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The Oscar goes

Herzliche Gratulation an die Salzburgerin Julia Körner, die an den Kostümen von “Black Panther” mitgearbeitet hat.


Im Hungerwinter 1946 berichten vier junge Männer vom Land über ihre traumatischen Erfahrungen mit „einem Krieg, der uns Bauern nix angeht“. Die Köstendorfer Regisseurin Gabriele Neudecker hat akribisch recherchiert und die ergreifenden Schicksale dieser mutigen Männer in ausdrucksstarken Bildern in Szene gesetzt. Viele Köstendorfer ließen es sich nicht nehmen, bei der Salzburg-Premiere am 27.2.2015 im DAS KINO dabei zu sein.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Der Bauer, der Koch, der Ministrant und der Schweinemeister erzählen wahre Geschichten über ihre Desertion und den Krieg, den niemand brauchte. Trocken und emotionslos berichtet der Bauer etwa vom Krieg in Russland und seiner Flucht. „Meine Augn ham zu vü gsegn, des halt da Mensch net aus.“ Jetzt ist er mit Holzarbeiten beschäftigt und kann nicht verstehen, warum er zu Hause geächtet wird. Er gibt die Hoffnung nicht auf, dass das wieder wird. Den kränklichen Ministranten hingegen, gedrillt aufs Glauben und Folgen, hatte es nach Monte Cassino verschlagen. Jetzt lässt er sich von seiner Schwester aushalten, denn von der Schnitzerei von Heiligenfiguren kann er nicht leben.

Der Koch kam als Kanonenfutter nach Murmansk, obwohl er doch eigentlich zu den Fliegern wollte. Sein Leidensgenosse konnte bei einer Eskimo-Frau Unterschlupf finden, doch er selbst zog die Flucht vor. In einer Wirtsstube erzählt der Schweinemeister, wie er von seinen Brüdern regelrecht zur SS gezwungen wurde. Nach seiner Desertion muss er sich fünf Monate im Moor verstecken: „Suachn tuans die wia a Viech, grad zum Daschiassn.“

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Es sind reale Schicksale, die der Film, der auf unzähligen Interviews mit Zeitzeugen basiert, in wunderbar ruhigen Bildern zeigt. Von den porträtierten jungen Männern, die von jungen Salzburger Laiendarstellern (Franz Kranzinger, Markus Klampfer, Alexander Kortoletzky und Peter Neudecker) verkörpert werden, ist heute nur noch einer am Leben.

Es war also für Gabriele Neudecker die letzte Chance, einen Film über dieses für manche Personen noch heute heikle Thema zu machen. Kaum zu glauben, dass die offizielle Rehabilitierung von Kriegsdienstverweigerern und deserteur_917Wehrmachts-Deserteuren erst im Jahre 2009 durchgesetzt wurde. Gabriele Neudeckers Film wurde bereits zu 24 Filmfestivals eingeladen und mit fünf internationalen Awards ausgezeichnet. Fein, dass wir Salzburger den harten Flachgauer Dialekt ganz gut verstehen, denn selbst in Linz hat es Probleme gegeben und die Zuschauer mussten auf die englischen Untertitel ausweichen.

Zwei Wochen lang läuft dieser „Salzburger Film“ im DAS KINO. Eine außergewöhnliche Inszenierung, die ganz ohne Archivmaterial auskommt und mit ausdrucksstarken Bildern, kräftiger Sprache und der wundervollen Musik von Doris Kirschhofer tief berührt, ohne zu verstören. Absolut empfehlenswert!

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„Deserteur!“ – Österreich 2012; Regie: Gabriele Neudecker; Drehbuch: Gabriele Neudecker; Kamera: Stefan Aglassinger/Gabriele Neudecker; Schauspieler: Franz Kranzinger, Alexander Kortoletzky, Markus Klampfer, Peter Neudecker jun.; Musik: Doris Kirschhofer/Brigitte Wagner; 80 Min., OF Deutsch. Fotos: PimpthePonyProductions

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Deserteur Filmplakat_2015k„DESERTEUR!“ der Köstendorfer Regisseurin Gabriele Neudecker wurde rund um die Welt zu 24 Filmfestivals eingeladen und mit 5 internationalen Awards prämiert.

Ab 27. Februar wird DESERTEUR! nun endlich für das „einheimische“ Publikum im DAS KINO gespielt.

Alle vier Hauptrollen sind mit jungen Salzburger Laiendarstellern (Franz Kranzinger, Alexander Kortoletzky, Markus Klampfer und Peter Neudecker) besetzt, alle Szenen wurden im Flachgau (und Innviertel) gedreht.

In eisigen Winterbildern erzählen die jungen Männer im Hungerwinter 1946 von Ihrer Desertion aus der Wehrmacht: Es sind wahre Geschichten und ergreifende Schicksale, die die Regisseurin akribisch recherchierte. Für die außergewöhnliche Inszenierung – die Umsetzung der Zeitzeugen-Interviews in ausdrucksstarke Bilder, ohne Archivmaterial in den Film einzubeziehen – wurde Neudecker mehrfach ausgezeichnet.

In Salzburg gibt es nur eine Handvoll Kinofilmschaffende, die österreichweit oder international gefragt sind. Die Austrian Film Commission betreute unseren Film (als einen der wenigen Salzburger Filme), trotzdem sind wir auf gegenseitige Hilfe und die Unterstützung von Presse und Medien sehr angewiesen – gerade in Salzburg, in der die Geschichte um Deserteure noch lange nicht aufgearbeitet ist und in dem die Serie krimineller Nazi-Schmierereien nicht abreißt, setzt der ehrliche und mutige Film von Neudecker ein Zeichen.


LETS CEE_Logo

Das LET’S CEE Film Festival findet einmal pro Jahr in Wien statt. Es präsentiert ausnahmslos qualitativ hochwertige Produktionen aus Zentral- und Osteuropa (CEE) einschließlich der Kaukasus-Region und der Türkei.

Auf dem Programm steht eine Auswahl der besten aktuellen Spiel- und Dokumentarfilme sowie vielversprechende Kurzfilme, die allesamt im Rahmen von Wettbewerben präsentiert werden; dazu kommen diverse Filmreihen, die schwerpunktmäßig von legendären Kinoklassikern über einschlägige Retrospektiven und Hommagen bis hin zu ausgezeichneten Kinderfilmen reichen. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden fast alle Produktionen dabei in Originalversion mit englischen oder deutschen Untertiteln und viele Filme als Österreich-Premieren gezeigt.

Zentrales Ziel des Festivals ist die Förderung und Verbreitung des mittel- und osteuropäischen Films.LETS CEE_Come Together Insbesondere sollen auch länderübergreifende Kooperationen im Filmbereich initiiert und vielversprechende Talente aus Zentral- und Osteuropa sowie aus Österreich unterstützt werden. Das Festival soll aber vor allem auch einen positiven Beitrag zum interkulturellen Dialog auf inner- und zwischenstaatlicher Ebene leisten und zur Verständigung zwischen Österreichern und den Menschen aus Zentral- und Osteuropa beitragen.

Das zweite LET’S CEE Film Festival findet zwischen dem 13. und dem 21. September 2013 in Wien statt.

LAST CALL:

Nur noch bis 16. Juni 2013 können junge Filmemacher aus Österreich sowie aus Zentral- und Osteuropa ihre Kurzfilme zum Thema Zivilgesellschaft einreichen. Die besten Filme werden im Rahmen des LET’S CEE-Kurzfilmwettbewerbs von den Regisseuren und Regisseurinnen persönlich präsentiert.

Für weitere Details bitte hier klicken:
www.letsceefilmfestival.com/news-detail-en/items/85.html

Hier geht es direkt zur Filmeinreichung:
http://www.festhome.com/festivales/info_extendida/61


Dieser 55-minütige Film wurde 1992 von Walter Wippersberg kreiert und gedreht und ist stilistisch in das Genre der Mockumentary (Spott-Dokumentation oder satirische Doku) einzureihen. Er zeigt den perspektivischen Wechsel vom österreichischen Universum-Produzenten zum afrikanischen Kulturforscher, der in die mythische Welt Oberösterreichs eindringt, um dem vielzitierten „Durchschnittsafrikaner“ die Kultur und Ethnologie dieses Landstrichs nahezubringen.

AstridMueller_85Von Astrid Müller

Was mit der Suche nach „Trägern und Wegweisern“ in einem Gasthaus beginnt, endet im Bierzelt beim Volkfest.
Das afrikanische Filmteam rätselt über Individualismus und Militarismus, über den fünfgottigen Monotheismus (Gott Vater, Göttin Mutter, der gemordete junge Gott, der böse Gott und die weiße Taube), den Wein und das Brot, das Lamm Gottes.
Sie finden heraus, dass Volksfeste offensichtlich einen Bezug zur Religion haben.
Doch warum feiert das Volk nicht mehr in der Kirche, warum trinkt es nicht mehr Wein und bricht Brot bzw. was tritt nun an die Stelle des Totemtieres Lamm?
Bis der Kameramann eine erstaunliche Entdeckung macht…

„Das Fest des Huhnes“ ist ein beißend satirisch inszenierter Film über den Durchschnittsösterreicher, wie uns der ausländische Besucher sehen würde.
Man lacht, man schüttelt den Kopf, man schämt sich…wo sonst wird einem so beinhart die Wahrheit gesagt?
Ein Film, der zufällig von meinem Partner gefunden und für wertvoll erachtet wurde.
Viel Spaß beim Ansehen!

Hier der Link zum Film: http://www.youtube.com/watch?v=5zrjLxEjGZ8


Nach der erfolgreichen Teilnahme von „DESERTEUR!“ bei der Berlinale 2013 feiert das Team um die Köstendorfer Regisseurin Gabriele Neudecker in Kürze die US-Premiere beim bedeutenden Worldfilmfest Houston – als einziger österreichischer Film im internationalen Wettbewerb!

Beleg/Info der Austrian Film Commission:
http://www.afc.at/jart/prj3/afc/main.jart?rel=de&content-id=1148999720313&reserve-mode=active

“DESERTEUR!” ist zu einigen Preisen nominiert, das Festival findet von 12. – 21. April statt.

Der Film DESERTEUR! läuft nahezu zeitgleich bei zwei wichtigen US-Festivals: Auch das „Athens International Film and Video Festival“ in Ohio von 12.-18. April hat “DESERTEUR“ in seine Competition-Show geladen. In Athens schätzt man die sehr eigene filmische Handschrift der Köstendorfer Regisseurin Neudecker, die am Festival in den Vorjahren mit ihren Filmen schon Preise gewinnen konnte.

Also bitte Daumen drücken, für erfolgreiche Aufführungen und spannende Publikums-Diskussionen für unsere Film-Produktion by Pimp the Pony Productions und Drehbuchwerkstatt!

Informationen gibt es auf unserer Website www.drehbuchwerkstatt.eu und auf der FB-Site von DESERTEUR!
http://www.facebook.com/#!/pages/DESERTEUR/168181426603335

Der Katalog der interessantesten österreichischen Filme 2012 der Austrian Film Commission ist inzwischen online – „DESERTEUR!“ mit dem internationalen Titel „Glorious Deserter“ ist hier als eine der wenigen Salzburger Filmproduktionen bei den Dokumentationen vertreten: http://www.afc.at/jart/prj3/afc/data/uploads/kataloge_neu/AFC_Review2012.pdf

Ein kleiner Hinweis zur Nachwuchsarbeit der Drehbuchwerkstatt unter Federführung der Regisseurin und Filmproduzentin Gabriele Neudecker: Der zum „spec_script Award“ nominierte Stoff „Spitzendeckchen“ von Sarah Wassermair und Diego Breit wurde von Dominik Hartl verfilmt und ist Eröffnungsfilm des diesjährigen Filmfestivals der Filmakademie Wien von 10.-14. April 2013.

Der „spec_script Award“ wird auf Initiative und langjähriger ehrenamtlicher Juryarbeit von Gabriele Neudecker von der Drehbuchwerkstatt vergeben. Durch die frühe professionelle Förderung von vielversprechenden Stoffen konnten außergewöhnliche Filmprojekte entstehen, so auch „Abgestempelt“ des spec_script-Preisträgers Michael Rittmannsberger, dessen Kurzfilm seit Monaten wichtige internationale Preise bei renommierten internationalen Film-Festivals gewinnt.

Erwähnenswert auch das zum „spec_script Award“ nominierte, sehr ungewöhnliche Drehbuch „Das ist es, was immer mit den Menschen los und mit den Tieren nicht los ist“ von Jan und Anna Groos, dessen Uraufführung als mittellanger Film im Wettbewerb des Filmfestivals Max Ophüls Preis 2013 stattfand.

Info zum Eröffnungsfilm Spitzendeckchen – ein sehenswerter Film! http://2013.filmfestivalwien.com/filmdetails-de/items/spitzendeckchen.html

Wir freuen uns nun auf die US-Premiere unseres Kinofilms „DESERTEUR!“, der international bereits einiges an Aufsehen erregen konnte und mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde.

Mit herzlichem Dank für das Lesen bis hierher und vielen Grüßen,
das Team der Drehbuchwerkstatt und Verwertung „DESERTEUR!“

Drehbuchwerkstatt
fon: + 43 6216 4044412
fax: + 43 6216 4044420
email: office@drehbuchwerkstatt.eu
www.drehbuchwerkstatt.eu


Stille Nacht in Oberndorf

Dieser Tage wird in manchen Salzburger Stille Nacht Gemeinden ein neuer “Stille Nacht Film” präsentiert.

Ob die englische Originalversion zukünftig auch ins Deutsche übersetzt wird, ist noch unklar. Den Trailer zum Film können wir schon präsentieren.

[embedyt] https://www.youtube.com/watch?v=tT1s_qBV_qs[/embedyt]

Eine Aufführung des Filmes findet am 9. Dezember 2012 im Benediktussaal in Lamprechtshausen statt. 




Unser Köstendorfer Kino-Film „DESERTEUR!“ mit dem internationalen Titel „Glorious Deserter“ ist international begehrt und im Herbst gleich zu fünf Filmfestivals geladen – wir freuen uns sehr, denn der Film wurde mit geringen finanziellen Mitteln gedreht und kann sich nun mit den interessantesten österreichischen Filmen 2012 (Austrian Film Commission) und sogar internationalen Starproduktionen messen – warum?

Vielleicht sind das Antworten: das gut recherchierte und berührende Drehbuch mit wahren Schicksalen, die authentischen Köstendorfer Laiendarsteller, die wundervolle Musik von Doris Kirschhofer, die außergewöhnliche Inszenierung der Regisseurin Gabriele Neudecker einer Dokumentation, in der ausnahmslos alle Szenen inszeniert sind und 1946/47 spielen…

Am 21. September geht es los, unser Film feiert seine Portugal-Premiere im Wettbewerb „Man and His Environment“ beim Festroia Film Festival – als einziger österreichischer Film. „Glorious Deserter“ ist beim Festival zu mehreren Preisen nominiert.

Ein paar Tage später ist der Film in die internationale Competition des renommierten Raindance Filmfestivals in London als UK-Premiere von 26. September bis 07. Oktober geladen. Eine nette Rezension zum Film finden Sie bei Interesse hier: http://www.raindance.co.uk/site/index.php?id=594,8885,0,0,1,0

Fast zur selben Zeit ist der Film in Paris zu sehen, wo sich das DESERTEUR-Team um Regisseurin Gabriele Neudecker über eine weitere Festival-Einladung zum Festival International Signes de Nuit von 5.-16. Oktober freuen kann. Festival-Director Dieter Wieczorek sah unseren Film bei der Welturaufführung im Frühling 2012 in Paris, wo „DESERTEUR!“ zum „Prix Anna Politkovskaia“ für die mutigste Filmdokumentation nominiert wurde – und lud den Film spontan auch in sein Festival ein.

Das für Dokumentarfilmer sehr wichtige  Jihlava International Documentary Film Festival (Czech Republic) von 23. Oktober 2012 – 28. Oktober 2012 hat DESERTEUR! ganz aktuell in die Competition East Silver Market Awards geladen.

Und im November schließlich ist der Film wieder nach Polen geladen, beim Cinergia Filmfestival Forum of European Cinema von 4. November  – 12. November 2012. Schon im Sommer war unser Film in mehreren Städten in Polen zu sehen bei der Lubuskie Lato Filmowe.

Auch eine deutschsprachige Rezension vom Bayrischen Rundfunk anlässlich der Deutschlandpremiere von DESERTEUR! im Mai in München möchte ich gern hier anfügen:

“Deutlich stringenter ist die Inszenierung des österreichischen Doku-Fiction-Films “Deserteur!” von Gabriele Neudecker. Der Film portraitiert vier junge Männer vom Land, die ihre persönlichen Geschichten über Widerstand, Verweigerung und Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg erzählen. Im Hungerwinter 1946 arbeiten sie ihre traumatischen Erinnerungen an den Krieg und ihre gesellschaftliche Ausgrenzung als Deserteure auf. Die Protagonisten sind fiktive Figuren, die von Laienschauspielern verkörpert werden, basieren aber auf wahren Schicksalen und zahlreichen Interviews mit Zeitzeugen. Das Ergebnis ist seltsam entrückt, assoziativ und poetisch. Nie wird Archivmaterial verwendet – Regisseurin Gabriele Neudecker hält durchgehend an einer offensiv pseudodokumentarischen Machart fest. Als wäre ein Kamerateam aus dem 21. Jahrhundert in das Jahr 1946 gereist um diese vier Männer zu portraitieren. Der Film behauptet nie “real” zu sein – aber er wirkt so. Und das ist eine große Leistung. (Ralph Glander, on3, Bayrischer Rundfunk)

Auf dem Foto der Köstendorfer  Laiendarsteller Alexander Kortoletzky in der Rolle des SS-Deserteurs „DER SCHWEINEMEISTER“ (fotos free by Pimp the Pony Productions 2012)

In Salzburg wird der Film erstmals 2013 zu sehen sein – darauf freuen wir uns besonders, es wird ein „Heimspiel“ mit vielen interessierten Zusehern werden!

 

Mit freundlichen Grüßen

Dorothea Oberleitner
Drehbuchwerkstatt

 


(Von Dorothea Oberleitner, Köstendorf) In Kürze vergibt die Drehbuchwerkstatt Köstendorf zum 4. Mal Österreichs größten Nachwuchspreis für DrehbuchautorInnen, den „spec_script Award“: In diesem Jahr wurden 232 gültige Stoffe von jungen und aufstrebenden Nachwuchs-FilmerInnen aus ganz Österreich eingereicht, zwei Themen-Trends sind für 2012 auszumachen:

Liebe und Verlust der Liebe
Krieg im historischen Kontext

Die JungautorInnen verlassen beim Drehbuchschreiben durchaus ausgetretene Pfade, sie experimentieren, sprengen Genre-Grenzen und verbinden künstlerischen Anspruch und das Interesse an einem größeren Publikum auf eigenwillige Art und Weise. Die Jury unter der Leitung der Köstendorfer Regisseurin Gabriele Neudecker freut sich, folgende Nominierungen bekannt zu geben:

Thomas Nash mit „Lone Wolf“ (Treatment abendfüllender Kinofilm)

Servet Dean Sari mit „Die Tramperin“ (Drehbuch Kurzfilm)

Clara Breuer mit „4 Gewinnt“ (Drehbuch Kinderfilm)

Jakob Brossmann mit „GEHEN – ein Heimatfilm“ (Drehbuch Kurzfilm)

Daniel Staudigl mit „*1900“ (Treatment abendfüllenden Film)

Elisabeth Madlmayr mit „Rückzug“ (Treatment Kurzfilm)

Amila Sijamija mit „Der Krieg in seinem Kopf“ (Drehbuch Kurzfilm)

Julia Pia Huemer mit „Wilhelm“ (Drehbuch Episodenfilm)

Sabrina Stockner mit „A Dead Rainbow“ (Treatment Kurzfilm)

Sandra Schwarzer mit “Tag wie Nacht“ (Treatment)

Johannes Gierlinger und Jan Zischka mit „The Fortune you seek is in another Cookie (Treatment)

Der „spec_script Award“ in der Höhe von Euro 1.000,– wird im Rahmen der nächsten Cinema Next Filmnacht am 14. Juni ab 21 Uhr, im Salzburger DAS KINO vergeben. Rund 75 % der zum „spec_script Award“ nominierten oder ausgezeichneten Drehbücher werden verfilmt, hier noch ein paar der Erfolge der Vorjahres-PreisträgerInnen und Nominierten zum „spec_script Award“: Unser erster Preisträger des spec_script Awards, Michael Rittmannsberger, war mit seinem verfilmten Stoff „Abgestempelt“ für den Max Ophüls Preises 2012 in Saarbrücken nominiert sowie im Wettbewerb des renommierten Internationalen Filmfestival Krakau 2012.

Das zum „spec_script Award“ nominierte Dokumentarfilm-Drehbuch „Zapatistas in Mexiko“ wurde von Regisseurin Doris Musikar unter dem Titel „poco a poco“ verfilmt und beim „Crossing Europe Film Festival“ sowie dem „Neuen Heimatfilmfestival“ in Freistadt vorgestellt und mit dem „Kunstpreis der Arbeiterkammer Oberösterreich“ ausgezeichnet.

Der zum „spec_script Award“ nominierte Dokumentarfilm „Das erste Meer“ von Clara Trischler wurde mit dem Stipendium Perspektive österreichisches Nachwuchsfilmschaffen beim Youki – Internationales Jugend Medien Festival 2011 ausgezeichnet.

HINWEIS:
„spec_script Award 2012“  am 14. Juni  im DAS KINO (Salzburg)


Das renommierte deutsche Filmfestival Münster findet von 12. – 16. Oktober 2011 statt. Im Programm „Die besten Kurzen“ ist der Salzburger Sieger-Film „Freaky“ von Gabriele Neudecker vertreten.

Der als kleine Amelie aus Österreich bezeichnete Film um das verträumte Salzburger Bauernmädchen Maria zählt laut Bundesministerium für Kunst und Kultur – Innovative Filme – zu den sieben meist ausgezeichnetsten österreichischen Filmen zwischen 1995 – 2010. (Quelle Seite 19: ifa_1011)

Bereits im Entstehungsjahr 2001 gewann „Freaky“ den Förderpreis beim Filmfestival Münster aus 46 Wettbewerbsfilmen und über 400 Einreichungen. „Freaky“ erhielt in Münster erste internationale Beachtung und wurde im Anschluss zu über 150 Filmfestivals rund um die Welt geladen.

Im Moment entsteht mit dem abendfüllenden Spielfilm „Deserteur!“ wieder ein Salzburger Film unter der Regie von Neudecker. Die Fertigstellung ist für 2012 geplant. Wir fühlen uns sehr geehrt, Salzburg wieder beim IFF Münster vertreten zu dürfen und freuen uns auf ein interessiertes Publikum.

Pressemitteilung
Drehbuchwerkstatt Salzburg
Rijeka/Köln/Trabzon/Banja Luka/Mombasa


Eine New Yorker Ballett-Company will eine Neufassung von Tschaikowski´s Schwanensee aufführen. Der Choreograph Thomas Leroy (herrlich unsympathisch gespielt von Vincent Cassel) möchte , dass die weiße Schwanenkönigin und der schwarze Schwan von derselben Tänzerin verkörpert werden.

Dafür sucht er eine neue Primaballerina. Nina Sayers (Natalie Portman) ist sehr ehrgeizig , tanzt technisch perfekt, aber nach Thomas´ Meinung, zu wenig leidenschaftlich. Geschickt versteht er es, Nina gegen ihre Konkurrentin Lily (Mila Kunis) auszuspielen und treibt das junge Mädchen mit seinen übersteigerten Ansprüchen und (auch sexuellen) Machtspielen fast in den Wahnsinn.

Für mich zeigt der Film, wie stark der Leistungsdruck auf junge Menschen, vielleicht besonders auf Mädchen, einwirkt. Sie sollen perfekt sein in Schule und Studium und dabei noch wunderschön aussehen. Dies führt häufig zu psychischen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen bis hin zur Selbstverletzung und zum Suizid. Die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend, Natalie Portmann wurde mit einem Oscar und einem Golden Globe ausgezeichnet.

Heidi Müller zu „Black Swan“, Psychothriller von Darren Aronofsky, 2010
Oval am 20.4.2011

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Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte des sozialen Netzwerkes „Facebook“. Die Basis für das Drehbuch (Aaron Sorkin) ist das Buch „Milliardär per Zufall : Die Gründung von Facebook- eine Geschichte über Sex, Geld, Freundschaft und Betrug“. Von Ben Mezrich.

Mark Zuckerberg, ein Student an der Harvard Universität ist nach eigener Angabe ein sogenannter „Nerd“, das ist ein Computerfreak, der meist in seiner eigenen Welt lebt und Probleme mit zwischenmenschlichen Beziehungen hat. Sein größter Ehrgeiz ist, in eine der exklusiven Studentenverbindungen aufgenommen zu werden. Nachdem ihn seine Freundin Erica verlässt, verunglimpft er sie im Internet und erfindet das FaceMash- eine Internetseite, auf der er zwei Frauen von anderen Studenten bewerten lässt ( welche ist geiler ??) Sein Kollege Eduardo Saverin liefert ihm den Algorithmus für den Vergleich. Die Seite ist so beliebt, dass es fast zum Absturz des Servers kommt. Daraufhin wird Zuckerberg für ein halbes Jahr suspendiert. Die Winklevoss Zwillinge werden auf ihn aufmerksam und haben die Idee für ein soziales Netzwerk an der Harvard University. Zuckerberg verspricht, mit ihnen zusammen zu arbeiten, programmiert dann aber alles alleine und bringt TheFacebook unter seinem Namen ins Netz. Er lernt den Begründer der Musiktauschbörse „Napster“ kennen, der ihn mit Großinvestoren zusammenbringt. Mark´s Freund Eduardo Saverin wird ausgebootet.

Im Film bilden nun die Vergleichsverhandlungen mit den Anwälten über Abfindungszahlungen die Rahmenhandlung. In Rückblicken wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Für mich war dieses Hin-und Herspringen etwas zu hektisch. Interessant war die Darstellung des „Sittenbildes“ einer amerikanischen Universität : wichtig ist, zu einer der elitären Studentenverbindungen zu gehören, denn nur dort kann man die „richtigen“ Menschen kennenlernen . Wilde Partys, auf denen zwar kaum jemand mit Zigaretten zu sehen ist, dafür gibt es aber Drogen und jede Menge Sex-natürlich nur mit den hübschesten Mädchen, die vorher ausgewählt werden.

Ich finde es auch schade, dass man nicht genau weiß, wie viel Wahrheit in diesem Film steckt- die Freunde Mark Zuckerbergs sagen- nur etwa 40 %, seine „Feinde“ behaupten, dass der Inhalt ziemlich authentisch ist. Auf alle Fälle ist The Social Network sehenswert, vor allem für Facebook Nutzer.

Heidi Müller zu „ The Social Network „ Film von David Fincher, 2010
OVAL am 13.4.2011

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