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Die Koalitionsbar

Die Sondierungsgespräche der an einer neuen Regierung interessierten Parteien sind abgeschlossen. Die Türkisen und die Grünen sind übriggeblieben.

Mann/ frau in den Parteien hat Standpunkte und deren Festigkeit ausgelotet, mögliche Verträglichkeiten überprüft, unüberbrückbare Gegensätze definiert, den möglichen gemeinsamen Nenner gesucht und letztendlich festgestellt, dass man es doch miteinander probieren könnte.

Die Farbkombination Türkis-Grün ist spannend. Der Wahlkampf ist vorbei und es gilt, das Beste für das Land zu machen. Freilich, es wird jede der Parteien Federn lassen müssen, das ist normal. Es ist falsch zu glauben, dass alle Wahlkampfversprechen eingehalten werden können. Das ist nur in Diktaturen möglich, dort wird aber auch der Begriff: “freie Wahlen” anders als bei uns definiert.

Für mich ist die Kombination Türkis-Grün eine große Chance, die hoffentlich nicht vergeigt wird! Politik heißt, dass tragfähige und gute Kompromisse gefunden werden und genau dafür zahlen wir den Damen und Herren im Parlament ihre Gehälter. Repräsentieren und sich im Licht der Scheinwerfer zu sonnen, hat wenig mit guter Politik zu tun, es gehört nur zum Spiel.


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Die heilige Kuh der Alpenrepublikaner

Man kann sie schon sehen, die ersten Schneebänder in den Bergen. Sie schauen zwar schon etwas speziell aus, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wird sich schnell daran gewöhnen.

Spätestens nach dem ersten Schneefall ist der Spuk ohnedies vorbei. Dann sind auch die älplerischen Nobel-Chalets mit E-Porsche-Beigabe oder die geplanten Tiroler Bergspitzenabtragungen zur tälerübergreifenden Gletscherbesportung vergessen. Die Wintersaison hat begonnen und der Rubel rollt. Wie jedes Jahr.

Der wahre Hintergrund für die herbstlichen Schneebänder ist vermutlich ein ganz anderer. Angesichts der Tatsache, dass es auf Grund der Klimaerwärmung für die sichere Schneelage in manchen Schigebieten eher trist ausschaut, denkt man höchstwahrscheinlich da und dort über eine Permanentplastifizierung der Schipisten nach.

Die Plastifizierung hätte viele Vorteile: Man braucht keinen Schnee, mehrere Farben wären möglich, eine intensive Sommer- und Winternutzung könnte obligat sein, um nur einige Beispiele zu nennen.

Schauen wir, was die Zukunft der intensiv-touristischen Bergnutzung noch bringen wird!


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Salzburg, du Stadt meiner Träume

Salzburg ist im Lovley-Planet Reiseführer “Best in Travel 2020”. Das hat der nach eigenen Angaben größte US Reisebuchverlag der Welt gesprochen, ähh geschrieben, howgh.

Noch hat das zwar der amerikanische Präsident nicht auf Twitter kommentiert, aber bei ihm weiß ja niemand, warum er manches tut oder auch nicht. Vielleicht ist ihm nur noch nicht zu Ohren gekommen, dass er bei einem eventuellen Salzburgbesuch für Leitungswasser bezahlen muss, so es ein Kellner serviert. Business is business.

Die einen freuen sich, wenn die Besucher immer mehr werden, andere wieder sehen das eher nicht so euphorisch. Einig sind sich vor allem die Touristiker darin, dass wenige Gäste, die sehr viel zahlen, besser sind als sehr viele, die wenig Geld dalassen.

Es geht so wie immer um die Sichtweise. Und als Hardcore-Busfan kann man sogar den unzähligen Reisebussen in der Paris-Lodron-Strasse einiges abgewinnen. Noch dazu wenn man weiß, dass Reisebusse den geringsten CO2-Ausstoß öffentlicher Verkehrsmittel haben, noch vor der Bahn.

Mozart, Sound Of Music und die Chinesen, Salzburg liebt alle. Ganz sicher. Und auch die Italiener.


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2019 Massentourismus

In letzter Zeit hört man immer öfter von tätlichen Angriffen auf Fremdenführer, die mit größeren fernöstlichen Reisegruppen durch die barocke Mozartstadt huschen.

Ja, es wird zunehmend enger in der Stadt. Die Asiaten sind das angeblich gewohnt, wohnen sie doch zuhause oft nur in größeren Sardinenbüchsen, hört man.

Wir Salzburger brauchen da schon eher Luft und Raum zum Atmen. Und zum Geldzählen. Denn eins ist auch klar, die Touristen brechen zwar wie Wanderheuschrecken über Salzburg herein, sie hinterlassen aber volle Kassen bei den heimischen Händlern und Hoteliers.

Es wird kreative Lösungen für den zunehmenden Tourismus brauchen, bis jetzt gibt es nur sehr bescheidene Aktivitäten in diese Richtung.


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Obertauern im Schnee

Ganz hoch oben in den österreichischen Bergen, dort wo die Luft schon dünner wird, liegt Obertauern >. Dieses hochalpine Skigebiet wird der Klimaerwärmung wohl noch lange trotzen.

Die Tourismusbrache investiert heftig in die Infrastruktur, riesige Hotelkästen und beeindruckende Liftanlagen reihen sich aneinander. Das macht durchaus Sinn, denn die Schneesicherheit ist in dieser Höhenlage doch sehr wahrscheinlich.

Lästig ist eigentlich nur, dass es da eine Lawinenkommission > gibt, die ab und an glaubt, die Zufahrtsstraße wegen drohender Lawinengefahr sperren zu müssen. Da ist es dann schon von Vorteil, wenn die zuständige Lokalpolitik unliebsame Entscheidungen der Kommission kritisch hinterfragen kann und besonders vorsichtige Lawinenwarner nicht mehr nachbestellen muss.

Vermutlich wissen nicht alle Lawinenwarner, dass die Wahrscheinlichkeit eines drohenden Lawinenabganges mehr oder weniger direkt mit dem Urlauberverkehr zusammenhängen könnte.

Alles im Leben hat halt seinen Preis. Das Goldene Kalb verlangt Opfer.


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NR Wahl 2019

Bei der letzten Nationalratswahl gab es einen jugendlichen, türkisen Sieger. Die Verfolger landeten weit abgeschlagen dahinter.

Das passiert ab und zu. Trotzdem, auch der kurzzeitig sprachlose Wahlsieger ist weit von einer absoluten Mehrheit entfernt. Das heißt, er wird Kompromisse eingehen müssen, ob er will oder nicht.

Ich bin neugierig, wen er sich ins Regierungsboot holen wird. Wie hoch ist der Preis, den er zu zahlen bereit ist? Kommt eine grüne Landwirtschafts- und Umweltministerin? Dazu eine pinke Bildungsministerin? Findet er mit einer Koalitonspartei das Auslangen oder probiert er es mit dreien? Sind Rot und Blau regierungstechnisch gesehen wirklich Geschichte?

Fakt ist, die Bevölkerung will keine monatelangen Sondierungsgespräche und möglichst schnell eine tragfähige Regierung. Und keine wackelige Minderheitsregierung.

Wir sehen offensichtlich innenpolitisch spannenden Zeiten entgegen!


NR Wahl 2019

Am kommenden Sonntag ist es endlich soweit, Österreich darf seinen neuen Nationalrat wählen. Vielleicht wird dann sogar das Fernsehprogramm wieder besser.

Wobei ich schon feststellen möchte, die gestrige Elefantenrunde im ORF war sehr unterhaltsam gestaltet und kann mit so mancher Samstagabendshow durchaus mithalten.

Die Führungsriege der Parteien hat noch ein letztes Mal versucht, die eigenen Positionen darzulegen. Es gab dabei eigentlich keine Überraschungen, einzig Kurz hat deutlich klar gemacht, warum er die Parteifarbe von Schwarz auf Türkis gewechselt hat. Eine Klasse für sich war The Filz in seiner Analyse der Elefantenrunde in der Zib.

Ich persönlich habe mittels Briefwahl bereits vor über einer Woche meine Stimme abgegeben. So kann man die Elefantenrunden und Vorwahlduelle am einfachsten genießen. Oder auch nicht.


Die Eier der Salzburger

Sie lieben Stangeneier? Oder doch Flüssigeier? Im Schnitt isst jeder ÖsterreicherIn etwa 90 kg davon in Form von Teigwaren, Kuchen und Co.

Tierschutz ist Ihnen wichtig? Sie schauen beim Kauf genau darauf, dass es sich um Eier von Freilandhennen handelt? Da ist gut so. Das Frühstücksei muss nachhaltig und möglichst gesund produziert sein. Das schmeckt man auch.

Aber haben Sie in einer Konditorei schon einmal nachgefragt, woher die Eier für die ach so köstlichen Kuchen kommen? Oder die gleichmäßig großen Eierscheiben auf den wunderschön dekorierten kalten Platten?

In Großküchen wird gerne Flüssigei verwendet. Das hat viele Vorteile. Es wird in Boxen angeboten, ist keimfrei und gut haltbar. Und der Kunde fragt nicht nach, woher es kommt, weil er ganz einfach nicht weiß, wo es überall drinnen ist.

Das Salzburger Landei, eine Vereinigung von Salzburger Eierproduzenten, hat versucht, in diesem Marktsegment mitzumischen, musste aber leider aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben. In Österreich ist nämlich die Käfighaltung von Legehennen verboten. Die Mitbewerber kommen aus Ländern, wo das nicht so ist. Deutschland zum Beispiel.

Der Preisunterschied beträgt bis zu 33%. Der Billigbieter ist im Vorteil. Selbstverständlich sagen viele Käufer dann, die Qualität der günstigen Flüssigeier wäre besser. Was auch sonst.

Sollte uns der Tierschutz nicht wichtiger sein als der Preisunterschied? Wie wichtig ist uns tierschutzgerechte Lebensmittelproduktion wirklich?


Elefantenrunde

Noch sind es etwa 3 Wochen bis zur Nationalratswahl und die heimischen Fernsehprogramme sind jetzt schon fast nicht mehr auszuhalten.

Politiker-Elefantenrunden und Fernsehduelle der Kontrahenten sind auf der Tagesordnung. Es wird analysiert, interpretiert und eingeschätzt, wer mit wem und wie vielleicht kann oder auch nicht.

Was können letztendlich die Elefanten dafür, dass sie für derlei Wahlpropaganda ihren Namen hergeben müssen. Sie sind Dickhäuter und eine gefährdete Tiergattung, gibt es da etwa Parallelen zu den Politikern?

Normalerweise sollten die Kulturveranstalter vom aktuellen Fernsehprogramm profitieren. Ich freu´mich schon auf das Take the A-Train – Music Festival am Salzburger Bahnhof oder den Kulturseptember in Obertrum am See.

Es ist fast alles unterhaltsamer als die politischen TV-Sendungen und Fußball gibt es ja auch nicht jeden Tag. (kat)


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2019 Briefwahlkuverts

Die österreichischen Parteien sind im Wahlkampfmodus, stehen doch die Nationalratswahl unmittelbar bevor. Wer hat da noch Zeit, um auf Kleinigkeiten zu achten.

Den wahlwerbenden Gruppierungen geht es um Plakatwellen und Social-Media Auftritte. Die Medien würden am liebsten die Wahlergebnisse und möglichen Koalitionen noch vor der Wahl publizieren. Duelle der Spitzenkandidaten sind an der Tagesordnung.

Wer denkt da noch an altmodische, analoge Briefkuverts, so mit Absender und Anschrift. Da kann es dann schon passieren, dass plötzlich einige falsch oder nur kryptische bedruckte Wahlkartenkuverts in den Gemeinden auftauchen.

Gott sei Dank haben unsere Ministerien mit derlei Problemen Erfahrung, bei einer der letzten Bundespräsidenten-Wahlen hielt der Kleber nicht, was er versprach.

Und trotzdem haben wir heute einen Bundespräsidenten. Sogar einen sehr guten. Ganz am Schluss wird auch diesmal ein Kanzler und eine Regierung bestellt werden. Interessant ist, wie sie letztendlich zusammengestellt sein wird.


2019 regenwald

Am Amazonas brennt der Regenwald. Die grüne Lunge unserer Erde ist in Gefahr. Jeder, der schon einmal eine Lungenentzündung hatte, weiß, wie schmerzhaft und lebensbedrohend das ist.

Der Klimaschutz ist zwischenzeitlich zwar in manchen Gesellschaftsschichten angekommen, auch wurden Sündenböcke wie zum Beispiel die SUV´s definiert, so wirklich tief greifende Klimaschutzmaßnahmen gibt es aber noch immer keine.

Dafür versuchen manche Mitbürger, die Aktivitäten von Greta Thunberg schlecht zu reden, Kleingeister machen sich wichtig. Diskussionen zum Thema Klimaschutz in der Vorwahlzeit sind vielleicht gut gemeint aber helfen wenig. Zu schnell werden die guten Vorsätze nach den Wahlen vergessen.

Ewige Tabuthemen sind zum Beispiel: Der ökologische Fußabdruck der amerikanischen Luftstreitkräfte, der russischen Kriegsflotte, der chinesischen Schwerindustrie, von amerikanischen IT-Konzernen oder der brasilianischen Agrarindustrie.

Letztendlich geht es noch immer um Gewinnmaximierungen und Macht, die nur ganz wenigen Menschen zu Gute kommen.

Noch ist es nicht bis in die Köpfe der Verantwortlichen vorgedrungen, dass die massiven Klimaveränderungen, die da und dort schon deulich spürbar sind, alle gemeinsam treffen werden.

Ausnahmslos.


Ablenkungsmanöver

Wahre Zauberer > begeistern ihr Publikum meistens mit außergewöhnlichen Kunststücken, die logisch unmöglich erscheinen und dennoch funktionieren.

Offensichtlich bediente sich der transatlantishe Blondschopf dieser Tage der gleichen Strategie, als er den Dänen anbot, Grönland kaufen > zu wollen.

In Wirklichkeit wollte er nur seinen neuen besten Freund nicht brüskieren, damit dieser in Ruhe den Hard-Brexit vorantreiben und sich für Neuwahlen vorbereiten kann. Man wird ja sehen, was sich danach so ergibt.

Make America Great Again. Und wenn man dafür Kinder einsperren > muss.


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