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Lucie Castel: Die Magie von Schokolade

Lucie Castel

Autorin: Lucie Castel
Titel: Die Magie von Schokolade
Aus dem Französischen übersetzt von Vera Blum
ISBN: 978-3-8517-9454-0
Erschienen: 31.08.2020
Verlag: Thiele Verlag in der Thiele & Bandstätter Verlag GmbH

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Klappentext:

Seit sie denken kann, ist das Backen von Kuchen und Torten die große Leidenschaft der Patissière Catalina Palazzo. Die junge Frau stammt eigentlich aus Korsika, ist aber als kleines Mädchen mit ihrer Mutter in die Bretagne gezogen und hat seither kaum Kontakt zu ihren Großeltern gehabt. Das ändert sich, als ihre Mutter stirbt, ihre große Liebe sie betrügt und sie, als alles den Bach herunterzugehen droht, ein hübsches Ladenlokal und etwas Geld von ihrem korsischen Großvater erbt.
Es ist wie ein Wunder zur rechten Zeit. Catalina beschließt ihr altes Leben hinter sich zu lassen und in dem Ort ihrer Kindheit ein neues Zuhause zu finden. Mit viel Liebe und Geschick macht sie aus dem alten Ladenlokal eine zauberhafte Patisserie. Keiner backt köstlichere Kuchen und Torten als sie, doch die Kundschaft bleibt seltsamerweise aus, während in der kleinen Schokoladenmanufaktur gegenüber die Leute Schlange stehen.
Der gutaussehende, aber eher menschenfeindliche Luca Castelli ist einer der berühmtesten Chocolatiers Frankreichs. In der »Zuckerbäckerin von gegenüber«, wie er Catalina despektierlich nennt, wittert er sofort Konkurrenz. Nach jahrzehntelanger Familienfehde wird Catalinas Patisserie als Provokation empfunden, man ruft zum Boykott auf. Doch so schnell gibt Catalina sich nicht geschlagen. Sie wird es diesem arroganten Chocolatier schon zeigen …

Rebecca Schönleitner

Rezension von Rebecca Schönleitner

Catalina Palazzo erbt ein kleines Lokal und ein wenig Geld von Ihrem Großvater um eine Patisserie in ihrer Heimatstadt auf der Insel Korsika zu eröffnen. Was sie allerdings nicht weiß ist, dass die Chocolaterie, genau gegenüber, zur Familie der Castelli gehört. Die Familie, die angeblich zu Zeiten ihrer Großväter betrogen und gelogen hat, was zu einer lebenslangen Fehde der beiden Familien führte. Genaues weiß man allerdings nicht mehr, es geht jetzt nur mehr um den Streit und die Vormacht.  Da wollte ihr Großvater offensichtlich den „Feinden“ etwas auswischen.

Catalina lässt sich nicht beirren und nimmt den Kampf auf, der gar nicht ihrer ist. Eigentlich findet sie das Ganze ja etwas lächerlich.

Beim alljährlichen Straßenfest treten die Konkurrenten gegeneinander an – jeder kreiert ein großartiges Dessert, die Jury wird eine Entscheidung treffen und dann herrscht Klarheit, wer nun die Vormacht besitzt.

Natürlich kommt alles anders als die Beteiligten es sich vorstellen, die Geschichte nimmt seinen Lauf. Ein wirklich wunderschönes Buch mit einem perfekten Cover! Sie werden es genießen


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Raffaella Belli: Sommer in Mareblu

Autor: Raffaella Belli
Titel: Sommer in Mareblu
ISBN: 978-3-4041-7835-3
Verlag: Bastei Lübbe AG
Erschienen: 28.06.2019

Klappentext:

Tosca liebt ihr Leben in
Mareblu, einem alten Fischerdorf. Jeden Morgen sammelt sie am Strand die
schönsten Beutestücke für ihre kleinen Kunstwerke, die sie in die ganze Welt
verschickt. Ihr Häuschen am Meer ist dafür einfach perfekt gelegen. Und was
könnte schöner sein, als ihrer wunderbaren Tochter Ioio beim Aufwachsen
zuzusehen? Doch dann beschließt Ioio aus heiterem Himmel, sich auf die Suche
nach ihrem Vater zu machen, und nebenan zieht auch noch der attraktive Moreno
ein, der ein einziges großes Rätsel ist. Mit Toscas Idylle ist es also
schlagartig vorbei. Und dabei hat der Sommer gerade erst angefangen …

Rezension von Rebecca Schönleitner

Gerade jetzt, wo es kalt und
ungemütlich wird ist dieser feine Sommerroman Labsal für die Seele.

Tosca ist eine unabhängige Frau,
gewollt alleinerziehend und selbstständig. Sie lebt direkt am Strand in einem
geerbten Häuschen und sammelt täglich am Strand Muscheln, Steine, Holz, Glas –
einfach alles was das Meer so freigibt und verarbeitet es zu Schmuck,
Dekomaterial und Einrichtungsgegenstände. Das Leben mit ihrer Tochter ist friedlich,
einfach und schön.

Bis plötzlich ihre Mutter, mit der
sie den Kontakt schon seit Jahren abgebrochen hat, auftaucht und ihren Platz in
der idyllischen Zweisamkeit von Mutter und Tochter als Großmutter und Mutter
einnehmen will.

Ins Nachbarhaus zieht ein Adonis
ein und Iolanda setzt sich in den Kopf ihren leiblichen Vater zu finden. Aus ist
es mit dem Frieden, nichts als Komplikationen tauchen auf, die sie aber mit
Hilfe ihrer besten Freundin Adriana bravourös und meisterhaft löst.

Ein richtig schöner Sommerroman, der die kurzen und kalten Wintertage versonnt. Sehr empfehlenswert!


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Abubakar Adam Ibrahim: Wo wir stolpern und wo wir fallen

Abubakar Adam Ibrahim

Autor: Abubakar Adam Ibrahim
Titel: Wo wir stolpern und wo wir fallen
          Aus dem Englischen übersetzt von Susann Urban
ISBN: 978-3-7017-1712-5
Verlag: Residenz Verlag GmbH
Erschienen: 27.08.2019

Klappentext:

Für den Drogendealer Reza ist der Einbruch in das Vorstadthäuschen der Witwe Binta Zubairu bloß die Routine eines heißen Vormittags.

Einen Herzschlag später wissen beide: Das, was hier geschieht, dürfte nicht sein. Die Anziehungskraft, die sie erfasst, das Begehren, das ihnen selbst ein Rätsel bleibt, verstößt gegen alle Regeln der traditionellen muslimischen Gesellschaft der Stadt Jos.

Und doch: Vor dem Hintergrund der politischen und religiösen Gewalt in Nigeria entfaltet sich die sinnliche, kämpferische und verzweifelt unmögliche Liebesgeschichte zwischen einer alternden Frau, die ihren Sohn verloren hat, und dem um 30 Jahre jüngeren Anführer der Gang des Viertels.

Ein üppig erzählter Roman, das lebendige Porträt einer zwischen Tradition und Moderne zerrissenen Gesellschaft.

Rezension von Rebecca Schönleitner

Der Autor dieses unglaublich berührenden Debüts schreibt als Vorwort folgenden Satz:
„Für Jos, meine geliebte Stadt, ewig gezeichnet vom Blut der Unschuldigen und von der Erinnerung an die hingeschlachtete Unschuld“

Hajiya Binta Zubairu lebt als Witwe in einem kleinen Häuschen zusammen mit ihrer Enkelin und ihrer traumatisierten Nichte. Wirkliche Liebe hat sie nie kennengelernt, ihre Heirat war arrangiert und ihr Ehemann betrachtete sie eher als Zuchtstute und Putzfrau, denn als weibliches Wesen.
Da tritt der Drogendealer Reza in ihr Leben, 30 Jahre jünger, skrupellos nichts desto trotz sympathisch und Anführer der Gang des Viertels. Ein Blick genügt – die nicht erklärbare Anziehungskraft zwischen den beiden nimmt ihren verhängnisvollen Lauf.

Diese Liebe, die allen
traditionellen Werten der streng muslimischen Gesellschaft widerspricht, lässt Binta
im Alter von 55 Jahren endlich zum Leben erwecken. Sie darf ihren Körper
entdecken und fühlt sich als Frau, begehrt und geliebt. Reza lebt gefährlich,
denn er besticht Polizisten und übernimmt geheime Aufträge für einen Senator.
Doch der korrupte und machtgierige Senator lässt Reza ganz schnell fallen, wenn
es um die eigene Haut geht.

Dieses Buch beschreibt eine andere, wunderbare Liebesgeschichte, im Kampf gegen Konventionen, Vorurteile, Neid und Intrigen.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen nicht eines der wunderbaren nigerianischen Sprichwörter, die jedes Kapitel begrüßen, vorenthalten: „Mit der Suche nach einer schwarzen Ziege sollte man lange vor Einbruch der Dunkelheit anfangen.“

Lesen
Sie dieses Buch, es ist wunderschön und machtvoll, verwirrend und berührend.