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„Die Dumme Augustine“ – ein Bilderbuch wird lebendig

 

„Der Zirkus, der Zirkus, der Zirkus ist da“, singt das lustige Zirkusvölkchen, das seit der Premiere am 28.12.2012 im Theater Holzhausen Klein und Groß unterhält. Höhepunkt dieser „Mega-Super-Extra-Gala-Vorstellung“ ist die Show des Clowns, des „Dummen August“. Als dieser wegen Zahnschmerzen seinen Auftritt verpasst, liegen beim Zirkusdirektor die Nerven blank.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Die netten Augustins sind eine richtige Bilderbuchfamilie. Papa, der beste und dümmste Dumme August, den man sich wünschen kann, verdient das Geld. Zu Hause im Zirkuswohnwagen wird er von seiner Gattin und den drei Kindern, Guggo, Gugga und dem klitzekleinen Guggilein, angehimmelt und verwöhnt. Doch ganz zufrieden ist Augustine nicht mit ihrem Los als brave Hausfrau: „Ich wünsche mir, dass ich manchmal genauso im Zirkus auftreten dürfte.“ Ihr Ehemann tut diese Träumereien jedoch als Hirngespinste ab, denn niemals könne eine schwache Frau, die in die Küche gehöre und auf die Kinder aufpassen solle, solche Kunststücke vollbringen wie er.

Als er eines Tages jedoch wegen heftiger Zahnschmerzen zum Arzt muss, wird für Augustine der Traum wahr. Sie schnappt sich Bandonion und Tröte, begeistert mit ihren Kunststücken das Publikum und rettet so die Vorstellung. Der Dumme August hat in der Dummen Augustine eine ebenbürtige Konkurrentin bekommen und muss sich eingestehen, dass er seine Frau völlig unterschätzt hatte. Ab sofort teilen sich die beiden sowohl die Arbeit im Zirkus als auch die Hausarbeit.

Auf der Bühne steht ein bunt bemalter, kleiner Wohnwagen, in dem die Familie der Augustins haust. Gleich daneben befindet sich das Zirkuszelt. Wenn die Kinder die Plane etwas anheben, können sie ihren Papa und später auch ihre Mama bei der Arbeit beobachten. Auch exotische Tiere, Löwen, Elefanten und Affen – lauter große Stofftiere –, fühlen sich hier sichtlich wohl. Die Umsetzung von Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker aus dem Jahre 1972 über Emanzipation macht dem Ensemble rund um Matthias Hochradl (Regie, Bühne und Zirkusmitarbeiter) sichtlich Spaß. Neben der Dummen Augustine (Nina Ferner) schlossen die Kinder besonders das klitzekleine Guggilein ins Herz, denn Silvia Reubl brabbelt wie ein Kleinkind und ist stets zu Scherzen und Blödsinn aufgelegt. Die vielen Kinder im Publikum genossen die kurzweilige Aufführung und natürlich die obligatorischen Würstel in der Pause.

„Die Dumme Augustine“ – Ein Theaterstück für Kinder von Otfried Preußler. Regie und Bühne: Matthias Hochradl. Bühnenmalerei: Waltraud Hochradl. Mit: Johann Winkler, Nina Ferner, Gunther Boennecken, Waltraud Hochradl, Silvia Reubl, Stefan Adamski, Max Ferner. Fotos: Hannelore Armstorfer/ Theater Holzhausen


Foto: Lilly Lindner

Lilly Lindner: Splitterfasernackt

splitterfasernackt

Buchtitel: Splitterfasernackt
Autor: Lilly Lindner
Verlag: Weltbild
Erschienen: 2011

Klapptext:

Die Geschichte einer gestohlenen Kindheit. Ein Leben zwischen Gewalt, Selbsthass und der Suche nach Liebe: Lilly Lindner erzählt erschütternd und beeindruckend von Missbrauch, Prostitution und Magersucht.

Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu missbrauchen. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen.

Und so beschließt sie, ihren Körper, der ihr längst nicht mehr gehört, in einem Edel-Bordell zu verkaufen. Die zarte junge Frau, die wortgewandt, intelligent und sensibel zugleich ist, wird eine begehrte Prostituierte.

“Splitterfasernackt ist keine leichte Lektüre. Trotzdem werden Sie weiterlesen, gefesselt von der Sprache dieser Frau und ihrem Verstand. Und Sie werden verstehen, was Gewalt anrichtet und warum sie so oft in Schweigen endet. Gut dass Lilly ihr Schweigen gebrochen hat.”

Brigitte

Annelore Achatz

Buchezension von Annelore Achatz

Dieses Buch hat mich ehrlich erschüttert. Teilweise wollte ich gar nicht mehr weiter lesen und oft konnte ich es auch nicht mehr, dann machte ich eine Pause. Das passiert mir wahrlich nicht oft!

Doch es fesselte mich so, ich musste es zu Ende lesen. Also, werte Leser, ihr solltet einen „guten Magen“ und psychisch belastbar sein, wenn ihr Splitterfasernackt lest!!!!

Ich jedenfalls „litt“ mit und musste mir so manche Träne wegwischen.

Splitterfasernackt hat mich sehr berührt und nachdem ich es zu Ende gelesen hatte, musste ich es noch eine Zeit lang „verdauen“. Ich dachte wirklich noch lange darüber nach.

Die Leser die sich darauf einlassen werden vielleicht überrascht sein, wie eine scheinbar „heile Welt“ oft nur Fassade ist.
Diejenigen, die selber Mütter (von Töchtern) sind, werden vielleicht anfangen, Diese genauer zu beobachten, sensibilisiert vom eben gelesenen.
Das wäre zumindest ein guter Anfang!!!


Dorfzeitung.com


Michael Honzak:
Aufpassen beim Rutsch ins neue Jahr!

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Die nächsten Stunden werden mancherorts mit dem Feiern des auslaufenden alten und beginnenden neuen Jahres verbracht. Angesichts der Tatsache, dass dabei auch hin und wieder Alkohol im Spiel ist, soll es vorkommen, dass die Standfläche ins Wackeln kommt und versucht, die darauf stehenden Personen umzuwerfen!   Michael Honzak hat, um den unangenehmen Fallnebenwirkungen entgegenzuwirken, eine Polsterung für die gefährdeten Körperteile entworfen, deren Patentierung jedoch vom zuständigen Patentamt abgelehnt wurde.  Sie kann daher kostenfrei von jedermann/frau nachgeahmt werden! (kat)

Wir wünschen allen unseren Freunden
einen guten Rutsch ins
neue Jahr 2013!

KTraintinger für das Team der Dorfzeitung


„Hanna“ – Da war mal ein Leben

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Die Bühne im Shakespeare verströmt mit ihren alten Kinosesseln den Charme eines Kellertheaters. Am 27.12. 2012 fand hier die Premiere von Maximilian Pfnürs erstem selbstverfassten und von ihm in Szene gesetzten Stück statt. Gemeinsam mit Christine Winter lässt er das Publikum am Beziehungsstress eines jungen Paares teilhaben.

Von Elisabeth Pichler.

Konstantin ist zu bedauern, denn Hanna hat sich von einem Hochhaus gestürzt und ihn allein gelassen, mit einem Hamster, einer Eigentumswohnung, die er sich nicht mehr leisten kann, und einer Schwiegermutter, die ihn verachtet. Oder war das alles nur ein böser Traum? Hanna scheint es sich anders überlegt zu haben, denn sie taucht plötzlich wieder in ihrer alten Wohnung auf und versucht, ihre Beziehung, die als Sandkastenfreundschaft begonnen hatte, zu hinterfragen. Warum konnte sie mit diesem „Harmoniejunkie“ nicht glücklich werden? War sie wirklich eine so große Egomanin, die alles kritisierte und ihren Mann unglücklich machte? War ihr Selbstmord nicht die einzig richtige Lösung? Hanna will Konstantin eine zweite Chance geben und bittet ihn beim endgültigen Abschied: „Das Leben geht weiter, pass gut darauf auf.“

Maximilian Pfnür, bis vor einem Jahr Ensemblemitglied im Schauspielhaus Salzburg, und Christine Winter, bekannt durch zahlreiche Rollen im Theater ecce, verkörpern das junge Ehepaar mit seinen zahlreichen Problemen. Sie lassen das Publikum mitleiden und abwechselnd Sympathie empfinden, mal für Konstantin, den Meister der „Antirisiko-Konversation“ mit seinem „Sackgassenlächeln“, dann wieder für die temperamentvolle Hanna, die beweist, dass der „endgültigste“ Seitensprung ein Selbstmord ist.

„Hanna“, Maximilian Pfnürs ambitionierter Versuch als Dramatiker, zeigt eindrucksvoll und mit leiser Ironie die Schwierigkeiten moderner Beziehungen auf. Ein tiefsinniger Text, viel Stoff zum Nachdenken, 90 Minuten intensives, intelligentes Theater.

„Hanna“ – Text: Maximilian Pfnür. Musik/technische Leitung: Felix Kiesel. Bühne: Markus Pfnür. Foto/Design: Simon Steinhöfel. Mit: Christine Winter & Maximilian Pfnür.

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Susanna Andreini: Was man mit 340 Millionen Euro machen kann

Man kann sie anzünden und in den Sand setzen. Man kann sie auch verleugnen oder verstecken. Man kann sich darum balgen, für diese 340 Millionen sein Herz zu einer Mördergrube machen, … oder Papierfalter daraus machen, sie in den Weltraum schießen,… Da gibt es wirklich viele Möglichkeiten.

Man kann sich zum Beispiel fragen: Was ist mir was wert? Man kann 340 Millionen Euro zum Fließen bringen für die Menschen, mit denen man lebt und von denen es kommt: Man zuhören, die Menschen in ihren Grundbedürfnissen ernst nehmen und wenn man dann viel zu hören bekommen hat , kann man dann zum Beispiel dafür sorgen, dass an allen Orten die Mütter ihre Babys im eigenen Umfeld bekommen können, weil eine kleine feine Infrastruktur dafür neu geschaffen oder erhalten wird.

Man kann Kindergärten und Schulen mit guten, biologischen Materialien damit bauen. Man kann Gesetze erlassen, dass jeder Mensch das Recht hat auf einen persönlich gepflanzten Baum in seinem Wohnumfeld hat – und dies auch durchführen. Man kann Wälder pflanzen und Spielplätze errichten, man kann z.B. auch drei hervorragend geschulte und gut bezahlte KindergartenpädagogInnen für je eine Gruppe von nicht mehr als 12 Kindern ermöglichen. Man kann ebenso gut ausgebildete und gut bezahlte LehrerInnen in Klassen mit nur 15 SchülerInnen unterrichten lassen. Man kann Menschen, die an Universitäten lehren, in Kulturinitiativen oder als freie KünstlerInnen arbeiten mit adäquater Bezahlung versorgen.

Man kann dafür sorgen, dass niemand in prekären Arbeitsverhältnissen leben muss. Man kann die Pensionen sichern. Man kann dafür sorgen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel für alle günstig zu benützen sind. Dann kann man menschenwürdige Altenwohnsitze einrichten mit genügend Personal, das Zeit hat , das entspannt und liebevoll pflegen kann, weil es selbst eine gute Bezahlung und adäquate Bedingungen bekommt, um eine gute Work-life-Balance zu leben. Man kann in den Dörfern den Dorfplatz wieder beleben.

Man kann von den 340 Millionen allen geben, die soziale Projekte verwirklichen. Man kann dafür sorgen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel für alle günstig zu benützen sind. Man kann in die Weiterentwicklung von erneuerbaren Energien investieren. Man kann Wohnungsmieten senken.

Man kann die Integrationssituation von MigrantInnen verbessern durch kostenfreie verpflichtende Deutschkurse. Man kann – Man kann….. Unendlich viel damit konkret tun, was Menschen als positiv, lebbar, gut und fruchtbar erleben. Man kann die Augen aufmachen und sich in Kulturen auf unserer Erde umsehen, die dies alles bereits umsetzen, wie in Skandinavien oder in den matrizentrierten Kulturen unserer Erde.

Und wenn man das alles umgesetzt hat – kann man sich erst mal freuen, und sich ansehen, in was für einen menschenfreundlichen, lebenswerten Raum für Groß und Klein, Jung und Alt, sich unsere Gesellschaft entwickelt. Man kann ein Wir wahrnehmen, das auf dem Erleben von Güte und Fülle und auf der Ebenbürtigkeit aller basiert. Man kann sich ansehen, wie die Menschen mit Freude und Leichtigkeit in ihrem Land leben, in dem sie gern Steuern zahlen, weil sie vertrauen können, dass mit ihrem Geld etwas zum Wohle aller geschieht und sich jeder und jede als Teil davon erlebt, der gehört, gesehen und respektiert wird. Ja, das alles und noch viel mehr kann man mit 340 Millionen Euro tun.

Susanna Andreini , Salzburger Figurentheater


Dachverband Salzburger Kulturstätten

LAND SALZBURG: Kultur soll jetzt zur Chefin-Sache werden!

Der Dachverband Salzburger Kulturstätten fordert dringend Reformen und bessere Förderungen

Die Turbulenzen rund um den Finanzskandal beim Land Salzburg schlagen hohe Wellen, der Ausgang ist ungewiss, klar sind derzeit vorgezogene Neuwahlen im kommenden Frühjahr sowie – aus menschlichen Gründen durchaus mit einem Bedauern – der Rückzug von Landeshauptfrau-Stellvertreter David Brenner, zuständig für Finanzen, Sport und Kultur im Jänner 2013. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller hat angekündigt, die Position von Brenner in der laufenden Legislaturperiode nicht nachzubesetzen, sondern die Ressortagenden (Finanzen, Sport und Kultur) auf die Riege der SPÖ-Mitglieder aufzuteilen. Näheres ist nicht bekannt.

Nun fordert der Dachverband Salzburger Kulturstätten die Salzburger Landeshauptfrau auf, Kunst und Kultur zur Chefin-Sache zu machen. „Vor allem die freie Kunst und Kultur braucht dringend Stabilität und verlässliche Partner, die vorausschauend arbeiten und bedarfsgerecht fördern“, sagt Tomas Friedmann, seit 2005 Vorsitzender des Dachverbands von 75 Salzburger Kulturstätten. In diesen Tagen kam vom Land die Information, dass aufgrund des fehlenden Budgets – geplant war ein Doppelbudget für 2013 und 2014 (darüber gab es mit allen großen Einrichtungen Gespräche und Abmachungen) – kulturelle Einrichtungen im nächsten Monat 1/12 der Jahresförderung 2012 erhalten werden, alles andere sei offen, da für 2013 kein Budget beschlossen ist. Doch auch ohne die gegenwärtigen Turbulenzen ist es Mitte Dezember viel zu spät, um die kaufmännische Sorgfalt für laufende Ausgaben, Gehälter, Verträge, Mieten etc. übernehmen zu können. Dazu Dachverband-Geschäftsführer Thomas Randisek: „Bereits das geplante Kulturbudget ist inakzeptabel, da nach Jahren der Stagnation in vielen Bereichen Feuer am Dach ist. Sollte es nun im neuen Budget ein Nachbeben geben, dann müsse das Land Salzburg die volle Verantwortung dafür tragen.“

Der Dachverband stellt klar, dass mündliche Vereinbarungen – von leitenden KulturbeamtInnen – ebenso gültig seien wie schriftliche, verlangt aber mehr als die Einhaltung der ungenügenden Vorgaben, denn jetzt sei die Chance, das freie Kulturbudget an die Notwendigkeiten anzupassen: „Salzburgs freie Kultur braucht dringend eine politische Führung, der Kunst nicht nur eine Herzensangelegenheit ist, sondern die endlich die Förderungen wenigstens wieder an das Niveau wie vor zehn Jahren (2003) heranführt, als das Land von 100 Kultureuros wenigstens 13 Euro in die freie Szene gesteckt hat, derzeit sind es nicht einmal 10 Euro,“ so der Dachverband. Aktuell sollen auf Kosten der Kulturstätten verstärkt Heimatpflege, Burgen, Schlösser und Museen finanziert werden, während die freie Kultur einen historischen Tiefstand erreicht. „Der Frust bei engagierten Künstlern und Kulturvermittlern hat eine Grenze erreicht“, stellen Thomas Randisek und Thomas Friedmann übereinstimmend fest: „Ärger macht sich breit, dass für Events und repräsentative Player Geld da ist, aber bei vielen engagierten freien Kulturstätten seit Jahren nicht einmal die Inflationsrate abgegolten wird, das sind wieder Kürzungen – mit dem Argument, man müsse sparen.“ Die Kulturpolitik des Landes scheint an die Wand zu fahren, der Dachverband verlangt vorausschauende Reformen und ein Krisengespräch von Vertretern der Kunst und Kultur mit verantwortlichen Politikern und zuständigen Beamten.

Pressemitteilung vom 19. 12. 2012
Dachverband Salzburger Kulturstätten
Mag. Thomas Randisek


Rochus Gratzfeld: Weihnacht

WEIHNACHT

Von Rochus Gratzfeld
Eine sehr persönliche Retrospektive in wenigen Zeilen.

Weihnacht.
Die beste Weihnacht, die ich hatte, war, als mir von meinen Eltern eine Märklin-Eisenbahn geschenkt wurde. Meine Eltern waren sparsam. Wenig Gleise. Zwei Weichen. Eine Lok. Ein paar Wagen. Ein Tunnel. Das wars. Reichte für einmal im Kreis mit kleiner Nebenstrecke. Und doch. Ich war glücklich.

Weihnacht.
Mein Vater. Wir waren zuvor auf Urlaub gewesen. Im bayrischen Zwiesel. Schnee. Viele Meter hoch. Eigentlich romantisch. Aber mein Vater fror nur. Und schwitze. Wir reisten wieder ab. Zuhause im Ruhrpott fror er noch immer und schwitzte. Und redete mit seinem befreundeten Arzt über die hohe Jagd. Weihnacht. Er wäre fast verreckt. Ich war unglücklich.

Weihnacht.
Mein Großvater. Ein bescheidener Mann aus kleinsten Verhältnissen. Selbst klein gewachsen. Und klein geblieben. Seinen Humor hatte er sich erhalten. Bis Weihnachten. Da ist er gestorben. RIP. Ich war sehr traurig. Und er war der Weihnachtsmann. Meine erste Leiche.

Weihnacht.
Ich war es leid, mit meinen Eltern ein besinnlich unsinnliches Fest zu feiern. Ich suchte Sinnlichkeit und fand sie. Nicht unter dem Baum. Es war ein feuchtes Fest zwischen den Beinen eines Engels. Und ich war glücklich. Auch ohne Eisenbahn.

Weihnacht.
Mit meinen Kindern. Und mit deren Mutter. War eigentlich immer ein Stress. Erfüllen wollen. Erwartungen. Und doch. Nicht missen will. Es war eine schöne Zeit. Trotz. Oder gerade wegen. Glück.

Weihnacht.
Keine Erwartungen mehr. Nur noch Weihnacht. In Dankbarkeit.


Ernst Jani:
Malerei + Zeichnung

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Der Laufener Künstler hat sich schon vor vielen Jahren als ausgezeichneter Literaturkenner und Präsentator derselben einen guten Namen gemacht, seine Auftritte waren und sind legendär. Gepaart mit seinem komödiantischen Talent hat er sein Publikum begeistert.

Von Karl Traintinger.

Seit über 30 Jahren widmet er sich auch der Malerei. Die luftige Leichtigkeit der aufgetragenen Aquarellfarben, zumeist eingebettet in strenge schwarze Tuschelinien, lässt den Betrachter seiner Arbeiten an fernöstliche Malerei denken. Nichts ist strukturell fassbar und doch ist man vom Anblick gefesselt, glaubt Bekanntes zu erkennen. Es lohnt sich, vor den Bildern zu verweilen und sie in Ruhe anzuschauen und sich von der Phantasie treiben zu lassen. Ernst Janis Bilder können helfen, für eine kurze Weile dem grauen Alltag zu entrinnen, lassen Sie es zu.


Michael Kienzer: Fassade des Operationstraktes der Chirurgie West der SALK

Wieder können wir über ein gerade fertig gestelltes Kunstwerk, das vom Fonds „Bauen und Kunst“ initiiert wurde, berichten:

In den SALK, im St. Johanns Spital wurde an der Seite zur Aiglhof-Kreuzung eine flächenmäßig sehr große Glasarbeit installiert. Der renommierte österreichische Künstler Michael Kienzer gestaltete die Fassade des Operationstraktes der Chirurgie West, vom 12 Jahre „alten“ Bauwerk bis in den kürzlich fertig gestellten Anbau.

Die Glasplatten dieses architektonischen Verbindungselementes wurden auf der Innenseite mit Siebdruck bedruckt. Kienzer wählte dafür Zitate von Paracelsus (1493-1541), dem Namens¬patron des Universitätsklinikums der PMU.

Der Künstler zu dieser Arbeit:
„Die Überlagerung von Worten und Texten in meinen Glasobjekten verdichtet diese in drei-dimensional wahrnehmbare Objekte. Das vollständig lesbare Zitat von Paracelsus, in dem es heißt, dass „… ich die Kunst suchen muss, nicht sie mich …“, erklärt diese Absicht nahezu schlüssig. Die Worte und Texte die ich dabei verwende, reflektieren das Objekt selbst und den Ort.
Für die Chirurgie West bediene ich mich daher verschiedener Zitate von Paracelsus, der sowohl zu Salzburg wie auch zur Medizin Bezüge herstellt. Die von mir gewählten Zitate haben bis heute ihre Gültigkeit und Aktualität behalten. Gerade seine Aussagen über Kunst sind dabei verblüffend modern und das Zitat zur Medizin ist sehr bekannt und immer noch wahr und von Bedeutung.“ (Michael Kienzer)

Paracelsus-Zitate in diesem Kunstwerk:

Über die Kunst:
Die Kunst geht keinem nach, aber ihr muss nachgegangen werden; darum habe ich Fug und Verstand, dass ich sie suchen muss, nicht sie mich.
Wenn ein Ding auf den Eigennutz gerichtet wird, werden die Künste und auch das Werk gefälscht. Die Kunst und die Werke müssen aus der Liebe entspringen, sonst ist nichts Vollkommenes da.

Über die Wirtschaft:
Der Geiz differiert gar wenig vom Stehlen.

Über die Medizin:
Das grundlegende Prinzip der Medizin ist die Liebe.

Michael Kienzer

1962 in Steyr geboren
1981–1985 Studium er an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, Bildhauerei bei Bruno Gironcoli
2001 Otto Mauer-Preis
2005/2006 Gastprofessur für Kunst und kommunikative Praxis am Institut für Bildende und Mediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien
seit 1984 Ausstellungen im In- und Ausland
Kienzer lebt und arbeitet in Wien.

In seinen Arbeiten beschäftigt sich Michael Kienzer mit Objekten, Installationen und Zeichnungen und thematisiert Begriffe wie Raum, Zeit, Fläche und Verdichtung. Das für Salzburg entstandene Werk ist für das Schaffen des Künstlers typisch und charakteristisch für seinen Materialzugang und Einsatz. Zufälligerweise hat Michael Kienzer ein Buch über Paracelsus gelesen, bevor er zu diesem Wettbewerb, den er für sich entscheiden konnte, eingeladen wurde.

(Presseaussendung Dietgard Grimmer, Land Salzburg)


NACHWUCHSWETTBEWERB THEATER DRACHENGASSE: FINALISTINNEN „EMPÖRT EUCH!“ AUSGEWÄHLT

DRACHENanimatedZum Thema „Empört euch!“ langten nicht nur besonders viele (98 – ein neuer Rekord!), sondern vor allem auch besonders viele interessante Projekteinreichungen bei uns ein.
48% der TeilnehmerInnen kommen aus Österreich, 40% aus Deutschland, 12% aus dem Rest der Welt. Besonders oft wurde die Nicht-Empörung angesichts empörender Verhältnisse thematisiert. Für die Theaterarbeit interessanter fanden wir allerdings Projekte mit konkretem Fokus. Wir haben uns entschlossen, diesmal nicht nur drei, sondern vier Projekte zu fördern, die das Thema sowohl formal als auch inhaltlich sehr unterschiedlich behandeln.

Die vier 20-Minuten-Projekte werden von 3. – 22. Juni 2013 in Bar&Co Drachengasse (Wien) gezeigt.

1. I DO IT MY WAY!
Eine Heimwerker-Performance von Fabian Faltin u.a. über männliche Selbstbilder zwischen Heimatsehnsucht und Terrorismus

2. ACHTUNDSECHZIG JAHRE KRIEGSFREIHEIT
Text: Leon Engler, Regie: Michael Schlecht

3. DIE KÜMMERINNEN. ODER: DU HAST LEICHT LOSLASSEN!
Ein Stimmteppich erboster Fraulichkeit. Text: Katharina Tiwald, Regie: Julia Kneussel

4. OCCUPY BURGTHEATER
Eine Ösi-versus-Piefke-Farce von Sandra Jungmann und Bernd Watzka, Regie: Josua Rösing

Die GewinnerInnen des Wettbewerbs werden über Juryentscheid bzw. Publikumsabstimmung ermittelt. Die Jury (Christian Felber, freier Publizist; Andreas Hutter, Kuratorium Stadt Wien; Harald Posch, Garage X) vergibt auch heuer wieder € 5.000,-, zur Verfügung gestellt vom Kuratorium für Theater, Tanz und Performance in der Stadt Wien für die weitere Ausarbeitung des Projektes. Der Publikumspreis beträgt € 1.000,-.

Während der gesamten Spielserie wird die theatrale Installation MY PRIVATE LITTLE WINDOW von Monika Hölzl und Adeline Grossegger zu sehen sein – 16 Empörungen aus 16 Ländern live in die Drachengasse übertragen.


Die Weihnachtsbäckerei

In den letzten Jahren haben wir bei uns in der Dorfzeitung immer wieder einmal Kekse und andere Weihnachtsbäckerei mit Rezepten vorgestellt. Diesmal möchten wir Ihnen eine kleine Übersicht darüber präsentieren.

Der Klassiker: Weihnachtslebkuchen
Die ersten Weihnachtskekse: Marillenherzen
Bernhard Gössnitzer: Weihnachtsfrüchtebrot


Weihnachtliche Honzis

Die Vorweihnachtszeit ist die ruhigste Zeit im Jahr. Der wunderschöne Schnee schmilzt im Salzburger Flachgau noch rechtzeitig vor Weihnachten, damit nach den diversen Weihnachtsfeiern niemand Stress beim Autosuchen hat.

Die bei uns noch wild im Wald wachsenden Christbäume haben sich in Gewerkschaften organisiert und lassen sich nicht mehr hemmungslos ausbeuten, die Verhandlungen mit den Umschneidern sind geplatzt.

Und der laut Mayakalender prognostizierte Weltuntergang hat sich auf die Finanzsituation des Landes Salzburg mit seinen verloren gegangenen 340 Milliönchen reduziert wie es ausschaut. (kat)