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„Wahnsinn, is des schee!“

Aufmüpfig, schlitzohrig, erdig: Der
Bairisch Diatonische Jodelwahnsinn lebt. Vor 33 Jahren von Otto Göttler ins
Leben gerufen, gibt das Trio, das die traditionelle Volksmusik so richtig aufmischte,
in neuer Formation wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich.  Am Sonntag spielten die drei im
Brechelbad  in Seeham-Webersberg.

Claudia Karner

Von Claudia Karner

„Da kema 3“, nennt sich das neue Programm des Bairisch Diatonischen Jodelwahnsinns. Da kamen also drei mit Ziach, Harfe und Kontrabass auf den Webersberg, gingen beherzt und voller Spaß ans Werk und begeisterten die Zuschauer, die bei strahlend-schönem Spätsommerwetter unter Apfelbäumen vorm Brechlbad > saßen und den Blick über den Obertrumer See genossen.

Das Jodeln steht nach all den Jahren beim Jodelwahnsinn nicht mehr im Vordergrund, der Name ist aber geblieben. Genauso wie der kritische Blick auf die Gesellschaft,  die Empörung und der Schalk, die Spielfreude und die hohe Musikalität. Da ist alles dabei vom bayrischen Gstanzl, dem Landler und der Polka bis zu Liedern aus den Anfängen, als noch die Moni mit den roten Haaren die grüne Geige strich, wie  „Hunger kriag i glei, wann i an Mc Donald siech“, einem vertrackten Zwiefachen,  dessen Text nichts an Aktualität verloren hat.

Dazwischen war auch Platz für  „stade“ poetische Lieder zum Ausschnaufen wie die berührende Vertonung eines Gedichts von Werner Schirf, einem eher unbekannten Münchner Dichter, der immer Angst hatte, in Vergessenheit zu geraten.

 „Nach mia scheint die Sonna genau so wie heid/ Nach mia werd’s no vui gem, de ’s Lem sakrisch freid/ Nach mia bliahn de Bleame und Bam scho im Mai/Nach mia riacht a g’hmads Gras genauso wia Hei./ Nach mia und nach dia und nach eam und nach eich/ draht se d’Welt, wia wenn nix gscheng war, oiwei no gleich.“

Mit  Angelika Huber an der Harfe und am Hackbrett und Tobias Andrelang am Kontrabass hat der Otto Göttler zwei kongeniale Mitstreiter an der Seite. Er selbst spielt neben der Ziach auch noch Konzertina, Ukulele, singende Säge und Trompete und sorgt mit Gesang und seinen witzigen Plaudereien im warmen bayrischen Idiom für  beste Laune.  Er selbst war „vom pfundigen Publikum und dem b’sundan Platzl“ angetan. „Wahnsinn, is des schee! Ihr habt’s da ja einen wahren Schatz!“ meinte er zu den Veranstaltern Hans Steiner und Sonja Kaiser,  um dann in Beinahe-Landeshauptmann-Manier hinzuzufügen: „Passt guad drauf auf! So was findt man net oft.“

Wer das Brechlbad in Seeham > noch nicht kennt: Es ist ein hölzernes Zuhäusl, in dem früher der Flachs getrocknet und aufbereitet, also gebrechelt wurde.  Der Besitzer,  der Paulseppbauer Hans Steiner, hat daraus ein kleines Flachsmuseum gemacht.  Eine gute Gelegenheit, es kennenzulernen, gibt es am 5. Oktober bei der ORF Langen Nacht der Museen >. Neben Führungen durch den Hausherrn gibt es ein literarisch-musikalisches Programm rund um den  Flachs unter dem Motto „Alles Leinwand!“ mit dem bayrischen Schauspieler Maximilian Pfnür und der Haunsbergmusi.

Das Brechlbad in der Dorfzeitung >


Brechelbad 01

Open Air vor dem Brechelbad mit der Kapelle So&So

Der Name ist Programm. Die Kapelle So&So spielt mal so, mal so, mal traditionell, mal experimentell, mal krachert, mal zart – quer durch alle Genres.

Claudia Karner

Von Claudia Karner

„Ois, was uns unterkimmt, oba hauptsächlich eigene Stickln und Liada“, so der Tenor des bayrisch-salzburgischen Sextetts. Am vergangenen Sonntag gastierte So&So unter freiem Himmel vor dem Brechelbad in Seeham-Weberberg.

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Strahlend blauer Himmel, eine atemberaubende Aussicht über den Obertrumer See, eine erfrischend-unkonventionelle Wirtshaus-Musi, dazu Bio-Bier und Most – schöner kann man einen Spätsommernachmittag nicht verbringen. Darüber waren sich die hundert Zuschauer, die auf Einladung des Paulsepplbauern Hans Steiner auf den Webersberg gekommen waren, einig. Sie waren begeistert von dem unbändigen Spielwitz und der Perfektion von So&So und sparten nicht mit Applaus für Hansi Auer (Ziach), Michi Graf (Gitarre) Sebastian Höglauer (Flügelhorn), Manuel Haitzmann (Basstrompete), Stefan Huber (Tuba) und Stefan Dettl (Trompete), dem Frontman von LaBrassBanda, der für Korbinian Weber eingesprungen war. Der Kontakt entstand durch Stefan Huber, der auch bei LaBrassBanda große Töne auf der Tuba spuckt.

Brechlbad

„Bei uns am Chiemsee is aa net grad schiach, oba des schlagt ois!“ geriet Dettl beim Blick rund ums Brechelbad ins Schwärmen und zollte der Gastfreundlichkeit von Hans Steiner und Sonja Kaiser ebenfalls ein großes Lob. „Man merkt, wie viel Herzblut dahintersteckt.“ Für Hansi Auer war es bereits der zweite Besuch auf dem Webersberg. Er hatte hier schon als Schulbub bei einem Musikantentreffen gemeinsam mit seinem Vater, dem legendären Auer-Hansl, musiziert.

Wer das Brechelbad (noch) nicht kennt: Es ist ein Zuhäusl, in dem früher der Flachs aufbereitet wurde. Hans Steiner hat ein kleines Flachsmuseum daraus gemacht und freut sich, dass das Brechelbad heuer zum ersten Mal bei der Langen Nacht der Museen am 6. Oktober besucht werden kann. So hält u. a. Karina Reichl, besser bekannt als Fräulein Grün, einen Vortrag über die heilsame Wirkung von Leinsamen und Leinöl.

Mehr unter https://langenacht.orf.at/

Kapelle So&So „Im Stroh und so…“ Brechelbad in Seeham-Webersberg, 16. 9. 2018
Musiker: Hansi Auer (Ziach), Michi Graf (Gitarre), Stefan Dettl (Trompete), Sebastian Höglauer (Flügelhorn), Manuel Haitzmann (Basstrompete) und Stefan Huber (Tuba).
Fotos: Hans Steiner


Roland Josef Leopold Neuwirth. Foto: KTraintinger

Roland Neuwirth im Brechlbad/ Seeham

Das Brechelbad zu Webersberg/ Seeham der Familie Johann Steiner dient sein einigen Jahren als OpenAir Konzertsaal für etwa 200 Personen und hat sich mit hochkarätigen Aufführungen einen Namen gemacht.

Dr. Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Für die Öffentlichkeitsarbeit ist Claudia Karner verantwortlich, der es heuer gelungen ist, Roland Josef Leopold Neuwirth mit Doris Windhager (Überstimme) und Marko Živadinović (Chromatische Knopfharmonika) nach Seeham einzuladen. Das ausverkaufte Konzert bei herrlichem Spätsommerwetter fand am 12. September 2010 statt und wird allen Konzertbesuchern noch lange Zeit in guter Erinnerung bleiben.

Die heiße Nachmittagssonne stellte für die eher schummrige Beleuchtung gewöhnten Musiker kein wirkliches Problem dar, Roland Neuwirth fühlte sich auf seiner rustikalen Bühne, dem “größenwahnsinnigen Nudelbrett”, wie er sie nannte, sichtlich wohl.

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Roland Neuwirth und seine Musiker begeisterten von Anfang an mit neuwirthschen und einigen klassischen Wienerliedern und dem virtuosen Spiel auf der Kontragitarre (oder auch Schrammelgitarre). Doris Windhager und Marko Živadinovic waren eine Klasse für sich. Der Übergang vom oft morbiden, raunzigen Wienerlied der Marke Neuwirth zum groovenden Blues war fließend, ich war auch immer wieder vom virtuosen Spiel der Chromatischen Knopfharmonika überrascht.

Verschmitzt lächelnd führte Roland Neuwirth durch das Programm und vergaß auch nicht, auf den mitgebrachten CD und Büchershop hinzuweisen.

Nach etwa zweieinhalb Stunden Spielzeit ging ein wunderschöner Konzertnachmittag, organisiert von Claudia Karner, unter großem Applaus der Besucher vor der grandiosen Kulisse des Obertrumer Seengebietes zu Ende.

Homepage von Roland Neuwirth und seinen Extremschrammeln
Wikipedia zu Roland Neuwirth