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Die Eier der Salzburger

Sie lieben Stangeneier? Oder doch Flüssigeier? Im Schnitt isst jeder ÖsterreicherIn etwa 90 kg davon in Form von Teigwaren, Kuchen und Co.

Tierschutz ist Ihnen wichtig? Sie schauen beim Kauf genau darauf, dass es sich um Eier von Freilandhennen handelt? Da ist gut so. Das Frühstücksei muss nachhaltig und möglichst gesund produziert sein. Das schmeckt man auch.

Aber haben Sie in einer Konditorei schon einmal nachgefragt, woher die Eier für die ach so köstlichen Kuchen kommen? Oder die gleichmäßig großen Eierscheiben auf den wunderschön dekorierten kalten Platten?

In Großküchen wird gerne Flüssigei verwendet. Das hat viele Vorteile. Es wird in Boxen angeboten, ist keimfrei und gut haltbar. Und der Kunde fragt nicht nach, woher es kommt, weil er ganz einfach nicht weiß, wo es überall drinnen ist.

Das Salzburger Landei, eine Vereinigung von Salzburger Eierproduzenten, hat versucht, in diesem Marktsegment mitzumischen, musste aber leider aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben. In Österreich ist nämlich die Käfighaltung von Legehennen verboten. Die Mitbewerber kommen aus Ländern, wo das nicht so ist. Deutschland zum Beispiel.

Der Preisunterschied beträgt bis zu 33%. Der Billigbieter ist im Vorteil. Selbstverständlich sagen viele Käufer dann, die Qualität der günstigen Flüssigeier wäre besser. Was auch sonst.

Sollte uns der Tierschutz nicht wichtiger sein als der Preisunterschied? Wie wichtig ist uns tierschutzgerechte Lebensmittelproduktion wirklich?


Elefantenrunde

Noch sind es etwa 3 Wochen bis zur Nationalratswahl und die heimischen Fernsehprogramme sind jetzt schon fast nicht mehr auszuhalten.

Politiker-Elefantenrunden und Fernsehduelle der Kontrahenten sind auf der Tagesordnung. Es wird analysiert, interpretiert und eingeschätzt, wer mit wem und wie vielleicht kann oder auch nicht.

Was können letztendlich die Elefanten dafür, dass sie für derlei Wahlpropaganda ihren Namen hergeben müssen. Sie sind Dickhäuter und eine gefährdete Tiergattung, gibt es da etwa Parallelen zu den Politikern?

Normalerweise sollten die Kulturveranstalter vom aktuellen Fernsehprogramm profitieren. Ich freu´mich schon auf das Take the A-Train – Music Festival am Salzburger Bahnhof oder den Kulturseptember in Obertrum am See.

Es ist fast alles unterhaltsamer als die politischen TV-Sendungen und Fußball gibt es ja auch nicht jeden Tag. (kat)


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2019 Briefwahlkuverts

Die österreichischen Parteien sind im Wahlkampfmodus, stehen doch die Nationalratswahl unmittelbar bevor. Wer hat da noch Zeit, um auf Kleinigkeiten zu achten.

Den wahlwerbenden Gruppierungen geht es um Plakatwellen und Social-Media Auftritte. Die Medien würden am liebsten die Wahlergebnisse und möglichen Koalitionen noch vor der Wahl publizieren. Duelle der Spitzenkandidaten sind an der Tagesordnung.

Wer denkt da noch an altmodische, analoge Briefkuverts, so mit Absender und Anschrift. Da kann es dann schon passieren, dass plötzlich einige falsch oder nur kryptische bedruckte Wahlkartenkuverts in den Gemeinden auftauchen.

Gott sei Dank haben unsere Ministerien mit derlei Problemen Erfahrung, bei einer der letzten Bundespräsidenten-Wahlen hielt der Kleber nicht, was er versprach.

Und trotzdem haben wir heute einen Bundespräsidenten. Sogar einen sehr guten. Ganz am Schluss wird auch diesmal ein Kanzler und eine Regierung bestellt werden. Interessant ist, wie sie letztendlich zusammengestellt sein wird.


2019 regenwald

Am Amazonas brennt der Regenwald. Die grüne Lunge unserer Erde ist in Gefahr. Jeder, der schon einmal eine Lungenentzündung hatte, weiß, wie schmerzhaft und lebensbedrohend das ist.

Der Klimaschutz ist zwischenzeitlich zwar in manchen Gesellschaftsschichten angekommen, auch wurden Sündenböcke wie zum Beispiel die SUV´s definiert, so wirklich tief greifende Klimaschutzmaßnahmen gibt es aber noch immer keine.

Dafür versuchen manche Mitbürger, die Aktivitäten von Greta Thunberg schlecht zu reden, Kleingeister machen sich wichtig. Diskussionen zum Thema Klimaschutz in der Vorwahlzeit sind vielleicht gut gemeint aber helfen wenig. Zu schnell werden die guten Vorsätze nach den Wahlen vergessen.

Ewige Tabuthemen sind zum Beispiel: Der ökologische Fußabdruck der amerikanischen Luftstreitkräfte, der russischen Kriegsflotte, der chinesischen Schwerindustrie, von amerikanischen IT-Konzernen oder der brasilianischen Agrarindustrie.

Letztendlich geht es noch immer um Gewinnmaximierungen und Macht, die nur ganz wenigen Menschen zu Gute kommen.

Noch ist es nicht bis in die Köpfe der Verantwortlichen vorgedrungen, dass die massiven Klimaveränderungen, die da und dort schon deulich spürbar sind, alle gemeinsam treffen werden.

Ausnahmslos.


Ablenkungsmanöver

Wahre Zauberer > begeistern ihr Publikum meistens mit außergewöhnlichen Kunststücken, die logisch unmöglich erscheinen und dennoch funktionieren.

Offensichtlich bediente sich der transatlantishe Blondschopf dieser Tage der gleichen Strategie, als er den Dänen anbot, Grönland kaufen > zu wollen.

In Wirklichkeit wollte er nur seinen neuen besten Freund nicht brüskieren, damit dieser in Ruhe den Hard-Brexit vorantreiben und sich für Neuwahlen vorbereiten kann. Man wird ja sehen, was sich danach so ergibt.

Make America Great Again. Und wenn man dafür Kinder einsperren > muss.


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Die Kugel rollt

Das Leben ist ein Spiel, das politische Leben ein Glücksspiel. So lange man in der Sonne der Wählergunst baden kann, läuft alles wie geschmiert.

Kaum wurde mann/ frau aus dem Paradies verstossen, läuft vieles aus dem Ruder. Der Glassturz der Sicherheit ist zerbrochen, Ermittlungen in alle Richtungen können beginnen. Anonyme Anzeigen lauern an allen Ecken und Enden, nichts ist wie es scheint, oder doch? Ist Ibiza wirklich überall? Ein kleinwenig Wahlkampf ist vielleicht auch im Spiel?

Und trotzdem darf nicht vergessen werden, wir leben in einem Rechtsstaat und verurteilen können nur unabhängige Richter. Auch wenn es sich bei den Verdächtigen um prominente Vertreter von populistischen Parteien handelt.

Wird der externe Druck auf Spitzenfunktionäre größer, schalten manche Parteien auf einen Zerbröselungsmodus, wie schon Knittelfeld (FPÖ) oder Linz (GRÜNE) gezeigt haben.


Trump und seine Waffen

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist es sehr einfach, Waffen zu besitzen >. Make America Great Again ist die Parole, die Präsident Trump immer wieder gerne von sich gibt. Was er damit wirklich meint, möchte ich lieber gar nicht ganz genau wissen.

Tatsache ist, dass es in den USA regelmäßig Amokläufe mit Waffen > gibt. Traurige Tatsache ist aber auch, dass die US-Waffenlobby derart mächtig ist, dass sich an der aktuellen Gesetzeslage > wahrscheinlich wenig ändern wird. Inwieweit die Waffenlobby mit Spenden die Wahlkämpfe der Präsidentschaftskandidaten mitfinanziert, weiß ich nicht. Fakt ist, dass ohne ein atemberaubend hohes Wahlkampfbudget in den USA niemand Präsident wird.

Trumps Zündeleien am Weltfrieden sind ein Kapitel für sich. Die Rolle der USA als Weltensheriff ist in erster Linie auf den eigenen Profit ausgerichtet.

Bei den Waffen gilt sicher im übertragenen Sinn auch das Sprichwort: Gelegenheit macht Diebe.


Das Gute im Menschen

Wir Österreicher sind wahre Demokraten. Es ist uns klar, dass eine gute Demokratie auch Geld kostet. Daher statten wir unser Parteiensystem großzügig mit Euronen aus.

Die österreichische, steuergestützte Parteienförderung gehört mit zu den höchsten in Europa und bewegt sich durchaus im sechsstelligen Millionenbereich. Das ist aber wahrscheinlich notwendig, denn wir wollen ja gewählte Volksvertreter und nicht Blondköpfe, die sich einen Wahlkampf ohne Spendengelder nie leisten könnten.

Freilich, Geld kann man nie genug haben. Wahlsieger wird auch bei uns, wer am lautesten schreit und dadurch auf sich aufmerksam macht.

Sollten sich da und dort Finanzlücken auftun, gibt es Gönner, stille und andere, die ganz uneigennützig nette Sümmchen sponsern. Natürlich ohne Gegenleistung, denn es geht ja um das Gute im Menschen.

Die aktuell geforderten Obergrenzen und eine Transparenz bei den Spendern fordern nur die, die nichts bekommen, behaupten böse Zungen. Das dazu kürzlich beschlossene Regelwerk ist auch eher zahnlos. Eine genaue Kontrolle der Parteifinanzen durch den Rechnungshof ist da und dort eher nicht sehr willkommen. Mehr wie ein bisschen muss ja wirklich nicht sein.


Das freie Spiel der Kräfte

Österreich wird gerade von Experten regiert. Die Macht hat das Parlament. Musste früher die Regierung einen Gesetzesantrag einbringen, so ist das aktuell nicht so. Es genügt ein Initiativantrag einer Partei.

Eine Gesetzesbegutachtung gibt es auch nicht. Das macht aber nichts, es wird ohnedies das Geld der Steuerzahler ausgegeben und nicht das der Politiker. Auch stehen Wahlen vor der Tür, da sind sowieso alle im spendierhosentechnischen Ausnahmezustand.

Es werden im Parlament spannende Mehrheiten gebildet, quer durch die Parteienlandschaft. Es mögen sich kurzfristig fast alle ein klein wenig, man weiß ja nicht, was der Herbst bringt. Ein bisschen Packeln und Taktieren ist ohnedies typisch österreichisch.

Bemerkenswert ist es schon und auch wieder nicht, wenn plötzlich das Rauchverbot ebenso eine Mehrheit findet, wie auch die schon lange fällige Pflegegeldanpassung. Eher bizarr sind die Zugänge zu den Parteispenden und deren Transparenz und die gesetzliche Umsetzung der Reglementierung der Spendenobergrenze.

Für mich wird es schön langsam wieder Zeit für eine gewählte Regierung, so ganz geheuer ist mir das “Freie Spiel der Kräfte im Parlament” eher nicht, auch wenn alle angeblich nur unser Bestes wollen.


Das Buch zum Film

Alles ist möglich. Ab und zu gibt es eine Romanvorlage für einen Film. Ein anderes Mal kommt ein Buch zum Film in den Handel. Quasi als Erklärung.

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen der FPÖ hört man, dass ein Buch zum Film: “Die Ibiza Affäre” geplant ist. Hört sich spannend an. Uneinig ist man sich angeblich nur darüber, wer für das Lektorat zuständig sein soll, das Innenministerium oder der Staatsanwalt.


Touristen wohin man schaut

Die Mozartstadt Salzburg wird ebenso wie Venedig von tausenden Touristen überrannt. Hohe Preise allein können den Massenansturm schon lange nicht mehr bremsen, da wie dort.

Kreative Lösungen sind gefragter denn je. Die Wunschvorstellung ist klar, es sollen nur noch jene kommen, die viel Geld in der Stadt lassen und nicht wirklich auffallen. Weniger und mehr ist das Schlagwort.

Ein erster Versuch, die touristischen Massenströme zu reduzieren, sind die städtischen Duftmarken. Das Versuchsfeld ist der Residenzplatz mit seinem neuen, multifunktionalen Belag. Einerseits sind immer wieder Renovierungsarbeiten nötig, das stärkt die heimische Wirtschaft, andererseits sorgt der in den Sand eingearbeitete, gemahlene Spitzwegerichsamen für eine herbe Geruchsnote, die nicht gerade zum längeren Verweilen am Residenzplatz einlädt.

Das Pilotprojekt “städtische Duftmarken” wurde vor einigen Wochen gestartet und es wird spannend, was die ersten Auswertungen der sommerlichen Touristenstöme im Herbst zeigen werden.


Astrid Rössler

Nach relativ kurzer Politikabstinenz steigt die ehemalige grüne Salzburger Spitzenpolitikerin Astrid Rössler wieder in den Wahlkampfring.

Rückwirkend muss ich sagen, mir hat ihre Arbeit in der Salzburger Landesregierung gefallen. Dass sie das sensationelle Wahlergebnis nach dem Finanzskandal nicht wiederholen konnte, war klar und nicht ihre Schuld.

Es ist auch wichtig, dass im kommenden Parlament wieder GRÜN vertreten ist.

Wir im Dorf freuen uns, dass sie wieder da ist und wünschen ihr alles Gute! (kat)