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Jugendtheater_Abtenau

Internationales Festival – Kindertheatertag – Freilichttheater – Jugendtheater – Ausstellung

Ein aktives und vielfältiges Theaterjahr
geht zu Ende. 35 Theatervorstellungen mit insgesamt 165 Mitwirkenden aus 8 Ländern
haben über 3500 Besucher/innen nach Abtenau gelockt. Gespielt wurde auf 4
Bühnen. Sechs Künstler/innen haben im öffentlichen Raum ihre Werke ausgestellt.

Das
Festival „Abtenau ist Bühne“
, die Ko-Veranstaltung
mit dem Salzburger Amateurtheaterverband im Juni hat internationale
Theaterkunst nach Abtenau gebracht.

Am integrierten Kindertheatertag haben 300
Abtenauer Kinder die Gelegenheit genutzt und außergewöhnliches Kindertheater
besucht.

Schon die Festival-Eröffnung mit dem
Zusammenspiel der Abtenauer Jagdhornbläser mit der Leket Percussion aus Gambia
kündigte unmissverständlich an, wofür dieses Festival steht: Kulturelle
Verständigung über alle Grenzen hinweg.

Tief berührt haben das Jugendtheater HOP
HOP aus Tschechien mit der Geschichte über die Flucht eines jüdischen Jungen
aus dem Warschauer Ghetto, aber auch das Saye Theater aus dem Iran mit einem
stillen Drama aus einem Flüchtlingslager. Mit exotischem Flair begeisterte das TUONG-Theater
aus Vietnam,  eine künstlerisch
überragende Tanzperformance zeigte das Thespis Theater aus Rumänien.

Die Theatergruppe Abtenau hat sich nach dem
Festival, für das die Theatermitglieder über 200 ehrenamtliche Stunden
leisten,  keineswegs ausgeruht. Die
Schlussproben für das Sommertheater standen an.

Bereits am 5. Juli wurde die Premiere „S’Nullerl“ von Karl Morre  als Freilichttheater beim Arlerhof mit über 30 Mitwirkenden gefeiert. Kein Aufwand wurde gescheut, 2 Bühnen und ein begehbarer Berg als Kulisse errichtet und beleuchtet. Mit dem Volksdrama über soziale Ungerechtigkeit, als „Naturtheater“ vor dem Arlerhof authentisch gespielt, ließ sich das Publikum berühren und mehrmals zu „standing ovations“ hinreißen.

Trotz durchwachsenem Sommerwetter konnten
14 Vorstellungen gespielt werden.

Zur Überraschung des Jahres geriet unser Kinder- und Jugendtheater. Aus
geplanten begleitenden Workshops zu Themen des Sommertheaters wurde eine
Eigenproduktion mit 4 ausverkauften Vorstellungen im Theater Abtenau. 15 Kinder und Jugendliche haben sich  dabei mit Ungerechtigkeit, Armut, Macht und
Ohnmacht, Eitelkeit und Versöhnung auseinandergesetzt. Aus der Improvisation
entstand in schließlich  eine Kombination
aus „La Belle et la Bête“ und einer
Tanzperformance, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeisterte.

Jetzt
gehen wir in eine kurze kreative Pause, um 2020 wieder den Vorhang im Theater
Abtenau zu öffnen.

Die internationalen Kontakte werden
fortgeführt. Ich werde die Einladung als „Ehrengast“ zum internationalen
„MEHR“-Theaterfestival  in Kashan / Iran
Mitte Dezember annehmen.

Mit den besten Grüßen
Veronika Pernthaner-Maeke
Regisseurin und Leiterin des Theaters Abtenau


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Kurt Wilhelm feierte mit der Bearbeitung einer Erzählung seines Vorfahren Franz von Kobell am Residenztheater in München einen sensationellen Erfolg. Seine umjubelte Inszenierung stand 26 Jahre lang am Programm. Gerard Es hat das urbayrische Volksstück nach Österreich verpflanzt und aus dem Brandner Kaspar einen Seehamer gemacht.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Die liebenswerte Komödie unterhält mit einer Mischung aus Komik und Melancholie bestens. Viel Applaus bei der Premiere am 5. Juli 2019, einer Benefizveranstaltung zu Gunsten der Schmetterlingskinder.

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Der „Boandlkramer“ hat einen neuen Auftrag. Er soll den Brandner Kaspar, einen 72-jährigen verwitweten Kleinbauern, abholen. Sein Schuss während der Jagd geht daneben und so muss er den rüstigen Alten zu Hause aufsuchen. Dieser ist absolut nicht bereit mitzukommen und auch die angepriesenen Herrlichkeiten des Himmels können ihn nicht umstimmen.

Etliche Stamperl Kirschgeist später gelingt es dem Brandner Kaspar, den „Boandlkramer“ beim Kartenspielen zu betrügen und ihm 18 weitere Jahre abzuluchsen. Dann nämlich wäre er 90 und käme gerne mit. An seinem 75. Geburtstag folgt seine Enkelin Marei dem Wilderer Flori in die Berge, um ihn zu warnen, wird von einem Gewitter überrascht und stürzt ab. Als Marei im Himmel ankommt, fliegt der Betrug des „Boandlkramers“ auf und er wird dazu verdonnert, den überfälligen Brandner Kaspar herbeizuschaffen. Ob diesen eine Probestunde im Paradies umstimmen kann?

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Hans Sporer überzeugt als schlitzohriger Brandner Kaspar, der sich rührend um sein Enkelkind, die tugendhafte Marei (Astrid Rizner), kümmert. Diese liebt den armen Wilderer Flori (Roman Leobacher), was dem Jägermeister Simmerl (Christian Altendorfer) aber gar nicht gefällt. Manfred Pichler brilliert stimmlich, mimisch und gestisch als zerrupfter, verfrorener „Boandlkramer“, eine jämmerliche Figur, mit der man fast Mitleid haben muss. Ein Scheißjob und nur unzufriedene Kunden, da ist es doch kein Wunder, dass er beim Kirschgeist schwach wird.

Im Himmel geht es urgemütlich zu, verwöhnt doch Hildegard von Bingen (Ulrike Rizner) das Personal und Kardinal Schwarzenberg (Matthias Hemetsberger) mit selbstgemachten Nervenkeksen und gesundem Herzwein. Der vergessliche Erzengel Michael (Lukas Korber) ist ständig auf der Suche nach seinem Flammenschwert, und nach den Jausenzeiten des Hl. Petrus (Franz Hillerzeder) kann man hier die nicht vorhandenen Uhren stellen. Unten in der Hölle (im Schilf des Sees) sitzt Luzifer (Johannes Schimmerl) und ist sauer. Ist ihm doch gerade der Jedermann durch die Lappen gegangen und hier scheint schon wieder etwas schiefzulaufen.

Besonders reizvoll wurde auch diesmal wieder die Seebühne in Szene gesetzt. So lässt sich der „Boandlkramer“ von seinem Fährmann stilgerecht in einem schwarzen Nachen zum Hof des Brandner Kaspar bringen. Der Himmel befindet sich in luftiger Höhe, gleich neben den Gipfeln der hohen Berge, die Marei zum Verhängnis werden (Bühnenbild: Ulrike Rizner). Bis 29. Juni 2019 kann man dies „himmlische Komödie“, laut Regisseur Gerard Es „das beste Volkstheaterstück überhaupt“, in Seeham genießen.

„Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ Volksstück von Kurt Wilhelm. Stückbearbeitung und Regie: Gerard Es. Technik: Gerhard Hager, Rainer Niederreiter. Bühnenbild: Ulrike Rizner. Bühnenbau: Franz Angerer, Thomas Herbst und Team. Kostüme: Christine und Irmgard Esterbauer, Katrin Wallner. Mit: Hans Sporer, Astrid Rizner, Roman Leobacher, Christian Altendorfer, Fritz Liebert, Carola Kersten, Sabrina Russinger, Sylvia Oberhauser, Monika Kloud, Jürgen Kloud, Franz Filzmoser, Michael Kirchtag, Manfred Pichler, Franz Hillerzeder, Lukas Korber, Matthias Hemetsberger, Ulrike Rizner, Sabrina Russinger, Franzi und Marlene Kloud. Fotos: Seebühne Seeham

BRANDNERKASPER.AT – ein österreichischer Sturschädl >


Freiraum_Ausreisser

Vom 21. bis 23. März 2019 gastierten Sabine Füssl und Waltraud Gregor mit der kurzweiligen Komödie “Die Ausreisserinnen”von Pierre Palmade und Christophe Duthuron in der Salzachstadt.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Einfach nur weg – es reicht! Das gilt sowohl für Claude, die von ihrem Sohn in ein Altersheim gesteckt wurde, wie auch für Margot, der die eigene Familie über den Kopf wächst. Sie hat das Gefühl, als wäre sie nur noch das Dienstmädchen für alle und hält das einfach nicht mehr aus. Zufällig treffen sich die beiden Frauen mitten in der Nacht beim Autostoppen.

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Nach anfänglichen, kleineren Meinungsverschiedenheiten beginnt für die beiden Damen ein aufregender Streifzug durch die Lande, gewürzt mit zahlreichen bizarren und auch witzigen Momenten.

Nachdem die Tramperinnen den Bogen etwas überspannt haben und das einen unliebsamen Besuch im Polizeigefängnis zur Folge hat, landen sie wieder zuhause. Nach einigen Monaten besucht Margot Claude im Altersheim und nimmt sie kurzerhand im Campingbus mit nach Spanien.

Regisseur Josef Lipp inszenierte mit Sabine Füssl und Waltraud Gregor einen sehr unterhaltsamen Theaterabend. Die beiden Frauen überzeugten als Claude und Margot. Niki Karl hatte die Technik gut im Griff.

Die Ausreisserinnen sind noch im Literaturhaus Salzburg (29. + 30. März) und in der Schul-Aula in Henndorf (31. März. , 6. + 7. +12. + 13. April) zu sehen.


zweifel

John Patrick Shanleys 2005 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnetes Stück über den Umgang mit Verdacht feierte am 8. März 2019 im Kulturraum Anthering Premiere. Regisseur Gerard Es greift mit dem Drama ein heißes Eisen an, denn in der Kirche mit ihren patriarchalischen Hierarchien und ständigen Vertuschungen brodelt es zurzeit gewaltig.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Mit strenger Hand leitet Schwester Aloysius eine kirchliche Schule. Für sie sind die Fächer Kunst, Musik und Sport reine Zeitverschwendung. Die gutmütige Schwester James ist in ihren Augen ein schlichtes, einfältiges Wesen und daher rät sie ihr, ihren Charakter zu stählen und mit weniger „Zuckerguss“ zu unterrichten. Dass sie ihr damit die Freunde am Unterrichten völlig nimmt, berührt die herzlose Schwester nicht, denn für sie ist „Zufriedenheit nur ein Laster“.

Dass der junge, dynamische Vater Flynn wegen des Basketballtrainings bei den jungen Burschen sehr beliebt ist, macht ihn schon verdächtig. Als Schwester Aloysius zu Ohren kommt, dass er sich besonders um einen Außenseiter, den einzigen dunkelhäutigen Schüler, kümmert, beginnt sie sofort, an der moralischen Integrität des Priesters zu zweifeln.

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Dass Vater Flynn die Fingernägel gerne etwas länger trägt und „drei“ Stück Zucker in seinen Tee nimmt, scheinen ihren Verdacht zu bestätigen. Sie beginnt einen mitleidlosen Rachefeldzug und lädt schließlich die Mutter des Jungen zu einem Gespräch. Die hat jedoch kein Interesse an einem Skandal: „Halten Sie meinen Sohn da raus!“

Ulli Fißlthaler darf sich als unerbittliche Schuldirektorin keine Gefühle erlauben, sie führt ihre Schule wie ein Gefängnis. Martina Müller hingegen strahlt als Schwester James Empathie und Herzensgüte aus, was ihr natürlich von Schwester Aloysius als Einfalt angekreidet wird. Hermann Strasser überzeugt als charismatischer Prediger und engagierter Sporttrainer, so dass man sich fast schämt, ihm unmoralisches Verhalten zu unterstellen. Anna-Maria Steiner-Liebenwein hat sich als Mutter des gemobbten Knaben mit der Realität engagiert. Für sie ist klar, dass der Mann in der Kutte die Macht hat.

John Patrick Shanleys provokantes, leider hochaktuelles Stück behandelt den Umgang mit Verdacht, Schuld und Verurteilung und gibt die Frage, wie man sich verhalten soll, wenn keine eindeutigen Beweise vorliegen, an das Publikum weiter. Ein zwar ungemütlicher Stoff zum Nachdenken, doch ein überaus intensiver Theaterabend.

„Dieses Stück ist den zahlreichen Nonnenstiften gewidmet, deren Schwestern ihr Leben dem Dienst an ihren Mitmenschen in Krankenhäusern, Schulen und Altersheimen verschrieben haben. Bei allem Spott und übler Nachrede, die sie ertragen müssen – wer unter uns war je so selbstlos?“

(J. P. Shanley)

„Zweifel“ von John Patrick Shanley. Regie: Gerard Es. Regieassistenz: Gerhild Heissel, Roman Ferrari. Technik: Peter Zach, Gregor Bartosch. Bühnenbild, Kostüme: Ensemble. Mit: Ulli Fißlthaler, Hermann Strasser, Martina Müller, Anna-Maria Steiner-Liebenwein. Fotos: Theater Anthering


die pest in holzhausen

Am 1. April 2018 fand die Uraufführung des ersten Stückes der Holzhausener Trilogie „Pest – Passion – Jedermann“ statt. Waltraud Hochradl hat die historischen Ereignisse in eine fiktive Geschichte verpackt und die dörfliche Tragödie mit einem engagierten, sehr authentisch aufspielenden Ensemble in Szene gesetzt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

1469 wütet die Pest in Holzhausen und niemand weiß, woher sie gekommen ist. Ist sie von den Seefahrern eingeschleppt worden, oder sind gar Hexen die Schuldigen? Da man sich nicht sicher ist, ob die Seuche wiederkommen würde, errichten die Dorfbewohner im Nikolaus Kirchlein einen Altar zu Ehren des Heiligen Sebastian. Lange Zeit strömen die Pilger nach Holzhausen und bringen gute Geschäfte mit. Nach und nach gerät die Pest aber in Vergessenheit und man wähnt sich in Sicherheit. Niemand denkt mehr daran, dass das Grauen wiederkommen könnte. 1679 wird am Kiritag fleißig musiziert und getanzt. Den mahnenden Worten des Pfarrers, dass der alte Pestaltar dringend renoviert werden müsse, schenkt man keine Beachtung.

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Der Großbauer will seine Tochter Johanna mit Josef, dem Ziehsohn des Mesners, verheiraten, denn die beiden sind sich beim Kiritanz nähergekommen. Da erscheint eine schwer kranke Fremde im Dorf und findet beim Mesner Unterkunft. „Was will die hier?“ fragen sich die Dorfbewohner. Als sie ihr Geheimnis preisgibt, ist es schon zu spät: „Sie ist wieder da.“ Vielleicht hätte man dem Pestaltar doch mehr Beachtung schenken sollen.

Die Pest in Holzhausen

Matthias Hochradl ist als Erzähler und Totengräber ständig präsent. 1469, beim ersten Auftauchen der Pest, wird er selbst aktiv und die Menschen sinken nur durch seine Berührung tot zu Boden. 1679 verhält er sich abwartend und lauert im Hintergrund auf seinen Einsatz. Die dörfliche Idylle ist trügerisch. Den mahnenden Worten des Pfarrers (Florian Patsch) schenkt man keine Beachtung, das verspricht nicht Gutes. Der Großbauer (Fritz Niederreiter) lässt über die Restaurierung des Pestaltars abstimmen, aber niemand zeigt Interesse. Als sich die Fremde (Waltraud Hochradl) zu erkennen gibt und ihre Jugendsünden beichtet, hält das Grauen wieder Einzug im Dorf.

Die Pest in Holzhausen

Einfache Holzkreuze hängen von der Decke und wirken, besonders in mystischer Beleuchtung, äußerst bedrohlich (Bühnenbild: Matthias Hochradl). Die schlichten, sehr authentisch wirkenden Kostüme stammen von Franziska Zauner. Während sich viele Laienspielgruppen auf Komödien spezialisieren, beeindruckt das Theater Holzhausen immer wieder mit historischen, bäuerlichen Tragödien. Das packende Drama „Ohnmacht und Grauen“, eine Mischung aus historischen Fakten und einer tragischen Liebesgeschichte, hat das Premierenpublikum in seinen Bann gezogen und sicherlich neugierig gemacht auf die Fortsetzung der Trilogie. Im Frühjahr 2019 steht eine „Passion“ auf dem Programm und für 2020 ist ein „Jedermann“ geplant. Man darf gespannt sein.

„Ohnmacht und Grauen“ –  Die Pest in Holzhausen  von Waltraud Hochradl. Uraufführung. Eine Produktion der Spielgemeinschaft des Theaters Holzhausen. Regie: Waltraud Hochradl. Bühnenbild: Matthias Hochradl. Licht: Wolfgang Schweinsteiger. Technik: Richard Harfmann. Kostüme: Franziska Zauner. Mit: Florian Patsch, Johann Winkler, Lea Kreilinger, Christa Landrichtinger, Waltraud Hochradl, Gunther Boennecken, Fritz Niederreiter, Margret Matt, Sabrina Filpo-Weber, Matthias Hochradl. Fotos: Hannelore Kirchner


Der kleine Prinz - Kinderoper - Salzachhalle

Am 3. und 4. Februar zeigten Kinder und Jugendliche der Stiftssingschule Laufen/ Obb.  die unvergessliche Geschichte des kleinen Prinzen nach dem Buch von Antoine de Saint-Exupéry in der Version als Kinderoper von Basti Bund.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Die gelungene Aufführung in der Salzachhalle war der Lohn für fast ein Jahr Probenarbeit neben dem Unterricht in der Schule. Die Stiftsmäuse, der Chor, die Solisten und die Schauspieler konnten das Publikum in jeder Phase überzeugen. Das Bühnenbild und die Ausstattung waren sensationell. Das durch den Saal gleitende Flugzeug begeisterte auch die Kleinsten unter den Besuchern.

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Alles in allem war es eine wunderschöne, stimmige Inszenierung, der reichliche Applaus war hochverdient.

Die Salzachhalle war zweimal ganz gut besucht, mit etwas mehr Werbung im Vorfeld wäre sie vielleicht sogar ausverkauft gewesen!

Mitwirkende (inkl. Zweitbesetzung): Chor der Stiftssingschule Laufen (Leitung Stiftskantor Thomas Netter) – Daniela Hönig, Sophia Besner, Johannes Heimerl, Elisabeth Ziegler, Miriam Lang, Magdalena Netter, Anna Aicher, Anna Streibl, Nina Hönig, Anna Spitz, Leni Geigl, Marie Wehmeyer, Michael Schraml, Hannah Rehrl, Johannes Kulzer, Marlene Mühlthaler, Lena Krebs, Magdalena Schaider, Antonia Schraml, Felicitas Schwarz, Andreas Aicher, Aitana Moreta-Winkler, Abigail Onyekosor,Florian Netter, Kilian Wirth, Emilia Zillner, Felix Karg, Max Karg | Stiftsmäuse (Leitung, Kostüm Irmi Pollhammer) – Julias Steinmaßl, Elias Steinmaßl, Teresa Hönig, Vitus Hönig, Stefan Pertl, Katharina Schaider, Isabel Paiva, Mona Jakob, Lina Riedel, Vanessa Gräfenstein, Kebron Jakob, Ronja Schmid, Anja Prenninger, Leonhard Tillian | Team der Singschule (Organisation, Kostüme, Requisiten, Bühnenablauf) – Ingrid Krebs, Johanna Aicher, Petra Karg, Zita Heimerl | Regie – Christine Rothacker & Sabine Linecker | Regieassistenz, Licht – Konstantin Freudenthaler | Tontechnik – Bernhard Schneider | Musiker – Gabriel Gramsec (Oboe), Christine Smaczny (Glockenspiel), KathrinGrenzdörffer (Soundeffekte), Thomas Netter (Klavier, musikalische Leitung, Gesamtorganisation) | Bühnenbau – Max Schauer (Bühnenbemalung), Schreinerei Aicher (Bühnenplanet), Matthias Surer + Thomas Netter (Bühnenbau), Christian Karg (Flugzeug am Seil), Thomas Netter (Holzflugzeug), Anna Heringer + Anneliese Kern (Requisiten, Kostüme)

Info:
Kleinkunstbühne in der Dorfzeitung >
Laufen/ Obb. in der Dorfzeitung >
UNIKUM in der Dorfzeitung >


Seebühne Seeham

Gerard Es hat Friedrich Dürrenmatts tragische Komödie, die deutlich zeigt, dass man für Geld fast alles kaufen kann, speziell für die Seebühne in Seeham bearbeitet. Das turbulente, groteske Stück begeisterte am 5. Juli 2017, einem traumhaft milden Sommerabend, die Besucher der Generalprobe.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Der einst blühende Fremdenverkehrsort Güllen am See befindet sich in einer tiefen wirtschaftlichen Krise. Große Hoffnung setzt die Bevölkerung daher auf den bevorstehenden Besuch der Milliardärin Claire Zachanassian, die ihre Jugend als Klara Wäscher in dem malerischen Städtchen verbracht hat und nun für ihre Wohltätigkeit bekannt ist. Die Bürger werden nicht enttäuscht. Claire stellt ihnen eine Milliarde in Aussicht, die Hälfte für das Dorf, die andere Hälfte soll unter seinen Bewohnern aufgeteilt werden.

Die Schenkung ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: Claire verlangt Gerechtigkeit und zwar den Kopf ihres ehemaligen Liebhabers Alfred Ill, der sich einst durch bestochene Zeugen um die Vaterschaft gedrückt hat, um die Tochter des reichen Wirts heiraten zu können. Der Bürgermeister schlägt zwar sichtlich empört das verlockende Angebot aus, doch in den Bürgern erwacht die Gier und sie beginnen, das versprochene Geld auszugeben, denn die Bank gewährt ihnen plötzlich großzügig Kredite. Kein Wunder, dass es Alfred Ill allmählich mit der Angst zu tun bekommt. Er wendet sich hilfesuchend an den Pfarrer und an die Polizei. Die können ihm aber auch nur raten, die Stadt möglichst schnell zu verlassen. Wird das der einzige Ausweg sein?

Das Seehamer BühnenbauTEAM hat ganze Arbeit geleistet und einen idyllischen, wenn auch etwas heruntergekommenen Dorfplatz mit Strandcafé, Friseursalon, Blumenladen, Bank, Gasthaus zum Goldenen Apostel, Polizeistation und Kapelle auf die Seebühne gestellt. Hier findet der Empfang für die vermeintliche Wohltäterin statt, die zwar einen Tag zu früh, jedoch stilvoll mit Jacht und großem Gepäck einläuft. Der vorsorglich mitgebrachte Sarg wird auf der Balustrade im 1. Stock platziert, damit nur ja keiner die geforderte Gerechtigkeit aus den Augen verliert.

25 Erwachsene, 16 Kinder, die Musikkapelle Seeham und diverse Oldtimer der Ferdinand Porsche Erlebniswelten sorgen für buntes Treiben auf, vor und neben der Seebühne. Doch ist nicht die Frage, die Dürrenmatt mit seinen Stück an die Zuschauer stellt, eigentlich eine Anklage? Ab welcher Summe ist der Mensch käuflich? Die Güllener Bürger pfeifen auf Moral und Humanität, als das große Geld winkt. Claire Zachanassian schafft es, sie so zu manipulieren, dass sie bereit sind, einen Mord zu begehen und diese Tat als Gerechtigkeit hinzustellen.

Friedrich Dürrenmatts Theaterklassiker wird in der Inszenierung von Gerard Es zur spannenden Dorfgroteske, die mit pechschwarzem Humor unterhält. Ein Sommervergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

„Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt. Bearbeitung: Gerard Es. Regie: Gerard Es. Bühnenbild: Seehamer BühnenbauTEAM. Maske: Michaela Altendorfer. Technik: Christian Greischberger, Rainer Niederreiter, Gerhard Hager. Kostüme: Christine und Irmgard Esterbauer, Katrin Wallner. Öffentlichkeitsarbeit und Fotos: Heinz Georg Tschapka, Ralf Weichselbaumer, Hans Ziller, Arge Erlebnis Kultur Seeham. Darsteller und Mitwirkende: Christian Altendorfer, Christine Altendorfer, Elena Gussnig, Matthias Hemetsberger, Franz Hillerzeder, Bianca Huber, Martina Huthmann, Monika Kloud, Jürgen Kloud, Lukas Korber, Cornelia Macher, Wolfgang Neu, Annegret Neuhofer, Manfred Pichler, Wolfgang Rehm, Astrid Rizner, Ulrike Rizner, Sabrina Russinger, Johannes Schimmerl, Barbara Schwaiger-Modl, Rudolf Waltran, Bruno Ziegler, Musikkapelle Seeham, Seehamer Vereine, Kinder aus Seeham und Umlandgemeinden.


Die Regisseurinnen Marion Hackl und Bernadette Heidegger unterrichten am Musischen Gymnasium Darstellendes Spiel. Gemeinsam mit sieben Schülern und acht Flüchtlingen gingen sie der Frage nach: „Was wäre, wenn Salzburg die flüchtlingsfreundlichste Stadt Österreichs wäre?“ Das Ergebnis eines produktiven Miteinanders feierte am 2.2.2017 in der ARGEkultur Premiere. Herzerwärmend!

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Hackl und Heidegger berichten zu Beginn per Videobotschaft, dass es gar nicht so einfach gewesen sei, Flüchtlinge für eine Performance zu gewinnen, hätten sich diese doch unter „Theater“ absolut nichts vorstellen können. Über einen am BFI abgehaltenen Deutschkurs für Flüchtlinge wurde man schließlich fündig. Von den ursprünglich 20 jungen Männern blieben letztlich acht übrig, die sich mit der nötigen Neugierde und Begeisterung auf das Projekt einließen. Warum keine muslimischen Frauen für dieses Projekt zu gewinnen waren, erklären die jungen Männer ganz offen. Bei ihnen dürfen Frauen nichts, sie fühlten sich im Gespräch mit fremden Männern nicht so sicher, das bräuchte noch mehr Zeit.

„Wie wir feststellen durften, setzt gemeinsam träumen vertraut sein voraus und Vertrauen entsteht langsam und vorsichtig, besonders wenn sich zwei verschiedene Kulturen annähern. Wir haben also beschlossen, dem zu folgen, was ist, und nicht dem, was wir geplant hatten. Eigentlich haben wir nicht geträumt … wir hatten die Augen offen, ganz nüchtern und unverträumt und haben angefangen, einander zu sehen, was noch lange nicht bedeutet, dass wir uns schon kennen. Aber wir haben damit angefangen und das ist sehr schön.“

In der Vorstellrunde geht bei allen die Fantasie durch, ein verwirrendes, doch amüsantes Gemisch aus Wahrheit und Lüge ist die Folge. Auf die Bitte, doch ein österreichisches Lied zum Besten zu geben, hält sich die Begeisterung in Grenzen, seien diese doch grundsätzlich peinlich. Man einigt sich schließlich auf den Andachtsjodler. Auf die Frage, was denn das „Tjo tjo iri“ zu bedeuten habe, gibt es nur eine Antwort: Nix. Auch die Flüchtlinge zieren sich anfangs etwas, doch zu einem somalischen Lied formiert sich nach und nach ein rhythmischer Kreistanz. Ernst wird es bei einem „Gesinnungstest“, dessen Fragen so kompliziert sind, dass In- und Ausländer aufgeben müssen. Was für die Akteure mit fünf oder zehn Jahren wichtig war, plaudern sie gerne aus, doch aktuelle Wünsche und Sehnsüchte flüstert man sich lieber ins Ohr. Ein Rest Privatheit muss bleiben.

Bernadette Heidegger und Marion Hackl haben gemeinsam mit dem Musiker Benjamin Baierlein eine gelungene Vision des Zusammenlebens junger Leute von „hier“ und „dort“ geschaffen. Dieses einzigartige kulturelle Projekt ist Doraja Eberle von der Organisation „Bauern helfen Bauern“ zu verdanken. Gemeinsam mit dem Regisseur, Coach und Journalisten Peter Arp, den sie im Krisenteam am Salzburger Bahnhof kennenlernte, nützte sie die großzügige Weihnachtsspende eines Galeristen, um endlich einmal etwas MIT Flüchtlingen zu machen und nicht immer nur FÜR.

Salzburg träumt“ – Fantasien einer gelingenden Integration. ARGEtheater – Koveranstaltung mit Bauern helfen Bauern. Regie: Marion Hackl, Bernadette Heidegger. Musik: Benjamin Baierlein. Projektkoordination: Peter Arp. Fotos: ARGEkultur


Das Theater Holzhausen eröffnet mit einer Komödie von William Shakespeare in der Bearbeitung von Ulrich Hub seine 71. Spielsaison. Matthias Hochradl steht als beleibter, dem Alkohol nicht abgeneigter Möchtegern-Casanova auf der Bühne und wird von den cleveren Frauen von Windsor gleich mehrfach in eine Falle gelockt. Ein Spaß für die ganze Familie in der Nachmittagsvorstellung am Samstag, dem 15. Oktober 2016.

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Sir John Falstaff braucht dringend Geld. Im Vertrauen auf seine Wirkung auf Frauen schickt er zwei völlig gleichlautende, schwülstige Liebesbriefe an die verheirateten Frauen Fluth und Page, die beide seiner Ansicht nach „die Hand an der Kasse ihres Mannes“ haben. Die gut befreundeten Damen durchschauen den Schwindel sofort und beschließen, dem Trunkenbold eine Lektion zu erteilen. Zum Schein geht Frau Fluth auf die Schmeicheleien des alten Lüstlings ein und lockt ihn immer wieder zu vielversprechenden Rendezvous. Leider taucht im ungünstigsten Moment stets ihr eifersüchtiger Ehemann auf.

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So landet Falstaff in einem Wäschekorb in der Themse und wird, als er sich als alte Dame verkleidet aus dem Hause schleichen will, ordentlich verprügelt. Doch er gibt nicht auf und erscheint, wie gewünscht, „um Mitternacht an der alten Eiche als Hirsch verkleidet“. In der Zwischenzeit sind die Herren Fluth und Page in die Machenschaften ihrer Gattinnen eingeweiht worden und so kommt es zum großen Showdown im Wald von Windsor.

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Die braven Hausfrauen Alice Fluth (Silvia Reubel) und Margaret Page (Margret Matt) haben sichtlich großen Spaß daran, sich an dem „heuchlerischen Walfisch“, der „stündlich zwei Hemden durchschwitzt“ zu rächen. Während Georg Page (Richard Harfmann) seiner Frau blind vertraut, wird Francis Fluth (Fritz Niederreiter) von Eifersucht geplagt. Die arme Jungfer Anne Page (Lea Schwarz) hat ganz andere Sorgen, liebt sie doch den jungen, mittellosen Dichter und Sänger Fenton (Sabrina Filpo-Weber). Da haben die Favoriten ihrer Eltern, der linkische Herr Kümmerlich (Markus Ferner) und der schon etwas ältere Herr Doktor aus Frankreich (Matthäus Lang), wenig Chancen.

Die vielen Szenenwechsel überbrückt Waltraud Hochradl (Regie) mit wunderbar fröhlicher Tanzmusik aus der Zeit Shakespeares. Matthias Hochradl zeichnet für das Bühnenbild verantwortlich, wobei er für Falstaff ein gemütliches Zimmer mit Stehlampe, einem Lehnstuhl und einem mit Alkoholflaschen gut bestückten Tisch eingerichtet hat.

Die Spielgemeinschaft des Theaters Holzhausen schafft es, Jung und Alt auf der Bühne zu vereinen, und gemeinsam genießen die engagiert aufspielenden Ensemblemitglieder die turbulente Schlussszene, in der sie als Elfen und Waldgeister auftreten und Falstaff nach Herzenslust „zwicken und zwacken“ dürfen.

„Die lustigen Weiber von Windsor“ – Komödie von William Shakespeare in einer Bearbeitung von Ulrich Hub. Regie: Waltraud Hochradl. Bühne: Matthias Hochradl. Kostüme: Franziska Zauner. Mit: Silvia Reubel, Margret Matt, Lea Schwarz, Christa Landrichtinger, Nina Ferner, Valentina Ammerer, Matthäus Lang, Sabrina Filpo-Weber, Matthias Hochradl, Stefan Adamski, Richard Harfmann, Fritz Niederreiter, Hermann Seidl, Markus Ferner, Max Ferner. | Fotos: KTraintinger, Dorfzeitung


Mit William Shakespeares beliebter Komödie, einer unterhaltsamen, phantasievollen Geschichte um Liebe und Eifersucht, verzaubert der Theaterverein „Die Seebühne Seeham“ heuer das Publikum. Der Reinerlös der Premiere (8. Juli 2016) in Höhe von € 4.380 sowie eine gut gefüllte Spendenbox wurden auch heuer wieder an debra (Hilfe für Schmetterlingskinder) übergeben.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Schon während das Publikum seine Plätze einnimmt, tänzeln auf der Bühne verspielte, quirlige, kleine Elfen herum. Ein Zeremonienmeister beendet das muntere Treiben. In vier Tagen soll die Hochzeit von Theseus, dem Herzog von Athen, und Hippolyta, der Königin der Amazonen, stattfinden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Eine Gruppe Handwerker plant eine unterhaltsame Tragödie und ist im nahen Wald schon fleißig am Proben. Auch zwei Liebespaare irren durch den Zauberwald, in dem die seltsamsten Dinge passieren. Der Haussegen zwischen Oberon, dem eifersüchtigen König der Elfen, und seiner widerspenstigen Gattin Titania hängt schief, weigert sie sich doch, auf ihren indischen Knaben zu verzichten. Mit Hilfe eines Zaubersaftes will ihr Oberon eine Lektion erteilen, doch sein schusseliger Diener Puck geht etwas sorglos mit der Droge um und stiftet damit ein heilloses Durcheinander.

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Franz Angerer und Team haben auf der Seebühne einen märchenhaften Zauberwald errichtet, in dem es sich herrlich verstecken, verirren und herumklettern lässt, sowie ein herrschaftliches Schloss, das bei den Hochzeitsfeierlichkeiten mit einigen Überraschungen aufwartet. Bianca Huber brilliert als schusseliger, stets hungriger, boshafter, doch überaus liebenswerter Puck, der sich über die von ihm verursachten Verwirrungen herrlich amüsieren kann: „Gehen die Sachen kraus und bunt, freu ich mich von Herzensgrund.“ Christian Altendorfer führt als rühriger Zimmermann Squenz die unbedarfte Schauspieltruppe der Handwerker an, die mit der spaßhaften Tragödie „Pyramus und Thisbe“ die noble Hochzeitsgesellschaft und das Publikum begeistert. Bewundernswert die Energie der 14 Elfen, die bis zum Ende der Aufführung frisch und munter wirken, obwohl die Kleinsten eigentlich schon längst im Bett sein sollten.

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Regisseurin Lisa Hanöffner hat seit März dieses Jahres ca. 40 Proben mit einem hochmotivierten Ensemble hinter sich gebracht. Das sehenswerte Ergebnis ist noch bis 1. August jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag auf der Seebühne in Seeham zu bewundern.

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„Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare. Regie: Lisa Hanöffner. Regieassistenz: Margret Tress. Bühnenbild und Bühnenbau: Franz Angerer und Team. Mit: Wolfgang Neu, Christine Altendorfer, Sabrina Russinger, Ossy Korber, Julia Otte, Astrid Rizner, Roman Leobacher, Thomas Herbst, Manfred Pichler, Ulrike Rizner, Sebastian Altendorfer, Bianca Huber, Cornelia Macher, Lisa Rizner und den entzückenden Elfen: Vanessa Altendorfer, Lea Emminger, Pia Gschaider, Elena Gussnig, Nicole Kastenauer, Marlene Kloud, Sophie Krieger, Carina Lechner, Christina Modl, Alina Mödlhammer, Hanna Wallner. Fotos: Seebühne Seeham/ Ralf Weichselbaumer


Hotzernplotz in Holzhausen

Dass vor der Premiere schon alle Vorstellungen restlos ausverkauft sind, davon träumt wohl jede Schauspieltruppe. Dem Theater Holzhausen gelingt dieses Kunststück mit einem seiner liebevoll inszenierten Kinderstücke, die wie jedes Jahr um die Weihnachtszeit auf dem Programm stehen. Die Bühnenfassung von Otfried Preußlers Kinderbuch „Der Räuber Hotzenplotz“ wurde bei der Premiere am 28. Dezember 2015 regelrecht gestürmt.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Kasperl und Seppel schenken ihrer Großmutter zum Geburtstag eine Kaffeemühle, die beim Mahlen ein fröhliches Lied spielt. Die Freude ist groß, doch leider kurz, denn der Räuber Hotzenplotz schnappt sich das Geschenk. Das lassen sich Kasperl und Seppel nicht gefallen. Wenn sie selbst auch nicht sehr clever wirken, ihr Plan, die Mühle zurückzuholen, scheint genial. Doch auch der Räuber Hotzenplotz hat so einige Tricks auf Lager und so sitzen die beiden schon bald gefesselt in seiner Räuberhöhle. Nun trennen sich ihre Wege, denn Kasperl, der immer alles verwechselt, erweist sich als ideale Diener für den bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann und wird gegen einen ordentlichen Beutel Schnupftabak an diesen verkauft. Seppel hingegen soll künftig für den Räuber arbeiten, „bis er schwarz wird“. Bis die beiden ihrer Großmutter die heißgeliebte Kaffeemühle zurückbringen können, müssen sie noch jede Menge Abenteuer bestehen. Die Fee Amaryllis wird ihnen dabei eine große Hilfe sein.

Hotzernplotz in Holzhausen

Matthias Hochradl verkörpert den Räuber Hotzenplotz optisch so authentisch, dass die Kinder glauben, es handle sich um „den Echten“. Sein verschmitztes Lachen nimmt den gefährlichen Messern, die er mit sich trägt, viel von ihrer Bedrohlichkeit. Seine Pistole füllt er lieber mit Pfeffer statt mit Kugeln. Entzückend naiv, dabei überaus trickreich kämpfen Kasperl (Gunther Boennecken) und Seppel (Silvia Reubel) gegen den gefährlichen Räuber und seinen fiesen Freund, den Zauberer Petrosilius Zwackelmann. In dieser Rolle wütet Johann Winkler, der vergeblich versucht, bei den Kartoffeln die Schale wegzuzaubern. Dank eindrucksvoller Maske ist er in der Rolle des einfältigen Wachtmeisters Alois Dimpfelmoser kaum zu erkennen. Christa Landrichtinger als gutmütige Großmutter ist ein leichtes Opfer für den bösen Kaffeemühlen-Räuber. Gisela Absmanner mutiert von der verzauberten Unke zur strahlenden Fee. Auf der kleinen Bühne ist Platz für Großmutters Stübchen, eine wilde Räuberhöhle und das prächtige Schloss des bösen Zauberers.

Waltraud Hochradl hat das Stück mit viel Gefühl absolut kindgerecht inszeniert. Eine besondere Freude bereitet es den Kindern, dass sie nach der Vorstellung allen Schauspielern – vom wilden Räuber bis zur guten Fee – die Hand schütteln dürfen. Das Gedränge war groß, ebenso die Vorfreude auf die nächste Weihnachts-Inszenierung im Theater Holzhausen. Da heißt es, sich rechtzeitig Karten sichern.

„Der Räuber Hotzenplotz“ – Ein Stück für Kinder ab 6 Jahren von Otfried Preußler. Regie: Waltraud Hochradl. Bühnenbild: Matthias Hochradl. Ausstattung und Kostüme: Verena Ehrschwendtner, Waltraud Hochrad. Mit: Gisela Absmanner, Gunther Boennecken, Matthias Hochradl, Christa Landrichtinger Silvia Reubel, Johann Winkler.


Der Theaterverein Henndorf wagt sich mit jungen Darstellern an Shakespeares zeitlose Liebestragödie „Romeo und Julia“.

Die klassische Übersetzung von Thomas Brasch, einem „modernen Elisabethaner“, stellt hohe Anforderungen an die Jungschauspieler, die sie mit Bravour meistern. Die Premiere fand am 13. November 2015 in der Wallerseehalle statt.

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Von Elisabeth Pichler

Veronas Jugend hängt lustlos in den Straßen herum und fadisiert sich. Da bedarf es nur einer Kleinigkeit und die beiden rivalisierenden Clans gehen aufeinander los. Als sich der junge Montague Romeo in Julia aus dem Hause der verfeindeten Capulets verliebt, versuchen die beiden, ihre Familien mit einer Blitzheirat zu überrumpeln und dadurch vielleicht eine Versöhnung herbeizuführen. Das Schicksal ist jedoch gnadenlos.

Nach einer neuerlichen Streiterei wird Romeo zum Mörder und muss Verona verlassen. Julia hingegen soll Prinz Paris heiraten. Pater Lorenzo will den unglücklich Liebenden helfen, doch sein Plan ist äußerst riskant.

Theaterverein Henndorf spielt Shakespeares "Romeo und Julia"; Probe am 09.11.2015 in der Wallerseehalle in Henndorf Foto und Copyright: Moser Albert, Fotograf, 5201 Seekirchen, Weinbergstiege 1, Tel.: 0043-676-7550526 mailto:albert.moser@sbg.at www.moser.zenfolio.com

In einem Workshop hat Regisseurin Daniela Meschtscherjakov nach der passenden Besetzung für das Stück gesucht, wobei sich allein für die Rolle der Julia gleich acht junge Mädchen bewarben.

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Nun steht die erst 15-jährige Jana Rieger gemeinsam mit dem 16-jährigen Benjamin Laabmayr als Romeo auf der Bühne. Bewundernswert, wie die beiden den anspruchsvollen Text beherrschen und mit welcher Ernsthaftigkeit und Hingabe sie um ihre erste große Liebe kämpfen.

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Die ungestümen Jugendlichen, allesamt freche Maulhelden, haben ihre Degen locker sitzen. Dank Fechtunterricht von Martin Brunnemann vom Schauspielhaus Salzburg fegen sie mit sichtlichem Vergnügen über die Bühne. Jakob Kucher darf als Benvolio mit artistischen Einlagen glänzen, während sich Simon Heidegger als Mercutio und Philipp Laabmayr als aggressiver Tybald nicht nur verbal verletzen. Lucia Schöndorfer als Dienerin kann zwar nicht lesen, doch an Verwegenheit steht sie den jungen Männern in nichts nach.

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Gegen all diese jugendlichen Temperamentsbündel haben es die Erwachsenen nicht leicht zu bestehen. Als schrille Amme sorgt Barbara Haas für Heiterkeit. Julias Mutter (Hannah Mösenbichler) glänzt durch Putzsucht und Ignoranz, ihr Gatte (Raimund Neckermann) durch rücksichtslose Strenge. Dass Julia mit dem für sie bestimmten, bereits etwas in die Jahre gekommenen Prinz Paris (Raphael Steiner) wenig Freude hat, ist verständlich. Nur Josef Leimüller als Pater Lorenzo zeigt Mitleid und unterstützt die Liebenden.

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Für die passende musikalische Untermalung sorgt Christian Meschtscherjakov. Für das romantische Bühnenbild, eine Straße in Verona mit dem obligatorischen Balkon sowie einer kleinen Kapelle, die sich in eine Gruft verwandeln lässt, hat der Theaterverein Henndorf fleißig gebaut und gepinselt.

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Daniela Meschtscherjakov serviert dem Publikum eine rasante Inszenierung mit wilden Fecht- und Kampfszenen, einer unverblümten, oft zweideutigen Sprache und erfrischender Situationskomik. Ein absolut gelungenes Experiment, in dem junge Schauspieler einen alten Klassiker neu beleben, Theatervergnügen pur.

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„Romeo und Julia“ von William Shakespeare in der Übersetzung von Thomas Brasch. Regie: Daniela Meschtscherjakov. Musik: Christian Meschtscherjakov. Mit: Benjamin Laabmayr, Jana Rieger, Josef Leimüller, Barbara Haas, Simon Heidegger, Jakob Kucher, Raimund Neckermann, Hannah Mösenbichler, Philipp Laabmayr, Raphael Steiner, Werner Putz, Raphael Klausz, Lucia Schöndorfer, Adele Eppenschwandtner, Alina Haas. Fotos: Albert Moser/ Theaterverein Henndorf