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Eröffnung der Sonderausstellung: “CHRISTOF PAULOWITZ – Schönes im Vergehen” am Samstag, den 6. Juni 2009 um 18 Uhr im Sigl·Haus, St. Georgen. Der hier lebende Künstler Christof Paulowitz > vollendete heuer sein 65. Lebensjahr: Ein Anlass, sein grafisches wie bildhauerisches Werk von Anfang an zu präsentieren.  Ausstellungdauer bis 11. Oktober 2009, Samstag 14 – 16 Uhr und Sonntag 11 – 16 Uhr. 27. Juli – 30. August: nur auf Anfrage für Gruppen geöffnet. Anmeldung: Tel. 06274-6805 /06272-8697


Der Loferer Kulturverein Binoggl veranstaltet heuer im Rahmen seines 20jährigen Bestehens im Garten des Loferer Heimathauses vom 5. Juni bis 31. Oktober die Ausstellung “Lofer Skulptur”.  Diese Bildhauerschau  wurde vor 10 Jahren vom Frankfurter Galeristen Timm Gierig gemeinsam mit dem Kulturverein Binoggl ins Leben gerufen. Internationale Bildhauer stellten hier im Pinzgau aus. Nach mehreren Jahren Pause werden heuer Werke des einheimischen Künstlers  Bernhard Wieser aus Weißbach bei Lofer gezeigt.

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Wieser, nach Jahre langen Weltreisen und Arbeit im Ausland, ist vor einiger Zeit wieder in seine Heimat zurückgekehrt. Geprägt haben Wieser  die Begegnungen mit Nomaden und anderen Wandervölkern und deren Naturverständnis.  Die Formensprache Wiesers, des gelernten Hochbautechnikers, ist vielschichtig. Erhaben und kühl, wundervoll glatt präsentieren sich Steine in ihrer Schönheit. Dringt man weiter vor, lassen sich Höhen und Tiefen erfühlen, ähnlich dem Wellental des Lebens.

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Die Ausstellung wird am Freitag, den 5. Juni, um 19 Uhr eröffnet. Zur Eröffnung spielen “Sticky Fingers” aus Tirol Hits der Rockgeschichte bis zu aktuellen Songs.

Walter Schweinöster


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Christine Smaczny

Manchmal begegnen dir Menschen, deren Flammenherzen unserer Zeit ihr Ausmaß verleihen. 

Karl G. Mayr, Dorfzeitung
Taxham, im April 2009

Mohnsonnen und Zaubergärten entstehen auf der Suche nach Erklärungen für dieses brennende Gefühl etwas umarmen zu wollen was noch nicht ganz da ist. 

Christine nimmt dazu alles, was sie greifen kann. Farbe, Musik, Freunde, Poesie, Freude und Melancholie. Die gebürtige Salzburgerin lebt auf einer Anhöhe bei Laufen in einem bewirtschafteten Bauernhof.

Ein mächtiger Granitbogen erweist den Eintretenden Ehre, mahnt aber auch zum bedachtsamen Umgang mit den BewohnerInnen. Dieser Eingang, so fühlt man, kann weit offen aber auch fest zu sein. 

Wie ihre Kunst. Kommt man ihr nahe, haben sich Geist und Auge auf die Feinheiten der Strukturen eingelassen, ist man bereit für Christines magischen Garten.

Christine Smaczny: Mohnsonne
Christine Smaczny: Mohnsonne

Erkämpfte Leichtigkeit

Kindheit und Jugend in einem distanzierten, egozentrischen Erziehungsumfeld erleben Christine und ihre Schwester wie Welpen auf einem Hundeabrichtplatz. Zurück bleibt eine Verstörung die sie in eine fast aggressive Selbstsuche treibt.

Christine hat sich durch das Dickicht von Regeln, Vorurteilen und Intoleranz durchgeschlagen und hat nun dank ihrer Zaubermachete, der Malerei, der Musik und ihren Texten einen Ort erreicht wo Menschen schweben, nein, eigentlich alles können. Ihre gemalten Geschichten sind frei von Beiläufigkeit und übervoll mit der Sehnsucht nach Freude, Leichtigkeit und Freiheit.

Wer das Glück hat, ein Bild von Christine zu erwerben, braucht viel Platz. Alleine an der Wand entfalten Christines Bilder ihre zauberische Kraft. Gegen Traurigkeit, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Das hat auch der Pfarrer der evangelischen Gemeinde von Tittmoning, Eberhard Zeh erkannt und die “Mohnsonne” in seine Kirche geholt.

Homepage der Künstlerin >

Dieser Artikel wird von Karl Traintinger gesponsert und kommt daher hinter keine Paywall!

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Beppo Pliem, der bekannte Salzburger Maler und Zeichner ist am Karfreitag, dem 13. April 2009, wenige Wochen nach seinem 70 Geburtstag in St. Peter im Rosental verstorben.

In vielen seiner Bildern sah man die Liebe zur Toskana.  Seine profunden Kenntnisse der malerischen Techniken und Materialien machten den gebürtigen Saalfeldener zu einem jahrelangen, hochgeschätzen Mitarbeiter der Salzburger Sommerakademie.


Letztes Wochenende war ich nun doch noch in Wien und habe mir die Vincent van Gogh Ausstellung angeschaut.

Von Karl Traintinger

Es waren Besuchermassen für die letzten beiden Ausstellungstage angesagt, am Samstag abend stand ich dann vor der Albertina.

Nach 15 Minuten Anstellzeit war ich drinnen, wohl wissend, daß nur noch eine Stunde für die Besichtigung Zeit war.

Nach einem kurzen Überblick über die grandiose Ausstellung nahm ich mir für ein paar Highlights Zeit und war von den Bildern begeistert.

Erst nach mehrmaliger Aufforderung durch das Wachpersonal ging ich mit den letzten Ausstellungsbesuchern aus der Albertina mit dem guten Gefühl, daß meine Wienreise nicht umsonst war.

Es ist halt doch etwas ganz Anderes, wenn man die Originalkunstwerke vor den Augen hat! (kat)


Ulrike Guggenberger. Mittels einer Großbildkamera und Langzeitbelichtung, manchmal bleibt der Verschluss mehrere Stunden geöffnet, zaubert Hiroshi Sugimoto fotografische Szenen, die Himmel und Wasser ineinander übergehen lassen. Er erreicht mit dieser Technik feinste Grauwerte, Differenzierungen und extreme Detailschärfe.

Hinter dieser Serie der „Seascapes“ steht die Utopie, eine Landschaft zu entdecken, wie sie zu Urzeiten ausgesehen haben mag. Es blieben nur Meer und Himmel.

Hiroshi Sugimoto, 1949 in Tokio geboren, studiert zunächst in seiner Heimat Wirtschaftswissenschaft. In den 1970er Jahren lässt er sich in New York nieder, heute lebt er in beiden Städten.

Aus Neigung und Interesse wendet er sich in den 1970er Jahren der künstlerischen Fotografie zu. Hiroshi Sugimoto stellt an das Medium Fotografie eine sehr eigenwillige Frage: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“.

1975 erregt er mit der Fotoserie „Dioramas“ innerhalb der Kunstszene großes Aufsehen. Sugimoto fotografiert die prähistorischen Schaukästen im Naturhistorischen Museum in New York. In den Dioramen werden Szenen von Mensch und Tier aus den Anfängen der Erdgeschichte nachempfunden und dargestellt. Eine vorgetäuschte Realität also. Sugimoto bildet diese nicht vorhandene Wirklichkeit fotografisch ab. Mit diesen Fotografien erreicht er höchsten Realitäts-Charakter, eine hyperreale Klarheit. Der Betrachter meint auf den ersten Blick, die Szenen seien aus der Gegenwart, merkt erst dann, „dass sich irgendetwas falsch anfühlt“.

Sugimoto sagt dazu: „Vor diesen Dioramen stehend kniff ich mal kurz die Augen zu. Dadurch bekam ich einen sehr wirklichkeitsgetreuen Eindruck. Sofort fiel mir ein, dass ich diese Wirkung mittels Fotografie ebenso herstellen kann.“

In seiner dreißigjährigen Künstlerkarriere hat Sugimoto keine konkreten Dinge und Menschen, sondern stets nicht fassbare, ephemere, nicht existierende Welten fotografiert.

Seine Serie Lichtspielhäuser, in historischen Kinopalästen aus den 1920er und 1930er Jahren in den Vereinigten Staaten gehört hier herein. Während der gesamten Filmvorführung im leeren Kinosaal lässt Sugimoto die Blende seiner Kamera offen. Was vom Film zurück bleibt, ist ein weißes Rechteck im dunklen, geheimnisvollen Raum. Nur die Stukkatur der innenarchitektonischen Dekoration leuchtet mystisch auf.

Sugimoto gibt mit seiner Fotografie Antworten auf die alten Meister der Fotografie, wie auch auf Konstruktivismus und Minimalismus im Kunstschaffen der klassischen Moderne und der Gegenwart.

Link zur Künstlerhomepage >



 

Der Salzburger Künstler Günter Edlinger war der “künstlerische Höhepunkt” der heurigen Classic Expo mit dem Themenschwerpunkt: 60 Jahre Ferrari. Edlingers “Ferrari” wurde via Ebay zu Gunsten der Stiftung “Wings for Life” versteigert.

Dr. Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Für viele Ausstellungsbesucher war dies der 1. Live-Act, an dem sie teilnahmen. Eingangs stand nur die Staffelei mit der Leinwand auf der Bühne. Mit tosendem Applaus wurde der Künstler im Ledermantel und sein Model in der Ferrari-Halle begrüßt. Edlinger begann sein Werk. Weiße und graue Farbe wurde aufgetragen, darauf Zeitungspapier gepappt. Anschließend riss Edlinger die Zeitungsblätter wieder ab, es entstanden dadurch interessante Farbstrukturen auf der Leinwand. Jetzt bestrich er das Model am Rücken mit schwarzer Farbe und drückte das Mädchen mit der Farbseite auf die Leinwand, sodass ein Abdruck entstand. Am Schluss legte er das Bild eines roten Ferraris frei.

Beeindruckend war, wie Edlinger die Neugierde der Besucher wecken konnte. Das nicht nur männliche Publikum blieb zum Großteil bis zum Ende der Performance und gratulierte mit viel Beifall.

Günter Edlinger lebt und arbeitet in Salzburg und Mondsee. Er hat sich durch seine leidenschaftlich expressive Arbeitsweise mit den verschiedensten Materialien einen Namen gemacht.
Zur Künstlerhomepage >

Der Life Act auf der Classic Expo 2007:


Der Baum verkörpert als Symbol in seiner rhythmisch wiederkehrenden Lebenskraft den ständigen Sieg über den Tod. Im Vorgarten des Hauses von Gertrude Engljähringer und Roland Kraml in St. Pantaleon steht ein Baum. Im Herbst hat die Künstlerin Gertrude Engljähringer ihn mit eigenartig manipulierten Puppen behängt.

Von Ulrike Guggenberger (Fotos: KTraintinger)

Es fehlen Gliedmaßen, der Kopf ist ab, die Füße sind verrenkt, einige Puppen hängen kopfüber im Baum. Die noch grünen Blätter verbergen die verstümmelten Geschöpfe von unterschiedlicher Art und Größe. Es wird Winter, das Laub fällt vom Baum. Nun werden die am Baum befestigten Puppen in den kahlen Ästen sichtbar. Von der Ferne schauen die bunten Gegenstände in der Baumkrone noch nicht bedrohlich aus. Beim Näherkommen macht sich aber Erschrecken, Entsetzen und Verwirrung breit. Die vorbeikommenden Menschen stellen sich Fragen über den Sinn dieser makaberen Dekoration.

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Dazu einige Deutungsversuche über das „Warum?“.

Das Thema, das sich wie ein roter Faden durch die künstlerische Arbeit von Gertrude Engjähringer zieht sind die Verletzungen, die der Mensch dem Menschen bewusst oder unbewusst zufügt. Darüber will sie schonungslos Auskunft geben. Stellvertretend dafür hängen nun die leblosen Puppengeschöpfe im Geäst des Baumes.

Beim Näherkommen wird der skandalöse Anblick immer deutlicher. Auch das ist ein symbolisches Zeichen für menschliches Verhalten. Manches Böse wird im Verborgenen nicht bemerkt, wird erst bei näherem Hinschauen offenkundig. Eigentlich tut Gertrude Engljähringer nichts anderes als wir von Bildern und Berichten in den Massenmedien tagtäglich gewöhnt sind: gnadenloser Umgang des Menschen mit dem Menschen.

Auch Gertrude Engljähringer beschönigt nichts. Die direkte Konfrontation mit dem Elend der Welt in unserem persönlichen Umfeld zum Beispiel am Nachhauseweg ist aber bedrohlich. Wir können wegschauen, eine gewisse Beunruhigung oder auch Ärger wird wahrscheinlich zurückbleiben.

Diese Installation im halböffentlichen Raum ihres Gartens scheint unversöhnlich zu sein. Das können wir ertragen oder auch nicht. Wir können uns Umwege oder Auswege suchen, oder uns darauf besinnen, dass diese öffentliche Klage nur ein Teil der Wahrheit über den Menschen ausmacht. Auch darüber gibt Gertrude Engljähringer in ihren Arbeiten Bescheid, sie sucht das Schöne im Hässlichen zu finden und gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen. Hier bieten sich Parallelen zu dem eingangs erwähnten Gedanken an.

Der Puppenbaum – 5 Jahre später >


Christof Paulowitz ist ein Meister der exakten Bleistift und Buntstiftzeichnung. In seinen frühen Werken zeichnete er unter anderem bei Westen Masche für Masche.

Dr. Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Seine Blumenmotive waren und sind atemberaubend schön. Radierungen und Ölkreidenarbeiten ergänzen sein künstlerisches Schaffen. Hervorzuheben ist auch sein bildhauerisches Werk. Hier arbeitet er vorwiegend mit Holz, Papiermache und Metall.

christof paulowitz

Christof Paulowitz – Jeder erzählt einen Witz in der Familie Paulowitz
(Auszug – Witz des Vaters)

Ich weiß nicht, welche Beweggründe mein Vater hatte, als er das slowakische „ovic“ in ein „owitz“ änderte. Unser Familienname wurde vom slawischen Pavlovic ins deutsche Paulowitz geändert und dann später auch von allen Familienmitgliedern, Tanten und Onkeln übernommen.

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Ein Hang nach Blond- und Blauäugigkeit und spätem Germanenkult kann es nicht gewesen sein. Die vom Vater erwählte Frau war schwarzhaarig und hatte dunkle Augen und auch die fünf Kinder, die vom Familienoberhaupt mit unserer Mutter gezeugt wurden, hatten in der Jugend schwarzbraune Augen- und Haarfarbe. Den Krieg, den mein Vater gezwungen war mitzumachen, hat er immer abgelehnt. Es war, wie er sich sehr selten, aber drastisch äußerte, seine Aufgabe gewesen, für im Offizierscasino tätige Primarärzte als Oberarzt zerschossene Soldatenkörper zusammenzuflicken, sodass diese wieder an die Front geschickt werden konnten.

Der eingedeutschte Name hatte für alle zur Folge, dass das Witzerzählen ein wichtiger Bestandteil der Familienkultur wurde. Noch heute verspotten mich alten Mann Volksschulkinder aus der Nachbarschaft und rufen hinter mir her: „Paulowitz, erzähl uns einen Witz.“

Mein Vater war kein großer Erzähler und hatte fast immer die Hilfe der Mutter nötig, um die Pointe vorzutragen, dass dem höflichen Zuhörer ein gewisses Lächeln gelang. Nicht wie bei Tucholsky – bei uns endete der gemeinsame Vortrag nie in einer bösartigen Streiterei. Unsere Mutter brachte die verwirrenden Beifügungen des Vaters mit ihrer unendlichen Geduld immer wieder in die richtigen Bahnen und entwirrte die Erzählungen des Gatten.

Der Lieblingswitz des Vaters wurde von diesem vor seinen Freunden und Bekannten häufig im Beisein seiner drei pubertierenden Söhne zu Genuss gebracht. Mit verteilten Rollen, die Namen der Söhne immer wieder erwähnend, lautete die Erzählung: Der Vater bittet seinen Sohn Hans Peter, dass er aus der Trafik Kardeis eine Schachtel Memphis Zigaretten für die Mutter besorgen soll. Die Mittagszigarette nach dem Essen war eine fundamentale Zeremonie für die gute Laune der Mutter und die Erhaltung des Familienfriedens. Das letzte Rauchgenussmittel im Haushalt war bereits aufgebraucht. Hans Peter muss dem Vater leider einen Korb geben, da ein vereinbartes Rendezvous keine Zeit für die Besorgung zuließ. Christoph, dar zweite Sohn schützt schulischen Wissensdurst, eine angesetzte Nachhilfestunde, zu der er eh schon zu spät käme, vor, um sich vor der Aufgabe des Vaters zu drücken. Bevor der jüngste Sohn Bernhard vom Vater gebeten werden kann, die Zigaretten zu besorgen, erklärt dieser, dass es eine Gemeinheit sein von Hans Peter und Christoph, die Bitte des Vaters nicht zu erfüllen. Nun aber, da der Vater schon selbst den kauf tätigen müsse, solle er dem Sohn das „Bravo“ – eine Film und Aufklärungszeitschrift der damaligen Zeit – mitnehmen, das Geld würde er später bekommen.


Susanne Hofler, ein Portrait

„Das geht mir unter die Haut“ heißt, dass etwas durch meine Schutzschicht, in mein Inneres, in meinen Körper und in meine Seele eindringt. Die Haut gilt allgemein als Spiegel der Seele.  Positiv drückt sich das in dem  Satz „In einer glücklichen Haut stecken“ aus.

Von Ulrike Guggenberger

Susanne Hofler, 1962 in Attnang-Puchheim geboren, befasst sich als ausgebildete Psychotherapeutin und Tanztherapeutin mit Botschaften der Seele, als autodidakte Künstlerin beschäftigt sie sich seit 1999 mit dem Thema Haut. Immer tiefer arbeitet sie sich von der äußeren Hülle in den Körper zu seinen inneren Organen vor. „Hinter der Haut, das bin ich, vor der Haut steht jemand anderer.“

Ihre ersten Blätter aus Japan Papier scheinen noch ganz den Strukturen der Hautoberfläche verhaftet zu sein. Schon das Material Japan Papier ist in seinen Eigenschaften wie Transparenz, Plastizität und Farbe menschlicher Haut verwandt. In ihren neuesten bildnerischen Experimenten durchdringt Susanne Hofler gedanklich die äußeren Hautschichten und orientiert sich an inneren Organen wie etwa der Lunge, die uns über den Atem mit der Außenwelt verbindet. So überträgt sie zum Beispiel die Formen von Lungenbläschen mit einem nassen, großen Pinsel auf Japan-Papier. Dann löst sie das Innere der Kontur heraus, es entstehen Öffnungen im Papier.

Viele solcher Schichten ergeben ein körperhaftes, räumlich tiefes Bildobjekt, das sie nun als „Atemkleid“ bezeichnet. Sie malt ohne Farbe und schnipselt mit Pinsel und Wasser. Oder sie schneidet lange Streifen aus Japanpapier und legt sie in kreisförmigen Schichten auf eine quadratische Bildunterlage. Aus dieser meditativen, langwierigen Technik entwickeln sich Bilder, die schalenförmige, reliefartige Gefäße darstellen. Für Susanne Hofler besteht ein enger Zusammenhang zwischen Haut und Schale, beides sind äußere Hüllen.

Ihr Bilder hängen ohne Rahmen, beim Vorübergehen bewegen sich die durchlässig erscheinenden Papiere und erzeugen raschelnde Geräusche.  Susanne Hoflers Lebensprinzip heißt Bewegung. Ihre Körperbewegung  geht zusammen mit einem anderen Material in ein anderes Medium über. Das passiert im Tanz ähnlich wie in einem Bildobjekt, das bei ihr immer aus der Bewegung heraus entsteht.  Susanne Hofler improvisiert mit direkter Erfahrung. „Ich arbeite ohne Konzept, ohne Plan, ohne Thema, wie sinnliches, körperliches Tun“. Oft sind ihre Vernissagen von Tanzperformances begleitet. Auch in ihrem Beruf als Therapeutin geht es ihr um nonverbale Ausdrucksmöglichkeit, dazu absolvierte sie eine Ausbildung in „authentic movement“.

In Oberndorf hat sie im Hinterhof des Gerichtsgebäudes einen Atelierraum gefunden. Im Winter stehen große Kübelpflanzen im Raum und vermitteln eine Atmosphäre wie in einem immergrünen, unterkühlten Glashaus, sommers wuchert das Grün vor ihren Fenstern.

Ausstellungsbeteiligungen mit ihren Bildern gab es unter anderen im „studio 13“, bei „kunst im andräviertel“, sowie der Jahresausstellung im Kunstverein in Salzburg zu sehen. In Seekirchen im Gemeindehaus und in der Galerie Baumgartner zeigte sie eine Einzelausstellung. Seit Jahren arbeitet sie während der Sommermonate als Schülerin von Professor Jacobo Borges an der internationalen Sommerakademie in Salzburg.

Gespräch mit Susanne Hofler, Atelier in Oberndorf,  26.02.04

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Elfriede Österle

In der Fotografie erstarrt ein bewegliches Motiv in dem Augenblick, wo es der Datenträger aufgenommen hat. Auch in der darstellenden Kunst sind Beispiele rar, an denen Belebtes nicht “einfriert”, sondern durch eine konsequente Reduktion der “Hüllen” zu neuer Lebendigkeit erwacht.

Von Karl G. Mayr (kama) Salzburg

“Elfriede Österles Zeichnungen gehören zu diesen Beispielen der äußerst seltenen Art. Es scheint, als habe sie in manchen ihrer Pferdebilder einen Grad der Abstraktion erreicht, die nur mehr die Darstellung reine Bewegungsenergie zulässt. Wie eine Aura umgibt die vergehende Körperlichkeit ein Zentrum aus pulsierender Energie, das sich im zügigen Galopp und unbeeindruckt von der physischen Realität aus dem Bild hinaus bewegt.

Elfriede Österle  - Pferde

Homepage von Elfriede Österle >


Ein Wandgestaltungskonzept für Lamprechtshausen/ Salzburg

Neuerdings kann man bei einem Spaziergang oder sogar einer Autofahrt durch Lamprechtshausen an verschiedenen Gebäuden menschliche Silhouetten wahrnehmen, die in Lebensgröße an die Wände gesprüht sind.

Verfolgt man die Umrisslinien der Figuren, dann kann man erkennen, daß es nicht um Stars oder Helden in expressiver Darstellung handelt, sondern um Menschen in ganz natürlicher Haltung aus dem Alltag.

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Wie in einem Spiegel kann sich der Betrachter selber wiederfinden: beim Einkaufen, beim Spazierengehen, beim Beobachten und Philosophieren oder beim Telefonieren mit dem Handy. Alle Szenen, die durch Kombination von diesen Figuren immer neu entstehen, erzählen das Leben wie es auf der Straße stattfindet, spiegeln das öffentliche Alltagstreiben im Ort wider und reflektieren so das eigene Dasein. Schon bei einem Blick aus dem Auto erfährt man eine neue Zusammengehörigkeit des Ortes und eine Belebung des Ortszentrum entlang der Hauptstrasse.

Die Grundidee dieses Wandgestaltungskonzepts ist während meines 3-monatigen Austauschaufenthaltes in ChengDu / China entstanden. Dort hat mich das öffentliche Leben auf der Straße und der Alltag der sympathischen, freundlichen und gemütlichen Chinesen sehr beeindruckt und mir ermöglicht, meine eigene westeuropäische Kultur neu zu sehen und selbstverständliche Dinge anders wahrzunehmen. Innerhalb von ca. 8 Wochen habe ich auf den Straßen von ChengDu und in meinem Atelier an der chinesischen Universität viele Menschen skizziert, Fotos gemacht und Figuren auf Lebensgröße entwickelt, um sie schließlich als Wandgestaltungen an der Southwest Jiatong Universität in ChengDu an die Wände sprühen zu können- natürlich mit Erlaubnis der Universitätsleitung und der kommunistischen Partei.

Die von Anfang an geplante Neuinszenierung dieser Menschensilhouetten in Lamprechtshausen, meinem Wahlheimatort, bringt eine spannende Veränderung mit sich und dadurch neue Bedeutungsebenen. Durch den veränderten Kontext agieren die Menschensilhouetten in einer anderen Kultur, bringen eine andere Atmosphäre in den Ort, spiegeln und erhöhen den eigenen Alltag, beleben die Gebäude und erzählen immer neue Geschichten. Sie greifen in die bestehende Realität ein und geben ihrer Umgebung eine neue Bedeutung und einen neuen Zusammenhang.

Dieses Projekt ist mein Beitrag einerseits zur Gestaltung des Ortes Lamprechtshausen, andererseits zu einer anderen Form der Völkerverständigung durch Verbinden zweier Kulturen. Es ist ein Projekt, das zu mehr Humanität, Toleranz und Verständnis für andere Kulturen und Andersdenkenden anregen soll. Bei dieser Art von kulturellem Austausch ist der Mensch das Hauptthema und zum Maßstab des Denkens gemacht, statt Wirtschaftszahlen oder Machterweiterungen.

Mein herzlicher Dank gilt ganz voran dem Bürgermeister, der sich für dieses Kunst- Projekt mit viel Begeisterung und Mut eingesetzt hat, ebenso wie den zahlreichen Gemeindevertretern, die damit für Lamprechtshausen eine neue Chance der Identitätsstiftung sehen. Speziellen Dank spreche ich aber auch der Raiffeisenbank mit Mag. Nikolaus Fersterer, dem Tierarzt Dr. Karl Traintinger, der Volksbank mit Filialleiter Bernhard Stampf, Bäckerei Thomas Scharl und Ing. Gernot Winter mit seiner Familie aus, die mit Entschlossenheit und Euphorie dieses Projekt als erste unterstützt haben. Dieses Kunst-Projekt wird als offenes Konzept weitergeführt und kann auch in Zukunft auf andere Gebäude von Privatpersonen oder Firmen in Lamprechtshausen ausgedehnt werden.

Sollten Sie Wünsche oder Fragen haben, kontaktieren Sie mich oder schreiben Sie mir Ihre Meinung.

Ich wünsche damit allen Lamprechtshausern viele schmunzelnden (Selbst)-Erkenntnisse und lebendiges, tolerantes Treiben im Ort.

Die ortsansässige Künstlerin
Christiane Pott-Schlager