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Kleider machen Leute

Kleid – Tuch, Decke und Gewand

Das Wort Kleid bezeichnete ursprünglich Tuch, Stoff und Decke. Die Bedeutung „Kleidungsstück, Kleid“ entwickelte sich erst später.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Kleid findet sich im Deutschen erst seit dem 12. Jahrhundert. Die Herkunft des Wortes ist unklar. Es begegnet zuerst im Altnordischen und wanderte von dort ins Altenglische, Schottische, Niederländische und Deutsche. Das altnordische Wort klæði bedeutete zunächst „Tuch, Stoff, Decke“, ebenso wie das angelsächsische clâð. Die Bedeutung „Kleidungsstück, Gewand, Kleid“ kam erst später hinzu.

Im Mittelhochdeutschen war Kleid ein Sammelbegriff für Kleidungsstücke von Männern und Frauen. Die verschiedenen Kleider wurden sprachlich bereits zu dieser Zeit durch Zusammensetzungen unterschieden, wie etwa umbekleit „Mantel“, strîtkleit „Streitkleid, Kampfrüstung“ oder überkleit „Überkleid“, das über andere Kleidungsstücke getragen wurde. Aber auch die ältere Bedeutung „Tuch, Decke“ ist noch zu finden, wie rossekleit „Rossdecke“, satelkleit „Satteldecke“, deckekleit „Decke zum Zudecken“ oder banckleit „Bankdecke“ belegen.

Heute bezeichnet Kleid überwiegend ein Kleidungsstück für Frauen. Um die Fülle der verschiedenen Kleider näher zu bezeichnen, wurden mit Kleid zahlreiche Zusammensetzungen gebildet, die sich auf den Anlass, für den das Kleid gemacht wurde, das Material oder die Jahreszeit beziehen, in der das Kleid getragen wird. Hier sei genannt Abendkleid, Ballkleid, Brautkleid, Cocktailkleid, Dirndlkleid, Hochzeitskleid, Satinkleid, Sommerkleid, Spitzenkleid, Umstandskleid. ___STEADY_PAYWALL___

Vereinzelt finden sich jedoch bis heute Wörter, in denen die alten Bedeutungen noch durchschimmern. Das Taufkleid ist ein Kleidungsstück, das männliche und weibliche Säuglinge bei der Taufe tragen oder Beinkleid für Hose, in dem die alte Bedeutung des Bedeckens erhalten ist. Übertragene Bedeutungen finden sich vor allem in der Dichtersprache, wie etwa Federkleid „Gefieder von Vögeln“, Haarkleid „Haare“, Schneekleid „Schneedecke“ oder Blätterkleid „Laub“.

Eine andere Bedeutungsentwicklung nahm die Mehrzahl von Kleid, das Wort Kleider. Hier hat sich überwiegend die Bedeutung „Kleidungsstücke von Männern und Frauen“ erhalten. Dies zeigt sich vor allem in den Zusammensetzungen Kleiderbürste, Kleidergröße, Kleiderhaken, Kleiderschrank, Kleiderspende oder Kleiderständer. All diese Bezeichnungen beziehen sich nicht nur auf Kleid als Kleidungsstück von Frauen, sondern auf die Gesamtheit aller Kleidungsstücke von Männern und Frauen. Und auch die Redewendung Kleider machen Leute drückt diese Gesamtheit aus.

Über Jahrhunderte war es den Menschen an ihrer Kleidung anzusehen, welchem Stand, Handwerk und Gesellschaftsschicht sie angehörten. Als sich in den Städten das Bürgertum entwickelte und die Bürger zu Wohlstand kamen, wuchs auch ihr Selbstbewusstsein gegenüber dem Adel. Dies fand seinen Ausdruck in immer wertvolleren und aufwendigeren Gewändern. Die meisten der kostbaren Materialien wurden aus dem Ausland angekauft, wodurch der heimischen Wirtschaft viel Geld verloren ging. Auch verschuldeten sich zahlreiche Menschen beim Kauf der kostbaren Gewänder und verarmten in der Folge.

Fürsten, Könige und Kaiser sahen sich daher veranlasst, dem überbordenden Luxus Grenzen zu setzen und Kleiderordnungen zu erlassen. Schon im Jahr 1530 erließ Kaiser Karl V. eine Kleiderordnung, in der er dem Adel verbot Kleider aus Samt und Atlas zu tragen. Den Stadtbürgern verbot er Gewänder mit Gold, Silber, Perlen, Samt oder Seide. Und den Bauern und Tagelöhnern befahl er, nur inländische Stoffe für ihre Kleider zu verwenden.

Nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen Ländern wurden immer wieder Kleiderordnungen erlassen, jedoch hielten sich Adel und Bürgertum nicht daran. So sah sich Kaiser Leopold I. im Jahr 1671 veranlasst, neuerlich eine Kleiderordnung zur Abstellung der höchstschädlichen Verschwendung zu erlassen. Er teilte seinen Untertanen mit, er habe mit Missfallen vernehmen müssen, wie die Verschwendung bei Kleidern, Festen und Mahlzeiten gestiegen sei. Und weil dadurch jährlich eine überaus große Summe Gelts außer Landts gebracht und viele in Schulden geraten, also haben wir für gut befunden, die Beambten, Hoffbedienten, Universitetische, Kauffleith, Burger und Pauern in gewisse Classes einzuteilen und anzuordnen, was einer jeden zu tragen verboten und erlaubt sein solle. Anschließend folgt eine genaue Auflistung für wen welche Stoffe und Materialien erlaubt oder verboten sind, und wieviel Geld für Hochzeiten und Feiern ausgegeben werden darf.


Grenz/Wertig im Brechelbad

Grenz/ Wertig im Brechelbad

20 Jahre Brechelbad-Museum in Seeham-Webersberg

Ein Apfelbäumchen als Geburtstagsgeschenk

Hans Steiner und seine Tochter Elisabeth

Hans Steiner und seine Tochter Elisabeth beim Gießen des frisch gepflanzten Berner Rosenapfels. Foto: Sonja Kaiser

Mit einem besonders nachhaltigen Geschenk überraschte Renate Schaffenberger, Direktorin des Tourismusbüros in Seeham,  Paulsepplbauer  Hans Steiner zum 20-Jahr-Jubiläum seines Brechelbad-Museums am Webersberg : einem Apfelbäumchen der Sorte „Berner Rose“.  „Damit auch in den nächsten zwanzig Jahren die Kreativität im Brechelbad blüht, gedeiht und Früchte trägt“, meinte sie.

Claudia Karner

Von Claudia Karner

Das geplante Open Air-Konzert mit der Gruppe Grenz/Wertig  unter Leitung von Bernhard Grubinger aus Thalgau musste wegen Regen abgesagt werden. Hans Steiner zeigte sich von seiner großzügigen Seite und lud das Sextett  zu einem Privatkonzert  für Freunde und Wegbegleiter ins Brechelbad. Dabei wurde auf die geltenden Corona-Maßnahmen geachtet. Ansteckend sollten nur die gute Laune und die Begeisterung sein.

„Musiker haben es zur Zeit besonders schwer, Auftrittsmöglichkeiten zu bekommen“, sagte Hans Steiner.  „Da muss man eine Gelegenheit dafür schaffen.“

Groß war die Freude bei Grenz/Wertig: „Es ist so schön, endlich wieder einmal vor Publikum spielen zu können. Die meisten Konzerte wurden heuer abgesagt.“ Den Namen der Band erklärt Bernhard Grubinger so: „Wir wollen über die Grenzen hinaus wertige Musik machen.“ Und das tun sie auch. Hochwertige sogar. Crossover, quer durch den musikalischen Gemüsegarten – von der traditionellen heimischen Volksmusik bis zu Funk und Jazz. Mit einem enormen Instrumentarium, das von der Gitarre über jede Art von Blech bis zur Marimba reicht und in dessen Mittelpunkt die Zugin, die steirische Ziehharmonika, steht.

Auch einen musikalischen Wunsch zum Geburtstag hatten sie parat: „Dass da Wind oiwei von der g’rechten Seit’n waht.“

Unter den Gästen war auch Alfred Winter, der ehemalige Beauftragte für Sonderprojekte im Land Salzburg, der das Brechelbad von der ersten Stunde an kennt.  Er kam gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: „Sensationell! Einfach sensationell!“


Ausstellung Ursula Dräxlmaier Salzburg

Apfel – Obst, Gemüse und Gegenstand eines Streits

Das Wort Apfel war ursprünglich eine Bezeichnung für verschiedene Früchte, die eine runde Form haben. Das Wort findet sich aber auch in Zusammensetzungen mit übertragener Bedeutung, wie zum Beispiel Adamsapfel oder Zankapfel.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Apfel ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Das althochdeutsche Wort aphul bezeichnete nicht nur die Frucht des Apfelbaums, sondern auch andere Früchte, die der Form des Apfels ähneln, wie beispielsweise der Granatapfel oder die Maulbeere. Schon früh wurden mit aphul auch Zusammensetzungen gebildet, die Baumfrüchte bezeichnen, so zum Beispiel fîgaphul „Feige, Frucht, getrocknete, gedörrte Feigen“, mirtilaphul „Frucht der echten Myrte“ oder pînaphul „Kiefern-, Pinien-, Fichtenzapfen“.

Der Granatapfel wurde im Althochdeutschen auch kernaphul „Kernapfel“ oder kornaphul „Kornapfel“ genannt. Diese Bezeichnungen sind Übersetzungen des lateinischen Ausdrucks mālum grānātum „Apfel mit Körnern“, da der Granatapfel viele kleine Kerne enthält. Die Bezeichnung grânâtapfel begegnet erst im Mittelhochdeutschen, mit den Varianten malagrânâtapfel und krânapfel. Der Granatapfel war auch namengebend für die Granate. Die frühen Granaten hatten eine Kugelform und waren mit Pulverkörnern gefüllt. Im Italienischen erhielt sie daher den Namen granata, der ab dem 17. Jahrhundert ins Deutsche übernommen wurde.

Ebenfalls bereits in althochdeutscher Zeit findet sich die Bezeichnung erdaphul „Erdapfel“, eine Übersetzung des lateinischen Ausdrucks mālum terrae „Apfel der Erde“. Mit erdaphul wurden jene Früchte bezeichnet, die im oder auf dem Boden wachsen, wie Kürbis, Melone und Gurke, aber auch Knollenwurzeln, die aus der Erde gegraben wurden. Die Einschränkung der Bedeutung von Erdapfel auf „Kartoffel“ entwickelte sich erst im 17. Jahrhundert.

Auch in dem Wort Apfelsine steckt der Apfel. Der Ausdruck stammt aus dem Französischen und ist über das Niederländische ins Deutsche gekommen. Im 16. Jahrhundert brachten portugiesische Reisende aus China die Frucht nach Europa mit. Deshalb benannten die Franzosen die Frucht pomme de Sine „Apfel aus China“. Die Niederländer übersetzten den Ausdruck in appelsien. Im Niederdeutschen wurde daraus Appelsina und im Hochdeutschen Apfelsine.

Ein Apfel, der vielen in der Kehle steckt, ist der Adamsapfel. Die Bezeichnung Adamsapfel für den Schildknorpel beim Mann findet sich ab dem 15. Jahrhundert zuerst in den romanischen Sprachen. In lateinischen medizinischen Schriften wurde der Schildknorpel pōmum grānātum genannt, ein alternativer Ausdruck zu mālum grānātum „Granatapfel“. Um die Vorzüglichkeit des Granatapfels zu betonen, wurde auch die Bezeichnung Paradiesapfel dafür verwendet, in Erinnerung an die verbotene Frucht, die Eva im Paradies Adam gab. Daraus entstand die assoziative Wortbildung Adamsapfel. Nachträglich wurde die Herkunft der Bezeichnung Adamsapfel so gedeutet, dass die gut sichtbare Erhöhung an der Kehle des Mannes durch den Apfelbissen entstanden sei, der Adam im Hals stecken blieb.

Und schließlich haben wir noch den Zankapfel, den Gegenstand eines Streits. Das Wort Zankapfel begegnet erstmals im 16. Jahrhundert und ist eine Übersetzung des lateinischen Ausdrucks pōmum Eridos „Apfel der Eris; Apfel des Zanks“. Eris war die griechische Göttin der Zwietracht und des Streits. Sie war die einzige Göttin, die zur Hochzeit der Göttin Thetis mit König Peleus, den Eltern des Achilles, nicht eingeladen war. Sie kam trotzdem zur Hochzeit und warf als Geschenk einen goldenen Apfel mit der Aufschrift der Schönsten zwischen die Gäste. Diesen Titel beanspruchten drei Göttinnen: Hera, Athene und Aphrodite. Um den Streit zwischen den dreien zu schlichten, beauftragten sie den trojanischen Prinz Paris, eine Entscheidung zu treffen, wem der Titel gebühre. Aphrodite versprach Paris, er würde die schönste aller Frauen heiraten, wenn er ihr den Apfel geben würde. Daraufhin gab Paris Aphrodite den goldenen Apfel. Eine Folge dieser Entscheidung war der Trojanische Krieg, in dem Troja völlig zerstört wurde.


Salzburger Bürgergarde | Foto: Karl Traintinger

Bürger – Die Bewohner befestigter Siedlungen

Das Wort Bürger bezeichnete ursprünglich die Bewohner befestigter Siedlungen. Heute findet sich das Wort in zahlreichen Zusammensetzungen mit vielen unterschiedlichen Bedeutungen.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Bürger leitet sich von Burg ab und ist seit dem 9. Jahrhundert belegt. Das althochdeutsche Wort burg bezeichnete befestigte Siedlungen, befestigte Städte und Herrensitze, die oft auf erhöhtem Gelände errichtet wurden. Die Bedeutung von Burg im heutigen Sinn entwickelte sich erst mit der Entstehung der Ritterburgen. Die alte Bedeutung „Stadt, befestigter Ort“ schimmert bis heute in vielen Städtenamen durch, wie zum Beispiel Salzburg, Bleiburg, Freiburg, Nürnburg oder Regensburg.

Die Menschen, die in diesen befestigten Siedlungen und Städten lebten, wurden im Althochdeutschen burgāri „Burgbewohner“ genannt. Zur Verteidigung der Städte wurden nicht nur Soldaten eingesetzt, sondern auch die Bürger der Stadt, die zu diesem Zweck mancherorts auch militärisch organisiert waren. So bestimmte im Jahr 1287 Erzbischof Rudolf I. von Hohenegg für die Stadt Salzburg, die Bürger müssen Harnisch und Waffen besitzen, um den Schutz der Stadt sicherzustellen. ___STEADY_PAYWALL___

Bürger, die sich eine Bewaffnung nicht leisten konnten, wurden im Mittelalter mit Spießen ausgerüstet. Daher stammt das Wort Spießbürger. Das Wort wurde bereits im 17. Jahrhundert als abfällige Bezeichnung für Städter verwendet. Zu der Bedeutungsverschlechterung von Spießbürger haben mehrere Aspekte beigetragen. Im Sprachgebrauch des Adels und der Berufssoldaten dürfte Spießbürger eine spöttische Bezeichnung für die bewaffneten Städter gewesen sein. Auch wird berichtet, es seien als Spießbürger nur die Ärmsten und Untauglichsten ausgewählt worden. Und die Bürger waren noch zu einer Zeit mit Spießen bewaffnet, als bereits Gewehre die alten Stichwaffen abgelöst hatten. So konnte Spießbürger synonym für konservatives Verhalten werden.  In der Studentensprache wurde das Wort schließlich zu einer abfälligen Bezeichnung für engstirnige Menschen, die in den Konventionen der Gesellschaft verhaftet sind. Die gekürzte Form Spießer ist ab dem 19. Jahrhundert belegt.

Eine andere Bezeichnung für Städter ist Schildbürger. Schildbürger waren ursprünglich bewaffnete Bürger, die einen Schild trugen. Eben so wie Spießbürger dürfte auch Schildbürger zunächst eine spöttische, später verächtliche Bezeichnung des Adels für die bewaffneten Städter gewesen sein. Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Wort im Titel des Volksbuches Geschichten und Taten der Schildbürger verwendet, in dem die Bürger der Stadt Schilda Schildbürger genannt werden. Durch diese Geschichten wurde Schildbürger zu einem Synonym für Narrheit und törichtes Verhalten.

Die mittelalterlichen Städte waren zur Sicherheit mit Stadtmauern umgeben. Es wurde unterschieden, zwischen Bürgern, die innerhalb der Stadtmauern wohnten und jenen, die vor den Stadtmauern ihre Häuser hatten. Ab dem 13. Jahrhundert begegnet für die vor den Stadtmauern lebenden Bürger die Bezeichnung Pfahlbürger. Die Pfahlbürger lebten in Häusern auf den Flächen zwischen den Stadtmauern und den Pfählen und Palisaden der äußeren Schutzanlagen der Städte. Daraus entstanden in weitere Folge die Vorstädte. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts erhielt das Wort Pfahlbürger die abwertende Bedeutung „Provinzler, Spießer“. So schrieben Karl Marx und Friedrich Engels in ihrem Manifest der Kommunistischen Partei von 1848 aus der Pfahlbürgerschaft hätten sich die ersten Elemente der Bourgeoisie, der besitzenden Klasse, entwickelt.

In unserem heutigen Sprachgebrauch begegnet das Wort Bürger in Zusammensetzungen, in denen Bürger als allgemeine Bezeichnung für Menschen verwendet wird. Neben Staatsbürger finden sich beispielsweise Normalbürger, Durchschnittsbürger oder Mitbürger. Seit einigen Jahren wird in den journalistischen Medien auch die Bezeichnung Wutbürger für Staatsbürger verwendet, die aus Enttäuschung über politische Entscheidungen heftig öffentlich protestieren und demonstrieren.

Und schließlich bezeichnen sich Menschen selbst als Weltbürger, die die gesamte Welt als ihre Heimat betrachten, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation als zweitrangig ansehen und alle Menschen als gleichwertige Mitglieder der Weltgemeinschaft empfinden.


Vor dem Konzert, Stadtsaal Mattighofen, Foto Markus Lackinger

Das war der NYC Musikmarathon 2020

Mattighofen. Das NYC Musikmarathon Musikfestival löste auch dieses Jahr sein Versprechen ein, nämlich mit Bewährtem zu verwöhnen, mit Neuem zu verführen und mit Kreativem zu inspirieren.

Trotz Auflagen und zahlreicher Zusatzaufgaben für den Veranstalter wegen COVID-19 Sicherheitsmaßnahmen, war das Programmangebot vielfältig wie in den vergangenen Jahren, und das Publikumsinteresse entsprechend groß.

Das ursprünglich im Park der Landesmusikschule geplante Open-Air-Festival musste aufgrund der Wetterkapriolen in den Stadtsaal übersiedeln, nur zum Abschlusskonzert der Workshop-Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Sonntag konnte der Park mit seinem wundervollen Ambiente genutzt werden. Das tat jedoch der Begeisterung der Künstler und des Publikums keinen Abbruch, wobei für die „Jazz meets Klassik Night“ die Nachfrage größer war, als die Sitzordnung mit Mindestabstand es zuließ.

Die“ Blues Power Night“ am ersten Tag des Festivals wurde von der mitreißend musizierenden, internationalen Band „Blues Experience“ mit erdigem Blues und einfühlsamen Balladen gestaltet. Der Tastenvirtuose an der Hammond Orgel Jan Korinek, Gitarrist und Leadsänger Jiří Maršíček, Schlagzeuger Oliver Lipensky und der Londoner Saxofonist Osean Roberts erzeugten Spannung und Begeisterung auf der Bühne und im Saal, die bis zum Konzertende anhielten.

Auch bei der „Austrian Music Night“ lieferte das preisgekrönte und äußerst sympathische Duo “Wiener Blond” die versprochene, unterhaltsame Konzertshow mit Wiener Schmäh und viel Selbstironie ab. Ob mit Loop-Station, Gitarre, Trompete oder Gesang- Verena Doublier und Sebastian Radon verstanden es das Publikum auf eine musikalische Reise in die Bundeshauptstadt, inklusive U-Bahn, Stau und „Weaner Grantscherbn“ mitzunehmen. Im Vorfeld gehörte die Bühne dem Brass Ensemble Paris Lodron mit Lokalmatador Gerold Weinberger an der Trompeter sowie Reinhold Wieser, Christian Hörbiger, Jürgen Holzer, Markus Hauser und der Gastvokalistin Waltraud Nagl. Mit Klassik, Operette, Brass-und Folkmusik kamen die unterschiedlichsten musikalische Geschmäcker auf ihre Kosten und wurden mit musikalischem Witz und klanglicher Finesse bestens unterhalten.

Bei der „Jazz meets Klassik Night“ am Samstagabend wurde ebenfalls ein musikalischer Regenbogen gespannt, bestehend aus Klassik, Jazz und Gospel mit der stimmgewaltigen New Yorker Sopranistin Cassandra McConnell und dem Publikumsliebling des Musikmarathons, der aus Chicago stammenden Neo-Soul und Jazz-Vokalistin Chanda Rule. Mit dabei war die Band des NYCMM-Gründers und Leiters Gernot Bernroider namens „Culturessence“, die mit dem Saxofonisten Thomas Kugi und dem pfeilschnellen Trompeter des Upper Austrian Jazz Orchestras Simon Plötzeneder einen groovigen und sensiblen musikalischen Teppich für Hits aus Klassik, Jazz, Neo-Soul und Gospel bereiteten. Ebenfalls für Ohrenschmaus sorgte an diesem Abend das Damentrio „VICTHAMIN“, mit der brasilianischen Bassistin Tatjana Gomez, der taiwanesischen Pianisten Tzu-Min Lee und der aus Steyr-Land stammenden Saxofonistin Victoria Pfeil.

Gernot Bernroider konstatierte bereits im Vorfeld mit dem diesjährigen NYC Musikmarathon Publikum wie KünstlerInnen in einer herausfordernden Zeit etwas Unterhaltung, Ablenkung, Spaß und Inspiration ermöglichen zu wollen. Das zahlreich erschienene Publikum dankte es mit Begeisterung und viel Applaus für viel zu selten gewordene Livekonzerte.

Das abschließende Resumé von Gernot Bernroider: “Wir freuen uns über das gestiegene Interesse an jedem einzelnen der Konzerte und bedanken uns bei Förderern, Sponsoren und uns unterstützende Privatpersonen sowie bei unserem stetig wachsenden Publikum. Wir freuen uns auf unser 10-jähriges Jubiläum, das nächstes Jahr vom 12.-15. August über die Bühne geht und auf das wir uns bereits ab Herbst 2020 gezielt vorbereiten.”


Teppich und Tapete – Bodenbelag und Wandschmuck

Die Worte Teppich und Tapete wurden aus dem Lateinischen ins Deutsche übernommen und dienten ursprünglich als Bezeichnungen für Decken und Schmuckbehänge.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Teppich entstammt dem Griechischen und gelangte über das Lateinische ins Deutsche. Das griechische Wort tápēs bezeichnete einen Teppich oder eine Decke. Die Römer übernahmen das Wort und formten es in tapēte und tapētum um. Im Mittellateinischen erhielt das Wort die Form tapetia. Im Mittelalter wurde das Wort ins Deutsche übernommen und begegnet im Mittelhochdeutschen in unterschiedlichen Formen, wie beispielsweise tapet, tapit, tepit, teppit, teppet, teppech, teppich, von denen sich schließlich die Form Teppich dauerhaft durchsetzte.

Im Mittelalter wurde die Bezeichnung Teppich nicht nur für Bodenteppiche verwendet, sondern auch für Zierdecken und Zierbehänge für Stühle, Bänke, Tische und Wände, Vorhänge, die größere Räume abteilten und Schmuckbehänge für Türen. Gleichzeitig waren diese Teppiche auch Schutz vor Kälte und Zugluft. In vornehmeren Haushalten wurden die Teppiche vorwiegend von Frauen mit Ornamenten bestickt, mit Szenen aus der mittelalterlichen Epik, oder mit Szenen historischer Ereignisse. Prominentes Beispiel hierfür ist der Teppich von Bayeux, der an die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer im 11. Jahrhundert erinnert.

Ab dem 14. Jahrhundert entstanden in den Niederlanden Teppichwerkstätten, deren Produkte in ganz Europa gefragt waren. Im 16. und 17. Jahrhundert wurden auch in Frankreich Teppichmanufakturen gegründet, deren bekannteste die Pariser Manufacture des Gobelins war. Die Familie Gobelin betrieb ursprünglich eine Scharlachfärberei. Der spezielle Farbton des Scharlachs aus ihrer Werkstatt wurde noch Ende des 18. Jahrhunderts Gobelinsscharlach genannt. Die Teppiche aus der Manufaktur der Gobelins waren begehrt, und so wurde bald der Name des Herstellers auf das Produkt übertragen. In weiterer Folge wurde Gobelin eine allgemeine Bezeichnung für Wandteppiche mit Bildmotiven, unabhängig davon, aus welcher Werkstatt die Teppiche stammten.

Das Wort Teppich findet sich heute nicht mehr nur als Bezeichnung für Bodenbeläge oder Wandbehänge, sondern auch in Wortschöpfungen, in denen das Motiv des Bodenbelags für Landschaftsbeschreibungen verwendet wird, wie beispielsweise Blumenteppich, Blütenteppich, Moosteppich, Grasteppich oder Schneeteppich. Weniger lyrisch sind die Wortschöpfungen ab dem 20. Jahrhundert, in denen Teppich im übertragenen Sinn verwendet wird. Hier finden sich Bombenteppich für eine große Menge, in dichtem Abstand aus Flugzeugen abgeworfene Bomben, Ölteppich für einen sich großflächig auf einer Wasseroberfläche ausbreitenden Ölfilm oder Algenteppich für sich weiträumig ausbreitende Algen, die Ökosysteme gefährden.

Ab dem 15. Jahrhundert begegnen im Deutschen für Wandteppich oder Teppich auch die Worte Tapete und Tapet, die ebenfalls auf lateinisch tapetia zurückgehen, und vermutlich aus den romanischen Sprachen übernommen wurden. Die Bezeichnung Tapete wurde für Decken und Bodenteppiche verwendet. So bedeutete damals der Satz auf dem Boden liegen prächtige Tapeten „auf dem Boden liegen prächtige Teppiche“. Überwiegend wurde das Wort zu dieser Zeit jedoch als Bezeichnung für Wandbehänge und Wandteppiche verwendet. Ebenso wie für die Teppichproduktion, entstanden auch für die Produktion von Tapeten eigene Manufakturen. Die Tapeten wurden aus Seide, Wolle, Baumwolle, Stoff, Leder oder Papier hergestellt. Je nach Material wurden die Tapeten an die Wand angenagelt oder aufgeklebt. Mit der Zeit schränkte sich der Wortgebrauch von Tapete auf „Wandverkleidung“ ein und bezeichnet heute Papier, das mit Mustern bedruckt ist und als Dekor in Bahnen auf Wände geklebt wird.

Die gekürzte Form von Tapete, das Tapet, finden wir heute nur noch in der Redensart etwas aufs Tapet bringen mit der Bedeutung „etwas zur Sprache bringen“. Diese Redensart geht zurück auf die Decken, die auf Konferenz- und Besprechungstischen lagen, und Tapet genannt wurden. So bedeutete etwas aufs Tapet bringen ursprünglich „etwas auf den Konferenztisch zur Besprechung bringen“.


Hundstage – Die Tage der Hitze

Das Wort Hundstage geht auf den lateinischen Ausdruck dies caniculares „Tage des Hundssterns“ zurück und bezeichnet die heißeste Zeit im Sommer.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Die Zeit zwischen dem 24. Juli und dem 23. August wird umgangssprachlich Hundstage genannt. Diese Bezeichnung ist eine Übersetzung des lateinischen Ausdrucks diēs canīculāres „Tage des Hundssterns“. Canīcula „Hündchen“ war im antiken Rom die Bezeichnung für den hellsten Stern im Sternbild Großer Hund, den Sirius. Der griechische Dichter Homer bezeichnete im 8. Jahrhundert v. Chr. Sirius als kýon Oríōnos „Hund Orions“. Orion war in der griechischen Mythologie ein Jäger, nach dem das gleichnamige Sternbild benannt wurde. Von dem Ausdruck Hund Orions leiteten sich später die Bezeichnungen Hundsstern für Sirius und Hundstage für die Zeit im Hochsommer ab, in der Sirius vor Sonnenaufgang sichtbar war. ___STEADY_PAYWALL___

Ab dem 14. Jahrhundert begegnen im Spätmittelhochdeutschen als Übersetzung von lateinisch dies caniculares die Ausdrücke huntlîche tage und hundetac, die später zu Hundstage umgeformt wurden. Auch in anderen Sprachen finden sich Nachfolger des lateinischen Ausdrucks dies caniculares. So zum Beispiel im Englischen dog days, im Französischen jours caniculaires oder la canicule und im Italienischen giorni canicolari oder la canicola.

Als Verursacher der großen Hitze wurde in der Antike und im Mittelalter der Sirius angesehen. Isidor von Sevilla (ca. 560-636 n. Chr.), Bischof, Gelehrter und Schriftsteller, schreibt, die große Hitze an den dies caniculares entstünde deshalb, weil an diesen Tagen Sirius gemeinsam mit der Sonne aufgeht und sich dadurch die Hitze der Sonne verdoppeln würde.

Die Hitze an den Hundstagen wurde lange als Auslöser für die Tollwut bei Hunden angesehen. So ist noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Universallexikon aller Wissenschaften und Künste von Johann Heinrich Zedler zu lesen: Der Hunde schlimmste Krankheit, der sie unterworffen sind, ist das Rasen und Wüthen, welches unfehlbar seinen Ursprung von der großen Hitze derer Hundstage,[…] hat, weil dem umherlauffenden Hunde die brennende Sonnenhitze zu solcher Zeit das Gehirn durch die Scheitel gleichsam als im Topffe kochet, und Aufwallen des Geblüts verursachet […].

Aber auch für die Menschen war die Hitze während der Hundstage zu allen Zeiten schwer zu ertragen und ein Grund zur Klage. So schreibt im 8. Jahrhundert v. Chr. der griechische Dichter Hesiod, zur Zeit des lähmenden Sommers seien die Männer am kraftlosesten, weil ihnen Sirius Kopf und Knie dörrt und ihre Körper unter der Hitze leiden.

Ähnliches ist auch Jahrhunderte später in der Neuen Salzburger Zeitung von 20. August 1856 zu lesen: Die Hundstage drücken auf die Stimmung der Gemüther und lähmen die Thatkraft […].

Im Reichenhaller Badeblatt vom 1. August 1894 wird geklagt: Seit Jahren hat Sirius, der Hundsstern, sein sommerliches Regime nicht mit solch versengender Gluth eingeleitet, wie diesmal. Stadt und Land haben Ursache, über die erschlaffende Hitze zu klagen, und zu wünschen ist nur, daß der ehedem gefürchtete Hundsstern nicht böse Krankheiten im Gefolge führen möge. Hundstage nennt man es in der Stadt, Erntetage sind es in der Provinz; wahrhaftig, schwer zu entscheiden, ob die wie aus einem Hochofen kommenden Luftwellen hier oder dort mehr Qualen verursachen.

Und in der Salzburger Zeitung vom 21. Juli 1871 jammert ein hitzegeplagter Feuilletonist: Es ist heiß, heiß zum Verschmachten. […]: Wir müssen uns ins Theater hinein- und einer Temperatur aussetzen, hochgradig genug, um junge Hühner auszubrüten.


Ein altrosa Rock im Biergarten

Rock – Ein Kleidungsstück für Mann und Frau

Das Wort Rock bezeichnete in vergangener Zeit ein Kleidungsstück für Männer und Frauen. Der Herrenrock war ein jackenähnliches Oberteil. Der Damenrock ein Kleidungsstück, das den Körper von der Taille abwärts bis zu den Knöcheln bedeckte.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Rock begegnet ab dem 9. Jahrhundert und bezeichnete im Althochdeutschen ein Kleidungsstück für Männer und Frauen, das am Oberkörper über dem Hemd getragen wurde. Es hatte Ärmeln und einen Brustschlitz, war locker geschnitten und gefaltet. Der Rock reichte bei Männern bis zu den Knien und bei Frauen bis zu den Knöcheln. Die Einführung des Kleidungsstückes aus östlichen Ländern, mit der auch das Wort übernommen worden wäre, wird vermutet, jedoch gibt es keine gesicherten Belege dazu. Daher liegt die Herkunft des Wortes im Dunkeln.

Zunächst findet sich das Kleidungsstück nur in der modischen Welt der wohlhabenden und vornehmen Gesellschaft. Die modischen Männer der Zeit trugen die Röcke mit langen Ärmeln, die um das Handgelenk weiter wurden. Diese Mode fand nicht nur in der weltlichen Gesellschaft Anklang, sondern auch in der kirchlichen. So beklagt Ende des 10. Jahrhunderts der Benediktiner und Chronist Richer von Reims, Geistliche und Mönche würden kostbare, elegante Kleidung der Mönchskleidung vorziehen und Röcke mit weiten, herumflatternden Ärmeln tragen. Die Röcke zögen sie so straff über die Hinterbacken zusammen, dass sie von hinten mehr wie Dirnen aussehen würden, denn wie Mönche.

Die modische Rocklänge der Männerröcke variierte im Mittelalter. Ab dem 14. Jahrhundert trugen die Männer kürzere Röcke, bei denen im Verlauf des 15. Jahrhunderts der Brustschlitz tiefer wurde. Diese Entwicklung führte schließlich zur kompletten Öffnung der Vorderseite, die mit Knöpfen geschlossen werden konnte. So bezeichnet ab dieser Zeit das Wort Rock bei der Männerkleidung ein jackenähnliches Oberteil.

Auch der Frauenrock veränderte sich im Verlauf des Mittelalters. Um die Taille zu betonen, wurde Gürtung und Schnürung entwickelt, die schließlich zur Teilung des Kleidungsstückes in Oberteil und Unterteil führte. Die Bezeichnung Rock wurde bei der Frauenkleidung für den Teil beibehalten, der den Körper von der Taille abwärts bis zu den Knöcheln bedeckte.

Unterschiedliche Schnitte der Männerröcke wurden zu typischen Merkmalen für Beruf, Tätigkeit und Stand. So finden sich zum Beispiel Priesterrock „Gewand eines Priesters“, Bruderrock „Gewand eines Mönchs“, Chorrock „Gewand eines Geistlichen beim Chordienst“, Bürgerrock „Gewand eines Bürgers“, Soldatenrock oder Uniformrock „Gewand eines Soldaten“. In der Donaumonarchie wurde der Soldatenrock auch als des Kaisers Rock bezeichnet. So bedeuteten die Redewendungen des Kaisers Rock anziehen „Soldat werden“ und des Kaisers Rock ausziehen „das Militär verlassen“.

Auch die unterschiedlichen Farben der Männerröcke wurden zu typischen Merkmalen für verschiedene Berufe. So war Schwarzrock eine Bezeichnung für einen Geistlichen, Graurock für einen Mönch, zumeist einen Zisterzienser, oder Grünrock für einen Jäger. Rotröcke war eine umgangssprachliche, meist abwertende Bezeichnung für die englischen Soldaten, die in vergangener Zeit rote Uniformröcke trugen.

In der Damenmode blieb die Rocklänge über viele Jahrhunderte konstant, jedoch unterlag die Rockweite modischen Veränderungen. Ungefähr ab dem 15. Jahrhundert trug die modische Frau einen Unterrock, in den Reifen eingenäht waren. Dieser Rock wurde Reifrock genannt und war je nach Mode der Zeit kegel-, tonnen- oder kuppelförmig. Im 20. Jahrhundert wurden die Damenröcke kürzer. Zunächst wurden die Knöchel sichtbar, dann die Waden und schließlich das ganze Bein. Der kurze, das ganze Bein zeigende Rock erhielt die Bezeichnung Minirock.

Später Nachklang auf den Rock, den in vergangenen Zeiten Männer und Frauen gleichermaßen trugen, ist bis heute der Hausrock oder Morgenmantel, der auch Schlafrock genannt wird.


Wildkogel Arena Bramberg Neukirchen

Let`s Talk About Sex, Baby!

Ja genau, heute rede ich über Sex! Alle haben ihn (also angeblich), aber darüber reden tun nur wenige. Worte finden über die angeblich schönste Sache der Welt, fällt vielen Menschen, auch in der heute ach so aufgeklärten Zeit, schwer.

Sonja Schiff

Von Sonja Schiff

Und auch ich merke in mir Widerstände: „Kannst Du doch nicht machen! Viel zu persönlich! Was geht das fremde Menschen an?“ raunt mir etwa jetzt beim Schreiben eine tadelnde, innere Stimme zu und ich ertappe mich dabei, wie ich um Worte ringe, sie so viel mehr auf die Waagschale werfe, als ich es sonst beim Bloggen mache.

Na dann mal los…..Lets Talk About Sex!

Emotionales Chaos und fader Sex

Wie aufmerksame LeserInnen meines Blogs mitbekommen haben, gings bei mir rund in den letzten 6 Monaten. Ich war verliebt in einen jüngeren Mann. Heftig verliebt. Und das als verheiratete Frau. Monatelang stand ich unter Strom, war mein Leben eine Achterbahn der Gefühle und meine fast 20 Jahre andauernde Beziehung lag im Chaos. Vor kurzem haben sich die Wogen geglättet und ich bin wieder bei mir selbst und bei meinem Mann gelandet. Wer jetzt glaubt, damit wäre alles gerettet und es würde so weiterlaufen wie vor meiner Verliebtheit, der irrt. Die eigentliche Arbeit hat jetzt erst begonnen. Die Auseinandersetzung mit unserer Partnerschaft. Und ja genau: Es geht dabei auch um unseren und meinen Sex.

Der war in den letzten Jahren vorhanden. Aber er war, nun ja, irgendwie Routine. Jeder Handgriff saß. Jede Berührung war bekannt. Kurzum: Vertraut, aber langweilig. Sex, der sich „auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduzierte“, wie ich gerade in dem Buch Reifestufen der sexuellen Liebe (von Notburga Fischer) über Sex in langjährigen Beziehungen lesen konnte. Sex, dem die Spannung verloren gegangen war.

„Du musst genügsamer sein“ empfahl mir ein lieber Freund, der selbst alle paar Monate, sobald das große Flirren vorbei ist, seine Partnerinnen wechselt, und erklärte weiter „in langjährigen Beziehungen ist der Sex halt langweilig“. Punkt. 

„Irgendwie bist du schon ein Sexmonster!“ warf mir auch die Freundin vor, der ich gestand, dass ich wieder heißen Sex haben möchte, komme was da wolle. Sexmonster? Nur weil ich durch meine plötzliche Verliebtheit realisiert habe, dass mir etwas Großes im Leben fehlt. Erotik, die unter die Haut geht und von dort direkt ins Herz und meine Seele!

Ist Monogamie eine Illusion?

Also habe ich recherchiert und über Sex gelesen, mit Menschen geredet, auch auf etwas unkonventionellen Wegen:

Ich habe mich etwa auf einer Sex-Dating-Plattform eingeloggt. Ja, Du liest richtig! Gibt ja auch niemand zu, ebenfalls ein großes Tabu. Das tut man doch nicht als verheiratete Frau! Tztztztztztzt…..

Iiiiigitt, so grauslig“ befand denn auch jener Freund, der mir vorher empfahl genügsamer zu sein, und sah mich dabei an als wäre ich eine Aussätzige. Dabei wollte ich irgendwie nur meinen sexuellen „Marktwert“ kennen, wollte nur wissen, ob ich noch könnte, wenn ich wollte. Ergebnis: Ich könnte. Jeden Tag wohl zig Mal!

Die für mich wichtigste Erkenntnis aus der Sex-Dating-Plattform war aber eine andere: Soooooo viele Männer und Frauen, die in Beziehungen sind, gehen fremd. Monogamie ist sichtlich oft nur Schein. Innerhalb von nur einer Woche haben mich 800 Männer aus dem Raum Salzburg und Bayern angeschrieben, die mich kennenlernen wollten. Davon waren 90% verheiratet, sie beschrieben sich als „sexuell unterfordert“ und „sexuell gelangweilt“ oder meinten „meine Frau lehnt meine Neigung ab“ beziehungsweise meinten sogar, sie wären „sexuell in einem jämmerlichen Zustand“. Sie waren Lehrer, Universitätsprofessor, Unternehmer, Tischler, IT-Techniker, Geschäftsführer, Richter, kurzum aus allen Gesellschaftsschichten. Als ich mich spaßeshalber auch als Mann einloggte, machte ich ähnliche Erfahrungen. Auch viele Frauen suchen Sex außerhalb ihrer Ehe und ihre Begründungen sind gleichlautend.

Kämpfen und weiterentwickeln statt fremdgehen!

Ich bin nicht alleine, war mir da mit einem Schlag klar. Es sind viele, die mit ihrer Sexualität unzufrieden sind, die etwas vermissen, die Sehnsucht haben nach mehr Aufregung, Abwechslung, nach mehr Intensität, die sich lebendigeren und erfüllenderen Sex in ihrer Beziehung wünschen! Seit ich in meinem Umfeld darüber spreche, wispern mir viele Freunde und Freundinnen zu, wie enttäuschend auch ihre Sexualität sei und wie traurig sie über den Verlust ihrer gemeinsamen Erotik sind, aber auch wie hilflos.

Nein, ich bin kein Sexmonster! Nein, Genügsamkeit ist keine Lösung! Aber ob heimlich zu Pornos masturbieren, ob heimlich fremd zu gehen und zu Hause Orgasmus und Erregung vorzutäuschen, wie mir viele berichteten, eine Lösung ist? 

Nein, habe ich entschieden. Dafür bin ich zu jung und ist mir mein Mann zu wichtig! Ich möchte für guten Sex, und damit auch für meine Beziehung, kämpfen. Und ja, das tut dem Gegenüber, aber auch einem selbst, erstmal weh. Das verunsichert. Auch weil irgendwie die Worte fehlen, man dem Partner nicht weh tun will, es so viel Hilflosigkeit gibt beim Ansprechen und auch so viel Widerstand. Immerhin schien Jahre lang alles in Ordnung!

Ich habe auf alle Fälle kürzlich den Mann vor den Kopf gestoßen und dabei alles kurz und klein und in Scherben geschlagen. ALLES! Volles Risiko! 

ABER: Aus Scherben kann Neues entstehen!  Daran arbeiten wir jetzt. Mit ganz viel Liebe. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich bald wieder wunderbaren und intimen Sex haben werde, mit dem besten Ehemann der Welt.

We are in progress….. 🙂

Und Du? Hast Du erfüllenden Sex mit deinem Partner/ deiner Partnerin? Oder gehst Du fremd. täuschst vor, bist genügsam?

Ich freue mich über ehrliche Berichte und Stellungnahmen meiner LeserInnen!

Abschließende Anmerkung: Diesen Artikel hat Sonja Schiff am 4. August auf ihren Blog: Vielfalten.com erstmals veröffentlicht.
Warum bloggt jemand öffentlich über so etwas Persönliches? Narzissmus? Drang zur Selbstdarstellung? Nun, ich finde es gibt viel zu viele Tabus auf dieser Welt. Wie viele Erfahrungen wir Menschen mit uns selbst ausmachen müssen, weil es sich nicht gehört darüber zu reden!  Dabei wäre es total wichtig diese Erfahrungen zu teilen, damit andere, die vielleicht gerade in einer ähnlichen Situation sind,  bereichert werden. Mit der Eröffnung dieses Blogs (Vielfalten.com – Fortgeschritten leben jenseits der 50) im Jahr 1996 habe ich beschlossen diese Tabus zu brechen und auch jene Lebenserfahrungen hier öffentlich zu schildern, über die man normalerweise nicht spricht. Mögen Sie jenen, die gerade mit sich ringen, ein wenig beim sich-selbst-wieder-finden helfen. 


Geld

Münzen und Moneten – Vom Tempel zum Geld

Das Wort Münze geht zurück auf das lateinische Wort moneta und bezeichnete ursprünglich die Münzprägestätte im Tempel der Göttin Iuno.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Lateinisch Moneta war der Beiname der Göttin Iuno. Im antiken Rom befand sich im Tempel der Iuno Moneta die Münzprägestätte, die officina Monetae. Später wurde die Ortsbezeichnung zu moneta verkürzt und auf das dort hergestellte Produkt übertragen. Daher bezeichnete moneta sowohl die Prägestätte als auch die Münzen. ___STEADY_PAYWALL___

Nach dem Niedergang des römischen Reiches übernahmen die germanischen Könige gemeinsam mit dem Münzrecht auch die römischen Handwerker, die die Münzen herstellten. Auf diesem Weg gelangte moneta in die germanischen Sprachen. Ab dem 9. Jahrhundert begegnet das Wort im Althochdeutschen, wo aus monēta zunächst múnita wurde, mit Verlagerung des Wortakzentes auf die erste Silbe, dann munizza und schließlich muniz mit der Bedeutung „Geldstück, Geld, Währung“. Im Mittelhochdeutschen erhielt das Wort seine heutige Form Münze. Im Altenglischen begegnet moneta in der Form mynet und wurde später zu money umgeformt. In der Studentensprache des 18. Jahrhunderts wurde moneta mit der Bedeutung „Geld“ zu Moneten umgewandelt und sickerte in dieser Form neuerlich ins Deutsche ein.

Mit Münze wurden zunächst vorwiegend Silber- und Kupfermünzen bezeichnet, die in den germanischen Ländern geschlagen wurden. Goldmünzen stammten zumeist aus Byzanz und wurden daher althochdeutsch bîsant oder bîsantinc „Byzantiner“ genannt. Als Goldmünzen auch in Westeuropa geprägt wurden, bürgerte sich dafür die Bezeichnung Gulden ein, eine Kürzung aus guldin phenninc „goldene Münze“.

Die Herstellung der Münzen unterlag strengen gesetzlichen Bestimmungen, die in Münzordnungen festgelegt waren. Wer das Recht erhielt, Münzen schlagen zu dürfen, wurde Münzherr genannt. In einigen Städten bezeichnete Münzherr auch Ratsherren, die über die Münzanstalten die Aufsicht hatten. Die Münzwerkstätten wurden von Münzmeistern geleitet. Die Handwerker, die Münzen prägten, wurden Münzer genannt.

Wer unberechtigt Münzen anfertigte oder Münzen herstellte, die nicht dem vorgeschriebenen Maß und Wert entsprachen, wurde Münzfälscher oder Falschmünzer bezeichnet. Zur Münzfälschung zählte die unberechtigte Herstellung von Münzen, die unberechtigte Aufprägung eines Hoheitszeichens und die Veränderung von Metallgehalt und Gewicht der Münzen. So wurden beispielsweise Goldmünzen durch Abfeilen des Goldes verfälscht oder es wurde Kupfer oder Blei mit einer Goldfolie überzogen.

Die Strafen für Falschmünzer waren drastisch. Nach der Bambergischen Halsgerichtsordnung des 16. Jahrhunderts wurden Münzfälscher verbrannt: muntzfelscher […] welche falsche muntz machen oder zeychen, die sollen […] mit dem feuer vom leben zum tode gestrafft werden. Und auch in der Peinlichen Gerichtsordnung von Maria Theresia aus dem Jahr 1769 ist die Strafe für Münzfälscher die Verbrennung: Sind diejenige, welche Unsere erbländische Münzen nachschlagen […], als Beleidiger Unser Majestät Uns mit Leib, Leben, Haab, und Gut heimgefallen. Wir ordnen demnach, daß solche Missethäter mit dem Feuer vom Leben zum Tod hingerichtet, und nach Beschaffenheit der beschwerend- oder linderenden Umständen solche Straffe mit Zusätzen verschärffet, oder die Thäter vorhero enthauptet, und hernach verbrennet, allemal aber ihr ganzes Vermögen zu Unser Kammer eingezogen werden solle.

Von Münze wurde die Tätigkeitsbezeichnung münzen abgeleitet, die den Vorgang der Herstellung und Prägung der Münze mit einem Stempel bezeichnet. Die Prägung der Münzen wurde anfangs mit einem Münzhammer durchgeführt, später mit einem Münzstempel – daher die Ausdrücke Münzen schlagen und Münzen prägen. Neben den Münzen, die für den Handel und Zahlungsverkehr bestimmt waren, finden sich ab dem 16. Jahrhundert auch Gedenkmünzen. Auf diesen Münzen wurden zumeist allegorische Darstellungen aufgeprägt, aber auch satirische mit Anspielungen auf Personen oder Ereignisse. Davon leitet sich die, seit dem 17. Jahrhundert belegte, Redewendung ab das ist auf ihn/sie gemünzt „das bezieht sich auf ihn/sie“.


Ursula Dräxlmaier

Obst – Von der Zukost zu essbaren Früchten

Das Wort Obst bezeichnete ursprünglich jene Lebensmittel, die als Zukost zu Fleisch und Brot gegessen wurden. Die heutige Bedeutung des Wortes „essbare Früchte“ entwickelte sich in karolingischer Zeit.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Obst geht zurück auf das althochdeutsche Wort obaz, das sich aus ob- „hinzu, über, oberhalb“ und az „Speise“ zusammensetzt. obaz bezeichnete all jene Lebensmittel, die zu Fleisch und Brot dazu gegessen wurden. Das konnte Obst im heutigen Sinn sein, aber auch Gemüse, Nüsse, Mandeln oder Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen. ___STEADY_PAYWALL___

Die Germanen verarbeiteten Obst zumeist zu Tränken oder Säften. So ist aus althochdeutscher Zeit der aphultranc „Apfelwein“ oder der slēhūnsaf „Schlehensaft“ belegt. Durch den Kontakt mit den Römern gewann Obst bei den Germanen an Bedeutung und sie übernahmen von ihnen die Kenntnis und das Wissen über die Obstzucht. Beleg dafür sind die Bezeichnungen verschiedener Obstsorten, die aus dem Lateinischen stammen. So geht beispielsweise Kirsche auf lateinisch cerasum, Birne auf lateinisch pira und Pfirsich auf lateinisch persica zurück.

Ölbild von Ursula Dräxlmaier

Mit der Übernahme der Obstzucht begannen die Germanen Nutzgärten mit Obstbäumen anzulegen. Diese Gärten wurden althochdeutsch boumgarto „Baumgarten, Obstgarten“ oder obazgarto „Obstgarten“ bezeichnet. Um die Obstgärten vor Diebstahl zu schützen, wurden diese bewacht und für die Wächter eigene Wach- und Schutzhütten, althochdeutsch obazhutta „Obsthütte“, errichtet. Schon in den Gesetzen aus dem 5.-8. Jahrhundert sind für Obstdiebstahl Geldstrafen festgelegt. Aber auch in späteren Jahrhunderten war Obstdiebstahl kein Kavaliersdelikt. So ist in den deutschen Polizeigesetzen von 1765 zu lesen: die obstdieberey, garten- und feldentwendung, so bey nachtzeit geschiehet, wird mit leibesstrafe belegt.

In karolingischer Zeit gewann die Obstkultur größeren Raum und Obst wurde zu einem Nahrungsmittel für alle Volksschichten. Zeitgleich verlor das Wort obaz seine breite Bedeutung „Beikost, Zuspeise“ und wurde auf die heutige Bedeutung „essbare Früchte und Beeren von Bäumen und Sträuchern“ eingeengt. Im Mittelhochdeutschen verkürzte sich die Form des Wortes auf obs, obsz und opsz. Und im 16. Jahrhundert erhielt das Wort durch die Anfügung von -t am Wortende seine heutige Form Obst.

Ungefähr ab dem 14. Jahrhundert wird Obst auch auf den Märkten zum Kauf angeboten und es entstanden eigene Obstmärkte. Der Obsthändler wurde im Mittelalter obezære oder obezer genannt, später dann Öbster, Öbstler oder Obstler, der Obsthandel war die Obstlerei.

Der Verkauf von Obst wurde in den jeweiligen Marktrechten und Polizeiordnungen geregelt, wie beispielsweise in der Nürnberger Polizeiordnung des 15. Jahrhunderts. Obst und Gemüse wurde in Nürnberg auf zwei getrennten Märkten verkauft. Die Gartenbauern, die mit irem gewechsse und früchten, als ruben, kraut und anndrem, täglich auf den Markt kamen, beschwerten sich darüber, dass sie ihr Gemüse am Gemüsemarkt anbieten mussten und das Obst am Obstmarkt. Der Beschwerde wurde stattgegeben wie wol in verganngner zeit ein ordnung gewest ist, das alles obs nyndert (nirgend) anderswo dann auff dem obssmarckt solt […] verkaufft werden. Die Gartenbauern erhielten das Recht, sofern sie Bürger der Stadt waren, ihr Obst, das in ihren eigenen Gärten wuchs, zusammen bey rüben und kraut und dergleichen früchten auf ihrem Markt bis Mittag anbieten zu dürfen. Jedoch war es ihnen bei Strafe verboten Obst von anderen anzukaufen und am Gemüsemarkt als ihr eigenes auszugeben.


Josef Kili + Klaus Ranzenberger

Ranzenberger & Kili im Konventgarten

Am Freitag, dem 17. Juli 2020 startete im wunderschönen Konventgarten im Schloss Ranshofen der “Kleine Braunauer Kultursommer”, eine Veranstaltungsreihe vom Verein “bauhoftheater braunau”.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Die Freiluftveranstaltung erfüllte alle notwendigen Covid-Auflagen, es gab keine Pause und anstelle eines Verkaufsstandes für Getränke war eine Dame mit Bauchladen unterwegs. Ein Bücherstand der Buchhandlung Lauf in Brauau mit den Büchern von Klaus Ranzenberger ergänzte das Angebot.

Der Wettergott meinte es gut, die Regenwolken verzogen sich und einem schönen Abend mit den Geschichten rund um den legendären “Onkel Franz” stand nichts mehr im Weg.

"bauhoftheater braunau" Obmann Robert Ortner

Nach dem ersten Musikstück, dargeboten von Josef Kili am Sopran-Saxophon, fuhr Klaus Ranzenberger mit dem “Henastauba”, einem Puch MS50 Moped, vor und betrat die Bühne.

Ranzenberger präsentierte die kurzweiligen Geschichten aus dem Jahreslauf abwechselnd mit zumeist jazzigen Musikstücken. Das Publikum zeigte sich begeistert. Lokalmatador Klaus Ranzenberger konnte mit seinen Texten ebenso überzeugen wie Josef Kili mit der mitgebrachten Auswahl an Holzblasinstrumenten und seinem virtuosen Spiel.

Klaus Ranzenberger in der Dorfzeitung >
Josef Kili – Jazz am Bahnhof >