(Verein Erinnerungsstätte Lager Weyer/ Innviertel)

Obmann Ludwig Laher begrüßte die Gäste und es gab anschließend Grussadressen von Bgm. Valentin David (St. Pantaleon), OÖ LtgAbg. Ferdinand Trifnig, Sbg. Ltg.Präs. Dr. Sebastian Huber und Willi Mernyi, dem Vorsitzenden des Österr. Mauthausen Komitees.

Es war ja nicht nur Mauthausen, sondern es gab noch 20-30 weitere ähnliche Lager …

Willi Mernyi

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Erwin Hörl an der Klarinette und Alfred Aichinger an der Gitarre. Matthias Aichinger präsentierte sein Lied: “I hobs so satt”.

Der zweite Teil der Veranstaltung fand in der Mittelschule in St. Pantaleon statt. Alfred Aichinger gab einen kurzen Überblick über die Gedenkarbeit um die beiden NS-Lager Weyer – St. Pantaleon. Valentin David, Franz Saxinger (Kollerschlag) und Johann Prillhofer (Neukirchen an der Enknach) gaben einen Überblick darüber, wie in ihren Gemeinden mit den Opfern der Lager Weyer umgegangen wird. Welche Initiativen haben sie gesetzt, was ist ihnen auch zukünftig wichtig?

Nachdem ich das 2001 erschienene Buch “Herzfleischentartung” von Ludwig Laher gelesen hatte, fragte ich alte Bäuerinnen und Bauern aus der Gegend, ob sie denn von dem Lager unten in der Moosach gewusst haben. Nach einigem Zögern kam meist die Antwort, freilich, wir haben ja auch Menschen schreien gehört.

Karl Traintinger

Abschließend las Ludwig Laher aus seinem kürzlich erschienen Buch: Schauplatzwunden. Über zwölf ungewollt verknüpfte Leben.

Dieses Buch porträtiert Opfer, Täter und anderweitig von den Ereignissen rund um die Lager Weyer nachhaltig Betroffene. Daraus entsteht ein breites Panorama aus Willkür, Ohnmacht, verbrecherischer Energie, roher Gewalt, politischem Kalkül, aber auch absurder, oft lebensentscheidender Zufälle.

Weitere Infos:

Ludwig Laher in der Dorfzeitung >

Dieser Beitrag ist der Dorfzeitung wichtig, daher kommt er nicht hinter die Paywall. Wir freuen uns aber, wenn Sie die Dorfzeitung mit einem Abo unterstützen!


Marina_Faust_Daunendecke

Marina Faust. Otto-Breicha-Preis für Fotokunst 2019

Marina Faust (1950 Wien, AT – Paris, FR und Wien, AT) ist die 17. Preisträgerin des seit 1983 vergebenen Fotopreises am Museum der Moderne Salzburg.

In Erinnerung an den wohl wichtigsten Förderer zeitgenössischer Fotografie in Österreich, wird der Preis alle zwei Jahre von der Familie Breicha gestiftet. Das Werk von Marina Faust ist facettenreich und erstreckt sich mittlerweile über mehr als 50 Jahre.

Ausstellung
26. September 2020 bis 14. Februar 2021
Rupertinum [1] & [2]

Die Ausstellung zeigt Konvolute aus der eigenen Sammlung und dem Archiv der Künstlerin die Marina Faust sozusagen neu auflegt, verändert und reaktiviert. Daneben sind Videos und Installationen zu sehen, die das breite Spektrum ihrer Arbeit hervorheben. Zur Werkschau im Rupertinum erscheint ein Katalog in der Fotohof edition

Presseaussendung
Museum der Moderne
Salzburg


Stelzhamerstraße

Salzburg: Literaturhaus fordert Zusatztafel bei antisemitischem Dichter Franz Stelzhamer

Die Stadt Salzburg nennt nun den Makart-Steg in Feingold-Steg um. Hanna Feingold, Witwe des vor einem Jahr, am 19. September 2019, verstorbenen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Salzburg, wollte eine Straße mit Postadresse – vorgeschlagen war die Umbenennung der Stelzhamer-Straße in Feingold-Straße – für den angesehenen Bürger, den zuletzt mit 106 Jahren ältesten Holocaust-Überlebenden Österreichs. Als Demokratin nehme sie aber die Mehrheitsentscheidung des Stadtsenats – mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und FPÖ; gegen die Stimme der Bürgerliste – zur Kenntnis, glücklich sei sie darüber nicht. Und Hanna Feingold fügt hinzu. „Was mich nur wundert: Max Reinhardt, Stefan Zweig und jetzt auch Marko Feingold – all das sind jetzt Plätze ohne Postadresse. Da frage ich mich, welches System das ist. Geniert man sich denn in Salzburg für seine Juden?“

Marko Feingold war unermüdlicher Mahner gegen Nazi-Verbrechen und ist – wie z.B. H.C. Artmann und Gerhard Amanshauser – Ehrenmitglied im Verein des Salzburger Literaturhauses, das er unterstützt und regelmäßig besucht hat. Wenn nun schon kein Einvernehmen mit der Witwe gefunden werden konnte, dann sollte man wenigstens bei heiklen Straßennamen eine erklärende Zusatztafel anbringen, fordert Tomas Friedmann, Intendant des Literaturhauses Salzburg. Als Beispiel nennt er den Schriftsteller Franz Stelzhamer: „Der Mundartdichter Franz Stelzhamer war Antisemit. Nach dem Autor der oberösterreichischen Landeshymne sind in Österreich zig Straßen und Gassen benannt, z.B. in Linz, Graz, Gmunden, Ried, Vöcklabruck und Wien – dort immerhin mit Zusatztafel samt Hinweis auf seine antisemitisch geprägten Texte. Eine Umbenennung der Stelzhamer-Straße in unmittelbarer Nähe der Synagoge wäre in der Stolperstein-Stadt Salzburg ein Zeichen der Zivilcourage.“ Es genüge nicht, den Bericht der Historiker-Kommission über Salzburger Straßennamen, die aus der NS-Zeit belastet sind, am Ende des Jahres abzuwarten. Antisemitimus gab es auch davor, wie z.B. in Schriften von Franz Stelzhamer (1802-1874), nachgewiesen u.a. vom Schriftsteller Ludwig Laher. Die Historikerkommission solle sich auch damit beschäftigen, Stadt und Land Salzburg hätten entsprechende Empfehlungen umzusetzen.

An Stelzhamer, der in Salzburg ein paar Jahre als Gymnasiast verbracht und später in Henndorf gewohnt hat, wo er starb (und dort eine Franz-Stelzhamer-Straße sowie eine Erinnerungstafel bekam), erinnert in der Mozartstadt, in der er mehrmals umgezogen ist, eine Gedenktafel in der Müllner Hauptstraße: In diesem Hause wohnte Franz Stelzhamer. Dort sowie beim Straßen-Schild könne eine Hinweistafel nach dem Vorbild Wiens angebracht werden: Viele seiner Texte sind geprägt von antisemitischen Stereotypen.

Ein anderes Beispiel sei der deutsche Dirigent und Komponist Hans Pfitzner (1869-1949), der in Salzburg eine Wahlheimat hatte und zeitlebens Antisemit und Verharmloser von Nazi-Verbrechen war. 1958 wurde im Salzburger Stadtteil Nonntal die „Hans-Pfitzner-Straße“ nach ihm benannt. Oder: Dem österreichischen Bildhauer, Hitler-Günstling und NSDAP-Mitglied Josef Thorak (1889-1952) schenkte die Stadt 1963 in Aigen eine Straße. Sie alle bräuchten wenigstens eine Zusatztafel – oder besser eine Umbenennung. Dabei sei verdienstvollen Künstlerinnen der Vorzug zu geben, denn nach Frauen sind in Salzburg nur rund 3 Prozent aller Straßen benannt.

Presseaussendung – Literaturhaus Salzburg
Tomas Friedmann, Leiter & Geschäftsführer

LITERATURHAUS SALZBURG
wo das Leben zur Sprache kommt

Weitere Infos:

Im Schatten der Mozartkugel >
Verschwindet der Makartsteg >