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Anette Sabersky

Annette Sabersky: Besser essen ohne Zusatzstoffe

Autorin: Annette Sabersky
Titel: Besser leben ohne Zusatzstoffe
Verlag: Oekom-verlag
Einband: Taschenbuch
Erschienen: 05. 08. 2019
ISBN: 978-3-96238-125-7

Im Online – Buch – Shop vorort kaufen

Klappentext

Viele Lebensmittel kommen scheinbar ohne Zusatzstoffe nicht mehr aus. Als Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel verstecken sie sich in unserem Essen, ohne dass wir genau wissen, ob sie unbedenklich oder gesundheitsschädlich sind. Grund genug, den ungeliebten Stoffen aus dem Weg zu gehen.

Die renommierte Food-Autorin Annette Sabersky klärt über die gängigen Zusatzstoffe auf und zeigt, mit welchen Tricksereien uns die Lebensmittelindustrie in die Irre führt. Durch zahlreiche Tipps erfahren Sie, wie das Einkaufen und Kochen ohne Zusatzstoffe gelingt und wie Sie Ihre Ernährung gesund und natürlich gestalten können.

– Schnell und einfach kochen – ganz ohne Zusätze
– Zahlreiche Basic-Rezepte für unterwegs und für die Vorratskammer
– Die perfekte Einkaufshilfe für gesundes und natürliches Essen

Karl Traintinger

Rezension von Karl Traintinger

Das Buch ist ein sehr guter Führer durch die Welt unserer Lebensmittel. Es zeigt auf, was konventionelle und Bio-Produkte in den Einkaufsregalen tatsächlich unterscheidet, was am Etikett auf jeden Fall stehen muss und worauf Produzenten meist gerne verzichten.

Beispielsweise dienen gar nicht so wenige Ingredienzien nur dem Schönen oder auch der langen Haltbarmachung von Lebensmitteln.

Es hat einem Grund, warum geschnittener Toast beim Öffnen des Plastikbeutels etwas chemisch riecht, tagelang frisch bleibt und nach dem Toasten wunderbar kross und leicht gebräunt ist, Stück für Stück.

Ganz frei von Zusatzstoffen sind die Bioprodukte auch nicht, speziell bei veganen Fertiggerichten heißt es aufzupassen. Häufig ist es so, dass aufwendiges Handwerk mit deutlich weniger Zusatzstoffen auskommt!

Das Buch überzeugt mit sehr viel interessant aufbereitetem Wissen, ist schön gemacht und verleitet zum regelmäßigen Blättern und Nachschauen. Einige einfache Rezepte laden zum Nachkochen ein.

Ich kann das Buch jedermann/frau mit Interesse an gutem, gesunden Essen wärmstens empfehlen!


Brokkoli-Tomaten-Sugo

Spaghetti mit Brokkoli-Tomaten-Sugo

Die Ausgangsbeschränkungen der Bundesregierung in der aktuellen “Coronazeit” verhindern unter anderem auch Gasthausbesuche. Vielerorts wird daher wieder mehr zuhause gekocht.

Elisabeth Traintinger

Von Elisabeth Traintinger

Ich möchte Ihnen im folgenden ein einfaches, schnelles Rezept für ein schmackhaftes Nudelgericht vorstellen. Die Zutaten sind mit großer Wahrscheinlichkeit in vielen Haushalten vorrätig.

Zutaten:

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Brokkoli (abh. von der Größe)
1-2 Karotten
1 Lauch
1 Dose stückige Tomaten
Parmesan
Olivenöl, Salz, Thymian, Pepperoncini
Spaghetti (oder andere Nudeln)

Zubereitung:

Die Zwiebel klein schneiden und in etwas Öl anschwitzen. Die klein geschnittene Karotte und den enbenfalls klein geschnittenen Lauch zufügen und alles zusammen etwa 5 – 10 Minuten gemeinsam dünsten.

Anschließend die stückigen Tomaten dazugeben, mit Salz, Thymian und Pepperoncini würzen. Weitere 5 – 10 Minuten köcheln lassen. Danach den klein geschnittenene Brokkoli sowie den gepressten Knoblauch dazugeben. Weitere 5 Minuten bei kleiner Hitze kochen lassen. Zwischenzeitlich Nudelwasser aufstellen und die Teigwaren nach Zeitangabe al dente kochen.

Das fertige Sugo mit Salz abschmecken und zusammen mit den fertigen Teigwaren servieren. Wer mag, kann noch etwas Parmesan darüber reiben. Mir schmeckt ein leichter Rotwein aus dem Weinviertel sehr gut dazu.


Ingrid Andreas

Kochbuch ohne Rezepte
Band 2: Mehl, Milch, Ei

Kochbuch ohne Rezept

Autor: Ingrid Andreas
Titel: Kochbuch ohne Rezepte Band 2: Mehl, Milch, Ei
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Verlag Anton Pustet Salzburg
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-7025-0914-9

Klappentext:

Band 2 von 4 „Mehl, Milch und Ei“ widmet sich dem Insiderwissen über diese drei Grundnahrungsmittel und ihre Verarbeitung in der Küche: Was etwa verrät die Typenbezeichnung von Mehl und wann verwendet man welche Sorte?

Wann soll der Eischnee fest oder cremig sein und warum? Welche Tricks gibt es, um Milch am Überkochen zu hindern? Wie macht man Nudeln selbst und wie gelingt der Palatschinkenteig am besten?

Welche Käsesorten eignen sich zum Überbacken und welche Köstlichkeiten lassen sich aus Eiklar zaubern?

Rezension von Karl Traintinger

Das Buch überzeugt durch seine detaillierte Warenkunde, die die Voraussetzung für einer gute Küche sein sollte. Dazu kommen noch Tipps, die es auch Nichtprofis ermöglichen, respektable Speisen zuzubereiten. Sehr gute Bilder lassen erahnen, wie die Endprodukte ausschauen sollen.

Es liest sich sehr gut und eignet sich bestens, um immer wieder etwas nachzuschauen.


coffee to go

Coffee to go

Normalerweise beginnt mein Tagesablauf damit, dass ich nach dem Aufstehen meine geliebte Siebträger-Kaffeemaschine einschalte und die Salzburger Nachrichten aus der Zeitungsrolle beim Gartentor hole.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Anschließend nehme ich ein Joghurt aus dem Kühlschrank und gebe je einen Löffel davon den beiden Katzen Albert und Frieda, die schon sehnsüchtig darauf warten. Danach scheide ich etwas Obst, meistens einen Apfel, mische es mit dem Joghurt, gehe zum Früstückstisch und genieße mein hausgemachtes Fruchjoghurt.

Zwischenzeitlich sind etwa 15 Minuten vergangen, die Kaffeemaschine ist aufgewärmt. Jetzt kommen die Bohnen in die Kaffeemühle, am besten schmeckt mir eine klassisch, italienische Espressomischung. Das herrlich duftende, frisch gemahlene Kaffeepulver fülle ich in den Siebträger, verteile es gleichgmäßig und komprimiere es mit dem Tamper. Ich liebe einen kurzen, starken Espresso und genau so einen bereite ich mir als Frühstückskaffee zu. Hin und wieder werden es sogar zwei Tassen.

Einmal in der Woche muss ich bereits um 5:15 in der Früh an meinem Arbeitsplatz sein. Das Fruchtjoghurt wird trotzdem zubereitet, die Katzen bekommen nichts, sie sind von ihrem nächtlichen Streifzug meistens noch nicht zurück. Kurz schaue ich in die Wochenzeitung Die Zeit, starte dann das Auto und fahre in die Arbeit.

Ab und zu lege ich einen Zwischenstopp am Bahnhof ein, ein Bäcker aus der Gegend hat dort einen Verkaufswagen, und nehme mir einen Cappucciono sowie ein Tomaten-Mozarella-Sandwich mit. Geschmacklich ist der coffee to go eher sehr bescheiden und nur eine Notlösung.

Ich für meinen Teil bin nach dem freitägigen coffee to go meistens für einige Zeit vom Pappkartonkaffee geheilt. Guter Kaffee schmeckt anders.

Es gibt im Leben ganz einfach Dinge, für die man sich Zeit nehmen sollte. Ein guter Espresso gehört für mich dazu. Wirklichen Kaffeegenuss gibt es zwischen Tür und Angel nicht. Mir persönlich ist der Trend zu allen TO GO Genüssen mehr wie suspekt!


Apfelkuchenb

„Italienischer Apfelkuchen“

Überraschender Besuch hat sich angesagt und sie haben noch 4 – 5 Stück (säuerliche) Äpfel zu Hause (oder am Apfelbaum im Garten) aber keine Mehlspeise?

Anna Lemberger

Von Anna Lemberger

Dann ist dieses Rezept genau das Richtige: Schnell und besonders schmackhaft. Vor allem schmeckt der Kuchen lauwarm am besten.

Der “Schnelle” ist in nur einer Stunde fertig und kann sehr einfach hergestellt werden!

Die Zutaten:

5 Äpfel säuerlich / Saft einer Zitrone
100g Butter schmelzen lassen
2 mittelgroße Eier
250 g Zucker
1Pkg. Vanillezucker
100g Weizenmehl
½ Pkg. Backpulver
100ml Milch
Butter zum Einfetten der Backform, Mehl zum Bestäuben,
bei Bedarf noch Staubzucker zum Bestäuben des fertigen Kuchens

Die Zubereitung:

Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen, fein hobeln und mit Zitronensaft beträufeln.

Geschmolzene, lauwarmer Butter, ganze Eier, Zucker, Vanillezucker und die Milch auf niedriger Stufe mit Mixer, Küchenmaschine oder mit Schneerute gut mischen, am Schluss das Mehl mit dem Backpulver dazugeben und noch einmal gut durchmischen.

Unter den dickflüssigen Teig die gehobelten Äpfel
unterheben.

Eine kleine Backform gut mit Butter fetten und mit
Mehl bestäuben. Den Teig einfüllen und im vorgeheizten Rohr (Ober/Unterhitze)°
45 Minuten backen.

Kurz abkühlen lassen und noch lauwarm (evt. mit einer
Kugel Vanilleeis) servieren.

Wer es besonders süß liebt, kann noch Staubzucker über den fertigen Kuchen geben.

Viel Spaß bei Backen und guten Appetit!


Kulinarisches und Heiteres aus dem Pfarrhaus

Kulinarisches und Heiteres aus dem Pfarrhaus

Es ist ja hinlänglich bekannt, dass in den meisten Pfarrhäusern gut gekocht wird, frei nach dem Motto: “Essen hält Leib und Seele zusammen!” Als im Jänner 2017 in Anthering ein Wechsel bei der Pfarrhaushälterin anstand, wurde die Idee geboren die alten, bewährten  Kochrezepte in einem Kochbuch quasi weiter am Leben zu erhalten. Man weiß ja nie genau, was nachkommt! Sicher ist sicher.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Katharina Loiperdinger schrieb unter Mithilfe von Annemarie Harner  die Rezepte auf und Pfarrer MMag. Erwin Klaushofer (Pfarre Anthering und Nußdorf) verlegte das Buch im Eigenverlag. Das Kochbuch enthält zahlreiche Rezepte zu Suppen, Hauptspeisen (auch vegetarische!) und Nachspeisen. Gedichte der Autorin lassen den Leser beim Schmöckern oft schmunzeln. Das Titelbild stammt von Heidi Humer.

Im Folgenden zwei Beispiele:

Kalbsschnitzel mit Gemüse gefüllt

Kalbsschnitzel mit Gemüsefülle

Zutaten:
4 Kalbsschnitzel
Fülle:
2 Karotten, 1 kleine Sellerieknolle, 1 Stange Lauch, 1 Ei, 125 ml Schlagobers, 2 EL Butter, 1 Bund Petersilie, 125 ml Rindsuppe, Salz, Pfeffer, geriebene Muskatnuss, Öl zum Braten

Zubereitung:
Karotten, Sellerieknolle und Lauch kleinwürfelig schneiden und in Butter anschwitzen, Petersilie und 70 ml Obers zugeben, salzen, pfeffern und stark cremig einkochen. Von der Herdplatte nehmen, Ei einrühren und die Masse erkalten lassen.
Schnitzel damit belegen, zusammenklappen, mit einem Zahnstocher verschließen in in Öl beidseitig braten.
Gebratene Schnitzel aus der Pfanne heben und warmstellen. Bratensatz mit Rindssuppe und restlichem Obers aufgießen, cremig einkochen und mit Salz, Pfeffer sowie geriebener Muskatnuss abschmecken. Schnitzel mit der Sauce servieren.
Beilagenvorschlag: Nudeln, Spätzle, Reis

Gebackene Mäuse

Gebackene Mäuse

Zutaten:
700 g Mehl, 3 Eier, 30 g Hefe, 30 g Zucker, 3 EL Öl, 100 g Rosinen, 1 ungespritze Zitrone, 500 ml Milch, etwas Rum, 1 EL Salz, Fett zum Backen

Zubereitung:
Das gesalzene Mehl in eine Rührschüssel geben. In der Mitte eine Mulde bilden und die zerbröselte Hefe hineingeben und den Zucker darauf streuen. Etwas lauwarme Milch darüber leeren und nach einigen Minuten die Eier unddie in Rum eingeweichten Rosinen, Öl und Zitronenschale hinzufügen. Das Ganze zu einem mittelweichen Teig zusammenrühren und zugedeckt eine Viertelstunde rasten lassen.
Erst dann den Teig richtig einrühren. Zweimal aufgehen lassen und mit einem Löffel, den man in ds heiße Fett taucht, kleine Nocken abstechen und bei mittlerer Hitze schwimmend herausbacken. Noch heiß mit Staubzucker bestreuen.

Kaufhinweis:
Das Buch ist um 15€ zum Beispiel in der Bäckerei Schmidhuber in Anthering erhältlich.

 


Fleischkrapfen

Zederhauser Fleischkrapfen

Diese deftige Spezialität wird in der ganzen Tauernregion zubereitet und in der Regel mit Sauerkraut oder auch Speck-Krautsalat serviert.

Im Folgenden ein bewährtes Rezept der gebürtigen Lungauerin Anni Lemberger, die heute in Moosdorf im Innviertel lebt.

Die Rezepte sind im Prinzip überall sehr ähnlich und doch für die jeweilige Region typisch. Der Geschmack ist in jeder Variation einzigartig.

Die Zederhauser Bauern, die in den 50/60/und 70er Jahren ja richtige “Kraftlackeln” sein mussten in Anbetracht der schweren körperlichen Arbeit, haben mit den Kalorien noch einmal “nachgebessert”. Die Krapfen wurden mit den Händen “aufgrissn” und mit zerlassener Butter, Zucker und „säbabrennt´n“ Hochprozentigem getränkt.

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Germteig:
1/2 kg Weizenmehl T700, 1 Würfel Germ, 15g Salz, 20g Zucker, 2 Eier, 30g weiche Butter, 1/4l lauwarme Milch, 1 Stamperl Korn (geschmacksneutraler Alkohol – ich habe Weinbrand genommen)

Fülle:
75 dag Geselchtes (habe ich mit Speck gemischt) feinwürfelig geschnitten (nicht faschiert), 1 Msp. gemahlener Kümmel, gehackte Petersilie, 3 kleine Schalotten, etwas Knoblauch (habe Knoblauchpaste genommen) mit 50g zergangener Butter vermischt.

Zubereitung:
Germteig zubereiten (gut abschlagen) 45min gehen lassen. Eine Rolle formen, ca. 50-55g Teigstücke abschneiden, Kugeln schleifen. Die Kugeln ziehen und mit 2 EL Fülle bestreichen. vorsichtig zusammendrücken und leicht rollen. 15 min gehen lassen.

Währenddessen das Fett auf 150-160 Grad erhitzen . Die aufgegangenen Krapfen vorsichtig mit einem Brett auf ca. 1-1,5 cm zusammendrücken (sonst kippen sie im Fett). Mit Deckel auf jeder Seite 3-4 Minuten zugedeckt backen lassen.

Fleischkrapfen

Abtropfen und mit Sauerkraut servierten. Gutes Gelingen.

Infos:
Ennstaler Fleischkrapfen >
Pongauer Fleischkrapfen>


Obstsortenbestimmung

Bramberg. Ich bedanke mich herzlich bei Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter vom Kulturverein TAURISKA für die Einladung einen Vortrag beim Kohr-Cafe am Bramberger Wochenmarkt zum Thema Obstsorten zu halten. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und ich war begeistert über das große Interesse.

Von DDI Elisabeth Schüller, ARCHE NOAH Obstexpertin

Das Angebot zur Sortenbestimmung wurde von einigen Mitgliedern und Gästen genutzt und viele alte Sorten konnten identifiziert werden. Die Sorten, die wir als Obst-Experten der ARCHE NOAH nicht sicher bestimmen konnten, sind umso interessanter.

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Hier, in der Gegend von Bramberg gibt es noch viel zu entdecken und bestimmt auch einige Lokalsorten, die nur hier vorkommen. Ich bewundere das Engagement, mit dem in Bramberg für die Nutzung der alten Obst-Bestände gearbeitet wird. Nur durch die Nutzung kann auch die Erhaltung der alten Sorten sinnvoll betrieben werden.

Obstsortenbestimmung

Obstsorten können nicht einfach in einem Museum erhalten werden; sie müssen als Bäume gepflanzt, gepflegt und immer wieder erneuert, also veredelt werden. Mit der Obstpresse hat Bramberg ein wertvolles Werkzeug für die Erhaltung der Streuobst-Bestände.

Hier wird die reiche Ernte zu herrlichem Saft gepresst, der sich sogar mehrere Jahre hält. Begeistert haben mich auch die innovativen Ideen zum Beispiel das Apfel-Trester-Pulver oder die Wohlfühlplatten.
Auch die Press-Rückstände werden so zu einem wertvollen Produkt, das die Wertschöpfung aus den alten Sorten und Streuobst-Beständen noch deutlich erhöhen kann.

Das macht es attraktiv, die Bäume und damit auch die alten Sorten wieder zu pflegen und zu erhalten. Wenn ich im Namen der ARCHE NOAH hier einen Beitrag leisten konnte freut mich das ganz besonders.
Wir werden weiter zusammenarbeiten für die Obstvielfalt.


Krautschneiden in Bramberg | Susanna Vötter-Dankl und Christian Vötter | Alle Fotos: Sarah Vötter

Kraut einschneiden beim Samplhaus in Bramberg

Handwerkstechniken wieder beleben!

Man braucht einen Krauttopf, einen Holzstößel, einen Krauthobel, frisches Weißkraut (am besten Bio), Salz und wer noch will kann Lorbeerblätter, Wacholder und Kümmel dazugeben.

Jetzt, wo schön langsam der Herbst in unser Land einzieht wird auch das Kraut einschneiden von den Gartenbesitzern nachgefragt. Der Verein TAURISKA hat im heurigen Festivalprogramm die Ernährung in den Mittelpunkt gestellt. Der wöchentliche Wochenmarkt beim Samplhaus in Bramberg ist eine gute Plattform für die Vorführung alter Handwerkstechniken. Redet man vom Kraut einschneiden kommt bei den älteren Leuten immer wieder die Erinnerung hoch, wie sie in der Jugendzeit barfuß das Kraut in einen großen Holzbottich gestampft haben. Das Sauerkraut war ja eine wichtige Beilage in der ländlichen Hausmannskost sowie heute noch eine gesunde Zutat für die altösterreichische Küche. Gerade in der kalten Jahreszeit, wurde es wegen des hohen Vitamin C Gehaltes oft und gerne gegessen.

Krautschneiden in Bramberg

Die vielen Besucher und Besucherinnen waren sehr angetan, dass dieses Projekt wieder mehr und mehr belebt wird. Überrascht waren wird über das Interesse und über das Wissen der Gäste aus Deutschland. Dort wird es nach wie vor gepflegt und bei den Krautfesten, die sehr beliebt sind, kann man sich informieren, mitwirken und sogar schon Kostproben mit nach Hause nehmen.

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Wie wird’s gemacht?

Zuerst schneidet man das Kraut in der Mitte durch und entfernt den Strunk, der bitter schmeckt. Dann wird das Kraut mit dem Krauthobel bearbeitet. Jetzt kommt die erste Schicht in den schweren Steinguttopf, etwas Salz (nach Gefühl) wird hineingestreut, dann mit einem Holzstößel so lange gestampft bis Flüssigkeit austritt. Nun wird Schicht für Schicht gesalzen, gestampft und eingearbeitet bis der Topf dreiviertel voll ist. Man bedeckt das Kraut nun mit ein paar Blätter und beschwert es mit einem Stein. Mit einem Deckel wird das Gefäß zugedeckt und in die Rinne wird Wasser gefüllt, damit kein Sauerstoff hineinkann. Der Krauttopf wird für ca. 7-14 Tage in die warme Küche gestellt bis es zum „Blubbern“ beginnt, dann wird der Topf für ca. 6-8 Wochen in den kühlen Keller gebracht. Jetzt heißt es warten!

Das Sauerkraut ist voll hoch wirksamer und lebenswichtiger Mikroorganismen, die einen Großteil des menschlichen Immunsystems bilden. Es schützt den Organismus vor chronischen Krankheiten, Parasiten, Viren und schädlichen Bakterien. Ein natürliches Probiotikum, dass durch kein anderes Mittel ersetzt werden kann.

Weitere Infos:

TAURISKA in der Dorfzeitung >

OPEN SPACE – eine jazzig literarische Annäherung an die Stille Nacht
Eine Veranstaltung, in der es auch um Nachhaltigkeit geht.

Dorfradio,das Radiomagazin der Dorfzeitung.com
Für Freunde von Radiounterhaltung, etwas abseits vom Mainstream. Hören Sie hinein!


Tauriska und das Buttern

Nachhaltige, regionale Ernährungswirtschaft

Die Kohr’sche Philosophie („Small is beautiful“), soll anspornen, auch aus dem „Kleinen“ heraus aktiv zu werden und neue Wirtschaftsformen zu kreieren. Den Aufbau regionaler Versorgungsstrukturen fördert TAURISKA seit 30 Jahren, wie das Beispiel „Obstpresse Bramberg“ eindrucksvoll zeigt.

Das Festival 2018 soll Lust auf den eigenen Anbau und die Verwendung biologischer Zutaten machen. Anregungen sollen ein Kochkurs mit Apfelreststoffen – dem „Epfö-Trester-Pulver“, eine Obstsortenerhebung, Krauteinschneiden und Gemüse einlegen wie zu Großmutters Zeiten und Gesundes aus der Region liefern.

Im Bramberger Samplhaus von Christine Hochwimmer, der Trägerin des Salzburger Volkskulturpreises 2017, finden Wochenmärkte voll mit regionalen Köstlichkeiten statt. Hier wird auch altes Handwerk vorgeführt. Ein „Arche Noah“-Kunstwerk aus Ton steht symbolisch für den Aufbruch zu neuen oder wieder entdeckten Möglichkeiten. Ein Getreide-Schaufeld zeigt, wie man im bayerischen Laufen den Anbau des historischen Landweizens mit großem Erfolg reaktiviert hat.

Das Buttern

Da passt gut das Projekt „Wir essen ein Butterbrot – selber Butter herstellen“. Zahlreiche Besucher und Besucherinnen nutzen die Gelegenheit um im Rahmen des Bramberger Wochenmarktes dieses “Handwerk” anzuschauen.

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Kathi Seifriedsberger, Hedwig Hofer, Andrea Astl und Bäckermeister Fritz Daxenbichler gaben viele Anregungen und Tipps. Hervorragend schmeckt das neue Brot – OimLoab – aus der regionalen Bäckerei Daxenbichler. Ein TAURISKA-Projekt das man nachmachen kann, wenig Aufwand, etwas Zeit und Geduld und das Wissen von Menschen die noch selber Butter hergestellt haben.

Wie wird’s gemacht:

Butterherstellung: Kuhwarme Vollmilch wird direkt nach dem Melken mit der Zentrifuge in Magermilch und Rahm getrennt. Ebenso ist es traditionell üblich, die Milch in Gebsen (ein traditionelles flaches Holzgefäß) über Nacht stehen zu lassen, der Rahm steigt auf und kann abgeschöpft werden.

Zwei Formen der Butterherstellung sind bekannt: Entweder wird der Rahm frisch verarbeitet, sodass Süßrahmbutter entsteht, oder man lässt den Rahm säuern und stellt daraus Sauerrahmbutter her. Beim Buttern wird der Rahm im Butterfass mechanisch gerührt – zuerst entsteht Schlagobers, dann verfestigen sich die Fettteilchen und es entstehen Butterkörner. Als Nebenprodukt fällt Buttermilch an.

Aus den kleinen Schlagobers wird mit Hilfe von Wasser die restliche Buttermilch ausgewaschen. Anschließend wird das restliche Wasser mit den Händen aus der Butter geknetet. Zum Schluss wird die Butter mit Hilfe von Modeln in wunderschöne Formen gebracht.

Mathias Kinberger LFS-Bruck


Wien isst anders

Wien isst anders

In der Stadt der Heurigen und Würstlstände bricht ein neues Zeitalter an: Das Essen von mitgebrachten Speisen in der U-Bahn wird verboten. Die Wiener wissen schon ganz genau, warum an den Stadteinfahrten große Tafeln mit der Aufschrift “Wien ist anders” montiert sind.

Vorbei ist es mit dem genussvollen Verzehr einer Pferdeleberkäse-Semmel oder eines Wiener Lángos. Oder eines Bosnawürstels oder sogar eines Kebaps. Oder eines Apfels.

Spannend ist auch, ob der Konsum von Getränken zum Thema wird, wer verdurstet schon gern zwischen Praterstern und Traisengasse. Leicht illuminierte Fahrgäste mit den unterschiedlichsten Fahnen sind auch fallweise einmal anzutreffen. Der D-Wagen nach Nussdorf lässt grüßen.

Da kommen ja auf die Schwarzkappler, oder wer immer die Jausensackerl kontrollieren darf, spannende Zeiten daher. Vielleicht gibt es sogar für BIO-Produke einmal Ausnahmen, in Wien ist alles möglich.


Vikltualienmarkt

Pferdeleberkäse, Wiener, Bauernsalami

Freilich, etwas gewöhnungsbedürftig ist der Geschmack unserer bayrischen Nachbarn schon, wenn man nur an ihre Vorliebe für Schweinshaxen, Weisswürste, Obatzt’n, Brezel und Bier denkt.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Krass wird es aber schon, wenn man sieht, was am Münchner Viktualienmarkt, kurz vorm Oktoberfest alles zum Kauf angeboten wird. Da gibt es heiße Wiener, selbst Bauernsalami aus Niederbayern ist zu kaufen. Da erscheinen dann die traditionellen Pferdewürste und der würzige Pferdeleberkäse als eher sehr harmlos.

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Frische Kinderschnitzel habe ich schon länger keines mehr gesehen, sie sind auch von den Speisekarten in den Gasthäusern fast völlig verschwunden.

Man kann in diesem Zusammenhang schon verstehen, warum so viele Münchner auf Flüssignahrung umstellen, berichten gewöhnlich gut informierte Kreise aus der Weltstadt des Bieres.