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ris Laufenberg_60 (c) Lupi Spuma

Schauspielhaus Graz beim Earth Strike

Das
Schauspielhaus Graz streikt für das Klima und schließt sich damit am
kommenden Freitag, dem 27. September, den weltweit stattfindenden
Demonstrationen für eine nachhaltige und zukunftsweisende Klimapolitik
an.

Auch das Schauspielhaus Graz
mit seinen Mitarbeiter*innen setzt sich für die Zukunft unseres Planeten
und eine klimapolitische Trendwende ein und schließt sich der von der
„Fridays for Future“-Bewegung initiierten Demonstration an.

„›Give Peace a Chance‹ war und ist eine Forderung, in der Hoffnung, dass wir Menschen, in Frieden zusammen auf der Erde leben können. Gegenwärtig verlangt die Zukunft noch ersehnt Utopischeres von uns: Wir können nur in Frieden auf der Erde leben, wenn wir mit der Erde Frieden schließen. Wir müssen und wollen es versuchen – gemeinsam.“

Presseaussendung
Grazer Schauspielhaus


Dorfzeitung.com


Donauschiff in der Wachau

Klimaerwärmung im Dorf

Die Wogen gehen hoch hier in unseren Freundeskreisen. Die Klimaerwärmung heizt nicht nur unseren Planeten auf, sondern auch unsere Köpfe.

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Von Wolfgang Ecker

Lasst mich ein paar Gedanken dazu schreiben.

Fangen wir bei Greta an. Ein hübsches junges Mädchen, das zur Galionsfigur des Umweltschutzes geworden ist. „Ja,“ sagen die einen, „das ist alles gut und schön, aber es ist doch nur ein aufgebauschter Hype um sie, man sollte das anders machen.“

Das mag stimmen, ändert aber nichts daran, dass es zu heiß wird auf der Welt. Diese Argumentation erinnert mich an die Tage vor einem wichtigen Länderspiel, da haben wir in Österreich sofort 8 Millionen Bundestrainer. In Deutschland wird es nicht viel anders sein, nur die haben gleich 80 Millionen. Und in Dänemark nicht anders, in Italien nicht anders, in Frankreich nicht anders und nirgends nicht anders.

Tatsache ist, ihr Gesicht ist untrennbar mit der Bewegung verbunden. Ob einem das jetzt passt oder nicht.

Dann zum zweiten Thema: Der Erwärmung an sich. Ich denke, ich brauche da nicht viel sagen dazu, die Fakten sind so evident, dass mich jene, die das noch leugnen, an die Flacherdler auf youtube erinnern, die steif und fest und mit geradezu verbissener Hartnäckigkeit behaupten, die Erde wäre flach. Die gehören für mich in die Kategorie „Dorfdeppen“. Dorfdeppen hat es selbstverständlich auch früher gegeben, aber die sind weiters nicht aufgefallen. Man hat sie gekannt, „ach was, ein harmloser Narr“, hat über sie gelächelt, aber damit war die Sache auch schon wieder erledigt. Das Verharmlosen hat sich mit dem Internet fundamental geändert, heute vernetzen sie sich und plärren „wir sind das Volk!“ (Da müssen wir uns etwas einfallen lassen, so kann das nicht weitergehen, sonst regieren Deppen die Welt)

Dann gibt es die, die sagen: Österreich ist zu klein, Deutschland ist zu klein, Europa ist zu klein, wir sind nur ein Fliegenschiss auf der Landkarte und können global nichts verändern. Das ist eine Einstellung, die ich nicht teile. Wir, wir in den reichen Ländern, wir, die wir nicht mit den Produktionskosten in Vietnam, in Thailand oder sonst wo konkurrieren können, wir müssen Bugwelle sein und nicht der Sog im Heck. Unser Erfolg liegt im Hirnschmalz, das wir investieren, nicht im Nachäffen. Gehirn, Innovationen, Erfindungen, damit können wir uns absetzen und können erfolgreich sein (und wir sind es ja auch) aber nicht mit Nachäffen oder gar der Reduktion von Standards.

Ich bin schon ein paar Jahre auf der Welt, wie ihr wisst. Eine Welt, die während meiner Lebenszeit bereits mehrmals untergegangen ist. Sehr gut erinnere ich mich noch an die frühen siebziger Jahre. Aufgewachsen in Linz, einer Industriestadt, Stahl, Chemie, Schwerindustrie. Die Luftverschmutzung war so arg, dass es im Herbst aus dem Nebel geschneit hat. Feiner Schnee, Industrieschnee. Es war so viel Staub in der Luft, dass der als Kondensationskeim gedient hat, um diese „Keime“ hat sich der pulvrige Schnee gebildet und hat alles weiß überzogen.

Der Nebel war so dick, dass der Verkehr zusammengebrochen ist. Die wenigen Autos, die gefahren sind, sind in einer Kolonne hinter Fußgängern hergefahren. Ein Beifahrer hat sich erbarmt, ist ausgestiegen und in der Mitte der Fahrbahn gegangen. Die Autos hinterdrein. Nach einer Weile war Schichtwechsel, der nächste Beifahrer ist vorne gegangen.

Man hätte Filter gebraucht für die Abgase. Das ist aber nicht gegangen, weil sonst die Welt untergegangen wäre, weil sich unsere Preise erhöht hätten und wir nicht mehr konkurrenzfähig gewesen wären, weil den Chinesen war die Umwelt egal. Damals waren es übrigens keine Chinesen, auch keine Koreaner, damals waren es Japaner.

Wie ihr seht lebe ich noch. Und gar nicht schlecht. Die Welt ist nicht untergegangen.

Dann gibt es noch – das ist jetzt das letzte Thema, das ich anspreche, obwohl noch mehr zu sagen wäre – all jene, die Angst vor Veränderungen haben. Denen kann man nur die alte Weisheit vor Augen halten, die für jedes Unternehmen gilt: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit.

Und jenen, die fürchten ihre Welt geht zu Grunde, die massive Wohlstandseinbußen befürchten, die möchte ich an die Geschichte mit dem Industrieschnee erinnern und ihnen sagen, dass heute die Reifen des Rasentraktors drei Mal so dick sind wie damals meine Autoreifen.

So, das war das Wort zum Samstag. Jetzt schießt los und sagt mir, warum ich unrecht habe.


Wasser

Sauberes Wasser und gesunde Böden, bei meiner Ehr!

Laut einer Infotafel des Salzburger Bauerbundes sorgen die Bauern für sauberes Wasser. Man merkt, dass Wahlen im Raum stehen.

Der Spaziergänger

Ergänzend sollte schon festgestellt werden, dass das saubere Wasser eigentlich schon immer da war und halt durch unsere vorbildlich arbeitenden Bauern im Regelfall auch nicht verunreinigt wird.

Die moderne Landwirtschaft mit ihren fabriksnahen Produktionsmethoden geht beispielsweise mit Pflanzenschutzmittel und Dünger deutlich großzügiger um. Wohin die Massenproduktion von Lebensmitteln letztendlich führt, wird die Zukunft zeigen.

Ich bin ein Fan von Leopold Kohr und seiner These: “Small is beautiful”.

Hier sorgen die Bauern für sauberes Wasser

Es ist erfreulich, dass unsere klein strukturierte Landwirtschaft größtenteils hohe Ansprüche an die Umwelt stellt und größtenteils auf Extremdünger und viele Pflanzenschutzmittel verzichtet. Es wird dies ja auch sinnvoller Weise von der EU gefördert.

Diejenigen Flächen, die für die Energiegewinnung von Wiesen auf Äcker umgestellt wurden, sind da schon problematischer. Abgesehen vom schlechten Wirkungsgrad der Biogasanlagen kann ich mich nicht daran gewöhnen, dass man Getreide zum Verrotten anbaut.

Biogasmais

Speziell der Mais wächst ohne chemische Hilfsmittel nicht wirklich gut. Über die im Boden verbleibenden Pflanzenschutzmittel-Rückstände möchte ich lieber gar nicht nachdenken. Das Problem ist, dass diese neuen “Inhaltsstoffe” eher Sondermüll als gesunde Lebensmittelzutaten sind und ewig in der Erde bleiben. Nachhaltig ist anders.

Die Biogasanlagen haben mir zur Verarbeitung von anfallenden Abfallprodukten sehr gut gefallen, aber so wie es heute läuft, ist absolut nicht in Ordnung. Der Name BIO hat in diesem Fall nichts mit einer umweltfreundlichen Gesinnung sondern nur mit dem Verarbeitungsprozess etwas zu tun. Es ist doch krank, wenn intensivst Mais zum Einbringen in Biogasanlagen angebaut wird!


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