dorfzeitung _quer

Ponywanderung durch die Lamprechtshausener Vorstadt

Pferde müssen bewegt werden, dachten sich diese Kinder und nahmen die beiden Ponys kurzerhand auf einem längeren Spaziergang mit und alle Beteiligten hatten offensichtlich Spaß daran.


4 Generationen Wegergut

wegerWar früher unter anderem das Asphaltbahn-Stockschiessen die Hauptarbeit des rüstigen Weger – Großvaters, so hat er jetzt eine neue Beschäftigung gefunden.

Beeindruckend sind die Geburtsdaten dieses Holzhausener Gespannes!

Karl Kaltenegger
Austragsbauer vom Wegergut
in Holzhausen, St. Georgen
31. 12. 1912

Karina Kaltenegger
Urgroßenkerl
29. 10. 2001


Pferdesegnung in Arnsdorf am 9. Mai 2002

Zahlreiche Besucher sind zur Pferdesegnung nach Arnsdorf gekommen und konnten bei herrlichen Sonnenschein Reitergruppen und Gespanne bewundern. Es ware sowohl einheimische, als auch Gruppen aus benachbarten Gemeinden zu dieser Brauchtumveranstltung gekommen.

Die Pferde und Reiter präsentierten sich von ihrer besten Seite, Sepp Fersterer aus Bürmoos, selber ein begeisterter Haflingerzüchter begrüßte alle Beteiligten.


Gerhard Michalek: Das Ende der Haunsberger. Teil 3 (3)

Das Geschlecht der Edelfreien von Haunsberg  und seine politische Wirksamkeit läßt sich durch vier Generationen in der Zeit von ca. 1100 – 1215 verfolgen.

Friedrich I. von Haunsberg

Der erste bekannte Vertreter des Geschlechtes, war Burggraf des Erzbischofes Konrad I. auf Hohensalzburg.  1111 planten die Salzburger Ministerialen einen Aufstand gegen den Erzbischof, und ihr Anführer, der „prepositus“ Albwin, reiste nach Rom, um beim Papst Beschwerde gegen den Erzbischof zu führen. Bei seiner Rückkehr nach Salzburg wollte er sich nachts heimlich über die Salzachbrücke schleichen, aber Friedrich von Haunsberg, der als Kastellan den militärischen Oberbefehl hatte, ließ Albwin ergreifen und gemäß den rohen und grausamen Praktiken dieser Zeit blenden.

Wir finden Friedrich aber auch in enger Verbindung mit dem Marktgrafen von Österreich und Steiermark. Er beschenkte besonders die Klöster Garsten und St. Peter und tritt gemeinsam mit den stammesgleichen Freien von Bruckberg und den verwandten  Wilhering- Wachsenbergern auf.

Friedrichs ältester Sohn, Gottschalk I. von Haunsberg, war mit Ottilia, einer Tochter des Freien Ulrich von Wilhering, vermählt Als Mitgift der Ottilie dürfte die Herrschaft Wildberg nördlich von Linz an die Haunsberger gekommen sein. Auch die engen Bindungen an das Hochstift Passau, die erstmals bei Gottschalk I. festzustellen sind, dürften  durch die Wilhering- Wachsenberger vermittelt worden sein, übte doch dieses Geschlecht die Vogtei über den Passauer Besitz an der Donau aus, so dass auch die Erwerbung von Burg und Herrschaft Linz durch die Wilheringer vermittelt worden sein kann.

Gottschalk, der erste Haunsberger von Wildenberg und von Riedegg

Gottschalk erscheint als erster Haunsberger mit den Prädikaten „von Wildberg“ und „von Riedegg“, der zweiten großen Herrschaft im oberösterreichischen Mühlviertel. Gottschalk I. starb im hohem Alter von etwa 60 Jahren am 9. Nov. 1167 und liegt im Salzburger Dom begraben. Unter ihm erreichte das Haus Haunsberg den Höhepunkt seiner Machtentfaltung, doch schon unter seinen Söhnen setzte eine Stagnation ein – der langsame, aber unaufhaltsame Niedergang des mächtigen Geschlechtes stand bevor! Gottschalks Bruder Meginhard bekam nach Besitzteilung der Herrschaft Haunsberg die Güter im Mattiggau mit der „oberen“ Burg zugesprochen.

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Das neue Haunsberger Schwammerl nach der Fertigstellung. Die Kernfrage ist nicht, ob es sich um ein ungiftiges oder giftiges Schwammerl handelt, sondern vielmehr, warum wachsen diese Dinger überhaupt an so manchen Stellen. Bei vielen Pilzen kann man einen muffigen Geruch nicht wegdiskutieren.

Das neue Haunsberger Schwammerl nach der Fertigstellung. Die Kernfrage ist nicht, ob es sich um ein ungiftiges oder giftiges Schwammerl handelt, sondern vielmehr, warum wachsen diese Dinger überhaupt an so manchen Stellen. Bei vielen Pilzen kann man einen muffigen Geruch nicht wegdiskutieren (kat).

Gottschalks jüngerer Bruder Friedrich II. von Haunsberg begegnete uns 1134 als Salmann (Testamentvollstrecker) einige Ministerialen des Babenbergers Otto, des späteren Bischofs Freising. Er tritt in den folgenden Jahren fast durchwegs im Gefolge des Salzburger Erzbischofs Konrad I. auf, verfiel aber aus nicht näher genannten Gründen dem Kirchenbann. Um die Lösung der Exkommunikation zu erreichen, reiste er 1144 nach Rom. Um 1150 entschloß er sich zu einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostella (in Spanien), auf der er den Tod gefunden haben dürfte. Als Schwestern konnten wir eine Benedikta, eine Luitgard und eine Gertrud ermitteln.

Das Geschlecht der Haunsberger wurde in der Dritten Generation durch die Söhne Gottschalks I., Friedrich III. und Ulrich I. von Hainsberg fortgepflanzt. Von Friedrich III., der zuerst als Gefolgsmann der Salzburger Erzbischöfe erscheint, wird berichtet, da er um1166 gemeinsam mit den Freien von Bruckberg und den Söhnen des Grafen Siboto IV. von Neuburg-Falkenstein seine Ansprüche auf das „Handgemal“ das Gut Geiselbach bei Erding in Oberbayern, durchsetzten bzw. behaupten konnte. Er taucht 1171 ein letztes Mal bei Herzog Friedrich von Österreich auf. Sei Sterbetag ist im Wilheringer Totenbuch mit 28. März angegeben.

Der Haunsberg vom Süden gesehen. Viele moderne Häuser werden mancherorts mit Stacheln versehen. Die negative Auswirkung der neuartigen Stacheln wird noch immer geleugnet. (kat)

Der Haunsberg vom Süden gesehen. Viele moderne Häuser werden mancherorts mit Stacheln versehen. Die negative Auswirkung der neuartigen Stacheln wird noch immer geleugnet. (kat)

Friedrichs älterer Bruder, Ulrich I. von Haunsberg, nannte sich auch nach Wildberg und seine Witwe Adelheid ließ im Verlauf von Besitzstreitigkeiten mit ihrer Verwandten Elisabeth von Griesbach – Wachsenberge um 1197 die Grenzen zwischen den Herrschaften Wildberg und Wachsenberg feststellen. Um 1180 ist Ulrich in Michaelbeuern in Traditionsurkunden bezeugt, wobei er hier mit seinem Sohn Heinrich eine Schenkung der Nußdorfer – den ritterlichen Gefolgsleuten der Haunsberger – an das Kloster Michaelbeuern gewährt. Um 1182 gab er als Entschädigung für geraubte Güter vier Höfe zu Stritzing (wahrscheinlich bei Offenhausen, OÖ) an das Kloster Mondsee und beschenkte auf seinem Totenbett die Klöster St. Peter (Gut Kettenbach bei Tittmoning) und Raitenhaslach (Hof Holzhausen). In den Nekrologien von Nonnberg, St. Peter und Wilhering ist sein Gedenktag am 20. April. Die Schwester Judith war mit einem Freien von Haselbach – Wolfsbach vermählt.

Die Edle Mechthild von Haunsberg und ihr Bruder, deren Platz in der Genealogie der Haunsberger nicht näher geklärt ist, verwendeten ihren reichen Besitz samt der Burg in St. Georgen an der Salzach zur Stiftung und Ausstattung der dortigen Pfarre. Die Güter reichten von Laufen bis Tarsdorf bei Ostermiething! Damit wurde St. Georgen zu einer überaus reichen Pfarre, die über ungewöhnliche Herrschafts-und Gerichtsrechte („Freie Herrschaft“ oder Hofmark) verfügte.

Der Bruderkampf der letzten Haunsberger

Der Sage nach endete das Geschlecht der Haunsberger auf tragische Weise, denn schon am Beginn des 13. Jahrhunderts schmolz dieses Geschlecht auf zwei Brüder zusammen, und die Sage erzählt von einem schrecklichen Ende der beiden Brüder Harthold und Dypold, den letzten beiden Haunsbergern und Besitzer der unteren Burg, welche sich verfeindeten  und bei einem Zusammentreffen am Eingangstor bzw. an der noch heute sichtbaren Schwelle der Schloßkapelle einander im Zweikampf töteten. Daraufhin sei die Felsenburg noch 1211 vom Erzbischof „zur Strafe dieser Greueltat“ eingezogen worden. Vermutlich kam es um 1200 zu dem Streit der beiden Brüder. Als Ursache hiefür gelten – wie die Sage anführt – eine sträfliche Neigung zur eigenen Schwester und im besonderen der Zwist um die Anrechte auf die Erbgüter.

Der höchste Punkt der Landesstraße über den Haunsberg.

Der höchste Punkt der Landesstraße über den Haunsberg.

Auch König Ludwig von Bayern, der 1813 als Kronprinz mit dem bayrischen Heer vor Laufen stand und sich im Schloß Weitwörth mit der jungen Kronprinzessin Therese von Bayern aufhielt, hat von dem dramatischen Geschehen auf der nahegelegenen Bergruine gehört. In poetischer und – seiner Zeit entsprechend – romantischer Form gibt es das dort oben geschehene „schröckliche Endt“ der letzten Haunsberger in seiner Ballade wieder:

Sehet dort auf jenen Höhen
An des Klausners Zell vorbei,
Trümmerndes Gemäuern stehen,
Ragen in die Lüfte frei.

Gräßlich tuts dort oben hausen
Dumpfes Stöhnen wird gehört,
Schaudervoll vernimmt man´s sausen,
Wo das Bergschloß liegt zerstört.

Lang in dieses Schlosses Mitte
Hohen Muthes ungeschwächt,
Treu der alten biedern Sitte
War ein ritterlich Geschlecht;

Lebte froh und lebte bieder,
Bis von Habsucht arg gefaßt,
Die zwei letzten, welche Brüder,
Mordbegierig sich gehaßt.

Unfern von den grünen Wiesen,
Die hindurch ein Bach sich schmiegt,
Sich die Brüder niederstießen,
Wo die schmale Stelle liegt.

Drum verweilet tiefe Trauer,
Wehet immer grausend da,
In den Lüften Geisterschauer
Wo die blut´ge Tat geschah.

Jährlich an demselben Tage
Flammen werden zwei geseh´n:
Mit dem mitternächt´gen Schlage
Gräulich hört man dort es geh´n.

Und die Flammen kommen wieder,
Wo geschah der Brudermord,
Bis gegenseitig Brüder
Einst das Leben retten dort.

Das dem Streit folgende Ende der Haunsberger wird damit bildhaft durch den Zweikampf geschildert und besonders durch das „Auseinanderfallen im Tode“  („ … daß der ain hinein und der andere heraus todter gefallen ist.“) dargestellt.

In der Legende endet der Streit für beide tödlich. In Wahrheit unterlag nur einer, nämlich Heinrich, der nach 1200 in den Quellen nicht mehr genannt wird und in der Versenkung verschwand. Entweder geriet er in die Gefangenschaft seines Bruders und mußt Unfehde schwören, oder er fiel tatsächlich im Zweikampf, wie die Sage meint. Dem Sieger, Gottschalk, wurde in der Sage der Name Dypold (Theobald; Theo = lat. Gott) gegeben, und des Verlierers Name Heinrich in Harthold verändert. Wahrscheinlich wurde diese Angleichung der Namen vorgenommen, um dadurch die Vorstellung von Zwillingsbrüdern und also besonders naher Verbundenheit zu erwecken.

Der letzte Haunsberger

Gottschalk II. von Haunsberg, der jüngere Sohn Ulrichs I., ist der letzte Vertreter seines Geschlechtes und bis 1215 beurkundet. Zu seinen Lebzeiten vollzog sich der rasche und völlige Niedergang der Familie. Er starb 1215 oder bald darauf kinderlos.

Gottschalk muß das Ende seiner Familie schon viele Jahre vor seinem Tode vorausgesehen haben, denn um 1190 hat er seine Hoheitsrechte an die benachbarten Grafen von Lebenau abgetreten. Darüber wurde zwar keine eigene Urkunde ausgestellt, aber seit dieser Zeit treten die einstigen Haunsberger Dienstmannen und Burggrafen im Gefolge der Grafen von Lebenau auf, von denen auch die Gerichtsrechte im Haunsberger Gericht östlich der Salzach wahrgenommen wurden.

Blick auf den Haunsberg Richtung Gasthaus Kaiserbuche.

Blick auf den Haunsberg Richtung Gasthaus Kaiserbuche.

Die große Eigenherrschaft Wildberg ging 1198 als Ausstattung von Gottschalks Schwester Adelheid an deren Gemahl Gundakar von Steyr – Starhemberg, einem Ministerialen der Babenberger, über. Bei dieser Gelegenheit wurde die Herrschaft von Gottschalk dem Bischof Wolfger von Passau aufgetragen, und der Bischof verlieh Wildberg als Lehen dem Gundakar von Steyr. An das Hochstift Passau fiel auch Riedegg, die zweite große Nordwaldherrschaft der Haunsberger in Österreich ob der Enns. Das Gebiet von Linz kam an Herzog >Leopold VI. von Österreich (um 1206), wobei die Eintragung im Landbuch von Österreich  und Steyr an einen erzwungenen Übergang denken läßt.

Gottschalk dürfte sich in seinen letzten Lebensjahren auf die Burg Haunsberg bei St. Pankraz, den alten Stammsitz des Geschlechtes, zurückgezogen haben. Nachdem schon seine Eltern die „obere Burg“ dem Erzbischof von Salzburg übergeben hatten, verkaufte Gottschalk II. am 6. Juli 1211 die „untere Burg“ zu St. Pankraz mit den Burgmannen und den ritterlichen Eigenleuten beim „Rinderholz“ um 100 Pfund dem Salzburger Erzbischof Eberhard II. Jedoch hat sich der Haunsberger das lebenslängliche Wohn- und Nutzungsrecht und die Bestimmung des Burggrafen (Marquard von Haunsberg) ausdrücklich vorbehalten.

Aus dieser Zeit sind nur mehr einige fast verwehte Spuren des Andenkens an ein großes untergegangenes Geschlecht geblieben, die uns nur mehr einen Hauch von vergangener Macht und Größe erahnen lassen. Die einst zinnen- und wappengekrönte Burgruine Haunsberg von St. Pankraz erinnert an die entschwundene Zeit des einstigen alten Stammsitzes der Haunsberger. Doch das Geschlecht ist längst ausgestorben; ihre Wappenschilder sind zerbrochen und mit Gottschalk II., der in einer Michaelbeuerer  Urkunde von 1215 einletztes mal bezeugt ist, wurde der letzte Haunsberger ins Grab gelegt. Mit ihm erlöscht das Geschlecht.

Die Haunsberger haben damit – trotz der relativ kurzen Blüte des edelfreien Geschlechtes – die Geschichte Oberösterreichs und Salzburgs nachhaltig beeinflußt. Die Babenberger konnten aus dem Besitz der Haunsberger Linz übernehmen, das später zur Landeshauptstadt von Oberösterreich wurde, und die Westgrenze in diesem Gebiet (Salzach) und die Nordgrenze des heutigen Bundeslandes Salzburg von St. Georgen über Michaelbeuern bis in die Gegend von Straßwalchen („Rinderholz“) geht im Wesentlichen auf den Besitz der Edelfreien von Haunsberg zurück, der im 13. Jahrhundert an die Salzburger Erzbischöfe gefallen ist. Auch in den Ruinen ihrer Burgen – steinerne zeugen ihrer einstigen Macht und Größe – , in den Grabsteinen der alten Stifter (vorzüglich Michaelbeuern) und einigen wenigen, noch auf unsere Tage übernommenen Stiftungen, scheint sich ihr Andenken erhalten zu haben.

Auszug aus der Weinviertler Kulturzeitung “ZEITGEIST” Ausgabe 4/89.
Mag. phil. Gerhard Michalek, geb. 1951 in Salzburg. Dissertation bei Prof. Dopsch: “Die Edelfreien von Haunsberg – Wildberg – Riedegg – Linz. Herkunft, Aufstieg und Herrschaftsbildung eines führenden bayerisch-salzburgischen Adelsgeschlechtes im Hochmittelalter”

Übersicht:
Gerhard Michalek: Die Haunsberger, ein vergessenes österreichisches Geschlecht. Teil 1/ 3

Gerhard Michalek: Herkunft und Aufstieg der Haunsberger. Teil 2/ 3
Gerhard Michalek: Das Ende der Haunsberger. Teil 3/ 3


Gerhard Michalek: Herkunft und Aufstieg der Haunsberger. Teil 2 (3)

Das Wappen der Haunsberger

Das Wappen der Haunsberger

Die Abkunft der Haunsberger wird bis in die Zeit König Karls des Großen und Bischof Arnos, also bis ins ausgehende 8. Jahrhundert, zurückgeführt. Verliert sich auch der erste Besitzvorgänger der Haunsberger im mythischen Dunkel der beginnenden Karolingerzeit, so führt doch eine schmale Brücke besitzgeschichtlich – genealogischer Nachrichten von jenen Anfängen im 8. Jahrhundert bis zu dem ersten namentlich beurkundeten Haunsberger, Friedrich I. von Haunsberg. Jedoch müssen schon Friedrichs Vorfahren rüstig am Werk gewesen sein, einen solchen Besitzstand zu begründen. Mit einem Worte: Alles erinnert an die ruhmvolle Zeit Kaiser Heinrich III., da das Deutsche Reich seine größte Ausdehnung nach Osten erhielt.

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Bereits im Jahre 798 erscheint erstmals der Name Haunsberg in den „Breves Notitiae“ als Mons Hunsperch: „Donatio Liuperti ad Nuzdorf (erste Nennung von Nußdorf am Haunsberg!) iuxta montem qui vocatur Hunsperch“.  Der Name „Haunsberg“ ist wohl von dem althochdeutschen Personennamen Huno („Hühne“) abzuleiten, heißt als Berg des Huno, von welchem sich auch der Familienname der späteren Haunsberger  ableitete. Dieser Edle Huno, dessen Name auch auf den Volksnamen der „Hunnen“ (Awaren!) hinweist, dürfte am Haunsberg einen Sitz gehabt haben, und war auch zu Heining („Huning“, nahe Laufen) und in der Gegend von Köstendorf begütert, wo er um 800 mehrere Höfe an das Kloster Mondsee vergab, wie der Traditionsindex berichtet.

Nußdorf am Haunsberg

Nußdorf am Haunsberg

Wir können hier also folgendes festhalten: Trotz einiger früherer Nennungen (aus dem späten 8. Jahrhundert) läßt sich quellenmäßig keine sichere genealogische Verbindung zu den später hier auftretenden Haunsbergern nachweisen. Die Edelfreien von Haunsberg, die gegen Ende des 11. Jahrhundert erstmals in den Quellen auftauchen, haben den Namen dieses Berges angenommen, auf dem sie ihre namengebende Stammburg erbauten (die Felsenburg „Haunsberg“, die auf dem vorspringenden Felshöcker oberhalb der heutigen Pankrazenkirche einst stolz in das Oichten- und Salzachtal herniederragte) und nannten sich fortan nach diesem Berg und dieser Burg „von Haunsberg“.

Als Indiz für die Herkunft der Haunsberger wurde bisher allgemein die „Hantgemalnotiz“ aus dem berühmten „Codex Falkensteinensis“ der Grafen von Neuburg-Falkenstein (an der Mangfall und am Inn) herangezogen, wonach die Haunsberger und die Bruckberger mit den Grafen von Falkenstein  das Falkenstein´sche Handgmal (praedium libertatis) –ein gekennzeichnetes Sondergrundstück – in Geiselbach (bei Erding in Oberbayern) besessen hatten. Eine Abkunft von den Falkensteinern, die auch Besitztümer in Niederösterreich hatten, läßt sich daraus aber nicht ableiten, eher schon eine Verwandtschaft mit den Herren von Bruckberg, deren Leitname auch Friedrich war.

Von maßgeblicher Bedeutung für den Aufstieg der Haunsberger ab dem späten 11. Jahrhundert dürfte eine Verbindung zu den Grafen von Tengling aus der Sippe der Sighartinger im unteren Salzburggau gewesen sein; so hatten die Haunsberger ihre Familiengrabstätte und Kapelle („Haunsberger- oder Marienkapelle“) im Sighartinger Hauskloster Michaelbeuern. Dazu paßt, daß ein gewisser Engelschalk – ein Edler aus der Umbebung – bei der Michaelbeurer Einweihungszeremonie von 1072 zugegen war. Jener Engelschalk, der wahrscheinlich eine Sighardingerin zur Frau nahm, welche ihm den reichlichen Besitz nördlich und westlich der Oichten bis über die Moosach hinaus in die Ehe mitbrachte, könnte als der Vater Friedrichs I. von Haunsberg angesehen werden. Aus dieser Verbindung ließe sich erstens der riesige haunsbergische Besitzkomplex zwischen Oichten und Weilhartforst  und zweitens der haunsbergische Leitname Friedrich, der auch bei den Grafen von Tengling üblich war, plausibel erklären.

Michaelbeuern

Michaelbeuern

Nun die weitere Entwicklung: Im 11. Jahrhundert vollzogen sich gravierende Umwälzungen, die den Ausbau der Herrschaft Haunsberg und damit letztlich auch den Aufstieg des Hauses Haunsberg ermöglichten. Damit sind wir in ein entscheidendes Entwicklungsstadium getreten, in welchem die Weichen für die folgenden Jahrhunderte gestellt wurden.

Es erhebt sich die Frage, wie diese Dynastie ihren Aufstieg geschafft hat. Die Ausgangslage für die Haunsberger hatte sich inzwischen grundlegend geändert, und zwar zugunsten derselben. Mit der 1040 erfolgten Abtretung des weitläufigen Reichsbezirkes zwischen Haunsberg und Buchberg an Passau, welcher von Mattsee aus verwaltet wurde, eröffnete sich den Haunsbergern im Osten ein extensives Aktionsfeld, wobei diese durch einen schrankenlosen Expansionsdrang in Erscheinung traten. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurden die Grundlagen geschaffen, auf denen Friedrich I. und seine Nachfahren weiterzubauen vermochten.

Der Südhang des Haunsberges bei Acharting/ Anthering. Links unten sieht man die Fuchsenmühle.

Der Südhang des Haunsberges bei Acharting/ Anthering. Links unten sieht man die Fuchsenmühle.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie es den frühen Haunsbergern gelang, aus doch dürftigen Anfängen heraus eine bedeutende Machtstellung zu erringen. Die Haunsberger haben zunächst den Hebel ihrer Macht vor allem an der Westseite des Haunsberges (besonders um ihre Herrschaftszentrum mit der Burg Hausberg zu St. Pankraz) – also im Oichtental – angesetzt, gründeten dann als Passauer Vögte in ihrer neuen Einflußzone an der Ostseite des Haunsberges eine weiter Burg, die „obere Burg“ zu Au bei Obertrum und haben aus der Schar der hier hausenden kleineren Edelfreien einen verhältnismäßig geschlossenen Bezirk herausgesprengt und botmäßig gemacht (so zum Beispiel die Nußdorfer auf der westlichen Seite des Haunsberges). Überdies vermag uns die räumliche Verteilung ihrer Dienstmannen wichtige Aufschlüsse über den Machtbereich zu geben. Soviel kann bereits gesagt werden: Es zeigt sich, daß dieser Machtbereich bis ins frühe 13. Jahrhundert hinein im Großen und Ganzen gehalten werden konnte und daß sich ihre Ministeralität besonders im Oichtental verdichtete.

Bereich der oberen Burg im Ortsteil Au der Gemeinde Obertrum/ See

Bereich der oberen Burg im Ortsteil Au der Gemeinde Obertrum/ See

Vor 1000 rieseln die historischen Quellen dünn; von den Haunsbergern kennen wir bis dahin kaum mehr als ihre Namen. Das ändert sich erst, als der energische Friedrich I. das Ruder ergriffen hatte, welcher das angesehene Burggrafenamt auf der Festung Hohensalzburg gewann. In zahlreichen Urkunden aus Klöstern und (Hoch)-Stiften von der Salzach bis zur Donau finden wir seinen Namen verzeichnet und häufig auch einige Leute aus seinem Gefolge.

Diese Dienstmannen oder Ministerialen sind niedere Adelige, die zum Führen von Waffen berechtigt sind, also ritterlichen Standes, dabei aber unfrei, also „Eigentum“ ihres Herrn, der sie zu verschiedenen Diensten abkommandieren konnte. Sie waren zu strengem Gehorsam verpflichtet, stellten die Kampftruppe, verteidigten die Burgen, verwalteten die Herrschaftsräume und stellten ihrem Herrn die engsten Vertrauten.

Hinter dem zeitgenössischen Turm auf dem Haunsberg verbirgt sich angeblich nur die Flugsicherung für den Salzburger Flughafen.

Hinter dem zeitgenössischen Turm auf dem Haunsberg verbirgt sich angeblich nur die Flugsicherung für den Salzburger Flughafen.

Bezeichnend für die Zielstrebigkeit der Haunsberger war der Versuch, „ihr“ Gebiet unter Kontrolle zu bringen, es also machtmäßig zu durchdringen. Dabei bedienten sie sich der damals üblichen und durchaus nicht zimperlichen Machtmittel, die sie ohne viel Federlesens konsequent und kompromißlos Handzuhaben wußten. Die Vogtei mit ihren damit verbundenen Gerichts- und herrschaftsrechten stellte dabei den Ansatzpunkt dar, die abhängigen Ritter (milites) und Ministerialen, mit denen dort die Machtpolitik fortgesetzt wurde, wo die Rechte endeten, den Machthebel, und das Ergebnis war eben jene Herrschaft Haunsberg, wie sie – zusammengewachsen aus verschiedenen Komplexen – um 1100 vor uns lag und dabei für lange Zeit den tonangebenden Machtfaktor zwischen Salzach und Mattig darstellte.

Werfen wir noch einen kurzen Blick zurück. Wir haben nun gesehen, welche Aufstiegsmöglichkeiten sich da einem energischen und unablässig auf seinen Vorteil bedachten Geschlecht aufgetan haben. Die >Haunsberger sind auf hochstiftischem Besitz, nämlich auf Passauer Besitz, groß geworden. Als Vasallen und Vögte auf altem Passauer Besitz bauten sie konsequent ihre Adelsherrschaft auf. Hiezu kam noch reiches erbe aus ehelichen Verbindungen (zum Beispiel das Sighartinger Erbe). So stellte sich nun das Bild haunsbergischer Macht im ausgehenden 11. jahrhundert als ein komplexes Ineinander verschiedener Rechte dar, so daß neben „quasigräflichen“ Rechten, die die Haunsberger im Norden der Stadt Salzburg und östlich der Salzach ausübten, auch die militärische Schlagkraft des anwachsenden ritterlichen Gefolges in Betracht zu ziehen ist.

Das Oichtental in Richtung Süden

Das Oichtental in Richtung Süden

Waren um diese Zeit im haunsbergischen Raum andere ernstzunehmende Rivalen nahezu ausgeschaltet, so bot doch das nähere Umland – besonders der Raum nördlich des Oichtenflusses – gute Expansionsmöglichkeiten. Rücksichtslose Machtpolitik, die günstige Konstellation der Machtverhältnisse, sowie jegliche Ausnützung der Gunst der Verhältnisse waren hierbei die tragenden Momente. Denn jenes Herrschaftsgebilde, das sich in den letzten Jahrzehnten des 11. Jahrhunderts um den Haunsberg entwickelte, erhielt nun unter Friedrich I. von Haunsberg eine neue historische Dimension.

Auszug aus der Weinviertler Kulturzeitung “ZEITGEIST” Ausgabe 3/89.
Mag. phil. Gerhard Michalek, geb. 1951 in Salzburg. Dissertation bei Prof. Dopsch: “Die Edelfreien von Haunsberg – Wildberg – Riedegg – Linz. Herkunft, Aufstieg und Herrschaftsbildung eines führenden bayerisch-salzburgischen Adelsgeschlechtes im Hochmittelalter”

Übersicht:
Gerhard Michalek: Die Haunsberger, ein vergessenes österreichisches Geschlecht. Teil 1/ 3

Gerhard Michalek: Herkunft und Aufstieg der Haunsberger. Teil 2/ 3
Gerhard Michalek: Das Ende der Haunsberger. Teil 3/ 3


Der Haunsberg

Gerhard Michalek: Die Haunsberger, ein vergessenes österreichisches Geschlecht. Teil 1 (3)

Der 835 m hohe Haunsberg, bekannt durch die „Kaiserbuche“, ist ein lang gezogener Höhenrücken aus Flyschstein nördlich der Stadt Salzburg. Hier war die Stammheimat der Haunsberger, die dem Berg den Namen gaben.

Das Geschlecht der Haunsberger teilte das Schicksal der meisten Edelgeschlechter dieser Zeit, es wurde Opfer der zielstrebigen Territorialpolitik der großen Fürsten in diesem Raum: Der Salzburger Erzbischöfe, der Bischöfe von Passau, sowie der Herzöge von Österreich und der Steiermark.

Als um 1200 der rasche Niedergang einsetzte, war kaum ein halbes Jahrhundert vergangen, seit unter Gottschalk I. Besitz, Macht und Ansehen der Familie ihren Höhepunkt erreicht hatte. Bereits in der Generation nach Friedrich I., dem erstgenannten Haunsberger um 1100, standen die Haunsberger auf dem Gipfel ihrer Macht.

St. Pankraz

St. Pankraz mit der Burg

Der Raum, den sie kontrollierten, wird im Salzburgischen etwa durch den nördlichen Flachgau umschrieben, wie er heute noch in der Grenzziehung des Landes Salzburg zum Ausdruck kommt. So reichte das riesige Herrschaftsgebiet von der Gegend des sogenannten „Rinderholzes“ – der Grenzscheide bei Straßwalchen – im Osten, bis zur Salzach im Westen und dem Weilhartforst im Nordwesten (Tarsdorf) und schließlich bist in die Gegend der oberen Oichten bei Michaelbeuern im Norden.

Das Stammschloß Haunsberg, einst Mittel- und Ausgangspunkt der Herrschaft Haunsberg, lag am Westfuß des Haunsberges in beherrschender Lage auf einem Felssporn bei St. Pankraz. In ihrer Herrschaft befanden sich zahlreiche Rittersitze, wie etwa Nußdorf, Eberharten, Reitsberg, Eitelsberg, Willenberg, Riedlkam, Bruck, Lamprechtshausen, Schwerting, Stockham, Jedendorf, Elling, Eglsee, Nopping, Göming, Oberndorf, Eching, Holzhausen, Roding, Weidenthal, Weidach, Steinbach, etc. Diese Ritterfamilien, die in befestigten Höfen wohnten, sorgten letztlich dafür, daß der Wille ihres Herrn überall in dessen Machtbereich galt.

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Die bedeutenden Besitzungen der Haunsberger reichten über den Attergau und Traungau hinaus bis zur Donau, wo sie die Stadt und Herrschaft Linz besaßen. Im Mühlviertel gründeten sie die Rodungsherrschaften Wildberg und Riedegg, die von der Donau bis zur böhmischen Grenze, der Moldau, reichten. Ihre zerstreuten Besitzungen reichten weit nach Bayern, Tirol, Kärnten, Steiermark und Oberösterreich. Auch im Pinzgau und im Pongau waren sie begütert. Sie waren auch Eigentümer vieler Zehentrechte, des „Bades in der Gastein“ (Wildbad) und dem „Heilprunner Mittereck“ (heute „Hotel Straubinger“).

Der Grundriß

Die “Capella regia” zu St. Pankraz/ Haunsberg wurde als Nachfolgerin der alten Haunsberger Burgkapelle unter Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun erbaut und vom feb. Koadjutor Franz Anton Graf von Harrach, dem nachfolgenden Fürsterzbischof, im Jahre 1707 geweiht. Die Kirche stellt ein Schulbeispiel für einen hochbarocken Sakralbau dar, wobei der italienische Einfluß unverkennbar ist. Als Besonderheit gelten die beiden Kanzeln, sowie die alte Orgel und das Chorgestühl. Auch kann auf eine kunsthistorisch reiche und interessante Innenausstattung hingewiesen werden.

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Außer den zwei Hauptburgen auf dem Haunsberg, der „oberen“ Burg beim Gasthof Au (nahe der Kaiserbuche), weiters der in den Ruinen noch erkennbaren Stammburg zu St. Pankraz bei Nußdorf („untere“ Burg) und den Burgen bei Arnsdorf und St. Georgen, hatte diese Familie entsprechend ihrer bedeutenden Stellung im Lande auch einen zinnenbekrönten Wohnturm in der Stadt Salzburg, eine Art „Stadtpalais“. Dieser „Haunspergerhof“ stand an der Stelle des Hauses „Mozartplatz 4.“ Es ist auf der „Schedelschen Weltchronik“ von 1493 noch deutlich zu erkennen und war direkt an der Salzach gelegen, die damals noch wild und uneingedämmt in voller Breite bis zum Steintor floß. Er erhob sich ebenso wie das mittelalterliche Rathaus durch seine wehrhafte Form deutlich von den bürgerlichen Häusern ab. Ein letzter Rest dieser feudalen Wohntürme ist noch am „Bankhaus Daghofer“ zu erkennen, das einst den Frauen von Lamberg gehörte.

Der Salzach zu hatte der Haunspergerhof wegen der Hochwassergefahr kein Tor. Aber er hatte ein nicht von einer Wache besetztes großes Fenster, durch das „man bei Tag und Nacht ein- und ausgehet.“ Der Verkehr durch dieses Fenster zur Salzach hin entzog sich also mit all seinen Konsequenzen der erzbischöflichen Stadtaufsicht. Man wird das Fenster dort mit gutem Grund angebracht haben, um eigenen Salzachschiffe besteigen zu können. Die Hausberger, die auch Stadtkommandanten auf der Festung Hohensalzburg waren, waren „Erbhausfergen“. So bezeichnete man die Inhaber des einträglichen Rechts, das Halleiner Salz per Schiff nach Laufen zu verfrachten. So brauchten die Schiffe nur an der Flußseite des Stadtsitzes dieser Familie anzulegen, damit das Frachtgut ohne Kenntnis der erzbischöflichen Behörden abgewickelt werden konnte. Daß der Haunsberger Wohnturm in der Stadt Salzburg das so seltene Recht der „Kaiserlichen Freiheit“ hatte, beweist, welch hohes Ansehen diese Familie hatte. Das Privileg lautet: „Wer einen in das Haus Geflohenen heimsucht, das heißt, mit Gewalt dort eindringt, um ihn zum Duell zu fordern oder zu verhaften, dem sei die Hand abgehackt. Es soll auch kein Richter diesen aus dem Haus nehmen (abführen)“.

Der Tod Friedrichs II. um 1160 und Gottschalks I. 1167 brachte noch keinen grundlegenden Einschnitt. Gottschalks Sohn Ulrich I. war der unbestrittene Herr. Dann aber trat eine dramatische Wende ein, die beinahe in ein Finale furioso ausmündete. Die Zahl der Schenkungen ging stark zurück. Noch vor der Jahrhundertwende zeichnete sich mangels einer legitimen Nachkommenschaft des letzten Haunsbergers, Gottschalk II., das Ende der Dynastie Haunsberg ab. Das bedeutete aber eine abermalige Wendung der Herrschaftspolitik. Nicht mehr Gewinn von neuen Stützpunkten, weitere Ausdehnung der Macht war jetzt das Ziel, sondern Konzentration auf die Hauptzentren, Sicherung und Erhaltung des Besitzstandes, und wenn dies nicht mehr möglich schien, möglichst günstige Veräußerung derselben.

Aktuelle Ansicht von St. Pankraz

Aktuelle Ansicht von St. Pankraz. Die Kirche wurde aufwändig restauriert und erstrahlt heute im neuen Glanz.

Hand in Hand mit dem Machtverlust begann auch der Zerfall der Dienstmannschaft. Niemand wußte genau, was nach dem Ende der Haunsberger folgen würde, also galt es, sich abzusichern. Ein Teil der Dienstmannen scheint sich mit dem Erzbischof, ein anderer mit den Grafen von Lebenau – den westlichen Nachbarn – arrangiert zu haben, indem sie in die Gefolgschaft eines neuen Herrn traten. Wer aber harte Strafen und Sanktionen der Haunsberger Herren fürchtete oder im ritterlichen Dienst keine Zukunft für sich sah, der legte das Schwert aus der Hand und stellte sich als Zensuale (Zinsbauer) unter den Schutz eines Klosters.

Die Herren von Haunsberg hatten in machtpolitischer Hinsicht über ihre Verhältnisse gewirtschaftet – sie hatten sich schlichtweg übernommen. Die Herrschaft Haunsberg glich fast einem Heerlager angesichts der großen Zahl der Ritter. Der Aufruf zum dritten Kreuzzug mochte vielen von ihnen als willkommenes Absprugbrett gedient haben. So mancher Ritter oder edle Knecht, der Zuhause nichts mehr zu erhoffen hatte, schloß sich an.

Es beginnt nun das letzte Kapitel des Hauses Haunsberg, der „Schwanengesang“. Gottschalk II. von Haunsberg war der letzte  seines Geschlechtes. Er hatte alle Hände voll zu tun, die Besitzungen zusammen zuhalten, die von der Moldau im Norden bis zu den Alpen im Süden reichten. Wie hätte er da noch Zeit und Gelegenheit finden sollen, seine Macht zu erweitern? Schweigen breitete sich aus, noch ehe es mit der Dynastie zu Ende ging.

Das Ende kam auf Raten: 1198  trug Gottschalk II. seine große Mühlviertler Herrschaft Wildberg dem Passauer Bischof auf, damit dieser seinen Schwager Gundaker von Steyr-Starhemberg, der Gottschalks Schwester Adelheid geehelicht hatte, damit belehnte. Um 1206 verkaufte Gottschalk II. die Stadt Linz mit ihrer wehrhaften Burg dem Babenbergerherzog Leopold VI. von Österreich. Das Jahr 1211 bildete mit dem Verkauf der Stammburg Haunsberg (zu St. Pankraz) an den Erzbischof einen wichtigen Markierungspunkt, und das Jahr 1215 setzte mit dem Tod Gottschalks II. den Schlußpunkt in der langen Ahnenreihe der Haunsberger. Es war ein Ende in jeder Hinsicht – das stolze Geschlecht war erloschen.

Auszug aus der Weinviertler Kulturzeitung “ZEITGEIST” Ausgabe 2/89.
Mag. phil. Gerhard Michalek, geb. 1951 in Salzburg. Dissertation bei Prof. Dopsch: “Die Edelfreien von Haunsberg – Wildberg – Riedegg – Linz. Herkunft, Aufstieg und Herrschaftsbildung eines führenden bayerisch-salzburgischen Adelsgeschlechtes im Hochmittelalter”

Übersicht:
Gerhard Michalek: Die Haunsberger, ein vergessenes österreichisches Geschlecht. Teil 1/ 3

Gerhard Michalek: Herkunft und Aufstieg der Haunsberger. Teil 2/ 3
Gerhard Michalek: Das Ende der Haunsberger. Teil 3/ 3


Arnsdorf. Es war einmal das alte Huberhaus …

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Es ist vollbracht. Das Huberhaus bleibt nicht in der Gemeinde Lamprechtshausen, es wurde verkauft, wird abgetragen und anderswo aufgestellt. Gott sei Dank, werden sich viele denken. Die Erhaltung des Huberhauses für Lamprechtshausen stand von Anfang an unter einem schlechten Stern, es haben sich die falschen Leute dafür stark gemacht.

Gotthard F. Eder von der Bürgerliste war für eine Erhaltung. Höchst dubios. Und ein Mehrzweckhaus wird ja auch gebaut. Ebenso ist ein Hauptschulprojekt in Planung. Wer kann da schon diese alten Häuser brauchen, meint ein nachdenklicher Spaziergänger.
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Parteien in Lamprechtshausen

Fragebogen anläßlich der Wahlen am 7. März 1999

Ein Extrablatt der Dorfzeitung

Den Fragebogen erhielten alle 4 wahlwerbenden Gruppierungen der Gemeinde Lamprechtshausen. Zu den jeweiligen Begriffen/ Fragen sollten max. 4 Schlagworte als Antwort der jeweiligen Fraktion gegeben werden. Machen Sie sich ein Bild über die Ergebnisse der Umfrage und wundern Sie sich, wie lange 4 Wörter werden können!

1. Stille Nacht Museum Arnsdorf
ÖVP – Ein Juwel; trennen von der Schule; neues M. Management wichtig
FPÖ – Besonderes Kulturgut unserer Heimatgemeinde
SPÖ – Wichtig für Lamprechtshausen
UWL – Weitum bekannte Einrichtung

2. Huberhaus in Arnsdorf
ÖVP – Versetzen in den Ort; nicht erhalten, erhalten
FPÖ – Erhaltenswert bei realisierbarem Nutzungskonzept
SPÖ – Keinesfalls Erwerb durch die Gemeinde
UWL – Unbedingt zu erhalten

3. Gemeindebibliothek
ÖVP – Ausbaufähig, wenig angenommen, gut
FPÖ – Wichtig für die Bevölkerung
SPÖ – Aktivieren und ausbauen
UWL – Eher unbekannt

4. Gemeindearchiv (Anm. der Redaktion: es gibt keines!!!)
ÖVP – Vernachlässigt, sehr wichtig, ergänzen
FPÖ – Laufende, umfassende, transparente Erarbeitung
SPÖ – Für eine Gemeinde unerläßlich
UWL – Gibt´s so eines?

5. Ortsumfahrung Lamprechtshausen
ÖVP – Dringend, verschlafen, nur Ostvariante
FPÖ – Anstehendes Zentralthema in L-hausen
SPÖ – Notwendig; Machbarkeitsstudie: Ost – West
UWL – Kommt nur im Westen in Frage

6. Mehrzweckhaus (Gemeindeamt, etc.)
ÖVP – Notwendig, zweckmäßig, positiv abgesegnet
FPÖ – Heißumstrittenes Großprojekt vor Realisierung
SPÖ – Standort nicht ideal
UWL – Totale Fehlplanung

7. Ultimatum der Feuerwehr zum Baubeginn der Zeugstätte
ÖVP – Verständlich, umstritten, eingelöst
FPÖ – kein Kommentar
SPÖ – Hilfeschrei, jedoch nicht zielführend
UWL – Schmarrn!

8. Natur- und Umweltschutz
ÖVP – Vorleben, wichtig, letzte Zeit geschlafen
FPÖ – Eckpfeiler unserer Lebensqualität
SPÖ – Soll intensiver betrieben werden
UWL – Wichtig

9. Dorferneuerung
ÖVP – Dornröschenschlaf, Stiefkind, realisieren mit Ostumfahrung
FPÖ – Weniger Propaganda, mehr Taten
SPÖ – Eingeschlafen
UWL – Stirbt mit Mehrzweckgebäude

10. Reihenhäuser
ÖVP – GFZ nicht über 0,4, Eigentum leichter möglich, Planen mit Familien
FPÖ – Alternative zu den beliebten Einfamilienhäusern
SPÖ – Bauform der Zukunft
UWL – Sparsamer Grundverbrauch

11. Kinderspielplätze
ÖVP – Vorhanden; zwingend vorschreiben; neue Standorte suchen
FPÖ – Gemeinde- und Eigeninitiative gefragt
SPÖ – Eigentlich nicht vorhanden
UWL – Wichtig

12. Eltern-Kind-Gruppe
ÖVP – Positiv; gute Einrichtung; eine Möglichkeit für junge Familie
FPÖ – Einführung familienfreundlicher Mutter-Kind-Paß
SPÖ – Kommunikationseinrichtung (Keine Betreuungsform)
UWL – Tolle Einrichtung bzw. Initiative

13. Jugentreff
ÖVP – Führung!? notwendig; mehr Kontrolle!
FPÖ – Freizeitgestaltung f. Jugendliche sehr wichtig
SPÖ – Beliebter Treffpunkt; offene Jugendarbeit
UWL – Wichtig; nicht auf Anrainerkosten

14. Fremdenverkehrsverband
ÖVP – Für sinnvolle Projekte, Geld bleibt im Ort; wenig Öffentlichkeitsarbeit
FPÖ – Schwierige Aufgabe in L-hausen
SPÖ – Hat zu wenig Handlungsspielraum, weil –> 15
UWL – Reichster Verein des Ortes

15. Infrastruktur für den Fremdenverkehr
ÖVP – Nicht da; wenig Initiative; Radwege ausbauen
FPÖ – Versuchen Ausflugsverkehr stark anzukurbeln
SPÖ – zu wenig vorhanden
UWL – nur regional zu verbessern

16. Hans Grießner
ÖVP – Logischer Bgm. Kandidat; man bewertet sich nicht selbst; leistet viel; korrekt
FPÖ – Braucht unbedingt politisches Gegengewicht
SPÖ – ÖVP Bgm. Kandidat
UWL – Bgm. Kandidat ÖVP

17. Franziska Resinger
ÖVP – Engagiert; erregbar; konstruktiv; übersozial
FPÖ – Engagiert tätig in der Gemeinde
SPÖ – SPÖ Bgm. Kandidatin
UWL – Bgm. Kandidat SPÖ

18. Gottfried Schlager
ÖVP – Guter Finanzer, konstruktiv; Buchhalterei als Lebensmaxime
FPÖ – Arbeitsschwerpunkt: eine lebenswerte Heimatgemeinde
SPÖ – FPÖ-Listenführer
UWL – ÖVP-Stimmenlieferant

19. Gotthard Eder
ÖVP – Wenig Demokratieverständnis; nicht offen; oft wenig konstruktiv
FPÖ – Umstrittener, widersprüchlicher Gemeindemandatar
SPÖ – UWL-Listenführer
UWL – Kräftige Opposition (- echte Alternative)

20. Stimmenthaltung bei einer Abstimmung
ÖVP – = Feigheit; langweilig; ohne Position
FPÖ – Bei fehlenden politischen Alternativen
SPÖ – Lauwarme Nein Stimme
UWL – Korrekt

21. Wahlwerbung
ÖVP – WL nicht korrekt; Untergriffe stoßen ab; notwendiges Medium – sonst ganz brauchbar
FPÖ – In Demokratie sehr wichtig
SPÖ – Bis dato wohltuend sachlich
UWL – Schaumgebremst; keine Programme (Ausn. UWL)

Wer hat die Fragen beantwortet (Kommentar aus der Fraktion)
ÖVP – Auszüge aus 4 Beiträgen der VP und Hans Grießner
FPÖ – Gottfried Schlager
SPÖ – Franziska Resinger
UWL – Gotthard Eder

Beobachtungen zum Abstimmungsverhalten in der letzten Legislaturperiode der Gemeindevertretung:
(Anzahl der abstimmenden Mandatare mal Anzahl der Abstimmungen)
4369 JA-Stimmen
189 NEIN-Stimmen
86 Stimmenthaltungen
647 Abwesenheit von Mandataren

Medaillenplätze bei den Stimmenthaltungen:
1. Ingrid Strasser (UWL)
2. Johann Klampfer (UWL)
3. ex aequo Gotthard Eder (UWL) und Franz Mack (SPÖ)

Mandatsverteilung der letzten 3 Perioden im Überblick

1984-1989: 9 ÖVP 4 SPÖ 4 FPÖ (Bürgermeister + Vize ÖVP)
1989-1994: 10 ÖVP 3 SPÖ 3 FPÖ 1 UWL (Bgm + Vize ÖVP)
1994-1999: 9 ÖVP 4 FPÖ 3 SPÖ 3 UWL (Bgm + Vize ÖVP)

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Ingrid und Hans Kwich, die Charakterköpfe der Monate Juli + August 1999

Buntstiftzeichnungen: Michaela Fuchs

Jedes Jahr, Anfang Juli beneiden alle “Werktätigen” den Berufstand der Lehrer – wegen des langen Sommerurlaubs, genannt Ferien. Dieses Jahr, am 9. Juli traten zwei langgediente Lehrer der Bürmooser Volks- und Hauptschule, das Direktorenehepaar Ingrid und Hans Kwich die längsten Ferien ihres Lebens an, die Pensionierung.

Als Junglehrerpaar kamen sie in den späten 60er Jahren in die gerade neu geschaffene Hauptschule der jungen Gemeinde Bürmoos. Hans Kwich kümmerte sich besonders um die musikalischen Talente, die damals noch ungestört in so manchem Bürmooser unerkannt schlummerten. Nach einem Jugendchor ging es an die Leitung des Männergesangsvereins. Aus dem scherzhaft genannten “Keuchhustenverein” wurde unter der geschickten Hand des “Bürmooser Karajans” ein respektabler und weit über Österreichs Grenzen anerkannter Chor. Auch die Bürmooser Jugend war den “Kwichs immer ein Anliegen. Zuerst wurden die Kinderfreunde Organisiert und schließlich fand Ingrid Kwich ihre Erfüllung in der Leitung der Volksschule, wo sie den Schülern durch ihre ruhige, nie aufbrausende Art und der Aufgeschlossenheit creativer Bildung gegenüber eine Erlebnisvolksschule bot.

Das Projekt “Kunstspange” wäre ohne ihr Engagement nicht denkbar gewesen. Mit den “Kwichs” hat Bürmoos einen Kulturschub erhalten und vieles, das sie geboren oder weiter entwickeln halfen, wird als Selbstverständlichkeit ein Bestandteil von Bürmoos sein. Pensionsalter heißt jedoch noch lange nicht “Ruhestand”. Da kommt sicher noch einiges auf die Bürmooser zu – hoffen wir`s jedenfalls. (Alois Fuchs)

By Alois Fuchs


Wahlplakate GV Wahl am 7. 3. 1999

Die Gemeinderatswahlen und Gemeindevertretungswahlen am 7. Märzt 1999 prägen plakattechnisch das Dorf. Geld für Plakate gibt es offnsichtlich genug. Di Sammlung ist leider nicht vollständig.

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Spatenstichfeier für das heiß umkämpfte Mehrzweckhaus

Mehrzweckhaus in Lamprchtshausen

Lamprechtshausen. Ortszentrum

Nach der knapp 6 Stunden dauernden Marathonsitzung der Gemeindevertretung am 22. Feber 1999, bei der die letzten Beschlüsse zum Baubeginn fielen, war es dann am Freitag, dem 26. Feber soweit: Es konnten von den Bauverantwortlichen die nagelneuen Spaten in den eigens dafür aufgeschütteten Hügel gestochen werden!

Erste Firmentafeln prangen an der großen, informativen Bautafel! Die Baumeisterarbeiten und die Zimmermeisterarbeiten wurden bereits vergeben. Der Bau kann beginnen.

Letztendlich konnte eine gemeinsame Lösung für den notwendigen Gemeindebau gefunden werden. Das entbehrlichste an der über Jahre dauernden Meinungsbildung war das Ultimatum des Franz Feuerwehrkommandenten Scharl. Diese Vorgenensweise ist prinzipiell abzulehnen und in keinester Weise gerechtfertigt! So ein Verhalten hat mit einer demokratischen Meinungsbildung nicht zu tun und einer Freiwilligen Feuerwehr unwürdig!


Lhausen – Straßenbegrenzungen aus Stein

Junge Felsen

Junge Felsen

Die Macht im Verborgenen

Die Macht im Verborgenen

Steinerne Wegbegrenzungen a´la Kulturbauamt
oder “Wir sind das Maß der Dinge!”

Erklärung: Die Abgrenzung zum Bach besteht aus riesigen Steinen, versteckt unter Erdreich. Mittlerweile wurde ein Teil dieses Erdreiches vom Regen weggewaschen und die Steine wieder sichtbar. Frustrierend dabei, die ohnehin schon sehr schmale Straße wird noch schmäler! Es könnt ja womöglich wer am StraßenranA%parken!

Eine Aktion, frei nach dem Motto:  “Schilda braucht Episoden!” meint ein stirnrunzelnder Spaziergänger.


Die Steingasse

Die Steingasse

Die UR-Steinstraße in Hausmoning.
Aktion SICHERER SCHULWEG: kein Gehsteig, keine Straßenbeleuchtung; im Winter, wenn der Schneepflug gefahren ist und ein Schneewall die Straße säumt, keine Ausweichmöglichkeit für Fußgänger. Aber wer geht schon zu Fuß, und wann gibts bei uns schon Schnee?