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Fronleichnam

Obwohl ich dem Verein Kirche ja seit geraumer
Zeit nicht mehr angehöre, zieht es mich doch immer mal wieder zu dessen
Veranstaltungen. So auch jetzt. Im Sommer 2019. 

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Zur Fronleichnamsprozession auf das Gelände
des Wasserschlosses in Anif.

„Das Wasserschloss Anif steht an einem
künstlich angelegten
Weiher in
der
Gemeinde Anif am
südlichen Stadtrand von
Salzburg.
Es gehört mit
Burg Kreuzenstein und Schloss Grafenegg bei Krems zu den bedeutendsten Schlossbauten des romantischen Historismus in
Österreich
.
Das Schloss Anif ist im privaten Besitz der Familie
Moy,
die es in den Jahren von 1995 bis 2000 grundlegend renovieren ließ. Es kann von
innen nicht besichtigt werden.

Der Schlosspark wurde um 1800 und
Fürsterzbischof
Christof Graf Waldburg-Zeil-Trauchburg vom Salzburger Hofgärtner Strobl angelegt. Es ist ein Landschaftsgarten der Frühromantik,
der bis heute weitgehend im Originalkonzept erhalten ist. Der Park gehört zu
den bedeutendsten gartenarchitektonischen Denkmalen Österreichs und steht unter
Denkmalschutz. Er ist zweimal im Jahr teilweise öffentlich zugänglich: zu
Fronleichnam für die kirchliche Prozession und am 8. Dezember für das
abendliche Turmblasen der Anifer Bläser.“

(Quelle: Wikipedia)

Leider kann ich von weiten Teilen des Parks
keine Fotos zeigen. Da schlägt die vorher zitierte „teilweise öffentliche
Zugänglichkeit“ in Form von als Trachtenmänner verkleideter Security zu. Was
soll das? Kickl ist doch weg vom Fenster.

„Fronleichnamsprozession ist die Urform der Demo. Die großen Umzüge sollten früher Gläubigen den „Leib Christi“ zeigen. …Die Prozessionen entwickelten sich…im Lauf der Zeit zu prunkvollen und feierlichen Umzügen. Die allerdings vor allem in der Zeit der Gegenreformation als deutliche, barocke, Machtdemonstrationen genutzt wurden.“  

Ingrid Teufl, Kurier vom 20. Juni 2019

Nun, der Leib Christi soll auch wohl hier den
mehr oder weniger Gläubigen gezeigt werden. Er wird zu diesem Zweck in eine
Hostie verpackt und mit Weihrauch betört. Ein grimmig schauender Diener Gottes
trägt so den Corpus durch den prachtvollen Garten. Gefolgt von jungen, weniger
jungen und alten Demonstrantinnen und Demonstranten. Ob ihm die Blasimusi
gefällt? Ich weiß es nicht. Und was die Flaggenschwingerei soll, ich weiß es
auch nicht. Jedenfalls ist es mir sehr suspekt, wenn auf Flaggen „Vaterland“
steht. Ist Christus nicht eine „Globale Figur“? Ist seine Botschaft nicht eine
des globalen Friedens, der globalen Menschlichkeit, der globalen Liebe,
unabhängig von jeweiliger sexueller Orientierung? Und vor allem unabhängig von
jeder Form nationalistischen Gehabes?

Demonstrationen zum Ausdruck der Macht.
Gestern wie heute. Der Corpus des Gekreuzigten wird dabei allerdings wohl eher
zur Nebensache. Sehen und gesehen werden scheint das Motto. Und: Geld zeigen.
Ich lese in vielen Gesichtern aalglatter Männer und Frauen Arroganz und
Überheblichkeit. Viele Frauen himmeln ihre wohl vermögenden Männer an und haben
sich als Püppchen im Dirndl herausgeputzt. Kinder werden an ihre zukünftigen
Rollen als „Elite“ herangeführt.  Anif ist ein reicher Ort. Dies wird hier
sichtbar im Namen Gottes. Und welche Parteien hier gewählt werden ist auch
klar. Der „Heilige Sebastian“ hätte seine wahre Freude. Und auch Hofer würde
sich wohlfühlen.

Nein, das ist nicht mein gesellschaftliches Umfeld. Wohl aber habe ich die Umgebung genossen und meinen ureigenen Gedanken zum Glauben in stillen Momenten freien Lauf lassen können.

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Apfelbaumblüte

Der Apfelbaum der Sorte Elstar steht schon seit einigen Tagen in Vollblüte und zahlreiche Bienen sammeln den Nektar.

Da kein Frost in der nächsten Zeit zu erwarten ist, dürften die Zeichen für eine gute Apfelernte in kommenden Herbst gut stehen!

Karl Traintinger

Karl Traintinger
und das Team der Dorfzeitung wünscht allen Lesern ein schönes Osterfest!


China Schwein

Heute hat im Chinesischen Mondjahr das “Jahr des Schweines” begonnen. Es sollte besonders für alle “Schweine” ein gutes Jahr werden, mit Glück und Erfolg auf allen Ebenen.

Das Schwein symbolisiert Glück, Reichtum und Zufriedenheit. Freilich ist es so, wie bei allen Horoskopen, hundertprozentige Garantien gibt es nicht.


Palmweihe

Zum Palmsonntag gehört traditionellerweise ein Palmbuschen, der aus sieben Gewächsen bestehen soll. Unterschiede bei der Auswahl der immergrünen Pflanzen sind schon zu beobachten.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der typische Flachgauer Palmbuschen wird in der Regel aus folgenden Pflanzen hergestellt: Palmkätzchen (Weiden), Stechpalme (Schradler), Eibe, Buchs, Kranewitt (Wacholder), Seben (Stinkwacholder), Zeder. Eine dünne Weidenrute (Felberrute) wird zum Binden verwendet und ein Haselnussstab zum Tragen.

In früheren Jahren war das “Palmbesentragen” in erster Linie den jungen Burschen vorbehalten und es war wichtig, dass ein “vorzeigbarer Palmbesen” aus mindesten 3, besser noch mehr Einzelbuschen bestand.

Die einzelnen Palmbuschen wurden nach der Weihe auf die Wiesen und Felder gesteckt. Man erhoffte sich auf diese Weise Gottes Segen für das gute Gedeihen der Feldfrüchte. Die bunten Verzierungen mit färbigen Hobelscharten und Brezen kamen erst später dazu. 

Palmbuschen

Diesen Palmbuschen habe ich zufällig heute bei Schwerting in Lamprechtshausen gesehen. Es war der einzige auf einem Feld oder einer Wiese weit und breit.

Infos >

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Oberndorf, Josefimarkt, Mitte-Fasten_Markt

In der Stadtgemeinde Oberndorf hat der Mitte-Fasten-Markt oder Josefi-Markt eine lange Tradition. Die Zeit, als das noch in erster Linie ein Rindermarkt war, ist allerdings schon lange vorbeit.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Übrig geblieben ist ein Jahrmarkt, auf dem sich die Landbevölkerung mit allen möglichen und unmöglichen Dingen eindeckte. Das reichte von der Kleiderschürze, oder Kasack wie man sagte, über Unterwäsche, Küchenutensilien und Naschereien bis hin zu Gesundheitsprodukten. Manch pfefferminzscharfes Öl hat hier seinen Weg zu einem Käufer gefunden.

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Die Spielzeugstände hatten es besonders den Kindern angetan, Messer in allen Größen und verschiedenste Spielzeugrevolver und Pistolen waren der Renner. Im heutigen Schulbereich befand sich ein Vergnügungspark.

Bei meinem gestrigen Besuch mußte ich leider feststellen, der Markt ist nur noch der Schatten seiner selbst. Das Wetter war herrlich und trotzdem niemand auf der Strasse. Nichts ist mehr übrig geblieben, vom Gewurle der sich durch das Angebot drängenden Menschen. Schade, es werden doch nicht alle Marktbesucher beim Onlinehandel gelandet sein?


Stille Nacht in Oberndorf

Am 24. Dezember 1818 erklang das Weihnachtslied “Stille Nacht, heilige Nacht” erstmals in der Kirche St. Nikola in Oberndorf. Es wurde von den Freunden Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr, dem Komponisten und Texter, vorgetragen. Von hier aus sollte es seinen Weg rund um die Welt gehen.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Oberndorf hat in den letzten Jahren den alten Pfarrhof in eie sehenswertes Stille Nacht Museum umgebaut. Die Schwerpunkte sind: Stille Nacht, die Salzach-Schifffahrt und die Ortsgeschichte. Es wird dem Besucher die schwere Zeit der niedergehenden Schalzachschifffahrt und die daraus resultierende Armut der Schiffer vor Augen geführt. Es werden auch die Wege der Verbreitung des Liedes durch Tiroler Sänger aufgezeigt.

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Das Museum befindet sind in unmittelbarer Nähe zur weltberühmten Stille-Nacht-Kapelle (Gruber-Mohr-Gedächtniskapelle), die auf dem Bauschutthügel der abgerissenen St. Nikola Kirche errichtet wurde.

Infos:
Stille Nacht Museum Oberndorf >
Stille Nacht Kapelle Oberndorf >
Stille Nacht Gesellschaft >
Stille Nacht in der Dorfzeitung >


Stille Nacht in Hallein

In der Salinenstadt Hallein hat der Komponist Franz Xaver Gruber die letzten 28 Jahre bis zu seinem Tod am 7. Juni 1863 gelebt. Er wurde auf dem alten Friedhof bei der Stadtpfarrkirche begraben. Nach der Auflösung des Friedhofers 1880 verschwand auch das Grubergrab. Das Gedenkgrab wurde 1936 neu errichtet.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Auf einem der angebotenen geführten Stadtrundgänge werden die “Halleiner G´schichten” erzählt. Hallein bereitet sich gerade auf das Jubiläumsjahr 2018 vor. Aktuell wird gerade das Gruber Museum renoviert, auch die aus dem Jahr 1704 stammende Stille-Nacht-Orgel, die Gruber-Orgel wird restauriert und mit einer neuen Technik ausgestattet.

Das Keltenmuseum zeigt gerede eine Sonderausstellung mit dem Thema: “Weihnachten mit Katharina und Franz Xaver – Aus dem Stille Nacht Nachlass der Famnilie Gruber.”

Infos:
Stille Nacht Hallein >
Keltenmuseum >
Info zu den Pfeifen-Patenschaften für die Gruber-Orgel >
Stille Nacht in der Dorfzeitung >


Christkindlmarkt

Man sieht und hört es an allen Ecken und Enden, Weihnachten kommt in Riesenschritten auf uns zu. Die kommende, stillste Zeit des Jahres drückt den Menschen jetzt schon ihren materialistischen Stempel auf.

In den Kaufhäusern hört man vor überfüllten Regalen Weihnachtslieder aus den Lautsprechern, allerorts werden Lichterketten und Christbäume montiert. Die Straßen werden mit Traktoren und daran angehängten Weihnachtsbuden verstopft. Der Aufbau der Christkindlmärkte ist fast abgeschlossen. Längst haben neben traditionellem, handwerklich hergestelltem Christbaumschmuck auch Neonblinkengel aus Asien und Weihnachtsostereier ihnen Platz auf den heimischen Christbäumen gefunden. Viele Weihnachtsmärkte haben sich längst vom Kunsthandwerksmarkt zum Jahrmarkt entwickelt.

Am Glühweinstand spielt der vielleicht einmal da gewesene, christliche Hintergrund eine eher untergeordnete Rolle. Die Vorweihnachtszeit ist eine der wichtigsten Geschäftszeiten des Jahres geworden. Halleluja. (kat)


Christbaum 2017

Der Christbaum für den Salzburger Christkindlmarkt kommt aus der Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen!

Seit 2013 liefert eine der der sechs Stille-Nacht-Gemeinden: Hallein, Oberndorf, Wagrain, Salzburg, Mariapfarr oder eben wie in diesem Jahr Lamprechtshausen die “Weihnachtsfichte” für den Residenzplatz. 700 LED-Lichter werden den 25 m hohen und 60 Jahre alten Baum beleuchten. Der Christbaumschmuck wurde von Schülern der Neuen Mittelschule Lamprechtshausen gebastelt. (kat)


Herbstzeit 2017

Es ist wieder Herbstzeit in den Weilern Willenberg und Braunsberg in der Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen. Seit mittlerweile 10 Jahren gestalten die Dorfbewohner Heupuppen zu unterschiedlichen Themen, die dann in einzelnen, thematisch zusammengestellten Gruppen auf der Dorfstraße aufgestellt werden und zu besichtigen sind.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Begonnen hat das als Bauernherbstveranstaltung, aber da Lamprechtshausen keine ofizielle Bauernherbstgemeinde mehr ist, war aus Urhebergründen die Umbenennung in Herbstzeit notwendig. Das heutige Motto ist der Liedtext: “Was braucht ma auf an Bauerndorf”. Es werden die verschiedenen Berufe, die es in einem Bauerndorf gibt, dargestellt. Die Figurengruppen sind noch die nächsten Wochen zu besichtigen!

 


Tarockrunde Anthering Ammerhauser | Foto: Karl Traintinger

Das Tarockspiel wie wir es heute kennen, wurzelt 1430–1440 im nördlichen Italien und war als Tarocchi bekannt. Herzog Giovanni Sforza ließ 1450 in Mailand die ersten Spielkarten herstellen.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Von den unterschiedlichen Spielarten wie Königrufen, Zwanzigerrufen, Neunzehnerrufen oder auch Tapp-Tarock hat sich im Salzburger Flachgau das Königsrufen durchgesetzt, in der Wiener Gegend ist auch das Zwanzigerrufen verbreitet. 

Tarock wird mit 54 Karten gespielt, 22 davon sind die sogenannten Tarockkarten, die bis auf einen einzige Ausnahme mit Römischen Ziffern gekennzeichnet sind. Die höchste Tarockkarte, der Sküs (Gsties) hat keine Nummerierung. Einige weitere Karten haben spezielle Namen: XXI ist der Mond, I ist der Pagat und II der Uhu. Sküs, Mond und Pagat sind zusammen die Trull.

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Zu den 32 Farbkarten (Herz, Karo, Pik und Kreuz) gehören in absteigender Wertigkeit die Firguren König, Dame, Reiter (Cavall), Bube und jeweils 4 Skatindln. Gespielt wird mit 12 Karten in der Hand und 6 im Talon. Bei jedem einzelnen Spiel entscheidet sich nach dem Kartengeben, wer gegen wem, ob alle gegen einen oder jeder für sich spielt. Identische Spielverläufe gibt es praktisch nie.

“I tat gern einischaun”

Viele Tarockrunden bestehen über Jahrzehnte, fast alle haben das Regelwerk individuell angepasst. Klassiche Spiele sind bei uns im Salzburger Flachgau: der Einischauer (Dreier), der Bock (Sechserbock), der Solo (Solorufer), der Vogel (Solorufer mit angesagtem letzten Stich mit Pagat und oder Uhu), der Königsrufer und der Bettler. Wird gar nichts gespielt, hat der Spieler an der Vorhand das Recht zum Fahren. Dabei spielt jeder für sich, Gewinner ist der, der am wenigsten Punkte gesammelt hat. Am wichtigsten dabei ist aber, dass bei der nächsten Runde der Spieleinsatz verdoppelt wird. Abgerechnet wird in den meisten Runden sofort nach den einzelnen Spielen, ab und zu wird das Ergebnis auch mitgeschrieben und ganz zum Schluß bezahlt.

Das königliche Spiel

Vor geraumer Zeit durfte ich in einer fast schon klassich besetzten Runde in Anthering kiebitzen. Im Hotel Ammerhauser treffen sich einmal monatlich 4 ältere Herren mit einem Durchschnittsalter von deulich jenseits der 70 zum Spiel: der Ortspfarrer Karl Steinhart, der Bürgermeister Alois Ehrenreich, der Mechanikermeister Gottfried Traintinger und der Berufschullehrer Manfred Kipmann. Es ist herrlich zuzuschauen, wie über Stunden um jedes einzelne Zehnerl gekämpft wird!

Info:
Keltenmuseum Hallein: Salzburger Jubiläums-Tarock


Zimmerleute auf der Walz

Es ist gerade einmal 1 Prozent der jungen Handwerksgesellen, die heutzutage noch auf die Walz gehen. Am ehesten trifft man bei uns im Salzburger Land die Zimmerleute, die in ihrer schwarzen Tracht mit kleinem, tragbarem Gepäck unterwegs sind.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Ich habe heute in der Flachgauer Gemeinde Berndorf am Haunsberg die beiden rechtschaffenen Freunde Florian Gyger aus dem Berner Oberland in der Schweiz und Pergante Tarek von der Nordseeinsel Föhr in Norddeutschland getroffen und wünsche ihnen auf diesem Weg alles Gute für ihre Zukunft und schöne und erlebnisreiche Wanderjahre!

Die berufstypische Tracht ist zwar ein sehr schönes Erkennungsmerkmal, das Tragen bei 33°C ist aber sicherlich eine Herausforderung!

Infos >