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Kirschbaumplantage

Moderner Obstbau

Vor einigen Wochen besuchte ich Gleisdorf in der Oststeiermark. Die Gegend ist weit um für den Obstbau bekannt. In unmittelbarer Nähe ist auch die berühmte steirische Apfelstrasse zu finden.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Neben wenigen konventionellen Obstgärten sieht man in erster Linie überdachte Plantagen, die den Hagelschäden vorbeugen. Angesichts der Tatsache, dass Konsumenten ausschließlich perfekte Ware kaufen, wird alles unternommen, um das auch bieten zu können. So werden manche Plantagen zum Teil gänzlich eingehaust, um dem Vogel- und Insektenfraß vorzubeugen.

Die Kehrseite der Medaille, es sind dann eingekaufte Hummeln nötig, um die Blüten zu bestäuben. Die Hummeln können sich in den “Mega-Zelten” nicht orientieren. Sie bestäuben und fliegen, bis sie tot zu Boden fallen. Tierschutz ist bei Insekten offensichtlich kein Thema.

Beim Blick in die Plantage sieht am einzelne Vögel und einige Hühner, die verzweifelt einen Ausgang suchen. Irgendwie ist es schon ein klein wenig gespenstisch.


Natur. See. Architektur. Verbote. Salzburger Land Heute.

Also eigentlich war unser Ziel heute der Wolfgangsee. Welch Blauäugigkeit. An einem strahlenden Herbstsonntag wollten dies gefühlte Tausende auch.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld

Also kehrt marsch. Ab durch die Landschaft, wo WanderInnen leider offensichtlich unerwünscht sind. Fehlende Parkplätze werden ergänzt durch Halteverbotsschilder. Privatgrund. Feindliches Bauernland für BesucherInnen. Nun denn. Wir haben uns dennoch durch Wiesen und Felder wohlgelaunt geschlagen. Nicht unerwünscht sind von den Anrainern und Gemeinden hingegen wie Pilze aus dem Boden schießende immer größere Logistikzentren. In Zeiten, in denen Maßnahmen gegen den lebensbedrohenden Klimawandel unabdingbar und vorhersehbar sind, Bauruinen der Zukunft.

Dann Richtung Wallersee. Welch ein Kleinod!

Zur Begrüßung erst einmal. Ja, genau. Verbotsschilder. Da wird klar,
warum ein Kickl bei Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung stieß.

Jedenfalls spazieren wir unverdrossen fröhlich weiter durch offenbar
noch nicht vermintes Gelände. Die BesitzerInnen hier zahlen viel Geld für ihre
Grundstücke und Gebäude. Also: Badeverbot. Privat. Keine Hunde ins Wasser.
Privat.

Apropos Gebäude. Da gibt es unverständliche Bausünden. Aber nur wenige.
Dafür viele farbenfroh hergerichtete Häuser. Wunderbar. Und Ruhe. Keine Massen.

So hat uns unser Ausflug mit viel Cons und viel Pros konfrontiert.


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Mohnblüte im Waldviertel

Mohnblüte im Waldviertel

Zur Zeit blüht in der Gegend um das Mohndorf Armschlag im niederösterreichischen Waldviertel der Graumohn.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der Anbau von Graumohn hat im Waldviertel eine lange Tradition. Schon um 1280 wurde der Mohnanbau im Raum Zwettl beschrieben. Bis 1934 handelte man den Zwettler Graumohn an der Londoner Produktenbörse.

Am 13. Juni 1997 wurde der Waldviertler Graumohn als „geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)“ in der EU registriert.

Der Waldviertler Graumohn zählt zu den Schlafmohn- bzw. Ölmohnsorten und ist als Schüttmohn oder sehender Mohn bekannt. Neben dem Graumohn wird auch Weißmohn angebaut. Besonders schön anzuschauen sind die bunten rot-weißen Mohnfelder.


Mohnbilder zum Download finden Sie HIER >

Dorfzeitung


Kaisermantel

Das grosse Insektensterben

Die beiden Sommerflieder in unserem Garten sind zur Zeit ein beliebter Treffpunkt für einige bunte Schmetterlinge. Es sind mehrere Kohlweißlinge, Kleine Füchse, Tagpfauenaugen und auch Kaisermäntel zu sehen.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Diese scheinbare Idylle darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es insgesamt zu einem drastischen Rückgang der Insektenpopulation gekommen und keine Ende der Talfahrt in Sicht ist. Gründe dafür gibt es zuhauf, das fängt bei der intensiven Düngung der Wiesen an, geht weiter zur Einschleppung von Fressfeinden und hört bei der immer stärker um sich greifenden Lichtverschutzung auf, um nur 3 Beispiele zu nennen.

Ich erinnere mich an Zeiten, als nach einer Autofahrt in der Nacht die Windschutzscheibe von festklebenden Insektenresten gesäubert werden musste. Hat mann/ frau an einem schönen warmen Sommerabend eine Lampe im Freien eingeschaltet, war schnell eine ganze Wolke von um das Licht schwebenden Insekten zu sehen. Wo ist das alles geblieben? Interessante Infos zu dieser Problematik finden sie im folgenden Buch:

Segerer_Insekten

Autor: Andreas H. Segerer/ Eva Rosenkranz
Titel: Das grosse Insektensterben
Was es bedeutet und was wir jetzt tun müssen
Verlag: oekom München 2018
ISBN: 978-3-96238-049-6

Klappentext
Die »Krefeld-Studie« hat gezeigt: Das Artensterben ist auch bei uns angekommen. Wenn bislang irgendwo in Afrika eine unbekannte Art verschwand, konnte man dazu vielleicht noch mit den Schultern zucken. Aber nun sterben Bienen, Schmetterlinge und Käfer vor unserer Haustür – und mit ihnen verschwinden Vögel, Frösche und vieles mehr.

Was wir mit den Insekten verlieren, ist nicht allein das Fundament eines intakten Ökosystems; mit dem Aussterben der Bestäuber steht die Nahrungsmittelversorgung für unzählige Menschen auf dem Spiel. Wozu brauchen wir Insekten? Ist ihr Verschwinden nur eine kurzfristige Laune der Natur? Wer oder was ist dafür verantwortlich?

Der Insektenforscher Andreas Segerer erläutert die Zusammenhänge und zeigt auf, was jetzt passieren muss. Dazu liefert Eva Rosenkranz viele praxisnahe Tipps und nennt Initiativen, die sich dem Insektensterben entgegenstellen – nach dem Motto: Wir fangen schonmal an! Denn jeder kann seinen Beitrag leisten, damit die Welt nicht verstummt, sei es durch einen insektenfreundlichen Garten oder durch Engagement im eigenen Umfeld.


Schmetterling

Blumenwiese vs. Schmetterlingsweide

Die Zeit, als noch zahlreiche verschiedene Schmetterlinge über die blühenden Wiesen flogen, ist vorbei. Viele Gründe sind dafür ausschlaggebend, einer der wichtigsten ist wohl, dass es keine blühenden Wiesen mehr gibt.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Die heutigen Wiesen sind Monokulturen mit nur wenigen unterschiedlichen Pflanzern, die bis zu sieben mal jährlich gemäht werden. Da haben blühende Pflanzen keinen Platz mehr, dafür muss regelmäßig nachgesät werden. Woher die viele Milch, die von Kühen, die mit frischen Almkräutern gefüttert werden, kommt, wissen nur noch die Werbefachleute. Die moderne Landwirtschaft, die auch bei uns nicht auf intensive Düngung und Pflanzenschutz verzichten kann, entzieht somit vielen Insekten (Bienen, Schmetterlingen, etc.) die Nahrungs- und damit auch die Lebensgrundlage.

Umso erfreulicher sind die da und dort schön langsam beginnenden Maßnahmen, dem Insektensterben entgegenzuwirken. Biodiversität ist das Schlagwort. Zum Beispiel hat der Brielbauer aus Hausmoning in Lamprechtshausen sein Maisfeld auf der Nordseite mit einem 5 Meter breiten Blumenwiesenstreifen eingesäumt. Diese Blumenwiese darf nur zweimal jährlich und erst nach der Blüte der Pflanzen gemäht werden. Die Fläche stellt der Brielbauer kostenlos zur Verfügung, angebaut hat der bäuerliche Maschinenring, einzig der Blumensamen wurde aus Fördermitteln angekauft. Es ist dies ein hocherfreulicher Weg in die richtige Richtung!

Blumenwiese, frisch ausgesät

Blumenwiese, frisch ausgesät

Kleiner Fuchs, Aglais urticate
Kleiner Fuchs, Aglais urticate

Pieris brassicae,Großer Kohlweißling,Schmetterling
Pieris brassicae, Großer Kohlweißling

Weiterführene Infos:
Blühstreifen 1999 – Walter Hansy: Der Distelverein >
Der Laufener Landweizen – Ein Projekt mit Zukunft >


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Gerhard Kupfner Störche in Rust

Gerhard Kupfner: Störche in Rust

Rust gilt als die Stadt der Störche schlechthin. Fast auf jedem Haus befindet sich ein belegtes Storchennest. Die Störche sind zur Zeit sehr aktiv. Aufgenommen wurden die Bilder letzte Woche bei einem Kurzausflug zum Neusiedlersee im Burgenland.

Ein weiteres Storchenparadies befindet sich in Marchegg in Niederösterreich. Hier nisten bis zu 60 Storchenpaare und können in freier Natur von einer Aussichtsplattform beobachtet werden. Diese Aufnahmen sind schon etwas älter.

Die Störche (Ciconiidae) sind eine Familie der Schreitvögel, die mit sechs Gattungen und 19 Arten in allen Kontinenten außer Antarktika verbreitet ist. Charakteristisch für diese Vögel sind der lange Hals, die langen Beine und der große, oft langgestreckte Schnabel. Alle Störche sind Fleischfresser, die Ernährung variiert aber je nach Art. Der in Europa bekannteste Storch ist der Weißstorch (Ciconia ciconia). (Wikipedia)

Die Herausforderung bei Fotografieren von Vögeln ist neben dem fotografischen Können auch die Geduld, die der Fotograf aufbringen muss. Beides sind Eigenschaften, die Gerhard Kupfner mitbringt. (Karl Traintinger)

Kurzbiografie Gerhard Kupfner

1952 geboren in Krimml.
War als Logistikleiter in einem Versandunternehmen tätig.
Widmet sich seit der Pensionierung intensiv der Fotografie.
Mitglied im Fotoklub Oberndorf.

Fotografische Bereiche

Landschaft, Blitz und Gewitter, Pilzfotografe, Tropfen. Makro und Studiofotografie.
Besondere Liebe gilt der Fotobearbeitung und aufwendigen Composings.

Fotografische Erfolge

2015 – VÖAV Salzburger Landesmeister
2 Einzelmedailen bei der VÖAV Staatsmeisterschaft.


Dorfzeitung.com


Hermann Hermeter

4 Männer nächtens am Gaisberg

Die SMS kam am Sonntag mittags: “Hallo Karl, wir fahren heute um 20 Uhr Sterne fotografieren, laut Wetterbericht ist es sternenklar und noch fast Neumond – also herrschen gute Bedingungen! Wir starten um 20 Uhr vom Studio des Oberndorfer Fotoklubs.”

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Abends war ich warm angezogen pünktlich in Oberndorf gestellt. Im Gepäck der Fotoapparat und ein Stativ. Christian Kammhuber, Hermann Hermeter, Gerhard Kupfner und ich waren kurze Zeit später, zeitgleich zum Hauptabendfernsehprogramm im warmen Wohnzimmer, unterwegs auf die Gaisbergspitze, hinein in den tiefsten Winter. Es erwarteten uns wohlige -6° C, leichter Wind und viel Schnee.

Der klare Blick auf das Lichtermeer der Stadt Salzburg war sensationell. Wir stapften im Licht von Taschenlampen durch den Schnee und suchten einen idealen Standpunkt zum Fotografieren des Senders und der Sterne. Dann ging es ans Aufbauen. Die 3 Fotoklubleute hatten Erfahrung im Umgang mit der Kamera unter suboptimalen Bedingungen, für mich bedeutete es schon etwas Stress. Die drei Kollegen wollten Startrails (Sternenbahnen) aufnehmen, ich war mit einem brauchbaren Bild vom Sender zufrieden. Für Startrails baucht man etwa 100 Aufnahmen, die dann ausgewählt, sortiert und zusammmengefügt werden. 100 Bilder mit jeweils 30 Sekunden Belichtung. Wir standen also hinter den 4 aufgebauten Kameras und schauten der Fotoapparaten bei der Arbeit zu, das Ganze im Dunklen auf der Gaisbergspitze, eine knappe Stunde lang.

Und es war echt cool, im wahrsten Sinn des Wortes. Ich freu mich schon auf das nächste Mal, danke für das Mitnehmen!

Unsere Bildergebisse:

hermann_hermeter

Hermann Hermeter. 62 Bilder mit Startrails Version 2.2 verrechnet 4 Flugzeuge und 1 Sternschnuppe. Nikon D 850 und 15 mm Weitwinkel

gerhard_kupfner

Gerhard Kupfner. Startrail aus 90 Aufnahmen mit OrionH zusammengefügt. Nikon D 850 + Samyang Fisheye 12 mm.

Christian_Kammhuber

Christian Kammhuber. Startrail aus 60 Bildern.Fotografiert mit einer Nikon.

Karl Traintinger

Karl Traintinger. Canon 5D Mark IV + Tamron 15-20 mm. Einzelaufnahme. 30 sec Blende 4


Traunstein, essbares Beet

Essbares Beet in Traunstein

Die Stadtgärtenerei der oberbayrischen Stadt Traunstein hat vor der Salinenkapelle in Zusammenarbeit mit der Grünen Jugend  zwei “essbare Beete” unter dem Motto: “Behandelt mich pfleglich, dann dürft ihr mich ernten!” gestaltet.

“Liebevolle Pflanzenfreund*innen sind jederzeit zum Pflegen und Ernten willkommen”, heißt es so schön am erklärenden Schild. Es ist zur Zeit fast alles abgeerntet, beim Fotografieren hat eine ältere Dame im Nebenbeet gerade einen Brokkuli abgeschnitten und in ihrer Handtasche verstaut.

Ich gratuliere allen Beteiligten zu diesem Projekt und wünsche zahlreiche Nachahmer in den Dörfern und Städten!
Außerdem, ganz Traunstein hört, wann immer möglich das Dorfradio!

Euer Spaziergänger


Herbert Algran: Eisvögel im Flachgau

Ohne sehr viel Geduld geht gar nichts. Normalerweise kennt man sie nur aus Fotozeitschriften oder Fernsehbeiträgen, die Wildlife-Fotografen, die oft tagelang in ihren Tarnzelten ausharren, um auf den einen Moment zu warten. Es ist kaum vorzustellen, dass so ein Meister seines Faches gleich bei mir ums Eck wohnt und arbeitet.

Von Karl Traintinger

Vor einigen Tagen durfte ich Herbert Algran aus Holzhausen kennenlernen. Er beobachtet unter anderem seit nunmehr 5 Jahren in St. Georgen Eisvögel (Alcedo atthis). 8 Brutpaare dieser wunderschönen Vögel begleitet er fotografisch. Die Qualität seiner Bilder ist sensationell und läßt nur ansatzweise erahnen, wieviel Zeitaufwand dahintersteckt. Alle Bilder entstanden aus einem Tarnzelt mit Stativ.

Der bei uns heimische Eisvogel ist der einzige Vertreter dieser Art im Mitteleuropa (Klasse: Vögel (Aves) | Ordnung: Rackenvögel (Coraciiformes) | Familie: Eisvögel (Alcedinidae) | Unterfamilie: Eigentliche Eisvögel (Alcedininae) | Gattung: Alcedo | Art: Eisvogel).

Die Vögel haben eine Körperlänge von 14 bis 16 cm, eine Flügelspannweite von 25 cm und wiegen zwischen 30-40 Gramm. Sie sind Einzeljäger in einem gleichbleibenden Jagdrevier.

Im Regelfall führen die Eisvögel monogamen Brutehen. In der Balzzeit (Februar, März) bringt das Männchen kleine Fische herbei, um sie dem Weibchen zu überreichen, das diese rufend und mit zitterndem Flügelschlag entgegennimmt.  In dieser Zeit der Balzfütterungen finden auch Kopulationen statt. Etwa 23-28 Tage nach dem Schlüpfen werden die Jungen flügge und verlassen gegen Ende Mai Anfang Juni die Nester.  Eine Zeitlang werden sie dann noch von den Elterntieren gefüttert, lernen aber sehr schnell, sich selbst zu versorgen.  Es folgt im Juni/ Juli nach einer verkürzten Balz noch eine zweite Brut, die ähnlich wie die erste abläuft.

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Der Apfelbaum im Hausgarten

Bei mir im Garten steht ein einzelner Apfelbaum, es ist ein Elstar, der schmackhafte und  saftige Früchte trägt. Die Äpfel schmecken fein – säuerlich und haben ein weiß – gelbliches Fruchtfleisch. Bis vor einigen Tagen stand er in voller Blüte, es war herrlich, den Baum anzusehen. Bienen habe ich noch fast keine gesehen, aber zahlreiche Hummeln waren schon unterwegs.

Von Karl Traintinger

Mitte der letzten Woche kam dann ein Schlechtwettereinbruch mit Schneefall und Frost. In der Nacht klarte es auf und die Temperaturen sanken. Es waren zwar nur einige wenige Grad unter Null, der Schaden an den Blüten ist aber beträchtlich. Man findet fast keine Blüten mehr ohne braune Frostflecken.  Ich bin gespannt, ob es im Herbst noch Äpfel auf diesem Baum geben wird. Letztes Jahr war die Situation ähnlich, die gesamte Ernte betrug damals 3 Äpfel.

Der wirtschaftliche Schaden für Obstbauern ist dramatisch und es ist verständlich, was da alles probiert (Strohfeuer, Einhüllungen mit Folien, …) wurde, um die Ernte zu retten.

Fotos: Dorfbild.com

 


Erstfund einer Weißrandfledermaus in Salzburg

Am Freitag, dem 31. 3. 2017 wurde in der Tierarztpraxis Lamprechtshausen eine schwer verletzte Fledermaus abgegeben. Sie hatte einen gebrochenen Flügel.

Von Karl Traintinger

Da diese faszinierenden Tiere normalerweise nicht unbedingt zu den Patienen der Tierarztpraxis in Lamprechtshausen gehören, wurde eine professionelle Hilfe für die Fledermaus gesucht und in der Fledermausnothilfe (Koordinationsstelle für Fledermausschutz und -forschung in Österreich – KFFÖ) auch gefunden. In deren Salzburger Aussenstelle wurde das Tier zur weiteren Versorgung dann auch unverzüglich gebracht.

2 Tage später erreichte die Praxis dann folgende Email:

Betreff: Spannender Fledermauspatient!

Nochmals vielen Dank für das Anliefern des Tieres. Ob der Flügel wieder wird, ist noch fraglich, aber das Tier ist für uns höchst interessant. Es ist nämlich der Erstnachweis dieser Art im Land Salzburg! Es handelt sich um eine Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii).

Diese Art wandert von südlich der Alpen am Ostrand der Alpen nach Norden. In Wien ist sie schon so häufig, dass sie dort die bisher häufigste Art, die Zwergfledermaus verdrängt hat.Das hängt vermutlich mit der Klimaerwärmung zusammen. Wir haben jedenfalls schon mit ihrer Ankunft gerechnet…

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Der Laufener Landweizen, ein Projekt mit Zukunft

Weizen gehört neben Gerste zu den ältesten uns bekannten Kulturgetreidearten. Man geht davon aus, dass er schon über 8000 Jahre angebaut wird. Der aktuelle Trend nach immer mehr Hektarertrag ist genauso zu hinterfragen wie die Anmeldung von Patente für Pflanzen und Tiere.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Über Generationen hat die Versorgung mit dem Grundnahrungsmittel Weizen ganz einfach funktioniert: Ein Drittel der Ernte wurde zum neuerlichen Anbau genutzt, ein Drittel konnte gegessen und ein Drittel verkauft werden. Die neuen, ertragreichen Züchtungen können ihr Potenzial nur mit Düngern und Pflanzenschutzmitteln ausschöpfen. Wohin das letztendlich führt, möchte ich mir lieber gar nicht ausmalen. Wenn man mit offenen Augen durch das Land fährt, kann man immer häufiger das Verschwinden der bunten Vielfalt auf unseren Wiesen und Feldern beobachten. Sicher, der Bedarf an Lebensmitteln wird immer größer, es steigt aber ebenso deren maßlose Verschwendung. Mangelnder Umweltschutz und Tierleid werden häufig für augenscheinlich billige Lebensmittel in Kauf genommen. Hinterfragt wird das selten, es wird schon alles passen, heißt es dann bequemerweise.

Laufener Landweizen

Umso erfreulicher sind daher Initiativen, die diesem Trend zur hemmungslosen Gewinnmaximierung und der damit verbundenen Entwicklung hin zu Monokulturen entgegenwirken. So werden wieder historische Getreidesorten gesucht, gefunden und teilweise wieder angebaut.

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Laufener Landweizen

Laufener Landweizen, eine regionale Sorte

Vor mehreren Jahren haben Heinz Marschalek und Simon Angerpointner federführend begonnen, zusammen mit der ANL Bayern, der Biosphärenregion Bayern, und einigen anderen Pionieren sich der Rekultivierung des Laufener Landweizens zu widmen. Nach den ersten erfolgreichen Anbauversuchen mit gerade einmal einer Handvoll Saatkörnern aus der Gendatenbank Gatersleben ist man heute soweit, den nächsten Schritt zu gehen. Der Laufener Landweizen soll zukünftig im zertifizierten ökologischen Landbau Verwendung finden. Dazu ist eine Sortenzulassung als Saatgut notwendig. Die erforderlichen Anträge wurden von Manfred Eisl, Esserbauer in St. Georgen, bereits eingereicht.
Laufener Landweizen

Winterweizen

Was zeichnet den Laufener Landweizen aus? Er ist ein Winterweizen und wurde/ wird im Salzburger Alpenvorland und im bayrischen Rupertiwinkel angebaut, rund um Laufen eben. Der Weizen ist winterhart, hochwüchsig, begrannt, hat eine hohe Standfestigkeit und kommt auch mit den für diese Gegend typischen, hohen Niederschlägen gut zurecht, das heißt, er verpilzt nicht. Einige Bäcker, die ihn bereits in Kleinmengen verarbeiten, sind vom guten Geschmack und den hervorragenden Backeigenschaften begeistert. So nimmt das Mehl sehr gut Wasser auf und das ist ein gute Voraussetzung für das Brotbacken.

Fruchtfolge im Biolandbau

Den Laufener Landweizen in ausreichender Menge anbieten zu können, ist die nächste Herausforderung. Erstens sind die Hektarerträge mit knapp 2000 Kilo eher bescheiden, zweitens verträgt er außer dem klassischen Strohmist keinen Dünger und drittens darf er erst nach 5-6 Jahren auf Grund der im Biolandbau vorgeschriebenen Fruchtfolge wieder am gleichen Feld angebaut werden. Es ist eine spannende, begrüßenswerte Entwicklung, die da in kleinen Teilen der Landwirschaft passiert.

Wolfram Adelmann von der Bayrischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege fasst treffend zusammen: “Der Laufener Landweizen ist die Kombination von Naturschutz, Landschaftsästhetik und regionaler Angepaßtheit von Getreide.”

Weiterführende Informationen
Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege >
Biosphärenregion Berchtesgadener Land >
wild und kultiviert – Regionale Vielfalt säen >
Manfred Eisl – Aglassinger BIO-Bauernmarkt >
Roggenes Brot vom Esserbauern >
Ute Woltron: Aktion Grünes Licht für die Sortenvielfalt >
Obst und Gemüse aus dem Plastikland >
Biologisch aus Salzburg >

Dazu passende Rubriken in der Dorfzeitung
NAHversorger >
Dorfschlaraff >
Fotos von Laufener Landweizen gibt es bei Dorfbild >