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Dampflok Bürmoos in Lamprechtshausen

Die verschwundenen Bürmooser Industriegleise der Lokalbahn (SETG)

Die Bahn von Salzburg in den nördlichen Flachgau war ursprünglich vor allem als Industriebahn gedacht, weniger zur Personenbeförderung. Der Bürmooser Glasindustrielle Ignaz Glaser war dabei eine treibende Kraft. Er hatte mit der Gesellschaft SETG (Salzburger Eisenbahn und Tramway Gesellschaft), die das Projekt betreiben wollte, so geschickt verhandelt, daß er selbst nichts zu den Kosten beitragen mußte.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Im Jahr 1896 war es dann soweit, daß der Bahnbetrieb aufgenommen werden konnte. Dazu wurden auch zu einzelnen Firmen Industriegleise zum Verladen der Erzeugnisse verlegt. Das erste war ein Gleis in Zehmemoos zur längst aufgelassenen Ziegelei, das die Lamprechtshausener Straße querte. Parallel dazu auch ein Schmalspurgleis der „Bockerlbahn“. Später kam die Verladung von Torfstreu dazu und nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Erzeugnisse des Torfwerkes dort verladen. ___STEADY_PAYWALL___

Normalspur- und Schmalspurgleis vom Torfwerk zur Lokalbahn

Ein Gleis zweigte in Bürmoos zur Ziegelei ab – heute die Firmen Nitsche und Zimmermann. Die Ziegelei war im selben Jahr wie die Lokalbahn gegründet worden. Vorher wäre der Ziegeltransport mit Fuhrwerken zu teuer gewesen. Unseren See, die Loamgruabm (Lehmgrube) verdanken wir der Lehmentnahme durch die Ziegelei. Als die Lehmqualität zu schlecht wurde bezog man den Lehm vom Kohlebergwerk Trimmelkam.

Das Lokalbahngleis in der Ziegelei

Das dritte Industriegleis verlegte man zur Glashütte. Vom Bahnhof ging es in einer engen Kurve mit starker Steigung zur Rückseite der Glashütte und zur Hafenstube. Die Trasse ist heute Pater Felix Platz und Mertensstraße. Auf der linken Seite bei der Steigung stand das Holzhaus des Schusters Ignaz Frei. Es war immer durch Funkenflug gefährdet, die Dampfloks durften dort nur langsam fahren. Auf der rechten Seite, dort wo heute die katholische Kirche und der Pfarrhof stehen, befand sich die bekannte Gänselacke.

Das Glashüttengleis, links das Haus des Schusters Frei, in der Mitte Bommer, rechts Kaufhaus Stadler

Das nächste Haus links war das erste Kaufhaus der Familie Stadler, an der Kreuzung zur Stierlingwaldstraße. Ein Raum diente zeitweise als Notkirche, später wurde es ein Sport- und Modegeschäft.

Das Hüttengleis gleich nach dem Bahnhof. Im Hintergrund die Flaschenbierhandlung Roschanek gegenüber dem Bahnhof. Ca 1940

Am Beginn der Mertensstraße war links der Bauer Bommer. Das Bauernhaus ist interessant, weil die bei uns unübliche Außentreppe ins Obergeschoß auf italienische Maurer hinweist, die bei mehreren Objekten im Ort aktiv waren. Die auch seltene Rampe zur Hochtenne wurde von den Kindern im Winter zum Schlitten- und Schifahren benutzt.

Das ehemalige Bauernhaus Bommer mit Außenstiege und Rampe

An der Straße davor steht ein kleines Häuschen, das schon viele verschiedene Verwendungen fand. Ursprünglich war es die Milchhalle. Hierher brachten die Bauern am Morgen die frisch gemolkene Milch und auch Rahm. Die Bürmooser kamen mit blechernen Milchkannen (Millipitschn) und holten sich, was sie brauchten. Der Rest wurde wohl von einer Käserei abgeholt.

Die (später vergrößerte) Milchhalle

Das nächste Haus rechts an der Straße war die Volksschule. Es wurde aufgestockt und heute sind ein Lokal, Therapeuten und der Fitnessklub darin untergebracht. Die Schule hatte früher keine Zentralheizung, die größeren Kinder durften den Torf zum Heizen der Öfen in den einzelnen Klassen aus der danebenliegenden „Schupfe“ holen und einheizen. Statt des Turnunterrichtes – es gab keine Turnhalle – ging es manchmal zum gegenüberliegenden Erdäpfelacker des Bommer um die schädlichen Kartoffelkäfer einzusammeln.

Weiter der Bahntrasse entlang kam man rechts zur ehemaligen Kistentischlerei der Glashütte, später Tischlerei Braunegger, heute Wohnblock.

Die Rückseite der ehemaligen Kistentischlerei, später Tischlerei Braunegger, heute Wohnblock

Schließlich endete das Industriegleis an der Rückseite der Glashütte, wo das fertige Tafelglas verladen wurde. Hierher wurde mit der Bahn auch das Soda zur Glaserzeugung geliefert.

Links gegenüber war die wichtige Hafenstube. Die Hafenmacher waren Spezialisten, die aus einem speziellen Chamottegemisch die Hafen formten, in denen das Glas bei rund 1500 Grad aus Kalk, Soda und Quarzsand geschmolzen wurde.

Die frühere Hafenstube, heute Wohnungen

An diese Zeit, als die Lokalbahn noch ein wichtiger Transportweg war, erinnert heute kaum mehr etwas. Die Trimmelkamerbahn, die viele Jahre die Kohle aus dem dortigen Bergwerk transportierte, wurde erst 1951 eröffnet. Sie wurde 2014 nach Ostermiething verlängert, aber auch hier gibt es nur mehr Personenverkehr. So bleiben nur mehr einige Fotos als Erinnerung an die Frühzeit unserer Bahn.

Verschubgeleise, Lastwaggons und handbediente Weichen werden schon lange nicht mehr gebraucht

Dampfzüge fahren nur mehr für Nostalgiker

Im Bild rechts das Gleis nach Salzburg, links das nach Ostermiething


Skulpturenpark Lamprechtshausen

Keilstein-Geschenk-Skulpturen | Untersberger Marmor

Es war das Jahr 2009, als sich die Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen über ein wahrlich schweres Geschenk freuen durfte. Der damalige Bürgermeister Ing. Hans Grießner konnte dem Angebot des ortsansässigen Künstlers Erwin Schleindl und der Stadt Salzburg nicht widerstehen, die Steinplastiken für den am Kirchenplatz neu zu errichtenden Gemeindeskulpturenpark anzunehmen.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Erwin Schleindl hat der Gemeinde zusätzlich auch noch einen Gedenkstein an die NS-Zeit geschenkt. Seit dieser Zeit dürfen sich die Gemeindebürger an den zahlreichen Steinplastiken im Ortszentrum erfreuen. Eine offizielle Eröffnung des “Skulpturenparkes” gab es nie, sie ist damals dem verheerenden Hagelunwetter vom Juli 2009 zum Opfer gefallen.

Als ich vor Jahren einmal den Herrn Bürgermeister auf dieses “Privatmuseum” angesprochen habe, meinte er: “Ich weiß schon, moderne Kunst polarisiert. Das ist nun einmal so, damit kann ich leben.” ___STEADY_PAYWALL___

Ich für meinen Teil bin ein großer Fan von Kunst im öffentlichen Raum. Es ist mir schon klar, dass nicht alles jedem gefallen kann, muss es auch nicht. Kunst sollte zum Nachdenken anregen, aufregen, Diskussionen fördern, Missstände aufzeigen, erinnern.

Kunst in den eigenen 4 Wänden hat einen anderen Anspruch, die muss nur mir gefallen. Es kann aber nicht sein, dass der öffentliche Raum, quasi mein “öffentliches Wohnzimmer” mit diversen Geschenken voll geräumt wird. Diese Feststellung hat nichts mit den Werken von Erwin Schleindl zu tun.

Es ist erfreulich, wenn die Kunst im öffentlichen Raum gefördert wird. Man sollte aber darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre, beispielsweise die Plastiken im “Skulpturenpark” alle 10 Jahre auszutauschen. Ein Kuratorium aus der Gemeinde könnte einen Künstler vorschlagen. Die Auswahl der Kunstwerke muss ja nicht der jeweilige amtierende Bürgermeister auf sich nehmen.

Irgendwo im Dorf ließe sich sicher auch ein Museum der angekauften Werke organisieren. Am Kirchenplatz hätte der Wechsel nur Vorteile.

Man könnte neben den Arnsdorfer “Stille-Nacht-Aktivitäten” und dem Weidmoos auch noch einen Lamprechtshausener Skulpturenpark bewerben.


Die steingewordene Stadlerkapelle

Früher einmal standen an vielen Straßen und Wegen Kapellen. Im Zuge von Straßenerneuerungen, Wegverlegungen und auch landwirtschaftlichen Grundzusammenlegungen hatten manche plötzlich keinen Platz mehr.

Von Karl Traintinger

Ein Beispiel für die Umsiedlung, den späteren Abriss und letztendlich die Errichtung eines Erinnerungsdenkmals ist die Stadlerkapelle in Lamprechtshausen.

In der kleinen Verkehrsinsel an der Kreuzung Lamprechtshausener Bundesstraße (B156) und Bürmooser Landesstraße stand immer schon eine kleine, unscheinbare Kapelle. Warum dieser Standort zur Kapellenerrichtung gewählt wurde, ist nicht bekannt. Überliefert ist nur der Name Stadlerkapelle. ___STEADY_PAYWALL___

In den Jahren 1961/62 wurde die neue Abzweigung der Bürmooser Landesstraße gebaut, die ursprüngliche Stadlerkapelle weichen musste.

Bildarchiv Alois Fuchs, Bürmoos

Im ehemaligen Streuobstgarten der Familie Stadler wurde die Kapelle direkt an der B156 wieder neu aufgebaut. Eine größere Marienstatue, ein Kreuz und zwei Bilder zierten lange diese kleine Kapelle. Im Dezember 1990 wurden die Statue und auch die Bilder gestohlen.

Fotos: Manfred Weiß, Gemeinde

Im Jahr 2008 wurde der Kreisverkehr an der B156 gebaut und die Kapelle musste der Modernisierung weichen. Es war ganz einfach kein Platz mehr und die künstlerische Qualität zu gering, um sie zu erhalten. Zudem war sie schon sehr baufällig.

Im Jahr 2010 errichtete der Lamprechtshausener Künstler Erwin Schleindl die “Neue Stadler Kapelle”.


Vernissage Ida Duswald

Ida Duswald – Malereien

Am 4. März 2020 hat Bürgermeisterin Andrea Pabinger in der Galerie der Tierarztpraxis Lamprechtshausen die diesjährige Frühjahresausstellung eröffnet.

Es waren zahlreiche Besucher aus nah und fern zur Vernissage in die Flachgauer Gemeinde gekommen, um die neuen Bilder der Oberndorferin zu sehen. Ida Duswald zeigt unter anderem 5 große Acryl-Tierbilder, die sich mit der Mensch-Tierbeziehung auseinandersetzen. Dazu kommen noch Ölbilder, Collagen und Kohlezeichnungen.

Die Künstlerin hat die Leonardo-Kunstakademie in Mattsee bis zur Meisterklasse besucht und war unter anderem Schülerin von Christian Ludwig Attersee und Markus Lüppertz. Beim Betrachten der Bilder in der Lamprechtshausener Tierarztpraxis sieht man, dass sie einen eigenen Weg des Bildausdruckes gefunden hat.

Die Bilder sind noch bis Juni 2020 während der Praxisöffnungszeiten und gegen Voranmeldung zu sehen. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Christine Smaczny am Saxophon und Bernhard Ostermaier an der Gitarre.

Ida Duswald im

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Der blaue Pudel

Dorf ist überall

Dorf ist für uns kein geografischer Begriff. Dorf ist überall wo sich Gemeinschaft verdichtet. Am Rande der Städte, in den Zentren, auf dem Land. Die Dorfzeitung berichtet über das Zusammenleben in diesen Räumen, über ungewöhnliche Menschen, Ereignisse und Entwicklungen.

Wir berichten über kulturelle Entwicklungen wo und wie sie gerade entstehen. Wir berichten auch, wie die Menschen im globalen Dorf ihre Lebensräume gestalten und was sie dazu bewegt. Unser Standpunkt ist nicht sachlich, sondern menschlich. Daraus ergibt sich auch die Blattlinie der Dorfzeitung: Leidenschaftlich schreiben, aufrichtig berichten, sorgfältig recherchieren, Fehler zugeben. Das ist unser Ziel.

Die Dorfzeitung unterstützt Kultur im Dorf.

Am 4. März 2020 wird die Ausstellung: Ida Duswald – Malereien – in der Tierarztpraxis Lamprechtshausen eröffnet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Radiofabrik terrestrisch gehört und jederzeit weltweit gestreamt werden.

Gemeinsam stark

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Das Gasthaus Stadler in Lamprechtshausen

Der Stadler steht in Lamprechtshausen mitten im Dorf. An zwei Seiten grenzt er an die B156, früher einmal gab es an der Westseite ein Schlachthaus und im Nordenwesten stand ein großer Stadl und danach die alte Volksschule.

Von Karl Traintinger

In den 70-80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts war der Stadler ein beliebter Treffpunkt der Jugend mit einem weitum bekannten Veranstaltungsprogramm. Das alte Schlachthaus gibt es schon lange nicht mehr. Der Stadl der Bereich des ehemaligen Schlachthauses wurde großzügig revitalisiert. Man findet dort einen Supermarkt, mehrere Geschäfte, Büros, eine Apotheke, Ärzte und FachärzteInnen sowie die örtliche Polizeidienststelle.

Der Gasthof Stadler und die Fleischhauerei wurden vor einigen Jahren umgebaut und modernisiert. Der Stadler ist zu einem beliebten Wirtshaus im Dorfzentrum geworden. Die folgende Fotostaffel zeigt Bilder des Gasthofes aus der Nachkriegszeit.

Der Putsch 1934 ging auch am Gasthaus Stadler nicht spurlos vorbei. Geschichtliche Hintergründe dazu kann man im Artikel: Die dunkelste Stunde der Gemeinde > hier in der Dorfzeitung nachlesen.

Der Stadlerberg in alten Ansichten >
Die “MUGL-Company” live beim Stadler >
Peter Blaikner im kleinen Stadlersaal>
Querschläger auf GRÜN-Wahltour im großen Stadlersaal>

Die alten Fotos stammen aus den Bild-Archiven von Alois Fuchs, Dr. Andreas Maislinger und Karl Traintinger



Faschingsumzug

Faschingsumzug in Lamprechtshausen

Der 25. Februar 2001 war ein sonniger, kalter Wintertag und das ganze Dorf war auf den Beinen. Seit längerer Zeit fand wieder einmal ein Faschingsumzug statt.

Von Karl Traintinger

Zahlreiche bunt geschmückte Wagen lockten viele neugierige Besucher an. Die Trachtenmusikkapelle Lamprechtshausen war eine Damenkapelle geworden, das Raumschiff Enterprise machte auf seinen Reisen durch die unendlichen Weiten des Weltraumes einen Zwischenstopp auf der Hauptstraße und die 3 Scheinheiligen aus Oberndorf erheiterten das Publikum, um nur einige Beispiele zu nennen.



Die B156 beim Stadlerberg in alten Ansichten

Der Bereich zwischen dem Gasthaus Stadler und der Bürmooser Kreuzung war schon immer eine Engstelle. Allerdings war das Verkehrsaufkommen in den 50iger und 60iger Jahren deutlich geringer.

Von Karl Traintinger

Unten an der Kreuzung stand noch die Stadlerkapelle. Vom Gastgarten des Gasthauses gab es eine Treppe zur Bundesstraße hinunter. In der Stadlerkurve stand vor dem heutigen China-Restaurant (Han-Asia, früher Fleischhauerei Zehetner) das Kaufhaus Weikl.

Am Foto sieht man den Straßenverlauf der B156 durch Lamprechtshausen als blaue Linie, der Stadlerberg ist dunkelblau. Das Bild wurde Mitte der 50iger Jahre aufgenommen.

Die folgenden Bilder aus den 60iger Jahren wurden freundlicherweise von Barbara Schwaiger (Zehentner) zur Verfügung gestellt.

Der Verkehr im Dorf >



Verkehr im Dorf

Der Verkehr im Dorf

Wenige Tage bevor das umstrittene LKW-Fahrverbot für die großen Überlandbrummer durch Lamprechtshausen in Kraft tritt, möchte ich einige Archiv-Fotos vom 21. Mai 2008 14:30 Uhr zeigen.

Von Karl Traintinger

Es war damals die Zeit, als der Kreisverkehr an der Bürmooser-Kreuzung vor der Fertigstellung stand. Die Stadlerkapelle gab es noch in der ursprünglichen Form. Viele Gemeindebürger waren sehr neugierig, ob so ein Kreisverkehr überhaupt funktionieren kann.

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Die Diskussionen zu einer möglichen Ortsumfahrung waren im Sand verlaufen. Es gab von jeder politischen Partei nur beste Lösungsvorschlägen, die einen wollten das Dorf im Norden, die anderen im Süden umfahren, selbst ein Tunnel war im Gespräch. Die Gemeinde hat sogar im Zuge der Grundzusammenlegung eine mögliche Trasse ausgewiesen.

Seit damals wurde sehr viel gebaut und einige mögliche Trassenführungen sind zwischenzeitlich unmöglich geworden. Mit einer Ortsumfahrung schaut es zur Zeit eher sehr trist aus, dabei wurde über eine Finanzierung noch gar nicht gesprochen.

Fakt ist, dass der Verkehr in den letzten 12 Jahren nicht weniger geworden ist. Bei genauem Hinsehen gibt es heute ein großes Gewerbegebiet von Lampechtshausen bis Braunau hinab. Es wird spannend, welche Probleme mit dem LKW-Fahrverbot wirklich gelöst werden können.


Friedensweg Stille Nacht

Der Stille-Nacht-Friedensweg

Im Rahmen der “Stille-Nacht-Landesausstellung 2018” entwickelten die Flachgauer Gemeinden Lamprechtshausen, Göming, Laufen und Oberndorf auch einen Friedensweg. Es wird der Weg, den Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber einst gegangen sind, nachgezeichnet.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Interessant sind vor allem die Metallplastiken, die in den 4 Orten aufgestellt wurden. Gewählt hat man Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern. Moderne Kunst hat im öffentlichen Raum Platz gefunden, das ist eine schöne und bemerkenswerte Entwicklung.

Leider handelt es sich beim Stille-Nacht-Friedensweg um keinen Rundwanderweg, am sinnvollsten sind die knapp 6 km mit einem Fahrrad zu bewältigen.

Lamprechtshausen – Arnsdorf

Das “Kreuz des Friedens” befindet sich am Ortsausgang von Arnsdorf in Richtung Gunsering/ Göming und stammt von der Lamprechtshausener Künstlerin Christiane Pott-Schlager. An einer gedrehten Metallsäule befindet sich als Querbalken eine weiße Schriftrolle aus Metall, in die in mehreren Sprachen das Wort Frieden geschrieben wurde.

Göming

Zwischen dem Gemeindeamt und dem Hellbauerhaus findet man die Plastik “Die Unschuld” des Wiener Künstlers Rudolf Schmidt. Gegossen wurde die Skulptur vom Göminger Metallgießer Friedrich Beck.

Laufen

Eine vier Meter hohe Stele mit dem Namen “Entwicklung”, geschaffen vom Burghausener Künstler Hermann Böhm, ragt in Laufen in den Himmel. Das Kunstwerk steht unweit des Rathauses, von wo aus man einen schönen Blick auf die Salzach, den Europasteg, die Kalvarienberggruppe und den ehemaligen Oberndorfer Schiffervorort Altach hat.

Oberndorf

Zwischen dem Stille Nacht Museum und der Stille Nacht Kapelle befindet sich eine Plastik mit dem Namen: “Die drei Stille-Nacht-Gemeinden tragen die Friedensbotschaft in die Welt hinaus!” 3 stilisierte Engel tragen die Weltkugel auf den Schultern, so interpretiert die Adneter Künstlerin Gabriela Struber-Edmayer die Botschaft des weltberühmten Weihnachtsliedes.

Der Friedensweg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In Oberndorf wird die Metallplastik sehr gut mit einer erklärenden Infotafel präsentiert. In allen anderen Gemeinden fehlt der Hinweis auf den oder die Künstlerin. Der Standort in Göming gleich neben dem Gastgarten ist zu hinterfragen. Eine Informationsbroschüre zum Friedensweg wäre wünschenswert.



Lamprechtshausen

flachgau aktuell – Im Blickpunkt Lamprechtshausen

Nr. 78 September 1979

Wahlbroschüre der ÖVP Lamprechtshausen zur Gemeinderatswahl am 14. Oktober 1979, die als Postwurf an alle Haushalte verschickt wurde. Am Artikelende können Sie die gesamte Broschüre downloaden!

Bemerkenswert ist, dass es die drei Gasthäuser, in denen die Wahllokale untergebracht wurden, schon lange nicht mehr gibt!

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Wahlsprengel 1: Lamprechtshausen, Amtsgebäude
Wahlsprengel 2: Arnsdorf, Gasthof “Bruckmoser”
Wahlsprengel 3: Schwerting, Gasthaus “Wörndl-Mayr”
Wahlsprengel 4: Riedlkam, Gasthaus “Neuwirt”

Auf der Titelseite geht es um den Kanalbau im Dorf. Auf den Seiten 2 – 4 werden die Kandidaten mit Bild vorgestellt. Auf Seite 5 präsentiert der Ortsparteiobmann Georg Junger die Ideen der ÖVP für die Zukunft und Bürgermeister Größlhuber überreicht der Gewinnerin eines Preisausschreibens ein Damenfahrrad.

Auf der Seite 6 präsentiert der Obmann der Jungen ÖVP Harald Vitzthum den Tätigkeitsbericht der Jugendorganisation. Die Seite 7 beinhaltet ein Bilderrätsel zum Dorf und die Glosse: “Da Wetzstoa!” Die letzte Seite ist eine Wahlempfehlung.

Download der Broschüre >


Strassentheater

Alles Heilige – Der ultraoriginale Straßentheater-Advent

Der Wiener Autor Stephan Lack hat speziell für das Salzburger Straßentheater 2019 „eine weihnachtliche Sommerkomödie“ verfasst.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Georg Clementi inszeniert die Querelen rund um einen Adventchor als flottes Musical, in dem Andachtsjodler und orientalischer Bauchtanz zueinander finden.

Lukas, ein pubertierender Teenager, hat es mit seinen Eltern wirklich nicht leicht, denn Melanie und Josef leiten einen Adventchor und haben sich ganz dem weihnachtlichen Liedgut verschrieben. Das nervt den jungen Mann tierisch, denn die Musik ist so gar nicht nach seinem Geschmack. Hirtenkind will er auch keines mehr sein und so bewirbt er sich bei einer Castingshow für junge Talente.

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Strassentheater

Bei den Proben des Adventchores läuft auch nicht alles rund, denn es ist durchgesickert, dass Josef ein lukratives Angebot aus Bahrain erhalten hat, den Chor auflösen und Salzburg verlassen möchte. Damit sind jedoch weder seine Frau noch die übrigen Chormitglieder einverstanden. Doch Josef beginnt schon mal, den christlichen Weihnachtsstoff muslimtauglich zu machen, und quält die armen Hirtenkinder mit ständigen Änderungen, bis er selbst nicht mehr recht weiß, ob das liebe Jesuskind nun der Sohn Gottes oder doch nur ein Prophet war.

Georg Clementi hat es geschafft, die vielen
Geschichten rund um die Probleme der Chormitglieder so zu servieren, dass man
die Orientierung nicht verliert und sich dabei auch noch bestens unterhält. Der
junge Paul Clementi überzeugt als wütender, aufsässiger Teenager, der über
seine adventsüchtigen Eltern (Anja Clementi und Andreas Goebel) nur den Kopf
schütteln kann. Die Chormitglieder sind mit den Bahrain-Plänen ihres Bosses
überhaupt nicht einverstanden, obwohl sie zugeben müssen, dass ihnen allen ein
wenig Distanz ganz gut täte. Als frustriertes, zerstrittenes Ehepaar glänzen
Larissa Enzi, die als Nora gestenreich gegen ihre hysterische Heiserkeit
ankämpft, und Alex Linse, der als unsensibler Basti an Witze-Diarrhö leidet. Am
härtesten trifft die Auflösung des Chores Martin (Marcus Thill), einen eben
erst trocken gewordenen Alkoholiker. Die Neue im Team, die hübsche junge Stella
(Anna Knott), weiß zwar mehr als alle anderen, doch leider lässt man sie nicht
zu Wort kommen. Auch in der Castingshow herrscht kein weihnachtlicher Friede.
Georg Clementi gibt einen ehemaligen Popstar, der die Bewerber lustvoll
fertigmacht. Das Popsternchen Gloria (Patricia Pfisterer) glänzt durch
Sexappeal sowie den Charme einer Blondine und Jan-Eric (Eric Lebeau) punktet
mit französischem Akzent.

Auf der Bühne (Alex Linse, Harald Schöllbauer), die an die rustikalen Buden auf den Weihnachtsmärkten erinnert, wird, begleitet von den Gitarrenklängen der Jury der Castingshow, zu einer mitreißenden Choreographie von Anna Knott viel gesungen und getanzt.

Wenn man die vielen Adventveranstaltungen
in Salzburg Revue passieren lässt, ist ein gewisser Konkurrenzkampf durchaus
vorstellbar. Das dürfte auch dem Autor dieser skurrilen Geschichte bewusst
gewesen sein. Doch ganz egal wie „original“ oder „ultraoriginal“ diese Abende
auch verlaufen, die Hirtenkinder sind stets die Lieblinge des Publikums. Auch
beim Straßentheater-Advent sorgen sie mit ihrer unbekümmerten Schlagfertigkeit
für Sonderapplaus.

Der Wettergott meint es heuer fast zu gut mit dem Straßentheater, so sollte man sich bei einer Nachmittagsvorstellung besser einen Schattenplatz sichern. In Hallwang fand die Vorstellung am 26. Juli 2019 um 20.30 Uhr in einer klaren Tropennacht statt. Das reinste Vergnügen!

„Alles Heilige“ – Eine weihnachtliche Sommerkomödie von Stephan Lack. Uraufführung. Inszenierung: Georg Clementi. Arrangements, Komposition und musikalische Leitung: Marc Seitz. Choreographie: Anna Knott. Bühnenbild: Alex Linse, Harald Schöllbauer. Kostüm und Maske: Andrea Linse. Mit: Paul Clementi, Anja Clementi, Andreas Goebel, Larissa Enzi, Alex Linse, Anna Knott, Marcus Thill, Georg Clementi, Patricia Pfisterer, Eric Lebeau. Hirtenkinder: Benjamin Linse, Simon Clementi, Nikolas Unger. Fotos: Karl Traintinger, Dorfbild.com