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Pilotprojekt in Salzburger Innenstadt: Elektronisch geführte Stadtbesichtigungen.

Testlauf in der Getreidegasse verlief äußerst zufrieden stellend.

Von Karl Traintinger.

Wie gewöhnlich gut informierte Kreise aus Schloss Hellbrunn berichten, ist der Besucherstrom in die Stadt Salzburg touristentechnologisch fast nicht mehr zu bewältigen. Die gut ausgebildeten FremdenführerInnen werden in den Stoßzeiten knapp und man suchte nach qualitativ hochwertigen Ersatzkräften.

Angespornt durch die Erfolge der boomenden Elektronikindustrie wurden erstmals elektronische “Mozartguides” erprobt. Zum Einsatz kamen Miniradios, Kopfhörer und temporäre Identifikations-Chips für die Probanden. Diese Chips wurden schmerzfrei subkutan injiziert und konnten nach der Probephase problemlos wieder entfernt werden. Diese Chips waren notwendig, da dadurch der Standort mittels GPS genau überprüft werden konnte. Die war zur Überprüfung und Aufzeichnung der einzelnen Bewegungsabläufe notwendig. Es musste auch die Sicherheit der Informationsübertragung überprüft werden. In der Testphase waren sowohl die Chipimplantation, als auch die Eintritte in die Museen gratis.

Einzelne Men in Black kontrollierten den Versuch Vorort und standen bereit, um eventuelle Pannen sofort zu korrigieren. Das Versuchsgelände war die touristisch stark genutzte Getreidegasse.

Gestestet wurde am Samstag, dem 21. Mai 2005 und es war ein voller Erfolg. Eine kleine private Salzburger Radiostation, man hat gehört, es war die Radiofabrik, übernahm die Funkfernsteuerung der Versuchspersonen; es hatten sich zahlreiche Freiwillige gemeldet.

So nach und nach wurden die verschiedenen Informationsmöglichkeiten für die “ferngesteuerten” Touristen getestet. Die Versuchanordnung reichte vom gezielten Anlaufen der Museen und dem Erklären den einzelnen Sehenswürdigkeiten bis zum Ausprobieren verschiedener zusätzlicher Add-On Steuerungstechniken. Die Touristen sollen in Zukunft ja auch gezielt in Hotels, Gaststätten, etc. gelenkt werden können, wenn das gebucht worden war.

Im Test überprüfte man diese Funktion der eingesetzten Mikrochips durch das Durchführenlassen ungewöhnlicher Aktionen: Die Probanden überreichten sich hingebungsvoll Mozartkuglen mit belanglosen Texten, begannen plötzlich zu tanzen, setzten sich auf den Boden oder legten sich auf die Straße.

Der Probelauf verlief äußerst erfolgreich. Es gab praktisch keine Pannen. Nach dem Bekanntwerden der Auswertungen meldeten sich schon zahlreiche Organisationen, die ihr Interesse an diesem Touristensystem bekundeten.


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