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Maunzteufel in Anthering

1532 wurde im Maunzgraben bei Würzenberg am Haunsberg angeblich ein menschenähnliches Untier gesehen.

Diese Geschichte ist eine seit altersher überlieferte Sage> geworden, um die sich noch immer Geheimnisse ranken. Dargestellt ist der Maunzteufel in einer Steinplastik, die sich in der Friedhofsmauer der Pfarrkirche in Anthering befindet.

VS Anthering: Schulprojekte zum Maunzteufel >


Zeitgeist 3 1985

Der Name ist Wall und Bauch

Wovon unterscheidet sich unser Zeitgeist in kulturellen Belangen vom Geist der Zeit vergangener Zeiten? Frühen fragte sich das Publikum im Hinblick auf den Künstler: “Haben Sie überhaupt schon einmal von dem gehört?” Heute fragt es: “Haben Sie schon einmal von den gesehen?”

Hatte früher einmal wer etwas von jemandem nur von ferne gehört, dann handelt es sich um keinen prominenten Musensohn; hat man heutzutage einen ferngesehen, dann ist der betreffende Künstler und sein Anbeter “in”. Danach richten sich die Cleveren mit den guten Verbindungen in der Branche aus. So haben manche schon mit Hilfe der Medien dem Publikum manches gezeigt.

Um in das Bewußtsein, sprich Kopf der breiten Masse einzudringen, bedarf es bloß des bloßen Hinterteils des Künstlers. Als Prominenter muß man sich nicht unbedingt noch etwas leisten, sondern kann sich manches leisten.

Ausschnitt aus dem Editorial von Friedrich Heller

Aus dem Inhalt der Ausgabe 3/ 1985

Portrait des Schriftstellers Friedrich Heller von Gerhard Hasitzka, Hexen-Puppen-Bilder – Gedanken zu den”magischen Graphiken” von Erich J. Deutsch. Die Puppe “Ura” von Rudolf Weiß. Der Kunstkreis Hohenau – von Gerhard Hasitzka und Ing. Gunter Schultes. Portrait des Hohenaur Malers Franz Gürtl – von Mag. Hans-Michael Hajek. “ZEIT-(T)RÄUME IN SCHLOSSHOF” von Wolfgang Hochmeister. Mühlen im Weinviertel – von Erwin Konecny. Peter Asimus – Fotografien. Matthias Mander: Wüstungen – Eine Buchvorstellung von Walter Hansy. Portrait von Gottfried Umschaid – von Rudolf Weiß. Unsinn lebt – man muß ihn nur erfinden – von Rudolf Weiß.

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Der Zeitgeist 3/ 1995 als Download >
PDF Datei – 5,2 MB


Winterlandschaft

Im abgelaufenen Jahr haben wir unser 20-jähriges Bestehen als Internet-Zeitung gefeiert. Wir zählen damit wahrscheinlich zu den ältesten Online-Medien in Salzburg.

Seit April 2018 gibt es mit dem Dorfradio > auch ein Radioformat der Dorfzeitung. Jeden ersten Montag im Monat von 17-18 Uhr wird das Dorfradio > auf der Radiofabrik > ausgestrahlt. Die Radiofabrik > ist ein Freier Radiosenden in Salzburg. In den Sendungen geht es um aktuelle Geschichten aus dem Dorf, Künstlerportraits, Literatur, den Flachgauer Dialekt, etc. und das alles eingepackt in einen bunten, etwas jazzlastigen Musikmix. Alle Sendungen können noch immer jederzeit weltweit gestreamt werden!

Anlässlich unseres Geburtstages und den Feierlichkeiten zu 200-Jahre Stille Nacht produzierten wir: “Open Space – eine jazzig literarische Annäherung an die Stille Nacht.” Die Veranstaltung in der Salzachhalle in Laufen war sehr gut besucht. Es war ein schöner Kontrapunkt zu den vielen Veranstaltungen im Rahmen der Stille Nacht Landesausstellung.

Die Zahlen

26.312 Besucher von unterschiedlichen IP´s haben im vergangenen Jahr 61.035 Seiten auf der Dorfzeitung aufgerufen (Jetpack Statistik)

Das heißt etwa 72 Leser haben täglich ungefähr 167 Seiten aufgerufen oder etwa 2160 Leser monatlich zirka 5000 Artikel.

Geographische Verteilung

  1. Österreich 35.948 Aufrufe
  2. Deutschland 11.339 Aufrufe
  3. USA 4.869
  4. Schweiz 3.694
  5. Frankreich 1.080
  6. Italien 330
  7. Vereinigtes Königreich 319
  8. Kanada 218
  9. Hongkong 192
  10. Irland 192
  11. Niederlande 171
  12. Südkorea 142
  13. Ungarn 130
  14. Australien 116
  15. Spanien 103
  16. Ägypten 100
  17. Der Rest von knapp 3000 Aufrufen verteilt sich über den gesamten Erdball.

Nicht gezählt werden Webcrawler (Spider und Bot´s) und die eigenen Zugriffe.

Die 25 am häufigsten aufgerufenen Artikel

  1. “more than naked” – Einführung in die Fetttanztechnik
  2. Open Space – eine jazzig-literarische Annäherung an die Stille Nacht
  3. Nutztierhaltung im kulturellen Wandel zwischen Tradition und Moderne
  4. Der kleine Prinz in Laufen
  5. Die nackte Frau Percht
  6. Von Pilz und den Frauen
  7. Salzburger Landtagswahl 2018 – Die Wahlprogramme
  8. Dorfradio Vol 08 | November 2018
  9. KHG, die Luft wird dünner
  10. Zwetschken-Nudeln aus dem Salzburger Flachgau
  11. Schmerzlich vermisst: Höflichkeit, Respekt und ein ehrliches Lächeln
  12. Don´t smoke. Ein politischer Eiertanz.
  13. Die teutschen Lieder der Burschenschafter
  14. Musikum: Zeit für Stille Nacht
  15. “Virginia Hill” – die Gangsterbraut von der Zistelalm
  16. Konstantin Wecker | Salzachfestspiele 2018
  17. “König der Herzen” – Very British!
  18. “Nächte im Moulin Rouge” – eine szenische Collage
  19. Salzburger Erotikmuseum im Mirabellgarten
  20. Dorfradio Vol 04 | Juli 2018
  21. Dorfradio Vol 05 | August 2018
  22. Dorfradio Vol 06 | September 2018
  23. Die Geschichte wiederholt sich
  24. Landtagswahl 2018 in Salzburg im Endspurt
  25. Gläsern bis zum Zerspringen oder ganz einfach pudelnackert

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Infos dazu finden Sie HIER >


Gruberdenkmal in Berndorf

Bereits Anfang Oktober dieses Jahres wurde in der Flachgauer Gemeinde Berndorf ein “Stille Nacht” Denkmal enthüllt.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

In den Jahren von 1829 bis 1835 war Franz Xaver Gruber, der Komponist des weltberühmten Weihnachtsliedes “Stille Nacht, Heilige Nacht”  in der Flachgauer Gemeinde Berndorf bei Salzburg als Lehrer, Mesner und Organist tätig.

Die neue Metallplastik stammt vom Kuchler Bildhauer Peter Schwaighofer und kann in ihrer Schlichtheit überzeugen. Gruber sitzt dabei auf der Friedhofsmauer und spielt Gitarre.

In die ganzen Festivitäten rund um die Landesausstellung “Stille Nacht 1818-2018” ist Berndorf am Hausberg eher bescheiden eingebunden.  Allein die Plastik ist aber einen Besuch wert!


Foto: Karl Traintinger, Dorfbild

Am 7. 12. 2018 konnte man am frühen Abend am Salzachdamm eine beeindruckende Bildprojektion vom Oberndorfer Künstler Thomas Stadler (Kunstinitiative Kreisverkehr) sehen.

Mit Hochleistungsbeamern wurden die Zeichnungen einige Häuser vom ehemaligen Altoberndorf an die Originalplätze, wie sie Joseph Mohr aber auch Leopold Kohr sahen,  projiziert.

Gleichzeitig kam NACHT – BUA – MARIA, eine Klangaktion in einem Memorial an Joseph Mohr von Werner Raditschnig zur Aufführung. Helena Este Adler las die Namen der Hausbesitzer.

Trotz einiger technischer Probleme war es eine sehr beeindruckende Aktion und ein wertvolles Mosaiksteinchen im Rahmen der zahlreichen Stille Nacht Veranstaltungen im heurigen Gedenkjahr.

Siehe auch: Open Space


Leopold Kohr liebte es, das Augustiner Bräustübl in Mülln. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum Susanna und Christian Vötter von Tauriska im Spätsommer diese Salzburger Institution für das “Akademisches Wirtshaus a-la-carte Leopold Kohr” als Tagungsort wählte.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Dem weltberühmten Sozialökonomen aus der Salzachstadt Oberndorf ging es beim “akademischen Wirtshaus” darum, Experten zum Angreifen zu präsentieren und einige davon waren auch anwesend und hielten hochinteressante Vorträge zum Thema: Ernährung, Landwirtschaft und Regionalversorgung.

Nach den einleitenden Grußworten von Susanna Vötter-Dankl (Leopold Kohr®-Akademie) und Prof. Alfred Winter (Entdecker und Förderer von Leopold Kohr) war das Wort bei den Referenten, deren Kernaussagen ich stichwortartig anführen möchte.

Apl. Prof. Dr. Niko Paech

Akademisches Wirtshaus

(Wirtschaftswissenschafter, Leopold Kohr-Preisträger, Universität Siegen und Autor des Buches „Befreiung von Überfluss“)

Ist Wachstum sinnvoll? Ist Wachstum schädlich? Ist Wirtschaft ohne Wachstum möglich? Kohr war Theoretiker des menschlichen Maßes. Große Produktionssysteme sind krisenanfälliger als kleine. Massenproduktionen führen zur Verarmung der menschlichen Fähigkeiten. Der Konsum ist eine Ersatzbefriedigung. Der Einsatz von “mittlerer” Technologie wäre wünschenswert, es kommt zu Erleichterungen, ohne dass der Mensch dabei überflüssig wird.

Wie groß darf das jeweilige System werden? Es geht auch um das menschliche Maß beim Außenhandel. Wichtigstes Ziel sollte sein, dass nur soviel produziert wird, damit sich eine Land selbst ernähren kann, auch wenn die Wirtschaft zusammenbricht. Was ist die optimale Größe einer Organiation? Es muss ja eine Mindestmenge produziert werden, um die Fixkosten zu decken. Es gibt eine untere und eine obere Grenze. Die Obergrenze liegt bei 2,5 Tonnen CO2 pro Mensch und die kann auch durch Technik nicht verschoben werden.

Die Glücksforschung sagt, ab einem gewissen Punkt steigt die Zufriedenheit beim Konsum nicht mehr an! Konsumnutzen oder Konsumstress?

Postwachstumsökonomie – Arbeitszeit sukzessive reduzieren und die freie Zeit in die Selbstversorgung investieren!

Dr. Irene Antoni-Komar

Akademisches Wirtshaus

(Forschungsprojekt nacent, Universität Oldenburg)

Sie stellte Studien zu verschiedenen Erzeuger-Verbraucher Initiativen vor. Ethische Werte sind wichtig: Sinnvolle Tätigkeiten – kreativ sein – gesellschaftlich etwas verändern. Untersucht wurden Barrieren und Potentiale eine nachhaltigen Ernährungswirtschaft. Eine nachhaltige Entwicklung und die kulturelle Entfaltung sind wechselseitig von einander abhängig.

Marius Rommel (M.A.)

Akademisches Wirtshaus

(Nachhaltigkeitsökonom)

Größenwahn in der Landwirtschaft – in Wirklichkeit ist nur die Größe das Problem. Die räumliche Entgrenzung und soziale Entbettung führen zum ökologischen und sozialen Kollaps, es kommt zur moralischen Gleichgültigkeit bei Verbrauchern und Erzeugern.

Seid ihr groß oder klein genug? Lässt sich das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft auf andere Bereiche übertragen? Gibt es eine resiliente Wertschöpfung?

Elisabeth Löcker

Akademisches Wirtshaus

(Biobäuerin, Netzwerk Lungauer Frauen)

Die Lungauerin stellte den kleine Bauernhof ihrer Familie vor, der mit seinen 3 Standbeinen (Landwirtschaft, Tourismus, Selbstvermarktung) die Lebensgrundlage darstellt. Gewirtschaftet wird nach folgenden Prinzip: “Was mir gut tut, tut auch Dir gut!” Die Nachhaltigkeit steht dabei im Mittelpunkt.

Dr. Wolfgang Schäffner

Akademisches Wirtshaus

(StudienZentrum Saalfelden)

Die Alpen als kulinarischer Kulturraum.

Franz Keil

Akademisches Wirtshaus

(Obmann der Bio Heuregion mit Heukönigin)

Er erläuterte den Vermarktungsweg der Milch und Milchprodukte der mittlerweile 42 Betriebe. Das Heumascherl ist das Logo der Bio-Heuregion zwischen Oberndorf und Mondesee (Trumer Seenland)

Ulrike Hammerl

Akademisches Wirtshaus

Sie stellte “Salzburg schmeckt”, die Homepage vom Salzburger Argrarmarketing vor.

Künstlerische Umrahmung

Akademisches Wirtshaus im Müllner Bräustübl

Musik: Hellbrunner Geigenmusi

Trestererperformance „t_radiert“ – Studentinnen des Mozarteums Salzburg mit Peter Papp (Tresterer Stuhlfelden). Künstlerische Bearbeitung des Tanzes des Tresterer Brauches


Die Schweiz ist ein Volk von Mietern. Besonders in Städten leben die meisten Menschen in Mehrfamilienhäusern und können auf ihrem Hausdach selbst keinen Solarstrom produzieren. Auch Besitzer von Eigentumswohnungen dürfen nicht ohne weiteres auf ihrem Dach eine Solarstromanlage installieren, denn die anderen Eigentümer müssten damit alle einverstanden sein.

Heinrich FreiVon Heinrich Frei (inkl. der Bilder)

Viele Mieter oder Wohnungsbesitzer möchten mit ihren Ersparnissen, falls sie überhaupt welche haben, auch lieber ein standesgemässes Auto mit Allradantrieb, ein sogenannten SUV kaufen statt tausende Franken für eine Photovoltaikanlage zu «vergeuden». Immer mehr dieser Treibstoff fressenden SUV Limousinen sind auf Zürichs Strassen zu sehen.

Energiesparen? Nein Danke! Das überlassen wir den Linken und Grünen, den Gutmenschen.

Renoviertes Haus beim Schaffhauserplatz in Zürich. Das Haus wurde mit grau-eingefärbten stromerzeugenden Photovoltaikpanels verkleidet. Ein grosser Teil der benötigten Elektrizität produziert dieses Haus selbst.

Mieter und Mieterinnen können eigenen Solarstrom produzieren

In Zürich können sich Mieter und auch Besitzer von Eigentumswohnungen an Solaranlagen des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) beteiligen und eigenen Solarstrom produzieren. Bereits 2500 Zürcherinnen und Zürcher haben bisher in eine der elf ewz.solarzüri-Anlagen investiert. «Aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage», wie das EWZ kürzlich mitteilte, «sind drei weitere Photovoltaikanlagen auf den Schulhäusern Herzogenmühle, Langmatt und Luchswiesen in Zürich mit insgesamt 3 350 Quadratmeter geplant». (1)

Infos zum Solarstrom des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich: «Wie funktioniert diese Beteiligung: Mit ewz.solarzüri kaufen Sie eine bestimmte Anzahl Quadratmeter einer Solaranlage. Dafür erhalten Sie eine Gutschrift auf Ihrer Stromrechnung.
• Ein Quadratmeter Solaranlage kostet CHF 250.–. Dafür bekommen Sie jährlich 80 kWh Solarstrom. Das deckt ca. 5% des Stromverbrauchs einer 3-Zimmer-Wohnung.
• Ihr Strompreis bleibt 20 Jahre lang stabil. Die Solaranlage spart Geld und gibt Sicherheit.»

Experten raten ab das Solarstrom Angebote des EWZ anzunehmen

Unabhängige Stromexperten raten jedoch davon ab, das Angebot des EWZ anzunehmen «Der Solarstrom des EWZ ist teuer», sagt Andreas Tresch, Partner beim Energiedienstleister Enerprice. Das EWZ verrechnet 15,6 Rp. für die Kilowattstunde, der derzeitige Schweizer Abnahmepreis für Photovoltaikanlagen betrage alles inklusive aber 8,5 Rp, sagt er. (2)

Es mag sein, dass das EWZ mit seinen Solar-Kilowattpreisen herunterkommen muss. Aber meiner Meinung nach ist es dennoch sinnvoll für Mieter und Besitzer von Eigentumswohnungen in Zürich in Photovoltaikanlagen des EWZ zu investieren. Auch wenn das EWZ einen zu hohen Abnahmepreis verrechnet, verzinst sich das eingesetzte Kapital von 250 Franken pro Quadratmeter Solaranlage immer noch sehr gut, angesichts dass Banken auf Sparguthaben heute in der Schweiz praktisch keine Zinsen mehr bezahlen.

Keine Wirtschaftlichkeitsberechnungen bei Luxuseinbauten

Vor über dreissig Jahren wurde im Kanton Zürich gewarnt Heizungen mit Wärmepumpen zu installieren, da dies nicht rentabel sei. Diese Aussage wurde damals auch von einem Experten gemacht als wir ein Haus in Oberrieden bauten, eine Ortschaft, die zu den Steuerfluchtoasen rund um den lieblichen Zürichsee gehört. In diesem Haus in Oberrieden wurde neben der Ölheizung zwei Cheminées eingebaut, ein alter Kachelofen montiert und eine Sauna mit Tauchbecken eingerichtet. Bei all diesen Luxuseinbauten wurde nie eine Wirtschaftlichkeitsberechnung wie bei der Wärmepumpe gemacht, auch nicht beim Swimmingpool im Garten. Der ROI, der «Return on Investment», die Kapitalrentabilität, wurde bei all diesem Wohlstandsschrott nicht ermittelt. Heute sind Wärmepumpenheizungen, angesichts der hohen Erdöl- und Gaspreise, viel wirtschaftlicher als Gas- und Ölheizungen.

Frau Sonne scheint gratis und Wind kostet nichts

Alternative Energien werden in gewissen Gegenden der Schweiz leider gebremst. Das Elektrizitätswerk des Kanton Zürich (EKZ) stoppte vor drei Jahren die Finanzierung von grossen Solaranlagen. In Zukunft unterstützt das EKZ den Bau von Solaranlagen nur noch, wenn der Strom von den Hausbesitzern selbst gebraucht wird. Der Grund: Die tiefen Strommarktpreise. In den letzten Jahren mietete das EKZ grosse Dächer, baute Solaranlagen und speiste den Strom ins Netz. So entstanden 50 solcher Anlagen. Dieses Programm wurde nicht mehr weitergeführt.

Nur so viele Solarpanele montieren wie man selbst Strom verbraucht?

An einem Besichtigungstag des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ) im neuen unterirdischen Unterwerk in Oerlikon an der Eduard-Imhof-Strasse vor drei Jahren, wurde bei einem Beratungsgespräch einem Einfamilienhausbesitzer auch schon empfohlen nur so viele Solarpanels auf seinem Dach zu montieren, wie er selbst Strom verbrauchen wird. Dieser Mann wollte eigentlich eine möglichst grosse Photovoltaikanlage auf seinem Dach platzieren. – Vielleicht wird das EWZ eine solche Empfehlung heute nicht mehr machen?

Statt Gas, Kohle, Erdöl und Atomkraft: alternative Energien

Zu hoffen ist, dass trotz solcher negativen Empfehlungen private Hausbesitzer möglichst viele Solarpanels auf ihren Dächern montieren, wie in Süddeutschland. Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind bläst, könnten auch kleine geräuscharme Windturbinen auf dem Dach Energie produzieren. Je mehr Solar- und Windstrom produziert wird, desto eher kann auf die Produktion von Elektrizität durch Gas, Kohle, Erdöl und Atomenergie verzichtet werden und desto eher können Autos ohne Benzin oder Diesel fahren.

In Wind- Geothermie und Solaranlagen investieren, statt in Rüstung

Die Schweizer Nationalbank, Banken, Versicherungen und Pensionskassen investierten bisher Milliarden in Unternehmen, die an der Produktion von Kriegsmaterial beteiligt sind. Sie steckten sogar Gelder in Unternehmen die international geächtete Waffen herstellen, wie Atombomben, Streubomben und Antipersonenminen (3) (4) (5). Aktien des Rüstungssektors sind seit Jahrzehnten besonders profitabel gewesen dank all den furchtbaren Kriegen. Das Geschäft mit dem Krieg spülte mehr Geld in die Kassen als Investitionen in Wind- Geothermie und Solaranlagen. In Zukunft müssten diese Institutionen in Wind- Geothermie und Solaranlagen investieren, statt in die Rüstungsindustrie.

Mit Atomkraft friedlich in die Katastrophe? Nein!

Investitionen in alternative Energien sind wichtig, um aus der Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas wegzukommen. Daniele Ganser hat in seinem Buch «Europa im Erdölrausch» dokumentiert was passiert, wenn sich der globale Kampf und das Erdöl zuspitzt. (6) Es ist zu hoffen, dass der Welt die Wende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energien gelingen wird. Die Alternative zu Erdöl- und Erdgas kann aber nicht der Bau von neuen Atomkraftwerken sein. Zu viele Risiken und auch hohe Folgekosten sind mit der zivilen Nutzung von Atomenergie verbunden.

Die friedliche Nutzung der Kernkraft wurde 1953 von US-Präsident Dwight D. Eisenhower der Welt in der UNO mit dem Slogan «Atome für den Frieden» schmackhaft gemacht. – Nicht zuletzt mit Hilfe der zivilen Atomtechnologie gelang es dann aber später Israel, Pakistan und Indien auch Atombomben herzustellen.

Die lange Liste der bekanntesten Unfälle in kerntechnischen Anlagen zeigt, wie gefährlich die Atomenergie ist. Die bekanntesten Unfälle in kerntechnischen Anlagen sind die Kernschmelze im Versuchsreaktor 1969Lucens in der Schweiz, Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011. Neben diesen auch als Super-GAU genannten Vorfällen gibt es noch weitere Unglücke, bei denen es zu erheblicher Kontamination und damit zu Umwelt- und Gesundheitsschäden gekommen ist. (7)

Fussnoten
(1) https://www.ewz.ch/de/private/energie-produzieren/an-solaranlage-beteiligen.html
(2) EWZ Der Stadtzürcher Stromversorger bietet Mietern Beteiligungen an Solaranlagen an. Experten raten davon ab. Von Jürg Meier NZZ am Sonntag, 11.11.2018
(3) Siehe: https://www.dontbankonthebomb.com/
(4) ABC-Waffen: laut Schweizer Kriegsmaterialgesetz verboten
Nicht nur Nordkorea soll auf Atomwaffen verzichten
Von Heinrich Frei
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25057
(5) Finanzplatz Schweiz: Weltweit Vermögensverwalter Nummer 1
Finanziere keine Atombomben, Streubomben, Anti-Personenminen und überhaupt kein Kriegsmaterial
Von Heinrich Frei
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24180
(6) Erdöl: eine gefährliche Abhängigkeit, die Folgen einer gefährlichen Abhängigkeit, Daniele Ganser, Orell Füssli 2012
(7) Liste von Unfällen in kerntechnischen Anlagen
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unfällen_in_kerntechnischen_Anlagen


ZEITGEIST 2 1985

Hörst Du Kultur, woran denkst du? Bei uns im Weinviertel? An Blasmusik? An Maibaum? An die Hiata? An Kirtag- und Tanzmusik und die Fronleichnamsprozession? Und sagst du Kunst und dann stummst? … Das “no cultura” wird ersetzt von “do cultura”.

Gerade in den letzten Jahren ist das Viertel unter dem Mannhartsberg aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden. Jazz heißt der Prinz und Folk der Co. Und Bilderkünstler gibt es mehr als zwei Hände Finger zählen. Junge Schreiberlinge und arrivierte Literaten. Orte wie Mistelbach, Michelstetten, Laa, Herrenbaumgarten aber auch Auersthal und Leobendorf bei Korneuburg zergehen mir auf der Zunge, wenn ich an Musik denke und die Gegend um Hollabrunn.  (Ausschnitt aus dem Editorial von Hannes Tröstler)

Inhalt der Ausgabe 2/ 2018

Portrait: Enrico Agudio. Bildender Künstler. Schweizer Bürge von Zürich. (Mag. Hans-Michael Hajek). Landschafts- und Menschenbilder aus Ostösterreich im Schloss Jedenspeigen. Bericht über die Lersung von F. Mayröcker im Cafe Harlekin in Mistelbach. Der Dichter Ewald Spanner. In memoriam Reich Rath von Walter Hansy. Musik in Auersthal mit Thilo von Westerhagen. Joachim Palden und Ettas Scollo – Blues und Boogie beim Kultodrom. Malin Head im Kultodrom. Erster Marchfelder Literatur Salon beim Strobl in Straßhof. Musikverein Staaz – immer ein Begriff. Rudolf Weiß – Wüste und Traum. Etc.

Download ZEITGEIST Ausgabe 2/ 85 (pdf ca. 7 MB)


Aichnerlesung in Mattighofen

Der überaus engagierten Bibliothekarin der Stadtbücherei Mattighofen, Frau Regina Priller, ist es zu verdanken, dass es am Freitag, den 16.November 2018 um 19:30 Uhr zu einem wirklich großartigen Buchpräsentationserlebnis, mit einer Zuschauerzahl von sage und schreibe 130 Personen,  kam.

<a href=Von Rebecca Schönleitner | Fotos: Karl Traintinger

Bernhard Aichner stellte sein neuestes Werk, „Bösland“ mit der musikalischen Unterstützung von Florian Eisner vor. So stands auf der Einladung, so hatten wir es erwartet. Was wir aber geboten bekamen war ein sensationeller Abend mit allem „Drum und Dran“.

Das eingespielte Team, Aichner und Eisner schossen sich die Gags nur so zu, wir bekamen sozusagen ein richtiges Kabarett geboten und erfuhren „Insiders“. Das Motte: „Was Sie schon immer über Bernhard Aichner wissen wollten“, z.B. dass er letzten Sommer ein „Blutburnout“ hatte, keine Thriller mehr schreiben und sich nur mehr mit schönen Dingen beschäftigen wollte, uns daher mit 2 (von 720 😊) interessanten Gedichten beglückte.

Oder die Kritik eines unzufriedenen Lesers, der allen Menschen die Aichner Bücher genießen die „Leseberechtigung“ entziehen will, entfesselte eine unglaublich gelungene, und die Lachmuskeln strapazierende Rachegeschichte – Hauptdarsteller sein Hund. Er nahm Stellung zu diversen Fragen von Lesern, nun sind wir wirklich informiert, was Herrn Aichner antreibt zu schreiben.

Die musikalischen Einlagen von Florian Eisner waren schlichtweg super,  keine Nebenfigur, sondern ein Mitgestalter des Abends.

Die Lesung des Buches „Bösland“ überraschte, Aichner las spannend, ausdrucksvoll und riss sein Publikum mit. Allein sein diabolischer Grinser ließ erschauern. Das Buch selbst verspricht wieder extrem spannend und grausam zu werden, ein absolutes Muss für Thriller Fans.

Als Abschluss bekamen wir noch sein Gedicht „Was kann ich nicht“ zu hören, damit konnte er die Dramatik des Buches wieder brechen. Der Abend endete nach 1,5 erfüllten und kurzweiligen Stunden, danach signierte Bernhard Aichner noch die gekauften Bücher.

Nebenbei erwähnt, die Eintrittskarten selbst sind signierte Autogrammkarten, ein wunderbares Geschenk, dass allen Zuschauern sicher noch viel Freude bereiten wird.

Wer die Lesung verpasst hat, am 27.November bietet das dynamische Duo in Bad Ischl seine ungewöhnliche „Buchshow“ an. Es zahlt sich wirklich aus!

Weitere Termine finden Sie auf der Homepage von Bernhard Aichner>


Kohr in Oberndorf

Am 10. Oktober fand in der Stadt Oberndorf eine geführte Wanderung durch die Stadt auf den Spuren des weltberühmten Sozialökonomen statt. Der Besucheranstum war beeindruckend groß, das herrliche Wetter tat das Seine dazu.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Start war in der Stadtpfarrkirche mit einer Einleitung von Walter Müller “Kohr-Gesänge, hundertfach” und Orgelmusik mit Georg Djundja. Von der Kirche ging es weiter zum Geburtshaus und zum Salzachhof, wo Johannes Ploner von den letzten Lebensststionen von Kohr erzählte. Der Schriftsteller Walter Müller und Alexander Reicher (Bluesbrauser, leRoXa) begleiteten die Wanderer mit Texten und Musik.

Kohr in Oberndorf

Beim Leopold-Kohr-Denkmal sprach der Künstler Günter Hartl einige Sätze zur Plastik. Über den Leopold-Kohr-Themenweg und das Stille Nacht Museum ging es letztendlich zum Familiengrab Kohr am Oberndorfer Friedhof.

Kohr in Oberndorf

Die Darbietungen aller Beteiligten konnten begeistern und nachdenklich stimmen. Es war eine Tauriska Veranstaltung, die Nachahmer finden sollte.

Tauriska in der Dorfzeitung >


Schauspielhaus Graz

Am Samstag, dem 10. November 2018 wird um 16.00 Uhr europaweit – an unterschiedlichen Orten, Plätzen und Balkonen – in mehr als 20 verschiedenen Sprachen die Europäische Republik in einer Kunst-Performance ausgerufen und ein Manifest der Initiator*innen Ulrike Guérot und Robert Menasse verlesen.

Das Schauspielhaus Graz beteiligt sich am „European Balcony Project“ mit einem Kurzfilm. Setzen wir ein Zeichen für ein gemeinsames, vereintes Europa. Dem grassierenden Mangel an Solidarität und menschlicher Empathie in unserer Gesellschaft müssen wir gemeinsam ein friedliches, entschlossenes „Wir“ entgegensetzen.
Iris Laufenberg, Geschäftsführende Intendantin, Schauspielhaus Graz

Das European Balcony Project ist ein Projekt des European Democracy Labs, an dem sich mehr als 100 europäische Institutionen beteiligen und das von zahlreichen Personen des öffentlichen Lebens unterstützt wird. Es umfasst Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und friedliche, künstlerische Interventionen zur Zukunft der Europäischen Demokratie, die von 9. bis 11. November 2018 in zahlreichen europäischen Städten stattfinden.

100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Gründung verschiedener Republiken in ganz Europa, erinnert das European Balcony Project an die Ereignisse am 9. November 1938 und 1989 und will des Weiteren eine breitenwirksame Debatte über die Zukunft Europas vor den anstehenden Wahlen des Europäischen Parlaments im Mai 2019 auslösen – mit der Idee für eine gesamteuropäische Staatlichkeit zu sensibilisieren, die für eine europäische Gemeinwohlsicherung und die Nutzung europäischer öffentlicher Güter sorgt. Dabei ist die kritische Diskussion, Interpretation und Ergänzung der im Manifest beinhalteten Ideen integraler Teil des Projektes, denn Europa muss von Vielen gedacht werden.

 

Isabella Cseri
Presseaussendung
Schauspielhaus Graz


NFFA 2018

„Das Atomzeitalter wurde durch Menschen begonnen, es kann nur durch Menschen beendet werden.“

„Die Stadt Salzburg kann auf eine lange und bewegende Geschichte im Kampf gegen Kernenergie zurückblicken“, sagte Bernhard Auinger, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt. „Umso mehr freue ich mich, im Namen der Stadt Salzburg dem Nuclear-Free Future Award (NFFA) zum 20-jährigen Jubiläum gratulieren zu können. Salzburg gehört zur weltweiten Organisation Bürgermeister für den Frieden und erklärte sich bereits 2005 zu einer atomwaffenfreien Zone. Das Atomzeitalter wurde von Menschen begonnen. Es kann deshalb auch nur von Menschen beendet werden.“

Vor 20 Jahren wurde der Nuclear-Free Future Award erstmals in Salzburg verliehen. 20 Jahre später gastiert er zur festlichen Preisverleihung wiederum in Salzburg. „In dieser Zeit konnten wir annähernd 100 Aktivisten aus der ganzen Welt mit dem Award auszeichnen und mit unserem Preisgeld ihre Arbeit unterstützen“, betonte Franz Moll, einer der Gründer des Awards, während des Festakts in der voll besetzten großen Aula der Universität Salzburg.

Wie notwendig die Anti-Atom-Arbeit noch immer ist, zeigt bereits der Blick auf Österreich. Obwohl sich das Land vor 40 Jahren in einem Volksentscheid gegen Kernenergie entschieden und das fertig gestellte AKW Zwentendorf stillgelegt hat, noch bevor es ans Netz ging, ist Österreich nicht frei von Atomstrom. Darauf verwies Heinrich Schellhorn, der stellvertretende Landeshauptmann von Salzburg, in seiner Eröffnungsrede: „Im vergangenen Jahr haben wir sieben Milliarden Kilowattstunden Strom importiert – und viel zu sehr ist dieser importierte Strom ein Produkt aus Atom- und Kohlekraftwerken.“

Obwohl der Atomausstieg in Deutschland beschlossene Sache ist und Österreich sich bereits vor 40 Jahren davon verabschiedete, ist der Nuclear-Free Future Award wichtiger denn. „Die Atomkraft wird in vielen Ländern immer noch vorangetrieben“, betont NFFA-Mitgründer Claus Biegert. Nicht zu vergessen die militärische Seite: Nicht erst seit US-Präsident Trump damit droht, den INF-Vertrag mit Russland zu kündigen, der den Besitz von landgestützten Atomraketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern verbietet, ist die atomare Aufrüstung wieder in Gang gekommen. „Wir halten dagegen und versuchen Anti-Atom- und Friedensaktivisten über unsere Preisvergabe miteinander zu vernetzen“, so Claus Biegert.

Einer von ihnen ist Karipbek Kuyukov. „Ich spreche im Namen aller überlebenden und aller toten Opfer von Atomwaffen“, sagte der Mann aus Kasachstan, der als Folge der Strahlenbelastung durch die Atombombentests in Semipalatinsk ohne Arme auf die Welt gekommen ist und sein Leben und seine Kunst – aufrüttelnde, mundgemalte Mahn-Bilder –dem Ziel gewidmet hat, „dass niemand mehr unter den schrecklichen Folgen atomarer Waffenproduktion und Waffeneinsatzes zu leiden“ hat. In Salzburg wurde ihm dafür der Nuclear-Free Future Award in der Kategorie Aufklärung verliehen. „Ich appelliere an die Weltöffentlichkeit, ihre Anstrengungen zu bündeln für die vollständige Vernichtung von Atomwaffen“, sagte er, als er den Preis entgegen nahm.

Die Britin Linda Walker wiederum, die in der Kategorie „Lösungen“ mit dem NFFA ausgezeichnet wurde, hilft seit 1995 über ihre Organisation Chernobyl’s Children Kindern aus verstrahlten Regionen in der Ukraine, indem sie ihnen in England jenseits jeglicher Strahlenbelastung Zeiten zur Erholung bietet. „Das Preisgeld des NFFA wird unsere Arbeit inspirieren – und uns helfen, eine „Beyond Nuclear“-Initiative in Großbritannien zu errichten.“

Wie wichtig die wiederum ist, zeigt der Verweis auf Hinkley Point: Dort planen die Briten ein neues Atomkraftwerk und garantieren dem Erbauer Areva 12 Cent pro Kilowattstunde zuzüglich Inflationsausgleich. Vergleicht man diese Kosten mit den heute schon deutlich unter zehn Cent liegenden Kosten von Sonnen- und Windstrom, so bleibt nur ein Schluss übrig: dieses Projekt gleicht volkswirtschaftlichem Harakiri. Jeffrey Lee erhielt den NFFA in der Kategorie Widerstand. Der Aborigine schlug Millionenen aus und sorgte in seiner Heimat Koongarra dafür, dass das Land seiner Vorfahren vor Uran-Abbau und dem Zugriff des französischen Atomkonzern Areva bewahrt wurde. Jetzt ist es in den Kakadu-Nationalpark integriert und als Teil des Weltkulturerbes dauerhaft unter Schutz gestellt.

„Der Areva-Konzern hat nicht mit der Widerstandskraft eines Menschen gerechnet und nur die Tonnen gezählt, die er abbauen kann“, würdigte Laudatorin und ICAN-Mitglied Susi Snyder den Australier. „Wenn sich nicht jemand wie er für eine Sache einsetzt, wird nichts besser. Wirklich nicht!“ Das gilt auch für Didier und Paulette Anger, die sich seit den frühen 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegen Atomkraft engagieren. Denn sie haben deren verschiedene Facetten direkt vor ihrer Haustür in Les Pieux in der Normandie erlebt: In La Hague ging 1966 die Wiederaufarbeitungsanlage in Betrieb, am Bahnhof von Valognes trafen jahrzehntelang abgebrannte Brennstäbe aus Deutschland ein, im Hafen von Cherbourg wurden aufbereiteter Atommüll und MOX-Brennelemente nach Japan verschifft, dort liefen französische Atom-UBoote ein und aus. In Flamanville schließlich ging 1985 der erste Reaktorblock ans Netz. Der dritte ist seit 2005 in Bau und will nicht fertig werden. Für ihr jahrzehntelanges Engagement wurden sie mit einem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. „Überall auf der Welt gehen die kommerziellen Interessen der Hochfinanz, des Privat- wie Staatskapitalismus über die Sicherheit der Allgemeinheit“, sagte Paulette Anger bei der Preisübergabe und setzte ihre Botschaft dagegen: „Ni nucléaire, ni effet de serre! – „Nein zu Atomkraft und Treibhauseffekt!“

Den Schlusspunkt des Festakts setzte Peter Weish, geboren 1936 in Wien und so etwas wie der Vater der österreichischen Anti-Atom-Bewegung. Seit 1969 ist er erklärter Gegner der Atomkraft, aber dank seiner Mitarbeit am Institut für Strahlenschutz im Reaktorzentrum Seibersdorf südlich von Wien ein Insider und Kenner der Nukleartechnik. Zu einem Großteil ist es ihm zu verdanken, dass das AKW Zwentendorf nie ans Netz ging. „Seither hat sich vieles verändert“, sagte der ebenfalls mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnete Weish. „Schlachten wurden gewonnen, aber die Atomindustrie ist weit von ihrem Ende entfernt. Das Beispiel Hinkley-Point-Projekt zeigt uns, wie eng verflochten die zivile und militärische Atom-Industrie sind. Wer Frieden will, muss die Gründe für Krieg und Gewalt verstehen. Atomkraft ist einer!“

Die NFFA-Preisträger 2018 im Überblick:
Kategorie Aufklärung: Karipbek Kuyukov, Kasachstan
Kategorie Lösungen: Linda Walker, Großbritannien
Kategorie Widerstand: Jeffrey Lee, Australien
Ehrenpreis für ihr Lebenswerk: : Didier und Paulette Anger, Frankreich
Ehrenpreis für sein Lebenswerk: Peter Weish, Österreich

Kooperationspartner der Festveranstaltung zu „20 Jahre Nuclear-Free Future Award: Leopold Kohr-Akademie, das Land Salzburg, die Stadt Salzburg, AUGE, plage – Plattform gegen Atomgefahren, Kunsthilfe Salzburg, die Salzburger Nachrichten, Robert Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, Netzwerk sabine

Presseaussendung
Christian Vötter und Susanna Vötter-Dankl
Verein Tauriska, Leopold Kohr-Akademie