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Christiane Pott-Schlager

Galerie LAND-ART/ Eggelsberg OÖ/ 19. 6. – 4. 7. 99

Christane Pott-Schlager: Stahlobjekte
Heidi Zenz: Rost-Bilder

Am Anfang war das Eisen. Das Eisen war der Anfang für diese Ausstellung und der Grund, daß Heidi Zenz und ich uns kennengelernt haben. Die Begeisterung für Eisen Eisen ist eine gemeinsame, gleichsam unsere Verbindung. Sehr unterschiedlich ist jedoch die Art und Weise mit diesem Grundmaterioal umzugehen und es zu Inhalten zu führen.

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Heidi Zenz ist nicht nur Galeristin und Mutter von 2 Töchtern, sondern selbst begeisterte Malerin. Sie baut ihre Bilder von Grund auf nach eigenen “Rezepten”auf. Seit 1997 setzte sie sich intensiv mit der Herstellung ihres Malmaterials auseinander. Ihre Bilder entstehen in Experimenten. Eine gut erprobte Grundierung auf Papier bildet die Grundlage für viele sich überlagernden Schichten aus Rost, Erde, Pigmenten und dergleichen. Der Bildgrund wird solange bearbeitet, bis eine “schrundige” Bildoberfläche entsteht. Nach vielerlei Bearbeitung entsteht der Bildgegenstand in größter Klarheit und Intensität. Es sind Details und Strukturen aus der Natur, aus gefundenen Schwemmhölzern oder Steinen, die Heidi Zenz ins Bild rückt, um die Natur quasi unter die Lupe zu nehmen und malerisch auszuformen. Sie sieht es als ihre Aufgabe, die Natur zu entdecken und zu adaptieren.

Für mich, Christiane Pott-Schlager, ist Eisen ein Grundmaterial mich plastisch auszudrücken. Eisen läßt sich bekanntlich sehr exakt verarbeiten, aber man kann es auch ohne große Berechnung und mit viel Spontaneität verschweißen. So sehe ich es immer wieder als eine Herausforderung sich diesem Material zu fügen oder es fügbar zu machen.

In dieser Ausstellung zeige ich 3 Werkgruppen, die mit Eisen im Zusammenhang stehen: die “Eisengarde”, “abstrakte Arbeiten” und “strukturelle Metamorphosen”.

Die “Eisengarde” ist eine thematische Arbeit, in der ich das Thema Torso und Kunstgeschichte vereine. Archaische Mittelachsen und Frontalität zeichnen diese kleinen massiven Statuetten aus. Jeweils ein Blick auf ein wichtiges Körperteil steht im Vordergrund und prägt die Grundstimmung der einzelnen, individuell gestalteten Torsi.

Die abstrakten Arbeiten sind für mich sehr wichtige Arbeiten zur Formfindung. Dabei steht immer die Suche nach einer Form im Vordergrund. So sind die Liegeobjekte entstanden auf der Suche nach einer kompakt geschlossenen Form, die nicht eine Addition anderer Formen benötigt. Sie ist reine Form und macht diese ausdrücklich sichtbar. Als Urform drückt sie die Existenz pur aus. Enthält potentielle Energie und gelassene Ruhe gleichzeitig.

Erst in der Folge entstehen Variationen auch in anderen Materialien wie Polyester, Gips oder Keramik. Diese sogenannten “strukturelle Metamorphosen” erinnern deutlich an Organe, Muskeln oder Strukturen der Natur und bilden damit einen deutlich inhaltlichen Schwerpunkt.

Stahl oder Rost sind in dieser Ausstellung nicht mit der Pflichtmetapher der Vergänglichkeit oder des Vergehens der Zeit behaftet, sondern zeigen sich vielfältig und finden durch völlig eigenständige Bearbeitungen zweier sehr verschiedener Künstlerinnen zu dialogischen und gegensätzlichen Beziehungsformulierungen. Ein Spannungsfeld von Wachstum, Zerstörung, Rhythmus, Geschlossenheit, Ruhe, Lebendigkeit und Hochofenenergie zeigt sich in dieser Eisen-II-Ausstellung.

Text von Christiane Pott-Schlager


Barbara Schiestl. Malerei

Die Künstlerin zeigt in der Galerie im Kraftwerk Riedersbach den Ragdegunder Zyklus. Die Arbeiten wurden mit Acrylfarben auf Leinwand gemalt und sind 80 x 80 cm groß. Barabara Schiestl wurde von Kraftwerksdirektor Pterer Kneissl begrüßt und von Karl-Heinz Schönswetter vorgestellt.

Infos zu Barbara Schiestl finden Sie HIER>


Karl Karasek

Veterinärrat Dr. Karl Karasek, geb. 1916. Praktischer Tierarzt in Obertrum am See von 1946 – 1992. Karl Karasek fand immer wieder Zeit, Anekdoten aus dem Praxisalltag zu skizzieren.

Dr. Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Karl Karasek war Tierarzt in einer Zeit, in der in einer Landpraxis vorwiegend Nutztiere zu den Patienten zählten. In diese Zeit fällt auch die Einführung des Kaiserschnittes bei der Kuh.

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Die Bauern erzählen heute noch: “Den Kaiserschnitt hat der Senior-Karasek am Anfang immer in der Küche gemacht. Im Anschluß an die Operation streckte er die Hände von sich und die Bäuerin mußte ihn waschen, was für ein Saustall. Und noch dazu in der Küche. Aber wegen der Hygiene mußte es so sein, hat er halt gesagt.”

Karl Karasek war auch Tierarzt zu einer Zeit, in der das einzelne Nutztier, ganz gleich ob Rind, Schwein, Schaf, Ziege, noch einen Wert hatte; Massentierhaltungen gab es nicht. War ein Tier krank, wurde es behandelt. Heute wird zuerst überlegt, ob sich eine Therapie überhaupt bezahlt macht; soll der Tierarzt geholt werden oder soll irgendeine Therapie selbst versucht werden. Das Einzeltier ist fast nichts mehr wert. Eigentlich eine traurige Entwicklung.

Dr. Karl Karasek feiert in den nächsten Tagen Geburtstag, herzlichen Glückwunsch.


Ein blühendes Rapsfeld bildet die Kulisse für die Skulpturen, Objekte und Installationen der 9 Künstler, die an der Ausstellung “Stille Besucher” in Gundertshausen/ Eggelsberg teilnehmen.

Von Karl Traintinger

Dr. Karl Traintinger

Der Besucher, der durch das Rapsfeld wandert, ist konfrontiert mit der berauschenden Schönheit der Natur; den blühenden Raps kann man mit allen Sinnen erfassen.

Der Weg führt immer wieder an Objekten vorbei, die zum Verweilen, zum Betrachten, zum Nachdenken anregen. Man bleibt stehen und versucht die Objekte von verschiedenen Seiten zu erfassen. Zu faszinierend ist das Aufeinanderprallen von Kunst und Natur, ein Aufeinanderprallen von Gegensätzen, die eigentlich keine sind.

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Eine Aktion vom Kulturring Eggelsberg, der Innviertler Künstlergilde, dem Land OÖ, dem OÖ Volksbildungswerk und der Fa. VOG AG. / Künstler: Josef Limberger – Peuerbach, Marion Kilianowitsch – Pramet, Walter Kainz – Pramet, Josef Rems – Eggelsberg, Alexander Huemer – Eggelsberg, Meinrad Mayrhofer – Pram, Rafaela Mittendorfer – Salzburg, Thomas Wiederkehr – St. Marienkirchen/ Hausruck / 29. Mai 22.00 Uhr Nachtwanderung bei Vollmond und Fackelbeleuchtung.


Einladung zur Eröffnung des Inhalationszentrums – eine Rauminstallation:
“TIEF EINATMEN” Christiane Pott-Schlager
Freitag, 23. April 1999, 19 Uhr in der Kunststation in Oberndorf an der Salzachbrücke

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Rauminstallation: “TIEF EINATMEN” – Inhalationszentrum

Ich gehe bei dieser Installation von der Geschichte des Grenzwärterhäuschens aus, das ehemals als Trafik, bzw. Kiosk genutzt worden ist. Die Situation der offiziell zu verkaufenden Rauchwaren wird in eine Situation überführt, in der Rauch angeboten wird und von “offizieller” Stelle zugeführt und dosiert wird. Das ehemals individuelle Verhalten, mit dem man Freiheit, Cool-sein, In-Sein, aber auch Süchtig-Sein oder Gesundheitsgefährdung assoziiert wandelt sich in ein kollektives, etabliertes Verhalten, bei dem man nicht mehr in dem Maße Entscheidungsträger ist. Entscheidung und Verantwortung wird dem Individuum abgenommen und das oftmals angeprangerte Rauchen scheint sogar wie eine gesundheitsbringende Kur. Selbst die warnenden Hinweise lassen sich wie eine harmlose Packungsbeilage eines heilbringenden Medikaments lesen. Die zwiespältige Rolle der Institution, aber auch der gutgläubige Mensch gelangen ins Blickfeld, sowie die Gesellschaft mit der Kontrolle, mit ihren Rollenführern und Aussteigern, als auch die Vermassung aller Tätigkeit, das bis ins private Leben eingreift- angeblich freiwillig.

Die Umkehrung einer Situation führt in dieser Installation zu einer Pervertierung des Verhaltens und der Gesellschaft, die ganz so utopisch nicht ist, wie sie zunächst ausschaut.

Spätestens seit Beuys ist das Kunstobjekt nicht mehr einziger Gegenstand der Kunst, sondern auch soziale und gesellschaftliche Themen sind Wert, künstlerisch verarbeitet zu werden. Die verwendeten Materialen und ihr Aufbau suggerieren eine Situation, einen Ort, der Anstoß des Denkens wird und provozieren eine Handlung, die ebenso reflektiernd wirkt. “Kunst ist Geist” schreibt Hegel und so soll durch eine fast alptraumhafte Situation menschliches Verhalten bewußt gemacht werden. Freiheit und Individualität sind heute weiterhin gute Werbesprüche.

“WÄHLEN SIE IHREN INDIVIDUELLEN STANDORT, BEWEGEN SIE SICH GANZ FREI UND ATMEN SIE TIEF EIN UND AUS”

“STELLEN SIE SICH BEQUEM VOR DIE WAND SO DASS SIE DAS MUNDSTÜCK ERREICHEN UND ATMEN SIE IN INDIVIDUELLEM TEMPO DURCH DAS ROHR EIN UND FREI WIEDER AUS”

“DER EU- GESUNDHEITSMINISTER : RAUCHEN GEFÄHRDET DIE GESUNDHEIT”

Christiane Pott-Schlager


 

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Unter dem Stichwort: “Das kann doch jedes Kind” – “Was ist denn daran Kunst?” bietet Bundeskurator Dr. Wolfgang Zinggl österreichweit eine Veranstaltung mit dem Titel “Mission auf Bestellung” an.

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Am Donnerstag, den 25. Februar 1999 lud die Gemeinde Oberndorf und die Kunstinitiative KNIE zu diesem “Kunstpaket aus Vortrag und Diskussion”.

knielogoWolfgang Zinggl und Katharina Lenz ergänzten einander in Dialog, Dias und Video über den unterschiedlichen Kunstbegriff seit den Anfängen der Menschheit. Über Kunst als Zeitdokument und Kunst als höchste Form des Handwerks, bis zu Schönheit von Kunst und dem Ziel, die Wirklichkeit abzubilden und der Authentizität des Kunstwerkes, gelangten die Referenten mit ihrer “Aufklärung” ins 20. Jahrhundert.

Ohne einen neuen Kunstbegriff postulieren zu wollen, ging aus den Ausführungen hervor, daß die alten Begriffe als überholt gelten können. Das ist die Frage, die so schnell nicht beantwortet werden kann. Auch an diesem Abend nicht. Doch sind die kunstgeschichtlichen Informationen sehr hilfreich im Hinblick darauf, was zeitgenössische Kunst will.
Ulrike Guggenberger