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Die Rechenkaiser

Es ist kaum zu glauben, aber die Zahlen sind eindeutig, unsere Jugend hat sich in Mathematik reifeprüfungstechnisch gesehen im letzten Jahr drastisch verbessert.

Schafften es 2018 noch 22,4 Prozent der Maturanten einer AHS (BHS 18,9%) nicht, die Mathematikprüfung beim ersten Anlauf zu erledigen, so waren es heuer nur noch 11,2%. (BHS 15,5%). Bei der anschließenden Kompensationsprüfung war die Hälfte erfolgreich. Das ist doch gut. Vielleicht haben die unzähligen Schulversuche doch etwas gebracht.

Wäre da nicht dieser fade Beigeschmack. Irgendwie fällt mir dazu dann das Bruchrechnen und der mathematische Begriff des kleinsten gemeinsamen Nenners ein.

Einfache Rechnungen werden mit dem Handyrechner bewältigt, wie man immer wieder beobachten kann. Und die Unis brauchen noch immer Aufnahmeprüfungen, weil sie sich auf die “Universitätsreife” der Maturanten nicht mehr verlassen können.


Krabat

Im Schauspielhaus Salzburg inszeniert
Daniela Meschtscherjakov Otfried Preußlers 1971 erschienenen,
preisgekrönten Jugendbuchklassiker, der auf eine sorbische Sage
zurückgeht. Ein starkes, intensives Stück, das vor den Verlockungen
der Macht warnt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Ein krächzender Rabe lockt den
14-jährigen Betteljungen Krabat zur Mühle am Koselbruch, wo ihn der
Meister als Lehrling aufnimmt. Die Arbeit ist hart und er wundert
sich, dass die anderen Mühlknappen nicht schwitzen und nicht müde
werden. Er freundet sich mit dem Altgesellen Tonda an und verbringt
viel Zeit mit dem angeblich dummen Juro, der kocht, wäscht und die
Schweine versorgt. Nach einiger Zeit findet Krabat heraus, dass er
sich in einer Schwarzen Schule befindet. Als auch er in der Kunst der
Zauberei unterrichtet wird, lernt er ehrgeizig und wissbegierig, denn
er ist fasziniert von der Macht, die er dadurch erlangt. Noch ahnt er
nicht, dass der Meister kein guter Zauberer ist. In der
Silvesternacht kommt Tonda auf mysteriöse Weise ums Leben und bald
schon nimmt ein neuer Lehrjunge dessen Platz ein. Als ein Jahr später
ein weiterer Geselle stirbt, wird ihm klar, dass der Meister sich dem
Bösen verschrieben hat und jedes Jahr einen seiner Schüler opfern
muss. Rabat will den Fluch nicht länger hinnehmen und beschließt,
gegen den Meister zu kämpfen, dessen Macht zu brechen und sich
selbst zu befreien.

In der Bühnenfassung von Nina Achminow
werden die elf Mühlknappen der Romanvorlage auf sechs reduziert und
so haben alle in den kleinen Kojen hoch über dem Mühlrad Platz
(Ausstattung: Ragna Heiny). Jakob Kücher nimmt es in der Titelrolle
mit dem großen Meister (dämonisch Wolfgang Kandler) auf. Mit Hilfe
von Juro (Tim Erkert) gelingt es ihm, sich dem Einfluss des Meisters
zu entziehen und auch die anderen Gesellen (Studierende der
hauseigenen Schauspielschule) zu befreien. Sophia Fischbacher liefert
sich in der Rolle des guten Zauberers Pumphutt einen spektakulären
Kampf mit dem Meister. Bianca Farthofer schreitet als Kantorka
engelsgleich über die Bühne. Kein Wunder, dass Krabat die Kraft der
Liebe verspürt, die schließlich die Macht der Teufelsmühle zu
besiegen vermag.

Otfried Preußler schrieb – mit
mehreren Unterbrechungen – zehn Jahre an Krabat. Das Motiv des
Lehrlings, der sich gegen seinen Meister behaupten muss, findet sich
in vielen Sagen, ebenso wie das Motiv der Erlösung durch Liebe.
Preußler sagte über sein Buch: „Krabat ist meine Geschichte, die
Geschichte meiner Generation und die aller jungen Leute, die mit der
Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin
verstricken.“

Daniela Meschtscherjakovs atmosphärisch
dichte Inszenierung zog bei der Premiere am 5. Mai 2019 das
größtenteils erwachsene Publikum in ihren Bann. Wie zu beobachten
war, ist das doch etwas düstere Stück für Kinder unter 12 Jahren
eher nicht zu empfehlen.

„Krabat“ von Otfried Preußler. Für die Bühne bearbeitet von Nina Achminow. Regie: Daniela Meschtscherjakov. Ausstattung: Ragna Heiny. Musik: Christian Meschtscherjakov. Mit: Jakob Kücher, Wolfgang Kandler, Bianca Farthofer, Raphael Steiner, Tim Erkert, Lukas Koller, Lena Steinhuber, Marko Vlatkovic, Corinna Bauer, Sophia Fischbacher. Fotos: Jan Friese


Kriegsspiele

Wo liegt der Unterschied? In beiden Fällen wurde die auslösende Ursache von der Konsequenz getrennt. Was wirklich passiert, ist weit weg.

Auch für eine Wurstsemmel muß ganz am Anfang ein Schwein sterben. An den Transport zum Schlachthof, das Vergasen der Tiere, das Zerlegen, die Brätherstellung und das Abfüllen des ehemals lebenden und quitschvergrüten Schweines in einen geputzten Darm denkt niemand, wenn er genüsslich in die Wurstsemmel beißt. Die unterschiedlichen Wurst- und Fleischwaren werden an den Verkaufstheken wunderschön präsentiert, da hat die “Lebensmittelwerdung” keinen Platz.

Computerspiele präsentieren realistische Kriegsspielszenarien, die zwar realistisch zu Spielen, beim Ausschalten des PC´s aber doch mehr oder weniger vorbei sind. Der direkte Zweikampf, bei dem beim Kontrahenten ein Schwert im Bauch steckt und der vor Schmerzen schreit und einem in die Augen schaut, ist längst vorbei. Heute drückt irgendwo weit weg jemand auf einem Joystick auf einen Knopf und den Rest erledigt eine Drohne.

Problematisch wird es moralisch oft dann, wenn die auslösende Ursache von der letztendlichen Wirkung/ Konsequenz getrennt wird. Manches geht dann beunruhigend leicht von der Hand, wenn ich nur an den nicht aufgegessenen Burger denke, der achtlos in den Müll geworfen wird.

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Egoshooter

«Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden!

(aus der Präambel der UNESCO)

Wie Jochen Siegle in der Neuen Zürcher Zeitung am 16. Februar 2019 schrieb, sollen Videogames nicht gewalttätig machen, habe eine Studie der «University of Oxford» ergeben, auch nicht Kriegsspiel-Games wie «Counter Strike» (Der Gegenschlag) und «Call of Duty» (Der Ruf der Pflicht). (1) (2) (3)

Heinrich Frei

Von Heinrich Frei, Zürich CH

Abgesehen von der Frage ob PC-Kriegs-Video Spiele wirklich nicht gewalttätig machen laut «Oxford Study», sind diese Spiele vor allem für die Gameindustrie ein gutes Geschäft. 2018 betrug der jährliche Umsatz dieser «Industrie» weltweit über 80 Milliarden US-Dollar. Nützlich für Armeen sind speziell Ego-Shooter Games, mit der Spieler mit Schusswaffen und mit allerlei Kriegsgerät den Gegner bekämpfen. Kriege werden in diesen Spielen meist verherrlicht und als etwas Alltägliches dargestellt. Die Rekrutierung von Soldaten wird so erleichtert. Im Games werden auch Feindbilder aufgebaut die notwendig sind, um Kriege überhaupt führen zu können: Einmal sind diese Feinde «Islamisten», «Araber», dann «Chinesen», und wie früher wieder einmal «Russen».

«Counter Strike» darf erst ab 18 Jahren gespielt werden

Das populärste Spiel auf dem Gamemarkt in der Schweiz soll «Counter Strike» sein, ein Schiessspiel, ein Killergame, das wegen der dargestellten Gewalt erst ab 18 Jahren offiziell gespielt werden darf.

Was sind «Counter Strike» und «Call of Duty» für Computer Spiele? Im Game «Counter Strike» kämpfen zwei Gruppen, Terroristen und eine Antiterroreinheit. Durch die Tötung des Gegners oder der Erfüllung von Missionszielen erhält der einzelne Spieler Punkte sowie virtuelles Geld. Die Missionsziele sind meist entweder für die Antiterroreinheit das Befreien von Geiseln oder für die Terroristen das Legen einer Bombe. Für Abschüsse eigener Teammitglieder oder Geiseln werden dem Spieler Geld und Punkte abgezogen. Im Kriegsspiel «Call of Duty» übernimmt der Spieler die Rolle eines Soldaten in einem Kriegsszenario. Die erste Version von 2003 spielte im Zweiten Weltkrieg. In solchen Games werden virtuell in kurzer Zeit mehr Menschen umgebracht, als jetzt bei dem kürzlichen Angriff eines Irren auf zwei Moscheen in Christchurch in Neuseeland oder als Friederich Leibacher am 27. September 2001 im Zuger Kantonsparlament in der Schweiz das Feuer eröffnete und 14 Menschen erschoss.

Kriegsspiele sollen harmlos sein, wird uns suggeriert

Der Tages Anzeiger, die Neue Zürcher Zeitung, 20 Minuten und andere Medien in der Schweiz stellen seit Jahren regelmäßig die neuesten Games vor, auch Kriegsspielgames. Shooter Games sollen harmlos sein suggerieren uns die Journalisten. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass Postfinance, eine Tochtergesellschaft unserer Post, im letzten Jahr E-Sportler, Computer Kriegsspiel-Gamer, die an Turnieren teilnehmen mit 400’000 Franken unterstützte, wie im Blick zu lesen war. (4)

Game Show in der Messe Zürich-Oerlikon

In den Hallen der Messe Zürich-Oerlikon wurde im letzten September die Zürich Game Show durchgeführt, die 27’000 Besucher anlockte. 300 Meter weit von der Game Show entfernt, an der Thurgauerstrasse befindet sich die Halle 9 des Messezentrums Zürich. In dieser Halle wohnen heute in kleinen Holzhäuschen Flüchtlinge, auch Familien, die aus Kriegsgebieten geflohen sind, aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan aus Somalia, Libyen. Für diese Menschen war der Krieg in ihrer Heimat kein Spaß am Bildschirm wie das Killergame «Counter Strike», in dem durch einen tödlichen Kopfschuss mehr Punkte gemacht werden können als durch einen Schuss in die Beine. Nicht weit von der Game Show an der Birchstrasse in Zürich-Oerlikon produziert der deutsche Rüstungskonzern Kanonen für die in Afghanistan, Syrien, dem Irak und Afrika kriegführende Nato Staaten und für diktatorische Regime im Nahen Osten, die Krieg im Jemen führen. (5)

Ein Kind schildert seine Erlebnisse mit Killergames

«Wenn ich der Geisel den Kopf abschneide dann spritzt Blut aus dem Hals, das sieht geil aus wie echt.» Und ein anderes Kind: «Der Mann kniet vor mir nieder und blickt mir in die Augen, ich muss schauen, dass ich nicht zu viel Munition brauche: Wenn ich genau die Mitte seiner Stirn treffe, gibt es zwei Bonuspunkte.» Dies sind Aussagen von Kindern die das Schweizer Künstlerpaar Philippe Sablonier und Eva-Maria Würth von Interpixel bei ihren Entwaffnungsaktionen in Schulen notiert haben. Sie haben diese Zitate in ihrem Buch «Mega Buster, Kriegsgebiet Kinderzimmer» eingestreut. (6)

Wie Werbung am Fernsehen, beeinflussen Kriegsspiele das Verhalten

Für den Berufsverband der deutschen Psychologinnen und Psychologen (BDP) sind Kriegsspielgames nicht harmlos. Dieser Verband warnte auf der Spielmesse Gamescom 2016 in Köln, die von 345’000 Menschen besucht wurde, vor dem Einfluss von Killerspielen auf die Gewaltbereitschaft von Menschen. «Bei allen Effekten von Medienkonsum gehe man selbstverständlich davon aus, dass ein Einfluss besteht, jedoch nicht bei «Killerspielen». Die deutschen Fachleute sind der Meinung: «Genau wie die Produktwerbung im Fernsehen das Kaufverhalten im Supermarkt beeinflusst, wirkt sich das Töten und Verletzen im Rahmen von Killerspielen auf Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im echten Leben aus. Gewalterfahrungen im realen Leben und in den Medien verstärken sich gegenseitig und führen nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig zu einer positiven Bewertung von Gewalt». (7)

David Grossmann: Gegen die Abrichtung von Kindern zu Mord- und Totschlag

Auch zu anderen Schlüssen als diese Studie der «University of Oxford», die zum Ergebnis kam Videogames würden Jugendliche nicht gewalttätig machen, ist der Psychologe David Grossmann gekommen, ein pensionierter Oberstleutnant der amerikanischen Streitkräfte. Er kämpft seit Jahren gegen die Konditionierung von Kindern zu Mord und Totschlag durch TV und Videospiele. In seinen Veröffentlichungen beschreibt er auch wie Soldaten heute in der amerikanischen Armee auf Gewalt abgerichtet werden. (8) (9)

Nach Massaker in Florida: Trump diskutiert Gewalt in Computerspielen

Dave Grossman, wurde am 8. März 2018 zusammen mit Mitgliedern des US-Kongresses und führenden Vertretern der Gamebranche ins Weiße Haus eingeladen, um seine Forschungsergebnisse zu Kriegsspielen zu präsentieren. Lange vor seiner Wahl zum US-Präsidenten und wenige Tage nach dem Massaker am 14. Februar 2018 an der Parkland High School in Florida hatte Donald Trump die negativen Auswirkungen von Gewalt auf dem Bildschirm auf Kinder und Jugendliche kommentiert: «Ich höre, dass immer mehr Menschen sagen, dass Gewalt Videos Jugendlichen beeinflussen.»

Donald Trump plädierte früher auch für schärfere US-Waffengesetze. Er warf den Republikanern damals vor, den Waffenfans immer nur nach dem Mund zu reden. Aber schon 2016, vor den Präsidentschaftswahlen, forderte er jedoch genau das Gegenteil – und seine Anhänger jubelten. Trump versprach sogar waffenfreie Zonen abzuschaffen, etwa in Schulen, Bahnhöfen oder Restaurants. (10)

Während dem Treffen im Weißen Haus mit Vertretern der Gamebranche drückte Trump seine Besorgnis über die Gewalttätigkeit in diesen Spielen aus und stellte den Anwesenden laut Washington Post viele Fragen und hörte den Argumenten aller Seiten aufmerksam zu.

Zu Beginn der einstündigen nichtöffentlichen Sitzung präsentierte US-Präsident Trump den Teilnehmern eine kurze Videospielzusammenstellung mit extrem blutigen und brutalen Szenen. (10)
(11) «Violence in Video Games» das im Weißen Haus vorgeführt wurde:
YouTube Link: https://youtu.be/0C_IBSuXIoo

Dieser Supercut wurde später im offiziellen YouTube-Konto des Weißen Hauses veröffentlicht. Nachdem das furchtbare Video zu Ende war, fragte Trump die Gruppe: «Ist das gewalttätig, nicht wahr?» Die Lobbyisten der Spieleindustrie gaben dann zu: «Es gibt Programme, die absolut gewalttätige Gewalt enthalten.»

Das Militärische wird durch Killergames enttabuisiert

Noch einmal zurück zur Frage: «Wem nützen PC-Kriegs-Video Spiele?». Das Militärische wird durch Killergames enttabuisiert. Eine Enttabuisierung des Militärischen forderte schon 2002 der sozialdemokratische Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auslandeinsätze der deutschen Bundeswehr können mit einer positiven Einstellung zu militärischen Interventionen, zur angeblichen Sicherung des «Friedens im Ausland», natürlich reibungsloser gestaltet werden. Das ist gerade in Deutschland wichtig, da ungefähr 80 Prozent der Bevölkerung die Beteiligungen der Bundeswehr an Militäroperationen in Ausland nach wie vorher ablehnt.

Die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan wurde seinerzeit vom Deutschen Bundestag in zwei Abstimmungen Ende 2001 auf Antrag der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) geführten rot-grünen Bundesregierung beschlossen. Schon 1999 beteiligte sich Deutschland als Natomitglied unter der Mitte-Links-Regierung von Gerhard Schröder ohne Uno Mandat am Krieg in Jugoslawien, die unter dem Deckmantel einer humanitären Intervention gestartet wurde. Weder Afghanistan noch Jugoslawien hatten Deutschland vorher angegriffen. (12)

EUROPA IM KRIEG – vor 20 Jahren NATO-Überfall auf die Bundesrepublik Jugoslawien

Von Regards Croisés / KAOS Kunst- und Video-Archiv
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25751

«Unter den Bomben der NATO» ist ein Dokumentarfilm über den Krieg der NATO gegen Jugoslawien von «Regards Croisés» produziert worden. Die Kollegen dieser Gruppe waren im Frühjahr 1999 in Jugoslawien und haben dort den Film gedreht, der allem widerspricht, was die Massenmedien in den NATO-Ländern berichten durften.

Zusammenarbeit von Armeen mit der Game- und der Rüstungsindustrie

Videospiel-Hersteller kooperieren oft auch mit dem Militär- und Rüstungsunternehmen. Einige dieser Firmen stellen für das Militär Trainingsvideos her. Videos die für Armeen produziert wurden, werden für Freizeitgamer angepasst und umgekehrt werden zivile Games für das militärische Training umgearbeitet. Die Softwareentwickler bei der virtuellen Darstellung der Games greifen gern auch auf reales Militärgerät zurück, in Deutschland auf den Panzer «Leopard», den «Eurofighter» usw. Auch der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der auch in Zürich-Oerlikon Kriegsgeräte produziert, ist mit seinen Fahrzeugen mit Rheinmetall-Logo dabei.

Schon Kriegsfilme wurden früher, und heute noch, oft in Zusammenarbeit mit Armeen produziert. (13) Das Ziel: Armeen sollen bei ihren Einsätzen möglichst in Filmen und Games positiv dargestellt werden. Die Akzeptanz für den Kriegsdienst soll dadurch gefördert und die Rekrutierung erleichtert werden, nicht nur in den USA, auch in vielen anderen Ländern. Heute hofft man auch zur Steuerung von Drohnen, die für aussgerichtliche Hinrichtungen weltweit zum Einsatz kommen, geschicktes Personal in den Game Gemeinden zu finden. – Auf der anderen Seite wird die zunehmende Gewalt von Jugendlichen beklagt. In Schulen werden Alarmsysteme gegen Angriffe von mit Schießeisen bewaffneten Amokläufern eingerichtet. Ein solcher Amoklauf ereignete sich am 26. April 2002 am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Dabei erschoss der 19-jährige Robert Steinhäuser elf Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizeibeamten. Anschließend tötete er sich selbst. Robert Steinhäuser hatte sich mit Ballerspielen unterhalten, bevor er im Jahr 2002 16 Menschen erschoss.

«America’s Army“: Propaganda und Rekrutierungs-Video

«America’s Army“ ist ein solches Computer-Kriegsspiel das von der US-Armee, ausschließlich zur Propaganda und Rekrutierung entwickelt wurde. Die US-Armee will mit diesem Spiel junge, intelligente Menschen anwerben, die der modernen Kriegsführung gewachsen sind. Die erfolgreichsten Spieler des Spiels werden per E-Mail von Rekrutierungsangestellten des Heeres angeschrieben. (14)
Auch die deutsche Bundeswehr präsentiert sich auf Messen der Gamebrache und hofft so Soldaten rekrutieren zu können.

Trotz Propaganda der Armee wollen viele Jugendliche nicht töten lernen

Der Kriegsdienst wird den 13 – 15-jährigen Schülern in Zürich auch an der jährlichen Berufsmesse in rosa Farben nähergebracht. Die Schweizer Armee hat an dieser Berufsmesse immer einer der größten Stände. Trotz der Propaganda der Swiss Army ziehen es immer mehr junge Männer vor einen anderthalb länger dauernden Zivildienst zu absolvieren, statt ins Militär einzurücken um dort töten zu lernen. Dieser Armeemüdigkeit wird entgegengewirkt. Die Aufnahmebedingungen für den Zivildienst werden jetzt verschärft. Bevor 1996 ein Zivildienst in der Schweiz eingeführt wurde, hat man im Zeitraum von 1970 bis und mit 1990 10.236 Militärverweigerer ins Gefängnis gesteckt. (15) Diese jungen Männer wurden häufig zusätzlich mit Berufsverboten und Jobverlusten bestraft. Einige Inhaftierte Kriegsdienstverweigerer nahmen sich in der Haft das Leben oder wurden psychisch und körperlich krank. Eine Rehabilitation dieser politischen Gefangenen hat bis heute in der Schweiz nicht stattgefunden.

Swiss Army: Frieden fördern – unser Aufgabe, 13 – 15-jährige Schülerinnen und Schüler an der Berufsmesse in Zürich, (2 Fotos Heinrich Frei)

Frieden muss im Geist der Menschen verankert werden

Zum Schluss sei noch einmal an die Präambel der UNESCO, der Uno Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur erinnert, die lautet: «Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.» (16) Aus der Erfahrung des Zweiten Weltkrieges wurde diese Lehre gezogen. Die massenhafte Verbreitung von Games die Kriege Verherrlichen und als etwas Alltägliches, als Spaß darstellen steht diesem Anliegen der UNESCO krass entgegen.
Partner an der Game Show in der Messe Zürich-Oerlikon, an dieser Spielmesse mit Killergames, waren 2018 neben Firmen wie Coca-Cola, das Schweizer Radio SRF Virus und Pro Helvetia. Pro Helvetia fördert, «angeblich», Schweizer Kunst und Kultur mit Blick auf Vielfalt und hohe Qualität. «Als Förderinstitution des Bundes unterstützen wir (Pro Helvetia) Vorhaben von gesamtschweizerischem Interesse»…

Fußnoten
(1) «Videogames machen nicht gewalttätig» Jochen Siegle, Neue Zürcher Zeitung 16. Februar 2019
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Counter-Strike
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Call_of_Duty
(4) http://ifor-mir.ch/postfinance-finanziert-kriegsspieler/
(5) http://ifor-mir.ch/zuerich-game-show-mit-killergames-nebenan-kriegsfluechtlinge-und-ruestungsproduktion/
(6) «Omega Buster, Kriegsgebiet Kinderzimmer, eine Intervention zu Gewalt, Gesellschaft und Entwaffnung» Interpixel (Eva-Maria Würth und Philippe Sablonier)
(7) Das virtuelle Schlachtfeld, Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie, Michael Schulze von Glasser
(8) David Grossmann: http://www.killology.com)
(9) Donald Trump on Violence in Video Games: “This Is Violent, Isn’t It?” Is There a Connection Between “Video Game Violence” and “Real Violence”? by Dr. Rudolf Hänsel
https://www.globalresearch.ca/president-trump-on-violence-in-video-games-this-is-violent-isnt-itis-there-a-connection-between-video-game-violence-and-real-violence/5633129
(10) http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-bei-der-nra-waffen-pakt-gegen-clinton-a-1093433.html
(11) https://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-Massaker-in-Florida-Trump-diskutiert-Gewalt-in-Computerspielen-3989615.html
(12) «Violence in Video Games» das im Weißen Haus vorgeführt wurde:
YouTube Link: https://youtu.be/0C_IBSuXIoo
(13) Games’n’Politics: https://www.youtube.com/user/gamesandpolitics
(14) U.S. Movies and T.V. Shows Have U.S. Army Ratings https://www.globalresearch.ca/u-s-movies-and-t-v-shows-have-u-s-army-ratings/5467173
(15) https://www.americasarmy.com/
(16) Josef Lang, «10’000 politische Gefangene, Tages Anzeiger 23. September 2018
(17) https://www.unesco.de/mediathek/dokumente/verfassung-der-organisation-fuer-bildung-wissenschaft-und-kultur

Zu Killergames hat Dr. Rudolf Hänsel aus Lindau (BRD) verschiedene Bücher veröffentlicht, zu der Computerspielmesse 2017 in Köln den Text: «Aufmarsch prominenter Politiker bei Kölner Computerspielmesse Gamescom 2017, Milliardenschwere Spieleindustrie von Politik hofiert». http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24092

Literatur:

Rudolf Hänsel: «Game over! », Wie Killerspiele unsere Kinder manipulieren, Kai Homilius Verlag, Berlin 2011


Kerry-Drewery-and-Luther

Kerry-Drewery-Marthas-MissionAutor: Kerry Drewery
Titel: Marthas Mission
ISBN: 978-3-8466-0062-7
Verlag: One Verlag

Klappentext:
Auge um Auge
Zelle um Zelle
Das Volk ist dein Richter

Entgegen aller Hochrechnungen konnte Martha dem sicheren Tod in Zelle 7 entkommen. Doch ausgerechnet ihr Freund Isaac hat die Schuld auf sich genommen und sitzt nun im Todestrakt. Von nun an wird in der Show „Death is Justice“ über sein Leben abgestimmt. Marthas Chancen, Isaac zu befreien, verringern sich mit jedem Tag. Auch sie ist noch lange nicht in Sicherheit, den die korrupte Regierung verfolgt jeden ihrer Schritte. Sie muss Isaac unbedingt retten, auch wenn das bedeutet, dass sie ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt,

Sonja SchönleitnerRezension von Sonja Schönleitner
Die mitreißende Geschichte fängt die einzelnen Sichtweisen der Personen wunderbar ein, die bei dem Versuch ein System zu stürzen, das weder Liebe noch Mitgefühl zulässt, über immer neue Hindernisse stolpern und dabei von der unfassbaren Herzlosigkeit und Gleichgültigkeit der Menschen immer wieder neu überrascht werden.

Das Buch veranlasst einen zum Nachdenken und man lernt die Grauzonen unserer Welt zu schätzen.

Bei meinem Weg durch das Buch bekam ich einen Einblick in Martha, die immer wieder neuen Mut fasst und nie aufzugeben scheint trotz der selbstsüchtigen Politiker und der machtgierigen Menschen, die mit allen Mitteln versuchen sie und ihre Freunde zum Schweigen zu bringen.


Der Salzburger Jungautor befasste sich 2014 in seinem Debütstück „After Sunset“ mit der Problematik von Videospielen. In „Lisa“ stehen Mobbing, jugendliche Gewalt und die Gefahren der sozialen Netzwerke im Zentrum. Die Uraufführung fand am 7. Dezember 2016 in der ARGEkultur statt.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Am Beginn der Vorstellung muss das Publikum mitansehen, wie ein junges Mädchen von drei Gleichaltrigen wüst beschimpft und misshandelt wird. Schnell wird klar, dass man sich mit Kathie, der Anführerin der Clique, besser nicht anlegen sollte, denn „die zuckt ständig aus“. Ein Foto von der blutenden Babsi wird geschossen, hochgeladen und schon befindet sich das kompromittierende Bild im Netz. Unter schallendem Gelächter werden nun die „Likes“ auf Facebook gezählt. Während Clara Kathie in nichts nachsteht und hemmungslos über ihre Mitschüler lästert, fühlt sich Lisa nicht so richtig wohl in dieser Clique. Sie hat ein schlechtes Gewissen und gibt sich die Schuld an Babsis Misere. Diese musste die Schule wechseln, kommt mit dem Leben kaum mehr zurecht und hat sogar schon einen Selbstmordversuch hinter sich. Lisas Freund Tomas, mit dem sie nach der Schule gerne abhängt, kennt auch ihre weiche Seite, denn bei ihm gibt sie sich nachdenklich, ja sogar romantisch. Da er ihren Umgang absolut nicht in Ordnung findet, zieht er sich nach und nach von ihr zurück. Videospiele machen eben weniger Probleme als Mädchen. Als Lisa jede Nacht von Albträumen gequält aufschreckt, kommt es endlich zu einer Aussprache mit ihren bisher ahnungslosen Eltern.

Gerard Es hat das Jugendstück mit zwei professionellen Schauspielern (Elisabeth Breckner und Wolfgang Kandler als überfordertes Elternpaar) und gecasteten Jungschauspielern in Szene gesetzt. Ein kluges Stück, eine kluge Inszenierung, denn neben den coolen Clique-Treffen, in denen in Jugendslang jede und jeder heruntergemacht wird, überzeugen vor allem die ruhigen Szenen, in denen die Jugendlichen erzählen, was sie wirklich bedrückt und wonach sie sich sehnen. Ein Theaterstück, das Jugendliche für die Gefahren der sozialen Netzwerke sensibilisieren soll und die Eltern dazu auffordert, ihren Kindern wirklich zuzuhören, auch wenn es sich scheinbar nur um „alberne Teenagersorgen“ handelt.

„Lisa“ von Dominik Nießl. Mobbing und jugendliche Gewalt. Uraufführung. Eine Koveranstaltung von Es Theater und ARGEkultur. Regie: Gerard Es. Mit: Elisabeth Breckner, Wolfgang Kandler, Johanna Lindner, Clara Kammeringer, Lucia Schöndorfer, Eva Schwaiger, Ludwig Weißenberger, Simon Nagl. Fotos: ARGEkultur/ Sigrid Riepl


Foto: Salzburger Landestheater

Die beiden Jugendclubs des Salzburger Landestheaters haben mit Hilfe von professionellen Theaterleuten zwei Produktionen für die Spielzeit 2014/2015 erarbeiteten. „Der Spiegel lügt“ des Shakespeare Jugendclubs feierte am 9. Juni 2015 Premiere in den Kammerspielen. Der Musical-Club begeisterte am 10. Juni 2015 mit der flotten Show „Spot on!“ das Publikum im Salzburger Landestheaters. 

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Die Mitglieder des Shakespeare Jugendclubs setzen sich unter dem Motto „Alle sind Shakespeare“ mit den Liebessonetten des großen Dichters auseinander und tragen diese mit viel Gefühl und großen Emotionen vor. Bei den kurzen Szenen aus Shakespeare- Dramen geht es zwar um Kampf und Krieg, doch steht auch hier meist die Liebe im Vordergrund. Die blumig-poetischen Texte, vorgetragen von absolut heutig agierenden Jugendlichen, verfehlen ihre Wirkung nicht. Eine Shakespeare-Stunde, die aufzeigt, wozu Jugendliche mit fachmännischer Unterstützung im Stande sind. Intendant Carl Philip von Maldeghem und Tim Oberließen zeichnen für die szenische Konzeption verantwortlich.

Die Mitglieder des Musical-Clubs stellen im Salzburger Landestheater ihr Talent in Form einer Castingshow unter Beweis. Stella hat schon einmal bei einer dieser Veranstaltungen mitgemacht und sich dabei völlig blamiert, sie will daher nie wieder öffentlich auftreten. Tim will das nicht akzeptieren, er klaut seinem Opa die Schlüssel fürs Theater und führt Stella auf die große Bühne. Leider finden sich hier auch ihre Freundinnen und Freunde ein und die wollen ihr alle zeigen, wie es besser funktioniert. Eine Jury unter Leitung des selbstbewussten Patrick soll die Leistungen beurteilen. Doch wie sehr sich die Jugendlichen auch bemühen, die Jury zeigt sich gnadenlos.

„Spot on!“ zeigt auf beeindruckende Weise, wie viel Talent in den jungen Leuten steckt. Mit enormem Können und erstaunlichem Selbstbewusstsein wird gesungen und getanzt. Beim Finale, einer von Kate Watson großartig choreografierten Shownummer, scheinen alle Streitigkeiten überwunden. Standing Ovations für die von Astrid Großgasteiger inszenierte Show und die 20 jungen Mitwirkenden.

„Der Spiegel lügt“ – Shakespeare Jugendclub des Salzburger Landestheaters. Szenische Konzeption: Carl Philip von Maldeghem und Tim Oberließen. Mit: Sammy-Joy Gojetzki, Marlene Rieser, Mia Wiederstein, Maria Casassas Canals, Anna Astner, Caspar Schulenburg, Siri Malmborg, Raphaela Kordovsky, Felix Lichtmannegger, Leander Seißler, Julian Kroske, Lucia Schöndorfer, Andjela Ilic, Johanna Marbach, Theresa Gmachl.
„Spot on!“ von Astrid Großgasteiger. Musical-Club des Salzburger Landestheaters. Uraufführung. Musikalische Leitung: Wolfgang Götz. Inszenierung und Text: Astrid Großgasteiger. Choreographie: Kate Watson. Mit: Laura Zotti, Benjamin Laabmayr, Dominik Tiefgraber, Joshua Bulin, Dolunay Altan, Simon Leikermoser, Rafael Hofmann, Elena Wratschko, Tamara Petrovix, Jessica Brantsch, Maya Levine, Miriam Bahri, Lukas Pöckl, Laura Neißl, Lea Seitz, Max Boehringer, Paul Schrader, Veronika Reiner, Marianne Herzig, Isabella Holyst.

 

 


Das Miluna Theater feierte mit dem preisgekrönten Stück des deutschen Autors und Regisseurs Lutz Hübner am 10. Mai  2011 im Kleinen Theater Premiere. Diese Geschichte über einen Generationenkonflikt, Einsamkeit und Respekt soll Jugendliche dazu anregen, sich mit ihrer Zukunft kritisch auseinanderzusetzen.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Ein alter Herr sitzt regungslos in einem Rollstuhl und starrt zum Fenster hinaus, das nur den trostlosen Ausblick auf einen Plattenbau bietet. Mit viel Schwung und Energie kommt ein junger Mann ins Zimmer, er will oder muss hier ausmalen. „Ich streich die Bude und du versuchst, mir nicht im Weg zu stehen.“ Da er keine Antwort bekommt, beginnt Jojo sich seinen Frust von der Seele reden. Um dem Boss seiner Gang eine Gefängnisstrafe zu ersparen, hat er die Bewährungsstrafe wegen eines Moped-Diebstahls übernommen. Leider steht er jetzt als Idiot da, und das macht ihn so richtig zornig und wütend. Völlig überraschend erhebt sich der Rentner von seinem Stuhl. Leo, der ehemalige Preisboxer, hat seinen Schlaganfall nur vorgetäuscht, um nicht in den „Rentnerknast“ zu wandern, nachdem er einen Pfleger, der ihm böse mitspielte, k. o. geschlagen hatte. Jojo ist begeistert, ein Boxer, das imponiert ihm. Doch Leo hat ganz andere Pläne, er will hier nur raus.

Vor jeder neuen Szene erklingt ein Gong wie bei einem echten Boxkampf. Doch vom wechselseitigen Schlagabtausch profitieren beide: der junge, wütende Mann und der einsame, alte Herr. Im Laufe des Stückes kommen sich die beiden immer näher, und sie beginnen, sich gegenseitig zu respektieren. Jurij Diez überzeugt als 16-jähriger, ziemlich großmäuliger Jojo, der oft eine „Scheißlaune“ hat. Jurek Milewski gibt den alten, abgeklärten Preisboxer, der es schafft, den jungen Mann mit seiner Lebensphilosophie, zu beeindrucken.

„Das Herz eines Boxers“, in dem der Zusammenprall zweier Generationen in einer echten Freundschaft endet, zeigt Jugendlichen ab 14 Jahren, wie wichtig Achtung und Würde für ein friedvolles Zusammenleben sind. Das warmherzige Zwei-Personen-Stück mit seinen witzigen Dialogen wurde von Anatoli Gluchov mit viel Tempo in Szene gesetzt und zeigt auf erfrischende Weise, was Verständnis bewirken könnte.

„Das Herz eines Boxers“ von Lutz Hübner, für alle ab 14 Jahren / Regie: Anatoli Gluchov / Kostüme: Hilde Böhm / Bühne: Alois Ellmauer / Mit: Jurij Diez und Jurek Milewski / Foto: Kleines Theater

 


Erfolgreiche Zweite J.M.Rottmayr Kinder und Jugendakademie im Atelier Kreisverkehr.

Was 2009 mit einem Kinderkurs in kleinem Rahmen begann, konnte dieses Jahr nicht zuletzt auf Grund der gemeinsamen Werbung durch Oberndorf und Laufens Ferienprogramm mit bis zu 23 Kindern und Jugendlichen fortgesetzt werden. 2009 versuchte man die Methode der Maltherapie nach Arno Stern und großflächiges Ausdrucksmalen; dieses Jahr wurde ein übergreifendes Thema gewählt: Die Farben

Über eine ganze Ferienwoche wurde am Thema mittels verschiedener Methoden und Zugänge gearbeitet. Zunächst wurden die Farben mittels Tonpapieren miteinander in Beziehung gesetzt beziehungsweise gegeneinander in Kontrast.

Schon in diesem Stadium ergaben sich dramaturgische Elemente, deren „Geschichte“ die Kinder in eine Handlung formulierten und mittels farbiger Folien am Overhead Projektor inszenierten.

Am Mittwoch wurde großflächig gemalt – riesige Bühnenbilder unter dem Einfluss jeweils einer vorherrschenden Farbe. Am Donnerstag wurden dann alle Kinder zu Farbigen Schauspielerinnen geschminkt und ohne Beeinflussung durch die Betreuer entwickelten die sie das Spiel von den Farben, das auf der eigens gebauten Freiluftbühne inszeniert wurde.

Der Erfolg war die bezaubernde Geschichte von Besuchen im anderen Farbenland, von der Liebe der Farben und den daraus entstehenden Mischfarben; von den Unterschieden und deren Bewältigung; vom bösen schwarzen Zauberer, der gegen die Buntheit antritt und vom blauen Magier, der alles wieder ins Lot bringt und die Vielfalt rettet. Die Unterschiede klingen richtig in Beziehung gebracht zusammen und erinnern an die Einheit der Farben im ungebrochenen Licht.

Für 2011 sind zwei Kurse geplant: Animation und das Farbenspiel 2
Das Animationsworkshop wurde als Schulprojekt in der Volksschule Oberndorf bereits 2009 mit der Diplom Grafikerin Rita Dick durchgeführt und verspricht ureigene Erfahrungen mit den Bildern, die laufen lernen. Die J.M. Rottmayr Kinder und Jugendakademie wurde jeweils grenzüberschreitend mit Laufen durchgeführt und soll in diesem Zusammenhang ausgebaut werden, falls die beiden Städte das wünschen.

Vorschau 2011
J.M.Rottmayr Ferienakademie 2011
Oberndorf – Laufen
im Atelier Kreisverkehr
Ziegeleistrasse 1
5110 Oberndorf

Bildgeschichten
Dipl. Grafikerin Rita Dick
Kursbeschreibung: Die Grafik Designerin Rita Dick (Fachhochschule Trier) arbeitet mit Animationen aus den verschiedensten Ausgangssituationen. Nicht allein das Ergebnis, vor allem der (dokumentierte) Prozess verändert

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20. Sommer in “Marina di Venezia”

Fahrtengemeinschaft Dr. Heinrich aus Salzburg verbringt den 20. Sommer in Marina di Venezia, einem Campingplatz in der Nähe von Venedig.

Daniel Krainer

Von Daniel Krainer

Seit 47 Jahren veranstaltet der Verein “Fahrtengemeinschaft Dr. Heinrich” einen Familienurlaub in Zelten. Mit dabei sind auch immer Familien aus Bürmoos und Lamprechtshausen.

OStR Josef Hübl hat 1952 das 1. Zeltlager in Sistiana organisiert um Familien einen kostengünstigen Urlaub am Meer zu ermöglichen. Die weiteren Domizile waren Lido di Panzano und seit 1980 Marina di Venezia.

In diesem Sommer ist das Camp zum 20. Mal an diesem Platz und gibt Anlass zu einer kurzen Betrachtung: Der Campingplatz verfügt über vielfaeltige Serviceeinrichtungen, Sanitäranlagen mit hohem hygienischem Standard und Stromanschluss in Zeltnähe. Ein Süsswasserbecken mit eigenem Kinderbassin ist eine Ergaenzung zum kinderfreundlichen breiten Sandstrand.

In stabilen Zelten mit Holzboden und Betten wird den Familien eine komfortable Unterkunft geboten. Die Küche bietet österreichische Kost mit italienischen Spezialitäten und wird von erfahrenen Köchen betreut. Jeder Teilnehmer am Familienurlaub darf einen Halbtag pro Woche dem Koch über die Schulter schauen und selbst in der Küche helfen.

Ferien vom ICH, so lautet auch heute noch das Motto für die Freizeitgestaltung in der Gemeinschaft. Durch Eigeninitiativen, Kinderprogramm, Sport und Abendgestaltung (ohne Teilnahmeverpflichtung) wird Erholung und ein familienfreundliches Klima geboten, das immer wieder zu Freundschaften in allen Altersgruppen fuehrt.

Der Verein mit Obmann Prof. Christian Porenta organisiert den Familienaufenthalt 4 mal in den Monaten Juli bis September, wobei ein Turnus immer 2 Wochen dauert.

Betreut werden die Turnusse von erfahrenen Mitgliedern der Fahrtengemeinschaft ehrenamtlich.

In der Vergangenheit waren das unter anderen OStR Hübl, Dr. Lechner, Dr. Leitner, Dr. Faber sen., HR Pingera, OSR Liebau und RR Schendl. Heuer gibt es im Turnus III vom 7. bis 20. August noch einige Restplaetze. Auskünfte erteilen: Daniel Krainer (Bürmoos) und Dr. Ernst Cordt (Oberalm)