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Reitlwald

Bürgerinitiative: Lebenswertes Lamprechtshausen
unser bestes Stück ist grün und 15 ha groß.

Liebe Lamprechtshausnerinnen, liebe Lamprechtshausner!
Sehr geehrte Gäste,

Schottergrube13122007
Die Maße des derzeit geplanten Schotterabbaus

In Lamprechtshausen, Siedlungsgebiet Reitlwald und Holzhauserweg soll eine riesige Schotterabbaugrube entstehen.

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Wir kämpfen dagegen an, dass unsere Gemeinde die nächsten Jahrzehnte zur Schotterabbaugemeinde wird. Wald und Wiesenflächen sollen geopfert werden, Staub und Lärmbelastung mitten in der Siedlung, Steigerung des LKW-Verkehrs in einer vom Verkehr schon sehr überlasteten Gemeinde und Zerstörung des Landschaftsbildes über Jahrzehnte. Dagegen wehren wir uns! Kein Schotterabbau 100 m vor unseren Siedlungen.

Hier erfahren Sie die neuesten Ereignisse zur geplanten Schottergrube in Lamprechtshausen.

Beste Grüße
Lebenswertes Lamprechtshausen

Über uns

Wir sind ein Zusammenschluss von Anrainern des Reitlwaldes, der Stadlerseesiedlung und des Holzhauserweges und zugleich Leidtragende der geplanten Schottergrube mitten in unserem schönen Ort Lamprechtshausen.

Wir sind gegen:

200 000 LKWs während der Abbauphase, das sind 10 000 Fahrten pro Jahr und durchschnittlich 40 LKWs zusätzlich pro Tag
Zerstörung des Reitlwaldes als Naherholungsgebietes
Lärmbelastung durch bestehenden und zukünftigen Schotterabbau
Umweltzerstörung, Staub- und Feinstaubbelastung
Verbleib der bestehenden Mülldeponie ohne Absicherung
Verunstaltung des Ortsbildes durch die Schottergrube
weitere Ausbaumöglichkeiten für das Abbaugebietes in der Zukunft
Wertminderung unserer Grundstücke

Wir fordern:

Einstellung des Schotterabbaus
Sicherung der bereits bestehenden Gruben zum Schutz unserer Kinder
Sicherung bzw. Auffüllung der bestehenden Kiesgruben und Renaturalisierung durch den Betreiber
Zukunftssicherung der Umwelt für uns und unsere Kinder
Hochwasserschutz ohne Schotterabbau
1.Erhaltung des Waldes als Naherholungsgebiet

Ansprechpartner: Kurt Ziegler (Sprecher), Lotte Zehentner, Hans-Peter Huber und Helmut Karl (Stellvertreter)

Termine

– Termin mit Gemeindevertretung noch nicht fix –
Dienstag, 13. November 2007, 19.30 Uhr, Ort: Hendi, Lamprechtshausen
Dienstag, 30. Oktober 2007, 19.30 Uhr, Ort: Hendi, Lamprechtshausen
Montag, 29. Oktober 2007, 19.00 Uhr, Ort: Gemeindeamt Lamprechtshausen
(Beschlussfassung: Erweiterung Moosleitner-Duswald Grube steht auf der Tagesordnung!)
Dienstag, 23. Oktober 2007, Ort: Hendi, Lamprechtshausen
Mittwoch, 17. Oktober 2007, Ort: Benediktussaal, Gemeindeamt Lamprechtshausen
Montag, 15. Oktober 2007, Ort: Hendi, Lamprechtshausen

Kurz gemeldet:
Erfolg bei Gesprächen mit Gemeindevertreter
Während den letzten Wochen war die Bürgerinitiative nicht untätig. Es wurden Gespräche mit Gemeindevertretern geführt, welche sehr Erfolgs versprechend verlaufen sind.

Nachricht vom 11. November 2007

Erfolg bei Gesprächen mit Gemeindevertreter

Die Bürgerinitiative hat die letzten Wochen mit allen Fraktionsführern und auch allen Gemeinderatmitgliedern Gespräche geführt. Wir wollten die Politiker überzeugen, dass ein Lamprechtshausen ohne Schotterabbau lebenswerter bleibt, aber wir wollen betonen, dass schon viel erreicht wurde. Die ursprünglich vorgestellte Variante ist nur mehr 1/3 des vorgestellten Projekts (Plan hier ansehen).

Gleichzeitig wurde von der Bürgerinitiative ein Forderungskatalog erstellt, welcher bereits online ist (Forderungskatalog an die Gemeindevertretung). Die wesentlichen Forderungen an die Gemeinde und den Betreiber sind folgende:

– Keine Erweiterung nach der Renaturierung und auch kein Erweiterungsansuchen.
– Der Reitlwald bleibt als Naherholungsgebiet vollständig erhalten.
– Umfangreiches Verkehrskonzept
– Maßnahmen für die Bevölkerung (Schutzweg/Schutzinseln, Lärmschutzwände, Staub und Lärmmessungen, etc)

Die Gemeindevertreter haben uns Ihre Unterstützung zugesagt. Jetzt wird die Gemeinde an die Firma Moosleitner diese Forderungen herantragen. Wir werden weiter informieren.

Stammtischdiskussion (damals in einem Diskussionsforum bei uns in der Dorfzeitung):
Thread26022008 Schottergrube in der heissen Phase
Thread27102007 Die Schotterer kommen …

Die Texte und Fotos stammen von der Homepage der Bürgerinitiative Lebenswertes Lamprechtshausen. Zur Zeit der Artikelübernahme aus dem Dorfschreiber war der Link noch aktiv.


Weihnachten naht und es gibt die traditionellen Diskussionen um das traditionelle Essen. Gibt es am Heiligabend zu Mittag Zwiebelrostbraten, einen Karpfen, einen Truthahn, eine Rindssuppe oder doch eine kurzgebratene Beiriedschnitte? Oder nur eine Wurstsemmel und ein paar Kekse? 

Von Karl Traintinger

Zum ersten Feiertag kommt dann alle Jahre wieder der Vogel in die Pfanne, eine Ente oder ein Gansl, schön fett und knusprig mit Blaukraut und Erdäpfelknödel und am Stefanitag folgt der Schweinsbraten, der aber durchaus verhandelbar ist.

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Absolut nicht verhandelbar sind am Heiligabend die Mettenwürstel in einer guten Rindssuppe. Das Typische an den Mettenwürsteln ist die Herstellung aus Brät, das neben Schweinefleisch auch Kalbfleisch enthält. Zunehmend mehr Metzger verzichten der Einfachheit halber leider auf das Kalbfleisch, daher ist es extrem wichtig, sie beim traditionell handwerklich arbeitenden Metzger des Vertrauens zu kaufen.

Die Mettenwürstel

Die Mettenwürstel sind nicht gebrüht und werden nur einmal im Jahr, eben zu Weihnachten, hergestellt. Mit schöner Regelmäßigkeit wird von den auswärts studierenden Kindern immer die Anzahl der zur Verzehr geplanten Mettenwürstel angemeldet.

Ich kaufe sie gerne beim Stadler Matthäus in Lamprechtshausen, bei ihm sind sie frisch und von bester handwerklicher Qualität. Dazu gehört dann noch der Mautner Markhof Kremser Senf, frische Hand-Semmel vom Scharl Bäcker auch aus dem Dorf, frisch geriebener Kren und ein Trumer Pils.

Die Mettenwürstel schmecken auch nach der Christmette vorzüglich. Bis spät in die Nacht wird dann erörtert, wer am meisten gegessen hat und ob die Mettenwürstel diesmal auch so gut wie im letzten Jahr waren. So nach und nach geht es dann ab ins Bett, etwas früher die Frauen und etwas später die Männer, so wie halt alle Jahre wieder. Eine gröbere Programmänderung ist auch heuer nicht vorgesehen.


die tür

Das Theater Panoptikum widmet Franz Kafka zum 125. Geburtstag sein neues Stück “Die Tür” mit szenischen Fragmenten aus seinen  posthum veröffentlichten Erzählungen.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Franz Kafka,
dem meisterlichen Erzähler des phantastisch realistischen Alltags,
widmet im Toihaus das Theater Panoptikum zum 125. Geburtstag sein
neues Stück „Die Tür“.

„Kafka hat mir beigebracht, dass man die Grenzen des Wahrscheinlichen überschreiten kann. Nicht um der wirklichen Welt zu entfliehen, sondern um sie besser zu verstehen.“

Milan Kundera

Szenische Fragmente aus seinen posthum veröffentlichten Erzählungen reihen sich aneinander und spiegeln intime Momente so atmosphärisch, dass man wirklich die Luft dieses epochalen Schriftstellers zu atmen glaubt.

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Die im Dunkeln
gehaltene Bühne wird von einer weißen Tür mit zwei Klappen
beherrscht und erfüllt in jeder Szene eine andere Funktion. Einmal
wird sie vom Türhüter bewacht, dann wieder dient sie dem Jäger
Graccus als Sarg oder sie symbolisiert die Trennung zwischen Vater
und Sohn.

Die
Schauspieler agieren wie aus einer anderen Welt, sie scheinen
Relikte aus dem jüdischen Prag zu sein. Es gelingt ihnen mit
grotesken Pantomimen, mit minimalistisch-musikalischen Einlagen eine
dichte Atmosphäre zu schaffen, die einen Sog erzeugt, dem man sich
nur schwer entziehen kann. Ein Extralob an Kostüm und Maske.

In fast allen
Erzählungen Kafkas, ist das vergebliche Streben der Figuren das
beherrschende Thema, wobei das nicht immer ganz ernst, sondern oft
durchaus mit einer gewissen Ironie dargestellt wird. Ein Beispiel
dafür ist die Türhüterparabel, in der es Martin Bermoser schafft,
vor unseren Augen zum Greise zu altern. Diese Erzählung handelt von
dem Versuch eines Mannes vom Lande, in das „Gesetz“ zu gelangen. Der
Mann erfährt von einem Türhüter, der davor steht, dass es möglich
sei, aber nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Er wartet „Tage und
Jahre“, sein ganzes Leben lang. Kurz bevor der Mann vom Lande
stirbt, erfährt er, warum in all den Jahren niemand außer ihm
Einlass verlangt hat: „Dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich
werde ihn jetzt schließen.“

Man sieht an
diesem Beispiel, dass Kafkas Texte offen und hermetisch zugleich
sind, und so ist es nicht verwunderlich, dass es Unmengen von
Interpretationsversuchen gibt.

 „Es ist das Schicksal und vielleicht auch die Größe dieses Werks, dass es alle Möglichkeiten darbietet und keine bestätigt.“

  Albert Camus

„Die Tür“ bietet 60 Minuten intensives, berührendes Theater, das Lust auf mehr Kafka und mehr Theater Panoptikum macht. 

THEATER PANOPTIKUM | TOIHAUS | PREMIERE: 18. OKTOBER 2008 TOIHAUS SALZBURG | Idee, Regie und Ausstattung: Arturas Valudskis
Mit: Martin Bermoser, Gerda Gratzer, Markus Kofler | Foto: Toihaus


son of the velvet rat

Son of the Velvet Rat in der ARGE Kultur

Your breath fills my room & it whispers in my ear, that must be why the wind never stops in here. Drift & dream – drift & dream. Down the flow we drift & dream.
Even though we do not move –
We drift & dream.

Freitag, der 5. Dezember 2008 in Salzburg. In der Linzergasse jagen Perchten kreischende Mädchen und der Glühwein fließt gemeinsam mit dem Zuckerguss am Residenzplatz. Im roten Salon in der Arge Kultur tritt Georg Altziebler mit seiner Band auf, stellt sein neues Album „Gravity“ vor und macht die Schwerkraft damit auf einmal federleicht.

Nina GroßVon Nina Groß.

Son of the Velvet Rat: das umschreibt Georg Altziebler als Solokünstler genauso wie im Duett mit Heike Binder oder eben wie es an jenem 5.Dezember war, als sechsköpfige Band. In jedem Fall steht SotVR für zarte, ausdrucksstarke Songs und Texte, die von der Liebe erzählen, vom Ende und den Nächten, Texte, die ans Träumen erinnern und Fragen stellen.

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Im roten Salon machen es sich die Besucher gemütlich, auf den roten Couchen und den viereckigen Hockern, gelehnt an die Bar oder mitten im Raum mitten vor der Bühne. Auf der Bühne die sechs Musiker und im Raum Musik, die mit Worten kaum fassbar wird. Das macht diese Konzertkritik nicht eben einfacher. Die Musik entzieht sich gängiger Floskeln und begnügt sich nicht mit Vergleichen, die sicherlich zu genüge zu ziehen wären. Man liest von Georg Altziebler als neuen Nick Drake, als Wandler auf den Wegen eines Leonard Cohen, als musikalisch verwandt mit Conor Oberst. Aber beschreiben lässt sich diese Musik nie gänzlich. Der gut gemeinte Rat: Man sollte sie sich anhören. Man sollte auf die verschiedenen Tempi hören, auf die ineinander übergehenden Höhen und Tiefen, die Moll Akkorde, auf die Rasseln im Hintergrund, auf das Keyboard und die Melodica, die Mundharmonika und immer wieder auf die unverwechselbare und doch unglaublich facettenreiche Stimme Altzieblers.

Das Repertoire von SotVR geht von ruhigen, fließenden Träumer-Songs bis hin zu durchkomponierten Waldbränden.

Die Musik ist kein Hintergrund-Geklimper, sie verlangt Aufmerksamkeit. Das ist es auch, was Georg Altziebler, der auf der Bühne mit einer sicheren Selbstüberzeugung musiziert, wahrscheinlich dazu bringt, eine Gruppe des Publikums um mehr Ruhe zu bitten. Sie sollen doch draußen weiter schreien, wenn sie das unbedingt wollen. Klingt ein wenig nach einem nur allzu bekannten Lehrer-Spruch? Ja.

Doch dieses mal mit dem Verdacht, dass es sich, im Gegensatz zu den Ermahnungen in der Schule nun wirklich lohnt, aufzupassen.

Your breath sucks all of the air, Out of my room. Now we’ll have to get used, To life in a vacuum. The wind fills my room & it blows this song away.
My room & my song –
Just stations on the way.

Der rote Salon lebt in und von dem Klang dieser Musik, die zu beschreiben mir so schwer fällt. „Even though we do not move, we drift and dream.” heißt es im SotVR-Song „Drift and Dream“. Im roten Salon träumten wir und trieben wir, ließen uns treiben und tragen von zwei Stunden Musik, die einmalig ist, hier in Österreich und in den Weiten der gängigen Musikwelt.


Auf den Spielplänen fast jeden Theaters befindet sich jährlich einmal ein  Boulevardstück. Das Schauspielhaus Salzburg hat diesmal ein Werk des britischen Dramatikers Ray Cooney ausgewählt, der oftmals auch als „The master of farce“ bezeichnet wird. Dessen   vorrangiges Ziel ist es,  Menschen zum Lachen zu bringen, er beschreibt das so: „Farce is like tragedy – extraordinary things happening to ordinary people.“  

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Die Ausgangssituation ist schnell erzählt. Henry Perkins, ein kleiner Angestellter, vertauscht in der U-Bahn seine Aktentasche und besitzt plötzlich 735.000 Pfund, doch mit dem vielen Geld schwindet  auch schnell seine Moral. Er will nur noch  eines: Flugtickets, Taxi und dann ab mit seiner Frau nach Barcelona, in ein neues, sorgenfreies Leben. Doch diese ist alles andere als begeistert, hat sie doch für die Geburtstagsparty ihres Mannes Freunde eingeladen, ein Hähnchen gebraten und will absolut nicht weg. Jetzt beginnen die Turbulenzen: Die Freunde lassen sich nicht abschütteln, zwei Polizisten stellen unbequeme Fragen und der Taxifahrer wartet. 

Was nun folgt, ist eine akribisch genau inszenierte Katastrophe. In atemberaubendem Tempo jagen die Figuren – sehr zur Freude der Zuschauer – von einem Unglück ins nächste, von einer Notlüge in die nächste. Elke Hartmann als  völlig überforderte Jean Perkins muss immer wieder feststellen: „Henry, als kleiner Langeweiler hast du mir besser gefallen.“ Sie versucht zwar mit  reichlich Brandy  die Situation in den Griff zu bekommen, doch steigert dies die Intensität ihrer hysterischen Anfälle nur. Olaf Salzer als Henry Perkins ist felsenfest davon überzeugt, dass ihm das Geld zustehe, denn auf unehrliche Weise erworbenes Geld existiere gar nicht, und so will er nicht aufgeben. Auch Ute Hamm und Volker Wahl als befreundetes Ehepaar finden Gefallen an den betrügerischen Machenschaften und spielen gerne und begeistert mit. Man spürt die Freude des Ensembles, dem Publikum einen  absolut vergnüglichen Abend bereiten zu können. 

Als Bühnenbild reicht Simone Manthey ein grün tapeziertes Wohnzimmer mit den für eine Boulevardkomödie obligaten  Schwingtüren, durch die immer wieder in unpassenden Momenten unerwartete Personen auftreten können.  

Der Hausherr und Regisseur Robert Pienz hatte sichtlich Vergnügen, diese bizarre Geschichte auf die Bühne zu bringen, und die Schauspieler sind mit vollem Einsatz am Werk, sie schenken sich nichts und garantieren so zwei Stunden ungetrübte Unterhaltung. Ein Stück, wie geschaffen für die kommende Faschingszeit.

SCHAUSPIELHAUS SALZBURG / PREMIERE: 11. 12. 2008. REGIE: ROBERT PIENZ / AUSSTATTUNG: SIMONE MANTHEY/ MIT: UTE HAMM, ELKE HARTMANN, PHILIPP LEENERS, OLIVER HILDEBRANDT, THOMAS PFERTNER, GEORG REITER, OLAF SALZER, VOLKER WAHL. Fotos: Eva-Maria Griese


Nicht alles aus Brüssel ist gut verträglich! (kat)


Funny Money

Am 11. 12. 2008 hatte im Schauspielhaus Salzburg “Funny Money”, ein Stück des britischen Dramatikers Ray Cooney, in der Inszenierung von Robert Pienz, Premiere. Dieses Boulevardstück garantiert zwei Stunden ungetrübte Unterhaltung.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Auf den Spielplänen fast jeden Theaters befindet sich jährlich einmal ein Boulevardstück. Das Schauspielhaus Salzburg hat diesmal ein Werk des britischen Dramatikers Ray Cooney ausgewählt, der oftmals auch als „The master of farce“ bezeichnet wird. Dessen vorrangiges Ziel ist es, Menschen zum Lachen zu bringen, er beschreibt das so: „Farce is like tragedy – extraordinary things happening to ordinary people.“

Die Ausgangssituation ist schnell erzählt. Henry Perkins, ein kleiner Angestellter, vertauscht in der U-Bahn seine Aktentasche und besitzt plötzlich 735.000 Pfund, doch mit dem vielen Geld schwindet auch schnell seine Moral. Er will nur noch eines: Flugtickets, Taxi und dann ab mit seiner Frau nach Barcelona, in ein neues, sorgenfreies Leben. Doch diese ist alles andere als begeistert, hat sie doch für die Geburtstagsparty ihres Mannes Freunde eingeladen, ein Hähnchen gebraten und will absolut nicht weg. Jetzt beginnen die Turbulenzen: Die Freunde lassen sich nicht abschütteln, zwei Polizisten stellen unbequeme Fragen und der Taxifahrer wartet.

Funny Money

Was nun folgt, ist eine akribisch genau inszenierte Katastrophe. In atemberaubendem Tempo jagen die Figuren – sehr zur Freude der Zuschauer – von einem Unglück ins nächste, von einer Notlüge in die nächste. Elke Hartmann als völlig überforderte Jean Perkins muss immer wieder feststellen: „Henry, als kleiner Langeweiler hast du mir besser gefallen.“ Sie versucht zwar mit reichlich Brandy die Situation in den Griff zu bekommen, doch steigert dies die Intensität ihrer hysterischen Anfälle nur.

Olaf Salzer als Henry Perkins ist felsenfest davon überzeugt, dass ihm das Geld zustehe, denn auf unehrliche Weise erworbenes Geld existiere gar nicht, und so will er nicht aufgeben. Auch Ute Hamm und Volker Wahl als befreundetes Ehepaar finden Gefallen an den betrügerischen Machenschaften und spielen gerne und begeistert mit. Man spürt die Freude des Ensembles, dem Publikum einen absolut vergnüglichen Abend bereiten zu können.

Als Bühnenbild reicht Simone Manthey ein grün tapeziertes Wohnzimmer mit den für eine Boulevardkomödie obligaten Schwingtüren, durch die immer wieder in unpassenden Momenten unerwartete Personen auftreten können.

Der Hausherr und Regisseur Robert Pienz hatte sichtlich Vergnügen, diese bizarre Geschichte auf die Bühne zu bringen, und die Schauspieler sind mit vollem Einsatz am Werk, sie schenken sich nichts und garantieren so zwei Stunden ungetrübte Unterhaltung. Ein Stück, wie geschaffen für die kommende Faschingszeit.

Ray Cooney – Funny Money | SCHAUSPIELHAUS SALZBURG / PREMIERE: 11. 12. 2008 | REGIE: ROBERT PIENZ / AUSSTATTUNG: SIMONE MANTHEY/ MIT: UTE HAMM, ELKE HARTMANN, PHILIPP LEENERS, OLIVER HILDEBRANDT, THOMAS PFERTNER, GEORG REITER, OLAF SALZER, VOLKER WAHL | Fotos: © 2008 Schauspielhaus Salzburg/ Eva-Maria Griese


Letztes Wochenende war ich nun doch noch in Wien und habe mir die Vincent van Gogh Ausstellung angeschaut.

Von Karl Traintinger

Es waren Besuchermassen für die letzten beiden Ausstellungstage angesagt, am Samstag abend stand ich dann vor der Albertina.

Nach 15 Minuten Anstellzeit war ich drinnen, wohl wissend, daß nur noch eine Stunde für die Besichtigung Zeit war.

Nach einem kurzen Überblick über die grandiose Ausstellung nahm ich mir für ein paar Highlights Zeit und war von den Bildern begeistert.

Erst nach mehrmaliger Aufforderung durch das Wachpersonal ging ich mit den letzten Ausstellungsbesuchern aus der Albertina mit dem guten Gefühl, daß meine Wienreise nicht umsonst war.

Es ist halt doch etwas ganz Anderes, wenn man die Originalkunstwerke vor den Augen hat! (kat)


siebinger weihnacht

Freitag (5. Dezember 2008) abend präsentierte der Münchner Regisseur und Filmemacher Frieder Käsmann vor geladenen Gästen im Hohlwegwirt seinen neuen Film ‘Weihnachtsgeschichten – Advent im Salzburger Land’

Manfred SiebingerVon Manfred Siebinger

Am Foto von links: Karl Riegler, Frieder Käsmann, Ernst Kronreif – Hohlwegwirt, Leo Bauernberger

Sendetermin ist am 11. Dezember um 17:00 im Bayerischen Fernsehen.

Im Vordergrund steht natürlich das 190-Jahr-Jubiläum von ‘Stille Nacht’ mit den Stationen Oberndorf, Hallein, Mariapfarr, aber wir erfahren auch alles Wissenswerte über den Advent am Wolfgangsee.

 


Der Zauberer von Oz

Der Zauberer von Oz ist ein Kinderbuch des amerikanischen Schriftstellers Lyman Frank Baum, das 1900 unter dem Originaltitel „The Wonderful Wizard of Oz“ erschienen ist.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

In den USA ist diese Erzählung den Kindern ebenso vertraut wie den Mitteleuropäern die Märchen von Hänsel und Gretel oder Rotkäppchen. Zu ihrem Bekanntheitsgrad trugen vor allem die Verfilmungen bei, deren bekannteste mit Judy Garland in der Rolle der „Dorothy“ im Jahr 1939 entstand.

Das Schauspielhaus Salzburg bringt nun eine Bühnenbearbeitung von Eva Spambalg-Berend mit Kompositionen von Fabio Buccafusco, der auch für die musikalische Begleitung sorgt, als Kindermusical auf die Bühne.

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Die kleine Dorothy sitzt  gelangweilt vor einer schäbigen Hütte in Kansas und stellt betrübt fest: „Alles ist grau und staubig und alle haben schlechte Laune.“ Kein Wunder, dass sie sich nach Abwechslung sehnt. Und die kommt auch schon bald in Form eines Wirbelsturmes, der es schafft, das Häuschen von der Bühne zu fegen und dabei auch noch gleich eine böse Hexe unter ihm zu begraben.  Dorothy und ihr Hund Toto finden sich nun plötzlich in  einer eigenartigen Mondlandschaft wieder, die von seltsamen Wesen bevölkert wird. Die gute Hexe des Nordens ist begeistert, doch da taucht auch schon die Schwester der getöteten Hexe auf und droht grausame Rache an. Kein Wunder also, dass Dorothy so schnell wie möglich wieder nach Hause will.

Doch da Hilfe nur vom Zauberer von Oz kommen kann, der irgendwo in einem smaragdgrünen Schloss wohnt, steht ihr noch ein langer gefährlicher Weg bevor.

Bald schon schließen sich ihr drei seltsame Gestalten an: eine Vogelscheuche mit Stroh im Kopf, ein Blechmann ohne Herz  und ein ängstlicher Löwe. Alle drei erhoffen sich ebenfalls Hilfe vom großen Zauberer und so machen sie sich gemeinsam auf den Weg und singen fröhlich: „ Wir ziehen zum Zauberer von Oz, denn der ist mächtig und groß.“ Als die vier endlich das Schloss erreichen, erwartet sie eine große Überraschung. 

Der Originaltext ist so komplex, dass er nur in sehr reduzierter Form bühnentauglich ist. So entstand ein zeitgemäßes, musikalisches Kinderstück voll Witz und Fantasie. Auch die Moral kommt nicht zu kurz, denn die drei unzufriedenen Gesellen müssen feststellen, dass man zusammen weniger allein ist und über sich selbst hinauswachsen kann. Um Verstand, Herz und Mut zu erlangen, braucht man keinen Zauberer.  

Neben Ogün Derendeli als Zauberer von Oz, Christiane Warnecke als guter und Daniela Gnoycke als böser Hexe, die dem Ensemble des Schauspielhauses angehören, hat man diesmal auf Schüler der Schauspielschule zurückgegriffen. Alisca Baumann (Dorothy) und Benedikt Vyplel (Löwe) gehören dem 2. Jahrgang an und können ebenso überzeugen wie der Rest des Ensembles.

Die Bühne ist eher schlicht gehalten, doch wird aus der armseligen Hütte durch Drehen und Wenden sowohl die rote, höllenartige Wohnung der bösen Hexe als auch die smaragdgrüne Behausung des Zauberers.

Dorothy läuft burschikos in einer blauen Jeanslatzhose herum, die gute Fee im weißen Hochzeitskleid, die böse Fee in rotem Lack. Zu der silbrigen Mondlandschaft, die den Zauberwald ersetzt, passen die Sklaven in ihren grauen Schutzanzügen. Für die kindliche Fantasie bleibt also genügend Spielraum.

SCHAUSPIELHAUS SALZBURG – CLUB IM FOYER | PREMIERE: 5. 12. 2008 MUSIKALISCHES KINDERSTÜCK | REGIE UND BÜHNENBEARBEITUNG: EVA SPAMBALG-BEREND / AUSSTATTUNG: SIMONE MANTHEY/ MUSIK: FABIO BUCCAFUSCO | Fotos: Eva-Maria Griese


Sue B. zeigt im Fotomanium Selbstportaits. Die sensiblen SW Fotos sind eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich der Fotografin. In der Fotografie spielen und spielten künstlerischen Selbstportraits immer wieder eine wichtige Rolle, wenn ich nur an Bilder von Valie Export und Martin Pudenz denke.

Dr. Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Die Ablichtung des menschlichen Körpers ist eine Herausforderung, die nur wenige Fotografen annehmen, und es werden noch weniger, wenn es um den eigenen geht. Sue B. läßt uns teilhaben bei ihrem Blick in den Spiegel und zeigt, wie schön klassische Schwarzweiß Fotografie sein kann.

“Ich fotografiere, um mich mit mir selbst zu beschäftigen und um mich besser kennen zu lernen. Die Veränderung des Blickwinkels auf mich selbst präzisiert meine Selbstwahrnehmung. Der Blick im den Spiegel hingegen ist zu flüchtig um eine derart nachhaltige Wirkung für mich erzielen zu können.” Sue B.

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Fotos von Sue B. In der Dorfzeitung: Sue B. – Selfs II