dorfzeitung _quer

Diese Hommage im Säulenfoyer des Schauspielhauses ist Jacques Brel, einem der populärsten französischen Chansoniers, anlässlich seines 30. Todestages gewidmet. Eric Lebeau (Gesang), Leonore von Stauss (Klavier) und Sigrid Gerlach-Waltenberger( Akkordeon) gestalten den Abend mit intensiver Spielfreude.

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Honzi

Hurraaaa,
die von unseren hervorragenden Politikern beschlossene  Einmalzahlung für Pensionisten hat mich erreicht!

Es waren brutto € 105,10
Geblieben sind mir € 23,25

Wollens mich pflanzen??
Grüße Honzak

http://www.youtube.com/user/honzak123


Piaf

Am 26. Oktober 2008 fand die Uraufführung von  Piaf – einem  Schauspiel mit Musik (Text und Regie Peter Arp) über das kurze aber intensive Leben der französischen Chansonsängerin statt. Evelyn Ruzicka in der Rolle der jungen Piaf verzauberte das Publikum.

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Die marode österreichische Fluglinie Austrian Airlines soll verkauft werden, heißt es, streng mach dem Motto von Eva-Maria Klinger: Wer will mich? Das Luftlinerl hat nur gute Eigenschaften: Die Flugzeuge stürzen selten bis gar nicht ab und sind bunt angestrichen. Die Fütterung der Flugmaschienen ist einfach, sie wollen ausschließlich Kerosin. Das Personal ist ein bißchen verwöhnt und braucht eine gute Pflege, die Chefetage in erster Linie Geld. Unter diesen Voraussetzungen kann die AUA probelmlos angegeben werden. Alte Schäden, die das Hunderl angerichtet hat, werden vom Vorbesitzer erledigt.

Es ist frustrierend, was der Steuerzahler noch alles bezahlen soll, nach den Banken, kommt jetzt die AUA, wie geht es weiter? So lange die Herren Manager keinen persönlichen Schaden für ihre Fehlentscheidungen in Kauf nehmen müssen, wird sich nichts ändern! Es ist schon richtig, die Wirtschaft muß angekurbelt werden, nur soll es nicht so sein, daß der alleinige Zahler immer der kleine Mann ist. Die Kleinen buckeln und die Großkopferten kassieren ab, wie es halt immer war.

Schön langsam kann ich die gelackten Schönlinge beiderlei Geschlechts in den Chefetagen und Talkshows nicht mehr sehen,
meint der Zeppezauer Gust und wischt sich genüsslich den Bierschaum vom Mund!


Erstes Bild – dicht an der Bühnenrampe, menschliche Gestalten, Schulter an Schulter formieren sich eng zu einer dunkelgrauen geschlossenen Reihe. Schaudernd raunen und wispern sie sich Geschichten über „Geierwally“ zu. Als Kind soll sie einen jungen Geier auf Befehl ihres Vaters mit schier übermenschlicher Kraft und Geschicklichkeit aus seinem Nest geholt haben.

Elisabeth PichlerVon Ulrike Guggenberger

„Die Geierwally tut immer das, was kein vernünftiger Christenmensch macht“, heißt es.

Freilich, sie hat einen harten, grausamen Menschen, den reichsten Bauern im Ort, zum Vater, den Stromminger. Er hat seine Tochter Walburga vulgo die „Geierwally“ dem Vinzenz versprochen.

Wütend lehnt sie den Freier hochmütig ab. Eine plötzlich aufflammende Liebe zu Josef ist wie der Blitz in sie gefahren. Josef, der beste Schütze und heldenhafte Bärentöter, nützliches Glied der Dorfgemeinschaft und der Stromminger geraten sich wegen einer alten Sache böse in die Haare. Der junge Mann demütigt den alten Großbauern mitten am Dorfplatz.

„Das Kind gehört dem Vater“, urteilt die dörfliche Gemeinschaft, so steht es in der Bibel.

Der Vater aber vertreibt seine Tochter wegen ihres verstockten Ungehorsams hinauf in die abgelegenen Hochalmen. Da oben in der absoluten Einsamkeit, wo nur mehr die Berggeister hausen, „…stellt sich kein Wille gegen meinen Willen“, sinniert Walburga.

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Die im Theater in Holzhausen aufgeführte Fassung der „Geierwally“ überträgt den explosiven Inhalt in starke, einprägsame Bilder. Requisiten wie rohe Holzbretter und Klötze, einfache, bäuerliche, graubraun gehaltene Alltagsgewänder, Umrisse steiler, kahler, schroffer Felsen, spiegeln die kargen Lebensbedingungen wider.

In dieser rauen Umgebung wachsen in den Menschen ungezügelte Leidenschaften, vom Sittenkodex der dörflichen Gemeinschaft mühsam in Schach gehalten. Ein Nährboden für Tragödien.

„…grobe Äxte schnitzen kein feines Schnitzwerk“, weiß der Pfarrer aus langer Erfahrung.

Der Text zeichnet das seelische Drama einer in ihrem maßlosen Temperament gefangenen jungen Frau in der sozialen Enge des Bergdorfes. Für die Geierwally gilt nicht, was für so viele im Dorf gelten muss, „…man soll es machen wie Jesus Christus, man soll es dulden und tragen“. Sie scheitert an der Demütigung, die Josef ihr öffentlich antut.

Eine geglückte Regie fügt Ort, Schauspieler und Inhalt zu einem authentischen Zusammenspiel. „Die Geierwally“ ist eine sagenhafte Erzählung um eine außergewöhnliche Frau, die es in Tirol gegeben haben soll. Die Rahmenhandlung schließt mit dem Eingangsbild der Schulter an Schulter stehenden Dorfbewohner, gefolgt von einem Epilog. Josef und Walburga begegnen sich an einem unbestimmten Ort, losgelöst von der Erdenschwere können sie sich endlich einander zuwenden.

Die Geierwally nach Wilhelmine von Hillern in einer Bearbeitung von Dagmar Schlingmann und Ursula Thinnes / THEATER HOLZHAUSEN / PREMIERE: 11. OKTOBER 2008 / MIT: MATTHIAS HOCHRADL, WALTRAUD HOCHRADL, FRITZ NIEDERREITER, ERICH GAISBAUER, SILVIA REICHL, JOSEPH MITTEREGGER, GEORG GÖRG, MAX FERNER SEN., MAX FERNER JUN., GISELA ABSMANNER, ANDREAS MEIER, CHRISTA LANDRICHTIGER, JOHANNA AICHSCHMIED, NINA FERNER, RICHARD HARFMANN, HANS SCHALLINGER, FLORIAN PATSCH / REGIE: VERONIKA PERNTHANER / BÜHNE: MATTHIAS HOCHRADL / LICHT: PETER STEIN / BELEUCHTUNG: HORST DAGLINGER, WOLFGANG SCHWEINSTEIGER, KOSTÜME: FRANZISKA ZAUNER / MUSIK: DULAMANS VRÖUDENTON


Die neue Theatersaison im Toihaus Salzburg wurde  am 9. Oktober 2008 mit “Ich will hier raus!”, Coolness, Stress und Liebesglück, einem offenen Projekt mit 2 Schauspielern und elektronischer Live – Musik eröffnet.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Das Toihaus in der Neustadt von Salzburg präsentiert sich seit mehr als 22 Jahren als modernes und risikobereites Theater sowohl für Erwachsene als auch für Kinder jeden Alters. Es ist ein professionelles Theater, das in seiner Arbeit neue Formen und Inhalte jenseits festgefahrener Theatersparten sucht. Nach dem Prinzip der Collage verbinden sich Tanz, Sprache, Musik, Bildende Kunst, neue Medien und vieles mehr.

Dieser Vorgabe wird „Ich will hier raus!“, die erste Produktion der neuen Theatersaison, voll gerecht. Das Prinzip der Collage setzt sich auch im Bühnenbild fort, welches wie ein Puppenhaus wirkt und mit vielerlei nützlichen, aber auch absolut überflüssigen Requisiten bestückt ist.

Zu Beginn der Vorstellung werden die Zuschauer darauf aufmerksam gemacht, dass das Stück infolge der Erkrankung einer Kollegin nur in reduzierter Form wiedergegeben werden kann, dafür wird jedoch eine Bikiniszene in Aussicht gestellt.

Ein Gespräch mit dem Regisseur und Textbuchautor zeigt, wie so ein „offenes Projekt“ entsteht. Die Vorgabe war, ein Stück zu schaffen für zwei Schauspielerinnen und einen Musiker. Doch ließ sich Matthias Stein dadurch nicht einschränken, so verkörpern Susanne Lipinski und Rachelle Nkou zwar ein traditionelles Ehepaar mit Kind, doch sind die Rollen nicht eindeutig definiert. So wird aus der anfangs schwangeren Frau später der arbeitslose Vater, der im roten Glitzerkleid die meiste Zeit im Bett verbringt. Es ist für das Verständnis gut zu wissen, dass es sich dabei um die erkrankte Kollegin handelt und die Rolle so auf sie zugeschnitten wurde.

In den folgenden 45 Minuten passiert eine Menge: viel Text, der zum Nachdenken anregt, viel Hintergrundmusik, eine Ballade über den Krieg, Videoeinspielungen, Tanzeinlagen und am Ende wird das Stück als Puppenspiel auf einer kleinen Bühne zusammengefasst.

Das Ganze wirkt teilweise gewollt improvisiert, besonders wenn der Text von Blättern abgelesen wird, dann aber wieder professionell. Es ist ein großes Verdienst des Toihauses, einem blutjungen Team ein Stück erarbeiten zu lassen, und äußerst interessant zu beobachten, welch neue Impulse dadurch dem Theater gegeben werden können.

Die Kernfragen des Abends regen zum Nachdenken an und lassen weder Jung noch Alt kalt, denn es geht um das aktuelle Lebensgefühl einer ganzen Generation:

Wird Mitgefühl wirklich auf den Schrotthaufen der Illusion gepackt?
Scheitert der Versuch auszubrechen am eigenen Rahmen?
Bedeutet Freiheit wirklich nur Überforderung durch Verantwortung?

TOIHAUS SALZBURG PREMIERE: 9. OKTOBER 2008 / MIT: SUSANNE LIPINSKY, RACHELLE NKOU / REGIE: MATTHIAS STEIN / MUSIK: HÜSEYIN EVIRGEN / Fotos: © Toihaus / Andrea Haider-Probst


© Schauspielhaus Salzburg / Clemens Kois

Am 8. Oktober 2008 fand die Premiere des Jugendstückes “Playback Life” von Klaus Schumacher im Schauspielhaus Salzburg statt.  Eine beeindruckende  und spannende Inszenierung, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

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DZ_Logo_129Die Bankenkrise aus Amerika erschüttert Europa, mitgefangen, mitgehangen. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten führt uns vor, was Sache ist: Profitgier als alleiniges Wirtschaftsziel, hohe Dividenden um jeden Preis, koste es, was es wolle. Die anonyme Masse der Aktionäre will abkassieren und nur das zählt. Es muß unter anderem ja auch der Präsidentenwahlkampf finanziert werden.

Und wenn die Wirtschaft dann am Boden liegt hat man Gründe genug, um aktuelle und neue Kriege gegen den Terrorismus zu führen. Es kommt wieder Arbeit ins Land, die Wirtschaft beginnt wieder zu wachsen, und so weiter und so fort und der Kreis schließt sich wieder. Einige wenige Finanzhaie haben dabei viel Geld verdient und finanzieren den neuen Aufschwung, alles Eitel und Wonne.

Europa ist anders. Als Häuslbauer ist es oft schwierig, einen Kredit zu erhalten, verpfänden muß man alles bis zum Unterhemd dafür. Und weil das für die Bank noch immer ein minimales Restrisiko sein könnte, sichert sie sich mit einem hohen Kreditzinssatz ab, vorsichtshalber. Es muß für den Häuslbauer gerade noch gehen. Dafür gibt es für Sparer mit hohen Einlagen 5% und mehr Sparzinsen bei täglich verfügbarem Kapital; irgendwer muß ja das Sahnehäubchen bekommen.

Wenn es dann enger wird, finanziell gesehen, ein bißchen amerikanisches Lotteriespiel muß man ja eingehen, ich erinnere nur an die BAWAG, ist das auch kein großes Problem, der Vater Staat garantiert ja sowieso für die Einlagen in jeder Höhe. Das heißt dann, der Steuerzahler darf die Schulden der Bank bezahlen. Und die fehlgeleiteten Bankmanager werden bei vollem Gehalt pensioniert, bedauernswerterweise, hört man. Das Leben ist schön, wenn man reich ist,

meint ein Spaziergänger, der froh ist, wenn er so la la über die finanziellen Runden kommt.


Novecento

Im Vorwort zu seiner Legende vom Ozeanpianisten (einer rund 80 Seiten kurzen Erzählung) macht der italienische Bestsellerautor Alessandro Baricco darauf aufmerksam, dass er den Text 1994 für einen Schauspieler und einen Regisseur geschrieben hat, aus dem die beiden ein Schauspiel gemacht haben, das im selben Jahr auf dem Festival von Asti Premiere hatte.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

„Ich weiß nicht, ob das ausreicht, um zu behaupten, ich hätte ein Theaterstück geschrieben, ich habe da meine Zweifel“. So enthält das Buch neben einem poetischen Text auch genaue Regieanweisungen, die sich oft auf die Musik beziehen, die bei der Aufführung im Hintergrund gespielt werden soll.

An Bord eines Dampfers, der Emigranten aus Europa in die USA bringt, wird ein Säugling in einer Zitronenkiste auf einem Klavier zurückgelassen, was prägend für sein weiteres Leben werden soll. Ein Maschinist des Schiffes findet ihn, nimmt sich seiner an und gibt ihm nach seinem Geburtsjahr den Namen Novecento – Neunzehnhundert . Nach dessen Tod versteckt er sich aus Angst, den Behörden ausgeliefert zu werden, doch plötzlich taucht er wieder auf: am Klavier im Ballsaal, und er spielt, wie man es noch nie gehört hat.

Er unterhält aber nicht nur die Passagiere der ersten Klasse, nachts geht er hinunter in die dritte Klasse, hier spielt er seine Musik, die die Menschen zu Tränen rührt, Musik, die es eigentlich gar nicht gibt, denn hier kann er spielen, was er will.

Ein einziges Mal versucht er, das Schiff zu verlassen, gesteht ganz am Ende seinem Freund dem Trompeter, warum er nicht an Land gegangen ist: „Nicht das, was ich sah, hielt mich zurück, sondern das, was ich nicht sah.“

Als das Schiff schließlich, als Lazarettschiff während des Krieges völlig heruntergewirtschaftet, gesprengt werden soll, bleibt der Ozeanpianist dennoch an Bord und wird somit endgültig zur Legende.

In der Inszenierung von Christoph Batscheider wird aus dem Trompeter ein Klarinettist. Hansi Anzenberger entlockt seinem Instrument die Klänge einer Schiffssirene, während er langsam die minimalistisch gestaltete kleine Bühne, auf der ein riesiges weißes Papierboot auf einem blauen Plastikmeer schwimmt, betritt.

Er, der einzig wirkliche Freund Novecentos, erzählt nun dem Publikum die Geschichte bzw. Legende des Ozeanpianisten, eines tragischen musikalischen Genies, immer wieder mit passender Musik aus seiner Klarinette untermalt.

Der 60-minütige Monolog beschert einen poetisch phantasievollen Theaterabend, der wunderbar in das stimmungsvolle Ambiente des Foyers passt.

ALESSANDRO BARICCO – NOVECENTO – DIE LEGENDE VOM OCEANPIANISTEN / SCHAUSPIELHAUS SALZBURG – PREMIERE: 4. OKTOBER 2008 / MIT: HANSI ANZENBERGER / REGIE: CHRISTOPH BATSCHEIDER / FOTOS: PAUL PLOBERGER SCHAUSPIELHAUS


Ende Juli und Anfang August 2008 verbrachte ich einige Tage in Dänemark. Es war meine erste Reise in den Norden Europas, einige Eindrücke davon habe ich mitgebracht.

kt_portraitVon Karl Traintinger

Die Reiseroute begann in Kopenhagen und führte mich weiter nach Odense auf Fünen, zur Heimat von Hans-Christan Andersen. Das nächste Ziel war Esbjerg, die größte und wichtistge Hafenstadt in Südjütland. Diese Stadt ist der Hauptversorgungspunkt der dänischen Ölplattformen und Windparks. Das Legoland Nr. in Billund sowie die Wikingerstadt Ribe stand auch auf dem Besuchsprogramm. Die stürmische Nordsee und das weite Land Westjütlands konnten mich begeistern. Der Besuch einiger Milchviehbetriebe mit einem dänischen Tierarzt war sehr beeindruckend. Die stark exportorientierte Landwirschaft mit den hohen Umweltstandards könnte da und dort Vorbild sein. Über das Museum für Wikingerschiffe in Roskilde ging es wieder zurück nach Kopenhagen.

An Stelle von imposanten Landschaftsaufnahmen möchte ich hier im Fotomanium kleine Details, so genannte “Dänische Strukturen”, präsentieren. Viele dieser Ausschnitte zusammen ergeben mosaikartig einen für mich schönen Überblick über die Sommertage in Dänemark. (Karl Traintinger)


Die Wahlen sind vorbei, die Wunden geleckt. Jetzt ist es an der Zeit, über die Zukunft nachzudenken. Man trifft sich zu Sondierungsgesprächen, lotet aus, wer sich mag und wer nicht und wer ganz und gar nicht. Das Wahlvolk hat der großen Koalition eine Absage erteilt, heißt es. Obwohl, auch hier ist es wie bei Statistiken, glauben kann man nur der selbst gefälschten.

Irgenwie werde ich das Gefühl nicht los, diese Koalitionsfindungsgespräche haben eine große Ähnlichkeit mit einem “ALL YOU CAN EAT” Buffet, mancher ißt bis ihm speiübel wird und beschuldigt dann den anderen, schlecht gekocht zu haben. Bemerkenswert ist aber auch die Tatsache, daß die Rechnung für diese Maßlosigkeiten immer der Wirt zahlen muß,

meint ein über die jüngst vergangene Politik verärgerter Spaziergänger.