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Libertango Kleinkunstbühne Laufen

Am 21. 11. 2019 gastierte die bekannte Salzburger Formation in der sehr gut besuchten Kleinkunstbühne der Stadt Laufen/ Oberbayern.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Die 4 Musiker konnten das Publikum von der ersten Minute an mit ihren lateinamerikanischen Rhythmen begeistern. Der virtuose Umgang mit den Instrumenten überzeugte ebenso wie die gesanglichen Darbietungen.

Für mich ist es immer wieder faszinierend, wie schnell gesungen und gespielt werden kann, ohne an Qualität zu verlieren! Neben dem akustischen Genuss ist es eine Freude zuzuschauen, mit welcher Geschwindigkeit die Finger über die Instrumente fliegen. Gespielt wurden Standards und zahlreiche Eigenkompositionen. Welcher Stadtteil von Salzburg für das Stück “L-Town” nun wirklich Pate stand, wurde nicht gesagt, ist es Lehen oder Liefering?

Nach zwei Zugaben (Tango negro, Adoracion) ging das Konzert unter großem Beifall zu Ende.

Die Musiker: Sabine Linecker – Kontrabass und Gesang, Sigrid Gerlach > – Akkordeon und Gesang, Michael Brandl – Gitarre, Geri Sauberer – Schlagzeug

Sigrid Gerlach in der Dorfzeitung >


Literatur im Caef Mozart

Unter dem Motto: “Der alte Sünder kennt sich aus …” präsentierte am 26. April der bekannte Salzburger Volksschauspieler Werner Friedl Texte und Lieder von Erich Meder. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Sigrid Gerlach am Akkordeon.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Claudia Karner hatte die gut besuchte Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Literatur im Cáfe Mozart” organisiert. Friedl sang Wienerlieder und las aus einen jüngst erschienen Buch über Erich Meder. Die Musik stammte zumeist von Hans Lang.

Einige der bekannteren Lieder waren: “Bitt sie Herr Friseur”, “Hallo Dienstmann”, “Den Wurschtl kann keiner daschlagn”, “So ein Regenwurm hats gut”, “Bei Hrdlitschka ist Hausmusik”, …


Dorfzeitung.com


Georg Clementi und Harald Martenstein

Mit seinen Zeitliedern ist Georg Clementi bekannt geworden. Der Name Zeitlieder leitet sich von der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT ab, deren Kolumnen ihm regelmäßig Ideen für neue Lieder liefern.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger 

Einer der von Clementi gern gelesenen Kolumnisten ist Harald Martensein, der als genauer Beobachter in seinen Texten den sensiblen Nerv der Mitmenschen trifft. Er seziert die Schwächen der Gesellschaft provokant und ironisch, wird aber nie anklagend dabei. 

Im Seekirchener emailWERK stellte Georg Clementi am 3. Februar sowohl seine dritte Zeitlieder CD als auch Lieder aus den ersten beiden CD´s vor . Musikalisch begleitet wurde er von Sigrid Gerlach > am Akkordeon und Ossy Pardeller an der Gitarre. Harald Martenstein las eine Auswahl von Texten, aus denen Zeitlieder entstanden und auch solche, die inhaltsmäßig dazu passten.

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Die Idee von Clementi: „Die Welt mit kritischen Augen anzuschauen, zu sehen, wie sie ist und trotzdem zu lachen“ konnte überzeugen. Der erste gemeinsame Auftritt von Martenstein und Clementi wurde von den  Besuchern im ausverkauften emailWERK mit einem begeisterten Applaus belohnt!

Weiterführende Infos:
Zeitlieder >
Georg Clementi >
Dorfzeitung: Zeitlieder 2


Am 18. Septemer 2014 stellte der in Salzburg lebende Chansonnier Georg Clementi in der Kunstbox Seekirchen seine zweite Zeitlieder CD vor.

ktraintinger

Von Karl Traintinger

Ideengeber war bei vielen der Texte seine Lieblingszeitung DIE ZEIT, wobei er bei der Auswahl der erzählten Geschichten den empfindlichen Nerv der Jetztzeit (Lied eines ungeborenen Mädchens) punktgenau trifft.

Clementi spricht Themen an, die unangenehm berühren und verpackt sie in Musik, die unter die Haut geht. Seine kongenialen Partner, Sigrid Gerlach-Waltenberger > (Akkordeon) und Tom Reif (Gitarre) tun das ihre dazu.

Alle Fotos: Karl Traintinger
Alle Fotos: Karl Traintinger

Es war ein beeindruckender Abend in Seekirchen mit perfekt dargebotener Musik, die oft ein Kribbeln auf der Haut verursacht und ans Herz geht.

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Es ist Musik zum Zuhören, einfaches Berieseln geht gar nicht. Es ist Musik wie ich sie mag. Freunde deutscher Chansons werden begeistert sein!

Weiterführende Infos:
Zeitlieder>
Georg Clementi>

Konzerthinweis:
Wer die Premiere in Seekirchen versäumt hat: Zeitlieder 2 gibt es am 14. November im Kleinen Theater in Salzburg zu hören.


Schmähtandler

Seit 2010 begeistern die Schmähtandler, die Schauspielerin Elisabeth Nelhiebel und die Akkordeonistin Sigrid Gerlach-Waltenberger, mit ihren schwarzhumorigen Liedern das Publikum.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Nach ihrem Erfolgsprogramm „Wien, Weib und Gesang“ laden die beiden erneut zu einem „schaurig-beschaulichen Abend zwischen Tod, Verwesung, Liebe und Sex“ und wünschen „Prost, Mahlzeit“.

Elisabeth Nelhiebel und Sigrid Gerlach-Waltenberger > machen es sich nicht leicht. Die Bühne ist schwarz, fast leer, bis auf zwei Sessel und zwei dezent versteckte Weingläser. Sie blicken amüsiert und leicht lasziv ins Publikum, bevor sie beginnen, das bekannten Lied „Wien, Wien, nur du allein“  in „Weib, Weib, nur du allein“ abzuändern. Dann führen sie uns in die Abgründe des Wienerliedes mit seinen vielen Facetten.

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Der Humor ist direkt, derb und deftig, dann wieder melancholisch, Wiener Schmäh eben, boshaft und immer etwas „grantelnd“.

Elisabeth Nelhiebel interpretiert die bekannten Rainhard-Fendrich-Lieder „Weus’d a Herz hast wia a Bergwerk“ und „Macho Macho“ völlig neu. Auch Wolfgang Ambros’ Klassiker „Da Hofa“ und „Die Blume aus dem Gemeindebau“ sind kaum wiederzuerkennen, so frisch und frech hat man die noch nie gehört. Gerhard Rühm liefert mit „Du hast mich heute ausgelacht“ einen bitterbösen Text, „Mein Steckenpferd“ hingegen ist seine eigenwillige Lobeshymne auf die Brüste.

brüste sind mein steckenpferd
brüste rosig, brüste welk
brüste sind mein steckenpferd
brüste grade und verkehrt
weiss der teufel was ich will
brüste hüpfend, brüste still
weiss der teufel was ich will
brüste sind mir weg und ziel…

Die Schmähtandler – warum eigentlich nicht Schmähtandlerinnen? – haben bei der Präsentation ihres neuen Programmes am 13.1. 2013 im Kleinen Theater das Publikum restlos begeistert. Der etwas andere Wiener-Lied-Abend unterhält mit Wiener Humor und Schmäh und einer äußerst geschickt zusammengestellten Auswahl an Liedern und Texten, die von Pirron und Knapps „Im Tröpferlbad“ bis zu Georg Danzers „Strandbrunzer Tango“ reicht. Absolut empfehlenswert!


Schmähtandler

Mit Elisabeth Nelhiebel und Sigrid Gerlach-Waltenberger. Eine leere Bühne, zwei Frauen, ein Akkordeon und das Wienerlied. Das sind die einzigen Ingredienzien für einen perfekten schaurig- heiteren Abend.

Sonja Schiff

Von Sonja Schiff

Die Reise beginnt im berühmten Wiener Prater. Es begrüßt uns ein Ringlgschbüübsizza, der sich auf den abendlichen Weg macht, erneut seiner Vorliebe nachzugehen, junge Frauen zu erlegen. Die weitere Reise führt uns von Totschlag, Wasserleichen und sexuellen Obsessionen über einen zum Freund werdenden Stein, goldener Tinte und Engerl bis zum berühmten Ratz im Kanäu, dem Tod und Krüppeln am Zentralfriedhof.

Was nach klassischem Wienerlied-Abend mit morbidem Charme klang, entpuppte sich als lustvolle Erweiterung des Begriffs „Wienerlied“. Neben Klassikern wie „Ana hot imma des Bummal“ und einer beinah rockig anmutenden Version von „In da Kellagossn“ fand man sich plötzlich auch inmitten von Falcos „Jeanny“ und „Amadeus“ oder auch dem Wolferl Ambros -Song „Am Zentralfriedhof“. Erfrischend aktuell! Überraschend auch der Moment an dem Elisabeth Nelhiebel stimmgewaltig als Frau Texte singt, die von männlichen Obsessionen berichten. Da führt das Lied eines Mannes, der protzig seine Geilheit darstellen will und von Huren, Fut und Oasch singt zu geschlechtsübergreifender Erheiterung. Der wienerische Schmähtandler ist entlarvt.

Sigrid Gerlach-Waltenberger beeindruckt am Akkordeon mit Virtuosität, aber auch mit Zurückhaltung. Sie überlässt die Bühne voll und ganz der Schauspielerin und Sängerin Elisabeth Nelhiebel. Und die erobert sich diese leere Bühne mit Facettenreichtum und Stimme.
Prädikat: Sehr empfehlenswert.

Sigrid Gerlach-Waltenberger, geboren in Halle an der Saale, studierte an der Musikhochschule „Franz List“ in Weimar und am Orff-Institut des Mozarteums in Salzburg Musik. Für das Salzburger Landestheater und das Schauspielhaus Salzburg ist sie immer wieder als Bühnenmusikerin tätig und arbeitete mit dem Mozarteum-Orchester zusammen. Die Musikgruppen Libertango, das Salzburger Schrammelquartett, Corazon al Sur und das Lebeau-Trio, die Theatergruppen ARTISCHOCKEN, Theater Laetitia, Theater YBY und das Salzburger Figurentheater, sowie seit 2002 die Hernán Toledo Dance Company (Wien) gehören zu ihren Betätigungsfeldern.

Im Herbst 2007 lernte sie bei den Probenarbeiten zu Nestroys „Der Talisman“ die Schauspielerin Elisabeth Nelhiebel kennen, die in der Inszenierung von Beverly Blankenship die Salome Pockerl spielte und schon da zusammen mit der Akkordeonistin sängerische, schauspielerische und freundschaftliche Bande schmiedete.

Elisabeth Nelhiebel, gebürtige Wienerin, lebt seit 2004 in Salzburg. Sie war bis 2009 in mindestens 22 Produktionen am Salzburger Landestheater zu sehen, unter anderem als Viola in „Was Ihr wollt“, als Eve in „Der zerbrochne Krug“, als Schnitzlers „Fräulein Else“ und als Anne Frank. Jetzt ist sie freie Schauspielerin und spielt in Wilhelmshaven und in Salzburg,
Quelle: Event Information, Kleines Theater Salzburg. Foto: Kleines Theater


Dorfzeitung.com


Die liebenswürdige, etwas naive Tante Martha sollte eigentlich schon längst im Himmel sein. Doch immer wieder schafft sie es, Petrus davon zu überzeugen, dass sie noch irgendwo gebraucht werde oder noch irgendetwas zu erledigen hätte.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Nachdem die angekündigten „Greyhair Swingers“ verhindert sind, springt sie nur allzu gerne ein und gestaltet mit Sigrid Gerlach-Waltenberger > am Akkordeon einen etwas anderen Liederabend.

Nun steht Tante Martha auf der Bühne, im altmodischen, aber sehr schicken Kleid, mit Hütchen, Perlenkette, Pelzstola, weißen Netzhandschuhen und natürlichen ihrem Handtäschchen. Zuerst versucht sie etwas zaghaft, aus ihrem Gedichtband vorzulesen. Doch die sehnsuchtsvolle Akkordeonmusik lässt sie mutiger werden. So erklingen bald schon die bekanntesten Melodien der 20er bis 40er Jahren, doch auf eine ganz besonderes Art interpretiert: eben schlicksbierig.

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Immer wieder wird Tante Martha ermuntert, doch aus ihrem bewegten Leben zu erzählen. So begegnen wir auch wieder ihrer großen Liebe, Alfons, dem Platten-Aufleger, in einem Tanzcafe. Aus einem Koffer wird nun eine Puppenbühne gezaubert, in Windeseile das Tanzcafe aufgestellt, hier kann die kleine Martha tanzen und mit Alfons flirten. Auch von ihrem Besuch im Sekretärinnenseminar gibt es so einiges zu berichten, von Clara, der Herben, und von Elisabeth, der Süßen. Dazu gibt es natürlich den Evergreen: „Wenn die Elisabeth, nicht so schöne Beine hätt….“

Nach der Pause dürfen wir dem Wunschkonzert „Musik fürs Herz“ beiwohnen, welches direkt vom ORF übertragen wird. Für die Lösung eines Musikrätsels wird sogar ein Gewinn in Aussicht gestellt: ein Fläschchen von Tante Marthas berühmten Eierlikör. Scheinbar hat sich aber Tante Martha zu viel zugemutet, schließlich zieht sie sich hinter einen Paravent zurück und macht unüberhörbar ein kleines Nickerchen. In der Zwischenzeit unterhält Sigrid Gerlach-Waltenberger das Publikum mit wunderschönen Melodien auf ihrem Akkordeon. Doch das ist nicht das Ende der Show, es warten noch einige Überraschungen auf das Publikum.

Susanna Andreini hat sich mit ihrer Kunstfigur Martha Schlicksbier in die Herzen der Zuseher gespielt. In unserer lauten, schnelllebigen Zeit bietet so ein Liederabend nicht nur Kleinkunst vom Feinsten sondern ist auch Balsam für die Seele. Wer feinsinnigen, etwas schrägen Humor liebt, wird diesen Abend genießen.

„MARTHAs SCHLICKSBIERiger Abend mit Lied“ – Regie: Walter Anichhofer / Akkordeon: Sigrid Gerlach-Waltenberger / Puppenspiel: Martha Schlicksbier / Konzept und Spiel: Susanna Andreini / Musikcoaching: Catarina Lybeck / Bühnenbau: Harald Schöllbauer / Fotos: Salzburger Figurentheater / Weitere Vorstellungen im Kleinen Theater: 3. und 4. Dezember, jeweils um 20 Uhr im Kleinen Theater



Die Eltern haben Probleme mit ihren Kindern, die nach einer durchzechten Nacht ziemlich mitgenommen auf einer überdimensionalen Bierflasche der Marke „Lumpazi-Bräu“ hängen. Lumpazivagabundus, die Beherrscherin des lustigen Elends und Protektorin der Bösen, triumphiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Es kommt zu einer Wette zwischen der Glücksfee „Fortuna“ und der Liebesfee „Amorosa“. Wenn es Fortuna nicht gelingt, zwei von drei irdischen, besonders liederlichen Burschen durch einen Lotteriegewinn zu einem tugendhaften Leben zu bekehren, so dürfen Hilaris und Brillantin heiraten, obwohl ihre Eltern dagegen sind. Die Bewohner des Feenreiches wollen dieses Experiment verfolgen und begeben sich dazu auf die Erde.

Foto: Salzburger Landestheater

Vor dem Kiosk „Zum letzten Tropfen“ finden sich nach und nach drei Burschen ein, denen das Glück in letzter Zeit nicht gerade hold war: Leim ein Tischlergeselle aus Südtirol, der unter schwerem Liebeskummer leidet; Zwirn ein armer Schneidergeselle und Gigolo aus Wien; Knieriem ein Schustergeselle aus Bayern, der ständig betrunken ist und dann leicht in Schwierigkeiten gerät.

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Das große Glück erscheint ihnen ihm Schlaf: 7359 lautet die richtige Losnummer. Freudestrahlend kassieren sie den Gewinn, um sich mit dem vielen Geld ihre Herzenswünsche zu erfüllen: Für Leim ist es seine geliebte Peppi, für Zwirn sind es möglichst viele Frauen und Knieriem will von Bier auf Wein umsatteln. In einem Jahr am „Gedächtnistag ihres Glücks“ wollen sie sich in Wien wieder sehen.

Foto: Salzburger Landestheater

Die Regisseurin Beverly Blankenship, die das Salzburger Publikum bereits mit dem „Talisman“ (2007) begeisterte, liebt an Nestroy seine zeitlose Menschenbeobachtung, seine geniale Sprache und seinen schrägen Humor. Auch diesmal gelingt es ihr wieder, Nestroy zwar sehr modern, aber doch nicht gänzlich verfremdet, auf die Bühne zu bringen.

Mit Georg Clementi als Leim, Sascha Oskar Weis als Zwirn und Fritz Egger als Knieriem stehen wirklich drei verwegene, lockere und liederliche Gesellen auf der Bühne, die sich wunderbar ergänzen und ihre Rollen sichtlich genießen. Während der liebeskranke Leim ständig um seine Peppi weint, sieht Zwirn in jeder Frau ein potentielles Opfer seiner Verführungskunst. Knieriem ist da etwas bodenständiger, ein Schnaps reicht und sein Glück ist vollkommen.

Foto: Salzburger Landestheater

Die Bewohner des Feenreiches, eigentlich sind es ja lauter Elfen mit ihren riesigen Ohren, sind futuristisch ganz in weiß gekleidet (Kostüme: Susanne Hubrich), das macht es leichter, sie wieder zuerkennen, wenn sie auf Erden herumschwirren, um das liederliche Kleeblatt zu beobachten. Sie verstecken sich nicht nur in Iglu-Zelten und unter Lampenschirmen, sondern auch unter dem riesigen roten Sofa des Tischlers Hobelmann in Wien (Bühne: John Lloyd Davies).

Foto: Salzburger Landestheater

Der Schriftsteller und Kabarettist Werner Schneyder hat sich der Couplets angenommen. Das bekannteste ist wohl das Kometenlied mit dem Refrain: „Die Welt steht auf kan Fall mehr lang, lang, lang…“ und bietet sich geradezu an für Reflexionen über die österreichische Innenpolitik. Andere Gesangseinlagen bedienen sich bei deutschen Schlagern, Operetten und auch Opern. Sigrid Gerlach-Waltenberger > steht als entzückende kleine Elfe auf der Bühne und begleitet auf ihrer Ziehharmonika die musikalischen Einlagen.

Foto: Salzburger Landestheater

Das gesamte Ensemble war in dieser Inszenierung schwer beschäftigt, hatte es doch immer wieder die verschiedensten Rollen zu übernehmen. Es gab viel Applaus für die liederlichen Gesellen, die Bewohner der Feenwelt sowie das Leading Team. Eine Inszenierung, die sicherlich auch junges Publikum für Nestroy begeistern kann. Die Moral von der Geschichte: Das lustige Elend ist stärker als die Liebe, als das Glück, als das Schicksal, als die Zwänge der Arbeitswelt, es sollte man sich jedoch nicht zu Herzen nehmen.

„Der böse Geist des Lumpazivagabundus“ von Johann Nestroy / Inszenierung: Beverly Blankenship / Bühnenbild: John Lloyd Davies / Kostüme: Susanne Hubrich / Musik: Sigrid Gerlach-Waltenberger / Couplets: Werner Schneyder / Dramaturgie: Bettina Oberender/Felix Breyer / Mit: Georg Clementi, Sascha Oskar Weis, Fritz Egger, Werner Friedl, Gerhard Peilstein, Ulrike Walther, Christina Einbock, Britta Bayer, Susanna Szameit, Tim Oberließen, Matthias Hungerbühler, Sebastian Fischer, Anna Unterberger, Sigrid Gerlach-Waltenberger


Ein Mörder, ein Opfer. Woyzeck: der Soldat, der Vater, die Versuchsperson, der chronisch Eifersüchtige, der Philosophierende, der Mörder. Das Opfer?

Nina Groß

Von Nina Groß

Opfer der Tyrannei des einsamen Hauptmannes, Opfer der Erbsendiät und Versuche des atheistischen Arztes, Opfer im Kampf gegen den Tambourmajor, Opfer im Kampf um seine Marie. Die Geschichte des Antihelden Woyzeck, inszeniert von Robert Pienz, feierte am 18.09.2008 im Schauspielhaus Premiere.

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Christopher Kail überzeugt als Woyzeck, der obwohl zwischen Hauptmann und Tambourmajor, zwischen Marie und dem Arzt hin- und hergestoßen, letztendlich seine Entscheidung bewusst trifft und die Bluttat, die Ermordung seiner untreuen Geliebten, ruhig und entschlossen zu Ende bringt.

Foto: Eva Maria Griese
Foto: Eva Maria Griese

Die Situation des Soldaten Woyzeck, sein soziales Umfeld und seine Hirngespinste werden um und in einem hölzernen Zylinder, der sich dreht, Türen und Fenster preisgibt, neue Landschaften und Häuser bildet, gezeigt. Der See, der Tatort des Mordes, liegt im Inneren  des Zylinders, um den sich herum noch kurz davor die Tanzgesellschaft amüsiert hat, der Tambourmajor die Marie geküsst  und Woyzeck den Hauptmann rasiert hat. Erst zur Tat öffnet sich der Holzturm und gibt den Blick frei auf das, was die ganze Zeit schon im Inneren verborgen lag, immer da und immer nah war.

Foto: Eva Maria Griese
Foto: Eva Maria Griese

Diese bühnenbildnerische Feinheit lässt sich mit dem Stück verbinden, der Mord, dessen Nähe das ganze eindreiviertel Stunden lange Spiel zum Greifen nahe scheint und doch erst am Ende enthüllt wird. Begleitet wird das Stück durch  eine  fünfköpfige Band und kommentiert von einem singenden, erzählenden und intervenierenden Narr (Timo Senff), der zur Eröffnung des Stückes, begleitet von Violine und Klarinette, von einem „guten Mord, einem schönen Mord“ singt.

Neben einem verzweifelt einsamen Hauptmann (Marcus Marotte) und einer (besonders in der vorletzten Szene) wunderbar übertrieben-euphorischen Margreth (Ute Hamm) und dem unfreiwillig witzigen, dumpfen und leicht tierischem Tambourmajor (Volker Wahl) sticht besonders die blonde Marie heraus. Die erst 26 jährige Evelyn Ruzicka spielt sie in kindlichem Staunen über die Welt, den Tambourmajor, ihren Woyzeck und was sie da eigentlich selbst tut.

Foto: Eva Maria Griese
Foto: Eva Maria Griese

Bevor der Tambourmajor wie ausgemacht in ihrem Haus erscheint, bringt sie den Sohn nach draußen und stellt sich in die einzige Ecke des Raumes und wartet. Ängstlich, gespannt, verwirrt. Geschmeichelt von der Zuneigung und Aufmerksamkeit des Tambourmajors plagt sie doch ein schlechtes Gewissen. Evelyn Ruzicka als Marie lehnt sich in der Nacht aus dem Fenster und singt mit zarter Stimme oder betet unsicher. Evelyn Ruzicka als Marie tanzt ausgelassen mit dem Tambourmajor, trunken vom Fest, der Nacht und der Musik. Evelyn Ruzicka als Marie sitzt dann ruhig und scheinbar zufrieden mit ihrem Woyzeck am Steg, kurz bevor der Soldat ihr mit dem Messer die Kehle durchtrennt. Marie ist eine ebenso traurige Person, wie Woyzeck es ist. Beide unfähig ihre Zufriedenheit zu erlangen und dann zu behalten. Beide hin- und hergerissen und beide Opfer der Hierarchie.

Georg BüchnerWoyzeck
SCHAUSPIELHAUS SALZBURG-  PREMIERE: 18. SEPTMBER2008 / MIT: UTE HAMM, OLIVER HILDEBRANDT, CHRISTOPH KAIL, MARCUS MAROTTE, GEORG REITER, EVELYN RUZICKA, TIMO SENFF, VOLKER WAHL. / REGIE: ROBERT PIENZ/AUSSTATTUNG: RAGNA HEINY /  MUSIK: FABIO BUCCAFUSCO. LIVEBAND: HANSI ANZENBEREGER (KLARINETTE), ALISCA BAUMANN (VIOLINE), MICHAEL BRANDL (GITARRE), SIGRID GERLACH – WALTENBERGER (AKKORDEON), SABINE LINECKER (KONTRABASS)