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Löwenzahn - Corona

Coronale Disruptionen

Ab 16. März war klar: Aufgrund der Corona-Pandemie kommt es zu einem lockdown mit einem Verbot öffentlicher Veranstaltungen. Von nun an hatten die Virologen, Mathematiker und Gesundheitspolitiker das Sagen. Vieles andere war von da an – wenn nicht kritische Infrastruktur oder systemrelevantes Schlüsselpersonal – sekundär.

Karl Bauer

Von Karl Bauer

Wirtschaft, Schulen, Sport, Konsum und Kultur standen von einem Tag auf den anderen still, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit stiegen vorübergehend an. Alles richtete sich auf die Bekämpfung der Virusausbreitung aus, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten und alte bzw. vorbelastete Menschen nicht zu gefährden. Das Ausgehen ohne einem der vier genannten Gründe wurde deshalb verboten und bestraft, einige fürchteten sogar einen Verlust unserer demokratischen Grundrechte. Der Lebensalltag verlegte sich nach Hause, wo neue Probleme warteten: Ständiges Zusammenleben in der Familie in einer engen Wohnung bzw. Einsamkeit, tägliches Kochen statt konsumieren, eingeschränkter Lebensraum und home-office. Eine Folge ist der sprunghafte Anstieg von Telefonaten, Internet, social media und von Videokonferenzen.

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Nach dem relativ schnell gelungenen Abflachen der Infektionskurve und hunderter Todesfälle beginnt man nun mit stufenweisen Lockerungen des lockdowns, wissend, dass es jederzeit und überall zu einem Wiederausbruch durch Bildung von Hot-spots kommen könnte. Veranstaltungen sind bis auf weiteres verboten und treffen gerade Sport und Kultur hart. Aufführungen, Ausstellungen und Konzerte bleiben im Kulturland Österreich geschlossen und haben schwerwiegende Folgen auf die dort Beschäftigten oder Freiberufler, die gesamte Branche stöhnt unter dem Stillstand und auch das (v.a. internationale) Publikum bleibt aus. Andererseits gelten die allgemein zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Kurzarbeit auch hier. Damit hat die Kultur nicht gerechnet, war nicht vorbereitet und ist erst nach einer einmonatigen Schrecksekunde wach geworden. Kulturmedizinisch werden uns längerfristig chronische Auswirkungen in Form von andauernden Gleichgewichtsstörungen verfolgen, bis sich eine belastbare Resistenz gegenüber der Krise entwickelt. Der Angst vor dem Virustod folgt nun die Angst vor einem Kulturtod, dem ein (äußerst seltener) shockdown-Infarkt vorausging.

Wie kann sich unter diesen Umständen die Kunst neu definieren, neu erfinden, welche Antworten gibt es aus der Szene und der Politik? Die Kulturpolitik war bisher schon sehr ausdifferenziert und hat die Hochkultur im Kulturland Österreich dominiert. Kleine, regionale Initiativen oder EPUs haben es da schwerer, die Voraussetzungen zu erfüllen und werden meist nur projektbezogen gefördert, was ihnen in krisenhaften Zeiten auf den Kopf fällt. Reflexartig wurde mit traditionellen Politikerbeschimpfungen und mit Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen begonnen, frei nach der ewig erhobenen, gebetsmühlenartigen Litanei, die schon aufgrund jahrzehntelanger Wiederholungen nicht mehr wahrgenommen wird. Ohne zuvor konkrete Vorschläge kooperativ zu erarbeiten, haben sich einzelne Kulturgrößen für sich wortgewaltig, aber ergebnisoffen zur weiteren Vorgehensweise exponiert.  Es verwundert auch, dass die Bundespolitik die Kulturszene von sich aus bislang wenig beachtet hat und deren Vertreter noch eher “grün” sind. Regelungen für Kurzarbeit und Härtefälle werden vom Bund zwar angeboten, dringliche Lösungen für EPU blieben bislang offen. Auf steirischer Landesebene sichert man  zwar die laufenden Projekte ab, steht aber prekären Lebenssituationen bzw. den dahinterstehenden Menschen passiv gegenüber. Eine Corona-Stiftung und Soforthilfen werden nun angeboten, die Ausschreibung zur Errichtung von “Coronadenkmälern” fällt da ob ihrer Originalität auf. Vergleichend sei auch ein Lichtblick nach Wien erlaubt, wo zumindest die Fiakerpferde einen 250.- Futtergutschein bekommen, in Salzburg sind es noch 140.-! – Was für ein Hohn den Künstler_innen gegenüber! Und auf Gemeindeebene – ausserhalb der großen Kulturhauptstädte – kann man ja den üblichen Heizkostenzuschuss, den Sozialladen oder die Gratis-Lebensmittelzustellung in Anspruch nehmen.

Kunst und Krise passen nicht zusammen; noch dazu, wenn sie plötzlich kommt und sie unvorbereitet trifft. Was aber tun, wenn sich die Prioritäten ändern und das Einkommen bzw. die Wohlfühlfunktionen eingeschränkt werden? Die Kunst lotet meist bewusst die Grenzen aus, Künstler_innen sind oft Grenzgänger und einer Krise existentiell ausgeliefert.  Als kulturelle Präventionsmöglichkeit kann man sich als Kunstschaffende/r als auch -konsument/-in in Heimarbeit (auch mit online-Aktivitäten) flüchten, reflektieren, auftanken, spezialisieren, probieren….! Das schärft zwar den Blick und die Technik, schafft aber noch keine Wertschöpfung. Mögen dabei die Reproduktionsraten (welche auch immer) steigen, als Künstler/-in braucht man auch Einnahmen, die vom Verkauf der Werke kommen sollten. Dies setzt ein platziertes Anbieten und eine Nachfrage voraus, die mit (Eigen-) Werbung ergänzt werden soll. Gratis-Balkonkonzerte, virtuelle Galerieführungen oder online-Lesungen bringen nichts, solange die Besucher keinen Eintritt bezahlen oder kaufen können. Beim Kunstkonsum daheim fehlt es auch an Kommunikation und am Buffeterlebnis.  Kunst allein zu produzieren macht evtl. Spass, Kunst allein zu konsumieren eher nicht. Gerade in dieser Krise hat die Kunst aber eine neue Bedeutung und Aufmerksamkeit gewonnen: Wer von uns hat nicht im lockdown mehrere Bücher gelesen, Musik gehört oder virtuelle Ausstellungen besucht? Diese neue Bedeutung der Netzkunst müsste jedenfalls neu definiert und kommerziell zugänglich und genützt werden, um in Zukunft krisenfester zu werden. Dafür müsste das Publikum bereit sein, kleine Beträge zu bezahlen. Der ORF überträgt zwar exklusive Opern und Kabarettprogramme, regionale Festivals gehen dabei leer aus. Genauso wichtig wird es sein, online-Diskussionen, Videokonferenzen, usw., anzubieten, um sich fachlich auszutauschen oder zu planen.

Die Tatsache, keine Rücklagen für schlechte Zeiten angespart zu haben und dadurch in Krisenzeiten wenig resistent zu sein, ist in der Wirtschaft längst bekannt. Deswegen versucht man dort auch, die Liquidität zu erhalten, was in der Kultur bislang auf allen Ebenen unbekannt scheint. Die persönliche Durchhaltefähigkeit ist dann begrenzt, wenn man nur in der Gegenwart und ohne persönliche Sicherheiten lebt, um plötzlich festzustellen zu müssen, dass die elementaren Bedürfnisse nicht länger erfüllt werden können. Hier liegt es an uns allen, unsere Umgebung dahingehend zu beobachten, eine menschliche Notlage zu erkennen und direkt zu helfen. Die Gemeinden sollten dabei einem sozialem Abtriften rechtzeitig entgegenwirken, eine Notversorgung anbieten und damit die biologische Überlebensfähigkeit prekärer Lebensmodelle auf Zeit absichern – sie tun dies schon in der Jugendarbeit, bei Drogenabhängigen oder Obdachlosen. Dann wird uns auch klar: Die saturierte, grenzenlose Spaßgesellschaft wie vorher wird es so nicht mehr geben können, es braucht mehr Achtsamkeit, Perspektive, Kooperationswillen und Wertschätzung!

Ob Kunst und Kultur ein Lebens- oder Genussmittel sind, darüber kann man nicht nur in Salzburg herzhaft streiten, aber:

„Der tiefere Skandal liegt darin, dass die Kunst Verschwendung ist. Zum physischen Überleben brauchen sie wir nicht. Was der Mensch zum Überleben braucht, sind Brot und Früchte und sauberes Wasser, und tatsächlich leben auf diesem Planeten Abertausende, denen Brot und Früchte, denen insbesondere das saubere Wasser fehlt. Das einzige, was nirgendwo zu fehlen scheint, sind die Kalaschnikows.” (Peter von Matt, Eröffnungsrede bei den Salzburger Festspielen, 2012, in: Kleine Ztg. vom 28.7.2012).


Konzernverantwortungsinitiative JA!

Coronavirus: Schuhmachern wurde verboten Schuhe zu flicken…

Wie bisher: Kriegsmaterialexporte, Finanzierung Waffengeschäfte und Milliardeninvestitionen in Rüstungskonzerne

Seit Wochen lesen, sehen und hören wir fast nichts anderes als von Corona. Wir Alten sollen gefälligst zu Hause bleiben. (1) (2) Die Lage der Flüchtlinge in Griechenland, in der Türkei, im Libanon, in Libyen und in der Schweiz ist während dieser alles dominierenden Corona Seuche fast kein Thema mehr.

Heinrich Frei

Von Heinrich Frei

Auch an die Flüchtlinge in unserem Land, die in einem Bunker hausen müssen und an abgewiesene Asylbewerber die in der reichen Schweiz mit einer Nothilfe, von etwa 7.50 Franken pro Tag leben müssen wird kaum mehr erinnert.

(3) https://www.conviva-plus.ch/?page=2452

Multis können vorläufig ungestraft weiterwirtschaften

Die Volksabstimmung über die Konzernverantwortungs-Initiative wird vermutlich dank Corona vertagt. Die Multis können wie bisher weiter ungestraft weiterwirtschaften. Sie müssen vorläufig für ihre skrupellosen Geschäfte noch nicht geradestehen, wie es die Initiative verlangen würde. Es ist leider sehr unsicher, ob die Initiative vom Volk dann bei der Abstimmung auch angenommen wird.

(4) https://konzern-initiative.ch/

Wie bisher: Kriegsmaterialexporte, Finanzierung Waffengeschäfte und Milliardeninvestitionen in Rüstungskonzerne

Rheinmetall Air Defence in Zürich-Oerlikon

Die furchtbaren Kriege im Jemen, in Syrien, im Irak, in Afghanistan, in Somalia und in Libyen, die Millionen Menschen den Tod gebracht und zu Flüchtlingen gemacht haben machen seit Corona keine Schlagzeilen mehr. 27 Kriege sind heute im Gange, angeheizt durch Waffenexporte.

Täglich sterben 15’000 Kinder an Unterernährung. Daneben werden heute täglich 5 Milliarden US-Dollar für den Krieg, die Rüstung und das Militär vergeudet, statt zum Wohle von Kindern, von Menschen. 1800 Milliarden US-Dollar im Jahr für diesen Unsinn.

Neben Corona wird das Geschäft mit dem Krieg in der Schweiz kaum mehr kritisiert: die Waffenexporte, die Finanzierung von Waffengeschäften, die Investitionen von Milliarden in Rüstungskonzerne.

Den Schuhmachern wurde im Zusammenhang mit Corona verboten Schuhe zu flicken. Den hier ansässigen Kriegsmaterialproduzenten, der deutschen Waffenschmiede Rheinmetall, dem US-Rüstungskonzern General Dynamics (Mowag) dem bundeseigenen Rüstungsunternehmen RUAG und der Firma Pilatus hingegen wurde nicht untersagt weiter an die ständig irgendwo kriegführenden Nato-Staaten und an Folterregime Rüstungsgüter zu verkaufen

RUAG in Zürich-Seebach

Zu erinnern ist:

«Kriegsmaterialexporte sind verboten, wenn das Bestimmungsland in einen internen oder internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt ist»,

laut der Kriegmaterialverordnung

(5) https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19980112/index.html

Das Geschäft mit dem Krieg wird nicht durch bundesrätliche Aufrufe gestört

Die Schweizerische Nationalbank, die UBS, die Credit Suisse, Versicherungen und die Pensionskassen, auch die SBB Pensionskasse (Schweizerische Bundesbahnen)  wurden von den Bundesrätinnen und Bundesräte nicht dazu aufgerufen «zu Hause zu bleiben». Das heisst ab sofort nicht mehr in die todbringenden ausländischen Rüstungskonzerne zu investieren. Diese helvetischen Institute legen ihr Gelder heute sogar in Unternehmen an, die an der Produktion von verbotenen Waffen beteiligt sind, von Atombomben, Streubomben und Antipersonenminen.

Wird Bankrätin Vania Alleva versuchen bei der Nationalbank etwas zu ändern?

Zu hoffen ist, dass Frau Vania Alleva, Mitglied des Bankrats der Schweizer Nationalbank seit 2019, Präsidentin der Gewerkschaft Unia und 1. Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes SGB versuchen wird, dass unsere Schweizerische Nationalbank und auch die Banken, Versicherungen und Pensionskassen keine Mittel mehr in Rüstungskonzerne mehr investieren.

Schweiz 2019: 43 Prozent mehr Kriegsmaterial exportiert als 2018

Unser Land verkaufte im letzten Jahr, 2019, Rüstungsgüter im Wert von 728 Millionen Franken. Das waren 43 Prozent mehr als im Vorjahr, als 2018. In diesen Zahlen sind die besonderen militärischen Güter, die ebenfalls exportiert wurden, nicht eingerechnet.

Die Schweizerische Nationalbank, Banken Versicherungen und Pensionskassen investierten Milliarden auch in ausländische Rüstungskonzerne, die dank den 27 Kriegen die heute im Gange sind und der weltweit irren militärischen Aufrüstung grosse Profite machen. Besonders bedenklich waren die Investitionen dieser Institutionen in ausländische Konzerne die an der Produktion von Atombomben, Streubomben und Antipersonenminen beteiligt waren. In der Schweiz sind diese Waffen verboten, auch die Finanzierung.

Im Jemen sind 28 Millionen Menschen von Hunger, Cholera und Hunger geplagt. Unsere Kunden der Rüstungsindustrie, allen voran die USA und Grossbritannien, unterstützen diese Kriege logistisch mit Waffenlieferungen. Saudiarabien die Arabischen Emirate und Bahrein, Abnehmer von Rüstungsgütern aus der Schweiz, beteiligen sich direkt an diesem Krieg im Jemen. Laut den neuesten Zahlen des Stockholmer Internationalen Friedensinstituts SIPRI waren es im Laufe des Jemenkriegs 33 Länder, die Waffen im Wert von weit über 36 Milliarden US-Dollar an die im Jemen kriegführende Koalition verkauft haben – 58 Prozent davon stammen aus den USA, gefolgt von Frankreich, Russland, Grossbritannien und Deutschland. Auch die Schweiz gehört zu diesen Kriegsgewinnlern.

Von 1975 – 2019 19,2 Milliarden Schweizer Franken für den Krieg, zum Töten

Laut der offiziellen Statistik des Bundes exportierte die Schweiz von 1975 – 2019 für 19,2 Milliarden Franken Kriegsmaterial. Verkauft wurden diese Rüstungsgüter zu einem grossen Teil an kriegführende Nato-Staaten, in Spannungsgebiete, an menschenrechtsverletzende Regimes und an arme Länder in der Dritten Welt, in denen Menschen hungern und verhungern. In den 19,2 Milliarden Franken sind die besonderen militärischen Güter nicht eingerechnet, die ebenfalls exportiert wurden, aber nicht in der offiziellen Statistik erscheinen. Auch die Finanzierung von Waffengeschäften durch Schweizer Banken erscheinen in diesen Zahlen nicht. Schweizer Geldinstitute, die Nationalbank, Banken, Versicherungen und Pensionskassen investierten in den letzten Jahren sogar in Firmen, die an der Atomwaffenproduktion, an der Herstellung von Anti-Personenminen und Clusterbomben beteiligt sind.

Zahlen 1975 – 1982: Kriegsmaterial-Exportstatistik 1975-1982, aus «Waffenplatz Schweiz, Beiträge zur schweizerischen Rüstungsindustrie und Waffenausfuhr», Herausgegeben vom Tagungssekretariat «Für das Leben produzieren», Oktober 1983.

Zahlen ab 1983: «Staatssekretariat für Wirtschaft SECO»

„direkte und indirekte Finanzierung“ von verbotenem Kriegsmaterial

Laut dem Kriegsmaterialgesetz ist die „direkte und indirekte Finanzierung“ von verbotenem Kriegsmaterial schon heute klar untersagt. Verbotene Waffen sind in der Schweiz chemische und biologische Waffen, Atombomben, Streubomben und Antipersonen Minen.

(6) https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19960753/201302010000/514.51.pdf

Fussnoten

Zur Corona Epidemie

(1) Hier etwas Kritisches zu Corona aus der Schweiz, von Urs P. Gasche auf Info Sperber:

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesundheit/Corona-Statt-zu-informieren-fuhren-Behorden-eine-PR-Kampagne

(2) Hier Kritisches zu Corona aus Deutschland

ARTIKELÜBERSICHT Corona-Manöver
Allen Spins und Hintergründen nachspüren
Von NRhZ-AutorInnen

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26721

(3) https://www.conviva-plus.ch/?page=2452

(4) https://konzern-initiative.ch/

(5) https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19980112/index.html

(6) https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19960753/201302010000/514.51.pdf

Siehe auch:

Schweiz stoppt Kriegsmaterialexporte, Finanzierung Waffengeschäfte und Investitionen in die Rüstungsindustrie nicht. Mit Waffenexporten werden Kriege geschürt – und Flüchtlinge produziert, von Heinrich Frei

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26659

Weitere Texte von Heinrich Frei in der Dorfzeitung >


Dorfzeitung


Die Schule daheim

muttis-naehkaestchen

Ein Appell an alle Lehrerinnen und Lehrer – weil klar ist, dass auch nach Ostern die Homeschooling-Zeit weitergehen und dann auch neuer Stoff erarbeitet wird:

Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
vielen Dank, dass ihr euch auch in Corona-Zeiten so sehr um unsere Kinder bemüht! Aber bitte bedenkt: Auch wenn unsere Kinder selbständiges Lernen eventuell schon beherrschen müssten, so sind doch wir Eltern tagtäglich gefragt – beim Strukturieren, beim Lernen, bei Verständnisproblemen, beim Motivieren.

Muttis Nähkästchen

Von Birgit Strohmeier

Selbst wenn ihr dankenswerterweise im Chat für Fragen zur Verfügung steht, so sind es doch wir Eltern, die als erstes um Rat angefleht werden. Natürlich tun wir Eltern unser Bestes, aber wir sind keine Pädagog*innen und müssen uns erstmal in die verschiedenen Materien hindenken und recherchieren. Zudem müssen viele von uns auch noch unsere Leistung in systemerhaltenden Bereichen oder im Homeoffice, in der Erziehung und im Haushalt erbringen.

Ganz ehrlich: es kommt regelmäßig zu Verzweiflung – bei den Kindern UND bei den Eltern. Die Kinder verzweifeln, weil Angaben manchmal unklar sind, weil ein Arbeitsauftrag nach dem anderen den Berg der To-dos immer noch größer macht oder, weil wir schlichtweg mit den technischen Gegebenheiten kämpfen. Manchmal fließen auch Tränen. Wir Eltern verzweifeln, weil wir durch die Hilferufe der Kinder nur mäßig konzentriert an eigenen Aufgaben arbeiten können. Viele Eltern arbeiten nachts, um die eigenen To-dos bewältigen zu können – und kratzen damit heftig an den eigenen Belastungsgrenzen.

🙏 Bitte seid nachsichtig, wenn etwas nicht wie erhofft läuft. 🙏 Bitte stellt dem Wissensstand bzw. Reifegrad angepasste und vor allem KLARE Aufgaben. 🙏 Und bombardiert uns bitte nicht mit Mails und überbordenden Arbeitsaufträgen. WENIGER IST MEHR! Hier wird gearbeitet – versprochen! Wir alle miteinander haben enorm steile Lernkurven!

Und jetzt freuen wir uns alle – Lehrer*innen, Schüler*innen UND Eltern – auf die verdienten Osterferien! 🙌

Siehe auch:
Schmerzlich vermisst: Höflichkeit, Respekt und ein ehrliches Lächeln


Dorfzeitung.com


Weg mit der Angst

In jedem Leben gibt es größere und kleine Situationen, die unverhofft und plötzlich da sind – ohne Vorwarnung. Und das ist gut so, denn erst dabei kann jeder zeigen, welche Ressourcen und Kräfte in ihm stecken und welchen Einfallsreichtum er hat, was er selbst tun kann, um das Allerbeste zu erreichen.

Maria Schweiger

Vom Maria M. Schweiger

Wichtig ist auch, die in der persönlich bereits erlebten Vergangenheit, wie diese bewältigt wurde; diese Strategien damals helfen, besser mit neuen Situationen umzugehen, auch wenn diese vollkommen anders sind. Aus dem früheren Leben weiß man bereits, ob man die Fähigkeit hat, überhaupt aus einer „schrecklichen“ Sache nicht doch auch Wege findet, diese zu meistern.

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Hier nun ein Beispiel, wobei diese tatsächlich wahr sind, ich jedoch keine Namen nenne (zum Schutz der Personen) und es für Sie vereinfacht darstelle und deshalb jeweils ein bestimmtes Geschlecht verwende, was jedoch keinerlei Rückschlüsse auf das tatsächliche Geschlecht zulässt.

Dr. A war von Kindheit an von seinem Vater kontrolliert, bevormundet und manipuliert worden, was auch beim schon älteren erwachsenen Sohn dann trotzdem nicht unterlassen wurde, ja, sich sogar noch verstärkte. Dem Sohn war es nicht möglich, sein eigenes Leben zu leben, ohne dass der Vater seine pathologische Art verändert. Dr. A war ein hervorragender Arzt, doch schaffte er es nie real, selbständig zu leben und da er dies nicht länger ertrug, brachte er sich um. Eine Kurzschlusshandlung, da er ja nur gegenüber dem Vater Grenzen hätte setzen brauchte, dies ihm aber nicht möglich war.

Ähnlich verlief es bei Dr. B, wo die Kontrolle und Machtausübung sogar so weit ging, dass der Vater bis zum Arbeitsplatz kam – von allen toleriert! Auch er brachte sich um, weil auch er dem Druck nicht Stand hielt.

Ganz anders bei Frau C! Deren Mutter verhielt sich ebenfalls wie bei Dr. A und bei Dr. B zusammen! Doch Frau C hatte ein unumstößliches Selbstbewusstsein, wusste, wer sie war und was sie selbst konnte. Die Mutter wurde einfach ignoriert, der totale Kontakt abgebrochen. Die Mutter machte zwar weiter, doch Frau C nahm einfach keine Notiz davon!

Jetzt überlegen Sie einmal, wer Sie sind? Nehmen Sie die jetzige Situation einfach so hin und lassen Sie auch einfach alles mit sich machen, egal was – oder agieren Sie?

Bei den Herren war hauptsächlich die Angst so groß, was alles passieren könnte, wenn sie einfach Grenzen setzen würden und fanden keine wegen der Angst. Angst hindert.

Anders bei der Frau, die hatte keine Angst, ganz im Gegenteil! Weil sie keine Angst hatte, war sie überhaupt handlungsfähig und konnte reagieren! Sie nutze ihre Möglichkeiten!

Jetzt haben wir alle auch Möglichkeiten, aber nur, wenn wir keine Angst haben. Angst hindert. Wir können uns jetzt fragen, warum das alles so besteht. Haben wir nicht alles sofort haben wollen, z.B. Äpfel zur falschen Jahreszeit, nämlich permanent! Aber woher kommen die? Ist es uns nicht egal gewesen, welche Bedingungen dort herrschen und unterstützen damit auch noch Kinderarbeit, Armut etc.

Warum sind die Äpfel alle gewachst? Damit sie schöner ausschauen, also der Weg so lange und per Flugzeug und die Dauer bis sie überhaupt im Regal sind! Und unsere Bauern? Haben die etwa keine Äpfel? Müssen wir wirklich alles immer haben? Gehen wir nicht den falschen Weg? Jetzt haben wir schon keinen Winter mehr und zu heiße Sommer – und das wegen dem, was die Generationen vor ca 100 Jahren gemacht haben! Was richten wir erst für die Zukunft an!

Und wir selbst wollen ja auch erträglich leben können! Aber es gibt viele Möglichkeiten, die jeder Leser alleine für sich selbst tun kann – und die eigenen Kinder.

Leben Sie mit der Natur, also schauen Sie, dass Sie selbst saisonal kaufen und das in Maßen (was brauche ich wirklich?), vergessen Sie Sonderangebote, die zu viele Produkte scheinbar „günstiger“ anbieten, weil es Mehrfachpackungen sind – letztendlich wird es ja doch weggeschmissen und damit auch Ihr Geld!).

Kaufen Sie österreichische Produkte – seien Sie aber vorsichtig, denn erst der reale Hersteller gibt darüber Auskunft! Es gibt auch genügend Bauern, die ab Hof verkaufen, auch in der Stadt Salzburg. Auch die unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen bzgl,. der Hygiene und Herstellung (aber trotzdem ausschließlich pasteurisierte Milchprodukte kaufen, weil dabei die wichtigen Stoffe erhalten bleiben, die Keime aber abgetötet!). Jetzt momentan denken Sie an obige Beispiele. Erhalten Sie sich ein lebenswertes Leben – ich selbst lebe das gezielt.

Jetzt haben Sie die Möglichkeit, aus der jetzigen Situation wieder etwas
zu erkennen, zu ändern und zu lernen. Wir alle müssen lernen, unser Leben nicht abhängig von anderen zu machen, obwohl das alles bereits vor der Türe da ist, nur wir es bisher nicht erkannt haben! Unser aller Verhalten in Bezug auf alles muss verändert werden. Auch, wenn es uns nicht bewusst ist: Wir alle sind abhängig, abhängig, weil es bequem war.

Jetzt erkennen wir aber den Unterschied – lassen wir uns die Augen öffnen, für die Fehler, die wir bisher gemacht haben und DARAUS LERNEN! Jeder einzelne Leser hat die Macht dazu, jeder! Umdenken und Handlungen
gehören dazu! Jeder einzelne Leser wird jetzt Möglichkeiten finden, um die jetzige Situation zu meistern, doch das ist erst der Anfang sein. Wenn wir alle weiterhin so weitermachen, dann können wir alle etwas erreichen. Denken Sie um!

Wenn wir alle unser Leben neu überdenken (obige Beispiele sind nur als Denkanstoß gedacht, weiter denken müssen Sie selbst!), und danach dann auch handeln, können wir zusammen mehr erreichen, als die Politiker je könnten! Sie glauben es nicht? Wie viele Politiker gibt es? Wie gut sind
die? Wie viele sind wir alle zusammen? Eben! Und wenn wirklich jeder etwas verändert, dann schaffen wir mehr! ALSO LOS !!!!!


Leo Fellinger/ Kunstbox Seekirchen

Ein unnötiger, aber sinnvoller Streit.

Mitten im Corona-Ausnahmezustand ist eine Auseinandersetzung entbrannt zwischen Kulturverein Kunstbox Seekirchen und dem Regionalverband Salzburger Seenland.

Von Leo Fellinger

Anlass war eine Anzeige der BioHeuRegion in den Salzburger Nachrichten, in der Dr. Gerhard Pausch, Energie-Koordinator im Regionalverband als Initiator der Seenland Repair Cafés bezeichnet wurde. Etwas, das den Kulturverein Kunstbox, der das Projekt eigentlich vor 5 Jahren initiiert hatte, schon seit langem stört. Mehrmals wurde der Regionalverband auch darauf hingewiesen, ohne Erfolg. Nun, nach dieser Anzeige, machte der Kulturverein seinem Ärger öffentlich Luft mit einem Leserbrief und einer Veröffentlichung auf der Kunstbox-Facebook-Seite. Der Sachverhalt in verkürzter Form:

Im August und September 2014 entwickelte der Kulturverein die Idee der Schaffung eines Reparaturnetzwerks im Salzburger Seeland als Teil des Kunstbox-Jahresschwerpunkts “Die Kunst zu teilen”. Am 5. Oktober 2014 erfolgte die Registrierung des “Repair Cafe Seeland” beim Rechte-Inhaber in Holland durch Kulturverein Kunstbox. Damit wurde der Verein Mitglied im weltweiten Netzwerk. Im Dezember 2014 erfolgte eine erste Kontaktaufnahme mit dem Regionalverband, der nach der Erstdurchführung und erfolgreichen Implementierung des Projekts das Repair Café als fixe Einrichtung des Seelandes übernehmen sollte. Der Regionalverband stand der Idee positiv gegenüber. Gespräche folgten. Im Mai 2015 registrierte der Kulturverein die Domain www.repaircafeseenland.at, baute eine eigenen Website dazu auf und ging damit online. Ehrenamtliche Reparateure wurden gesucht. Am 19. Juni 2015 erfolgte die offizielle Zusage des Regionalverbands zum vorliegenden Konzept Repair Cafe Seeland des Kulturvereins Kunstbox und auch die Bestätigung der Teilnahme des Regionalverbands als Partner. In dem Schreiben wurde auch erstmals der zukünftige Repair-Café-Koordinator Dr. Gerhard Pausch ins Spiel gebracht.

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Am 19. September 2015 erfolgte die Durchführung des ersten Repair Cafés im Salzburger Seeland im Kulturhaus Emailwerk Seekirchen. Umsetzung und Personal: Kulturverein Kunstbox, Beobachter: Gerhard Pausch, Regionalverband. Im April 2016 werden alle Unterlagen, Website usw. an den Regionalverband übergeben. Ab dann tourt – wie im Ursprungskonzept vorgesehen – die Einrichtung höchst erfolgreich durch das Salzburger Seenland.

Alles gut, möchte man meinen. Die Meinung des Regionalverbands deckt sich leider nicht mit der von Kunstbox. Ihre Darstellung: “Die Idee Repair Cafés zu veranstalten hatten Kunstbox und Regionalverband ziemlich gleichzeitig und man hat sich im Lauf der jeweiligen Vorbereitungen zufällig kennen gelernt und ist überein gekommen, den ersten Termin gemeinsam durchzuführen. In den letzten fünf Jahren haben die Mitgliedsgemeinden des Regionalverbands, die freiwilligen Reparateure und nicht die Kunstbox die Seenland Repair Cafés zu dem gemacht, was sie jetzt sind und dafür wurde ihnen auch der Regionalitätspreis 2017 verliehen. Es findet sich auch nach wie vor das Logo der Kunstbox auf der Homepage der Seenland Repair Cafés und das sollte reichen, um auf eine gemeinsame Idee von vor fünf Jahren hinzuweisen…”

Damit können die Verantwortlichen des Kulturvereins Kunstbox leider nicht leben, da es nicht den Tatsachen entspricht. Kunstbox ist ein lokal, regional und überregional agierender Kulturverein. Dieser versteht sich nicht nur als lebendiges Zentrum zeitgenössischer Kultur, als Spiel- und Produktionsstätte für freie KünstlerInnen, sondern auch als Schmelztiegel aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen. Zu unseren Zielen zählt daher auch, diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und eigenständig Initiativen zu entwickeln, die einerseits Strömungen sichtbar machen, aber anderseits auch etwas Konkretes beitragen zum gesellschaftlichen Leben. In diesem Sinne haben wir auch die Initiierung des Seeland Repair Cafés verstanden. Und selbstverständlich legen wir solche Initiativen so an, dass sie nicht nur gedacht, konzipiert, initiiert und implementiert werden, sondern auch weiterhin wirken. Um öffentlichen Nutzen zu erzeugen. Und selbstverständlich sind wir darauf angewiesen, dass solche Initiativen sichtbar werden als konkrete Ergebnisse unserer Arbeit. Wenn nun eine andere Organisation diese Ergebnisse – und besonders die initiale Aktivität – für sich beansprucht, stellen wir die Dinge öffentlich richtig. Und das ist es, was wir beabsichtigen, eine Richtigstellung. Nichts anderes. Deckt sich zu 100% mit den Vereinszielen. Gutes und Richtiges zu tun für die Region, in der wir wirken und leben.

Zusammengefasst:
Eigentlich ein völlig überflüssiger Streit, wäre man sich in jeder Hinsicht
partnerschaftlich begegnet. Denn es braucht beides: die Initialzündung und die
Systemerhaltung – nur wenn beides exzellent ist, kommt was Gutes dabei heraus.
Wenn jeder sich zu seinem Teil, seiner Rolle bekennt. Dem Kulturverein Kunstbox
geht es auch nicht darum, bei jeder sich bietenden Möglichkeit namentlich
erwähnt zu werden, nein. Der Ärger entstand vor allem dadurch, dass sich der
Regionalverband immer als “Initiator” bezeichnete. Eine
“Initiative” ist laut Definition der erste Schritt zu einer Handlung
und kommt aus dem Lateinischen – initiare “den Anfang machen, einführen,
einweihen”; zu initium “Anfang”. Und den Anfand machte der
Kulturverein Kunstbox, wie die obenstehende (beleg- und belastbare) Chronologie
beweist. Einfach schade, dass man nicht bei der ersten inhaltlichen Definition
– nachzulesen im Pressetextes 2015 – geblieben ist:

“Am
Samstag, den 19. September 2015 fand auf Initiative des Kulturvereins Kunstbox
das erste Repair Café im Salzburger Seenland statt. Mit von der Partie der
Regionalverband Salzburger Seenland, der aus dieser gelungenen Premiere eine
erfolgreiche Serie gestalten wird.” 

Alle wären zufrieden. Schade. Ein unnötiger Streit.

Kulturverein KunstBox
Anton-Windhager-Straße 7
A-5201 Seekirchen


Die Angst öffnet die Türe…

Sie haben das bestimmt schon einmal gelesen oder gehört: Es klopft an der Türe, die Hoffnung geht hin und niemand ist draußen. Es klopft wieder, doch diesmal geht die Furcht hin, das Grauen steht vor der Türe und die Furcht erschrickt so, dass die Hoffnung hingeht und niemanden sieht und zur Furcht sagt, es sei niemand da und die Türe schließt.

Maria Schweiger

Von Maria M. Schweiger

Das zeigt einen grundlegenden Unterschied in der Haltung an sich auf. Die Hoffnung kann deswegen nichts sehen, weil sie neue Möglichkeiten, Lösungswege in sich trägt, das Zukünftige auch positiv sieht. Doch die Furcht hat bereits den Kein des permanten Zweifels in sich und sieht immer nur „das halbvolle Glas“, das Vertrauen fehlt und daher auch das Erschrecken; die Furcht kann nur mehr das sehen, was sie auch erwartet – das Schlimme.

Menschen, die hoffen, sind stark und ein Sturm kann ihnen nichts anhaben, weil sie darauf vertrauen, dass es auch wieder vorbeigeht und auch die Kraft haben, diese vorübergehende Zeit auch so wahrzunehmen. Es geht aber auch noch weiter, denn solche Menschen setzen Ressourcen frei, um die gegebene Situation auch selbst zu beeinflussen un zu verändern – sie handeln. Sie finden immer irgendetwas, um das Beste daraus zumachen. Es werden bereits Tätigkeiten eingesetzt, die sich in der persönlichen Vergangenheit bewährt haben und – so notwendig – auch auf die jeweilige Gegebenheit adaptiert, um den Sturn zu einer Boe werden zu lassen.
Jeder Mensch hat solche Strategien, die lebenslang erlernt und auch der jeweiligen Lebenssituation dazugelernt oder angepaßt werden können – so es gewollt wird. In schwierigen Zeiten kann das dann enorm hilfreich sein.

Zusätzlich holen sich diese Menschen auch Ratschäge ein, selektieren jedoch nach der persönlichen Brauchbarkeit bzw Umsetzbarkeit auf ihr eigenes Leben. Also nicht „was hilft“, sondern „was hilft MIR“? Denn es besteht das Erkennen, dass andere Menschen Hilfe bieten können, doch die persönlichen Umstände nicht kennen, somit auch nicht jeder auch noch so gut gemeinter Ratschlag auch tatsächlich nützlich ist.

Auffällig ist auch, dass die Vorgehendweisen aus der Vergangeheit ebenso berücksichtigt werden, jedoch aus der Fülle häufig die Frage entsteht „was muss ich tun, um X“ (X= z.B. „damit ich das abwenden kann“, „mit Y besser leben kann [Lebenssituation]“ etc). Sie werden schon bemerkt haben, welche Worte die hier ausschlaggebenden sind: Wahrnehmung, dass etwas auch wieder vorbeigeht (Zeitfaktor), durch Selbstinitative etwas verändern (Aktivität), persönliche Vergangenheit nutzen (Adaption auf gegebene Situation), selektiv Ratschläge einholen
und persönliche Selektion auf Brauchbarkeit (Eibindung Dritter, selektiv).

Was zeigt das? Es wird in jedem Leben Momente geben, die plötzlich Schwierigkeiten mit sich bringen – unvorhersehbar. Zuerst ist man überrollt, weil es nicht geplant war und so akut auftreten. Doch genau hier kommt die Vergangenheit und die Lebenserfahrung zu tragen. Überlegen Sie doch einmal: was genau haben Sie alles schon geschafft, das plötzlich, unvorhersehbar und unangenehm passierte und was Sie damals gemacht haben, wie Sie es trotzdem geschafft haben! Sie werden erstaunt sein, auch wenn Sie sich jetzt, wo Sie das lesen, an entweder
gar nichts oder nur geringfügig erinnern können. Probieren Sie es einfach aus! Sie werden sehen, wieviel Sie bisher geschafft haben – das Sie sich vermutlich vorher selbst nicht zugtraut hätten!

Doch darin liegt auch etwas Gutes. Tritt es plötzlich auf, gibt es keine Vorbereitung o.ä., Handlungen müssen getzt werden, ganuso wie Entscheidungen. Da Sie das schon in Ihrer persönlichen Vergangeheit gemeistert haben, warum nicht auch zukünftig,
da Sie ja bereits Erfahrung haben! Seien Sie stolz auf sich! Jetzt und in der Zukunft öffnet bei Ihnen die Hoffnung!


Sich auch einmal „Scheiße“ fühlen dürfen

Der Chef ist andauernd unzufrieden mit der Arbeit, die erbracht wird und nervt, der/die Partener/in beschwert sich, dass zu wenig Beachtung erfolgt, nicht könne Recht gemacht werden, im Bett geht gar nichts mehr, nachts kann vor Gedankenkreisen nicht geschlafen werden, die Freunde meinen „du könntest auch netter sein“ etc.

Maria Schweiger

Von Maria M. Schweiger

Also an vielen Fronten gleichzeitig läuft vieles schief und man spürt selbst, dass irgendwie zwar sich alle zu Recht beschweren, doch eigentlich ist man gedanklich immer nach der Such nach Lösungen: „wie mache ich es dem Chef und meinem Partner Recht, wie meinen Freunden“?

Häufig liegt die Lösung aber bereits im Problem selbst. Überlegen Sie doch zuerst, wie viel Zeit Sie überhaupt pro Tag zur Verfügung haben; also beansprucht die Arbeit Sie zeitlich so lange, dass für zu viele Freunde gar nicht da ist, weil der Partner auch Zuwendung braucht und hat sich in der Beziehung etwas verändert, dass Ihnen vielleicht gar nicht aufgefallen ist?

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Suchen Sie sich vertrauensvolle, wertschätzende Freundschaften, also das richtige Maß – Qualität vor Quantität. Schreiben Sie sich einmal ehrlich auf, was Ihre Stärken sind, was Sie gut können und vergleichen Sie das mit dem, wie Sie was in der Arbeit real machen. Wie können Sie das konkret einbringen?

Bitten Sie auch Ihren Chef um Rat – trauen Sie sich, denn gerade die menschliche Qualität zeigt, dass Sie Interesse haben, auch seinen Standpunkt zu hören; gleichzeitig (er weiß ja bereits, dass
etwas nicht nach seinen Ansprüchen läuft!) bringt es Ihnen auch, dass er vorzeitig handelt und Sie z.B. versetzt oder gar kündigt (das wäre für eine neue Arbeit der schlechteste Ausgangspunkt, denn häufig wird bei vorherigen Firmen nachgefragt und Ihr Arbeitszeugnis wäre zwar rechts konform, aber so formuliert, dass sich jeder auskennt). Sagen Sie dem Chef auch, dass Sie viel Wert darauf legen, dass er Ihnen hilft, dass Sie mehr Gewinn für die Firma (wieder) sind (ja nach derzeitigem Stand). Durch das aktive Ansprechen Ihrerseits zeigen Sie, dass Sie die Situation genau einschätzen können – ein Plus für Sie. Gut würde auch wirken, wenn Sie sich einen Tag nach dem Gespräch nehmen und dem Chef auch sagen, dass Sie diesen Tag brauchen, um die Möglichkeiten, die er Ihnen (hoffentlich) aufgezeigt hat, nachzudenken – hebt Ihre Kompetenz, Ihr Interesse an den
Worten Ihres Vorgesetzten und der fühlt sich dadurch wertgeschätzt und wird Sie auch unterstützen.

Machen Sie das aber auch, wenn er sich nicht situationsadäquat verhält!
Nutzen Sie diesen einen freien Tag, um Lösungen zu finden: graben Sie einfach tiefer. „Was gefällt mir an dieser Arbeit? Warum habe ich sie damals überhaupt angenommen? Was habe ich bisher Gutes erlebt?“ Was also spornte Sie an damals, was kann es heute?

Klären Sie – so nötig – auch die Kompetenzen, also wer im Unternehmen was macht und was nicht. Erklären Sie Ihrem Partner, dass Sie derzeit eine Neuorientierung brauchen, weil Ihnen einige Sachen noch unklar sind, die Sie aber gerade klären möchten. Bitten Sie sie um Verständnis und Nachsicht. Wenn dann der Partner geht, was es der falsche Partner, denn so etwas muss eine ehrliche Partnerschaft aushalten können.

Nebenbei können ja auch ganz neue Errungenschaften hier dadurch entstehen. Sprechen Sie offen miteinander. Sowohl im Haushalt, der Beziehung und im Bett kann das eine Chance seien, eingefahrene Muster neu zu definieren – gemeinsam, zum Wohle füreinander.

Schauen Sie, dass Sie die angeführten Punkte gut überlegt und geplant durchführen, also auch da nicht überfordern. Dieses Geschilderte gilt für das ganze Leben – Ihr Leben -, also auch für Freizeitaktivitäten etc.

Wenn Sie nach und nach die 24 Stunden, die jeder Tag hat, für sich selbst zufriedenstellend und ausgleichend, also Beruf, Partnerschaft, Hobbies, Freunde, zusammengestellt haben, dann genießen Sie den Abend als Ausklang in Ruhe und Sie werden entspannter schlafen und leistungsfähiger sein.

Denken Sie sich aber nichts, wenn es nicht sofort klappt, denn das momentane Schema haben Sie sich ebenfalls über einen langen Zeitraum nach und nach „zusammengestellt“, also setzen Sie sich Prioritäten; teilen Sie jedoch allen, die es betrifft sofort mit, was Sie jetzt vorhaben. Damit haben Sie zum einen den ersten Schritt gesetzt, und sich rechtzeitig Unterstützer geholt und der Druck seitens der Anderen fällt dann weg, weil Sie Ihnen Zeit geben, bis Sie so weit sind – haben also mehr Verständnis.


Offener Brief eines Auslandskapfenbergers an steirische Wähler

Eins meiner unzufriedenen Augen verfolgt die Wahlresultate „aus Steiermark“, das andere, die politische Entwicklung in meiner Wahlheimat Brasilien und in ganz Lateinamerika.

Von Reinhard Lackinger, Originalsteirer und Wirt in Salvador, Bahia, Brasilien

Was verstehe ich von
Politik? Wie stehe ich zu ihr?

Welche Bilder
defilieren vor den Augen meiner Erinnerungen? Gesammelte Erfahrungen aus 22
Jahren Österreich und 50 Jahren Brasilien.

Als einer, der in der
sozialistischen Hochburg Kapfenberg aufgewachsen ist und bei Böhler gearbeitet
hat, ist es mir ein Leichtes, den Individualismus der brasilianischen
Mittelklasse zu orten, zu verschmähen!

Brasilianer der Mittelklasse
fühlen sich wie Nordamerikaner, die rein zufällig in Südamerika geboren wurden.
Die meisten von ihnen drängen nach Miami, Orlando und Disney. Andere begnügen
sich mit der Green Card und einem Handlangerjob in New Hintertupfing/Iowa.

Solidarität mit
anderen Brasilianern darf man von diesen Möchtegernreichen nicht erwarten.

Sie alle wählen
natürlich ausschließlich konservative und sogar rechtsradikale Politiker.

Sie alle hassen den
Ex-Präsidenten Lula und die von 2003 bis 2014 regierende Arbeiterpartei.

War es doch die
Arbeiterpartei, die den Bürgern das Hilfspersonal nahm, Mittellose aus dem
Sklavendienst im Hause der Mittelklasse befreite! Arme, mit denen die feinen
Herrschaften Brasiliens plötzlich die Warteschlange vor der Kasse der
Supermärkte und beim Check-in am Flughafen, aber auch Lehrsäle in Universitäten
teilen mussten.

Diese kollektiven
Bemühungen und das Regieren für alle, auch für die ärmsten Brasilianer, war der
Elite, den Chicago Boys und Washington ein Dorn im Auge! Die Regierung der
Arbeiterpartei musste gestürzt werden! Obwohl alle, auch die Bankiers und die
Besitzer brachliegender Liegenschaften unter Lula gutes Geld verdient hatten!

Nach dem Putsch, der
Übergangsregierung und der ungerechten Inhaftierung Lulas, des Wahlfavoriten 2018,
wählten 57 Millionen brasilianische Möchtegernreiche den rechtsradikalen und
nazifaschistischen Unhold Bolsonaro..

Neofaschismus! Ein,
durch die USA verbreitetes Krebsgeschwür, das heute ganz Lateinamerika todkrank
macht. Der unersättliche Verbrecherstaat nützt alle möglichen Untaten wie
Spionage, Fake News, kybernetische Kommunikationsverbrechen, Bestechungen,
Bedrohungen, Sabotageakte, Wirtschaftsembargos und Heerscharen von
Evangelikalen, um überall an die Macht zu kommen und diese zu festigen.

Tragödien, die
Steirer nur vom Hörensagen kennen!

Die Katastrophen, die
Unbill, das Übel, das der Neoliberalismus hervorzurufen imstande ist, berührt
die Steirer nicht. Chile und Südamerika liegen ja weit weg! Das Rauchverbot ist
näher!  

Was sehe ich nun,
wenn ich an meinen Geburtsort der 50 er Jahre denke? Damals gab es in
Kapfenberg kaum eine Familie mit mindestens einem „Böhlerianer“ pro Haushalt.
Von den etwa 25.000 Einwohnern waren gute 6.000 im staatlichen Betrieb, im
Edelstahlwerk beschäftigt.

Rund um die Uhr und
von Montag bis Montag wurde in drei Schichten gearbeitet. In jenem rührigen,
betriebsamen und nimmermüden Industriekomplex.

Die Arbeiter und
Angestellten zeigten sich auch in der Freizeit unermüdlich. Beim Roten Kreuz,
bei der Freiwilligen Feuerwehr, als Funktionär bei der Sozialistischen Partei
oder einer der unzähligen Sportarten, beim „Stahlklang“, bei den Kinder – und
Naturfreunden, beim Alpenverein oder wenigstens beim Kameradschaftsbund.

In den Wirtshäusern
ging es lustig zu und im Altstadtkern wurden exklusive Waren angeboten und
gekauft. Musikinstrumente beim Eberhard, Portwein beim Meinl, Bücher beim
Leykam, Dirndlkleider und Steireranzüge beim Heimatwerk, Uhren beim Ebner, Brot
beim Terk, Schuhe beim Wukitschewitsch und Delikatessen beim Wettl.  

Zwischendurch
stellten die Konsumentinnen ihre Einkaufstaschen in einem Kaffeehaus ab,
tranken einen Verlängerten oder ein Glas Wein und rauchten eine Zigarette.

Sowohl im Werk, in
der sogenannten Blechbude, als auch in der Freizeit war kollektives Treiben
nicht zu übersehen!

Jeder kannte jeden,
wusste von ihm, von ihr und ob er oder sie tüchtig war oder nicht. Ob einer
murkste und rostfreie Objekte im Haus hatte, oder nur ab und zu eine
Schweißnaht auf den Auspufftopf seines Kleinwagens legte.

Das war einst, als
Steirer nur an der Adria Urlaub machten. In Lignano, in Gardo, in Caorle. Das
Risiko, nach Cattolica zu fahren, dürften Menschen aus einer antiklerikalen
Gemeinde nicht eingegangen sein. Sie könnten Gefahr laufen, für den Rest ihres
Lebens als Schwarze gebrandmarkt zu werden.

In Kapfenberg wird
nach wie vor musiziert, Sport betrieben, Literatur geübt und und alle anderen
kulturellen Möglichkeiten, sowie die wunderschöne Umwelt genutzt. Fahrräder
sieht man nur noch auf durchgehenden Radwegen. Von Murau bis Bad Radkersburg.
Zur Arbeit fährt aber keiner mehr damit!

Die Wirtshäuser
stehen leer und werden immer weniger. Eine Tatsache, die ich bereits Jahre vor
dem Rauchverbot in den Lokalen beobachtete.

Sowohl die urbanen
Konsumenten als auch die Kunden vom Land fahren im Nu mit ihren
Mittelklasseautos und Suvs zu den Supermärkten und Einkaufszentren an der
Peripherie der Städte.

Es gibt kaum noch
abgeschiedene Dörfer. Die Autobahnen haben die entlegensten Weiler erschlossen.

Die Costa Brava sieht
auch keine alpenländischen Urlauber mehr. Höchstens Frührentner, die es im
Winter nach Spanien, nach Mallorca, Marbella oder nach Algarve, Portugal zieht.
Die Zeit, als beschäftigungslose Staplerfahrer hier in Bahia ihre
Arbeitslosenunterstützung verputzten, scheint auch vorbei zu sein. Jetzt
dürften sie irgendwo auf den Seychellen unterwegs sein, oder in der Südsee.

Einst vom Vater Staat
verwaltete Großkonzerne, die strategischen Aktivitäten nachgehen, wie Energie,
Telekommunikation, Bergbau und Stahlindustrie wurden mittlerweile privatisiert.
Sie wurden Gott sei Dank privatisiert, sagen die Verteidiger der
Privatisierungen.

Die Öffentlichkeit
ist für die Marktwirtschaft zu offen, zu sozial, zu naiv und zu ineffizient,
heißt es! Die staatlichen Betriebe tolerieren schwache Produktivität, sagen die
Befürworter der freien Marktwirtschaft. Der Vater Staat ist längst zu einer
Mutter Staat mutiert!

Zu viel Soziales, zu
kurze Arbeitszeit und zu lange Krankenstände machen nicht nur die Wirtschaft
kaputt, sondern auch den arbeitenden Menschen.

Irgendwann spielt
einer den Jolly Joker der Murxerei mit den schwarz angefertigten Objekten aus
rostfreiem Stahl aus. „Würde man den Böhlerstern aus den ehernen Teilen des
Eigenheimes eines ehemaligen Arbeiters herausfeilen, fiele das Häusl auf der
Stelle zusammen“, heißt es dann.

Dass es sich hier um
fadenscheinige, billige und fragwürdige Argumente handelt, daran denkt wohl
keiner. Die Privatiers denken nur ans Lukrieren!

Es fragt auch keiner
mehr nach der Kameradschaftlichkeit und nach der Solidarität, die in jenen
Fabrikhallen jederzeit zugegen war!

Die brüderliche Kollektivität
hat es in den staatlichen Unternehmen tatsächlich gegeben. Auch wenn mitunter
garstige Farben des Neides und der Missgunst darüber rannen.

Auch wenn sich manche
unschöne Szene zwischen gemeinschaftliche Bemühungen zwängte, so sind die
Bilder der staatlichen Unternehmen bei Weitem schöner als die der
privatisierten Firmen, die für die Individualität werben und dem heutigen
Menschen nahelegen.

Das Individuum passt
sich an die neuen Spielregeln an. Charles Darwin schrieb in seinem „The Origin
of Species“ zwar nicht über steirische Wähler oder wahlberechtigte Menschen
überhaupt, hat aber den Nagel auf den Kopf getroffen und in meinem Schädel ein
Licht angezündet, während es dunkel wird rings herum. Das politische, garstig
egoistische und individualistische Lied klingt aus.

Der verlorene Sohn
wird, so Gott will, in Zukunft wieder die SPÖ wählen. „In Steiermark!“

In Brasilien die PT,
die Arbeiterpartei.


Keramikengel

„Dunkler“ November

Wenn
man aufsteht ist es noch dunkel, ebenso bei Arbeitsschluss und es beginnt der
Weg nach Hause. Es erscheint, dass einfach „alles immer“ dunkler wird. Wird es
das wirklich?

Maria Schweiger

Von Maria M. Schweiger

Wir haben das Licht außen, das uns die Helligkeit gibt, beim Aufstehen und auch abends, um ihn genießen zu können, die Straßenbeleuchtungen, um uns richtig zu leiten etc. Für die Außenwelt sind genügend Hilfsmittel da, um uns den Weg korrekt zu finden und auch real nicht im Dunkel sein zu müssen.

Doch wie schaut es innen aus?
Durch die Jahreszeit bedingt, braucht es den Wind, um die Blätter von den Bäumen, Sträuchern zu holen, damit sie sich auf den Winter vorbereiten können. Die Kälte ist der Vorbote des Winters, der (so es kalt genug ist) die Schädlinge beseitigt. Die Natur folgt den natürlichen Regeln, alles hat seinen Sinn. Frühling als Zeit des Erwachens, Sommer, um zu produzieren, Herbst, um zu ernten und Winter, um sich zu erholen.

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Warum
schauen wir und nicht auch etwas von der Natur ab? Warum übernehmen wir nicht
auch das Muster? Und es geht sogar täglich! Aufwachen, produktiv sein, gegen
Abend die Arbeit abschließen und abends abschalten, um nachts gut zu schlafen.
Ein natürlicher Vorgang.

Gerade diese „dunkle“ Zeit zeigt uns einerseits, wie gut wir es haben, da wir das Licht überhaupt haben, dazu z.B. morgens das Radio dazu – als Ausgleich, um sich beim Aufwachen leichter zu tun.

Aber auch nachzudenken, was man real am gewohnten Tagesablauf ändern könnte, um ihn angenehmer
zu gestalten. Viele Menschen haben Schwierigkeiten bei der Zeitumstellung, aber
es zeigt auch, dass der Mensch sich an Dinge einfach gewöhnt; werden
Gewohnheiten plötzlich verändert, erfolgen plötzliche Umstellungen nicht
einfach. Es beweist aber auch, dass der natürlichen Biologie des Menschen in
Bezug auf Zeit, Nahrung (Hungergefühl) nachgegangen werden sollte, damit der
aus Urzeiten erhaltene Rhythmus erhalten bleibt, so gut es eben geht. Und man
spürt selbst, wie man es am liebsten hat, weil es der gesunde Körper einem
vorgibt.

Die Schwierigkeiten bei so viel Dunkelheit sind chronobiologisch bedingt, weil automatisch „dunkel“
zu einer Hormonausschüttung führt, die Müdigkeit und Schlaf bewirkt, also den
Schlaf einleitet.

Daher eben morgens und abends auch mit sich selbst nachsichtig sein, aber konsequent. Immer zur gleichen Zeit schlafen gehen und morgens aufstehen. Sehen Sie es als Herausforderung an, die Sie annehmen. Dann geht es leichter.

Nehmen
Sie sich für den Weg zu und von der Arbeit Ihre ganz spezielle Lieblingsmusik
mit. Gerade Musik spielt im Gehirn eine große Rolle! Nehmen Sie sich daher Zeit
bei der Auswahl, denn Sie reagieren morgens VOR der Arbeit anders, als NACH der
Arbeit. Machen Sie lieber vorsorglich je zwei unterschiedliche Varianten. Das
hilft auch in der Zukunft!

Gerade
Musik ist für die Psyche einer der Dreh und Angelpunkte. Je nach Stimmung haben
Sie die unterschiedlichsten Arten an Musik und können auch noch neue
Stilrichtungen ausprobieren.


Allerheiligen - Friedhof

Meine Gedanken zu Allerheiligen

Zu Allerheiligen gedenken wir unserer Verstorbenen. Wir aktivieren die Bilder in unserem Kopf, an die Personen, die sie zu Lebzeiten waren.

Anni Lemberger

Von Anna Lemberger

Aber denken wir auch an
unseren eigenen Tod? Allzu gerne verdrängen wir das Wissen um unsere
Sterblichkeit.

Für gläubige Menschen mag
der Gedanke an den Tod, mit einer Auferstehung, einem Weiterleben oder einer
Wiedergeburt danach, einen anderen Stellenwert haben, als für Menschen, die im
Atheismus ihr Auslangen finden.

Seit ich weiß, dass mein
Dasein einen Sinn hat, weil ich durch mein Wirken Positives im Leben anderer
Menschen bewirken konnte, ist die Frage nach einem Weiterleben nach meinem Tod
unwichtig geworden. Denn ich hinterlasse Spuren im Diesseits.

Als Pflegeleitung in einem
Seniorenheim wurde ich oftmals Zeugin von nicht ganz freiwilliger Übersiedlung
einiger BewohnerInnen in das neue Zuhause. Aber ein Leben alleine in der
Wohnung war einfach nicht mehr möglich und somit blieb nur mehr die
Übersiedlung in ein betreutes Wohnheim.

So auch Herr P. , dem auch
aufgrund einer Demenzerkrankung die Einsicht in die Notwendigkeit dieser
Maßnahme fehlte.

Unter großen Gefahren
machte er sich immer wieder auf den Weg „nach Hause“ und landete entweder im
Krankenhaus, wurde von Polizei, Rettung, Taxi zurückgebracht oder musste von
mir dem Auto vor der verschlossenen Wohnungstüre abgeholt werden.

Als er bei seinem nächsten
Ausflug das, von mir geschenkte, Katzenbuch fein säuberlich in Zeitung
eingepackt mit auf seinen Weg nahm, wusste ich was zu tun ist.

Ich suchte eine Katze und
wurde fündig: Ein Tierärztin suchte für ein schwer verletztes und nach einer OP
gehandicaptes Kätzchen einen Pflegeplatz mit ganz vielen Streicheleinheiten.

Wenige Tag später zog die
Mieze bei Hr. P. ein und der „verzweifelte Wanderer kam in seinem neuen Zuhause
an“. Er hatte eine neue Aufgabe gefunden – die Versorgung und die Liebe zu
seiner Mieze (so nannte er sie auch) machten aus dem unliebsamen
Altenheimzimmer ein geliebtes Zuhause. Nie wieder machte er sich auf dem Weg
nach Hause, denn er war bei seiner Mieze daheim.

Sogar seine Orientierung
und Beweglichkeit wurden wieder wesentlich besser. Und  als er nach einigen Tagen
Krankenhausaufenthalt wieder in sein Zimmer zurückkam, sah er Mieze und sagte:
„endlich wieder daheim“.

Hr. P. ist schon vor
einigen Jahren gestorben und Mieze hat ein neues liebevolles Zuhause bei
Katzenfreunden gefunden.

Das ist eine von vielen
Geschichten, die meinem Leben Sinn und Liebe geben. Und immer wenn ich an eine
dieser wunderschönen Geschichten in meinem Leben denke, weiß ich, dass ich
Spuren gesetzt habe.


Die Salzach bei Oberndorf/ Laufen.

Großes erreichen

Wenn Sie sich etwas Großes, Außergewöhnliches vorgenommen haben, werden Ihnen 90% der anderen Menschen unzählige Gründe nennen, warum das „unschaffbar“ wäre.

Maria Schweiger

Von Maria Schweiger

Warum? Weil diese Menschen meist nie Großes erreicht haben, es gar nicht versucht haben und nur im Strom „der Mittelmäßigkeit“ schwimmen und sich selbst gegenüber nicht ehrlich sind, es einfach verleugnen.

Doch auf mutige Zeitgenossen sind sie dann neidisch, weil sie eben außergewöhnliche Gaben haben, die sie selbst nicht haben, das aber auch wissen. Um den Selbstwert zu erhalten, dürfen Menschen, die Großes wagen, auf gar keinen Fall das Ziel erreichen. Warum? Schaffen diese Menschen
ihre hoch gesteckten Ziele, spüren diese 90% intuitiv ihre eigene Schwäche und
der Neid wird noch größer und sie fühlen sich darin bestätigt, dass sie eben „Verlierer“
sind und bleiben.

Doch
wer Außergewöhnliches erreicht hat und es wieder möchte, sollte diesen Neid
erst Recht als Lob und Ansporn nehmen (warum sonst würde man be-neid-et
werden?).

Und
wie erreicht man Großes?

Erarbeiten Sie die Grundzüge, die Details erledigen sich dann von selbst, weil sie erst später auftauchen. Informieren Sie sich gut, aber zerklauben Sie nicht jedes Detail, sonst bleiben Sie stecken.
Suchen Sie sich einen Leitspruch für  sich selbst (vielleicht hatten Sie ja bereits
früher einen!), der Sie immer wieder anfeuert.

Schauen Sie es sich von der Werbung ab: machen Sie sich für sich selbst einen schriftlichen Werbespot, den Sie täglich lesen – damit verlieren Sie das Wesentliche nicht aus den Augen. Nämlich
Ihr Ziel und sind motiviert.

Behalten
Sie das Heft in der Hand – Sie wollen etwas erreichen!

Zeigen Sie Initiative – nebenbei kommt damit keine Angst auf, wenn es unvorhergesehene Umleitungen
gibt, da Sie die Initiative ja schon gewohnt sind („ich kann und ich tue XY“).

„Ich kann nicht (weil..)“ ist Stagnation, abwendbar auch dur den persönlichen Werbespot. Sie haben nichts zu verlieren, weil Sie es überhaupt probierenund dranbleiben – und alles zugewinnen,
nämlich Ihr Ziel, Ihre Vision!

Übrigens
ist „ich kann“ die Verbalisierung Ihres Glaubens an sich selbst und wenn Sie es
sagen, dann wird es Realität (das nenn man „Self-fullfilling-prophecy“). Probieren
Sie das Großartige, halten Sie sich an „groß“-denkende Menschen und Sie werden staunen,
was nicht alles möglich ist!


Donauschiff in der Wachau

Klimaerwärmung im Dorf

Die Wogen gehen hoch hier in unseren Freundeskreisen. Die Klimaerwärmung heizt nicht nur unseren Planeten auf, sondern auch unsere Köpfe.

Ecker_Wolfgang

Von Wolfgang Ecker

Lasst mich ein paar Gedanken dazu schreiben.

Fangen wir bei Greta an. Ein hübsches junges Mädchen, das zur Galionsfigur des Umweltschutzes geworden ist. „Ja,“ sagen die einen, „das ist alles gut und schön, aber es ist doch nur ein aufgebauschter Hype um sie, man sollte das anders machen.“

Das mag stimmen, ändert aber nichts daran, dass es zu heiß wird auf der Welt. Diese Argumentation erinnert mich an die Tage vor einem wichtigen Länderspiel, da haben wir in Österreich sofort 8 Millionen Bundestrainer. In Deutschland wird es nicht viel anders sein, nur die haben gleich 80 Millionen. Und in Dänemark nicht anders, in Italien nicht anders, in Frankreich nicht anders und nirgends nicht anders.

Tatsache ist, ihr Gesicht ist untrennbar mit der Bewegung verbunden. Ob einem das jetzt passt oder nicht.

Dann zum zweiten Thema: Der Erwärmung an sich. Ich denke, ich brauche da nicht viel sagen dazu, die Fakten sind so evident, dass mich jene, die das noch leugnen, an die Flacherdler auf youtube erinnern, die steif und fest und mit geradezu verbissener Hartnäckigkeit behaupten, die Erde wäre flach. Die gehören für mich in die Kategorie „Dorfdeppen“. Dorfdeppen hat es selbstverständlich auch früher gegeben, aber die sind weiters nicht aufgefallen. Man hat sie gekannt, „ach was, ein harmloser Narr“, hat über sie gelächelt, aber damit war die Sache auch schon wieder erledigt. Das Verharmlosen hat sich mit dem Internet fundamental geändert, heute vernetzen sie sich und plärren „wir sind das Volk!“ (Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, so kann das nicht weitergehen, sonst regieren Deppen die Welt)

Dann gibt es die, die sagen: Österreich ist zu klein, Deutschland ist zu klein, Europa ist zu klein, wir sind nur ein Fliegenschiss auf der Landkarte und können global nichts verändern. Das ist eine Einstellung, die ich nicht teile. Wir, wir in den reichen Ländern, wir, die wir nicht mit den Produktionskosten in Vietnam, in Thailand oder sonst wo konkurrieren können, wir müssen Bugwelle sein und nicht der Sog im Heck. Unser Erfolg liegt im Hirnschmalz, das wir investieren, nicht im Nachäffen. Gehirn, Innovationen, Erfindungen, damit können wir uns absetzen und können erfolgreich sein (und wir sind es ja auch) aber nicht mit Nachäffen oder gar der Reduktion von Standards.

Ich bin schon ein paar Jahre auf der Welt, wie ihr wisst. Eine Welt, die während meiner Lebenszeit bereits mehrmals untergegangen ist. Sehr gut erinnere ich mich noch an die frühen siebziger Jahre. Aufgewachsen in Linz, einer Industriestadt, Stahl, Chemie, Schwerindustrie. Die Luftverschmutzung war so arg, dass es im Herbst aus dem Nebel geschneit hat. Feiner Schnee, Industrieschnee. Es war so viel Staub in der Luft, dass der als Kondensationskeim gedient hat, um diese „Keime“ hat sich der pulvrige Schnee gebildet und hat alles weiß überzogen.

Der Nebel war so dick, dass der Verkehr zusammengebrochen ist. Die wenigen Autos, die gefahren sind, sind in einer Kolonne hinter Fußgängern hergefahren. Ein Beifahrer hat sich erbarmt, ist ausgestiegen und in der Mitte der Fahrbahn gegangen. Die Autos hinterdrein. Nach einer Weile war Schichtwechsel, der nächste Beifahrer ist vorne gegangen.

Man hätte Filter gebraucht für die Abgase. Das ist aber nicht gegangen, weil sonst die Welt untergegangen wäre, weil sich unsere Preise erhöht hätten und wir nicht mehr konkurrenzfähig gewesen wären, weil den Chinesen war die Umwelt egal. Damals waren es übrigens keine Chinesen, auch keine Koreaner, damals waren es Japaner.

Wie ihr seht lebe ich noch. Und gar nicht schlecht. Die Welt ist nicht untergegangen.

Dann gibt es noch – das ist jetzt das letzte Thema, das ich anspreche, obwohl noch mehr zu sagen wäre – all jene, die Angst vor Veränderungen haben. Denen kann man nur die alte Weisheit vor Augen halten, die für jedes Unternehmen gilt: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Und jenen, die fürchten ihre Welt geht zu Grunde, die massive Wohlstandseinbußen befürchten, die möchte ich an die Geschichte mit dem Industrieschnee erinnern und ihnen sagen, dass heute die Reifen des Rasentraktors drei Mal so dick sind wie damals meine Autoreifen.

So, das war das Wort zum Samstag. Jetzt schießt los und sagt mir, warum ich unrecht habe.