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Teisendorf. „Jeder Kronkorken zählt. Je mehr gesammelt werden, desto mehr müssen wir bezahlen.“ Christian Wieninger von der gleichnamigen Brauerei freut sich zum Auftakt der Aktion „Bier und Tracht fesch aufgmacht“ schon im Voraus darauf, den Trachtenvereinen schlussendlich Ende September „viel Geld“ auszahlen zu dürfen.

Rosi Fürmann

Von Rosi Fürmann

„Als regionale Brauerei wollen wir regionale Vereine unterstützen. Für die Region und das Bewusstsein um eine wunderschöne Heimat stehen ganz besonders die Trachtenvereine,“ so Christian Wieninger. Statt einem Geschenk für diese Vereine habe sich die Brauerei zu dieser Aktion entschlossen. Pro 20 gesammelte Kronkorken (1 Tragerl des Teisendorfer Hell) erhält der vom Sammler ausgesuchte Trachtenverein einen Euro.

„Da die Aktion von 1. Juni bis 30. September für die Vereine des Gauverbandes I und des Chiemgau-Alpenverband läuft, sollte hier schon eine gehörige Summe zusammenkommen“, so der Brauereichef, „die wir dann an die Vereine ausbezahlen.“


Wahrlich ein Dorf im Ausnahmezustand jedes Jahr zu Pfingsten – der kleine Ort Holzhausen in der Gemeinde Teisendorf. Das ganze Dorf rüstet sich schon wochenlang für eine der größten Brauchtumsveranstaltungen im südostbayerischen Raum.

Rosi Fürmann

Von Rosi Fürmann

Nicht nur eines der größten Brauchtumsfeste darf sich der Leonhardiritt nennen, sondern mit einer inzwischen knapp vierhundertjährigen Geschichte – erstmals erwähnt 1612 – gehört er zu den tief in der Bevölkerung verwurzelten Festen.

Eine Zeit besondere Festwägen beim Leonhardiritt in Holzhausen rief Kaplan Spitzl in den Jahren seines Wirkens in Teisendorf (1945 bis 1950) ins Leben. Er setzte sich in den Kopf, von all den Ortsteilen rund um Teisendorf nach dem Vorbild der Pferdewallfahrt von Bad Tölz je einen Motivwagen gestalten zu lassen.

Teils murrend, jedoch mit viel Eifer folgten die Bewohner dem mit Nachdruck zum Ausdruck gebrachten Aufruf, gestalteten wunderschöne Wägen nach den Vorgaben des Geistlichen und führten diese nicht ohne Stolz und unter der Bewunderung der Zuschauer beim Leonhardiritt mit.


Rosi Fürmann

Von Rosi Fürmann

Teisendorf – bei sprichwörtlich weiß-blau-bayerischem Himmel stellte der Trachtenverein D’Raschenberger Teisendorf auf dem Marktplatz den Maibaum auf, tatkräftig unterstützt von den Maibaumdieben aus Thundorf-Straß und mit schneidigen Tänzen – und Plattlern der Trachtenkinder und -Jugend.


Am Sonntag, den 14. Dezember 2014, lädt die Tochter des bekannten Wagrainer Dichters Karl Heinrich Waggerl (1897 – 1973) Lacerta Santorricelli mit Kindern der Salzburger Spieltanzschule, um 11 Uhr zu einer unverwechselbaren Weihnachtsperformance ins Haus für Mozart. 

Von Elisabeth Pichler.

Das Haus für Mozart öffnet am dritten Advent seine Pforten für eine Salzburger Tradition, die märchenhafte Leichtigkeit und poetische Tiefe der berühmten Weihnachtslegenden Karl Heinrich Waggerls zu einem stimmungsvollen Gesamtkunstwerk verbindet. Im Zentrum stehen die Weihnachtsgeschichten des berühmten Dichters – gelesen von ihm selbst. Die aufwendig restaurierten Originalaufnahmen seiner unverwechselbaren Stimme werden dabei spielerisch von großen und kleinen Schülern der Salzburger Spieltanzschule in einer Inszenierung seiner Tochter Lacerta dargestellt. Prosa, Tanz, Schauspiel, Lyrik, Video und Musik vereinen sich vor dem Bühnenbild der italienischen Künstlerin Stella Cadente zu einem unvergesslichen Erlebnis für Jung und Alt: Ein poetischer Höhepunkt in der hektischen Vorweihnachtszeit.Bereits zum neunten Mal lädt Lacerta Santorricelli Waggerl- und Weihnachtsbegeisterte ein zum Waggerl Advent, der sich für viele Familien bereits als feste Tradition in der Vorweihnachtszeit etabliert hat.

Mit „Und es begab sich…“ und „Worüber das Christkind lächeln musste“ hat sich Karl Heinrich Waggerl einen Platz in den kollektiven Erinnerungen gesichert. Die Geschichten erzählen anrührend von der „stillsten Zeit“ und lassen den ursprünglichen Sinn der Weihnacht auf märchenhafte Weise wieder lebendig werden. Der gebürtige Bad Gasteiner sprach seine Legenden auf Tonträger, die nun den Mittelpunkt des Waggerl Advent darstellen.
(Brilliant Communication)


Müllerbauer Georg Schmuck: 40 Jahre Chorleiter – altes Liedgut bewahren
Starke kirchliche Komponente – Vorfahre machte Kirchental zum Wallfahrtsort

Von Walter Schweinöster.

Sein 40-Jahre Jubiläum feiert heuer der Männerchor St. Martin bei Lofer. Als einziger der fünf Gründungsmitgliedern noch immer dabei ist der Chorleiter Müllerbauer Georg Schmuck sen.. “Der Chor ging eigentlich aus dem ursprünglichen St. Martiner Kirchenchor hervor, der sich immer mehr auflöste. Wir wurden 1974 gefragt, ob wir dennoch bei einer Beerdigung singen könnten. Da haben wir dann zu fünft – alles Männer – gesungen.” Heute gehören dem Chor elf Mitglieder – grenzüberschreitend aus St. Martin, Lofer, Unken und Waidring – an. Rund 60 Termine gilt es jährlich zu absolvieren.

Das Repertoire umfasst Volkslieder, neun Messen und zahlreiche kirchliche Lieder. Die starke kirchliche Komponente brachte Chorleiter Schmuck auch durch die enge Bindung der Familie zum Wallfahrtsort Maria Kirchental ein. Schließlich war es sein Vorfahre Rupert Schmuck gewesen, der das heutige Gnadenbild der Wallfahrtskirche, das ursprünglich aus der St. Martiner Kirche stammt, im Jahr 1689 in das abgelegene Hochtal brachte. Er gab ihm einen Platz in einer Waldkapelle, zu der sehr bald eine Wallfahrt einsetzte. Seit dem Bau der Wallfahrtskirche vor über 300 Jahren nimmt das Gnadenbild die zentrale Stelle im Altar ein.

Georg Schmuck war selbst sechs Jahre als Ministrant in Kirchental – und ging dafür jeden Tag nach der Schule hinauf, diente bei der Abendmesse und ging am nächsten Tag in der Früh hinunter zur Schule. Oben lauschte er oft stundenlang den Orgelklängen seiner Tante, die als Organistin tätig war.

Aber nicht nur die Kirchenlieder sind es, die es Schmuck angetan haben. “Es bereitet mir Freude, altes Liedgut zu bewahren und weiterzugeben. Zu Beginn unseres Chores konnten wir etwa vom damaligen Anderlbauer Klaus Leitinger alte Lieder übernehmen, wir schrieben die Texte nieder und brachten die Melodien in Notenform.”

Nach 40 Jahren sei es für ihn aber nun Zeit, die Leitung an den früheren St. Martiner Kapellmeister Anton Millinger abzugeben: “Dem Chor bleibe ich aber erhalten, denn Singen ist meine Leidenschaft!”. Auch im Vorstand gibt es einen Wechsel. Die Funktion des Obmannes übergibt nach 20 Jahren Bürgermeister Sepp Leitinger an Christian Hohenwarter.

Jubiläum und Übergabe werden gebührend gefeiert und zwar am 29. Mai mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr in Maria Kirchental und dann ab 13 Uhr im Dorf. Als Gratulanten werden sich zahlreiche Chöre aus der Umgebung und “Die Landjaga” einstellen.

 


Am ersten Septemberwochenende lud die Trumer Brauerei zur Ernte des Hopfens in den brauereieigenen Hopfengarten in Obertrum am See. 

Zahlreiche Besucher ließen sich das Fest zur Ernte nicht entgehen, es gab Würstl, Blasmusik und frisch gezapftes Herbstbier.

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Von Karl Traintinger

Juniorchef Seppi Sigl übernahm den amtlichen Teil, er begrüßte die Gäste und sorgte sich um die anwesenden Medienvertreter, Wellen schlagen gehört zum Spiel. Witzig war auch die Diskussion von Seppi Sigl mit einer Kollegin, was denn seine richtige Anrede wäre, Juniorchef oder Seppi Sigl.

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Für mich drängt sich in diesem Zusammenhang mit einem Grinser die Frage auf: “Wann oder durch was wird Seppi Sigl zum Josef Sigl VIII?”

Lehrreich war die Führung durch die Brauerei, angefangen bei verschiedenen  Hopfensorten für unterschiedliche Biere, über das alte und neue Sudhaus, das das Herz der Brauerei darstellt, bis hin zum hochmodernen Gärkeller, in dem nach dem Prinzip einer offenen Gärung gearbeitet wird.

Wer Interesse am Bierbrauen hat, sollte sich einmal Zeit für eine Führung nehmen, es ist wirklich interessant zuzuhören, zu schauen und zu riechen, was da alles rund ums Bier im Obertrum passiert. Die Fotostaffel zeigt einige Eindrücke vom Hopfenerntefest in der Trumer Brauerei.


Seit nunmehr fast 10 Jahren veranstalten die Bauersleut´ von Willenberg und Braunsberg in Lamprechtshausen ihrem ganz privaten Bauernherbst. In den beiden Weilern stehen fast nur Bauernhöfe und die dazugehörigen Austragshäuser. Jedes Jahr werden zu einem vorgegebenen Thema Strohfiguren in liebevoller Arbeit in den Familien gefertigt und an der Dorfstraße aufgestellt.

Von Karl Traintinger

Dieses Jahr dreht sich alles um den Kiritag am Land. Es gibt Kiritagsbier, Krapfen und Pofesen. In einem Kramerladen hängen Lebkuchenherzen, ein Junge isst Zuckerwatte, und vieles andere mehr. Auch für die Unterhaltung ist gesorgt, so spielt eine Musikkapelle zum Tanz auf, man kann kegeln oder Praterfahren. Allein schon der Prater ist sehenswert: auf einem Wagenrad ist eine Leiter montiert. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich so einen Prater zum letzten mal gesehen habe, erinnere mich aber mit Freude an die Hetz, die wir damals als Kinder damit hatten. Fingerhakeln für die Erwachsenen und Schaukeln für die Kinde dürfen auch nicht fehlen. Es macht Spaß, die zahlreichen Stationen zu besichtigen, es werden dabei zumeist schöne Erinnerungen wach.

Bemerkenswert ist, dass die Braunsberger und Willenberger Dörfler ihren Bauernherbst 2012, ach ja, so darf er ja aus markenrechtlichen Gründen nicht heißen, ich meine natürlich ihre Herbstzeit 2012 zur Freude für die eigene Dorfgemeinschaft machen, gibt es doch nicht einmal ein Wirtshaus vorort oder Eintrittskarten zu kaufen. Der Salzburger Land Tourismusverband, der Inhaber der Marke Bauernherbst, wäre gut bedient, dürften die Bauern für ihre Aktion den Namen “Bauernherbst in Willenberg/ Braunsberg” führen, quasi h. c.

Sollten sie in der Nähe sein, kann ich den Besuch in Willenberg und Braunsberg nur empfehlen! Willenberg/ Braunsberg ist von Lamprechtshausen aus sehr gut mit dem Fahrrad erreichbar!


Die Landjugend Lamprechtshausen feierte im Jahre 2011 ihr 60-jähriges Bestehen mit einem groß angelegten Fest, das vom 26. August bis zum 28. August 2011 dauerte.

Die Festbroschüre ist leider nicht als downloadbarer PDF-File vorhanden, vielleicht ändert sich das noch einmal.  Als einziges Bild aus der Broschüre möchten wir gerne die Gruppenleitung zeigen.

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Bernhard Zauner, Leiter
Eva Maislinger, Leiterin
Florian Barth, Fähnrich


Leise trällern Weihnachtslieder aus den Lautsprechern im Obendorfer Stille Nacht Bezirk, die Buden am Weihnachtsmarkt eröffnen gerade, es ist früher Vormittag.  Eigentlich trübt nur der fehlende Schnee und die nicht klirrende Kälte die vorweihnachtliche Stimmung.

Gegen den 24. Dezember zu hat man dann schon Schwierigkeiten, als Individualreisender, zwischen den Autobusgruppen in die Kapelle zu gelangen; zu dicht drängen sich die interessierten Besucher.

Will man einigermaßen Ruhe bei der Besichtigung haben, sind meist die späten Abendstunden besser, wenn die Bustouristen schon irgendwo gemütlich beim Abendessen sitzen, meint ein regelmäßig nach Oberndorf zurückkehrender Spaziergänger, der den Rummel zwar nicht mag, ihn aber doch in Kauf nimmt, und sei es nur, weil er auf ein adventliches Schnäpschen beim Bruckmoser aus Stockham/ Lamprechtshausen vorbei schaut, und oder beim Drechsler Peter Lustig aus Bürmoos, mit den besten handgemachten Kreiseln weit und breit.

Infos aus Oberndorf finden Sie HIER>
Stille Nacht Museum Arnsdorf >

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Dieser Frage ging :dieRAUM bei ihrer letzten Veranstaltung zum Thema Heimat am 14.12. 2011 in Laufen/ Obb. auf den Grund.

(Bericht und Fotos: Rochus Gratzfeld, Salzburg)

Simone Niehaus aus Laufen präsentierte ihre wunderbar schrillen Cartoons, deren Sexismus sich nur eine Künstlerin erlauben darf. Aber gerade die Sexualisierung des Federviehs macht dieses zu sympathischen ZeitgenossInnen, weitentfernt vom Rohmaterial für menschliche Nahrungsbedürfnisse.

Darauf ging auch Dr. Karl Traintinger aus Lamprechtshausen in seinem Vortrag zum „Steirischen Gickerlsalat“, seinem Plädoyer für einen humanen Umgang mit Tieren, für ein bewusstes Konsumverhalten, ein. Traintinger zeigte die Perversitäten auf, die heute mit dem massenhaften Bedarf an tierischer Nahrung verbunden sind: Tierhaltung, Tierernährung, Tierschlachtung. Aber er machte auch deutlich, dass es Alternativen gibt. Alternativen, die ein Umdenken im Umgang mit dem „Nahrungsmittel Tier“ notwendig machen.

Einem ganz anderen „Tier“ widmete sich der Salzburger H.Rogra. Der freischaffende Multi-Media-Künstler präsentierte Fotografien der „Nackten Frau Percht“. „Warum nackt?“, wurde er häufig von BesucherInnen gefragt. Die Antwort viel ihm leicht: “Weil längst vergessen wurde, dass dieses pelzige Ungeheuer eine Frau ist. So sieht es jede(r)“. Die Fotografien entstanden übrigens in einem norditalienischen Bergdorf, die Maske stammt aus Hohenwerfen.

Ergänzt wurden die Fotoarbeiten von H.Rogra durch einen emotionalen Vortrag von Sonja Schiff. Sie malte verbal das Bild der Frau Percht. Einer gütigen und Glück bringenden mythischen Figur, die aber immer dann zur fürchterlichen Rächerin wird, wenn Kindern oder Frauen Gewalt angetan wird. Die ohne Mitleid Säufer, Schläger, Vergewaltiger, Mörder verfolgt und bestraft.

So endete also der Zyklus Heimat in :dieRaum, begleitet vom Blechbläserensemble der Stadt Laufen.


Der Bauernherbst ist in Salzburg Tradition geworden, erfunden vom Salzburgerland Tourismusverband, um auch im Herbst die Besucher anzulocken. In vielen Gemeinden gibt es Veranstaltungen zum Thema, die regen Zulauf haben und die Kassen der Beteiligten klingen lassen. Der Bauernherbst hat eingeschlagen und ist ein Tourismusschlager geworden. Alle freuen sich und manche sonnen sich im verdienten Erfolg.

Von Karl Traintinger

Zwei kleine Weiler in Lamprechtshausen, nicht einmal eigene Gemeinden sondern nur Ortschaften, beteiligen sich seit mehreren Jahren hochmotiviert am Bauernherbst. Nur so zum Spaß, für die Einwohner selbst, zur Förderung der Dorfgemeinschaft und für alle, denen die Figuren sonst noch gefallen. In der Zeit der offiziellen Bauernherbstaktivitäten stellen sie Strohpuppen auf und stellen jedes Jahr andere Aktivitäten im Arbeitsjahr der Bauern dar. Es gibt in den zwei Ortschaften kein einziges Gasthaus, in dem Touristen bewirtet werden könnten, sollte sich einmal einer nach Willenberg oder Braunsberg verirren. Das macht auch nichts. Wichtig ist nur das kleine Festl am Schluss, das auch nicht beworben wird. Wozu auch, es ist ohnehin nur für die Beteiligten gedacht. Alle freuen sich über die gelungenen aktuellen Figuren und diskutieren spätestens beim Abschlussfestl die neuen Ideen für das kommende Jahr. Die Dorfzeitung gratuliert zum Engagement!


Alle Jahre wieder braucht man einen Christbaum. Heuer ist zwar alles möglich, laut Fachexperten sogar geschmückte Ohrwaschlkakteen, aber unser Honzi ist Traditionalist. Er will eine heimische Fichte, selbst geschnitten; und wenns dennn schon sein muß, kann man mit dem Waldbesitzer nach erledigter Arbeit auch noch mit einem Schnapserl auf die gelungene Arbeit anstoßen! (kat)