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Der Kulturseptember Obertrum am See präsentiert in den ehemaligen Gärhallen der Trumer Privatbrauerei in Obertrum am See, ein interdisziplinäres, mehrspartiges Ausstellungs- und Präsentationsprojekt der Kulturinitiative drum5162. Das jährlich wechselnde Thema, lässt teilnehmende Kulturschaffende eine gemeinsame Ausgangsituation einnehmen, gibt zeitgenössischer Kunst und Kultur eine Plattform um ihre individuellen Diskurse, Ansätze und Interpretationen und bietet Besucher*innen Raum um eigene Zugänge zu dem jeweiligen Thema zu finden.

Junges Wort

Die ausgestellten Kunstprojekte wurden von den teilnehmenden
Künstler*Innen, im Rahmen eines open calls zur Teilnahme am
Kulturseptember 2019 eingereicht.

Jede Künstlerpersönlichkeit hat sich mit ihren präsentierten Werken
mit dem Projektthema 2019: „Junges Wort“ beschäftigt und ihre
Präsentation darauf hin aufgebaut.

Das junge Wort hat es in sich. Junge Wörter sind manchmal ungestüm.
Das junge Wort tappst noch ganz tolpatschig in die Welt hinein. Junge
Wörter ergeben manchmal keinen Sinn. Das junge Wort sagt unverblümt die
Wahrheit. Junge Wörter sind aufbrausend und werfen uns um. Das junge
Wort wird auch einmal alt.

Welchen Umgang mit Sprache: Verbal / Nonverbal / Körperlich /
Musikalisch / Bildend / zeigt Kultur? Welche Facetten der Sprache sind
derzeit an der (kulturellen) Oberfläche? Welche neuen Rollen der
Kommunikation sind im digitalen Zeitalter präsent? Wie reflektiert
agiert das „JUNGE WORT“? Welchen Umgang mit Sprache haben wir? Wie
verhält sich der Weg und die Beziehung von Sender zu Empfänger? Wie
banal, verändert, reflektiert, aggressiv, tolerant ist das „JUNGE WORT“?

Neun KünstlerInnen aus verschiedenen künstlerischen Sparten bespielen mit ihren Projekten die ehemaligen Gärhallen der Trumer Privatbrauerei und laden Besucher*innen „Auf ein Wort“ ein.

Jari Genser
Stefan Kreiger
Verlag für Handbücher: Anna Romanenko, Oliver Kraft, Björn Kühn
Lavinia Lanner & Michael Wedenig
Jan Phillip Ley
Hans-Jürgen Poëtz

Text: drum5162
Kulturinitiative zur Auseinandersetzung und  Verortung von Gegenwartskultur in Obertrum am See


Literaturhaus Henndorf

2009 wurde in der Wallerseegemeinde im Salzburger Flachgau der Verein “Literaturhaus Henndorf>” gegründet.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Im Geburtshaus von Johannes Freumbichler> hat der Verein nach der Adaptierung im Jahre 2012 seine Heimat gefunden.

Von 1863 bis 1888 waren Joseph und Maria Freumbichler, die Eltern von Johannes,  im Besitz des Hauses. Das „Freumbichlerhaus“ wurde 1983 unter Denkmalschutz gestellt. 1985 wurde das Häusl von der Gemeinde Henndorf unter Alt- Bürgermeister Franz Winklhofer aus privatem Besitz erworben.

Aus der Geschichte des Literaturhauses

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In regelmäßigen Abständen werden Lesungen, Workshops und Seminare abgehalten. Der Literat Johannes Freumbichler war der Großvater von Thomas Bernhard. Der “Henndorfer Kreis>” (“Wiesmühlkreis”) um das Ehepaar Alice Herdan-Zuckmayer und Carl Zuckmayer war zur damaligen Zeit als literarische Vereinigung weitum bekannt.

Ausgestellt sind im Literaturhaus auch Teile einer Innenwandbemalung von Max Pfeiffer-Watenphul, die man in einer Seehütte von Carl Zuckmayer gefunden hat.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum am 7. September 2019 gab es unter anderem Lesungen von Hans Mamoser>, Pauli Oberascher und Nico Zaruba.

Im Dorfradio Vol 14 | Juni 2019 > lesen Sabine Hinterbauer und Elisabeth Traintinger das Gedicht: „Bon Sauastecha“ von Hans Mamoser aus Henndorf sowohl in der Dialektversion, als auch in der hochdeutschen Übersetzung.


Zeitgeist 1986 01

Portrait Gottfried Laf Wurm von Walter Hansy

Langsam bohrt sich das scharfe Gewinde des Korkenziehers seinen Weg. Satt ergießt sich der Rotwein in die Gläser. Im Atelier ist – ausnahmsweise – alles penibel aufgeräumt.

Die vielen Bilder, ob mit oder ohne Rahmen, stehen wie abgezirkelt im rechten Winkel neben- und übereinander. Bevor geredet wird, wird erst einmal angestoßen. Worauf? Auf die Kraft des Lebens, so Gottfried “Laf” Wurm >, Maler und Nachtwächter aus Passion. Den einen könnte es ohne den anderen nicht geben. Das habe ich in den vielen Jahren, die ich ihn nun kenne, festgestellt.

Erst dieses Doppelleben erhält ihm die Freunde am Schaffen. Er ist ein Künstler von echtem Korn und Schrot, so wie man sich ihn in Bilderbuch vorstellt.

Ein wallender Bart umrahmt das Gesicht und versucht vergebens die Rundungen, Zeichen vitalen Lebens zu verbergen. Zu den Füssen liegt ein scheckiger Hund, der die Bilder, wenn sie im Freien gemalt werden, als erster bewundern darf. (Textausschnitt von der Titelseite)

Inhaltsübersicht

Seite 1: Portrait Gottfried “Laf” Wurm, Lassee, Marchfeld, Weinviertel, NÖ

Seite 2: Malerwoche in Nierdersulz, Fotowettbewerb des Forum Z, Veranstaltungshinweise

Seite 3: Der Schlössl-Club in Mistelbach, Schriftenreihe Weinviertel

Seite 4: Literarisches ausgewählt von Ewald Spanner – von A. Th. Dietmaier, Gertraud Diem, Robert Waditschatka, Friedrich Sacher, Brigitte Dorfinger, Harald Maria Höfinger, Rudolf Weiß, Friedl Ott, Armin Stidl, Wilhelm Haslauer

Seite 5: Fotoarbeiten von Roland Soos, Stillfried – 30.000 Jahre Kultur, Jagdmuseum Jetzelsdorf

Seiten 6 + 7: Prinz Eugen und das barocke Österreich, Buchtipp – Prinz Eugen und das Marchfeld

Seite 8: Portrait Walter Bäck – Schriftsteller von Gerhard Hasitzka, Musik – gestern – heute – morgen von E. Weninger

Seite 9: Kennen Sie Herrn Konstantions Zervoudakis? Ein Bericht über die Arbeit von amnesty international von Rudolf Weiß

Seite 10: Kiai – Muskelton von Ewald Spanner, Barbara Entacher-Kohlbauer – Schutzräume, Musik – gestern – heute – morgen II von E. Weninger

Seite 11: Der Jugendclub – Club VIS – A – VIS von Otmar Biringer

Seite 12: ET CETERA – Landeshauptstadt vor mehr als 2000 Jahren: Stillfried an der March von Josef Schordan,Dichterlesung: Der Täter kehrt an den Tatort zurück – Bericht von Walter Hansy, Vero Masar – Malerei mit Ffsetfarben im Cafe Point in Mistelbach, Veranstaltungskalender

Download vom ZEITGEIST 1986 01 als PDF Datei >


Eine kleine Slackline Tänzerin von Christof Paulowitz, St. Georgen

In vielen Dörfern werden im öffentlichen Raum Kunstwerke präsentiert. Dabei handelt es sich oft um Brunnen, aber auch um Skulpturen auf Plätzen und vor Gebäuden.

Starten werden wir in der kommenden Woche mit der Metallplastik: “Eine kleine Slackline-Tänzerin von Christof Paulowitz >, St. Georgen”, die vor der öffentlichen Bibliothek bei der Volksschule in Obereching steht.

Alle Beiträge sind mit #denkMAL getagt. Ausgesucht, beschrieben und fotografiert werden die “Sehenswürdigkeiten” von Karl Traintinger.


Waldviertler Graumohn

Hier finden Sie eine Übersicht über unsere wöchentlich verschickte Dorfpost, geordnet nach Erscheinungsdatum.

Es genügt, wenn Sie auf das Datum klicken, damit der jeweilige Newsletter angezeigt wird! Extra-Ausgaben sind durch ein E vor dem Datum gekennzeichnet.

Zurück zur Auswahl geht es über die ZURÜCK Taste am Browser.

2019

22. Juli | 15. Juli | 8. Juli | 1. Juli | 24. Juni | E 24. Juni | 17. Juni | 10. Juni | 3. Juni | E 28. Mai | 27. Mai | 20. Mai | 13. Mai | 6. Mai | 29. April | 22. April | 15. April | 8. April | 1. April | 25. März | 18. März | 11. März | 4. März | 25. Februar | 18. Februar | 11. Februar | 4. Februar | 28. Jänner | 21. Jänner | 14. Jänner | 7. Jänner

2018

31. Dezember | 24. Dezember | E 21. Dezember | 17. Dezember | 10. Dezember | 3. Dezember | 26. November | 19. November | 12. November | 5. November | 29. Oktober | E 26. Oktober | 22. Oktober | 15. Oktober | 8. Oktober | 1. Oktober | 24. September | 17. September | 10. September | 3. September | 27. August | 20. August | 13. August | 6. August | 30. Juli | 23. Juli | 16. Juli | 9. Juli | 2. Juli | 25. Juni | 18. Juni | 11. Juni | 4. Juni | 28. Mai | E 23. Mai | 21. Mai | 14. Mai | 7. Mai | 30. April | 23. April | 16. April | 9. April | 2. April | 26. März | 19. März |12. März | 5. März | 26. Februar | 19. Februar | 12. Februar | 5. Februar | 29. Jänner | 22. Jänner | 15. Jänner | 8. Jänner | 1. Jänner

EXTRA-Ausgaben


Zeitgeist 4-1985

Aus dem Versuch im Sommer vorigen Jahres mit einer 4-seitigen Zeitung ist mittlerweile ein 12-seitiges Blatt entstanden.

Aber Dank des zähen Arbeitens am Gegenstand ist es uns nicht nur gelungen, das Nachrichtenspektrum zu erweitern, sondern auch die Aufmachung konnten wir wesentlich verbessern.

Standen bei den ersten Nummern der Namensgeber und Initiator der Zeitung Mag. Karl Traintinger und ich eher allein auf diesem Gebiet, so ist es Dank seiner Bemühungen gelungen, ein respektables Mitarbeiterteam aufzubauen, sodaß unser Team derzeit aus 11 Mitarbeitern besteht.

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Derzeit umfaßt unsere Zeitung zirka 100.000 Anschläge, was einem Buch von zirka 40 Seiten nahekommt. Allen Erwartungen konnten wir leider nicht entsprechen, so konnte die von Mag. Traintinger initiierte Sondernummer Fotografie aus zeitlichen und organisatorischen Gründen leider nicht verwirklicht werden. Doch bleiben wir der Fotografie verhaftet, was in dieser Ausgabe ausführlich beschrieben ist.

Auch im nächsten Jahr erscheint der Zeitgeist viermal im Jahr, und zwar im März, im Juni, im September und im Dezember. Der Preis des Abonnements bleibt unverändert.

Im Namen des Vorstandes des Forum “Z” und im Namen der Mitarbeiter der Kulturzeitung Zeitgeist möchte ich Ihnen, sehr geehrte Leserin und sehr geehrter Leser, ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute im nächsten Jahr wünschen.

Editorial von Gerhard Hasitzka

Inhaltsangabe

Portrait des Wolkersdorfer Fotografen Otto Semrad, Der Marchfelddichter Helmut Pacholik, Lyrisches von Ewald Spanner, Fotografie – Sonderbeilage, Kultodrom Mistelbach, Glosse: Zistersdorf und der Herr Bundespräsident, E & E Jazzinitiative Weinviertel/ Marchfeld, Jungenclub Taverne in Michelstetten, etc.

Download der Zeitung als PDF >


Auslaufmodelle

So nach und nach verschwinden die Telefonzellen aus dem Alltag. Sie sind im Handyzeitalter unwichtig geworden.

Im Laufe der Zeit werden auch Wörter wie Vierteltelefon, Wählscheibe und Tastentelefon aus den öffentlichen Gedächtnis verschwinden. Nehmen sie sich die Zeit und schauen die noch vorhandenen Telefonzellen genauer an, sie werden wohl nie mehr durch neue Modelle ersetzt werden!

Die abgebildeten Telefonzellen mit Büchertankstelle habe ich vor einigen Wochen in der Schrannengasse im Andräviertel in der Stadt Salzburg fotografiert.


Käserei Asten in Lamprehtshausen

Seit einem guten Monat gibt es eine Fachbookgruppe unter diesem Namen, die Bilder vorwiegend aus den Gemeinden Anthering, Nußdorf, Dorfbeueren, Göming,Lamprechtshausen, Bürmoos und St. Georgen sammelt.

Maierjörg in Michaelbeuern (Bild: Ingried Paradeiser Kriegseisen)

In der kurzen Zeit des Bestehens hat die Gruppe bereits über 100 Mitglieder. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist ein Bezug zur Gegend. In der weiteren Folge sind Gruppentreffen geplant.

Talstation der Materialseilbahn von der Achartinger Käserei über Mitterstätt nach Buchstätt am Haunsberg. Käser von links nach rechts: Franz Matzenberger, Hans Kühleitner, Hermann Stadler, Franz Strohbichler (Bild: Raggei Bräu)

Grundidee der Gruppe ist es, die Bilder zu sammeln und einer größeren Öffentlichkeit zukommen zu lassen, bevor niemand mehr weiß, wer oder was am Foto abgebildet ist.

Nachtcafe absurd in Oberndorf, zuvor Gasthaus Forelle, heute Ärztehaus (Bild KTraintinger)

Die Facebookgruppe “Alte Ansichten aus dem nördlichen Flachgau” ist öffentlich zugängig, zum Posten und Kommentieren muss man allerdings der geschlossenen Gruppe beitreten.

Dieser Artikel ist der Dorfzeitung wichtig und er kommt daher nicht hinter die Paywall!

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Die neue Regierung unter Sebastian Kurz ist angelobt. Man darf gespannt sein, ob sie den kommenden Montag politisch überleben wird, wurde doch der erste Misstrauensantrag bereits JETZT eingebracht.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

In der jetzigen Situation können die Verantwortlichen in den Parteien zeigen, wie staatsmännisch sie wirkich aufgestellt sind. “Austria First” sollte frei nach US-Trump das Thema sein. Geht der Misstrauensantrag durch, kann uns sogar ein vom Bundespräsidenten bestellter Expertenkanzler mit einer neuen Führungsriege blühen. Es geht letztendlich nur um die Verwaltung des Staates bis zu den geplanten Neuwahlen im September. Es bleibt spannend.

Die aktuelle Regierung Kurz II:

Sebastian Kurz Bundeskanzler | Hartwig Löger Vizekanzler, Bundesminister für Finanzen | Mag. Gernot Blümel MBA, Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien | Dr. Juliane Bogner-Strauß, Bundesministerin für Frauen, Familien und Jugend, Bundesministerin für öffentlichen Dienst und Sport | Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung | Dr. Valerie Hackl, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie | Dr. Karin Kneissl, Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres | Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus | Mag. Johann Luif, Bundesminister für Landesverteidigung | Dr. Josef Moser, Bundesminister für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz | Dr. Walter Pöltner, Bundesminister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz | Dr. Eckart Ratz, Bundesminister für Inneres | Dr. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort


Auf der Suche nach Ministern

Abgesehen von der parteilosen Außenministerin Karin Kneissl treten alle von der FPÖ gestellten Minister des aktuellen Kabinetts zurück und werden durch “Experten” ersetzt. Deren Angelobung soll bereits in den nächsten Tagen erfolgen.

Es geht allen Verantwortlichen angeblich nur um Sicherheit und Stabilität im Land. Trotzdem soll ein Misstrauensantrag dafür sorgen, dass dieses im Entstehen befindliche Expertenkabinett und der Kanzler abgewählt werden. Für mich schaut Stabilität anders aus.

Ich glaube auch, dass die Neuwahlen unumgänglich sind, finde es aber trotzdem extrem ärgerlich, dass es sie gibt. Das Fehlverhalten von Strache und Gudenus als Rauschgeschichte abzutun ist nur peinlich.

Es ist mir unverständlich, wieso die Wahlen erst im September möglich sind und nicht schon viel früher. Das kostet doch alles nur Geld, das der Steuerzahler aufbringen muss! Die Zeche zahlen wie so oft die Verkehrten!

In Wirklichkeit steigen aktuell die Politikverdrossenheit und das Misstrauen in die Volksvertreter. Das ist schlecht. Gute Politik für das Volk schaut anders aus.


Höglwörther See

Es gibt so viele Bücher über Wege, wie man „glücklich“ oder „richtig“ zu leben lernen könnte. Doch jedes einzelne Leben ist individuell. Wenn ich mir die Lebensläufe verschiedener Menschen heutiger Zeit ansehe, sehe ich nur, was sie alles haben an Auszeichnungen oder sonstiger Dinge.

Maria Schweiger

Von Maria M. Schweiger

Aber ist das der Sinn des Lebens? Macht es Sinn Auszeichnungen wie bunte Steine zu sammeln, anstatt einen Beruf zu erlernen, ihn mit Freude zu erfüllen und darüber nachzudenken, worin die für jeden Menschen eigene Aufgabe liegt, warum er also überhaupt existiert. Was habe ich von X Auszeichnungen, wenn ich nicht einmal weiss, warum gerade ich lebe und was meine Aufgabe an mich ist, die ganz alleine ich erfüllen kann? Wozu anderen, direkt banal wirkenden Dingen nachlaufen, wenn man – jeder für sich – diese existenzielle Aufgabe nicht gelöst oder zumindest vorübergehend beantworten kann.

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Ohne so eine Antwort und die sich daraus ergebende Beantwortung (Handlung, also Ausführung) ist das Leben sinnlos, also leer – da helfen auch kein von anderen Menschen bewerteter „exzellenter Lebenslauf“, weil er keiner ist – es existiert hierbei nur Leere. Das geführte Leben muss Sinn haben, sinn-voll sein; und das
für die Person selbstund für die Aussenwelt – sie also nicht zerstören.

In persönlichen Krisen wird des eigene Leben oft als „sinnlos“ erlebt. Es geht also alleine schon für die eigene psychische Gesundheit nicht um die Quantität des Lebens – wobei man nichts richtig zu Ende führen kann, weil einfach zu viele Sachen gleichzeitig gemacht werden -, sondern um die Qualität. Wie soll mein Leben aussehen, was braucht mein Leben wirklich und worauf kann ich verzichten? Solche und ähnliche Fragen sollte man sich stellen, um einen ersten „roten Faden“ zu finden.

Es wird immer Menschen geben, die besser als man selbst sind – doch sollte man sein Leben wirklich nach diesem Kriterium bestimmen/lassen? Alleine schon, weil man die Hintergründe dieser Menschen nicht kennt – und es geht um das eigene Leben. Und davon hat jeder Mensch nur ein einziges. Und darin liegt eine wunderbare Chance! Nicht der Vergleich mit anderen Menschen ist es, den man suchen sollte, sondern was man aus der geschenkten Lebenszeit und den persönlichen Möglichkeiten machen kann. Dabei gibt es die eigene – ehrliche – Zufriedenheit mit dem gerade geführten Leben. Bin ich mit dem momentanen Jetzt zufrieden?

Wenn nicht – was möchte ich verändern, wie soll es sich wohin verändern und wie kann ich das konkret durchführen? Es braucht also persönliche Ist – Situation, eine Zielvorstellung und deren Durchführung. Was möchten Sie, denn es ist Ihr Leben! Wichtig sind Ihre persönlichen Bewertungen, denn es ist Ihr Leben – egal, was andere Menschen dazu meinen. Es zählt alleine Ihre Meinung, weil es Ihr Leben ist. Es gibt unendliche Möglichkeiten – für jedes Leben.

Doch egal, was Sie persönlich für erstrebenswert befinden, vergessen Sie bitte das auch dann nicht, wenn Sie das von Ihnen anvisierte Ziel nicht (gleich) erreichen. Fragen Sie sich besser, ob es am Ziel oder deren Durchführung liegt. Manchmal helfen Zwischenziele, manchmal war die Durchführung nicht lückenlos oder die Umstände haben sich (unbemerkt) verändert. Geben Sie nicht auf; beim nächsten Versuch ist man um eine Erfahrung reicher.


Tom_Porter_Musikkapelle_LWS-Bruck

unsere
Begegnung und Reise durch Salzburg und dem Pinzgau mit Tom Porter
(Sakokwenionkwas), Stammesältester des Mohawak-Clans

Mythische Tänze, politische Repression, Handwerk, Klimawandel, irokesische Schöpfungslehre und die Herausforderung, Tradition zu bewahren – die drei Tage mit Sakokwenionkwas (Tom Porter), Stammesältester des Mohawak-Clans, und seinem Sohn Aroniennens waren voll mit inspirierenden Gesprächen. Seit Tom Porter 1944 in einem Reservat an der Grenze zwischen den USA und Kanada geboren wurde, hat er die Unterdrückung seiner Stammeskultur durch die amerikanische Regierung wiederholt erlebt. Drei Mal in seinem Leben spitze sich die Lage dabei so zu, dass es aus der Perspektive der Mohawak einem Bürgerkrieg ähnelte. Während dieser harten Zeiten haben er und die indigenen Stämme in Nordamerika vielfältige Unterstützung von Journalisten, Politikern und anderen engagierten Menschen aus Europa erhalten. Vielen dieser Menschen hat Tom Porter versprochen, sie vor seinem Ableben noch mal zu besuchen und Ihnen zu danken. Die nächsten 6 Wochen bereisen er und sein Sohn Europa und bedanken sich und erzählen jedem, der daran interessiert ist, von ihrer Kultur und ihrer Geschichte.

Ein Bericht von Monon e.U. (Inge Patsch), die Tom Porter und uns Salzburger als Dolmetscherin begleitete.

Die Mohawak, genauso wie die 4 anderen indigenen Völker, leben seit über 2000 Jahren in einer matrilinearen Gesellschaft. Frauen haben hier die Macht spirituelle und politische Führer zu bestimmen und wieder abzusetzen. Dadurch werden weibliche Werte und Kooperation gefördert und automatisch ein Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern geschaffen. Auch Sakowenionkwas führt seine Rolle als spiritueller Führer mit dem Wohnwollen der Mohawak Frauen. Sein Handeln ist stark von den Lehren seiner Großmutter geprägt, welche er dem englischen Buch mit dem Titel “and Grandmother says … ” zusammengefasst hat. Das Buch beginnt wie alle wichtigen Dinge der Mohawak mit “dem, was wir vor allem wichtigen sagen”: einer 15-seiten langen Danksagung an den Schöpfer, die Bäume, die Fische und alle anderen Geschöpfe der Natur.

„Schon beim Ankommen am Hauptbahnhof war uns bewusst, dass hier ein ganz außergewöhnlicher Mensch unser Bundesland besucht“, erzählen Susanna Vötter-Dankl, Christian Vötter und Inge Patsch.  Um einen kleinen Einblick in die Landeshauptstadt Salzburg zu geben wurde unter der Begleitung der Sprecherin der Salzburger Fremdenführer Inez Reichl-de-Hoogh ein Stadtrundgang unternommen. Schloß Mirabell, der Garten, das Landestheater, die Salzach und die vielen Kaffeehäuser und besonders die Bäume (Tom Porter liebt Bäume) in der Stadt beeindruckten die Gäste aus Kanada.

Die politischen Dynamiken und die spirituelle Verbindung zur Natur waren das zentrale Thema des Vortrages in St. Virgil in Salzburg, der von der Leopold-Kohr Akademie/TAURISKA, in Kooperation mit dem Netzwerk Sabine durchgeführt wurde. Die Moderation des Abends übernahm Georg Steinitz, übersetzt wurde von Peter Linhuber und Direktor Jakob Reichenberger als Hausherr begrüßte die Gäste.

Am Freitag, dem 10. Mai wurde die Landwirtschaftliche
Fachschule in Bruck an der Glocknerstraße besucht. Ein Schuhplattler, eine
Schnazlergruppe und die eigene Musikkapelle der Fachschule, der Direktor
Christian Dullnigg und das Lehrer-Team begrüßten die Gäste aus Amerika.

Tom Porter sagte zu den jungen Schülerinnen und
Schüler: “Ihr seid unsere Zukunft und ich bin begeistert von dieser
Schule, an der Landwirt- und Hauswirtschaft, Handwerk und Kultur gelebt wird –
DANKE für diesen Moment.”

In der Tischlerei fühlte sich der Stammesälteste besonders wohl. Bis zu seiner Pensionierung war er über 30 Jahre als Tischler und Handwerkslehrer tätig. Ähnlich gehen die meisen Angehörigen indigener Völker in Nordamerika heute typischen westlichen Berufen nach. Und auch die Jugend ist wie unsere Jugend digital vernetzt. Was sie jedoch wesentlich von anderen Jugendlichen am amerikanischen Kontinent unterscheidet, sind die Werte und der Glauben, der ihr handeln prägt. So etwa das Konzept der 7 Generationen, nach dem jedes Handeln so gestaltet werden soll, dass es 7 Generationen zugutekommt. Unter solchen Rahmenbedingungen hat die wirtschaftliche Ausbeutung von Böden und natürlichen Ressourcen keinen Platz. Sakokwenionkwas und viele andere Mitstreiter haben sich deshalb wiederholt gegen Vorhaben der amerikanischen Behörden aufgelehnt, welche Rohöl oder andre Rohstoffe extrahieren wollten. Aus Sicht der Mohawak ist die Erde unser aller Mutter. Sie zu ehren und zu beschützen wird regelmäßig bei den Stammestreffen bestärkt und vereint die indigenen Nationen in ihren Bemühungen für den Naturschutz.

Die unterschiedlichen Ansätze zum Naturschutz und deren
Stärken und Schwächen haben auch die Gespräche im Nationalparkzentrum mit dem
Nationalparkdirektor Wolfgang Urban und dem Nationalparkranger Werner Schuh
geprägt. Am Abend im Kulturzentrum TAURISKA-Kammerlanderstall erfuhr Tom
Porter, wie TAURISKA mit der Leopold Kohr-Akademie seit über 30 Jahren sich für
den Erhalt, Wiederbelebung und Weiterentwicklung von Handwerk und Tradition
einsetzt, aber auch die modernen, zeitgenössischen Kulturaspekte in den Alltag
der Region einfließen lässt.

Als Überraschungsgast kam der Steinsucher Lois Steiner
zur Runde und übergab dem Gast einen Pyrit aus dem Habachtal in Bramberg. Am
Samstag wurde das Pomarium (Obstlehrgarten) beim Reitlbauern in Bramberg
besucht. Äußerst beeindruckt war der Mohawakälteste von der Vielfalt der
Sorten, die in liebevoller Arbeit selbst auf 900 Höhenmetern eine solche
Bandbreite an süßen Früchten erzeugen und auch davon, wie alles in Form einer
Kreislauflandwirtschaft funktioniert.

Die vielen wunderbaren Begegnungen haben auf beiden
Seiten viel Inspiration und Bestärkung hinterlassen. Ein kurzer, aber
beeindruckender Besuch eines Stammesältesten vom Bären-Clan der Mohawk in
Salzburg.

Danke an alle Unterstützer und Mitwirkenden – Tom
Porter und sein Sohn reisen weiter und geben Einblick in ihre Geschichte und
Wissen der indigenen Völker – es geht um Mutter Erde, um uns und um die Zukunft
für unsere Kinder …

Presseaussendung
Verein Tauriska, Leopold Kohr-Akademie
Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter
Kammerlanderstall, Künstlergasse 15a
5741 Neukirchen am Grossvenediger

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