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Winterlandschaft bei Holzhausen

Der Winter ist ins Land gezogen

Das Dorf ist tief verschneit und es ist bitterkalt. Genau so, wie der Jänner im Dorf sein soll. Es ist einfach schön.

Karl Traintinger hat das Foto auf der Fahrt von Maxdorf/ Lamprechtshausen nach Holzhausen/ St. Georgen im Salzburger Flachgau aufgenommen.

Es waren spannende Lichtverhältnisse, der Boden schwarzweiß und der Himmel ganz leicht hellblau-rötlich durchscheinend.


Johann Grießner

Ing. Hans Grießner, Bgm. a. D.

Mein Weg nach Lamprechtshausen

Johann GrießnerAls Bauernsohn und “Spätberufener” – aus dem Pinzgau kommend – schloss ich sehr erfolgreich die Höhere Bundeslehranstalt für Alpenländische Landwirtschaft in Raumberg Gumpenstein Steiermark im Jahr 1972 ab. Das geplante Tierarztstudium ist leider aus privaten Gründen ins Wasser gefallen, so entschloss ich mich an einem späten Abend – auf einem Traktor Ford 7000 sitzend, bei der Heimfahrt von der Feldarbeit zur “Wellington Farm” in der Nähe von Cambridge England – meine Dienste beim Raiffeisenverband Salzburg zu beginnen. Mir wurde die Leitung des neu zu bauenden Bezirkslagerhauses im Pinzgau in Aussicht gestellt.

Auf Initiative von Ökonomierat Hans Eder kam es anders. 1974 beauftragte man mich mit dem Neubau des Lagerhauses Lamprechtshausen – dem ich als Lagerhausleiter 25 Jahre, bis 1999 vorstand.

Das politische Engagement

Schon 1979 haben mich der damalige Bürgermeister Franz Größlhuber, der spätere Bürgermeister Georg Junger und der Gemeindevertreter Hans Fersterer, der Hanslbauer in Außerfürth, gebeten, dass ich mich einer Vorwahl für die Gemeindevertretungswahl stelle – ich landete “relativ weit vorne”, sodass ich mich aufgrund dieses Vertrauensbeweises nicht mehr getraute “Nein” zu sagen – somit war ich als Gemeindevertreter dabei.

Meine Zeit als Bürgermeister der Gemeinde

Von 1986 bis 1999 war ich aufgrund entsprechender Wahlergebnisse der ÖVP Vizebürgermeister und von 1999 bis 24. 09. 2017 der Bürgermeister der Gemeinde Lamprechtshausen. Meine Frau Roswitha, die Kinder Barbara und Hans Georg hatten großes Verständnis, dass ich einen Großteil meiner knappen Freizeit der Gemeindepolitik widmete – ich bedanke mich ausdrücklich bei meiner Familie. Die Familie war mein “wahres Daheim” und Rückzugsgebiet in meiner neuen Heimat, wenn so manches “daher kam!” Auch in der Gemeindepolitik ist für mich ein neues Heimatgefühl gewachsen! Siehe da – ich bin ein Flachgauer, ein Lamprechtshausener und woran ich niemals gedacht hätte – Bürgermeister geworden!

1999 formulierte ich mir ein Ziel: Lamprechtshausen soll noch schöner und lebenswerter werden! Arbeiten und nicht streiten.

Lhstv. Astrid Rössler, Bgm. Hans Grießner, LS Josef Schwaiger

Lhstv. Astrid Rössler, Bgm. Hans Grießner, LS Josef Schwaiger

Vielleicht ist mir das gelungen? Ein hervorragendes Miteinander hat mich mit meinem Team begleitet – danke dafür! Wir sind so gut zusammengewachsen – mir fehlt diese Gemeinschaft sehr!

Ein herzliches “Danke” auch an die Gemeindevertretungen, dem Pfarramt, allen Vereinigungen, Vereinen, den Verantwortlichen unserer Bildungsstätten, den Sicherheits- und Hilfsorganisationen und dem Gesundheitswesen für die gute kameradschaftliche Zusdammenschau! So konnte unsere Dorfgemeinschaft weitergeführt und ausgebaut werden – sie kann sich sehen lassen.

So manches haben wir gemeinsam umgesetzt – im Anhang können Sie sich ein Bild machen!

Andrea Pabinger mit Hans Grießner

Die neue Bürgermeisterin Andrea Pabinger mit ihrem Amstvorgänger Bürgermeister Hans Grießner

Ich bin froh, eine tüchtige Nachfolgerin in der Frau Bürgermeisterin Andrea Pabinger gefunden zu haben – sie ist schon “voll im Geschäft!”
Alles Gute weiterhin – ich blicke mit Dankbarkeit und Demut zufrieden zurück!

Ing. Hans Grießner, Bürgermeister a.D.
Lamprechtshausen, im Frühjahr 2018

 

Anhang – Zeittafel

Persönliches

Ing. Johann Grießner – Geb. 16. 03. 1947 Zell/ See

Eltern: Barbara und Johann Grießner / Landw. Gutspachtung der Eltern am Walchergut Gries/ Pzg. – dort aufgewachsen – Pinzgauer Rinderzuchtbetrieb – wurde hier bäuerlich geprägt mit Freude an der Landwirtschaft, Natur, Umwelt und an historischen Bauten

1963 – 1965 Landw. Berufsschule St. Georgen Pzg.

1965 – 1967 Landw. Fachschule Bruck / Glstr.

1968 – 1972 Höhere Bundeslehranstalt f. Alpenländische Land. – u. Forstwirtschaft Raumberg Gumpenstein Stmk.

1972 – 2004 Tätigkeit Raiffeisenverband Salzburg Ware

1974 – 1999 Lagerhausleiter Lamprechtshausen

1999 – 2004 Verkaufsberater Baustoffverkauf Großfirmen

Ab 2004 – 2018 “Full time” Bürgermeister

Seit 1979 in der Gemeindepolitik

1986 – 1999 Vizebürgermeister

1999 – 24. 9. 2017 Bürgermeister

Seit 2000 Obmann Torferneuerungsverein Weidmoos

Seit 2005 Beeidetes Berg- u. Naturschutzorgan SBNW

2005 – 2015 Beeidetes Jagdschutzorgan

Seit 1981 Mitglied Lamprechtshausener Jägerchor

Seit 2015 Kräuterpädagoge

Seit 2003 Natur- und Landschaftsführer

Kommunales

1999 – 2001 Fertigstellung Mehrzweckgebäude FF Zentrale RK Zentrale

Dr. Franz Schausberger und Landtagspräsident Hans Holztrattner

Dr. Franz Schausberger und Landtagspräsident Hans Holztrattner

2000 Gründung Torferneuerungsverein Weidmoos

2001 Umbau Musikhauptschule

2001 Ankauf “Gisser Haus” (f. spätere Dorfplatzgestaltung)

2002 Initiator zum Ankauf Weidmoos für die Gemeinden Lamprechtshausen / St. Georgen

Ankauf von 83ha Weidmoos um € 6,14 Mio.

Ankauf von 83ha Weidmoos um € 6,14 Mio.

2003 – 2007 Beitrag zur Umsetzung “Life Projekt Europa Vogelschutzgebiet Weidmoos”

2003 Ankauf Gewerbegebiet Ehring 17 ha durch die Gemeinde

2005 Adaptierung Volksschule

2007 Fertigstellung Dorfplatzgestaltung

2007 Neubau Betreutes Wohnen mit 17 Wohneinheiten

2009 Adaptierung Kindergarten

2011 – Umbau und Eröffnung Stille Nacht Museum Arnsdorf | 2012 – Auszeichnung Museumsgütesiegel Bozen (Walther Von Der Vogelweidehalle)

2011 – Umbau und Eröffnung Stille Nacht Museum Arnsdorf | 2012 – Auszeichnung Museumsgütesiegel Bozen (Walther Von Der Vogelweidehalle)

2012 Umsetzung “Barrierefreies Weidmoos” Leader Plus Projekt

2012 Zubau und Adaptierung Neue Mittelschule

2014 Erweiterung Volksschule

2015 Adaptierung Barrierefreies Amtgebäude

105/ 2016 Sanierung Kanal Reitlwald

Hobbies

Botanik, Lesen, Singen, früher: Klettern – heute Bergwandern, Jagd, Holzarbeit im eigenen Wald


Landertinger Bäcker in Lamprechtshausen

Beim Landertinger Bäcker

Beim Landertinger gab es sowohl eine Bäckerei, als auch einen Gemischtwarenhandel. Der Bäcker war Alfred Landertinger, seine Frau Anna betrieb das Geschäft.

Das stattliche Haus hatte 2 Balkone. Rechts neben dem Parkplatz in Richtung Elektro Mayrhofer (heute Petrak) gabe es noch eine Grünfläche.

Landertinger Bäcker in Lamprechtshausen

Wann hat die Bäckerei zugesperrt? Wann hat der Gemischtwarenhandel zugesperrt?

Landertinger Bäcker in Lamprechtshausen

Da modernisierte Haus mit dem auf die ganze Hausbreite ausgedehnten Balkon.  Das Foto wurde 2011 aufgenommen, damals war der Drogeriemarkt Schlecker Mieter.  Seit seinem Konkurs gibt es keine Nachmieter mehr. Der Parkplatz wurde vergrößert, die Grünfläche ist weg. 

Landertinger Bäcker in Lamprechtshausen

Foto vom 30. 12. 2018

Über Informationen zum Landertingerhaus würden wir uns freuen. Bitte nutzen Sie dazu unser Kontaktformular > oder die Kommentarfunktion (Info dazu >).

 


Käsereikurs in Rödt

Aus dem Dorfleben: Käsereikurs, Radfahrklub

Käsereikurs Rödt in der Gemeinde Lamprechtshausen vom 1. – 25. Dez. 1925 heißt es auf der Tafel vor den Kursteilnehmern.

Weiterbildung war offensichtlich schon immer ein Thema. Der Kurs fand beim Bruckmoserbauern in Röd statt. Gab es dort eine Käserei? Wer weiß etwas dazu?

Radfahrklub Schwerting

Mitte Iringbauer Martin (Sandlmann in Schwerting), der Dritte links ist der Iringbauer
Wer kennt noch jemanden auf dem Foto? Ist das der Radfahrverein von Schwerting?

Gimpl Martin

Foto zur Verfügung gestellt von der Familie Junger, Simonbauer, Willenberg.

Der Gimpl Martin mit 2 prächtigen Pinzgauern beim Schobergut in Maxdorf.

Über weiterführende Informationen zu den Fotos würden wir uns freuen.
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Käserei Lamprechtshausen

Bürgerinitiative: Erweiterung der Käserei

Die Käsereigenossenschaft Lamprechtshausen entstand 1980 durch die Zusammenlegung der Käserei Lamprechtshausen, Arnsdorf, Asten und Riedlkam. 1989 wurde das Hackschnitzelfernheizwerk Lamprechtshausen in Betrieb genommen und versorgt seither die Käserei, öffentlichen Gebäude sowie Privathäuser mit Fernwärme.

Dr. Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Der Käsereistandort wurde damals deswegen gewählt, weil zwischen Ortsende und Käserei die Ortsumfahrung Lamprechtshausen angedacht war. Vor dem EU beitritt Osterreichs am 1. 1. 1995 schlossen sich mehrere kleine Käsereien zur Salzburger Landkäserei zusammen (Seekirchen, Schleedorf, Fischach, Haunsperg, Lamprechtshausen, Kothgumprechting, Irrsdorf) und seit November 2006 ist Lamprechtshausen der Hauptproduktionsort. 2010 stieg dann der Milchhof (Alpenmilch Salzburg GesmbH, Gründungsjahr 1993, Eigentümer 51% Milchhof Salzburg & Tauernmilch Bischofshofen und 49% Meggle Wasserburg D) mit 51% beim Käsehof ein. (ORF-Bericht)

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Für die nächsten Jahre sei der Ausbau der Käserei Lamprechtshausen zur zentralen Käserei geplant, hört man. Eine genaue Information für die Bevölkerung gibt es nicht. Nicht gelöst ist das Problem der Zufahrt. Die Käufer der Parzellen vom benachbarten Gewerbegebiet mussten vor 16 Jahren beim Kaufvertrag noch unterschreiben, dass sie kein vermehrtes Verkehrsaufkommen verursachen, die Gemeinde baute vor einem Jahr den Wertstoffhof ebendorthin, das zusätzliche Verkehrsaufkommen stieg beträchtlich. Die Hauptzubringerstraße ist die mit 30 km/h beschränke Haunsbergstraße. Die Ehrlichkeit der Entscheidungsträger der Bevölkerung gegenüber ist zumindest das darüber Nachdenken wert.

Käserei Lamprechtshausen

Eine Bürgerinitiative der Anrainer an der Hausbergstraße fordert seit etwa einen halben Jahr Informationen, an die Öffentlichkeit dringt sehr wenig. Ein weiteres Problem stellen die Sammeltürme vor der Käserei dar, die ab und zu eine extreme Geruchsbelästigung verursachen.

Käserei Lamprechtshausen

Man darf gespannt sein, wohin sich diese Käsereierweiterung entwickeln wird. Wie wird das Zufahrtsproblem gelöst, wie wird das Geruchsproblem gelöst? Wann ist der geplante Baubeginn? Wird überhaupt bei der alten Käserei gebaut?

Erstveröffentlichung 26. Juni 2011 – Dorfschreiber

Infos:
Einweihung der Käserei Lamprechtshausen in der Käsereistraße 1 >
Die Käserei in Asten >
Die Käserei in Riedlkam >


VS Arnsdorf und die Wallfahrskirche Maria im Mösl 2013 Foto: KTraintinger

Ottilie Aigner ist tot

Die „Arnsdorfer Stille Nacht – Geschichte“ begann mit den Aigner´s.

Eine der verdienstvollsten STILLE NACHT – Persönlichkeiten, Fr. Dir. Ottilie Aigner ist tot. Die Engel haben sie – so nahe an ihrer geliebten Weihnachtszeit – abgeholt. Ganz sicher auch in den „Himmel der stillen heiligen Nacht“.

Gotthard EderVon Gotthard Eder

Denn das, was ihr Mann OSR Sepp Aigner und sie seit Beginn der 50er Jahre für diesen so wichtigen Aufbau des „Stille Nacht –Museums“ in Arnsdorf getan haben, das wird sich schwer in kurzer Zeit zusammenfassen lassen. Das wissen auch nur mehr wenige.

Es entstand eine der wichtigsten „Stille Nacht – Gedenkstätten“ rund um die Entstehungsgeschichte des Liedes, die immer mehr – mit Oberndorf letztendlich zusammen – in den Mittelpunkt des Weltweihnachts-Geschehen gerückt ist. Das haben wir ganz sicher den Aigners zu verdanken. Sie haben aus der VS Arnsdorf die „Franz-Xaver-Gruber-Schule“ gemacht und sorgten dafür, dass der Stellenwert von Arnsdorf im gesamten „Stille Nacht-Geschehen“ immer wichtiger wurde. Vorher, als sie beide die Schulstelle der Schule übernommen haben, war kaum Nennenswertes in dieser Richtung vorhanden. Nach dem Krieg gabs Wichtigeres zu tun.

Nur das Jenseits wird wirklich beurteilen können, was die Familie Aigner und man muss in Bezug auf Arnsdorf immer beide nennen, da alles bis in die Neuzeit aufgebaut hat. Alles taten sie dem Lied “Stille Nacht, heilige Nacht und seines Komponisten würdigend“ aus großem Idealismus. Die Bedeutung des Erinnerungsortes Arnsdorf wurde immer größer, wenngleich das Nebeneinander mit Oberndorf nicht immer friktionsfrei war.

Es wäre jetzt wohl ein wichtiges Anliegen, darauf zu achten, dass besonders der, nach Sepp Aigner noch vorhandene Nachlass, eine würdige Betreuung erfährt. Man kann mit Sicherheit sagen, es wurde von beiden Persönlichkeiten eine unschätzbare Arbeit geleistet, da soll und darf nichts verloren gehen.

Das Lichtbringen

Beseelt vom großen Weihnachts-Geist in Arnsdorf begannen die Aigners  wieder etwas ganz Neues. Im Advent brachten sie mit den Schulkindern außerhalb des Unterrichts in alle Häuser unseres Schulsprengels das weihnachtliche Friedenslicht. In Arnsdorf gab es sozusagen schon lange vor dem heutigem Friedenslicht-Brauch einen kleinen Vorläufer….

Regelmässig strömten daher im Advent plötzlich 2 – 3 Schüler-Gruppen in netten, grünen Umhängen und Spitzhüten in ihrer schulfreien Zeit aus, um eine kleine brennende Kerze in die Häuser von Arnsdorf zu bringen und den Frieden der heiligen Nacht anzukündigen. Zum anderen sollte die Spendenfreudigkeit der besuchten Menschen dazu dienen, um Geld zu sammeln für ärmere Familien direkt vor Ort. Ein echter Beitrag zu einer Zeit, als noch viel Mangel herrschte. Ärmeren Familien konnte so ein besseres Weihnachten geschenkt werden. Heute ist dies schon ein echter Brauch geworden. Man darf ja nicht vergessen, damals war Nachkriegszeit.

Selbst ich, der ich 1953 meine Volkschulzeit in Arnsdorf bei Fr. Oberlehrer Aigner begann, war eines ihrer Lichtbringer-Kinder. Mit Flötenmusik und Gesang wanderten wir den in der Regel schon verschneiten gesamten Schulsprengel mit Arnsdorf und Göming ab. Der Brauch begann in etwa bereits um 1950 und sollte den obigen Sinn erfüllen. Am Jahresanfang gab es dann für uns Kinder eine Extra-Belohnung, z.B. einen Besuch im Landestheater. Dieser Lichtbringerbrauch ist uns nun bis heute erhalten geblieben. Eigentlich sollte man sich vielleicht sogar Gedanken machen, diesen bisher unbekannten, inzwischen über 65 Jahre lebendig gelebten Brauch, zum „immateriellen Kultur-Erbe Österreichs“ vorzuschlagen und zu bewerben.

Zudem bedeutet er bereits zu all dem anderen, immer bekannter werdenden „Stille Nacht-Geschehen in Arnsdorf“, eine besondere Bereicherung des vorweihnachtlichen Geschehens. Damals war das natürlich auch noch eine zusätzliche mächtige Beanspruchung für die Aigners, aber sie hatten Kraft und Ausdauer. Später kamen dann junge Lehrkräfte hinzu, die ihnen hilfreich weiter beistanden. Auch ehrenamtlich, selbstverständlich.

Wenn es nun Gewissheit ist, dass sich Ottilie Aigner für den ewigen Weg in ein höheres Licht verabschiedet hat, dann ist es für mich der richtige Moment meine Erinnerungen an so viel gemeinsame Zeit hier niederzuschreiben. Es ist mir jetzt einfach ein Herzensanliegen, daran auch viele meiner engeren Freunde im „Stille Nacht-Geschehen“ teilhaben zu lassen. Wer weiß denn schon, was jahrelang hinter den Kulissen gemeinsam für den Erfolg alles getan wurde.

Der großartige Ruf von Arnsdorf basiert ganz sicher auf den jahrelangen Mühen, die sie aufgewendet haben, dass Arnsdorf das werden konnte, was es heute ist: Eine Weltkulturstätte als Wiege der Melodie für dieses schönste Weihnachts-und Friedenslied der Welt. Stille Nacht. Und all das verdanken wir der, bis ins Innerste engagierten, ruhelosen Vor- und Aufbau-Arbeit von Sepp und Ottilie Aigner. Als jahrlanger Begleiter dieser beiden, besonders bei all den vielen neuen Initiativen, wo wir gemeinsam tausenden Menschen große Freude und weihnachtliche Einkehr vermittelt haben, will ich das einfach weitererzählen.

Mich verbinden einfach so viele Erinnerungen mit Ottilie Aigner, dass ich kaum aufhören kann, davon zu erzählen.

Es begann beim Arnsdorfer Kirchenchor 1953. Damals war sie meine erste Lehrerin. Im 2. Schuljahr konfrontierte sie mich mit dem Wunsch, ich möge doch unbedingt Gitarre lernen, damit sie endlich einen echten Arnsdorfer „Stille Nacht Sänger“ bekäme … und damals begann meine „Stille Nacht-Karriere”. Ich war gerade einmal 7 Jahre alt.

Ottilie Aigner mit prof. Schulz 2011 in Fügen

Ottilie Aigner mit Prof. Schulz 2011 in Fügen

Zuerst erlernte ich das Gitarrenspiel bei meinem späteren Klassenvorstand an der HS Oberndorf Sepp Höfelmaier. Er war ein profunder Kenner der musikalischen Interpretation von Stille Nacht. Der war wirklich gut. Meinen Respekt noch heute!

Keinem anderen Menschen war es damals ein Anliegen, „Stille Nacht“ richtig zu interpretieren. Höfelmaier konnte das. Mitte der 50er Jahre wirkte er bei Filmaufnahmen mit einem Schulchor und auch als Solist mit. Hans Pabinger, ein Arnsdorfer Volkschulabsolvent, auch ein Schüler von Ottilie Aigner, war sein Tenorpartner.

Und er blieb es über Jahre. Pabinger war dann auch gleich einmal mein langjähriger Tenorpartner. Auch für Sonderauftritte wie Filmaufnahmen, etc. wurden wir engagiert. Erinnere mich, Ottilie Aigner war dann auch gleich mit „ihren“ Lichtbringerkindern Filmstar. Murquizca-Film produzierte den 1. Weihnachtsfilm über Arnsdorf und Stille Nacht Mitte der 60er Jahre.

Bis zu meinem erstern Soloauftritt dauerte es noch Jahre. 1961 dürfte das gewesen sein. Mit 14 Jahren. Bei einer der ersten Gedenkfeiern beim Schulhaus zum Heiligen Abend. Mein Gitarrenbeitrag war letztendlich bis vor einigen Jahren ein ungeschriebenes Gesetz. Ottilie war dann, nach dem frühen Tod ihres Gatten, die Säule sämtlichen „Stille-Nacht-Geschehens“.  In erster Linie immer am 24. Dezember in Arnsdorf, zusätzlich auch noch bei der gesanglichen Gestaltung der kirchlichen Andacht.

Natürlich war ich da immer gern an ihrer Seite und unterstützte sie. Wir waren ein Team! Und das war gut so. Bis in den letzten Jahren ihre Kraft immer mehr nachließ und neue Organisatoren das Heft an sich nahmen.

Ottilie war es schließlich, die – nachdem auch das Museum neu adaptiert wurde – jeden Teil des persönlichen Nachlasses von Sepp Aigner – zu sich nahm, soweit es ging. Sepp war ja auch ein weit über die Grenzen hinaus bekannter und beliebter Mundartdichter.

Bauernweihnacht

Eine Episode noch: 1973 begann ich die beiden Aigners so ganz langsam auf neue Aufgaben vorzubereiten. Die Idee einer Bauernweihnacht (Harald Mann mit Kulisse Salzburg) stand plötzlich vor der Tür. Erstmals versuchte ich diese Idee in die Praxis umzusetzen. Und das ging natürlich nicht immer ganz friktionsfrei, aber es ging, die Aigners machten mit. Ihr Part war dann Lesungen, Schulführungen, Vorträge im Museum, Kirchenbesichtigungen, und so weiter. Ein 5 Stunden Programm.

1977 gab es dann erstmals den „Gruber – Mohr – Gang“ von Arnsdorf nach Oberndorf. Auch eine Idee meines Freundes Harald Mann und dem namhaften Verein „Kulisse Salzburg“.  Damaliger Präsident war Univ. Prof. DDr. P. Thomas Michels, Universitätsmitbegründer von Salzburg, ein St. Peterer. Mit so einem Rückgrat traute ich mir schon zu, das auch organisatorisch in die Reihe zu bringen. Und es gelang großartig. Die Aigners immer treu mit dabei.

Zusammen mit der Salzburger Lokalbahn schafften wir dieses Programm speziell als Heilig-Abend-Programm. Zeitlich war es so eingeteilt, dass wir abends nach der Gedenkfeier mit Fakeln zur Stille Nacht Kapelle kamen. Sepp Aigner und ich gingen immer voran. Randbemerkung: Die Oberndorfer, damals unter Bgm. Dr. Raimund Traintinger, meinten, wir müssten unbedingt vor der großen Feier vor der Kapelle ankommen. Das ging einfach nicht. Es war nach der Gedenkfeier in Arnsdorf einfach nicht die Zeit, das zu schaffen. Ausserdem wollten wir Ruhe haben, dann am Schluss vor der Kapelle. Es gelang bedingt. Konsequenz der Oberndorfer, sie drehten uns alles ab: Die vorher installierte Feierbeleuchtung, die Lautsprecher, den Schifferschützen verbot man, dass sie uns noch staffierten. Naja, wir sangen zum Abschluss die bescheidene Fassung des Liedes, ich mit Gitarre und verabschiedeten die meisten Gäste, die äußerst begeistert waren.

Sepp und ich wurden von Feuerwehraktivisten aus Lamprechtshausen nachhause gebracht, während Ottilie schon mit dem Festessen zuhause wartete. Um 18.30 war der öffentliche Heilige Abend vorbei. Für die Gäste ging es anschließend mit dem Zug nach Salzburg. Ja, so war das in den Anfangsjahren. Der Gang war sinnbildlich die Brücke zu Oberndorf, ein Nachvollziehen des Weges, den Mohr und Gruber zueinander gehen mussten, bevor das Lied entstand. Mit etwas gutem Willen wurde es dann mit den Jahren viel besser.

Noch ein Akteur im Stille-Nacht-Geschehen: Prof. Zinnburg war damals ORF-Volkskultur-Redakteur. Er war immer auch im Stille Nacht Geschehen eingebunden. Eines Tages ermunterte er uns, doch darüber nachzudenken in Arnsdorf eine neue Prangerschützen-Gruppe zusammenzustellen. Gesagt getan, Sepp Aigner und ich waren Paten und jeder spendete den ersten Stutzen, die von unserem einheimischen Stutzen-Experten, dem Seppenbauer in Reith, hergestellt wurden.

Und so ging es jährlich frisch fröhlich dahin. Von 1974 bis 1992 (Sepp Aigner verunglückte tödlich) bekamen die Aigners zu Weihnachten immer mehr Arbeit. Die „Bauernweihnacht“ war ein 5-Stunden-Programm. Bei jedem Wetter wanderten wir durch die Landschaft. Auf verschiedenen Höfen gab´s dann Lesungen, Stubenmusik und Gesangsbeiträge. Ottilie Aigner war natürlich auch immer mit dabei mit ihrer Stubenmusik. Die Gästeanzahl betrug in der Regel 40-60 Personen. Das war eine große Herausforderung. Es gab in der Regel bis zu 15 Personen als Mitwirkende. Termine? Jährlich manchmal bis zu 8 mal an 4 Adventwochenenden. Der Aufwand für die Bauern und Organisatoren war beträchtlich. Kaum ein Einheimischer kann sich heute vorstellen, was wir damals rund um die Stille-Nacht-Gedenkstätte Arnsdorf für die zahlreichen Gäste geschaffen haben.

Ja, jetzt, wo Ottilie nicht mehr ist…. Jetzt kommen all diese Erinnerungen wieder hoch. Ich musste sie niederschreiben, weil ich glaube, dass es richtig ist, wenn man sich – als so langer Wegbegleiter an ihrer Seite – an eine wunderschöne Zeit und an einzelne spannende Ereignisse erinnert.

Da Sepp wird si freun, wenn er sie jetzt bei sich hat…. Ja, wenn wir wüssten, was jetzt passiert…. R.i.P. beide.

Gotthard E d e r, Arnsdorf-Oberndorfer Stille Nacht-Solist seit 1961, hat 2 wunderschöne Stille-Nacht CD´s verlegt.
www.stillenacht-cd.at

Siehe auch:
Das Stille-Nacht Museum erstrahlt im neuen Kleid >
Das Stille Nacht Museum Arnsdorf, aus der Sicht der Ausstellungsgestalterin. >
UWL Gotthard F. Eder in Lamprechtshausen – der Gemeindepolitiker >
Traueranzeige OSR Ottilie Aigner >


Tortabbau im Weidmoos

Torfabbau im Weidmoos

Der Torfabbau im Weidmoos war über viele Jahre ein wesentlicher Wirtschaftszweig in Bürmoos, wurde doch Torf als Brennmaterial sowohl für die Glasherstellung als auch später für die Ziegelherstellung gebraucht.

Mit der Bockerlbahn, einer sogenannten Feldbahn war das Weidmoos mit Zehmemoos verbunden. Die Gartenhilfe war der letzte Betrieb, der den Torf nutzte. 

Anbei eine Fotostaffel aus dem Fundus der Familie Waltraud Daniel Krainer.

Tortabbau im Weidmoos

Das Torfwerk in Zehmemoos um 1947

Tortabbau im Weidmoos

Maschineneinsatz im Torffeld 1953

Tortabbau im Weidmoos

Maschineller Torfabbau 1959 – Konstrukteur Ing. Wilhelm Lustig

Tortabbau im Weidmoos

Detailansicht Fräsmaschine 1950

Tortabbau im Weidmoos

Umgebauter Steyr – Traktor

Tortabbau im Weidmoos

Frauen beim Kasteln der Torfwasen

Tortabbau im Weidmoos

Bockerlbahn mit Torfhalde 1959

Tortabbau im Weidmoos

Abfüllanlage für Vollhumondüngemittel

HINWEIS: Über weitere Fotos zu diesem Thema würden wir uns freuen. Kontakt >


Die FDL

Lamprechtshausen: Aus der FPÖ wird die FDL

Die Knittelfelder FPÖ-Versammlung 2002 ging auch an der FPÖ Lamprechtshausen nicht spurlos vorbei, aus der FPÖ wurde die FDL.

Im Oktober 2002 kam ein Postwurf in die Häuser, der die für die Freiheitliche Partei Österreichs dramatische Situation und deren Auswirkung auf Lamprechtshausen zu erklären versuchte. Anfang Juni 2003 war es dann soweit, es kam die neue FDL (Freie Demokraten Lamprechtshausen).

Auszug aus der Aussendung:

FPÖ – ORTSGRUPPE
bzw. FPÖ – Gemeindefraktion LAMPRECHTSHAUSEN

Oktober 2002/ An einen Haushalt/ Postgebühr bar bezahlt.

Cover FDL Gemeindeinfo

Cover 1. FDL Gemeindeinfo

Liebe Lamprechtshausnerinnen und Lamprechtshausner!

Aufgrund der politischen Geschehnisse der letzten Wochen innerhalb unserer Gesinnungsgemeinschaft geben wir nachstehende Erklärung ab:
Wie in den Medien ausführlich berichtet wurde, hat unsere Ortsgruppe heftigst gegen den von Dr. Jörg Ilaider und Mag. Ewald Stadler mit hörigen Delegierten angezettelten Rücktritt unseres in wesentlichen Punkten erfolgreichen Freiheitlichen Regierungsteam mit Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer protestiert. Österreich und unserer Gesinnungsgemeinschaft ist dadurch großer politischer Schaden zugefügt worden. Das ist besonders tragisch, da ja Dr. Jörg Haidcr seit 1986 in Österreich auch sehr viel Positives bewegt hat.

Leider hat auch eine einstimmige Resolution unserer Ortsgruppe ( 17 Anwesende) unter Führung von Martin Mühlfellner an die FPÖ Landesführung wenige Tage vor der „Knittel folder Au0ehnung” nichts mehr bewirkt. Bei der erweiterten Landesparteileitungssitzung am 17. September forderte Vizebgm. Gottfried Schlager in einem weiteren Resolutionsantrag unter anderem den sofortigen Parteiaustritt von Mag. Ewald Stadler.

Weiters reuige Abbitte gutbezahlter Basisscheinfunktionäre, die sich der Revolte gegen unser Regierungsteam angeschlossen haben. Die Resolution mit insgesamt 5 punktuellen Forderungen wurde abgeschmettert. (Wir hoffen, dass der neue Bundesparteiobmann Mathias Reichhold mit viel Kraft und Ausdauer die FPÖ – Gesinnungsgemeinschaft wieder stabilisieren kann).

Auf Grund der großen Verärgerung über die Demontage des eigenen Regierungsteams sind schon einige langjährige hochvcrdiente Mitglieder unserer Ortsgruppe aus der FPÖ ausgetreten.
Durch den bevorstehenden Rücktritt von Martin Mühlfellner, als Ortsgruppenobmann und seiner Stellvertreter Hans Kreiseder, Leopold Promok und Gottfried Stadler werden sich weitreichende Veränderungen der FPÖ – Ortsgruppe Lamprechtshausen ergeben.

Davon nicht betroffen ist die Arbeit in der Gemeindestube. Vizebgm. Gottfried Schlager wird mit seinem Team CR Erich Sippl, GV Hans Kreiseder, GV Martin Mühlfellner und GV Gottfried Stadler mit großen Einsatz weiterhin die Belange in der Gemeindestube für die Lamprechtshausner Bevölkerung (zumindest bis zur nächsten GV-Wahl 2004) wahrnehmen!

Downloads:
Aussendung 2002
1. Gemeindezeitung der FDL – Juli 2003


Stimmzettel GV Wahl 1959

Stimmzettel VP, FP | Lamprechtshausen 1959

„Stimmzettel“ für die Wahl in die Gemeindevertretung von Lamprechtshausen am 25. Oktober 1959.

Kandidatenliste der ÖVP (Österreichische Volkspartei) und der FPÖ ( Freiheitlichen Partei Österreichs).

Kandidatenliste der ÖVP (Österreichische Volkspartei) und der FPÖ ( Freiheitlichen Partei Österreichs).

Kandidatenliste der ÖVP (Österreichische Volkspartei) und der FPÖ ( Freiheitlichen Partei Österreichs).


Andrea Pabinger

Andrea Pabinger | Bürgermeisterin

Andrea Pabinger ist die neue Bürgermeisterin von Lamprechtshausen. Sie hat es bereits im ersten Wahlgang geschafft, über 50% der Stimmen zu gewinnen.

Die Dorfzeitung gratuliert ganz herzlich!

Das Ergebnis im Detail:
Andrea Pabingwer VP: 50,8 Prozent
Marina Kaltenegger FDL: 39,5 Prozent
Sonja Widmann SP: knapp 9,3 Prozent
Wahlbeteiligung: 71,8 Prozent (rund 3.000 Wahlberechtigte)


Der Fragebogen zur Wahl

Die Antworten der Bürgermeisterkandidatinnen zur Kulturpolitik

Herzlichen Dank an Marina Kaltenegger von der FDL, sie hat als einzige Bürgermeisterkandidatin den Fragebogen, der vor einer Woche in der Dorfzeitung publiziert wurde, beantwortet und fristgerecht zurückgeschickt.

Bemerkenswert ist es schon, wenn es die beiden anderen Kandidatinnen nicht für notwendig erachten, zur Kulturpolitik in der Gemeinde Lamprechtshausen Stellung zu beziehen. Das ließe jetzt für viele Spekulationen Raum.

Die Antworten von Marina Kaltenegger:

1. Es gab früher einmal den Budgetposten Kultur und Kultus.Marina Kaltenegger

Wieviel Geld darf die örtliche Kulturförderung im Jahr ausmachen (in Prozent vom ordentlichen Haushalt und von wieviel Geld spricht man da)?
Wer verteilt die Fördermittel nach welchen Kriterien?
Es gibt keine prozentuelle Festlegung. Erster Ansprechpartner für die Verteilung der Fördermittel ist der Bürgermeister. Bei der Erstellung des Jahresvoranschlages für das Folgejahr werden umzusetzende Maßnahmen und eingelangte Anträge im Gemeinderat behandelt und bei mehrheitlicher Zustimmung und vorhandener Budgetmittel von der Gemeindevertretung beschlossen.

Unter der Budget-Sammelbezeichnung: KUNST, KULTUR und KULTUS sind im ordentlichen Gemeindehaushalt (OH) für 2017 auf insgesamt 3 ½ A4-Seiten die gesamten Ausgaben detailliert aufgelistet.
Die Gesamtsumme des Jahresvoranschlages 2017 dieses Budgetpostens beträgt 294.000,–, das sind 3,66% der gesamten Budgetsumme des ordentlichen Haushaltes.
Die größeren Ausgabenposten sind u. a.:
€ 60.000,– für die anteilige Mitfinanzierung des Musikums
€ 50.000,– Rücklagenzuführung für die Sanierung der Wallfahrtskirche in Arnsdorf
€ 8.300,– für das Stille Nacht Museum in Arnsdorf
€ 10.500,– für Kulturprojekte (Salz-Art, etc.)

Unter dem Budgethauptposten UNTERRICHT, ERZIEHUNG SPORT UND WISSENSCHAFT sind die Ausgaben für das örtliche Bildungswerk mit € 9.000,– angesetzt.

2. Kunst im öffentlichen Raum

Im Dorf (Zentrum und Weidmoos) werden zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum präsentiert. Viele der Plastiken waren plötzlich da und es weiß eigentlich niemand so richtig, wie es zu diesen Dauerausstellungen gekommen ist. Normalerweise werden derartige Kunstprojekte medienwirksam vorgestellt. Da aber der öffentliche Raum ja auch quasi mein erweitertes Wohnzimmer ist, möchte ich schon wissen, was da so alles geplant ist.

Wer kuratiert die Ausstellungen der Plastiken?
Wurden die zur Zeit ausgestellten Plastiken von der Gemeinde angekauft oder gibt es Mietverträge mit den Künstlern?
Sind die ausgestellten Plastiken Dauerleihgaben und können jederzeit von den Künstlern entfernt werden (öffentliche Verkaufsstelle)?
Werden auch einmal andere Künstler die Möglichkeit erhalten, ihre Plastiken im Dorf zu präsentieren?
Ist ein erklärender Prospekt zu den Plastiken geplant?
Wie stehen Sie zum Juliputsch 1934 Denkmal visavis vom Dorfbrunnen?

Die Gemeinde hat sich meines Wissens immer bemüht, dass ortsansässige Kulturschaffende eine entsprechende Plattform bekommen. Die Abhaltung von Ausstellungspräsentationen werden in der Regel mit dem Bürgermeister und dem Gemeindeamt abgesprochen. Nach meiner Kenntnis erfolgt für die Inanspruchnahme der öffentlichen Ausstellungsräumlichkeiten keine Kostenverrechnung.
Von der Gemeindevertretung wurden Budgetmittel für den Ankauf einiger Skulpturen im Weidmoos beschlossen. Wie lange die Skulpturen noch ausgestellt sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Zum Juliputsch 1934 – Denkmal visavis vom Dorfbrunnen verweise ich auf eine kürzlich angebrachte Gedenktafel mit folgendem Text:
„1934 Juli-Putsch. Vergessen trennt. Erinnern verbindet. Zeit ist Leben und Verantwortung. Menschenwürde bestimme die Zeit.“
Der Text wurde von den Verantwortlichen bewusst interpretationsoffen gestaltet. In einer Gemeindevertretungssitzung habe ich für die Anbringung dieser Gedenktafel gestimmt.

3. Veranstaltungsraum

Lamprechtshausen hat zur Zeit knapp 4000 Einwohner und keinen größeren Veranstaltungsraum. Es fehlt auch ein Raum für etwa 50-100 Personen.

Ist ein Neubau eines Veranstaltungsraumes (groß und klein) geplant?
Wann?
Wo?

Über die Dringlichkeit der Errichtung einer Mehrzweckhalle für den Schul- und Veranstaltungsbereich nördlich der Neuen Musik-Mittelschule sind sich alle drei Gemeindefraktionen einig.
Als passender Standort bietet sich ein Grundareal nördlich der Neuen Musikmittelschule an. Die Gemeinde und die GSWB besitzen hier nebeneinanderliegende Grundstücke. Eine gemeinsame noch zu installierende Steuerungsgruppe soll mit Einbeziehung der Schulen und maßgebender Vereine in absehbarer Zeit entsprechende Rohplanungen erstellen.
Für kleinere Veranstaltungen eignet sich der Benediktussaal der Gemeinde (ca. 100 Personen). Zur Zeit erweitert außerdem die ortsansässige Metzgerei Stadler ihre Räumlichkeiten und bietet sodann Platz für ca. 80 Personen.

4. Stille Nacht Museum und Volksschule Arnsdorf

Das Stille Nacht Museum wurde in den letzten Jahren modernisiert und zeitgemäß gestaltet. Leider ist es halt nur ein Museumsstockwerk, weil in dem Gebäude auch die älteste Volkschule Österreichs, in der heute noch unterrichtet wird, untergebracht ist. Fakt ist, dass die Arnsdorfer Kinder, 10-15 an der Zahl, in den Kindergarten nach Lamprechtshausen gefahren werden, die VS in Arnsdorf besuchen und dann wieder in die Neue Musik Mittelschule nach Lamprechtshausen kommen. Der scheidende Bürgermeister war ein Arnsdorfer, da war die Schulschließung natürlich kein Thema. Trotzdem, würde man die Schule schließen, könnte aus dem Museumsstockwerk ein richtiges Museum entstehen und die Kinder wären in der modernen, großen Volksschule in Lamprechtshausen wahrscheinlich auch sehr gut aufgehoben.

Braucht Arnsdorf eine eigene Volksschule?
Wenn ja, warum?

Nach angeregten Diskussionen und Abwägung aller Pro- und Kontraargumente hat sich die Gemeindevertretung letztlich für den Erhalt dieser geschichtsträchtigen Kleinschule entschieden. Bei einer im Jahr 2014 mit dem Land Salzburg stattgefundenen Besprechung hat sich auch LH Dr. Wilfried Haslauer für die Beibehaltung des Schulbetriebes in Arnsdorf ausgesprochen.
Heuer wurden in Arnsdorf 12 Kinder eingeschult. Insgesamt besuchen in diesem Schuljahr 36 Kinder die Volksschule in Arnsdorf.
Da die Volksschule in Lamprechtshausen für 8 Klassen ausgebaut wurde und in manchen Klassen bereits mehr als 20 Kinder sind, hat die Volksschule in Arnsdorf gerade aus Platz- und pädagogischen Gründen aus meiner Sicht sicherlich ihre Berechtigung. Ein Mehrwert für die Bevölkerung in Arnsdorf ist in jedem Fall gegeben, die Schule ergänzt und bereichert das Dorfleben enorm. Eine „lebendige“ Nutzung dieses geschichtsträchtigen Gebäudes ist für mich sehr wichtig.

5. Gemeindearchiv und Gemeindechronik

Lamprechtshausen hat eine bewegte Geschichte. Ein öffentlich zugängiges Gemeindearchiv und Dokumentationszentrum gibt es nicht. Noch sind im Dorf viele Dokumente vorhanden, die so nach und nach verschwinden. Manche Ereignisse der jüngeren Vergangenheit sind bis heute nicht wirklich aufgearbeitet. Es war einmal von einer, von einem Historiker verfassten Gemeindechronik die Rede. Die Produktionskosten wurden sogar im Gemeindebudget berücksichtigt.

Ist ein öffentliches Gemeindearchiv geplant?
Ist eine, von der Gemeinde herausgegebene Gemeindechronik geplant?
Wenn ja, in welchem Zeitrahmen?

Vor vielen Jahren hat die Gemeinde Dr. Markus Haider mit der Erstellung einer Ortschronik beauftragt. Aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen des Ortschronisten gibt es leider noch kein Gesamtwerk. Die Gemeinde ist hierbei gefordert, ein neues Umsetzungskonzept mit Einbindung von interessierten Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürgern zu erstellen. Ganz besonders wichtig erscheint mir, dass weitgehend alle geschichtsträchtigen „Schätze“ unserer Heimatgemeinde in der Ortschronik ihren “Platz“ finden.

Landwirtschaft

Lamprechtshausen hat eine lange Tradition als Agrargemeinde, es gab sogar einmal 4 Käsereien im Dorf. Die Rinderhaltung war immer schon ein wichtiges Standbein für die heimischen Bauern.

Wohin entwickelt sich die heimische Landwirtschaft?
Wie viele Bauern haben in den letzten 10 Jahren aufgehört und wie viele gibt es noch?
Was wird gemeindeseitig zur Unterstützung der heimischen Bauern unternommen?
Ist der Tierschutz in den heimischen Ställen ausreichend?
Soll Glyphosat verboten werden?

Nur wenn es gesellschaftlich gelingt, die ausgezeichneten Qualitätsprodukte unserer Landwirte entsprechend von internationalen Massenprodukten zu unterscheiden, wird unsere heimische Landwirtschaft großteils auch künftig bestehen können.
Unterstützend für die heimische Landwirtschaft könnte auch die Abhaltung eines regelmäßigen Bauernmarktes in unserer Gemeinde sein.
Auch bei Umwidmungen zu Bauland in der Nähe von Landwirten ist auf deren Bedürfnisse und Anforderungen zu achten.
Gefördert und unterstützt werden sollen auch gemeinschaftliche Infrastrukturmaßnahmen z.B. im Rahmen des landwirtschaftlichen Wegebaus, wenn diese Wege auch von Spaziergehern und Radfahrern genutzt werden.
Ich bin der Meinung, dass in unserer klein- und mittelstrukturierten Landwirtschaft der Tierschutz sehr gut wahrgenommen wird.
Die Anwendung des sehr umstrittenen Glyphosat soll verboten werden.

Zukunft

Wie viele Einwohner hat Lamprechtshausen schätzungsweise nach Ihrer ersten Periode als Bürgermeisterin, also in 5 Jahren?

Die nächste periodische Bürgermeister- und Gemeindevertretungswahl findet im März 2019, also in 1 ½ Jahren statt.
Ich trete für ein moderates und geregeltes Wachstum unserer Gemeinde ein, sodass wir in 5 Jahren in etwa einen Zuwachs von 150 Einwohnern haben werden. Die konkreten Zielsetzungen erfolgen von der Gemeindevertretung im Zuge der Erarbeitung eines neuen räumlichen Entwicklungskonzeptes.


Bürgermeisterinnen

Fragen an die 3 Bürgermeisterkandidatinnen in Lamprechtshausen

Lokalpolitik ist Politik an der vordersten Front, die KanidatInnen kennen ihre WählerInnen und pflegen auch den direkten, persönlichen Kontakt  zu ihnen.

Nach jeder Entscheidung kann man den oder die direkt Betroffenen im Dorf treffen und muss zum Abstimmungsverhalten Stellung beziehen. Politisches Geschwafel hilft da nicht wirklich weiter.

Erstmals kandidieren in der Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen am 24. September 3 Frauen für das Bürgermeisteramt. Der nächste Bürgermeister wird also eine Bürgermeisterin. Es wird spannend werden: Sind Frauen in ihren Entscheidungen flexibler und offener für Neues? 

Jetzt, knapp vor der Wahl sind die Hausbesuche der Kandidatinnen angesagt. Die Charmeoffensive soll in bewährter Weise Wählerstimmen bringen. Um nicht alles vorort besprechen zu müssen, haben wir einige Fragen zusammengefasst.

Die Antworten stellen wir noch rechtzeitig vor der Wahl auf der Dorfzeitung online. Die Fragen wurden via Email an die Bürgermeisterkandidatinnen geschickt und sollten bis zum 17. September 2017 beantwortet an die Redaktion zurückkommen.

Kultur im Dorf

1. Es gab früher einmal den Budgetposten Kultur und Kultus.

Wieviel Geld darf die örtliche Kulturförderung im Jahr ausmachen (in Prozent vom ordentlichen Haushalt und von wielviel Geld spricht man da)?
Wer verteilt die Fördermittel nach welchen Kriterien?

2. Kunst im öffentlichen Raum
Im Dorf (Zentrum und Weidmoos) werden zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum präsentiert. Viele der Plastiken waren plötzlich da und es weiß eigentlich niemand so richtig, wie es zu diesen Dauerausstellungen gekommen ist. Normalerweise werden derartige Kunstprojekte medienwirksam vorgestellt. Da aber der öffentliche Raum ja auch quasi mein erweitertes Wohnzimmer ist, möchte ich schon wissen, was da so alles geplant ist.

Wer kuratiert die Ausstellungen der Plastiken?
Wurden die zurzeit ausgestellten Plastiken von der Gemeinde angekauft oder gibt es Mietverträge mit den Künstlern?
Sind die ausgestellten Plastiken Dauerleihgaben und können jederzeit von den Künstlern entfernt werden (öffentliche Verkaufsstelle)?
Werden auch einmal andere Künstler die Möglichkeit erhalten, ihre Plastiken im Dorf zu präsentieren?
Ist ein erklärender Prospekt zu den Plastiken geplant?
Wie stehen Sie zum Juliputsch 1934 Denkmal visavis vom Dorfbrunnen?

3. Veranstaltungsraum
Lamprechtshausen hat zurzeit knapp 4000 Einwohner und keinen größeren Veranstaltungsraum. Es fehlt auch ein Raum für etwa 50-100 Menschen.

Ist ein Neubau eines Veranstaltungsraumes (groß und klein) geplant?
Wann?
Wo?

4. Stille Nacht Museum und Volksschule Arnsdorf
Das Stille Nacht Museum wurde in den letzten Jahren modernisiert und zeitgemäß gestaltet. Leider ist es halt nur ein Museumsstockwerk, weil in dem Gebäude auch die älteste Volkschule Österreichs, in der heute noch unterrichtet wird, untergebracht ist. Fakt ist, dass die Arnsdorfer Kinder, 10-15 an der Zahl, in den Kindergarten nach Lamprechtshausen gefahren werden, die VS in Arnsdorf besuchen und dann wieder in die Neue Musik Mittelschule nach Lamprechtshausen kommen. Der scheidende Bürgermeister war ein Arnsdorfer, da war die Schulschließung natürlich kein Thema. Trotzdem, würde man die Schule schließen, könnte aus dem Museumsstockwerk ein richtiges Museum entstehen und die Kinder wären in der modernen, großen Volksschule in Lamprechtshausen wahrscheinlich auch sehr gut aufgehoben.

Braucht Arnsdorf eine eigene Volksschule?
Wenn ja, warum?

5. Gemeindearchiv und Gemeindechronik
Lamprechtshausen hat eine bewegte Geschichte. Ein öffenlich zugängiges Gemeindearchiv und Dokumentationszentrum gibt es nicht. Noch sind im Dorf viele Dokumente vorhanden, die so nach und nach verschwinden. Manche Ereignisse der jüngeren Vergangenheit sind bis heute nicht wirklich aufgearbeitet. Es war einmal von einer, von einem Historiker verfassten Gemeindechronik die Rede. Die Produktionskosten wurden sogar im Gemeindebudget berücksichtigt.

Ist ein öffentliches Gemeindearchiv geplant?
Ist eine, von der Gemeinde herausgegebene Gemeindechronik geplant?
Wenn ja, in welchem Zeitrahmen?

Landwirtschaft

Lamprechtshausen hat eine lange Tradition als Agrargemeinde, es gab sogar einmal 4 Käsereien im Dorf.  Die Rinderhaltung war immer schon ein wichtiges Standbein für die heimischen Bauern.

Wohin entwickelt sich die heimische Landwirtschaft?
Wieviele Bauern haben in den letzten 10 Jahren aufgehört und wieviele gibt es noch?

Was wird gemeindeseitig zur Unterstützung der heimischen Bauern unternommen?
Ist der Tierschutz in den heimischen Ställen ausreichend?
Soll Glyphosat verboten werden?

Zukunft

Wieviele Einwohner hat Lamprechtshausen schätzungsweise nach Ihrer ersten Periode als Bürgermeisterin, also in 5 Jahren?

 

Weitere Info:
Bürgermeister- und Gemeindevertretungswahl 7. März 1999 >