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Anja Jounleit

Anja Jonuleit: Rabenfrauen

Autor: Anja Jonuleit
Titel: Rabenfrauen
ISBN: 978-3-4232-1753-8
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co KG
Erschienen: 31.08.2018

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Klappentext:

Jahrhundertsommer 1959 in Grösitz: Die Freundinnen Ruth und Christa genießen die letzten Ferien vor dem Abitur. Eines Abends lernen sie beim Baden im nahe gelegenen Bach Erich kennen, der zu einer Gruppe freikirchlicher Christen gehört, die dort ihre Zelte aufgeschlagen hat. Eine willkommene Abwechslung für die Mädchen, die fortan viel Zeit im Zeltlager verbringen. Aber dann verlieben sich alle beide in Erich. Und das Schicksal der Freundinnen ändert sich für immer…

Rezension von Rebecca Schönleitner

Rebecca Schönleitner

Als ich das Nachtfräuleinspiel gelesen hatte wusste ich, dass ich von dieser Autorin weitere Bücher kaufen muss.

Ein unbeschwerter Sommer 1959 für Christa und Ruth, sie stehen im Abitur Jahr und arbeiten in den Ferien als Kartoffelsammlerinnen. Da lernen die beiden Erich kennen, einen attraktiven, großen, blonden Mann. Was zuerst als eine normale Liebesgeschichte beginnt entwickelt sich zum Albtraum. Erich ist Mitglied der Sekte Colonia Dignidad.

Während Ruth nach und nach erkennt, dass diese Gemeinschaft gefährlich ist verfällt Christa dem Bann dieser Sekte.

Die Handlung und Personen sind frei erfunden – die Sekte Colonia Dignidad sorgte mit den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs, Mord, Freiheitsberaubung, Folterung und vielem mehr für Schlagzeilen. Natürlich habe ich über diese Sekte nachgelesen und mein Entsetzen war groß.

Ein großartiger Roman, perfekt recherchiert, sehr bedrückend und schockierend.

Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!


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Olofsson Elin by Anna Rex

Elin Olofsson: Die Hoffnung zwischen den Zeilen

Autorin: Elin Olofsson
Titel: Die Hoffnung zwischen den Zeilen
          Aus dem Schwedischen von Nina Hoyer
ISBN: 978-3-5701-0364-7
Verlag: C.Bertelsmann Verlag
Erschienen: 14.10.2019

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Klappentext:

Hamburg 1949: Als Ulrike
Hartmann erfährt, dass ihr Verlobter Hans im Krieg gefallen ist, verlässt sie
verzweifelt ihre zerstörte Heimat und wandert nach Schweden aus. In ihrem
Koffer hat sie ein Bündel Briefe, die Hans im Krieg jahrelang von einer
Schwedin namens Elsa Petterson erhalten hat. Ulrike reist zu Pettersons Wohnort
in die Provinz, versucht herauszufinden, in welchem Verhältnis sie zu Hans
stand. Beide Frauen entwickeln eine Freundschaft, und Ulrike erfährt etwas
schier Unglaubliches über Hans, das ihrer aller Leben für immer verändern wird

Rebecca Schönleitner

Rezension von Rebecca Schönleitner

In der Buchhandlung wurde ich
von diesem schönen Cover derart angesprochen, dass ich das Buch gleich kaufen
musste.

Eine junge Deutsche, Ulrike, vom
Leben nicht wirklich verwöhnt, aber mit viel Kraft und Mut ausgestattet, macht
sich auf die Suche nach Ihrem Verlobten, der im Krieg verschollen ist.

Sie besucht seine Mutter, holt
sich von der verhärmten Frau eine Abfuhr und bekommt Briefe. Briefe, die eine
andere Frau, eine Schwedin an ihren Hansi geschrieben hat. Da eine Adresse zu
finden ist, fährt sie los um diese Frau zu finden, die ihren Hans wohl als
Letzte gesehen hat.

Die zwei komplett
unterschiedlichen Frauen treffen aufeinander und Elsa verrät Ulrike ein großes
Geheimnis, das alles verändern wird.

Ein ganz toller Roman, sehr ruhig und empfindsam, mit vielen Feinheiten zwischen den Zeilen. Ich habe dieses Buch genossen!


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Weltfrauentag

Weltfrauentag 2020

Als große Anhänger der Frauenpower ist für uns im virtuellen Dorf der 8. März natürlich ein Festtag. Den internationalen Frauentag, den Weltfrauentag, den Frauenkampftag oder den internationalen Frauenkampftag gibt es bereits seit 1911, er wurde von den Vereinten Nationen eingeführt.

Obwohl es in den letzten 100 Jahren sehr viele Verbesserungen bei den Frauenrechten gegeben hat, von einer wirklichen Gleichstellung sind wir noch meilenweit entfernt.

Nichtsdestotrotz gilt es, diesen Ehrentag gebührend zu würdigen. Wie grau und eintönig wäre die Welt ohne die Frauen!


Vernissage Rochus Gratzfeld, Schloss Mirabell, Starke Frauen

Starke Frauen in Salzburg

Ein Bild-Wort-Projekt von Rochus Gratzfeld, Salzburg & Sarrod

„Rochus Gratzfeld liebt die Frauen“, bemerkte Stadträtin Mag.a Anja
Hagenauer schmunzelnd bei ihrer Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellungseröffnung
STARKE FRAUEN IN SALZBURG anlässlich des Equal Pay Days in der Wolf Dietrich
Halle im Schloss Mirabell. Dem wollte auch die für das Projekt verantwortliche
Leiterin des Frauenbüros der Stadt Salzburg, Mag.a Alexandra Schmidt, nicht widersprechen.

Und irgendwie ist da ja auch was dran. Seien es die hotel.room.nudes., die Rochus Gratzfeld ebenso in Salzburg ausstellte, wie dieNACKTE FRAUmitHUND. Auch sein nächstes Projekt stellt wieder Frauen in den Mittelpunkt: FRAUEN SEHEN SARRÓD.

Dieses Mal kombinierte der Soziologe und Künstler Rochus Gratzfeld
Fotografien mit Statements. Das Ergebnis sind 15 großformatige Plakate mit 16
Frauen.

„Sie leben in der Stadt Salzburg oder haben einen starken Bezug zur Stadt.
Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialer Stellung,
unterschiedlicher Religionen, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher
sexueller Orientierung. Und eine Frau, die sich dagegen entschieden hat, ein
Mann zu sein.

Drei Frauen kommen nicht ursprünglich aus Salzburg, sondern aus Algerien,
Ghana und Indien. Für sie wurde Salzburg zur Heimat  –  auf
sehr unterschiedlichen Wegen.

Die Fotoportraits entstanden dort, wo die Frauen das wollten. Herausgekommen ist eine Dokumentation der Vielfalt und Stärke von Frauen: ein starkes Charakteristikum dieser Stadt.“ (Quelle: Information des Frauenbüros der Stadt Salzburg.)


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2019 weltfrauentag

Internationaler Weltfrauentag 2019

Es muss einmal festgestellt werden: Frauen sind das Beste, das uns Männern passieren konnte.

Das mit der Gleichstellung werden wir auch noch auf die Reihe bringen, ganz gewiss. Versprochen.

Weiterführende Infos >


kollinski_77cent

„77 CENT“ – Karriere kein Kinderspiel

Susanne Lipinski und Caroline Mercedes Hochfelner (Kollektiv KOLLINSKI) bieten mit ihrer schrägen Performance nicht nur Frauen Spannung, Erkenntnis und Seelenfrieden. Als Seminar in sieben Modulen angelegt, erweist sich „77 CENT“ als bissiges Kabarett, das bestens unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

77 Cent verdienen Frauen, wenn Männer einen Euro bekommen. Der Gender Pay Gap (die Statistik über die „geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede in Form von prozentuellen Einkommensnachteilen von Frauen, gemessen an den Einkommen von Männern“) gibt also zu denken. Die Schauspielerinnen Susanne und Caro sind über diese Ungerechtigkeit zu Recht empört. ___STEADY_PAYWALL___

Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte man Goethe ein Viertel seines „Faust“-Textes gestrichen. Was also lässt sich dagegen unternehmen? Können die sieben Module des Seminars (Situation, Clarity, Aim, Network, Start-up, Go with the flow und Stay-up) wirklich weiterhelfen? Bereits die Demonstration von Modul 1 sorgt für allgemeine Heiterkeit, denn hier ist Flexibilität gefragt und die schafft frau angeblich nur, „wenn sie die Beine breit macht“.

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Als zweifache Mutter weiß Susanne aus eigener Erfahrung, dass beim Kinderkriegen Emanzipation und Gleichberechtigung auf der Strecke bleiben. Liegt also doch alles an den Genen? Während Frauen mit dem Angst-Gen zu kämpfen haben, geht es den Männern dank Hörnix-, Riechnix- und Sehnix-Gen bestens, denn so können Babygeschrei, volle Windeln und staubige Fußböden einfach ausgeblendet werden. Kein Wunder, dass an den Frauen so viel Arbeit hängen bleibt, das „Ich mach‘s mir selber“-Gen erweist sich dabei als äußerst hilfreich. Als Susanne ob all dieser Ungerechtigkeiten mehr und mehr in Rage gerät, kommt ihr Caro zwar mit Anti-Hysterie-Globuli zu Hilfe, schildert ihr dafür aber ausführlich, wie man mit solchen Frauen früher umgesprungen ist.

Schließlich wird das Publikum in die Pause geschickt, denn angeblich steht im benachbarten Urban Keller ein köstliches Buffet bereit. Leider handelt es sich dabei nur um einen dramaturgischen Gag, der den beiden Damen die Möglichkeit bietet, über das angeblich abwesende Publikum zu lästern. Es ist nicht leicht, zwischen den Privatpersonen und den Kunstfiguren zu unterscheiden, „Flip Chart“ Traudi hingegen erweist sich als authentisch und punktet mit der finalen Erkenntnis: Der Nabel der Welt ist DEIN Nabel!

„77 CENT“ ist eines von acht Gewinner-Projekten von Podium 17, einer Kunst-Förder-Initiative des Landes Salzburg. Die Jury schreibt in ihrer Begründung, dass sich die Produktion „mit prekären Lebens- und Beschäftigungsverhältnissen von Frauen und soziopolitischen Diskriminierungsmechanismen auseinandersetzt und die Zuschauenden eine charmante Mixtur aus Theater und Seminar, Fake und Fakten, Analogem und Digitalem, Tiefgang und Humor“ erwartet.

„77 CENT“ – Karriere kein Kinderspiel. Eine Produktion von KOLLINSKI. Spiel, Text: Caroline Mercedes Hochfelner und Susanne Lipinski. Regie, Text: Karin Gschiel. Musikalischer Support: Gudrun Raber-Plaichinger. Gefördert von LAND SALZBURG in Kooperation mit dem Frauen Büro und dem Jugend Büro. Foto:  Karin Gschiel


Berauschende Pilz

Berauschende Schwammerl

Pilze gibt es in vielen unterschiedlichen Variationen, von essbar und hervorragend schmeckend über berauschend bitter bis hin zu hochgiftig und wunderschön. Es verlangt sehr viel Wissen, um mit Pilzen und Schwammerln richtig umgehen zu können.

Schwierig wird es immer dann, wenn der Pilz von seinem ernährenden Mycel getrennt wird, wodurch und wie auch immer. Die Schwammerl sind danach zwar oft noch ein Weilchen schön anzuschauen. Man kann sie trocknen und für was auch immer verwenden, nicht zuletzt auch abhängig vom Giftigkeitsgrad. Inwieweit sie die Potenz stärken, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, dass es, wenn man sie vom Mycel trennt, mit dem weiteren Wachstum vorbei ist.

Die Gattung der Politpilze ist allen anderen Schwammerlarten sehr ähnlich. Alleingelassen im politischen Hick-Hack schaut die Welt plötzlich ganz anders aus. Alte Grapschvorwürfe wiegen plötzlich so schwer, dass die Zeit als frisch gewählter Parlamentarier beendet scheint. (kat)

Der Standard – Vorwürfe wegen sexueller Belästigung: Peter Pilz tritt zurück


Silvia Kronberger: Die unerhörten Töchter

Silvia Kronberger, Salzburger Gemeinderätin und Soziologin, schrieb Buch: “Was heute die Bulemie ist, war früher die Hysterie”

Christine Schweinöster. Was heute die Krankheit Bulemie ist, war vor etwa 100 Jahren die Hysterie. Viele bürgerliche Frauen litten darunter, weil sie mit den herrschenden gesellschaftlichen Bedingungen nicht zu Rande kamen. “Hysterische Frauen” fanden Eingang in vielen literarischen Werken. Auf der Bühne wird von ihnen bis heute ein verhängnisvolles Bild gezeichnet. So wie es eine Männerwelt damals sah oder sehen wollte. Kaum jemand fragte sich aber, was in der realen Welt zu der Krankheit führte.

Jetzt hat die Kultursoziologin und Salzburger Bürgerlisten-Gemeinderätin Silvia Kronberger dieses Thema aufgearbeitet und ein Buch verfasst: “Die unerhörten Töchter” wird demnächst im Studienverlag Innsbruck herausgegeben. Es zeigt, wie Frauen daran scheiterten, alle ihre ihnen zugewiesenen Rollen zu erfüllen und mit der Krankheit Hysterie etikettiert wurden. Die “Nachfolgekrankheit” in unserer Zeit sei die Bulemie, sagt Kronberger. Frauen, die unter dieser Ess-Störung litten, versuchten, heutige gesellschaftliche Ideale “bis zum Erbrechen” zu erfüllen, sprich etwa schlank, jung und sportlich zu sein. Grundlage ihres Werks ist ihre Dissertation, die sie vor einigen Jahren am Institut für Kultursoziologie der Universität Salzburg verfasste. Darin zeigt sie auf, welche Funktion die Krankheit Hysterie anno dazumal erfüllte. So litten viele Frauen unter ihrer Situation. Sie konnten keine Schulen besuchen und keiner Arbeit nachgehen, fühlten sich unterdrückt, wollten ihre Rollen aber “bis zum Wahnsinn” erfüllen. So wurden sie krank und von der Gesellschaft als hysterisch tituliert. – Dies war auch einfach für die Männerwelt, die jegliche Verantwortung von sich weisen konnte. Als Bühnenfrauen fanden sie Eingang in Opern. So die Elektra in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss. Sie will sich in dieser Tragödie an ihrer Mutter rächen, weil diese gemeinsam mit ihrem Geliebten den Vater Elektras ermordet hat. Elektra wird vor Hass gegen die Mutter wahnsinnig. Sie bringt ihren Bruder Orest dazu, diese zu töten. In einem ekstatischen Tanz stirbt sie selbst. Ihr und weiteren fiktiven, psychisch leidenden Frauen aus der Opernwelt ist eine wissenschaftliche Auseinandersetzung anlässlich der Osterfestspiele in Salzburg gewidmet. Das erste Symposion einer geplanten Reihe wurde von der Universität Salzburg, dem Mozarteum, den Osterfestspielen, der Internationalen Salzburg Association, der Leopold-Kohr-Akademie und den Kulturellen Sonderprojekten des Landes veranstaltet. Auch in den folgenden Jahren sollen dabei Frauengestalten behandelt werden.