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Toni Schmiderer: Ein Leben für die Kunst

Späte Ehrung für Kunstmaler Toni Schmiderer aus St. Martin (1915-1997) durch den Loferer Kulturverein “Binoggl”

 

Christine Schweinöster. Er liebte das Leben, hatte immer einen Witz auf den Lippen und nahm die Dinge, wie sie kamen. So wird Toni Schmiderer aus St. Martin bei Lofer von Bekannten beschrieben. Er nannte sich selbst “Kunstmaler”. Das Malen war seine Leidenschaft und zugleich schwerer Broterwerb. Er malte das, was er liebte: die Natur, die Berge, aber auch Häuser, Porträts. Er malte auf Leinen, auf Holzfaserplatten, schlichte Aquarelle, Bilder mit Ölfarben, mit Wasserfarben, gespachtelt, mit Knittertechnik. In etlichen Häusern hängt heute ein “echter Schmiderer”. Der Künstler wäre gerne ein anerkannter Kunstprofessor geworden. Talent sagte man ihm ja nach. Allein, dafür war er zu bescheiden, zu leise, zu bodenständig. Still und geduldig nahm er Abschied vom Malen, als er – 76jährig – durch den Grünen Star kaum mehr etwas sah. Still und liebevoll nahm er Abschied von der Welt, als er – 82jährig – starb: mit einem geflüsterten “Pfiati, Spatzl” an seine Nichte.

Schwägerin Lisa Schmiderer, eine gebürtige Hannoveranerin, hat ihre Toni-Bilder an ehrenwerten Plätzen im Haus in St. Martin aufgestellt. Sie hat den Bruder ihres verstorbenen Mannes Hieronymus gern gehabt, wie viele hier im Tal. Lebhaft erinnert sie sich, wie der Toni mit dem Moped gefahren ist, hinten im Rucksack ragte die Staffelei in den Himmel. Und auch, wie er im Militärfell-Mantel am Werken war, mit Fellhandschuhen, weil er nichts zum Heizen hatte. Sie hat noch vor Augen, wie sie selbst bei Schneematsch mit dem Moped nach Lofer gefahren war, um für den Schwager ein Geschäft abzuwickeln. Mit einem Bild im Rücken, das größer war als sie selbst, gings zum Glaserer. “Der hat mir das glatt abgekauft³, freute sie sich. Oder wie sich der Toni auf seinem elektrischen Kocher den beliebten Kartoffelschmarrn zubereitete.

Er wäre gerne Kunstprofessor geworden.

“Irgendwann werd´ ich Professor”, hatte der Toni gescherzt. Wenn nicht, dann halt nicht, war seine einfache Devise. Er war ein Lebenskünstler, der sich, so Lisa, “nie richtig ins Leben reindachte”, “immer etwas über den Dingen stand”. Einer seiner Aussprüche, den er auf sich selbst bezog: “Sie säen nicht, sie ernten nicht und der liebe Gott ernährt sie doch.”
Schwägerin Lisa hätte ihm eine Würdigung zu Lebzeiten gewünscht. “Erst wennst tot bist, kommst du zu Ruhm und Ehren³, prophezeite sie ihm aber. In den Häusern, wo eines seiner Bilder hängt, wurde er jedoch stets hochgehalten. Auch Ausstellungen hätte er gerne gemacht, aber für ihn war klar: “Ohne Geld koa Musi.”

So lebte er von der Hand in den Mund, verdiente dort und da ein paar Hunderter beim Ausmalen von Zimmern , beim Bemalen von Grabkreuzen. Er fuhr Gasthöfe im ganzen Pinzgau an und verkaufte immer wieder eines seiner Werke. Dann gab es kurzfristig Bares. Dann ging es dem Toni gut und er konnte ausleben, was seinem Naturell entsprach: seine Freigiebigkeit. Nichte Lydia, das Nesthäkchen, bekam dann eine Schi-Tageskarte und ein Wiener Schnitzel. Die verheiratete Stockklauser in Unken hatte sich in den letzten Jahren vor seinem Tod um den “Lieblingsonkel” gekümmert. Denkt sie an ihn, steigen in ihr lebhaft Bilder auf: Etwa, wie er mit ihr auf den Schultern mit einem lautstarken “Holleretü³ auf der St. Martiner “Faltertalwiese” mit den Schiern hinuntergesaust war. Oder wie sie als Mädel im “Schmiderer-Haus” auf dem Dachboden über die Malereien gekrochen war, “so viele waren da”.

Sein Lebensmotto: keinem Tag nachweinen.

Toni Schmiderer war 1915 zur Welt gekommen und in St. Martin als Zweitältester mit seinen Brüdern Hansei, Hieronymus und Josef groß geworden. Die Eltern hatten zunächst im Haus “Mittermoos” gewohnt. Vater Josef war Tischlermeister, Mutter Maria führte die Trafik im Ort. Toni machte nach der Schule eine Lehre als Maler- und Anstreicher und verlegte sich später auf Kunst. Die Familie zog 1932 ins heutige “Schmiderer”-Haus ein. Die Zeit war geprägt von Massenarbeitslosigkeit und permanentem Hungergefühl. Deshalb habe der Toni bereits 1932 die Heimat verlassen und bei der Deutschen Bundesbahn eine Anstellung bekommen, weiß Halbbruder Peter Schmiderer. Im Zweiten Weltkrieg sei er, so Peter, eingezogen worden. Dann wurde der Toni lungenkrank. Er kam in mehrere Lungenheilanstalten und schließlich heim. Zu Kriegsende mussten in St. Martin die Häuser zunächst für die Amerikaner freigemacht werden.

Nicht das Schmiderer-Haus, erinnert sich Bruder Hansei, der heute in Abtenau lebt. “Weil der Toni TBC hatte, konnten wir drinnenbleiben. Denn die Amis fürchteten, angesteckt zu werden.” Die Mutter starb mit rund 60 Jahren an Magenkrebs. Der verwitwete Vater heiratete abermals und bekam mit seiner zweiten Frau weitere Kinder. Der Toni litt noch lange unter seiner Krankheit, spukte viel Schleim, “jammerte trotzdem nie” (Lisa). Als “Versehrter” bezog er eine kleine Rente. Doch zum Leben war diese zuwenig. “Er hat sich regelrecht durchgeschlagen durchs ganze Leben und war bescheiden bis zum geht-nicht-mehr”, so die Schwägerin. Toni malte in einem St. Martiner Waschhaus an der Bundesstraße. Für einige Zeit wohnte und arbeitete er im alten “Schopperhaus” in Lofer, dann im Gutshof “Reithausen” in Saalfelden, wo er als Hausmeister tätig war. Auch der Schlossturm im Altersheim Saalfelden wurde zeitweilige Künstlerstätte. Lange Jahre lebte er mit der Ungarin Maria in Saalfelden. Als diese Krebs bekam, pflegte er sie bis zu ihrem Tod. Da war er 76 Jahre alt und hatte die besten Jahre als Maler bereits hinter sich. Am 15. Dezember 1997 schloss er im Altersheim in Farmach, Saalfelden, seine Augen für immer. “Keinem Tag nachweinen”, war die Lebensphilosophie des Kunstmalers aus dem Unteren Saalachtal. Toni war beliebt, wenngleich er von manchen ob seiner Lebensweise belächelt wurde. In seinen Bildern lebt er für viele Menschen, die ihn gern hatten und seine Kunst schätzten, weiter.


Farbwerk Radegund

Farbwerk Radegund wird zur Akademie

Das Farbwerk in St. Radegund OÖ, bekannt als Werkstatt – Atelier – Symposion – Seminar – Galerie – Haus ist erwachsen geworden. Es ist jetzt die Akademie für multisensorische Kunsterfahrung am Pädagogischen Institut des Bundes in Oberösterreich.

Karl Traintinger

Ein Fotobericht von Karl Traintinger

Direktor Karlheinz Schönswetter wurde mit seiner Idee des Galeriehauses FARBWERK RADEGUND in der alten Volksschule in St. Radegund bestätigt, für die Gegend an der bayrisch-oberösterreichischen Grenze am Weilhartforst ist es eine Bereicherung.

Anlässlich der Eröffnung gab es ein “multisensorielles” Fest, bei dem auch, wie es sich gebührt, Reden geschwungen wurden. Der offizielle Teil wurde aber zu Gunsten der künstlerischen Darbietungen kurz gehalten.

Musik und Tanz im Garten begeisterten die zahlreich anwesenden Zuhörer. Die Bilder der Ausstellung zur Eröffnung waren von I. Schieszl.


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Heidi Sibille Nora Hien

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Beim Betrachten der Arbeiten von Heidi Sibylle Nora Hien hat man teilweise den Eindruck, als ob riesige Vogelschwärme ein Bild zeichnen würden, kurz Gesichter skizzieren und dann wieder in den endlosen Weiten des Raumes verschwinden. Alles scheint oberflächlich leicht und luftig zu sein und ist doch in ihrer Dichte und dunklen Farbgebung fast schon wieder beunruhigend. Die Bilder gehen unter die Haut, verankern sich im Unterbewußten.

ktraintingerVon Karl Traintinger.

Die freischaffende Künstlerin Heidi Sibylle Nora Hien lebt nach Studien an den Kunstakademien in Rom und München in Perach/ Deutschland. Sie beschäftigt sich mit Malerei, Grafik und Textilapplikationen.

Die Bilder geben einen Überblick über ihre Ausstellung im Frühjahr 2001 in der Galerie “Kunst im Kraftwerk” im Kraftwerk Riedersbach im OÖ Innviertel.

Vita:
1938 geboren in Rom/ I
Lebt in Perach am Inn/ D

1959/60 Studium Malerei und Grafik
Accademia di belle arti, Roma
1960/64 Akademie der Bildenden Künste, München bei Prof Hermann Kaspar
Mitglied der Künstlergruppe „Die Burg“, Burghause


Christine Comyn , Belgien “Amazing Graces”

“Christine Comyn´s Malerei zeigt, daß klassische Sujets, wie in diesem Beispiel der Tanz, auch für zeitgenössische Künstler faszinierend sind und für Betrachter und Sammler immer wieder neue interessante Aspekte bieten. In der Malerei der Belgierin ist es vor allem die virtuose Ausführung, das gekonnte Zusammenspiel zwischen Farben und Figuration, das auf den Betrachter wirkt.” schreibt ART Profil, Fachmagazin für aktuelle Kunst, und beschreibt damit sehr treffend das künstlerische Schaffen der Künstlerin. Zahlreiche, sehr erfolgreiche Ausstellungen in Europa und Übersee, viele öffentliche u. private Ankäufe ihrer immer mehr beliebten Arbeiten, und Vertretungen in renommierten Galerien in Deutschland, Schweiz, Belgien und USA sowie auf den internationalen Kunstmessen Frankfurt, Gent und New York, unterstreichen der Erfolg ihrer künstlerischen Tätigkeit. Amazing Graces – Christine Comyn die Synthese zwischen Tanz und Pose.

Die Bilder Christine Comyn faszinieren durch ihre ästhetische Ausdruckskraft. Die Künstlerin verbindet zwei unterschiedliche Techniken, Aquarell und Acrylmalerei in allen ihren vielfältigen Wirkungen; das Transparente, die Tiefe, das Geheimnisvolle des Aquarells und die kräftige, spontane, ausdruckstarke Wirkung der Acrylfarbe.
Waren es in den Anfangsjahren vor allem weibliche Portraits so sind es heute Körper, die in der Bewegung dargestellt sind, sinnlich verträumte Posen, Situationen. Man spürt bei diesen Darstellungen genau, dass es um den Zusammenhang zwischen Bewegung und Empfindung, zwischen Gefühl und sinnlicher Pose geht, der im Ballett als einer Synthese zwischen Bewegung und Innehalten am vollkommensten zum Ausdruck kommt. (Rishelle Wimmer, Drei Seen Galerie Mattsee)

Christine Comyn °1957, Tielt
Ausbildung: Funktionale Graphik, Sankt Lukas Kunstakademie in Gent. Lehrauftrag an der Akademie für Moderne Kunst in Tielt. 1981 – 1997
Seit 1983 rege Ausstellungstätigkeit:
Galerien in Belgien, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, die Niederlände, Venezuela, Russland und den USA. 1997 erste Monographie, 2000 zweite Monographie (erscheint Oktober 2000)


Kunststation Knie: Natalie Deseke

„Mmmh“ Edition KLM KleinLauschMittel – Klangskulptur

Eine etwas eigenartige Konversation führt das Guglhupfpaar – seine Unterhaltung bewegt sich klanglich ausschließlich auf dem Konsonanten „m“, so wie beim Essen mit vollem Mund gar nicht anders möglich.
Die vier Gesprächsvarianten (0:12 bis 1:13 Minuten Länge) dreier authentischer Paare – von schwelgend genießerisch bis aggressiv fordernd – schaffen Raum für Assoziationen.

Diese konzeptionelle Arbeit lenkt Blick und Gehör auf das Wesentliche: Ausgehend von der Form wurde Sprache hier auf adäquate Klangschwingung reduziert – Form und Inhalt bilden eine geschichtenerzählende Einheit.

Bei den Backformen handelt es sich um Objects Trouveé, ein Klangsockel basiert auf meiner Konzeption und wurde von mir realisiert.

Neben der Präsentation der Originalfassung beabsichtige ich, eine speziell auf den Ausstellungsort bezogene Remix-Version (Oberndorf-Dub-Mix), d.h. eine klangliche Nachbearbeitung des Originals zu erstellen. (Natalie Deseke, Hannover)

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Maria Angela Schlichtner: Fotoparaphrasen

Die Auseinandersetzung mit Fotografie begann für mich eines Tages beim Eingang (Aufgang) ins Cafe Mozart in Salzburg.

Plakate zu Ausstellungen mit gestochenen Schwarz-Weiß-Fotos von österr. Musikern, Schauspielern, Schriftstellern, vom Fotografen und Musiker Sepp Dreissinger, erweckten mein Interesse an der Fotografie.

Der Grundstein meiner Arbeiten kommt sowohl aus der Dunkelkammer als auch aus Freude am experimentieren und dem Auge zur Natur. Das Herz wirkt mit, was das Auge sieht.

PARAPHRASE kommt eigentlich im musikalischem Bereich vor und heißt Ausschmückung oder Hinzufügung. FOTO-PARAPHRASE – intuitiv zeigen mir Fotografien vielfältige Strukturen,die
durch Hinzufügung verschiedener Materialien aus der Natur und Umwelt eine Collage entstehen lassen. Eine Fotografie ist eine sichtbar begrenzte Abbildung, ein Detail, eine Konfrontation sowie ein Befund einer vorgegebenen Wahrheit. Es ist das Produkt und die Festhaltung von Augenerlebnissen. Materialien hinzufügen ist die Neugestaltung – FOTO-PARAPHRASE (Maria Angela Schlichtner)

Ausstellungen(Auswahl) :
Galerie Landart, Eggelsberg ; Herzogsburg Braunau ; Kulturszene Obertrum ; Landesmusikschule Mattighofen ; Schifferkirche, Obernberg ; Art-Dimension, Altheim ; Cafè Galerie Wolf, Oberndorf ; Galeriecafe Shakespeare, Salzburg ; Ausstellung der Preisträger “Ein Land zeigt seine Gesichter”, Linz ; 2. Internationales Symposium, PIAMET, Boromo,
Burkina Faso, Afrika ; 1. Internationales Symposium, Chatelus le Marcheix, Frankreich ; Ochzethaus, Altheim ; 3. Internationales Symposium PIAMET, Boromo, Burkina Faso ; Journèes internationales de Tailleurs dÌmages et des Crèateurs, Viols le Fort, Frankreich

September – Ausstellung in der “sKys” Galerie Lamprechtshausen. Vernissage: 21. September 2000 Uhr.


Günter Hartl – Bunte Tücher unter das Salzachbrücke

Es läutet an Ihrer Tür. Sie öffnen und vor Ihnen steht ein Mann, der mit Ihnen ein Gespräch über Kunst führen will und Sie bittet, ihm ein altes Leintuch, Tischtuch oder Ähnliches mitzugeben.

Mag. Ulrike Guggenberger

Von Ulrike Guggenberger

Er erklärt Ihnen, daß er beides, Ihre Kunstmeinung und Ihr abgelegtes Tuch, für eine Kunstaktion braucht. Geht es hier wirklich um Kunst, welcher Kunstbegriff steckt dahinter?

Anfang des 20. Jhdts. hat sich die Aufassung darüber, was Kunst ist bzw.
sein soll ständig gewandelt. Kunst will seither nicht mehr nur im
geschützten Raum einer Galerie gezeigt werden, sondern sich ins Leben
einmischen.

Der o.ö. Kunsterzieher Günter Hartl, der ursprünglich von der Malerei kommt, will über einen von ihm iniziierten Kommunikationsvorgang Kunst ins Gespräch bringen. Er kann sich dabei auf berühmte Künstler berufen die ebenfalls davon ausgingen, daß Kunst, um wahrgenommen zu werden, unbedingt auf ein Gegenüber angewiesen ist. Am intensivsten entsteht der Kontakt zu Kunst, wenn ich selbst darin eingebunden bin. Und genau das will Günter Hartl mit seiner Besuchsaktion erreichen.

Tatsächlich hat er viele interessierte Partner für seine “Einbindung der Kunst ins wirkliche Leben” gefunden. Die geschenkten Tücher ordnet der Künstler zu einer den Fluss überspannenden Wäschereihe und bei einem kleinen Fest bei der Kunststation zwischen Laufen und Oberndorf am 28. Juli um 19 Uhr werden die Tücher unter der Brücke hängend entrollt.

Diese Arbeit ist einerseits ein ästhetischer Eingriff in den öffentlichen Raum: Bunte Tücher flattern unter einer Brücke und vermitteln den Passanten ein “schönes Bild”.

Andererseits ist der Künstler mit dieser Intervention in den öffentlichen Raum zeitgenössischen Ansprüchen an die Kunst gerecht geworden. Diese findet ihre Vorbilder in Aussagen von Künstlern wie Joseph Beuys, der sagte: “Mein Begriff von Plastik” in unserem Fall die flatternden Tücher – “bezog sich immer auf das Leben”. hier die Kunstgespräche. Beuys prägt in der Folge dann denn Begriff der “sozialen Plastik”. In diesen Begriff von allgemeiner Kreativität soll Kunst sich auflösen.

Mit diesem Beitrag des Künstlers Günter Hartl und der in der Kunststation präsentierten Kunstmeinungen setzt die Kunstiniative KNIE einen Schwerpunkt für die Sommermonate, solange die Tücher flattern!

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Die Altenmarkter Madonna


Altenmarkter Madonna

Das Bundesdenkmalamt widmete anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Denkmalschutz in Österreich“ der Altenmarkter Madonna eine Sonderbriefmarke. Erscheinungstag war der 19. Mai 2000.

Die Briefmarke zeigt ein Detail der Schönen Madonna von Altenmarkt im Salzburger Pongau zusammen mit einer Teilansicht des Palmenhauses im Wiener Burggarten.

Die Altenmarkter Madonna ist eine der berühmtesten der sogenannten „Schönen Madonnen“ Europas. Ein unbekannt gebliebener, böhmischer Künstler schuf die 88 Zentimeter große Statue im ausgehenden 14 Jahrhundert aus kalkigem Pläner Sandstein. In den Werkstätten des Bundesdenkmalamtes wurde die Figur in den Jahren 1977/ 78 und 1998 restauriert. Die Statue zeigt sich im Orginalzustand. Die kostbare Madonna wurde im Jahre 1393 von Pfarrer Richer von Ettling nach Altenmarkt im Salzburger Pongau gebracht. Der Priester war zugleich ein hoher Verwaltungsbeamter am Hofe des Salzburger Erzbischofes Pilgrim II.


Christiane Pott-Schlager | Auslaufmodelle ´99

MILLENIUMSPROJEKT – Auslaufmodelle 1999 – Aktion und Fotoarchiv.

Christiane Pott-Schlager ist den Emotionen, die der Jahrtausendwechsel in den Menschen auslöst, nachgegangen. Die Arbeit von Christiane Pott-Schlager entfaltet sich in einer Aktion und einer Installation.

Mag. Ulrike Guggenberger

Ein Bericht von Ulrike Guggenberger

Eine Dokumentation von Fotografien und Schnappschüssen von Menschen unterschiedlichster Herkunft beziehungsweise Institutionen (wie Ämter und Vereine), die sich 1999 Dinge gekauft haben und sie für „neu“ halten und ab 1. Jänner 2000 feststellen müssen, dass diese „Neuheiten“ aus dem vorigen Jahrhundert beziehungsweise Jahrtausend sind. Das Archiv wird für den Zeitraum Dezember 1999 angelegt und fast zeitgleich (31. Dezember) im Pavillon an der Salzachbrücke präsentiert werden.

Christiane Pott-Schlager beweist mit dieser Arbeit ein weiteres Mal ihre Nähe zu gesellschaftlich brisanten Themen. Sie bezieht Menschen aus ihrer Umgebung in die künstlerische Aktivität mit ein und stellt Kunst damit ins Zentrum des Alltags-Diskurses. Kunst materialisiert in dieser Fotodokumentation die „Frage des Tages.“

Zu ihrer Installation:  „Hörbare Unzufriedenheit eines unsichtbaren Säugers….unaufhaltsam …..groß wird`s werden…..“

Materialien: Polyesterobjekt, Organdy-Stoff, Pigmente, Video. Christiane Pott-Schlager nützt hier die Neugierde auf das Unbekannte. Zukunftsprognosen und das Wunschdenken der Menschen verpackt sie in ein unbekanntes Wesen.

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Sie sagt dazu: „In dieser Installation vereinen sich die Momente des Brütens, der Spannung vor dem Schlüpfen oder der Geburt und der intensiven Arbeitsbewegung, der Unruhe, der Erwartung – auf das kommende Jahrtausend. Auch hier zeigt sich ihr künstlerischer Ansatzpunkt bei typisch menschlichen Verhaltensweisen und Gefühlen, die sie in das sinnlich erlebbare Symbol eines „unsichtbaren Säugers“ überträgt.

Christiane Pott-Schlager: Künstlerische Ausbildung an der Hochschule Köln und am Mozarteum Salzburg. Arbeiten im Bereich der Installation, der Metallplastik und der Malerei. Diverse Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Österreich.

Vernissage am 31. Dezember 1999, 15.00 Uhr in der Kunststation – Pavillon an der Salzachbrücke. Dauer der Ausstellung bis 21. Jänner 2000

Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

Rauminstallation

Können Zeit und Raum über Kunst transportiert werden? Wie lassen sich zwei so abstrakte Begriffe über die Sinne erlebbar darstellen?  Christiane Pott-Schlager verdichtet Vergangenheit Gegenwart und Zukunft zu einer Installation in einem kleinen Raum an einer belebten Straße situiert, von außen durch drei Seiten einsehbar. Ihr Konzept beschäftigt sich mit dem Zeitaspekt. Wie mit einem Zeitraffer konzentriert sie die Zeit auf den Moment wo sie ins Neue Jahrtausend springt.

Die Vorbereitungen dazu waren Gespräche mit Firmen und Privatpersonen vor Ort um zu erfahren welche “Neuheiten” sie im Jahr 1999 erworben haben. Das reicht vom neuen Laser im Krankenhaus, von neuen Methoden der Brillenanpassung über neue Fahrscheine in der Lokalbahn bis zum neuen Eislaufplatz im ebenso neuen Einkaufszentrum.

Die kleinen und großen persönlichen neuen Gegenstände mit eingeschlossen. Eine lange Liste, die von Christiane Pott-Schlager fotografisch aufgenommen wurde, die sie in den Fenstern des Pavillons präsentiert. Es entstand eine Dokumentation – ein “Karteikasten der Neuheiten“, aber wie lange ist etwas noch “neu”? Reflexionen darüber gehören zur Arbeit der Künstlerin und lösen im Passanten Assoziationen zu ihren persönlichen “Neuheiten” aus.

Zugleich entsteht die Frage, was neu sein wird im neuen Jahrtausend. Ein eiförmiges unbekanntes Wesen im Inneren des Pavillons gebiert die Zukunft. Auf seinem Körper spiegelt sich in Form einer Diaprojektion das eben vergangene Jahr 1999. In der Übersteigerung als zeitgleiche Momentaufnahme von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegt die Schärfe der künstlerischen Arbeit.

Sie macht aus der speicherbaren Leistung eines Fotoarchivs und aus der unbekannten Größe der Zukunft ein persönlich gefärbtes Erlebnis. Wir werden anhand der Fotos über das vergangene Jahr informiert und verwandeln diese Wissensvermittlung in unsere eigene persönliche Erinnerung. Damit übernimmt Kunst die Rolle, über einen Sachverhalt zu informieren und zugleich Gefühle wachzurufen. Um das leisten zu können muß Kunst Aufmerksamkeit auf sich lenken, das beweist Christiane Pott-Schlager mit dieser Arbeit hier vor Ort. Sie hat Interviews mit den Leuten hier in Obemdorf geführt, dieses Material zu einer künstlerischen Arbeit verdichtet und als öffentlich einsehbare Installation wieder an den Ort zurückgeführt.

Aus einem Archiv zur Unterstützung unseres Gedächtnisses sind lebendige Erinnerungen geworden.

Christiane Pott-Schlager: Exhibition Project for two subjects, Silvester 1999
Vernissage on 31 December 1999, 15:00 h – In the Kunststation – Pavillon at the Salzach bridge . Period of time of the exhibition: until 21 January 2000

„MILLENIUMSPROJECT“ „Phase out models 1999“ – Action and photo archive.

Christiane Pott-Schlager took a look at the emotions that the change of the millennium causes the people. The work of Christiane Pott-Schlager consists of an action and an installation.

A documentation of photos of people from different origins and institutions (offices) who bought things in 1999 because they thought they are „new“ and they have to get to know on 1 January 2000 that those „News“ come from the last century, millennium. The archive will be set up during December and at the same time (31 December 1999) it will be presented in the Pavillon of the Salzach bridge.

Christiane Pott-Schlager again proofs with her works her closeness to social highly explosive issues. She encloses people of her area in her activities of art and therefore puts art into the center of daily live. In this documentation art materializes the „question of the day“. To her installation „hearable unsatisfaction of a invisible mammal ….. unstoppable ….big it will be…“

Materials: Polyesterobject, Organdy-material, Pigments, Video. Christiane Pott-Schlager here uses the curiosity for the unknown. She packs future prognosis and wishful thinking in an unknown character. She says: „In this installation moments of broods, the tension before birth, the intensive working movement, the restlessness and the expectancy to the coming millennium are united. Also here she shows her way of transmission of human feelings and patterns to the picture of a sensual lived symbol of a invisible mammal.

Christiane Pott-Schlager: Artistic education at the „Hochschule Köln“ and at the Mozarteum Salzburg. Works in the segment of installation, the metalplastic and painting. Several Single- and Cooperation Exhibitions in Austria.

Ulrike Guggenberger


Herwig Geroldinger – TRANSATLANTICO | Eine Grenzgeschichte

Vernissage im Pavillon an der Salzachbrücke am Freitag, 26. November, 19.00 Uhr

Es gibt Grenzen  natürlichen Ursprungs wie Flüsse, Meere, Berge, Urwälder, und so weiter.  Das Meer und der Luftraum trennen Länder und Kontinente, Flüsse trennen Orte und Gegenden.  Menschen erleben willkürliche Grenzen oder gehen manchmal bis an die äußersten Grenzen des Machbaren.

Der Salzburger Kunsterzieher Herwig Geroldinger lebte ein Jahr in Brasilien und hat viele solcher Grenzerlebnisse mitgebracht. Wie gehen Touristen mit Grenzüberschreitungen um? Wie aber fühlen sich Menschen, die unfreiwillig den Atlantik überqueren müssen, um in einem anderen Land  als „neue Skalven“  eingeschleust zu werden?

Herwig Geroldinger hat in Brasilien Fotos gemacht, Fundstücke gesammelt, Bilder gemalt.

Er hat österreichische Geschichte nachgeholt und auch viel aus der brasilianischen Vergangenheit und Gegenwart gelernt. Aus all diesen verschiedenen Puzzleteilen zeigt er mit unterschiedlichen Medien eine Gesamtschau im Pavillon an der Salzachbrücke Oberndorf/Laufen. Ein voyeuristisches Fenster in die Welt Südamerikas, an einem Grenzfluß  zwischen Österreich und Deutschland. Und wie es in der Kunst so sein muß, arbeitet er auch mit Symbolen und Metaphern, um seine Grenzgeschichte zu transportieren.

Herzlich sind alle Interessierten eingeladen, sich bei der Vernissage mit demKünstler über Inhalt und Aussage seines Werkes zu unterhalten.

Dauer der Ausstellung im Pavillon an der Salzachbrücke:     28. Nov. bis 26. Dez.  1999

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Edmund Rilling

Edmund Rilling

Vielleicht ist es naiv gedacht von mir, aber ich glaube viele Menschen haben ein ganz bestimmtes Bild über Verhaltensweisen von Künstlern, die sich aus den verschiedenen Erfahrungsmustern und Erzählungen zusammensetzen.Da gibt es einmal den zurückgezogen lebenden Künstler, der huldvoll ab und zu sein Schaffen von Eindringlingen betrachten läßt.

Von Cordula Hofmann

Dann als krassen Gegensatz den medienfreundlichen , nach weltweitem Ruhm strebenden,der sich jedem Betrachter öffnet und ihn an sich zieht. Die Palette zwischen Beiden kann man jetzt ganz dem Thema entsprechend, farbenreich ausgestalten.

Edmund Rilling

Um aber die dritte Art zu schildern kann ich als Metapher nur Edmund Rilling nennen. Seine Lebensform, die sich immer als besonders offen darstellt,seine Freude an Gastfreundschaft, sein Lust an Festen ,seine sinnliche Art sich an Essen und Trinken zu erfreuen,spiegeln diesen “dritte Art”. Verbunden damit ist dann auch die Wirkung ,die seine Bilder auf den Betrachter haben. In ihnen zeigt sich sein kraftvoller Lebensstil wieder. Das erstaunliche daran erscheint mir aber,daß sich über die vielen Jahre die Rilling nun schon künstlerisch tätig ist diese Wirkung nicht verändert hat ,obwohl die Art der Arbeit mit ihm
Veränderungen durchlebt hat.

Edmund Rilling

Am Anfang stand noch ganz geprägt vom Studium an der grafischen Lehr und Versuchsanstalt in Wien der phantastische Realismus der Wiener Schule. Als nächsten Schritt zeigte er sein Können in Form von Aquarellen, die ihn über die regionalen Grenzen Österreichs hinaus bekannt machten. Mit den Jahren setze dann ein Suchen nach neuen Formen und formalen Lösungen,die seine persönliche Weiterentwicklung dokumentierten ein .

Die Kreide ist für ihn das neue Malmittel . Die Landschaft,die ihn immer inspirierte verliert die allgemeinverständliche Aussage und wird durch Abstrahierung zu seiner ganz persönlichen Künstlersprache.

Edmund Rilling beginnt wieder einmal einen neuen Weg, er ist auf der Reise …im wahrsten Sinn des Wortes.

Edmund Rilling

Edmund Rilling


Christiane Pott-Schlager: Stahlsymposium Riedersbach 1999

Wer im August 1999 nach Riedersbach zum Stahlsymposion eingeladen war, konnte sich glücklich schätzen: auf ca. 1000m² Fläche der Gipshalle der Energie AG standen 2 Elektrodenschweißgeräte, 2 Schutzgas- und 2 Autogenschweißgeräte, sowie unzählige Winkelschleifer, eine Metallbandsäge, ein Kran und sogar hin- und wieder ein Gabelstapler, dazu Eisenbleche, -rohre und ausgelagerter Schrott zur Verfügung, um ungehindert von früh bis spät kreativ zu sein.

Keil und Stele
Keil und Stele

Kurz gesagt: ein enormes Potential lag brach da und wartete nur darauf, von Künstleraugen neu entdeckt und durch Künstlerhände neu gestaltet zu werden, um sich in höhere geistige Ebenen emporzuschwingen… ja, ich meine das rostige Material!

Der Organisator des Stahlsymposions, Dir. Karl Heinz Schönswetter, hat dieses Jahr 15 Personen aus Deutschland und Österreich ausgewählt, die in diesem Katalog anschließend mit Werken vorgestellt werden: Jörg Drühl, Hilde Götz, Alto Hien, Gary Klein, Renate Kohl, Markus Maurer, Albin Miksche, Christiane Pott-Schlager, Kunigunde Schönswetter, Markus Steidl, Katharina Strobl, Karl-Heinz Tegeler, Markus Treml, Anna Wondrak

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Die Ansätze sind dabei sehr unterschiedlich, ebenso die Dispositionen. Ein akademischer Bildhauer arbeitet neben einem Schmied in Ausbildung, eine Malerin neben einer frisch gebackenen Maturantin. Hier werden also nicht ausgesprochene Bildhauer oder gar Metallplastiker versammelt, sondern im Gegenteil: sehr verschiedene Menschen unterschiedlicher Herkunft und Ausbildung können hier ihrer Begeisterung für Metallplastik erstmals oder schon des öfteren nachgehen. Karl Heinz Schönswetter selbst hat das Stahlsymposion einmal liebevoll als “Mistbeet” bezeichnet, in dem alles wachsen und gedeihen sollte, denn erst unsere Nachfahren werden die Aufgabe haben, auszusortieren, was zur Kunst, zur hohen Kunst oder zum Schrott gehöre.

Weder ein vorgefertigter Kunstbegriff ist zu erfüllen, noch einer Schule oder gar einem Vorbild aus der Geschichte der Eisenplastik nachzueifern. Jeder hat die Freiheit nach seinem Verständnis zu arbeiten und hat die Möglichkeit sich z.B. in Gesprächen mit anderen weiterzuentwickeln: ein Symposion.

Pavillion
Pavillion

Entwickelt hat sich das Stahlsymposion aus einer Art Schulgalerie-Idee im Jahre 1988: die Grundidee ist Kunstvermittlung auf verschiedenen Ebenen. Der Initiator Karl Heinz Schönswetter meint, das Verständnis zur Kunst fiele leichter, wenn man sie entstehen sieht oder gar selbst an ihr beteiligt wird. So waren im Jahr 1988 Kinder und die Arbeiter aus dem Werk von ihm aufgefordert zum Thema “Stuhl” zu arbeiten. Neben dieser Aktion ist auch erstmals die Galerie im Kraftwerk entstanden, sowie zahlreiche Schulgalerien in Oberösterreich. Karl Heinz Schönswetter als die treibende Kraft war damals Kunsterzieher, Vertreter der Kunsterzieher im Bund der Kunst- und Werkerzieher und Bezirkskulturreferent in Braunau. Damit seine Idee tragfähig werden konnte, stellte er sie auf viele Stützen: Kunst sollte nicht ghettohaft als elitäres gesellschaftliches Ereignis gefeiert werden, sondern für ihn war es immer wichtig, auf allen Ebenen, für jedes Alter Kunst erfahrbar zu machen und den Umgang mit Kunst als selbstverständlich im Leben zu integrieren. Erwachsenenbildung gehört für ihn daher ebenso zur täglichen Vermittlungsarbeit wie Schulgalerien, Galerien in öffentlichen Gebäuden oder Kulturberatung in Firmen und Betrieben. K H Schönswetter will die Kunst nicht auf dem Sockel sehen, sondern entstehen sehen. Er sieht sich als Verwalter von Kunst und Förderer von kreativen Kräften. So erreicht er, daß Schwellenängste zwischen Handwerkern und Ideenlieferanten abgebaut werden, daß jeder von jedem lernen kann.

Das Stahl-Symposion, so wie es jetzt besteht, trägt nach 12 Jahren immer noch deutlich die Züge dieser Überzeugung von Karl Heinz Schönswetter und ist aus dieser Entwicklungsgeschichte her auch als Erwachsenenbildung und nicht nur als Produktionsstätte für Ausstellungsbelieferer zu verstehen.

Piercing
Piercing

Die Liste derjenigen, die sich hier in Metallplastik schon versucht haben ist lang und umfaßt inzwischen auch alle Kunsthochschulen Österreichs. Aber auf das gute Mischungsverhältnis kommt es an und das ist allein Karl Heinz Schönswetters Leistung, die engagierten großen, kleinen und namenlosen aber ehrlichen Arbeiter aus verschiedenen Richtungen alle unter einem Symposion zu vereinen. Sein Verdienst ist es auch, daß ein so gutes partnerschaftliches Verhältnis zur Energie AG Jahr für Jahr aufrecht erhalten wird und daß Kunstsponsoring in so großzügigem Maße und auf so experimentellen Wegen betrieben werden kann.

Wir, die Teilnehmer des Stahlsymposions 1999, danken der Energie AG für die großzügige Kunstförderung und ganz besonders Karl Heinz Schönswetter für seine Arbeit mit uns allen und für uns alle. Wir hoffen, daß die Bilanz unterm Strich mit viel Toleranz gegenüber Kunst und mehr Kunstverständnis positiv ausfällt und daß wir aktive Kulturarbeit leisten konnten.

Ich persönlich hoffe, daß ich Sie ein wenig neugierig gemacht habe, bei nächster Gelegenheit in den Stahlpark Riedersbach schauen, wo inzwischen über 100 Arbeiten aus den letzten 12 Jahren stehen und sinnlich erfahrbar sind.

Christiane Pott-Schlager

A-5112 Lamprechtshausen Hauptstraße 47, 1965 geboren in Bremen, 1984 Abitur in Achim (Niedersachsen), 1989 Abschluß als Instrumentalpädagogin an der Hochschule für Musik, Köln, 1989-1994 Aufbaustudium als Pianistin, am Mozarteum, Salzburg, 1994 Studium der Kunst- und Werkerziehung am Mozarteum, Salzburg, 1999 Teilnahme am Stahlsymposium im 5. Jahr

Zu meiner Arbeit im Stahlsymposium
Riedersbach 1999

Auf der Suche nach einem Höchstmaß an formaler Spannung und Ästhetik entstehen abstrakte geschlossene Urformen, die durch Schnitte aus vorgefertigtem Material entstehen. Diese knüpfen an die Arbeiten der vorhergehenden Jahre an, während ein anderes Projekt sich mit menschlichem Verhalten und ironischen Gesellschaftsspiegelungen beschäftigt: das Wand-Piercing. Wände eines kleinen Pavillons sind mit spielerischen Elementen durchstochen und der Betrachter wird aufgefordert, den brenngeschnittenen Kritzeleien gedankenlos oder lustvoll nachzufahren.

Stahlsymposium Riedersbach 2010 >