Salzburger Landtagswahl 2018 – Die Wahlprogramme

Am 22. April 2018 findet im Bundesland Salzburg die nächste Landtagswahl statt und es ist ein spannendes Ergebnis zu erwarten. 390.091 Wähler, 203.047 davon (=52,1%) sind von Frauen, werden die 36 MandatareInnen in das Salzburger Landesparlament wählen.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Sieben politische Parteien kanditieren diesmal im gesamten Bundesland, am Titelfoto sind zwei davon zu sehen, die das Thema Heimat auf ihren Plakaten haben und die doch ideologisch durch Welten voneinander getrennt sind. Gibt es nach der Wahl eine neue Farbkombination oder bleibt TÜRKIS – GRÜN?  Wie weit die aktuelle politische Großwetterlage auf das lokale Salzburg Klima Auswirkungen hat, wird spannend werden.

Wir von der Dorfzeitung haben vor einer kanppen Woche die sieben landesweit wahlwerbenden Gruppierungen mit der Bitte angeschrieben (die Emailadressen haben wir auf den Homepages gefunden), uns ihre Plakate und Parteiprogramme zu schicken, damit wir unserern Lesern einen Überblick präsentieren können.

Unser Mail vom letzten Montag:

Guten Morgen, wir sind eine Salzburger Internet-Kulturzeitung, die seit 20 Jahren online ist und wahrscheinlich zu den ältesten Onlinemedien in unserem schönen Land gehört. Neben vielen anderen Themen beschäftigen wir uns auch mit Politik und speziell auch mit der Kommunalpolitik. (https://dorfzeitung.com/archive/category/cartoon)

Fast alle Beiträge der letzten 20 Jahre sind noch online und das soll auch in Zukunft so bleiben. Bitte schicken Sie uns Ihre Wahlplakate, wir würden sie gerne unseren Lesern (2/3 kommen nicht aus Salzburg) zeigen. Wenn möglich (pdf), können wir auch die Wahlprogramme dazugeben.

Mit freundlichen Grüßen
KTraintinger

Fünf Parteien haben dankenswerterweise geantwortet, anbei finden Sie die von diesen Parteien übermittelten Infos in der Reihenfolge der eingegangenen Antworten.

GRÜNE

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Das grüne Wahlprogramm >

MAYR SBG

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Wahlprogramm Liste Hans Mayr SBG >

ÖVP

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Wahlprogramm ÖVP >

FPÖ

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Wahlprogramm FPÖ >

SPÖ

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Wahlprogramm der SPÖ >

Plakate in der Landschaft

Beim rundumblickenden Fahren durch die Landschaft kommt man noch für minderstens eine ganze Woche an zaahlrichen bunten Plakatwänden vorbei. Da und dort ergeben sich witzige Kombinationen mit anderen Werbetafeln.

Auf den Fotos der Bilderstaffel sind auch je 2 Plakate von der Liste Dr. Karl Schnell und den NEOS zu sehen. Leider  haben uns diese beiden Parteien vornehm ignoriert und kein Bildmaterialoder gar Wahlprogramme geschickt. Schade, es wäre interessant gewesen. Das ist halt das Problem, das ab und zu die Kleinen trifft. 🙂

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Dorfradio 01 – der Sendungsstart

DorfradioDie erste Radiosendung aus dem virtuellen Dorf wird am Ostermontag von 17-18 Uhr auf der Radiofabrik ausgestrahlt!

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.

Die Radiofabrik kann man in Salzburg terrestrisch hören, über eine Handyapp hören, aber auch weltweit streamen. Infos zum Empfang vom Dorfradio finden Sie HIER>

Man hört neben viel Musik anfangs eine kurze Geschichte der Dorfzeitung.com,  die mittlerweile 20 Jahre online ist und wahrscheinlich zu den ältesten Onlinemedien Salzburgs gehört.

Unsere Literaturkritikerin Rebecca Schönleitner stellt den österreichischen Autor Roman Klementovic vor.

Thomas Selinger begleitet die Dorfzeitung seit fast 2 Jahrzehnten. Im einem Interview erzählt er seinen Weg vom Cafetier in Bürmoos zum freischaffenden Künstler in der Stadt Salzburg.

Open Space. Das Multimediaprojekt von Christine Smaczny und Karl Traintinger zum 200-jährigen Jubiläum des weltberühmten Weihnachtsliedes „Stille Nacht, heilige Nacht“ findet am 28. Oktober in der Salzachhalle in Laufen/ Obb. statt. In den nächsten Sendungen wird so nach und nach das Programm von Open Space vorgestellt.

Zwoa, zwe, zwo – a kloana Streifzug durch den Flachgauer Dialekt beendet die erste Sendung des Dorfradios.

Der Dorfradio-Jingle

Sollten Sie die Sendung verpasst haben, sie wird am Dienstag, dem 3. April um 9 Uhr und am Sonntag, dem 15. April um 20 Uhr wiederholt.

Dorfradio 01 auf der CBA online nachhören >

Unser neues Logo hat Sandra Reichl entworfen.

Dorfradio

Die Musikauswahl zur ersten Sendung:

Musik-Jingle: Holzwerk by Kerberbrothers Alpenfusion ©

Let´s dance by Benny Goodman ©
Sunny by Gerry Mullgan ©
Gitanes by Herbert Pixner Project ©
Ouvertüre zu Candite by Faltenradio ©
Take Five by Dave Brubeck ©
Are your lonesome tonight (laughing version) by Elvis Presley ©
Run by Leona Lewis ©
Hold me now by The Thompson Twins ©
Tangerine by Fatty George & His Chicago Jazzband ©
Open Space by Christine Smaczny ©
Strode Rode by Sonny Rollins ©


Der Antheringer Palmbuschen

Zum Palmsonntag gehört traditionellerweise ein Palmbuschen, der aus sieben Gewächsen bestehen soll. Unterschiede bei der Auswahl der immergrünen Pflanzen sind schon zu beobachten.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Der typische Flachgauer Palmbuschen wird in der Regel aus folgenden Pflanzen hergestellt: Palmkätzchen (Weiden), Stechpalme (Schradler), Eibe, Buchs, Kranewitt (Wacholder), Seben (Stinkwacholder), Zeder. Eine dünne Weidenrute (Felberrute) wird zum Binden verwendet und ein Haselnussstab zum Tragen. In früheren Jahren war das “Palmbesentragen” in erster Linie den jungen Burschen vorbehalten und es war wichtig, dass ein “vorzeigbarer Palmbesen” aus mindesten 3, besser noch mehr Einzelbuschen bestand.

Die einzelnen Palmbuschen wurden nach der Weihe auf die Wiesen und Felder gesteckt. Man erhoffte sich auf diese Weise Gottes Segen für das gute Gedeihen der Feldfrüchte. Die bunten Verzierungen mit färbigen Hobelscharten und Brezen kamen erst später dazu. 

Palmbuschen

Diesen Palmbuschen habe ich zufällig heute bei Schwerting in Lamprechtshausen gesehen. Es war der einzige auf einem Feld oder einer Wiese weit und breit.

Infos >


Der Mitte-Fasten-Markt

In der Stadtgemeinde Oberndorf hat der Mitte-Fasten-Markt oder Josefi-Markt eine lange Tradition. Die Zeit, als das noch in erster Linie ein Rindermarkt war, ist allerdings schon lange vorbeit.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Übrig geblieben ist ein Jahrmarkt, auf dem sich die Landbevölkerung mit allen möglichen und unmöglichen Dingen eindeckte. Das reichte von der Kleiderschürze, oder Kasack wie man sagte, über Unterwäsche, Küchenutensilien und Naschereien bis hin zu Gesundheitsprodukten. Manch pfefferminzscharfes Öl hat hier seinen Weg zu einem Käufer gefunden. Die Spielzeugstände hatten es besonders den Kindern angetan, Messer in allen Größen und verschiedenste Spielzeugrevolver und Pistolen waren der Renner. Im heutigen Schulbereich befand sich ein Vergnügungspark.

Bei meinem gestrigen Besuch mußte ich leider feststellen, der Markt ist nur noch der Schatten seiner selbst. Das Wetter war herrlich und trotzdem niemand auf der Strasse. Nichts ist mehr übrig geblieben, vom Gewurle der sich durch das Angebot drängenden Menschen. Schade, es werden doch nicht alle Marktbesucher beim Onlinehandel gelandet sein?

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Es war einmal das Odeïon

Das Odeïon Kulturforum in Salzburg Mayrwies hat zugesperrt. Nicht ganz freiwillig. Ja, es ist sehr schade um diesen wunderschönen Veranstaltungsort. Der Dorothea-Porsche-Saal wurde am Samstag, dem 17. 2. 2018  das letzte Mal bespielt.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Trotzdem, es ist dem Kulturforum offensichtlich nicht gelungen, sich vom Hauptsponsor Daniell Porsche abzunabeln. Er hat sein Ausscheiden vor längerer Zeit angekündigt und irgendwann einmal ist es halt vorbei. Ein Trägerverein, der das Odeïon übernimmt und weiterführt wurde nicht gefunden.

In Salzburg ist die Luft für die freie Kulturszene sehr dünn, gibt es doch zahlreiche kleine Bühnen neben den großen Platzhirschen, an denen alles gemessen werden. Bei der öffentlichen Geldverteilung (=Förderung) haben auch die rennomierten Bühnen die besseren Karten. Es ist schon klar, Geld kann es nie genug geben. Ohne eine freie Kulturszene kann es eine Kulturstadt Salzburg halt auch nicht geben. Das sollte den Verantwortlichen klar sein.

Info:
Das Odeïon in der Dorfzeitung >


„Das gibt’s nur einmal“ – und zwar im OFF Theater

Werner Richard Heymann (1896-1961) schrieb Evergreens wie „Ein Freund, ein guter Freund“ und „Das gibt’s nur einmal“ und doch kennt ihn heute fast niemand mehr. Am 2. und 3. Februar 2018 wurde in einer von Elfi Schweiger initiierten und in Szene gesetzten musikalischen Lesung, mit Texten und Musik des Komponisten, seiner gedacht.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Die Tochter des Komponisten, Elisabeth Trautmann-Heymann, erzählte in einer kurzen Einführung von ihrem Vater, dem genialen Musikschöpfer der Weimarer Republik. Da sie noch ein Kind war, als er starb, ist ihr neben seinem ständigen Klavierspiel vor allem in Erinnerung, dass der große Komponist und Musiker zweistimmig pfeifen und mit beiden Ohren isoliert voneinander wackeln konnte.

Im stimmungsvollen Saal des OFF Theaters entführen der in Salzburg geborene Opern-, Operetten- und Konzertsänger Erwin Belakowitsch und der deutsche Schauspieler und Musicaldarsteller Andreas Bieber das Publikum in die Goldenen Zwanziger Jahre, die Zeit der großen Tonfilmoperetten. Die charmanten Herren versprühen mit spitzbübischem Lächeln beste Laune. Heymanns Musik und die originellen Texte von Robert Gilbert lassen nostalgische Gefühle aufkommen. Zwischen den Liedern werden Ausschnitte aus Briefen von Heymann und Gilbert sowie Texte von Kurt Tucholsky und Bertolt Brecht vorgetragen. Diese Lesungen geben einen guten Überblick über das Leben und Schaffen des Komponisten, von den Anfängen in Berlin, der Hyperinflation von 1923 (die der Kabarettszene große Schwierigkeiten machte), dem Aufkommen des Nationalsozialismus, der Emigration 1933 bis zur Rückkehr nach Europa im Jahre 1951.

heym-mit-hut-auf-bankDer in Königsberg geborene Werner Richard Heymann saß schon mit drei Jahren am Klavier, begann bereits früh zu komponieren und wurde mit zwölf Jahren Mitglied der Königsberger Philharmonie. 1912 siedelte er mit seinen Eltern nach Berlin, wo er die Königliche Hochschule für Musik besuchte. Nach Ende des 1. Weltkrieges begann er als Komponist mit verschiedenen Berliner Kabaretts zusammenzuarbeiten. Mitte der Zwanziger Jahre wurde er Assistent von Ernö Rapée, dem Generalmusikdirektor der Ufa, für den er die Bühnenmusik zu vielen Stummfilmen komponierte und uminstrumentierte, wenn die Notenblätter aus Amerika kamen. Dabei kam er in einem Jahr auf 3000 Seiten Orchesterpartituren. 1928 verließ er die Ufa aus Protest gegen den deutschnationalen Medienunternehmer Hugen und ging zu Tobis, wo er sich mit dem neuen Tonfilmsystem beschäftigte. Es folgte sein erster großer Erfolg, der Song „Kennst du das kleine Haus am Michigansee?“ (Text: Marcellus Schiffer). Heymann selbst stellte selbstkritisch fest: „Man mixe einen idiotischen Text mit einer kitschigen Musik, das ergibt dann endlich einen Schlager.“ Es folgten unzählige populäre Schlager, denn Heymann komponierte die Musik zu elf Filmen, darunter „Liebeswalzer“, „Die Drei von der Tankstelle“, „Bomben auf Monte Carlo“, „Der Kongress tanzt“. Als Interpreten seiner Kompositionen traten u. a. Lilian Harvey, Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Paul Hörbiger, Hans Albers und die Comedian Harmonists in Erscheinung.

An den zwei ausverkauften Heymann-Abenden im OFF Theater brillierten zwei großartige Sänger und sorgten mit ihrer schwungvollen, überaus humorvollen Interpretation der bekanntesten Lieder des Komponisten für einen hinreißenden Theaterabend. Für die musikalische Untermalung der Evergreens sorgten Lior Kretzer am Klavier, Franziska Strohmayr an der Violine und Martina Fladerer an der Klarinette. Zwischen den Liedern und Lesungen begeisterten die drei immer wieder mit Medleys der Heymannschen Werke.

„Das gibt’s nur einmal“ – Eine musikalische Lesung mit Texten und Musik von Werner Richard Heymann. Textfassung und Gesamtleitung: Elfi Schweiger. Szenische Einrichtung: Karsten Bohn. Mit: Erwin Belakowitsch und Andreas Bieber. Klavier: Lior Kretzer, Violine: Franziska Strohmayr. Klarinette: Martina Fladerer. Foto: OFF Theater

 

 


Jazz Brunch im OFF Theater

Schneeregen und Wind sind die idealen Voraussetzungen, um an einem Sonntagvormittag gemütlich bei guter Musik und erfreulichem Essen den freien Tag im Warmen zu geniessen.

Von Karl Traintinger

So geschehen am 21. Jänner in der Lounge des OFF Theaters in der Eichstrasse in Salzburg. Als Musiker waren Bene Halus am Bass und Klaus Hasholzer am Baritonsaxophon zu hören, die offensichtlich Freude bei ihrer Arbeit hatten.

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Ergänzend sollte erwähnt werden, dass es im OFF Theater einmal monatlich einen Brunch gibt, der in der Regel frühzeitig ausverkauft ist. Für Interessenten heißt es daher, frühzeitig reservieren.

Info: OFF Theater


„Vive l’Armée“ – Frankreich im Jahre 2020

Das Kollektiv Superamas eröffnete am 15. Jänner 2018 im republic das Festival Performing New Europe (PNEU), das heuer bereits zum vierten Mal stattfindet und Künstlern des europäischen apap-Netzwerks eine internationale Präsentationsplattform bietet.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Seit 1999 bringen die Künstler von Superamas erfolgreich multimediale Performances auf die Bühne. Auch in ihrem neuen Stück „Vive l’Armée“ verbinden sie eine Vielzahl künstlerischer Ausdrucksformen miteinander. Das Stück startet mit einer Modenschau im Louvre. Unter dem berühmten Bild von Eugène Delacroix „Die Freiheit führt das Volk“ staksen Models in  freizügigen Kreationen von Jean-Paul Gautier über den Laufsteg, mit Stahlhelmen und Patronengürtel als Accessoires. Die Stimmung ist ausgelassen, denn Demond und Starchild von der Hard-Rock-Band KISS heizen dem Publikum ordentlich ein. Gerade als der Moderator des Abends Jean-Paul Gautier persönlich auf der Bühne begrüßt, sprengen Rebellen die Veranstaltung und nehmen die 300 anwesenden Gäste als Geiseln.

Es folgen auf einer großen Videowall Ausschnitte aus Stanley Kubricks Film „Path of Glory“, Statements eines Historikers über die sozialen Unterschiede in der Militärhierarchie und Aufnahmen von einem Workshop mit Schülern aus Amiens. Diese gestehen, dass sie über die Hintergründe, die zum 1.Weltkrieg geführt haben, wenig wissen. Die Jugendlichen sieht man anschließend in historischen Uniformen zu den markanten Rhthmen von Strawinskys „Sacre du Printemps“ über das Schlachtfeld an der Somme marschieren.

In der Zwischenzeit ist auf der Bühne ein Krisenzentrum aufgebaut worden. Über die Methoden zur Geiselbefreiung herrscht Uneinigkeit. Werden sich die Hardliner, die eine sofortige Stürmung des Gebäudes verlangen, durchsetzen können?

Superamas zeigen in dieser aufwühlenden Performance Frankreich als Staat, der sich den Terrorismus zunutze gemacht hat und selbst zum Terroristen geworden ist. In einem Interview erklärt Philippe Riéra, Performer und Gründungsmitglied von Superamas: „Ich glaube nicht, dass die Kunst die Welt verbessern kann. Das ist auch nicht unser Auftrag. Die Probleme müssen politisch gelöst werden. Wir legen nur die Finger in die Wunde – und wir öffnen Türen. Man kann mit einer Performance sehr wohl das Denken eines Menschen bewegen.“

Ein denkwürdiger Auftakt des PNEU-Festivals, das in seinen Produktionen noch bis 20. Jänner 2018 weitere brisante gesellschaftspolitische Fragen abhandelt.

Nähere Infos und Programmdetails unter: www.szene-salzburg.net

„Vive l’Armée“ – Superamas. Konzept, Performance, Set, Ton, Lichtdesign, Film: Superamas. Performance: Teresa Acevedo, Agata Maszkiewicz, Agnieszka Ryszkiewicz, Superamas. Foto: szene Salzburg

 

 


„Die Nashörner“ – Jugendballett in den Kammerspielen

Das Theaterstück des rumänisch-französischen Dramatikers Eugène Ionesco gilt als Klassiker des Absurden Theaters. Die Faszination, die von roher Kraft und Gewalt ausgeht, wird durch die tänzerische Umsetzung beklemmend deutlich. Das brisante, stets aktuelle Thema wird vom Salzburger Ballettensemble mitreißend serviert und ist nicht nur für Jugendliche ab 12 Jahren empfehlenswert.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Ein flotter Kellner serviert in einem Caféhaus köstliche Drinks. Die Stimmung unter den jungen Besuchern ist bestens, es wird getratscht, gealbert, gelacht, geflirtet und natürlich viel getanzt. Ein plötzlich auftauchender, bedrohlicher Schatten wird einfach ignoriert. Auch der nach ihrer entlaufenen Katze suchenden Dame wird wenig Beachtung geschenkt. Die Party geht weiter, bis ein überaus kraftvoll wirkendes, wildes Wesen (furchteinflößend Diego da Cunha) mit amöbenhaft fließenden Bewegungen durch den Zuschauerraum schleicht, schließlich auf die Bühne klettert, um sie kurz darauf durch wieder eine Katzenklappe zu verlassen. Es folgt der erbärmliche Schrei einer Katze.

Eugéne Ionescu: Die Nashörner

Als das wilde Wesen tags darauf in einem Büro erscheint, verfällt ihm nicht nur die gestrenge Chefin (Anna Yanchuk). Nach und nach entledigen sich auch die Angestellten ihrer Kleidung und präsentieren sich in grauen, schlammfarbigen Trikots (Kostüme: Alois Dollhäubl). Der Anschluss an die immer größer werdende Gruppe verleiht dem Einzelnen Macht und Stärke. Schließlich bringt nur noch Behringer (Iure de Castro) die Kraft auf, sich dem Gruppenzwang zu widersetzen. Der Autor schrieb dazu: „Behringer, mein Held der ‚Nashörner‘, ist einer von jenen Menschen, die in einer Atmosphäre der Unterdrückung, einer politischen Form der Diktatur nämlich, der alle zuzustimmen scheinen, die Meinung jener vertreten, die nicht einwilligen: Dank ihrer Haltung wird das Schlimmste vermieden.“

Eugéne Ionescu: Die Nashörner

Die Choreographen Kate Watson, Alexander Korobko und Josef Vesely haben einen gefährlich wirkenden tänzerischen „Nashorn-Bewegungsstil“ kreiert und so wird schnell klar, wie schwer es ist, sich der Gruppendynamik zu entziehen, wenn die immer größer werdende Horde wilder Tiere mit eckigen, militant anmutenden Bewegungen über die Bühne oder durch den Zuschauerraum marschiert. Die Bühne umschließen weiße Wände mit vielen fensterartigen Klappen, hinter denen ständig schattenhaft die Gefahr lauert.

Eugéne Ionescu: Die Nashörner

Ionescos 1959 uraufgeführtes Stück zeigt in grotesker Überzeichnung die Mechanismen autoritärer und totalitärer politischer Gleichschaltung. Die Ballettcompagnie des Salzburger Landestheater weist mit diesem Jugendstück in erschreckend klaren Bildern auf die Gefahren von Massenmanipulation hin und ermutigt zu mehr Individualität.

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„Die Nashörner“ – Frei nach Eugène Ionescos „Die Nashörner“ (1959). Ballett in einem Akt für Jugendliche ab 12 Jahren. Uraufführung. Choreographie und Raum: Alexander Korobko, Josef Vesely, Kate Watson. Kostüme: Alois Dollhäubl. Mit: Iure de Castro, Lucas Leonardo, Larissa Mota, Anna Yanchuk, Gabrielly Juvêncio, Federico Berardi, Diego da Cunha, Naila Fiol, Pedro Pires, Mikino Karube, Flaviano de Mesquita Junior, Chigusa Fujiyoshi, Karine de Matos. Fotos: © Anna-Maria Löffelberger

Info:
“Die Nashörner” von Eugène Ionesco 202 im Salzburger Schauspielhaus


Kunst im Atelier

Am Sonntagnachmittag (7. 1. 2018) luden Claudia und Christoph Raphaelis in ihr Atelier für Stille, Musik und Bewegung in Laufen, Oberbayern ein. Zu Bildern der Laufener Künstlerin Christine Smacny gab es Musik und Tanz.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Musikalische Eigenkopositionen und Improvisationen auf der Gitarre kamen von Christoph Raphaelis, er wurde gesanglich unterstützt von Steffi Schönlinnen und Monika Bauer. Alle drei MusikerInnen präsentierten eine tonale Bildbeschreibung von 3 von Chrsitine Smacny geschaffenen Bildern. Claudia Morgalla-Raphaelis zeigte Tanzperformances, einmal zusammen mit Monika Mauhisch-Misseton. Christina Brüderl erzählte als pantomimischer Clown eine heitere Geschichte.

Das zahlreich anwesende Publikum war begeistert.

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Infos:
Christine Smacny >
Christoph Raphaelis >


Schifferweihnacht. Stille Nacht in Oberndorf

Am 24. Dezember 1818 erklang das Weihnachtslied “Stille Nacht, heilige Nacht” erstmals in der Kirche St. Nikola in Oberndorf. Es wurde von den Freunden Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, dem Komponisten und Texter, vorgetragen. Von hier aus sollte es seinen Weg rund um die Welt gehen.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Oberndorf hat in den letzten Jahren den alten Pfarrhof in eie sehenswertes Stille Nacht Museum umgebaut. Die Schwerpunkte sind: Stille Nacht, die Salzach-Schifffahrt und die Ortsgeschichte. Es wird dem Besucher die schwere Zeit der niedergehenden Schalzachschifffahrt und die daraus resultierende Armut der Schiffer vor Augen geführt. Es werden auch die Wege der Verbreitung des Liedes durch Tiroler Sänger aufgezeigt.

Das Museum befindet sind in unmittelbarer Nähe zur weltberühmten Stille-Nacht-Kapelle (Gruber-Mohr-Gedächtniskapelle), die auf dem Bauschutthügel der abgerissenen St. Nikola Kirche errichtet wurde.

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Infos:
Stille Nacht Museum Oberndorf >
Stille Nacht Kapelle Oberndorf >
Stille Nacht Gesellschaft >
Stille Nacht in der Dorfzeitung >


Felix Gruber. Enkel, Musiker, Stille-Nacht-Forscher

Die diesjährige Sonderausstellung ist dem Enkel von Franz Xaver Gruber gewidmet. Sie wurde von Dr. Eva Neumayr und Ilse Renate Pürstl konzipiert und gestaltet.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Felix Gruber war Sänger, Chorleiter und Lehrer und mit der Ella Koleit, einer Konzert-Sängerin und Gesangslehrerin am Mozarteum, verheiratet. Besonders hervorzuheben sind seine Tourneen als Sänger beim Salzburger Marionettentheater (Kasperl Larifari) und seine Arbeit als Chorleiter der Halleiner Liedertafel, die auch große Werke (z. B. WA Mozart – Requiem) aufführte. 1920 wurde er Bundeschormeister des Salzburgischen Sängerbundes. 1938 nahm er in Hallein die Stelle eines Standesbeamten mit Pensionsberechtigung an.

Stille Nacht Museum Arnsdorf

Kustos Max Gurtner führt Interessierte durch das Museum in Arnsdorf. Die Volksschule im Erdgeschoß ist nach wie vor in Betrieb. Die ehemalige Wohnung im ersten Stock beheimatet das Museum.

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Info:
Stille Nacht Museum >
Stille Nacht Gesellschaft >