dorfzeitung _quer
Dorfbrunnen

Der Dorfbrunnen in Hof

Der Salzburger Bildhauer Walter Meierhofer hat für die Flachgauer Gemeinde Hof 1990 den neuen Dorfbrunnen geschaffen. Der Brunnen steht am “Brunnenplatz” neben dem Gemeindeamt.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der achteckige Brunnentrog besteht aus Fertigbetonteilen. Die schlanke Brunnensäule hat Walter Meierhofer aus Untersberger Marmor gearbeitet. Am oberen Ende findet man das Hofer Gemeindewappen, eingerahmt von Ranken aus Bronze. An den 4 Seiten befinden sich Wasserspeier mit unterschiedlichen Drachenköpfen.

___STEADY_PAYWALL___

Es begeistert, wenn Gemeinden Kunst im öffentlichen Raum zulassen und fördern. Was bietet sich da besser an als ein Dorfbrunnen! Der Dorfbrunnen in Hof bei Salzburg ist ein schönes Beispiel dafür.

Leider befindet sich der Brunnen nicht mittig am Platz sondern am äußersten Rand. Vermutlich ist der Platz dadurch besser für Veranstaltungen zu nutzen, es ist aber so der Charakter eines typischen Brunnenplatzes verloren gegangen.

Schön wäre es, gäbe es eine Hinweistafel mit dem Namen des Künstlers. Außerdem sollte bei neuen Brunnen auch die Möglichkeit bestehen, Trinkwasser zu entnehmen.


Dorfbrunnen Seeham

Die Seehamer Brunnen von Peter Mairinger

Gleich neben dem Seehamer Gemeindezentrum (ehem. Schmiedbauerngut) befindet sich der im Jahre 2006 von Peter Mairinger geschaffene, neue Gemeindebrunnen.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Der dreiteilige Dorfbrunnen hat sich zu einem Treffpunkt für die Seehamer entwickelt. In einem achteckigen Becken steht ein Felsblock aus Untersberger Marmor, an dessen Vorder- und Rückseite mehrere Steinplatten lehnen. Die Rückwand ähnelt einer Wirbelsäule.

Von der Spitze des Marmorblockes plätschert das Wasser auf die rechteckigen Marmorplatten und fließt dann in einer steinernen Wasserrinne in Richtung Obertrumer See, um dann nach einigen Metern über eine Kaskade fallend in einem kleinen Becken mit zwischen zwei kleineren Felsblöcken zu verschwinden.

Gaberhellbrunnen

Der 1997 entstandene Brunnen befindet sich vor dem Haus Gaberhell auf dem Platz am Ende des Seeweges an der Südseite der Seehamer Pfarrkirche. “Schwach ist oft mächtiger als stark” war die zugrunde liegende Idee hinter der Brunnengestaltung.

Der aus einem flachen Stück bestehende Brunnentrog aus Waldviertler Granit liegt im Zentrum einer kreisförmigen Kopfsteinpflasterung. In der Mitte erhebt sich die ypsilonförmige, massive Brunnensäule. Die beiden steinernen Granitschenkel werden quasi nur durch 3 Rundhölzer aus Lärchenholz auseinander gehalten.

Bemerkenswert ist auch bei den beiden Brunnen in Seeham, dass es kein erklärendes Schild mit einem Hinweis auf den ausführenden Künstler und die Entstehungsgeschichte gibt.

Peter Mairinger

Der gebürtige Grazer studierte die Juristerei in Graz und promovierte 1979 zum Doktor der Rechte. Zeitgleich absolvierte er ein Keramikstudium an der Kunsthochschule bei Prof. Praschak und an der staatlichen Fachschule für Keramik in Landshut/Bayern bei Prof. W.A. Herfelder. Er arbeitete danach im Atelier der Firma Gmunder Keramik und legte die Meisterprüfung ab. Seit 1981 betreibt er in Seeham eine Atelier.

Peter mairinger

Peter Mairinger hat sich neben seinen vielen künstlerischen Aktivitäten auch als Dozent an verschiedenen Kunstschulen einen sehr guten Ruf erarbeitet.

Weitere Infos zu Peter Mairinger finden sie auf der Künstlerhomepage >
Ein kurzes Interview mit Peter Mairinger zu seinen Brunnen können Sie im Dorfradio hören.


Dieser Artikel ist der Dorfzeitung wichtig und er kommt daher nicht hinter die Paywall!

Dieser Artikel wird von einem stillen Gönner gesponsert und kommt daher nicht hinter die Paywall.


Skulpturenpark Lamprechtshausen

Keilstein-Geschenk-Skulpturen | Untersberger Marmor

Es war das Jahr 2009, als sich die Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen über ein wahrlich schweres Geschenk freuen durfte. Der damalige Bürgermeister Ing. Hans Grießner konnte dem Angebot des ortsansässigen Künstlers Erwin Schleindl und der Stadt Salzburg nicht widerstehen, die Steinplastiken für den am Kirchenplatz neu zu errichtenden Gemeindeskulpturenpark anzunehmen.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Erwin Schleindl hat der Gemeinde zusätzlich auch noch einen Gedenkstein an die NS-Zeit geschenkt. Seit dieser Zeit dürfen sich die Gemeindebürger an den zahlreichen Steinplastiken im Ortszentrum erfreuen. Eine offizielle Eröffnung des “Skulpturenparkes” gab es nie, sie ist damals dem verheerenden Hagelunwetter vom Juli 2009 zum Opfer gefallen.

Als ich vor Jahren einmal den Herrn Bürgermeister auf dieses “Privatmuseum” angesprochen habe, meinte er: “Ich weiß schon, moderne Kunst polarisiert. Das ist nun einmal so, damit kann ich leben.” ___STEADY_PAYWALL___

Ich für meinen Teil bin ein großer Fan von Kunst im öffentlichen Raum. Es ist mir schon klar, dass nicht alles jedem gefallen kann, muss es auch nicht. Kunst sollte zum Nachdenken anregen, aufregen, Diskussionen fördern, Missstände aufzeigen, erinnern.

Kunst in den eigenen 4 Wänden hat einen anderen Anspruch, die muss nur mir gefallen. Es kann aber nicht sein, dass der öffentliche Raum, quasi mein “öffentliches Wohnzimmer” mit diversen Geschenken voll geräumt wird. Diese Feststellung hat nichts mit den Werken von Erwin Schleindl zu tun.

Es ist erfreulich, wenn die Kunst im öffentlichen Raum gefördert wird. Man sollte aber darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre, beispielsweise die Plastiken im “Skulpturenpark” alle 10 Jahre auszutauschen. Ein Kuratorium aus der Gemeinde könnte einen Künstler vorschlagen. Die Auswahl der Kunstwerke muss ja nicht der jeweilige amtierende Bürgermeister auf sich nehmen.

Irgendwo im Dorf ließe sich sicher auch ein Museum der angekauften Werke organisieren. Am Kirchenplatz hätte der Wechsel nur Vorteile.

Man könnte neben den Arnsdorfer “Stille-Nacht-Aktivitäten” und dem Weidmoos auch noch einen Lamprechtshausener Skulpturenpark bewerben.


Die steingewordene Stadlerkapelle

Früher einmal standen an vielen Straßen und Wegen Kapellen. Im Zuge von Straßenerneuerungen, Wegverlegungen und auch landwirtschaftlichen Grundzusammenlegungen hatten manche plötzlich keinen Platz mehr.

Von Karl Traintinger

Ein Beispiel für die Umsiedlung, den späteren Abriss und letztendlich die Errichtung eines Erinnerungsdenkmals ist die Stadlerkapelle in Lamprechtshausen.

In der kleinen Verkehrsinsel an der Kreuzung Lamprechtshausener Bundesstraße (B156) und Bürmooser Landesstraße stand immer schon eine kleine, unscheinbare Kapelle. Warum dieser Standort zur Kapellenerrichtung gewählt wurde, ist nicht bekannt. Überliefert ist nur der Name Stadlerkapelle. ___STEADY_PAYWALL___

In den Jahren 1961/62 wurde die neue Abzweigung der Bürmooser Landesstraße gebaut, die ursprüngliche Stadlerkapelle weichen musste.

Bildarchiv Alois Fuchs, Bürmoos

Im ehemaligen Streuobstgarten der Familie Stadler wurde die Kapelle direkt an der B156 wieder neu aufgebaut. Eine größere Marienstatue, ein Kreuz und zwei Bilder zierten lange diese kleine Kapelle. Im Dezember 1990 wurden die Statue und auch die Bilder gestohlen.

Fotos: Manfred Weiß, Gemeinde

Im Jahr 2008 wurde der Kreisverkehr an der B156 gebaut und die Kapelle musste der Modernisierung weichen. Es war ganz einfach kein Platz mehr und die künstlerische Qualität zu gering, um sie zu erhalten. Zudem war sie schon sehr baufällig.

Im Jahr 2010 errichtete der Lamprechtshausener Künstler Erwin Schleindl die “Neue Stadler Kapelle”.


NS-Mahnmal der Radiofabrik schwer beschädigt

Denkmal „Niemals Vergessen“ erinnert seit 2010 an das Zigeunerlager Maxglan

Unbekannte haben am Wochenende das Denkmal „Niemals Vergessen“ in Leopoldskron-Moos umgerissen und schwer beschädigt. Das Denkmal wurde von der Radiofabrik 2010 im Rahmen eines EU-Projekts zur Aufarbeitung des NS-Anhaltelagers für Roma und Sinti auf Stadtgrund errichtet.

Ein Anrainer meldete am Samstag dem 29. Februar 2020 die Beschädigung. Nach Begehung konnte der Sturm letzte Woche als Ursache ausgeschlossen werden: die Skulptur wiegt mehrere 100 Kilogramm, der daneben stehende Baum ist intakt. Die Tat wurde inzwischen zur Anzeige gebracht.

Die Radiofabrik engagiert sich langjährig für die NS-Erinnerungskultur in Salzburg. Seit 2012 wird mit den Hörstolpersteinen – analog zu den Stolpersteinen im öffentlichen Stadtraum – mit kurzen Hörbildern im Programm NS-Opfern gedacht.

(öffnet in neuem Tab)”>Hörmahnmal>

Eine Presseaussendung der Radiofabrik


Andau

Andau. Wie Kunst am Fluchtweg siecht.

Die rund fünf Kilometer lange Allee von Andau zur Brücke von Andau, über die 1956 über 70.000 UngarInnen nach Österreich flüchteten, ist auch heute noch imposant.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg & Sarród

Entlang der Allee errichtete eine Kunstinitiative Installationen und Skulpturen, die an das Ereignis erinnern. Ihr Verfall im Zeitablauf war Teil des Projektes, welches 1996 auf Grund von Geldmangel eingestellt wurde.

24 Jahre haben an den Kunstwerken ihre Spuren hinterlassen. Der Zerfall dominiert. Was noch übrig ist, beeindruckt.

https://www.derstandard.at/story/3349120/andau-wie-die-kunst-am-fluchtweg-siecht

Was
mich betroffen macht: Andau verzichtet auf jede Form der erläuternden
Beschreibung entlang der Allee. Ein Informationsstand zerfällt der Kunst
gleich. Die Chance, hier junger Kunst die Möglichkeit zeitgenössischer
Erinnerung zu geben, bleibt ungenutzt. Überhaupt liegt der Verwesungsgeruch des
hiesigen Desinteresses über der Allee. Warum ist das so? Geldmangel – wo sich
reiche Gemüsebauern und Winzer tummeln? Glaub ich nicht. Desinteresse an Kunst,
an Erinnerung, an dem Thema Migration? Glaub ich! Dazu passen Soldaten, die ich
ihren Assistenzdienst absolvierend durch den Ort streifen sehe. Was für eine
Skurrilität.

Schade. Denn Andau verpasst, sich ein verbindendes Profil zu geben. Verpasst die Errichtung einer neuen Brücke. Einer Kunstbrücke zwischen gestern und heute. Weit über Gemüse, Wein und Riesentrappen hinaus.


Dorfzeitung.com


Marktweiber

Seekirchner Marktweiber

In der Wallerseestadt Seekirchen wurde vor einigen Jahren eine sogenannte Bewegungszone > eingerichtet. Ein Dorfbrunnen und einige nichtkommerzielle Sitzplätze laden zum Verweilen ein.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Auf einer der Steinbänke neben dem Brunnen findet man die Marktweiber. Es sind dies zwei sehr schöne Metallplastiken, die Frauen darstellen, die sich auf einen Tratsch nach dem Einkaufen beim Dorfbrunnen getroffen haben. Das ist eine mögliche Deutung. Es kann aber auch heißen, hier trifft man sich, um gemeinsam an der frischen Luft Zeit zu verbringen. Die vorbeigehenden Menschen sollen animiert werden, sich hin zu setzen.

Ich für meinen Teil mag Dorfbrunnen und schätze auch Kunst im öffentlichen Raum. Bemerkenswert in Seekirchen ist, dass man nirgends eine Tafel finden kann, wer die beiden Plastiken geschaffen hat.

Neugierig wie ich bin, habe ich dann eine Email an das Stadtamt geschickt und eine Woche später dort auch angerufen. Man werde sich darum kümmern und sich melden, hat es dann geheißen. Das war vor einem Monat.

Es ist mir schon klar, dass es Wichtigeres zu tun gibt. Mann/ Frau kann auch etwas vergessen. Trotzdem, der Bezug zur Kunst im öffentlichen Raum scheint in Seekirchen eher bescheiden zu sein.

Vielleicht weiß ja einer unserer Leser, von wem die beiden Plastiken sind und hat die Muse, es in einem Kommentar dazuzuschreiben. 🙂


Dorfzeitung.com


Friedensweg Stille Nacht

Der Stille-Nacht-Friedensweg

Im Rahmen der “Stille-Nacht-Landesausstellung 2018” entwickelten die Flachgauer Gemeinden Lamprechtshausen, Göming, Laufen und Oberndorf auch einen Friedensweg. Es wird der Weg, den Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber einst gegangen sind, nachgezeichnet.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Interessant sind vor allem die Metallplastiken, die in den 4 Orten aufgestellt wurden. Gewählt hat man Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern. Moderne Kunst hat im öffentlichen Raum Platz gefunden, das ist eine schöne und bemerkenswerte Entwicklung.

Leider handelt es sich beim Stille-Nacht-Friedensweg um keinen Rundwanderweg, am sinnvollsten sind die knapp 6 km mit einem Fahrrad zu bewältigen.

Lamprechtshausen – Arnsdorf

Das “Kreuz des Friedens” befindet sich am Ortsausgang von Arnsdorf in Richtung Gunsering/ Göming und stammt von der Lamprechtshausener Künstlerin Christiane Pott-Schlager. An einer gedrehten Metallsäule befindet sich als Querbalken eine weiße Schriftrolle aus Metall, in die in mehreren Sprachen das Wort Frieden geschrieben wurde.

Göming

Zwischen dem Gemeindeamt und dem Hellbauerhaus findet man die Plastik “Die Unschuld” des Wiener Künstlers Rudolf Schmidt. Gegossen wurde die Skulptur vom Göminger Metallgießer Friedrich Beck.

Laufen

Eine vier Meter hohe Stele mit dem Namen “Entwicklung”, geschaffen vom Burghausener Künstler Hermann Böhm, ragt in Laufen in den Himmel. Das Kunstwerk steht unweit des Rathauses, von wo aus man einen schönen Blick auf die Salzach, den Europasteg, die Kalvarienberggruppe und den ehemaligen Oberndorfer Schiffervorort Altach hat.

Oberndorf

Zwischen dem Stille Nacht Museum und der Stille Nacht Kapelle befindet sich eine Plastik mit dem Namen: “Die drei Stille-Nacht-Gemeinden tragen die Friedensbotschaft in die Welt hinaus!” 3 stilisierte Engel tragen die Weltkugel auf den Schultern, so interpretiert die Adneter Künstlerin Gabriela Struber-Edmayer die Botschaft des weltberühmten Weihnachtsliedes.

Der Friedensweg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In Oberndorf wird die Metallplastik sehr gut mit einer erklärenden Infotafel präsentiert. In allen anderen Gemeinden fehlt der Hinweis auf den oder die Künstlerin. Der Standort in Göming gleich neben dem Gastgarten ist zu hinterfragen. Eine Informationsbroschüre zum Friedensweg wäre wünschenswert.



Goldhaubenfrauen

Dorfradio Vol 18 | Okt 2019

Rebecca Schönleitner stellt die New Yorker Autorin J. Courtney Sullivan und ihren Roman “Aller Anfang” vor.

Thomas Selinger erzählt von seinem Live-Painting im Carabinierisaal der Alten Residenz bei der Langen Nacht der Museen in Salzburg.

Sabine Hinterbauer und Elisabeth Traintinger präsentieren das Gedicht: Erntedank von Hans Mamoser im Dialekt und der hochdeutschen Übersetzung.

Der Nußdorfer Künstler Günter Veichtlbauer hat den Göminger Gemeindebrunnen > entworfen und und war auch für den Aufbau verantwortlich.

Zum aktuellen Stream >

Alle bisherigen Sendungen auf der CBA nachhören >

Die Musikauswahl

Vincent © by Sarah Connor
Wenn wir uns wiedersehen © by Faun
That Sunday That Summer © by Natalie Cole
Let me © by Souad Massi
September Song © by Uli Beckerhoff
Nothing´s Too Good For My Baby © by Le Blues Á Vif
Jet Polka © by Die Knödel
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach © by Ewood Brothers
Uncloudy Day © by Hans Theessink & The Blind Boys Of Alabama
How High The Moon © by Dee Dee Bridgewater


Carmelo Lopez Weitblick

Carmelo Lopez – Weitblick

Am Eingang in die Gläsernen Gärten von Frauenau, unweit der Glashütte Valentin Eisch befinden sich 4 Figuren von Carmelo Lopez.

Carmelo Lopez

Geboren 1964 auf Gran Canaria, Spanien. Ab 1985 Studium der Freien Kunst an den Kunstakadem,ien Las Palmas und Barcelona, seit 1996 freischaffender Künstler in Barcelona, später in Köln mit Schwerpunkt Glasplastik und Installation.

Weiter Info:

Carmelo Lopez – Homepage>
Die Gläsernen Gärten von Frauenau>
Glasmuseum Frauenau >


Gebundene von Dieter Schmidt | Foto: Karl Traintinger

“Gebundene” – Plastik von Dieter Schmidt

Erinnerungsstätte Lager Weyer / St. Pantaleon, Innviertel, OÖ

Diesmal habe ich eine Skulptur mit einem aktuellen geschichtlichen Hintergrund (vor 80 Jahren begann der 2. Weltkrieg) ausgewählt. Knapp vor der Moosachbrücke in St. Pantaleon befindet sich ein Denkmal zur Erinnerung an die hier stattgefundenen Gräueltaten zur NS-Zeit.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Das unaufdringliche und dennoch sehr beeindruckende Denkmal lädt den Besucher zum Innehalten und Nachdenken ein. Im Gemeindeamt von St. Pantaleon ist eine kostenlose Broschüre mit geschichtlichen Erläuterungen rund um die Erinnerungsstätte vorrätig.

Ich habe Ludwig Laher >, den in St. Pantaleon lebenden Schriftsteller und sehr guten Kenner der Lagergeschichte (Herzfleischentartung >) von Weyer gefragt, wie es zur Errichtung dieser Erinnerungsstätte gekommen ist. Hier seine Antwort:

___STEADY_PAYWALL___

Es gab zur Jahrtausendwende eine regionale Ausschreibung für einen Wettbewerb, das Denkmal betreffend. Eine Jury wählte den Entwurf des bayerischen Bildhauers Dieter Schmidt, der damals in Fridolfing lebte und arbeitete und später in den Bayerischen Wald übersiedelte. Die anderen Einreichungen wiesen allesamt einen allzu hohen Grad an Abstraktion auf. Begründet wurde die Wahl Dieter Schmidts mit der Zugänglichkeit seines Werkes, das stilisiert, aber nicht abstrakt, menschliche Gestalten zeigt, die als „Gebundene“ (so nennt Schmidt sein Kunstwerk) dem Betrachter den Rücken zukehren, also nur noch innerhalb des (Stachel-)Drahtes existieren, von der Welt isoliert. Man kann das Werk umkreisen und hat von überall unterschiedliche Blickwinkel auf einzelne Gesichter. Die Untersicht (das Auge muss nach oben blicken) gibt den Dargestellten eine Würde, die sie gleichzeitig der Schwere ihres Leids ein wenig enthebt.

Die Gestaltung lehnt sich überdies an die österreichische Marterlkultur (von Martyrium) an, die am Land besten bekannt ist. Die Bronzeplastik ruht auf einer Mühlviertler Granitsäule (Assoziation zu Mauthausen). Auf hervorragende Weise kontrastiert das bescheidene Denkmal auch größenmäßig, vor allem aber was die Behandlung der menschlichen Gestalt anlangt, mit dem martialischen Kriegerdenkmal bei der Kirche von St. Pantaleon. Dieter Schmidts Werk für die Erinnerungsstätte hat in den vergangenen 19 Jahren verbreitet große Anerkennung gefunden. Finanziert wurde es übrigens zu gleichen Teilen von der Gemeinde St. Pantaleon und dem Land Oberösterreich (die NS-Lager Weyer waren Reichsgaulager von Oberdonau, nicht exterritoriale KZ).

Die Erinnerungsstätte ist mittlerweile selbstverständlicher Teil der Ortsgeschichte. War sie am Anfang durchaus umstritten, so gilt sie mittlerweile als Wahrzeichen von St. Pantaleon. Der offizielle Ortsplan zeigt unter ‚Sehenswürdigkeiten‘ zuerst das Schmidt-Denkmal und dann erst die Pfarrkirche, die Prospekte der Urlaubsregion Oberes Innviertel / Seelentium bewerben St. Pantaleon zentral mit dem abgebildeten Denkmal Dieter Schmidts. Der Pfarrer setzt sich mit den Firmlingen auf die Steinbänke rund um das Denkmal und erläutert, was damals passierte. Immer wieder werden Grablichter an der Erinnerungsstätte angezündet. Zu Beschädigungen der Anlage ist es Gott sei Dank bisher nie gekommen.

Die Erinnerungsstätte in der Dorfzeitung >
Verein Erinnerungsstätte >
Dorfbild – Download Fotos Weyer >


Gemeindebrunnen Göming Günter Veichtlbauer

Gemeindebrunnen in Göming

Im Zuge des Neubaus des Gemeindezentrums in der kleinen Flachgauer Gemeinde Göming in den Jahren 2005/ 2006 wurde auch ein neuer Dorfbrunnen errichtet.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Dorfbrunnen waren schon immer im Dorfleben wichtig. Leider wird in der heutigen Zeit beim Neubau eines Gemeindeamtes des öfteren auf die Errichtung eines Dorfbrunnens verzichtet, nicht jedoch in Göming.

Den Auftrag für die Gestaltung des neuen Gemeindebrunnens erhielt Günter Veichtbauer >, ein Künstler aus der Nachbargemeinde Nußdorf am Haunsberg. Im großzügigen Brunnenbecken befindet sich ein alter Mühlstein, der von der Familie Hennermann, Obermühle in Dreimühlen, Göming, zur Verfügung gestellt wurde. Der Mühlstein ist inmitten einer Steinspirale aus Flusssteinen platziert. Darüber erhebt sich eine wasserführende Edelstahlspirale. Die einzelnen Metallblätter haben eine Länge von 9 Metern.

___STEADY_PAYWALL___

Kunst im öffentlichen Raum ist uns wichtig, weil das ein Weg ist, den Bürgern moderne Kunst nahezubringen.

Werner Fritz, Bürgermeister

Gemeindeamt Göming

Göming > erhielt mit dem neuen Gemeindezentrum und dem dort neu errichteten Dorfbrunnen erstmals einen wirklichen Dorfmittelpunkt. Das alte Hellbauerhaus >, das originalgetreu neben dem Amtsgebäude aufgebaut wurde, dient jetzt als Museum und Gasthaus.


Dorfbrunnen in der Dorfzeitung >
Göming in der Dorfzeitung >